{"id":6942,"date":"2010-10-05T09:01:33","date_gmt":"2010-10-05T07:01:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6942"},"modified":"2010-10-05T09:01:33","modified_gmt":"2010-10-05T07:01:33","slug":"hinweise-des-tages-1241","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6942","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Erholung verliert an Dynamik; europ&auml;ischer Krisen-Automat; zerrissene Union; die ignorierte Schuldenkrise; schweizer Expertenkommission Too big to fail legt Abschlussbericht vor; Beitr&auml;ge zur Arbeitspolitik; Juristentag zu Leiharbeit und Mindestlohn; nochmals Durchbruch bei der Leiharbeit; Experten f&uuml;r &bdquo;sachgrundlose Befristung&ldquo;; Entlastung der Arbeitgeber und Belastung der Staats bei den Sozialleistungen; 25 Sicherheitsdefizite bei Biblis A; Gigaliner; Stuttgart 21; von Beust und Roland Berger; Putsch von Ecuador; Studiengeb&uuml;hren in Gro&szlig;britannien; private Hochschulen; nach der Pfeife des Populisten; Blauhelme zum Scheitern entsandt. (WL)<br>\n<!--more--> <\/p><p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\nHier die &Uuml;bersicht, Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">IMK: Deutsche Wirtschaft w&auml;chst 2010 um 3,5 Prozent &ndash; doch Erholung verliert an Dynamik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Harald Schumann: Der europ&auml;ische Krisen-Automat<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Zerrissene Union<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Die ignorierte Schuldenkrise<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Schweiz: Expertenkommission Too big to fail legt Abschlussbericht vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">IG Metall: Beitr&auml;ge zur Arbeitspolitik und Arbeitsforschung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Beschl&uuml;sse des Deutschen Juristentags zur Leiharbeit und zum Mindestlohn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Nochmals Durchbruch bei der Leiharbeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Experten mehrheitlich f&uuml;r Beibehaltung der &ldquo;sachgrundlosen Befristung&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Finanzierungsstruktur der Sozialleistungen 1991 &ndash; 2009: Entlastung der Arbeitgeber<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">25 gravierende Sicherheitsdefizite von Biblis B sind nunmehr vielfach bewiesen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Gigaliner: Giga-Quatsch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Stuttgart 21<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Ole von Beust und das Hamburger Roland Berger-Netzwerk<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Der Putsch in Ecuador<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Gro&szlig;britannien k&auml;mpft mit neuen Studiengeb&uuml;hren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Rolle und Zukunft privater Hochschulen in Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Niederlande: Nach der Pfeife des Populisten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">UN-Blauhelme: Zum Scheitern entsandt<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>IMK: Deutsche Wirtschaft w&auml;chst 2010 um 3,5 Prozent &ndash; doch Erholung verliert an Dynamik<\/strong><br>\nDer wichtigste Faktor ist der Exportboom im ersten Halbjahr, gefolgt von expandierenden Investitionen und einem leicht st&auml;rkeren Konsum im Inland. Von den dreieinhalb Prozent Wachstum, die wir und andere f&uuml;r dieses Jahr prognostizieren, beruhen 0,5 Prozentpunkte auf rein rechnerischen Effekten: Das Statistische Bundesamt hat seine Daten f&uuml;r die Vergangenheit revidiert, und hieraus resultiert ein h&ouml;heres Ausgangsniveau f&uuml;r die aktuelle Prognose. Deshalb erscheint die Erholung noch st&auml;rker als sie ist.<br>\nIm kommenden Jahr wird der deutsche Au&szlig;enhandel die Konsequenzen des Sparkurses bei vielen Handelspartnern sp&uuml;ren. Im Inland werden zwar die privaten Konsumausgaben bei steigenden verf&uuml;gbaren Einkommen etwas zunehmen. Doch gleichzeitig wirkt die beginnende Haushaltskonsolidierung d&auml;mpfend, die Sozialversicherungsbeitr&auml;ge steigen und die Konjunkturpakete laufen aus. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird im Jahresdurchschnitt 2011 um 1,9 Prozent wachsen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/37883_109187.html\">IMK<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Harald Schumann: Der europ&auml;ische Krisen-Automat<\/strong><br>\n&ldquo;Harte Strafen&rdquo; soll es k&uuml;nftig f&uuml;r alle jene Euro-Staaten geben, die sich &uuml;ber die vereinbarten Grenzen hinaus verschulden. Schon Regierungen, die einmal die Defizitgrenze von drei Prozent der nationalen Wirtschaftsleistung rei&szlig;en, sollen k&uuml;nftig gleich 0,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nach Br&uuml;ssel &uuml;berweisen, hei&szlig;t es im nun vorgelegten Reformplan der EU-Kommission. Das w&auml;ren im Fall Deutschlands mal eben sechs Milliarden Euro. Mehr noch: Auch Staaten, die an &ldquo;unterentwickelter Wettbewerbsf&auml;higkeit&rdquo; leiden, die also mehr importieren, als sie ihrerseits ins Euro-Ausland verkaufen, sollen mit Sanktionen belegt werden. Lohnsenkungen oder andere &ldquo;Wirtschaftsreformen&rdquo; sollen damit &uuml;ber das EU-Recht erzwungen werden, und das sogar &ldquo;automatisch&rdquo; per Verf&uuml;gung der Kommission&hellip;<br>\nSo folgt die geplante Versch&auml;rfung des Stabilit&auml;tspakts dem Prinzip, den Patienten dadurch zu heilen, dass die giftige Medizin in noch h&ouml;herer Dosis verabreicht wird. K&auml;me es dazu, w&uuml;rde nur europaweit eine Spirale aus Lohnsenkungen und Einsparungen in Gang gesetzt, die in den wirtschaftlichen Abstieg f&uuml;hrt, und das auch noch &ldquo;automatisch&rdquo;. Dabei w&uuml;rden sich die Ungleichgewichte vermutlich sogar versch&auml;rfen. Eher fr&uuml;her als sp&auml;ter wird den Lenkern der Gemeinschaftsw&auml;hrung darum gar nichts anderes &uuml;brig bleiben, als endlich den Kernfehler des Euro-Projekts zu korrigieren: Es muss ein Mechanismus gefunden werden, der einen regul&auml;ren Ausgleich zwischen &Uuml;berschuss- und Defizitl&auml;ndern erm&ouml;glicht. Der logische Weg, ein automatischer Finanzausgleich, ist wegen der Verfassung der Union als Staatenbund bisher versperrt. Darum bleibt als Alternative nur die enge Koordinierung der Steuer- und auch der Lohnpolitik zwischen den Eurostaaten, die auch den &Uuml;berschussl&auml;ndern wie Deutschland, Niederlande und &Ouml;sterreich Auflagen macht.