{"id":69596,"date":"2021-02-08T08:40:24","date_gmt":"2021-02-08T07:40:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69596"},"modified":"2022-02-21T10:56:55","modified_gmt":"2022-02-21T09:56:55","slug":"ein-jahr-corona-und-kein-ende-es-fehlt-eine-transparente-gesamtstrategie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69596","title":{"rendered":"Ein Jahr Corona und kein Ende: \u201eEs fehlt eine transparente Gesamtstrategie!\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die &bdquo;Infektionszahlen&ldquo; sinken, die Angst vor Mutanten steigt. Nach bald zw&ouml;lf Monaten Pandemie zerstreuen die Bundesregierung und ihre Berater weiterhin jede Hoffnung auf eine rasche Entspannung der Lage. Statt Lockdown-Lockerung bestimmt die Gefahr einer &bdquo;dritten Welle&ldquo; die Agenda. F&uuml;r Statistikprofessor <strong>Gerd Bosbach<\/strong> fehlen daf&uuml;r bisher belastbare Belege, so wie er &uuml;berhaupt einen Mangel an Durchblick bei den Krisenmanagern feststellt. Statt wichtige Fragen zum Virus, der Ansteckungswege und Verbreitung zu erforschen, vergeude man Ressourcen bei der Kontaktverfolgung, schicke gesunde Menschen in Quarant&auml;ne und sch&ouml;ssen in den Altenheimen die Todeszahlen in die H&ouml;he. Im Interview mit den NachDenkSeiten r&auml;t der gelernte Mathematiker: &bdquo;Wir m&uuml;ssen lernen, mit Corona zu leben.&ldquo; Mit ihm sprach <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2690\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-69596-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210208_Ein_Jahr_Corona_und_kein_Ende_Es_fehlt_eine_transparente_Gesamtstrategie_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210208_Ein_Jahr_Corona_und_kein_Ende_Es_fehlt_eine_transparente_Gesamtstrategie_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210208_Ein_Jahr_Corona_und_kein_Ende_Es_fehlt_eine_transparente_Gesamtstrategie_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210208_Ein_Jahr_Corona_und_kein_Ende_Es_fehlt_eine_transparente_Gesamtstrategie_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=69596-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210208_Ein_Jahr_Corona_und_kein_Ende_Es_fehlt_eine_transparente_Gesamtstrategie_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"210208_Ein_Jahr_Corona_und_kein_Ende_Es_fehlt_eine_transparente_Gesamtstrategie_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Herr Bosbach, die t&auml;glich vom Robert Koch-Institut (RKI) vermeldeten sogenannten Infektionszahlen sind seit geraumer Zeit r&uuml;ckl&auml;ufig. Gleichwohl haben die politisch Verantwortlichen den Corona-Lockdown j&uuml;ngst noch einmal versch&auml;rft und lieb&auml;ugelt die Bundeskanzlerin weiterhin mit dessen Verl&auml;ngerung, wenn nicht gar mit einer noch h&auml;rteren Gangart zur Bew&auml;ltigung der Krise. Wie wirkt das alles auf Sie?<\/strong><\/p><p>Das ganze Vorgehen wirkt auf mich planlos. Oder zumindest erkl&auml;rt man uns den Plan nicht, der vielleicht dahintersteht. Wirklich konkret wird man eigentlich nur beim angeblichen Ziel mit der Zahl von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in einer Woche. Nach Meinung einer Vielzahl von Experten ist diese Inzidenz aber im Winter eine kaum erreichbare Zielgr&ouml;&szlig;e. Und was passiert, wenn man das irgendwie und irgendwann dann doch schafft, wurde uns bisher auch nicht gesagt. Wird dann wieder auf &bdquo;normal&ldquo; geschaltet oder einiges gelockert? Und was? Wir wissen es nicht, beziehungsweise man h&ouml;rt dazu von den Verantwortlichen reichlich Widerspr&uuml;chliches. Je n&auml;her wir der angestrebten Zahl 50 kommen, h&ouml;ren wir auch schon, 30, 10 oder gar 0 m&uuml;sse das Ziel sein. Was ich allerdings nachvollziehen kann, ist die Angst davor, dass demn&auml;chst eine deutlich ansteckendere Virusvariante um sich greifen k&ouml;nnte. Aber daf&uuml;r fehlen momentan noch systematische Belege. <\/p><p><strong>Punktuell sind durchaus schon entsprechende F&auml;lle aufgetreten. F&uuml;r Sie reicht das noch nicht, von einer ernsten Bedrohung der neuen Virusvarianten auch f&uuml;r Deutschland auszugehen?