<br>\nDas m&uuml;sste damit beginnen, endlich die Absurdit&auml;t des Wettlaufs um die niedrigsten Unternehmens- und Kapitalsteuern zu beseitigen und eine einheitliche Steuerbasis zu schaffen, die den Tricksereien der Steuervermeidungsindustrie ein Ende setzt&hellip;<br>\nUnd genauso muss es Grenzen im Wettbewerb um die niedrigsten L&ouml;hne geben. Das bedeutet keineswegs, Deutschlands Exporte mittels Lohnsteigerungen und zugeh&ouml;rigen Preiserh&ouml;hungen zu bremsen. Der deutsche Beitrag zur Eurokrise sind nicht die hohen Exporte von Hightech-Produkten, bei denen die L&ouml;hne ohnehin nur einen geringen Anteil an den Kosten haben, sondern die mangelnde Kaufkraft der Arbeitnehmer in allen Sektoren f&uuml;r Angebote aus den anderen Eurol&auml;ndern, und sei es in Form von Tourismusdienstleistungen&hellip;<br>\nSo erzwingt nun die Eurokrise, was alle Proteste nicht vermochten: Deutschlands Wirtschafts- und Politikelite muss ihre Ignoranz gegen&uuml;ber den Folgen ihrer Politik f&uuml;r die Verteilung der Einkommen aufgeben und endlich daf&uuml;r sorgen, dass die Gewinne aus der steigenden Produktivit&auml;t auch f&uuml;r steigende Nachfrage sorgen. Gelingt das nicht, dann wird die Eurozone immer tiefer in die Krise rutschen und eher fr&uuml;her als sp&auml;ter zerfallen. Den gr&ouml;&szlig;ten Schaden davon h&auml;tte Deutschland. M&uuml;sste die D-Mark wieder eingef&uuml;hrt werden, w&uuml;rde ihr Kurs so drastisch steigen, dass deutsche Waren im EU-Ausland unbezahlbar w&uuml;rden. Und das ganz automatisch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/der-europaeische-krisen-automat\/1946828.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Zerrissene Union<\/strong><br>\n&raquo;Griechenland, die Krise und der Euro&laquo;. Die Krise hat die politische &Ouml;konomie der Euro-Zone auf eine harte Probe gestellt. Die m&ouml;glichen Folgen sind so drastisch wie unabsehbar. Die W&auml;hrungsgemeinschaft k&ouml;nnte gar an ihren inneren Widerspr&uuml;chen zerbrechen. (Vorabdruck aus dem Buch &ldquo;Griechenland, die Krise und der Euro&rdquo; von Andreas Wehr. Der Autor zeichnet darin &ouml;konomische und politische Bruchlinien in der Euro-Zone im Gefolge der Wirtschafts- und Finanzkrise nach und analysiert deren Auswirkungen auf das kapitalistische Projekt EU.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/10-04\/004.php\">junge Welt<\/a><br>\nSiehe auch: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub3ADB8A210E754E748F42960CC7349BDF\/Doc~EAD022E2AB15F4C9F9E87E8657FAE90CE~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">Ein Blick zur&uuml;ck aus dem Jahr 2013<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Die ignorierte Schuldenkrise<\/strong><br>\nMit dem Kauf von griechischen Euro-Staatsanleihen n&auml;hert sich China gleich zwei Zielen &ndash; wenn auch in kleinen Schritten: Es setzt die Diversifizierung seiner Devisenbest&auml;nde fort, und es sichert sich eine strategische Basis im Euro-Raum. Bei seinem Besuch in Athen betonte Regierungschef Wen Jiabao nicht nur, China werde neue griechische Staatsanleihen erwerben, sondern best&auml;tigte auch bereits erfolgte K&auml;ufe. Die gleichzeitig vereinbarte wirtschaftliche Kooperation sieht einen Fonds &uuml;ber 5 Mrd. $ vor, der die Zusammenarbeit der Schiffs- und Werftindustrien beider L&auml;nder f&ouml;rdern und von Griechenland f&uuml;r den Kauf chinesischer Schiffe genutzt werden soll. Marktkommentatoren sprechen von geschickten Schachz&uuml;gen Chinas. Die griechischen Bonds seien billig (wenn auch mit gewissen Risiken behaftet), mit dem neuen Fonds w&uuml;rden Auftr&auml;ge f&uuml;r Schiffe finanziert, und man habe sich als Freund in der Not pr&auml;sentiert, der verst&auml;ndnisvoller sei als die Euro-Partner. Chinesische K&auml;ufe von griechischen und anderen europ&auml;ischen Staatsanleihen d&uuml;rften ein wichtiger Faktor bei der aufgekommenen neuen St&auml;rke des Euro gewesen sein, vermutet Leigh Skene von Lombard Street Research, so wie Chinas K&auml;ufe von japanischen Anleihen f&uuml;r den Anstieg des Yen mitverantwortlich gewesen seien. Die St&auml;rke des Euro l&auml;sst den Eindruck aufkommen, dass die Schuldenkrise weniger gef&auml;hrlich geworden sei. Tats&auml;chlich besteht aber derzeit an neuen schlechten Nachrichten kein Mangel. Zu den wichtigsten Beispielen geh&ouml;ren der erh&ouml;hte Kapitalbedarf f&uuml;r die Rettung irischer Banken, die notwendig gewordenen zus&auml;tzlichen Massnahmen zur Sanierung des Staatshaushaltes von Portugal, das reduzierte Rating spanischer Anleihen oder der sich abzeichnende konjunkturelle &laquo;double dip&raquo; der irischen und spanischen Wirtschaften.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/finanzen\/nachrichten\/die_ignorierte_schuldenkrise_1.7800859.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> China baut sorgf&auml;ltig einen Br&uuml;ckenkopf f&uuml;r seine Exporte nach S&uuml;dost- und Osteuropa aus. Hinzukommt die N&auml;he zum Bosporus. Seit 2008 sind die Chinesen am Container-Hafen von Pir&auml;us (drittgr&ouml;&szlig;ter Mittelmeerhafen) beteiligt. Weiterhin haben sie auch im Norden den Hafen von Thessaloniki in das Visier genommen. Westlich von Athen bei Eleusis ist ein Umschlagslager geplant. Dazu passt das Interesse der Chinesen an den griechischen Eisenbahnen. Ob die Chinesen als Freunde in der Not handeln, darf bezweifelt werden. In der chinesischen Langfriststrategie ist Griechenland nur als Mitglied der Eurozone von Wert. Der Kauf von Euro-Staatsanleihen tr&auml;gt dazu bei, dass dies so bleibt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Schweiz: Expertenkommission Too big to fail legt Abschlussbericht vor<\/strong><br>\nDie Grossbanken UBS und CS sollen ihre Aktiven nach dem Willen der Too big to fail-Expertenkommission in Zukunft mit 19 Prozent Eigenmitteln absichern. Das ist fast doppelt so viel wie der neue internationale Regulierungsstandard Basel III vorsieht (10,5 Prozent). Ein Grossteil muss zudem Eigenkapital von h&ouml;chster Qualit&auml;t sein. Die Expertenkommission des Bundes schl&auml;gt vor, dass bei systemrelevanten Grossbanken 10 Prozent hartes Eigenkapital vorhanden sein muss, wie aus dem am Montag ver&ouml;ffentlichten Abschlussbericht der Kommission hervorgeht. Basel III, auf das sich internationale Finanzaufseher Mitte September geeinigt haben, sieht 7 Prozent vor. Als hart gilt Eigenkapital der h&ouml;chsten Qualit&auml;t in der Form von einbezahltem Kapital, offenen Reserven und Gewinnvortr&auml;gen nach Abzug von regulatorischen Anpassungen.<br>\nZus&auml;tzlich zu den Basel III-Vorschriften sollen die Schweizer Grossbanken auch eine sogenannte Leverage Ratio einhalten m&uuml;ssen. Die Kommission schlug vor, dass die Eigenmittel mindestens f&uuml;nf Prozent der Bilanzsumme ausmachen m&uuml;ssen. Daneben empfahl die Kommission, Credit Suisse und UBS zur Ausarbeitung eines Konzeptes zu verpflichten, wie in einem Krisenfall systemrelevante Funktionen einer Grossbank weitergef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen, w&auml;hrend der Rest in Konkurs gehen k&ouml;nnte. Bei den Liquidit&auml;tsregeln ging die Kommission davon aus, dass die seit dem 30. Juni dieses Jahres geltenden Vorschriften ausreichen. Sie verpflichten die Banken dazu, eine angemessene Reserve erstklassiger Aktiva zu halten, die auch in Stresszeiten die Abfl&uuml;sse f&uuml;r 30 Tage decken. Solche Notfallpl&auml;ne zur Organisation sollen die Banken selbst entwerfen. Nur wenn dies nicht passiert, k&ouml;nnte der Staat zu Zwangsmassnahmen greifen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/deutliche_schaerfere_regeln_fuer_die_cs_und_die_ubs_1.7801798.html\">NZZ<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/finanzen\/webtv\/impulse\/impulse_oktober_2010_1.7767446.html?video=1.7807541\">NZZ WebTV<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Bislang ist nicht bekannt, dass die Kurse dieser beiden Schweizerischen Gro&szlig;banken unter diesen Beschl&uuml;ssen gelitten h&auml;tten. Moral der Geschichte: Offensichtlich sind scharfe nationale Alleing&auml;nge m&ouml;glich.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>IG Metall: Beitr&auml;ge zur Arbeitspolitik und Arbeitsforschung<\/strong><br>\nAuf Initiative der IG Metall hat sich im September 2009 ein Arbeitskreis Arbeitspolitik und Arbeitsforschung gebildet, dem neben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IG Metall Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen der Arbeitswissenschaft, Arbeitspsychologie sowie Arbeits- und Industriesoziologie angeh&ouml;ren. Das gemeinsame Anliegen von IG Metall und der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern besteht darin, gewerkschaftliche Arbeitspolitik neu zu beleben und Arbeitsforschung zu st&auml;rken.<br>\nDer unten verlinkte Reader als erste Ergebnis dieses Arbeitskreises hat zwei Schwerpunkte:\n<ul>\n<li>Er enth&auml;lt ein Diskussionspapier zu Handlungsfeldern und Aufgaben arbeitspolitischer Forschung und Praxis aus Sicht der IG Metall. Dieses von Detlef Gerst, Klaus Pickshaus und Hilde Wagner verfasste Papier wurde im Arbeitskreis Arbeitspolitik und Arbeitsforschung diskutiert und soll die arbeitspolitische Schwerpunktsetzung innerhalb der IG Metall bef&ouml;rdern und aus gewerkschaftlichen Bedarfen Anforderungen an die Arbeitsforschung formulieren.\n<\/li>\n<li>Schwerpunkt der vorgelegten Ver&ouml;ffentlichung sind dann aus wissenschaftlicher Sicht verfasste Sichtungen der Forschungslagen und Forschungsl&uuml;cken zu einer Vielzahl einzelner Themenfelder der Arbeitsforschung.\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"\/upload\/pdf\/101005_ig_metall_arbeitspolitik_und_arbeitsforschung.pdf\">IG Metall [PDF &ndash; 1.00MB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Beschl&uuml;sse des Deutschen Juristentags zur Leiharbeit und zum Mindestlohn<\/strong><br>\nEine Auswertung unseres Lesers A.G.:<br>\nBei der Leiharbeit sprach sich eine Mehrheit daf&uuml;r aus, die Ausnahmeregelung des &sect; 9 Nr. 2 A&Uuml;G (Absenkung des Eingangsentgelts) aufzuheben (angenommen 178:112:2). Besonders wichtig: Die M&ouml;glichkeit, durch Tarifvertr&auml;ge mit ung&uuml;nstigeren Arbeitsbedingungen vom Gleichbehandlungsgrundsatz abzuweichen, ist nach den&nbsp;Beschl&uuml;ssen&nbsp;aufzuheben (angenommen 177:119:4). Hier liegt ja bekanntlich der Kern der derzeitigen Ungleichbehandlung von Leiharbeitnehmern. Ein nicht unwichtiges Detail: Die Vorgaben des Equal pay sollen auch&nbsp;f&uuml;r die konzerninterne Arbeitnehmer&uuml;berlassung umgesezt werden (angenommen 184:106:5). Auch die betriebsverfassungsrechtliche Seite der Leiharbeit wurde ber&uuml;cksichtigt; allerdings ist der DJT an dieser Stelle &uuml;ber den Allgemeinplatz nicht hinausgekommen, die Rechte der Betriebsr&auml;te im Entleihbetrieb f&uuml;r Ma&szlig;nahmen zugunsten von Leiharbeitnehmern und Stammbesch&auml;ftigten in Bezug auf den Einsatz von Leiharbeitnehmern seien &ldquo;zu verbessern&rdquo; (angenommen 177:110:10). Insgesamt sind diese Vorschl&auml;ge als sehr positiv zu bewerten und zeigen, dass die Juristen mehrheitlich den &ldquo;Abschied vom Normalarbeitsverh&auml;ltnis&rdquo; nicht f&uuml;r zukunftstr&auml;chtig halten. Die dringend gebotene Umsetzung dieser Vorschl&auml;ge zur Leiharbeit bedeutete einen wesentlichen Schritt nicht nur dahin, den Equal-pay-Grundsatz zu realisieren, sondern auch, die Leiharbeit weniger attraktiv zu machen. Dies d&uuml;rfte auch die Intention der Abstimmenden des&nbsp;DJT&nbsp;gewesen sein, wurde doch als &ldquo;Grundlinie&rdquo; beschlossen: &ldquo;Das unbefristete Vollzeitarbeitsverh&auml;ltnis bildet das R&uuml;ckgrat der Rechtsbeziehungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Es birgt eine hohe Ertragskraft und bietet eine hohe Gew&auml;hr der Einhaltung von Schutzstandards. Aus- und Fortbildung sind hier stark ausgepr&auml;gt, die Identifikation mit den Zielen des Unternehmens ist gro&szlig;. Der Gesetzgeber sollte durch intelligente L&ouml;sungen diese Form der Rechtsbeziehungen st&uuml;tzen&rdquo; (angenommen 305:0:1). Sowie: &ldquo;Zu diesem zu st&uuml;tzenden Leitbild geh&ouml;rt auch die Besch&auml;ftigung beim eigenen Arbeitgeber (Vertragsarbeitgeber).&rdquo; (angenommen 203:103:10)<br>\n&nbsp;<br>\nZun&auml;chst war Ausgangspunkt der Beschl&uuml;sse die Ablehnung des von zahlreichen Wirtschaftswissenschaftlern als positiv bewerteten <strong>Kombilohnmodells<\/strong> (Geringverdienst, durch Sozialtransfers ausgestockt).&nbsp;Bei der Frage, ob nicht ein fl&auml;chendeckender allgemeiner <strong>Mindestlohn<\/strong> eingef&uuml;hrt werden sollte,&nbsp;sei der Zusammenhang zwischen sozialrechtlichen Transferleistungen und dem privatautonom vereinbarten Arbeitsentgelt in den Blick zu nehmen. Dieser Zusammenhang von Sozialrecht und Privatrecht, der die Grundsicherung und andere Transferleistungen zu einem Kombilohnmodell mache, beeinflusse die Marktsituation am Arbeitsmarkt im Niedriglohnbereich. (angenommen 191:100:8) Diesem Befund k&ouml;nne durch einen einheitlichen allgemeinen Mindestlohn als fixierter Untergrenze entgegengewirkt werden. (angenommen 185:104:8) Besonders wichtig ist die Beschlusslage zur Bemessung&nbsp;des Mindestlohns. Hier musste zun&auml;chst bestimmt werden, welchem Zweck ein Mindestlohn dient. Zutreffend kam die Mehrheit zu folgender Zweckbestimmung: &ldquo;<strong>Der Mindestlohn sollte als Mindestanforderung ein angemessenes Entgelt f&uuml;r Vollzeitarbeit und Ern&auml;hrung der Familie gew&auml;hrleisten und eine H&ouml;he haben, die die Inanspruchnahme von sozialrechtlichen Transferleistungen auch im Alter entbehrlich macht.<\/strong>&rdquo; (164:96:7) Zweck ist also nicht nur eine Sicherung des Existenzminimums, sondern auch der Schutz vor Altersarmut! Dieser Bezug auf die Situation im Alter ist gerade f&uuml;r die j&uuml;ngeren Generationen wichtig.