<\/strong><\/p><p>H&auml;tte man sich in Deutschland gleich mit den neuen Erregern befasst, w&uuml;sste man jetzt schon viel mehr dar&uuml;ber und k&ouml;nnte die Gefahren besser absch&auml;tzen. Es f&auml;llt auf, dass die Politik seit Weihnachten massive &Auml;ngste vor dem Fall X &auml;u&szlig;ert, aber jetzt erst damit anf&auml;ngt, zu untersuchen, ob diese Mutanten bei uns vorkommen und in welchem Umfang. Schon Mitte Dezember wurde &uuml;ber 1.100 dieser F&auml;lle in S&uuml;dostengland berichtet. Trotzdem lie&szlig; man die Zeit ungenutzt verstreichen. Das verstehe ich nicht und das schlie&szlig;t an meine grunds&auml;tzliche Kritik an der gesamten Krisenbew&auml;ltigung und -kommunikation an: Es wird viel geredet und es werden immer wieder neue Angstbilder und Gefahrenszenarien beschworen. Aber die Bereitschaft, die vielen noch offenen Fragen gr&uuml;ndlich zu erforschen, ist schwach ausgepr&auml;gt &ndash; etwa was die Weitergabe des Virus durch Geimpfte oder fr&uuml;her Infizierte angeht, den Grad der Verbreitung in der Gesamtbev&ouml;lkerung, also die Dunkelziffer, oder auch die Wirkungsbelege einzelner Ma&szlig;nahmen. Es gibt ja durchaus viele tolle Forschungsarbeiten zu diesem und jenem Aspekt. Aber jeder der Akteure, ob einzelne Wissenschaftler, Universit&auml;ten oder Forschungsinstitute, manchmal sogar untereinander koordiniert, kocht sein eigenes S&uuml;ppchen, ohne dass eine Gesamtstrategie des Corona-Kabinetts erkennbar w&auml;re. <\/p><p><strong>Wie m&uuml;sste eine Gesamtstrategie in Ihren Augen aussehen? <\/strong><\/p><p>Das werden wir jetzt nicht in ein paar S&auml;tzen kl&auml;ren. Aber zun&auml;chst ist die grundlegende Frage zu stellen: Was ist wesentlich zu wissen? Wir nennen das in der Empirie die Forschungsfragen. Im n&auml;chsten Schritt ist zu &uuml;berlegen, wie sich darauf eine Antwort finden l&auml;sst. Und dann m&uuml;ssen diese Forschungsarbeiten bei den geeigneten Stellen beauftragt werden. Zu einer Fragestellung k&ouml;nnen dann gerne auch mehrere Akteure unabh&auml;ngig voneinander zu Rate gezogen werden. Und zur Strategie geh&ouml;rt auch die Frage nach dem Ziel. Was wollen und k&ouml;nnen wir erreichen? Daran m&uuml;ssen sich Ma&szlig;nahmen messen lassen. <\/p><p><strong>Das h&ouml;rt sich banal an.<\/strong><\/p><p>Ja, aber von einem irgendwie orchestrierten Herangehen sehe ich auch nach einem Jahr Corona nichts. Einer neuen Regierung billigt man zur Einarbeitung nur 100 Tage zu. Schon die Grundfrage, wie viele Menschen in der Bev&ouml;lkerung infiziert sind, wie viele davon erkrankt, wie viele schwer und wie viele davon positiv getestet waren, ist immer noch nicht gekl&auml;rt. Darauf habe ich schon Anfang April 2020 <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=59903\">hingewiesen.<\/a> Was es endlich braucht, sind repr&auml;sentative und regelm&auml;&szlig;ige Stichprobenuntersuchungen mit mehreren Tausend Teilnehmern aus allen Bev&ouml;lkerungsgruppen. Das RKI hat eine solche nach fast einem Jahr noch immer nicht geliefert. Obwohl es selbst von einer hohen Dunkelziffer ausgeht, macht es keine Anstalten, diesen Schattenbereich auszuleuchten. Auch hier gibt es punktuelle, gute Forschungen wie in Heinsberg, M&uuml;nchen oder K&ouml;ln, aber nichts Bundesweites.