&nbsp;Ernst genommen, muss dieser (richtige) Ansatz auf lange Sicht zu Mindestl&ouml;hnen weit &uuml;ber den oft genannten 7,50 EURO f&uuml;hren. Als vorbildliches Verfahren&nbsp;der Festlegung wurde auf das britische Kommissionsmodell verwiesen, das mit einer intensiven Beteiligung der Tarifvertragsparteien und mit einer sorgf&auml;ltigen zeitnahen Untersuchung des Arbeitsmarkts verbunden sei. (angenommen 173:90:15) Auch dieser Punkt birgt eine &Uuml;berzeugungskraft, wobei der Teufel nat&uuml;rlich im Detail steckt (Beispiele: Wie genau sind die Beteiligungsrechte der Tarifvertragsparteien auszugestalten? Gibt es nur Anh&ouml;rungsrechte, oder bekommen die Tarifvertragsparteien ein Vetorecht? Wird nur ein einziger fl&auml;chendeckender Mindestlohn festgesetzt, oder kann auf branchenspezifische Besonderheiten eingegangen werden?). Insgesamt weist die Beschlusslage in die richtige Richtung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.djt.de\/djtmedia\/files\/68_djt_beschluesse.pdf\">Deutscher Juristentag. Die Beschl&uuml;sse im Wortlaut [PDF &ndash; 262KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Nochmals <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-print.php?p=6919#h08\">Durchbruch bei der Leiharbeit<\/a> <\/strong><br>\n<strong>Unsere Leserin H.B. merkt dazu an:<\/strong> <em>Als langj&auml;hrige Zeit-Arbeitnehmerin im Rechnungswesen (&hellip;) kann ich mich &uuml;ber den Erfolg einer Verdienst-Gleichstellung von Zeit-Arbeitnehmern (was hier ganz konkret erstmal nur die Stahl-Industrie betrifft) nur wundern, denn tats&auml;chlich entsteht eine Lohn-Gleichstellung nur durch einen gleichgesetzten BRUTTO-Lohn f&uuml;r den Arbeitnehmer, der genauso viel Renten- bzw. Sozialbeitr&auml;ge abf&uuml;hrt wie vergleichbare Festangestellte.<br>\nZeitarbeitsunternehmen weisen zwar in Ihren monatlichen Abrechnungen gegen&uuml;ber den Leihbetrieben ann&auml;hernd im Durchschnitt einen Vergleichsverdienst zu den Festangestellten aus (zumindest f&uuml;r den Buchhaltungsbereich), erheben dazu die Umsatzsteuer, entlohnen aber Ihre Zeit-Arbeitnehmer tats&auml;chlich mit nur etwa der H&auml;lfte bis zu Zwei-Drittel brutto dieser sogenannten Lohngleichstellung&hellip;<br>\nDass in diesen Ausgangsrechnungen die gesetzlichen sozialen Arbeitgeber-Anteile der Zeitarbeitsunternehmen f&uuml;r die Zeitarbeiter mit inbegriffen sind, ist ein Kostenfaktor, der durch die geringen L&ouml;hne nat&uuml;rlich klein gehalten wird.<br>\nLetztendlich ist es so, dass der lt. BZA-Vizepr&auml;sident Thomas B&auml;umer &bdquo;Vertrag zulasten Dritter&ldquo; nach wie vor den leistenden Zeit-Arbeitnehmer betrifft, da in diese vertraglich ausgehandelte Lohngleichstellung durch die Gewerkschaft die Leistung bzw. der &bdquo;Mehrwert&ldquo; oder der &bdquo;Umsatz&ldquo; des Zeitarbeit-Unternehmens in dieser ausgestellten Rechnung inbegriffen ist.<br>\nDiese ganze Augenwischerei der hochgelobten Zeitarbeits-Unternehmungen, die wie Pilze aus dem Boden sprie&szlig;en und die vor&uuml;bergehenden &bdquo;Engp&auml;sse&ldquo;, in einer ohnehin sehr knapp bemessenen Personal-Politik, meist die der Konzerne bedienen, w&uuml;rde endlich wirklich gel&ouml;st sein, wenn mindestens die Sozialversicherungsbeitr&auml;ge f&uuml;r die Zeit-Arbeitnehmer tats&auml;chlich einem durchschnittlichen Festangestellten-Verdienst in die Rentenkasse abgef&uuml;hrt w&uuml;rden, somit das prek&auml;re Arbeitsverh&auml;ltnis wenigsten in Vorausschau einer Altersrente gleichgestellt w&auml;re und einen &ldquo;Leistungsaufschlag&rdquo; zu den gleichgestellten L&ouml;hnen f&uuml;r die &ldquo;Bem&uuml;hungen&rdquo; der Zeitarbeitsunternehmen hinzugerechnet wird.<br>\nF&uuml;r eine vor&uuml;bergehende Personal-Aufstockung sollte es einem Unternehmen zumutbar sein auch ein wenig mehr f&uuml;r einen Arbeitnehmer zu bezahlen, wenn das Unternehmen schon keine soziale Verantwortung &uuml;bernehmen m&ouml;chte.<br>\nDer &bdquo;Verdienst-Aufschlag&ldquo; der Zeitarbeitunternehmen mit Lohn-Gleichstellung ist der kasus knaxus, denn tats&auml;chlich ist es so, dass es besser und schlechter zahlende Kunden gibt (je nachdem wie geschickt die Vertragspartner verhandeln, auch welche Branche &bdquo;anfordert&ldquo;), der Zeit-Arbeitnehmer aber immer nur auf einen sogenannten &bdquo;&uuml;blichen Fix-Lohn&ldquo; der Zeitarbeits-Branche festgelegt wird. Nebenleistungen wie steuerfreie Fahrtkostenzusch&uuml;sse oder Mehraufwendungen f&uuml;r Verpflegung erh&ouml;hen zwar (relativ geringf&uuml;gig) den Netto-Lohn, wirken sich aber auf die Altersrente nicht aus und sind auch wieder abzuziehen in den Werbungskosten der Arbeitnehmer-Veranlagung am Jahresende&hellip;<\/em> <\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Experten mehrheitlich f&uuml;r Beibehaltung der &ldquo;sachgrundlosen Befristung&rdquo;<\/strong><br>\nBei einer Anh&ouml;rung des Ausschusses f&uuml;r Arbeit und Soziales am Montagnachmittag hat sich die Mehrheit der geladenen Experten f&uuml;r eine Beibehaltung der so genannten &rdquo;sachgrundlosen Befristung&ldquo; bei Arbeitsverh&auml;ltnissen auf Zeit ausgesprochen. Aktuell k&ouml;nnen Arbeitgeber Mitarbeiter bis zu zwei Jahre lang ohne Angabe von Gr&uuml;nden befristet besch&auml;ftigen. Die SPD-Fraktion hat sich in einem Antrag (17\/1769) daf&uuml;r ausgesprochen, diese M&ouml;glichkeit zu streichen. Auch Linksfraktion (18\/1968) und B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;ne (17\/2922) schlossen sich dieser Forderung an. Linke und Gr&uuml;ne wollen dar&uuml;ber hinaus die gesetzliche M&ouml;glichkeit einer &bdquo;Befristung zur Erprobung&ldquo; f&uuml;r neue Mitarbeiter abschaffen.<br>\nBei der Anh&ouml;rung betonten mehrere Experten die Chancen, die sich aus befristeten Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen erg&auml;ben: Roland Wolf von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverb&auml;nde (BDA) sagte, 40 bis 50 Prozent der Arbeitnehmer w&uuml;rden nach Auslaufen der befristeten Vertr&auml;ge in unbefristete Jobs &uuml;bernommen&hellip;<br>\nDie Vertreter aller geladenen Wirtschaftsverb&auml;nde betonten, dass Unternehmer die M&ouml;glichkeit zur befristeten Besch&auml;ftigung vor allem in Krisensituationen br&auml;uchten&hellip;<br>\nMartina Perreng vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) sagte hingegen, dass die Schaffung neuer Jobs vor allem mit der wirtschaftlichen Entwicklung zusammenh&auml;nge. Bei Auftragsspitzen k&ouml;nnten Unternehmer Mitarbeiter mit genau dieser Begr&uuml;ndung auf Zeit einstellen; wenn Arbeit dauerhaft anfalle, solle man eine unbefristete Stelle schaffen. Nadine Zeibig vom Hugo Sinzheimer Institut f&uuml;r Arbeitsrecht betonte die negativen Auswirkungen befristeter Arbeit auf die Lebensqualit&auml;t: Den Mitarbeitern fehle die Planungssicherheit, au&szlig;erdem gingen Vertr&auml;ge auf Zeit &uuml;berdurchschnittlich oft mit prek&auml;rer Arbeit einher.