<\/p><p><strong>Es ist lange her, da hatte das RKI eine entsprechende Studie <a href=\"https:\/\/www.rki.de\/DE\/Content\/Service\/Presse\/Pressemitteilungen\/2020\/05_2020.html\">angek&uuml;ndigt<\/a>. Eigentlich h&auml;tten schon Anfang Mai 2020 erste Ergebnisse vorliegen sollen &hellip; <\/strong><\/p><p>Diese Studie wurde eigentlich vom Helmholtz-Institut geplant. Das RKI ist quasi nur mit aufgesprungen, wollte dann aber die erste Geige spielen und so ist das Ganze dann wieder eingeschlafen. Fast im Dunkeln stochert man genauso bei der Frage, was mit den sogenannten Genesenen ist, die einen Kontakt mit dem Erreger oder eine Erkrankung hinter sich haben. Zum Beispiel war jetzt zu lesen, dass in Rheinland-Pfalz auch diese Menschen geimpft werden. Vielleicht ist das unn&ouml;tig, sofern die Betroffenen selbst einen nat&uuml;rlichen Schutz aufgebaut haben. Und vielleicht verschwendet man damit viele der knappen Impfdosen. Wissen mag nicht immer vor Dummheit sch&uuml;tzen. Aber nichts zu wissen, ist der schlechteste Schutz. <\/p><p><strong>Immerhin glauben die Bundesregierung und ihre Berater zu wissen, dass man das Virus nur unter einer Inzidenz von 50 in den Griff bekommt. Das ist doch wenigstens etwas?  <\/strong><\/p><p>Ja, aber was ist das wert, wenn nach Expertenmeinung davon auszugehen ist, dass die Dunkelziffer der mit Corona in Kontakt gekommenen Menschen drei- bis f&uuml;nfmal so hoch ist wie die Zahl der positiv Getesteten? Da k&ouml;nnen die Gesundheits&auml;mter versuchen, noch so viele Kontakte von positiv Getesteten nachzuverfolgen &ndash; der Gro&szlig;teil an m&ouml;glichen Virus&uuml;bertr&auml;gern geht ihnen durch die Lappen. Und die bewegen sich unwissend locker weiter, in Bus und Bahn, auf der Arbeit und in ihrer Familie. Hier h&auml;tte man viel b&uuml;rokratischen Aufwand f&uuml;r die Nachverfolgung besser nutzen k&ouml;nnen, etwa bei der Kontrolle von Hygienema&szlig;nahmen in Betrieben oder zur Abkl&auml;rung der Frage, ob ehemals Positive sich noch einmal infizieren.<\/p><p><strong>Umgekehrt werden aber auch viele Menschen mit positivem PCR-Nachweis zu Virus&uuml;bertr&auml;gern erkl&auml;rt, obwohl sie symptomlos bleiben, nicht erkranken und vielleicht gar nicht infekti&ouml;s sind.<\/strong><\/p><p>Das Problem kennt man aus der Krebs- oder AIDS-Diagnostik, aber im Prinzip bei allen medizinischen Tests. Bei einer seltenen Krankheit &ndash; wie es die Erkrankung mit Covid-19 ist &ndash; liefern selbst Tests mit einer nur geringf&uuml;gigen Fehleranf&auml;lligkeit vergleichsweise viele falsch positive Treffer, wenn sie bei vielen Gesunden angewandt werden. Wenn sie eine Million Menschen testen, von denen 10.000 tats&auml;chlich krank sind und der Test zeigt nur in 0,1 Prozent der F&auml;lle fehlerhaft krank, also falsch positiv, an, dann erh&auml;lt man zus&auml;tzlich 990 falsch Positive. In diesem Beispiel ist also fast ein Zehntel der positiven Ergebnisse falsch. Die Zahl der falschen Resultate steigt, je kleiner die Rate der tats&auml;chlich Erkrankten und je gr&ouml;&szlig;er die Fehleranf&auml;lligkeit ist. In der Wissenschaft ist dieses Ph&auml;nomen allgemein bekannt und diskutiert. Mit Blick auf die PCR-Corona-Tests wurde es aber praktisch nie &ouml;ffentlich behandelt. <\/p><p><strong>Fragt man beim RKI nach, hei&szlig;t es, die Fehleranf&auml;lligkeit w&auml;re so gering, dass die Falschresultate nicht ins Gewicht fielen. Nun hat aber die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in mittlerweile zwei Bekanntmachungen darauf hingewiesen, dass auf den PCR-Test nur bei &Uuml;bereinstimmung mit der klinischen Darstellung des Einzelfalls Verlass ist. Zeigt der Betroffene keine Symptome oder hatte keine Kontakte zu Infizierten, <a href=\"https:\/\/www.who.int\/news\/item\/20-01-2021-who-information-notice-for-ivd-users-2020-05\">sollte der Test wiederholt werden<\/a>. Was schlie&szlig;en Sie daraus?