<br>\nAllerdings sagte DGB-Vertreterin Perreng, dass Unternehmen vermutlich in andere Formen prek&auml;rer Besch&auml;ftigung wie Praktika, Volontariate oder Leiharbeit ausweichen w&uuml;rden, wenn man die M&ouml;glichkeit sachgrundloser Befristung abschaffen w&uuml;rde. Christian Hohendanner vom Institut f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung wies darauf hin, dass befristet Besch&auml;ftigte gerade in den Branchen h&auml;ufig &uuml;bernommen w&uuml;rden, wo Vertr&auml;ge in der Regel ohne Sachgrund befristet seien, wie im produzierenden Gewerbe&hellip;<br>\nDie geladenen Wirtschaftsverb&auml;nde unterst&uuml;tzten den Plan der schwarz-gelben Koalition, das &bdquo;Ersteinstellungsgebot&ldquo; abzuschaffen: Es besagt, dass Firmen, die einen Mitarbeiter schon einmal auf Zeit besch&auml;ftigt haben, ihn nicht wieder befristet einstellen d&uuml;rfen. Laut Koalitionsvertrag soll eine erneute Einstellung nach einer Karenzzeit von zw&ouml;lf Monaten erlaubt werden, um so genannte &rdquo;Kettenbefristungen&ldquo; zu verhindern. BDA-Vertreter Wolf und DIHK-Vertreterin Reppelmund pl&auml;dierten sogar f&uuml;r k&uuml;rzere Karenzzeiten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2010_10\/2010_316\/01.html\">Deutscher Bundestag<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Diese Meldung vor allem auch deshalb, weil immer wieder behauptet wird, das Arbeitsrecht m&uuml;sse flexibler werden. Es kann also derzeit schon &bdquo;sachgrundlos&ldquo; befristet eingestellt werden. Im Hinblick auf den K&uuml;ndigungsschutz fragt man sich, ob die Wirtschaftslobbyisten &uuml;berhaupt noch wissen, wor&uuml;ber sie reden. Das Institut f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat unl&auml;ngst ermittelt, dass inzwischen 10 Prozent der Arbeitsverh&auml;ltnisse befristet sind und Neueinstellungen bis zur H&auml;lfte nur noch befristet erfolgen. Wir haben schon seit Jahren eine Erosion des Normalarbeitsverh&auml;ltnisses, der K&uuml;ndigungsschutz wird von vielen Unternehmen schon l&auml;ngst unterlaufen.<br>\nJegliche Einstellung in Arbeit kann ohne sachlichen Grund befristet &ndash; bis auf zwei Jahre &ndash; erfolgen: Auch Mehrfachbefristungen beim selben Arbeitgeber sind erlaubt. F&uuml;r &uuml;ber 50-j&auml;hrige Arbeitslose besteht buchst&auml;blich &ldquo;Vogelfreiheit&ldquo;. Noch vor kurzem berichtete die OECD, dass Deutschland bei den Zeitarbeitern und befristet Besch&auml;ftigten im Vergleich der 30 OECD-Mitglieder in der unteren H&auml;lfte liegen.<br>\nDen Arbeitgebern kann es bei ihrer Forderung nach Hire and Fire gar nicht mehr prim&auml;r um eine Lockerung des K&uuml;ndigungsschutzes gehen. Es geht darum noch mehr Angst um den Arbeitsplatz auszul&ouml;sen um die Arbeitsbedingungen noch mehr versch&auml;rfen zu k&ouml;nnen und die L&ouml;hne noch mehr dr&uuml;cken zu k&ouml;nnen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Finanzierungsstruktur der Sozialleistungen 1991 &ndash; 2009: Entlastung der Arbeitgeber<\/strong>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/101009Finanzierungsstruktur.jpg\" alt=\"Finanzierungsstruktur\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/tl_files\/sozialpolitik-aktuell\/_Politikfelder\/Finanzierung\/Datensammlung\/PDF-Dateien\/abbII22.pdf\">Sozialpolitik aktuell [PDF &ndash; 68.4KB]<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Fast genau um den Prozentsatz zu dem die Sozialbeitr&auml;ge der Arbeitgeber gefallen sind, sind die Zusch&uuml;sse des Staates gestiegen. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>25 gravierende Sicherheitsdefizite von Biblis B sind nunmehr vielfach bewiesen<\/strong><br>\nHier einige Beispiele in einfachen Worten:\n<ul>\n<li>Die Hauptk&uuml;hlmittelleitungen bestehen aus einem veralteten Werkstoff und vermeidbaren<br>\nSchwei&szlig;n&auml;hten (&bdquo;L&auml;ngsn&auml;hte&ldquo;), so dass es jederzeit zur St&ouml;rfallausl&ouml;sung durch Leckagen<br>\nkommen kann.\n<\/li>\n<li>Das z&uuml;gige Herunterfahren des Atommeilers beim gef&uuml;rchteten &bdquo;kleinen Leck&ldquo; wird nicht<br>\nautomatisch ausgel&ouml;st.\n<\/li>\n<li>Biblis B verf&uuml;gt &uuml;ber kein schnell wirkendes chemisches Abschaltsystem<br>\n(&bdquo;Zusatzboriersystem&ldquo;), welches u.a. beim gef&auml;hrlichen &bdquo;Dampferzeuger-Heizrohrleck&ldquo; oder<br>\nauch beim Versagen des Schnellabschaltsystems von Bedeutung ist.<\/li>\n<li>Die Notk&uuml;hlwassermenge in den &bdquo;Flutbeh&auml;ltern&ldquo; im Untergeschoss des Reaktorgeb&auml;udes<br>\nist knapp.<\/li>\n<li>Unzureichender Schutz gegen anlageninterne Br&auml;nde und &Uuml;berflutungen.\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.ippnw.de\/commonFiles\/pdfs\/Atomenergie\/2010_10_04_Nachruestliste_bestaetigt_Biblis-Maengel.pdf%20\">IPPNW [PDF &ndash; 176KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Gigaliner: Giga-Quatsch<\/strong><br>\nVielleicht bleiben unsere Autobahnen von den Unget&uuml;men namens Gigaliner doch noch verschont: Die L&auml;nderverkehrsminister lehnen in der Mehrzahl den geplanten bundesweiten Test mit den &uuml;berdimensionalen Lkw ab. In dieser Woche wollen sie einen entsprechenden Plan des Bundesverkehrsministeriums kippen. Es w&auml;re den L&auml;ndern zu w&uuml;nschen, dass sie sich mit ihrem Veto durchsetzen. Denn die Lkw sind mit ihren 25 Metern nicht nur knapp sieben Meter l&auml;nger als herk&ouml;mmliche Trucks, sie bringen es auch auf 20 Tonnen mehr Gesamtgewicht. Mag sein, dass sich Riesen-Lkw im fernen Kanada bew&auml;hren, auf deutschen Autobahnen haben sie nichts zu suchen. Mehr als 70 Prozent aller G&uuml;ter werden heute schon per Lkw bef&ouml;rdert, nur knapp 17 Prozent mit der viel umweltfreundlicheren Bahn. Allein dieser Vergleich zeigt, wohin die Reise gehen m&uuml;sste &ndash; auf die Schiene.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/giga-quatsch\/-\/1472780\/4712444\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Stuttgart 21<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Stuttgart 21 ist das Geld nicht wert<\/strong><br>\nWenn die sachliche Auseinandersetzung im Mittelpunkt stehen soll, muss es jetzt in der Debatte nicht mehr um Gef&uuml;hle und Gewalt gehen &ndash; sondern um Geld. Denn das schlagende Argument gegen Stuttgart 21 ist, dass das Projekt alle Deutschen &ndash; im Verh&auml;ltnis zum Nutzen &ndash; viel zu teuer kommt&hellip;<br>\nF&uuml;r den neuen Bahnhof und die damit verbundene Schnellstrecke nach Ulm sind 7 Mrd. Euro veranschlagt. Das Risiko weiterer Kosten ist enorm. Von den heute feststehenden Kosten zahlen der Bund und sein Konzern, die Bahn, direkt oder indirekt 4,7 Mrd. Euro. Den gr&ouml;&szlig;ten Beitrag f&uuml;r ihre bessere Anbindung leisten also nicht etwa die sparsamen Schwaben, die nun so laut aufheulen.<br>\nDaf&uuml;r wirken sich die Vorteile des Vorhabens vor allem lokal aus. Die Stadt gewinnt durch die Verlegung des Bahnhofs unter die Erde viel Platz. Und die Fahrzeit nach Ulm und M&uuml;nchen reduziert sich um 26 Minuten.<br>\nDoch dieser Nutzen ist aus gesamtdeutscher Sicht zu klein, um daf&uuml;r bis Ende des Jahrzehnts nach heutiger Kalkulation 4,7 Mrd. Euro auszugeben. Im selben Zeitraum werden dem Bund in Zeiten der Schuldenbremse insgesamt kaum mehr als 12 Mrd. Euro f&uuml;r den Neu- und den Ausbau von Bahnstrecken zur Verf&uuml;gung stehen.