<\/strong><\/p><p>Es ist erfreulich, dass diese Erkenntnis nun auch von der WHO &ouml;ffentlich verbreitet wird. Aber sp&auml;testens mit den vier verwirrenden Schnelltestergebnissen des Tesla-Chefs Elon Musk &ndash; zweimal positiv und zweimal negativ &ndash; h&auml;tte jeder und jede die Problematik <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/zwei-positiv-zwei-negativ-corona-tests-bei-elon-musk-mit-widerspruechlichen-ergebnissen\/26620748.html\">auf dem Schirm haben m&uuml;ssen<\/a>. Ich bin dem Ph&auml;nomen im Bereich Brustkrebs nachgegangen: In fast 90 Prozent der F&auml;lle ist der erste positive Mammographiebefund falsch positiv. Selbst die Verantwortlichen gehen von &uuml;ber 80 Prozent Fehlerquote aus und sprechen nach dem ersten Befund auch blo&szlig; von einem Brustkrebsverdacht. Deshalb folgt dem ersten Screening eine zweite andersartige Untersuchung. Die liefert dann bessere Ergebnisse, weil sie nur bei einer kleinen Gruppe von Verdachtsf&auml;llen erfolgt.<\/p><p><strong>Nun ist Covid-19 aber nicht gleich Brustkrebs und die Diagnoseinstrumente sind auch ganz andere.<\/strong><\/p><p>Klar, aber das Prinzip ist v&ouml;llig gleich. Der Test kann und wird meistens den Zustand richtig erkennen: krank oder gesund. Er kann aber auch irren, also Kranke nicht erkennen oder Gesunde als krank beschreiben. Die Quoten f&uuml;r diese Fehler sind aus Erfahrung bei den bew&auml;hrten Tests ungef&auml;hr bekannt. Wenn jetzt eine gro&szlig;e Menge Gesunder getestet wird, ergeben sich auch bei kleiner Falsch-Positiv-Quote viele Irrt&uuml;mer. In den bisherigen Testwochen war aber die &uuml;berwiegende Menge der Getesteten nicht infiziert. Nach Angaben des RKI &uuml;ber 94 Prozent, in manchen Sommerwochen sogar &uuml;ber 99. Deshalb spielt falsch positiv eine gr&ouml;&szlig;ere Rolle. <\/p><p><strong>Sollte man solche Hintergr&uuml;nde nicht auch beim RKI kennen?<\/strong><\/p><p>Nat&uuml;rlich wei&szlig; man davon, es wird nur nicht &ouml;ffentlich diskutiert. Vermutlich ist die seit November ver&auml;nderte Teststrategie des RKI, nur noch echten Verdachtsf&auml;llen nachzugehen, auf diesen Erkenntnisgewinn zur&uuml;ckzuf&uuml;hren und damit ein indirektes Eingest&auml;ndnis des Irrwegs, m&ouml;glichst viele testen zu wollen. Im Sommer wurde ja praktisch jeder Urlauber getestet, ohne jeden vorherigen Hinweis auf eine Erkrankung oder Kontakt zu Infekti&ouml;sen und obwohl damals das Virus nur noch schwach im Umlauf war. Das sind &bdquo;beste&ldquo; Bedingungen f&uuml;r hohe Fehleranf&auml;lligkeit. In der Folge wurden Menschen ohne einen zweiten Test als Beleg in Quarant&auml;ne geschickt. Ich nehme stark an, dass die Verschwiegenheit des RKI und der Regierung in der Frage auch damit zu tun hat, dass man Sorge hat, wegen der Vorg&auml;nge juristisch belangt werden zu k&ouml;nnen.  <\/p><p><strong>Wenn das stimmt, was Sie sagen, k&ouml;nnte man sich die ganze Kontaktverfolgung dann nicht auch sparen?