<br>\nDie Relationen stimmen einfach nicht: W&auml;hrend f&uuml;r Stuttgart 21 die Milliarden mit vollen H&auml;nden ausgegeben und weitere Kostenrisiken in Kauf genommen werden, fehlen anderswo die Mittel f&uuml;r dringendere Schienenprojekte. Etwa f&uuml;r den Ausbau der &uuml;berlasteten Rheintalbahn von Karlsruhe nach Basel, die f&uuml;r den G&uuml;terverkehr von den Nordseeh&auml;fen nach S&uuml;den elementar ist. Auf dieser Strecke werden internationale Verpflichtungen, mit denen Kanzlerin Angela Merkel den Bau von Stuttgart 21 verteidigt, seit Langem leichtfertig missachtet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:bahnprojekt-stuttgart-21-ist-das-geld-nicht-wert\/50178214.html?v=1.1%20\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ich w&uuml;sste noch andere Bahnstrecken, die dringend ausgebaut werden m&uuml;ssten, so etwa die &bdquo;Bummel&ldquo;-Strecke von Hamm nach K&ouml;ln. Da w&auml;ren weit mehr als 26 Minuten zu sparen und diese Strecke d&uuml;rfte mehr befahren sein als die Strecke Stuttgart bis Ulm. Man wundert sich, dass sich die anderen L&auml;nder diese Millardensubvention f&uuml;r Deutschlands reichen S&uuml;dwesten bieten lassen. Vielleicht wachen ja neben den Stuttgarter B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern endlich auch andere Landesregierungen auf. Das w&auml;re ein wirksamer Hebel um dieses &ouml;konomisch und verkehrstechnisch unsinnige Projekt noch zu stoppen.<\/em><\/p><\/li>\n<p><strong>Siehe zum Finanzierungsbedarf der Bahn auch:<\/strong><\/p>\n<li><strong>Klimaschutz erfordert mehr Investitionen f&uuml;r den Schieneng&uuml;terverkehr!<\/strong><br>\nStudie ermittelt zuk&uuml;nftigen Ausbaubedarf f&uuml;r das deutsche Schienennetz<br>\nRund elf Milliarden (Mrd.) Euro sind n&ouml;tig, um das Schienennetz in Deutschland innerhalb der n&auml;chsten zwei Jahrzehnte so auszubauen, dass darauf die doppelte G&uuml;termenge transportiert werden kann. Das zeigt eine Studie der KCW GmbH im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA). UBA-Pr&auml;sident Jochen Flasbarth sagt dazu: &bdquo;Der G&uuml;terverkehr muss so organisiert werden, dass er den Erfordernissen des Klimaschutzes Rechnung tr&auml;gt. Darum muss der G&uuml;terverkehr st&auml;rker auf die Schiene verlagert werden. Mit dem vorgelegten Ausbaukonzept k&ouml;nnen heute die Weichen f&uuml;r einen nachhaltigeren G&uuml;tertransport gestellt werden.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.umweltbundesamt.de\/uba-info-presse\/2010\/pd10-042_klimaschutz_erfordert_mehr_investitionen_fuer_den_schienengueterverkehr.htm%20\">Umweltbundesamt<\/a><\/li>\n<li><strong>Die CDU und das &ldquo;Stuttgart 21&rdquo;-Projekt<\/strong><br>\nZwei Drittel der Stuttgarter lehnen inzwischen Stuttgart 21 ab. Und 54 Prozent im Land. Es m&uuml;ssen demnach auch &ldquo;Menschen wie du und ich&rdquo; darunter sein, wie selbst Mappus konzedierte. B&uuml;rger. Geborene CDU-W&auml;hler. Sogar Gm&uuml;nder.<br>\nHopfenzitz ist keiner, der sich erst in den letzten Wochen und Monaten dem Protest angeschlossen hat. Dass er nicht mehr CDU w&auml;hlen wird, war schon vor dem Aufmarsch der Staatsgewalt klar. Er ist Bundesbahnoberrat a.D., war Chef des Stuttgarter Hauptbahnhofs und hat sich als solcher seit der Geburt des Projekts Mitte der 1990er Jahre mit den Vor- und Nachteilen besch&auml;ftigt. Er kennt alle Argumente der Bef&uuml;rworter, ist aber selbst zu anderen Erkenntnissen gekommen.<br>\nDie wichtigsten: Ein Kopfbahnhof ist leistungsf&auml;higer als der geplante Tiefbahnhof. Die Kosten werden nicht sieben sondern zehn bis zw&ouml;lf Milliarden Euro betragen. 70 Prozent der Reisenden aus dem Norden steigen in Stuttgart aus, denen nutze eine beschleunigte Neubaustrecke nach M&uuml;nchen gar nichts. Und was die den Bef&uuml;rwortern so wichtige &ldquo;Magistrale&rdquo; Paris-Stuttgart-Bratislava angeht, versorgte er sich schon in den 1990ern mit Zahlen. Ergebnis: Im Jahr wurden zwei oder drei Tickets von Stuttgart nach Bratislava verkauft. &ldquo;Kein Mensch wollte nach Bratislava.&rdquo;<br>\nDie Neubaustrecke? Brauche man. Der unterirdische Bahnhof aber ist f&uuml;r ihn ein &ldquo;reines CDU-Immobilienprojekt&rdquo;, um innerst&auml;dtischen Bauraum zu gewinnen, beschlossen von einer Kleingruppe Parteifreunde, die nichts vom Bahnfahren verstehen und denen das auch herzlich egal ist. Die alles sagen und alles tun, um ihr Ding durchzuziehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/schwerpunkt-stuttgart-21\/artikel\/1\/schlimmeres-habe-ich-noch-nie-erlebt\/%20\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Mehrheit? Welche Mehrheit?<\/strong><br>\nDie Situation in der Landeshauptstadt von Baden-W&uuml;rttemberg ist seit letzter Woche offenbar vollends verfahren. Der unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig harte Polizeieinsatz hat zu einer erheblichen Zuspitzung und zu einer nochmaligen Ausweitung des Protests gegen das Projekt &bdquo;Stuttgart 21&ldquo; gef&uuml;hrt. Ministerpr&auml;sident Stefan Mappus gef&auml;llt sich im Lichte eines Regierungschefs, der den Rechtsstaat verteidigt. Was einmal beschlossen und vereinbart worden sei, so wird er nicht m&uuml;de zu beteuern, daf&uuml;r m&uuml;ssten die Projektpartner &ndash; insbesondere die Bahn &ndash; auch die entsprechende Sicherheit haben. Der CDU-Politiker sitzt mit dem von ihm deklarierten Selbstverst&auml;ndnis jedoch einem Trugschluss auf. Denn die Berufung auf die repr&auml;sentative Demokratie hat ihre Grenzen. Die Erringung einer parlamentarischen Mehrheit ist keineswegs als ein Freibrief daf&uuml;r misszuverstehen, in der darauffolgenden Legislaturperiode tun und lassen zu k&ouml;nnen, was man &ndash; die Regierung &ndash; will. Die parlamentarische Demokratie ist schlie&szlig;lich keine statische Angelegenheit. Die Voraussetzungen, unter denen verkehrspolitische oder andere Gro&szlig;projekte entschieden worden sind, k&ouml;nnen sich ma&szlig;geblich ver&auml;ndern. Eine Regierung muss in der Lage sein, sich einer gravierend ver&auml;nderten Konstellation zu stellen. Die baden-w&uuml;rttembergische Landesregierung, die sich unter dem Schutzmantel parlamentarischer Mehrheiten meint, auf die Macht des Faktischen verlassen zu k&ouml;nnen, sollte sich einmal vor Augen f&uuml;hren, dass es schon einmal ein Gro&szlig;projekt gegeben hat, das nach mehrj&auml;hriger Baut&auml;tigkeit eingestellt worden ist. Es handelt sich dabei um die Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf. Nicht weniger als zehn Milliarden DM waren damals im wahrsten Sinne des Wortes in den Sand gesetzt worden. Das sollte zu denken gegeben. Umgekehrt gef&auml;llt sich die Protestbewegung allerdings zu sehr in der Gestalt derjenigen, die die Vox populi zum Ausdruck bringen. Sie will den Abrissarbeiten Einhalt gebieten, den Bedenken gegen die Realisierung des Gro&szlig;projekts zum Erfolg verhelfen und eine Kehrtwende herbeif&uuml;hren. Das ist ihr gutes Recht. Bislang aber ist nicht sichtbar, wie das noch gelingen k&ouml;nnte. W&auml;re nicht etwa &ndash; so ist zu fragen &ndash; eine eingeschr&auml;nkte, wesentlich kosteng&uuml;nstigere und sinnvollere Variante denkbar? Denn kaum jemand d&uuml;rfte inzwischen noch an die Wiederherstellung des alten Hauptbahnhofes glauben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/stuttgart-21-mehrheit-welche-mehrheit\/1949258.html?view=print\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Alle Gewalt geht vom Staate aus<\/strong><br>\nWarum also diese massive Gewalt? Sind die alle verr&uuml;ckt geworden? Will die CDU die Landtagswahlen im Fr&uuml;hjahr des kommenden Jahres unbedingt verlieren?