<\/strong><\/p><p>Nach meiner Sch&auml;tzung bekommt man damit vielleicht ein Zehntel der Kontakte mit Infizierten zu fassen. Die Dunkelziffer und viele nicht eindeutige Angaben von positiv Getesteten lassen nicht mehr zu. Daf&uuml;r lohnt der Aufwand nicht. Wie schon gesagt, es g&auml;be vorrangigere Aufgaben wie etwa die Kontrolle in Betrieben. Aber auch die fr&uuml;hzeitige Erforschung von Wirkungszusammenh&auml;ngen &ndash; zum Beispiel der genaue zeitliche Verlauf von Infektionsketten innerhalb einer Familie &ndash; h&auml;tte so manche offene Frage kl&auml;ren k&ouml;nnen. Das erscheint mir zielf&uuml;hrender als diese wilde Hatz mit dem Telefon auf Kontaktpersonen, bei der man eh nur einen Bruchteil erwischt. <\/p><p><strong>Sehen Sie im Mangel an Forschung auch einen der Gr&uuml;nde daf&uuml;r, dass sich ausgerechnet die Alten- und Pflegeheime bis zum heutigen Tage als die gr&ouml;&szlig;ten Infektionsherde erweisen und dort genau die Menschen zuhauf an Covid-19 sterben, die die Regierung eigentlich zuvorderst sch&uuml;tzen will?<\/strong><\/p><p>Zuerst einmal ist das ein Mangel an klarer Zielsetzung! Was n&uuml;tzt es, Kinos, Bars oder Restaurants zu schlie&szlig;en oder Menschen den Urlaub zu verbieten, wenn sich die echten Trag&ouml;dien in den Heimen abspielen? Die h&auml;tte man besser sch&uuml;tzen m&uuml;ssen, durch Schutzkleidung, wirkungsvolle Masken und st&auml;ndige Tests f&uuml;r Besch&auml;ftigte und Besucher. Dass das funktioniert, zeigt sich ja <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/deutschland-was-taugt-boris-palmers-corona-konzept-ld.1597599\">am Fall T&uuml;bingen<\/a>. Wenn es schon nicht genug Pflegekr&auml;fte f&uuml;r die Tests  gibt &ndash; noch so ein schlimmes, obwohl seit langem bestehendes Vers&auml;umnis &ndash; warum hat man nicht fr&uuml;hzeitig die Sanit&auml;ter der Bundeswehr f&uuml;r entsprechende Schutzma&szlig;nahmen herangezogen? Oder extra geschulte Mitarbeiter aus den Gesundheits&auml;mtern? Jetzt diskutiert man den Einsatz von Azubis als &bdquo;Schnelltester&ldquo;, worunter nat&uuml;rlich ihre Ausbildung leidet und was den Personalmangel in der Pflege sogar noch versch&auml;rft. Statt st&auml;ndig &uuml;ber die Lage zu jammern, w&auml;re bei entsprechender Zielsetzung ein Nachdenken &uuml;ber die richtigen Ma&szlig;nahmen besser gewesen.<\/p><p><strong>Haben Sie eine Erkl&auml;rung f&uuml;r diese vielen Unzul&auml;nglichkeiten im Krisenmanagement?<\/strong><\/p><p><a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/deutschland-was-taugt-boris-palmers-corona-konzept-ld.1597599\">Daf&uuml;r fehlt mir wirklich die Phantasie, weil so viele und eklatante Ungereimtheiten und Widerspr&uuml;che zusammenkommen. Eine Ursache k&ouml;nnte das immer noch herrschende Durcheinander an Begrifflichkeiten sein.<\/a> Infiziert, positiv getestet, erkrankt oder infekti&ouml;s zu sein, sind unterschiedliche Dinge und die jeweiligen Gruppen geh&ouml;ren nicht in einen Topf geworfen. Aber selbst in den RKI-Lageberichten st&ouml;&szlig;t man heute noch auf diese eklatanten Unsch&auml;rfen. Wenn der wichtigste Berater der Politik derart amateurhaft verf&auml;hrt, wie soll dann die Regierung die richtigen Entscheidungen treffen? Wie ich schon vor einem Jahr an dieser Stelle gesagt habe, war Corona f&uuml;r alle am Anfang auch Neuland, gewisse Fehler waren noch verzeihlich. Dass man allerdings den eigens f&uuml;r solche F&auml;lle entwickelten und 2017 noch aktualisierten Pandemieplan vergessen hatte, ist nicht verzeihlich und h&auml;tte den verantwortlichen Minister eigentlich den Kopf kosten m&uuml;ssen. Immerhin gab es Berichte &uuml;ber ein &bdquo;neuartiges Corona-Virus&ldquo; schon Monate vor dem ersten Fall in Deutschland.<\/p><p><strong>Sollten sich die politischen Entscheider an andere Experten halten?