<br>\nVermutlich nicht. Es kann nur eine sinnvolle Erkl&auml;rung geben: Die Landesregierung will die Debatte um Stuttgart 21 in einen gewaltsamen Konflikt &uuml;berf&uuml;hren und f&auml;hrt bewusst eine Strategie der Eskalation. Wenn erstmal die Demonstranten Molotow-Cocktails werfen und Vermummte Stra&szlig;enbarrikaden basteln &ndash; dann ist die Schwarz-Wei&szlig;-Welt wieder in Ordnung. Und dann besteht die berechtigte Hoffnung, dass die braven Stuttgarter B&uuml;rger wieder zu Hause bleiben und hinnehmen, was ihnen die Obrigkeit vorgesetzt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/politik\/politik_kommentare\/Alle-Gewalt-geht-vom-Staate-aus-article1616901.html%20\">n-tv<\/a><\/li>\n<li><strong>Dienstaufsichtsbeschwerde des pensionierten ehemaligen Vorsitzenden einer Strafkammer des Landerichts Stuttgart<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rems-murr-gegen-s21.de\/files\/Beschwerde_Reichert_01102010.pdf?PHPSESSID=c3a54c689962e35b90136a758e4a1528%20\">Rems-Murr-gegen Stuttgart 21 [PDF &ndash; 12.6KB]<\/a><\/li>\n<li>\n<strong>&Uuml;berh&ouml;hte Rechnung<\/strong><br>\nDie Bahn nennt bisher eine Summe von 1,4 Milliarden Euro f&uuml;r den unmittelbaren Ausstieg: Gr&ouml;&szlig;ter Posten dabei ist die R&uuml;ckabwicklung eines Vertrags mit der Stadt Stuttgart: Im Jahr 2001 hatte diese der Bahn 460 Millionen Euro f&uuml;r die Grundst&uuml;cke bezahlt, auf denen derzeit die oberirdischen Gleise liegen, die bei einem unterirdischen Bahnhof nicht mehr ben&ouml;tigt werden. Bei einer R&uuml;ckabwicklung m&uuml;sste diese Summe zuz&uuml;glich 284 Millionen Euro Zinsen zur&uuml;ckgezahlt werden.&nbsp; Zudem sind nach Angaben der Bahn bisher 260 Millionen Euro f&uuml;r Planung und Bau des unterirdischen Bahnhofs ausgegeben worden. Bereits vergeben sind zudem Bauauftr&auml;ge von 240 Millionen Euro. Weitere 170 Millionen flossen in die Planung der Neubaustrecke nach Ulm.<br>\nDie Kritiker von &ldquo;Stuttgart 21&rdquo; halten diese Rechnung f&uuml;r unseri&ouml;s. Christian B&ouml;ttger, Bahnexperte an der Hochschule f&uuml;r Wirtschaft und Technik in Berlin, argumentiert etwa, dass die R&uuml;ckabwicklung des Grundst&uuml;cksgesch&auml;fts keine realen Kosten verursache. &ldquo;Das Geld w&auml;re ja nicht weg, sondern w&uuml;rde von der Bahn an die Stadt Stuttgart zur&uuml;ckgegeben&rdquo;, sagt er. Zudem d&uuml;rften die Kosten f&uuml;r die Neubaustrecke nach Ulm nicht eingerechnet werden, weil diese auch unabh&auml;ngig vom unterirdischen Durchgangsbahnhof in Stuttgart gebaut werden k&ouml;nne. Und bei den vergebenen Bauauftr&auml;gen sei fraglich, ob bei einem Projektstopp tats&auml;chlich die ganze Summe bezahlt werden m&uuml;sse. &ldquo;Die realen Kosten des Ausstiegs aus ,Stuttgart 21&prime; liegen damit bei 400 bis 500 Millionen Euro&rdquo;, sagt B&ouml;ttger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2010%2F10%2F05%2Fa0085&amp;cHash=4507d1c496\">taz<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Ole von Beust und das Hamburger Roland Berger-Netzwerk<\/strong><br>\nWie das Magazin Focus k&uuml;rzlich berichtete, hat Ole von Beust inzwischen einen neuen Arbeitgeber gefunden: Als &ldquo;Senior Advisor&rdquo; soll der B&uuml;rgermeister a.D. f&uuml;r die Unternehmensberatung Roland Berger von diesem Monat an seine Kenntnisse und Kontakte in Politik und Wirtschaft nutzen.<br>\nMan fragt sich allerdings, warum das &uuml;berhaupt erforderlich ist, denn die Kontakte von Roland Berger zu Eliten in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in der Hansestadt sind bereits jetzt exzellent.<br>\nSiehe die Beispiele in diesem Beitrag.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/blog.abgeordnetenwatch.de\/2010\/10\/04\/ole-von-beust-und-das-hamburger-roland-berger-netzwerk\/\">abgeordnetenwatch.de blog<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Der Putsch in Ecuador (1)<\/strong><br>\nStaatschef Correa zieht Bilanz des Versuchten Umsturzes Ende September 2010: Ex-Pr&auml;sident Guti&eacute;rrez im Verdacht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/amerika21.de\/analyse\/14981\/der-putsch-ecuador-1\">amerika21<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Gro&szlig;britannien k&auml;mpft mit neuen Studiengeb&uuml;hren<\/strong><br>\nIn England und Irland drohen massive Verteuerungen. In beiden L&auml;ndern erwartet man dieser Tage Expertenberichte zur Uni-Reform mit konkreten Empfehlungen.<br>\nF&uuml;r England und Wales soll der von Ex-BP-Boss Lord Browne erarbeitete Report eine Verdreifachung der Studiengeb&uuml;hr von j&auml;hrlich 3290 auf bis zu 10.000 Pfund bef&uuml;rworten. Daf&uuml;r sollen die Universit&auml;ten vom Staat bis zu 3000 Pfund weniger erhalten. Die Elite-Unis machen Druck auf eine Freigabe. In Gro&szlig;britannien setzt der Staat die Studentenzahl fest, nach K&uuml;rzungen fanden 186.000 Schulabg&auml;nger im August keinen Platz.<br>\nGegens&auml;tzlich ist das System in Irland organisiert. Hier wurde die Studiengeb&uuml;hr in den 1990er-Jahre abgeschafft, die Unis unterliegen keinen staatlichen Vorgaben &uuml;ber die Studentenzahlen. Doch wie in Gro&szlig;britannien ist auch das irische Hochschulwesen l&auml;ngst unfinanzierbar. Eine Kommission unter dem &Ouml;konomen Colin Hunt hat einen Bericht vorgelegt, der immer noch unter Verschluss gehalten wird. Grund: Der Report bef&uuml;rwortet dem Vernehmen nach die Einf&uuml;hrung von Geb&uuml;hren. Die Regierung hat sich aber bereits darauf festgelegt, genau dies nicht zu tun.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/diepresse.com\/home\/bildung\/schule\/599322\/index.do?_vl_backlink=\/home\/\">Die Presse.com<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Rolle und Zukunft privater Hochschulen in Deutschland<\/strong><br>\nPrivate Hochschulen haben sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt und z&auml;hlen zu den Innovatoren im deutschen Hochschulsystem. Heute verf&uuml;gt Deutschland &uuml;ber eine zwar kleine, aber vielf&auml;ltige private Hochschullandschaft. Gleichzeitig ist das Hochschulsystem insgesamt durch Deregulierung und Reformen in Bewegung geraten: Bund und L&auml;nder haben<br>\ndie staatlichen Hochschulen in die Freiheit entlassen und sie weitgehend in die Lage versetzt, sich nach ihren eigenen Vorstellungen weiterzuentwickeln. Damit hat sich auch das Verh&auml;ltnis zwischen privaten und staatlichen Hochschulen ver&auml;ndert. Bisherige Alleinstellungsmerkmale, die den privaten Hochschulen vermeintliche Wettbewerbsvorteile erm&ouml;glichten, werden nun mit staatlichen Hochschulen geteilt.