<\/strong><\/p><p>Sie sollten sich nicht nur auf einen eng begrenzten Zirkel verlassen, sondern auch anderen Stimmen gleichberechtigt Geh&ouml;r schenken. Ich denke zum Beispiel an eine Expertengruppe um den Internisten Matthias Schrappe, der fr&uuml;her dem Sachverst&auml;ndigenrat im Gesundheitswesen angeh&ouml;rte. Das sind &auml;u&szlig;erst f&auml;hige Leute aus Wissenschaft, Forschung und medizinischer Praxis, die bereits seit Monaten gegen diese fast nur auf Lockdown fixierte Politik argumentieren und ihre Kritik in mittlerweile sieben &bdquo;Thesenpapieren&ldquo; <a href=\"http:\/\/www.matthias.schrappe.com\/index.htm\">vorgetragen haben<\/a>. Da ist geballtes Sachwissen, gute Strategie, jetzt auch gerade wieder zum Impfen &ndash; aber das alles wird fast vollst&auml;ndig ignoriert. Schrappe selbst hat der Regierung deshalb wiederholt &bdquo;Beratungsresistenz&ldquo; <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Corona-wird-insbesondere-die-soziale-Spaltung-weiter-vertiefen-4922659.html\">attestiert<\/a>.<\/p><p><strong>Aber gibt die Entwicklung der Bundesregierung nicht recht? Das Statistische Bundesamt hat Ende Januar eine &Uuml;bersterblichkeit im Jahr 2020 von absolut knapp 43.000 Todesf&auml;llen oder f&uuml;nf Prozent gegen&uuml;ber 2019 <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2021\/01\/PD21_044_12621.html\">vermeldet<\/a>. Und aktuell &uuml;ber 60.000 im Zusammenhang mit Corona Verstorbene sind auch nicht wegzudiskutieren. Wie interpretieren Sie als Statistiker diese Daten?<\/strong><\/p><p>Ich sehe im November und im Dezember in der Tat eine signifikant h&ouml;here Sterblichkeit gegen&uuml;ber den Vorjahren. In den Monaten davor bewegten sich die Zahlen jedoch auf normalem Niveau. Das passt zumindest nicht mit den schrillen Warnungen der ersten Stunden zusammen. Und auch das Ausma&szlig; der zuletzt erh&ouml;hten Mortalit&auml;t ist nicht so gravierend, wie es in manchen Medienberichten r&uuml;berkommt. Zu ber&uuml;cksichtigen ist, dass die Bev&ouml;lkerung von 2016 bis 2020 um knapp eine Million Einwohner oder 1,2 Prozent gewachsen ist, insbesondere durch den Zuzug von Migranten. Dazu hat sich der Anteil der &uuml;ber 80-J&auml;hrigen an der Bev&ouml;lkerung von 5,8 Prozent im Jahr 2016 auf 6,8 Prozent zu Jahresbeginn 2020 erh&ouml;ht, womit diese Gruppe in ihrem Anteil um beinahe 19 Prozent zugelegt hat. Es ist ein nat&uuml;rlicher Vorgang, dass bei steigender Alterung anteilig und absolut auch mehr alte Menschen sterben. <\/p><p>Beide Faktoren h&auml;tten auch ohne Corona steigende Sterbezahlen erwarten lassen. Damit will ich die Wirkung der Pandemie nicht kleinreden. Die Opferzahlen sind auch bei uns in Deutschland erschreckend hoch. Man muss aber auch feststellen d&uuml;rfen, dass das Durchschnittsalter der Verstorbenen 84 Jahre betr&auml;gt. Das liegt &uuml;ber der allgemeinen Lebenserwartung mit etwa 80 Jahren. Das ist nicht zynisch gemeint: Aber viele der Betroffenen w&auml;ren in den kommenden Monaten und Jahren ohnehin gestorben. Auch das Statistische Bundesamt sprach im Zusammenhang mit singul&auml;ren Ereignissen wie einer Hitze- oder einer starken Grippewelle von einer vorgezogenen Sterblichkeit.  <\/p><p><strong>Tats&auml;chlich weist das Bundesamt in seiner Pressemeldung auf den Faktor Alterung hin. Demnach &bdquo;d&uuml;rfte&ldquo; die Zahl der ab 80-J&auml;hrigen allein 2020 &bdquo;um etwa vier bis f&uuml;nf Prozent zugenommen haben&ldquo;, wodurch eine Zunahme der Sterbef&auml;lle &bdquo;um ein bis zwei Prozent&ldquo; erwartbar gewesen w&auml;re. W&uuml;rden Sie sich dem anschlie&szlig;en?