\n<p><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/1010109_private_hochschulen.jpg\" alt=\"Studierende an privaten Hochschulen\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/stifterverband.info\/publikationen_und_podcasts\/positionen_dokumentationen\/private_hochschulen\/index.html\">Stifterverband f&uuml;r die deutsche Wissenschaft<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es ist nicht weiter erstaunlich, dass der verl&auml;ngerte Arm der Arbeitgeber auf dem Feld der Wissenschaftspolitik das hohe Lied auf die privaten Hochschulen singt. Interessant finde ich die Aussage, dass die &bdquo;Alleinstellungmerkmale&ldquo; privater Hochschulen mit den &bdquo;Hochschulreformen&ldquo; von den staatlichen Hochschulen inzwischen geteilt werden. Das entspricht ganz meiner These, dass das Modell der &bdquo;unternehmerischen Hochschule&ldquo; eine <a href=\"\/?p=3363\">funktionelle Privatisierung der &ouml;ffentlichen und &uuml;berwiegend staatlich finanzierten Hochschulen bedeutet<\/a>.<br>\nIm &Uuml;brigen ist es nicht weiter erstaunlich, dass in einer solchen McKinsey-Studie die privaten Hochschulen gut wegkommen. Seit der Gr&uuml;ndung privater Hochschulen gab es immer wieder bombastische Ank&uuml;ndigungen, die sich in der Wirklichkeit stets als Flops herausstellten, siehe z.B. schon <a href=\"\/?p=255#more-255\">hier<\/a><\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Niederlande: Nach der Pfeife des Populisten<\/strong><br>\nMit dem Islamfeind Geert Wilders holt sich die niederl&auml;ndische Regierung einen Dauerkonflikt ins Haus. So entlarvt man keine Rechtsausleger, sondern macht sie hoff&auml;hig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/nach-der-pfeife-des-populisten\/-\/1472602\/4712286\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>UN-Blauhelme: Zum Scheitern entsandt<\/strong><br>\nDie Blauhelme der Vereinten Nationen leiden seit Jahrzehnten unter schlechter Ausr&uuml;stung und Motivation &ndash; Verbrechen wie im Kongo stehen sie hilflos gegen&uuml;ber. UN-Generalsekret&auml;r lobte im Juni in der UN-Generalversammlung auch die Friedensoperationen der Weltorganisationen &uuml;berschw&auml;nglich. Rund sechs Wochen sp&auml;ter fielen Rebellen im Osten der Demokratischen Republik Kongo &uuml;ber wehrlose Frauen und Kinder her. Rund 500 Opfer mussten bestialische Vergewaltigungen &uuml;ber sich ergehen lassen. Von den Blauhelmen, die in dem zerrissenen Land die Gewalt eind&auml;mmen sollen, war nichts zu sehen. Die Gewaltorgie markiert einen neuen H&ouml;hepunkt in einer Serie von tragischen Vers&auml;umnissen, groben Unzul&auml;nglichkeiten und auch Verbrechen der Blauhelme und ihrer Kommandeure: So konnten sie den V&ouml;lkermord in Ruanda 1994 und das Blutbad an den Muslimen in Srebrenica 1995 nicht verhindern. Und sie machten sich selbst durch sexuelle &Uuml;bergriffe in westafrikanischen Fl&uuml;chtlingslagern im vergangenen Jahrzehnt schuldig. Weltweit stehen die 100 000 Soldaten und Polizisten in 16 UN-Missionen oft auf verlorenem Posten: Zu klein sind sie, zu schwach &ndash; und nicht selten torpedieren die Regierungen der Stationierungsl&auml;nder ihre Friedensbem&uuml;hungen. Der Chef der Blauhelme, der Franzose Alain Le Roy, bringt das Problem auf den Punkt: &bdquo;Wir sind &uuml;berdehnt.&ldquo; Eine Reihe der Missionen sei vom &bdquo;Scheitern&ldquo; bedroht. Ebenso behindert die schlechte Ausr&uuml;stung Operationen unter der blauen Flagge. Beispiel Kongo: Viele Blauhelme k&ouml;nnen bislang nicht mit Handys telefonieren. Die materiellen Engp&auml;sse lassen sich auf knappe Kassen zur&uuml;ckf&uuml;hren: Das Budget von 7,2 Milliarden US-Dollar f&uuml;r die Friedensmissionen zwischen Juli 2010 und Juni 2011 ist nur zum Teil gedeckt &ndash; traditionell nehmen es die Mitgliedsl&auml;nder der Vereinten Nationen mit der Zahlung ihrer Beitr&auml;ge nicht so genau. Andererseits betrachten viele Regierungen das Abkommandieren von Streitkr&auml;ften als lukratives Gesch&auml;ft. Das Entsendeland kassiert pro Soldat und Monat rund 1200 US-Dollar. Seit Jahren schicken die bitterarmen Mitglieder Bangladesch und Pakistan die meisten Uniformierten zum UN-Dienst: Anfang September waren es mehr als 21 000 Bangladeschi und Pakistani. &bdquo;Diese M&auml;nner sind nicht sonderlich motiviert&ldquo;, sagt ein kritischer Diplomat. Im Kongo kulminieren die mannigfachen Probleme der Blauhelme: Die mit Soldaten aus &Auml;gypten, Bangladesch, Bolivien, Nepal und Pakistan bunt zusammengew&uuml;rfelte Truppe verliert sich immer wieder in den Fallstricken der Konflikte um Macht, Territorium und Rohstoffe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/zum-scheitern-entsandt\/1949146.html?view=print\">Tagesspiegel<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Bezeichnenderweise stellen inzwischen &auml;rmste L&auml;nder das Hauptkontingent der UN-Blauhelme, so dass man sich fragen muss, ob diese nicht als eine Art S&ouml;ldnertruppe fungieren. Denn diese L&auml;nder kassieren den Hauptteil der UN-Zahlungen f&uuml;r ihre eigenen Zwecke. Frank Westenfelder kommentiert die Situation auf seiner Website zur &ldquo;Sozialgeschichte der S&ouml;ldner und Abenteurer&rdquo; wie folgt: &ldquo;Die armen L&auml;nder der Dritten Welt tragen das Risiko und haben die Toten, w&auml;hrend die der Ersten bezahlen.&rdquo; Siehe auch <a href=\"http:\/\/www.kriegsreisende.de\/wieder\/blauhelme.htm\">hier<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Erholung verliert an Dynamik; europ&auml;ischer Krisen-Automat; zerrissene Union; die ignorierte Schuldenkrise; schweizer Expertenkommission Too big to fail legt Abschlussbericht vor; Beitr&auml;ge zur Arbeitspolitik; Juristentag zu Leiharbeit und Mindestlohn; nochmals Durchbruch bei der Leiharbeit; Experten f&uuml;r &bdquo;sachgrundlose Befristung&ldquo;; Entlastung der Arbeitgeber und Belastung der Staats bei den Sozialleistungen; 25 Sicherheitsdefizite<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6942\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-6942","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6942","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6942"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6942\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6944,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6942\/revisions\/6944"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6942"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6942"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6942"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}