<\/strong><\/p><p>Da kann ich noch mitgehen, ich w&auml;re aber vorsichtig, das, was zu den f&uuml;nf Prozent &bdquo;&Uuml;bersterblichkeit&ldquo; noch fehlt, voreilig Corona zuzuschlagen. Zum Beispiel differenzieren die Sterbezahlen ja nicht, ob jemand &bdquo;mit&ldquo; oder &bdquo;an&ldquo; dem Virus verstirbt. Als Corona-Toter gilt ja auch derjenige, der mit einem PCR-Nachweis an einem Herzinfarkt verstirbt. Zu dieser Problematik hat das Portal Telepolis gerade einen tollen Hintergrundartikel <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Wer-zaehlt-als-Corona-Toter-5035504.html\">gebracht<\/a>. <\/p><p>Interessant ist auch, dass man bei Todesf&auml;llen, die sich in zeitlicher N&auml;he mit einer Covid-19-Impfung ereignen, ganz streng trennt zwischen gestorben &bdquo;im Zusammenhang mit&ldquo; und gestorben &bdquo;durch&ldquo; die Impfung. Warum nimmt man es bei Corona-Toten nicht ebenso genau? In Hamburg wurde lange Zeit jeder Verstorbene obduziert, um Klarheit zu gewinnen, wer tats&auml;chlich haupturs&auml;chlich an Covid-19 gestorben ist. Dabei ergaben sich 15 Prozent weniger F&auml;lle, als das RKI f&uuml;r Hamburg ermittelt hat. Und was das Statistische Bundesamt auch nicht erfasst, und das aus nachvollziehbaren Gr&uuml;nden, sind die m&ouml;glichen Toten, die als Kollateralsch&auml;den auf das Konto des ersten und des noch laufenden zweiten Lockdowns gehen. <\/p><p><strong>Warum ist das f&uuml;r Sie nachvollziehbar? Lie&szlig;e sich nicht zum Beispiel ermitteln, wie viele Krebspatienten infolge einer aufgeschobenen Operation ihr Leben gelassen haben?<\/strong><\/p><p>Ich bin &uuml;berzeugt, dass es solche Kollateralsch&auml;den gab und gibt. Zum Beispiel sagen manche Psychologen, viele Menschen in den Altenheimen w&auml;ren ihrer Angst und Einsamkeit erlegen. Manche Selbstmorde werden als Unf&auml;lle, etwa mit dem Auto, kaschiert, damit die Lebensversicherung an die Familie zahlt. Vor allem bei Selbstst&auml;ndigen, die privat vorsorgen wollten und jetzt verzweifelt aufgeben, erscheint so etwas denkbar. Statistisch bekommen Sie solche Ph&auml;nomene aber einfach nicht zu fassen. Genauso wenig l&auml;sst sich nachweisen, dass ein Mensch nicht verstorben w&auml;re, h&auml;tte er drei Monate davor eine Krebs-OP erhalten oder sich zum Arztbesuch getraut.  <\/p><p><strong>Aber solange man sich die M&uuml;he spart, solchen Dingen auf den Grund zu gehen, geht jeder Tote mehr als &Uuml;bersterblichkeit auf das Konto Corona. Sehen Sie wenigstens eine Bereitschaft auf Seiten der Politik, der Frage nach Folgesch&auml;den der Lockdownpolitik nachzugehen?<\/strong><\/p><p>Da habe ich Zweifel, was sich schon daran zeigt, dass in den Expertenrunden der Bundeskanzlerin keine Vertreter von Disziplinen wie Psychologie, Soziologie, &Ouml;konomie oder auch Statistik sitzen. Da finden sich neben Virologen nur noch die Modellierer, die mit Rechenmodellen m&ouml;gliche Wachstumsverl&auml;ufe aufzeigen. Bedenklich ist, dass die Politik voll und ganz auf deren &bdquo;Sachverstand&ldquo; vertraut, die fr&uuml;heren und aktuellen Fehler &uuml;bersieht und von vielen anderen guten Ratgebern nichts wissen will. Ich unterstelle der Regierung gar keine B&ouml;swilligkeit oder irgendwelche b&ouml;sen Machenschaften. Sie sollten nur eigenst&auml;ndiger denken, wirklich wissen wollen, statt Meinungen anderer zu wiederholen, und sich breiter beraten lassen.<\/p><p><strong>Was bleibt da an Hoffnung und Perspektiven f&uuml;r die Menschen im Land, die Krise endlich hinter sich zu lassen?<\/strong><\/p><p>Ein Umdenken der Politik ist dringend geboten. Ich w&uuml;rde das Konzept von Matthias Schrappe und Kollegen empfehlen, vor allem die Alten und Menschen mit Vorerkrankungen gezielt zu sch&uuml;tzen. Wenn es in den n&auml;chsten Tagen keine belastbaren Zahlen zur Gefahr durch aggressive Virusvarianten gibt, sollte der harte Lockdown beendet werden. Trotzdem beachten wir weiterhin die Hygiene- und die Abstandsregeln und die Politik beobachtet gemeinsam mit Wissenschaftlern die Fakten. <\/p><p>Eine wichtige positive Rolle spielt neben dem kommenden Sommer, der immer mit weniger Viruserkrankungen verbunden ist, auch die Impfung. Aber zu glauben, dass sich damit das Virus ausrotten l&auml;sst, halte ich f&uuml;r eine Illusion. Die Pocken auszurotten, hat knapp 200 Jahre gedauert, trotz weniger grenz&uuml;berschreitender Kontakte. Auch bei den Corona-Impfstoffen ist l&auml;ngst nicht alles gekl&auml;rt, aber das ist ein anderes Thema. Man brauchte die Impfstoffe als &bdquo;Licht am Ende des Tunnels&ldquo;, vor allem zu Weihnachten, und konnte deshalb nicht so auf die Feinheiten achten.<\/p><p>Abschlie&szlig;end sage ich, wie viele andere auch: Wir m&uuml;ssen lernen, mit dem Virus zu leben, die besonders Gef&auml;hrdeten sch&uuml;tzen, ohne unsere Gesellschaft und unseren Rechtsstaat vor die Wand zu fahren.     <\/p><p><em><strong>Zur Person:<\/strong> <strong>Gerd Bosbach<\/strong>, Jahrgang 1953, ist emeritierter Professor f&uuml;r Statistik, Mathematik und empirische Wirtschafts- und Sozialforschung an der Hochschule Koblenz, Standort Remagen. Er ist als diplomierter Mathematiker und promovierter Statistiker zugleich einer der profiliertesten Kritiker der interessengeleiteten Nutzung von Statistik. Einblicke in Methoden und Geheimnisse der amtlichen Statistik sowie den &ndash; mitunter missbr&auml;uchlichen &ndash; Umgang der Politik und anderer interessierter Kreise erhielt er unter anderem w&auml;hrend seiner T&auml;tigkeit im Statistischen Bundesamt. Von Bosbach und dem Politologen Jens J&uuml;rgen Korff erschienen 2011 &bdquo;L&uuml;gen mit Zahlen: Wie wir mit Statistiken manipuliert werden&ldquo; und 2017 &bdquo;Die Zahlentrickser: Das M&auml;rchen von den aussterbenden Deutschen und andere Statistikl&uuml;gen&ldquo;. Gemeinsam mit Korff betreibt Bosbach die Webseite &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.luegen-mit-zahlen.de\/\">L&uuml;gen mit Zahlen<\/a>&ldquo;.<\/em><\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/3c18b5be17a6459ba549edb887a3d15f\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die &bdquo;Infektionszahlen&ldquo; sinken, die Angst vor Mutanten steigt. Nach bald zw&ouml;lf Monaten Pandemie zerstreuen die Bundesregierung und ihre Berater weiterhin jede Hoffnung auf eine rasche Entspannung der Lage. Statt Lockdown-Lockerung bestimmt die Gefahr einer &bdquo;dritten Welle&ldquo; die Agenda. F&uuml;r Statistikprofessor <strong>Gerd Bosbach<\/strong> fehlen daf&uuml;r bisher belastbare Belege, so wie er &uuml;berhaupt einen Mangel an Durchblick<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69596\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":69597,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,107,149,209,11],"tags":[376,2857,2453,2856,2834],"class_list":["post-69596","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","category-audio-podcast","category-gesundheitspolitik","category-interviews","category-strategien-der-meinungsmache","tag-bosbach-gerd","tag-lockdown","tag-mortalitaet","tag-robert-koch-institut","tag-virenerkrankung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Bosbach-scaled.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/69596","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=69596"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/69596\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":81044,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/69596\/revisions\/81044"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/69597"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=69596"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=69596"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=69596"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}