{"id":69675,"date":"2021-02-10T08:45:08","date_gmt":"2021-02-10T07:45:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69675"},"modified":"2021-02-10T09:25:47","modified_gmt":"2021-02-10T08:25:47","slug":"leserbriefe-zu-gehoert-das-wort-mob-zu-ihrem-sprachschatz-ist-es-ein-wort-das-unter-demokraten-gebraucht-werden-kann-nr-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69675","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eGeh\u00f6rt das Wort Mob zu Ihrem Sprachschatz? Ist es ein Wort, das unter Demokraten gebraucht werden kann? (Nr.2.)\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69627\">Im zweiten Artikel<\/a> der Serie <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69519\">Leben wir wirklich in einer Demokratie?<\/a> wird der Begriff &bdquo;Mob&ldquo; untersucht, der zurzeit h&auml;ufig von politischen Pers&ouml;nlichkeiten Verwendung findet. Albrecht M&uuml;ller meint, dass das Wort &bdquo;im Gedankenaustausch und im Streit unter Demokraten nichts zu suchen&ldquo; hat. Danke f&uuml;r die interessanten Leserbriefe. Hier folgt eine Auswahl. Zusammengestellt von <strong>Christian Reimann<\/strong>.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>1. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller, <\/p><p>Ihre &Uuml;berlegungen Kampfwort &bdquo;Mob&ldquo; teile ich. <\/p><p>Beim davon abgleiteten aus dem Englischen &uuml;bernommenen &bdquo;Mobbing&ldquo; sehe ich es anders: ich finde, das damit bezeichnete Verhalten ist verachtenswert und damit korrekt benannt. <\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nBernhard Meyer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Abend lieber Herr Albrecht M&uuml;ller.<br>\n&nbsp;<br>\nIhrem heutigen Artikel (Nr.2) stimme ich voll und ganz zu! Das (Un-) Wort &bdquo;Mob&ldquo; geh&ouml;rt gestrichen, bzw. vermieden. Immerhin bezeichnet man damit Menschen, deren Meinung man nicht teilen und deren Handlungen man auch nicht gut finden und billigen muss. Man kann ihr Tun im Einzelfall verurteilen, dennoch sollte man sie mit (einem Rest an) Respekt behandeln. Sie haben eine W&uuml;rde, egal was sie tun und von sich geben. Mit diesem Begriff grenzt man nur weiter aus. Wir sind die Guten, die dort sind die B&ouml;sen. So einfach ist es aber nicht. Die Stigmatisierung hilft allenfalls denen, die nichts an den Verh&auml;ltnissen &auml;ndern wollen.<br>\n&nbsp;<br>\nLieber Herr Albrecht M&uuml;ller,<br>\n&nbsp;<br>\nIhrem Artikel vom vergangenen Freitag, &uuml;ber die Demokratie und ob wir wirklich in einer leben (Nr. 1) kann ich allerdings nicht voll und ganz zustimmen. Ebenso wenig Ihren dortigen Ausf&uuml;hrungen in Ihrer Einf&uuml;hrung aus Ihrem Buch, warum derzeit eine Revolution &bdquo;(&uuml;ber-) f&auml;llig&ldquo; aber &bdquo;verboten&ldquo; sei. Ich sch&auml;tze Ihre Arbeit und die Ihrer Mitstreiter sehr, Herr Albrecht. Ich habe gro&szlig;en Respekt vor Ihrer Lebensleistung und Ihrem fortw&auml;hrendem Engagement, aber dort kann ich Ihnen nicht folgen und bin anderer Meinung. Dies nicht nur, weil uns derzeit in der Republik andere Themen beunruhigen, sondern weil eine Revolution Lichtjahre entfernt ist und man sie auch nicht herbeischreiben kann. Au&szlig;erdem bin ich der Meinung, dass wir kein Erkenntnisproblem, sondern ein Handlungsproblem haben. Die Republik befindet sich in einer &bdquo;M&uuml;digkeit&ldquo;, die eine Revolution auf unabsehbare Zeit unrealistisch macht. Es g&auml;be nat&uuml;rlich zu diesem Thema vielmehr zu sagen, als nur so einem Schlagwort hinzuwerfen. Besser kann das der Philosoph Byung-Chul Han (BCH): &bdquo;Man kann den Neoliberalismus nicht marxistisch erkl&auml;ren. In ihm findet nicht einmal die ber&uuml;hmte &bdquo;Entfremdung&ldquo; von der Arbeit statt. Heute st&uuml;rzen wir uns mit Euphorie in die Arbeit bis zum Burn-out. Burn-out und Revolution schlie&szlig;en sich aus&ldquo; &ndash; Zitat Ende. Nachzulesen in &bdquo;Kapitalismus und Todestrieb&ldquo; und aktuell in &bdquo;Palliativgesellschaft, beide erschienen bei Matthes &amp; Seitz. Ich w&uuml;rde mich freuen, wenn Sie in der Redaktion Antworten geben, wie wir aus diesem Dilemma des leblosen Verharrens\/der M&uuml;digkeit wieder heraus finden k&ouml;nnen? Die von Ihnen in Ihren B&uuml;chern zurecht angeprangerten Zust&auml;nde und Manipulationen sind doch hinl&auml;nglich bekannt, oder? Die Verh&auml;ltnisse &auml;ndern sich nicht wirklich grundlegend. Beispielhaft erinnere ich an die Verh&auml;ltnisse im Gesundheitswesen. Eine Revolution ist auch nicht verboten, (hat danach jemals ein Revolution&auml;r gefragt?) sondern sie ist in absehbarer Zeit schlicht nicht denkbar und durchf&uuml;hrbar. Und noch eine Bemerkung aus aktuellem Anlass aus BCH &bdquo;Palliativgesellschaft&ldquo; die ich genauso sehe: &bdquo;Die Pandemie versetzt dem Kapitalismus zwar einen Schock, von Ihr geht aber kein Gegennarrativ aus&ldquo;. Auf diese zugegebener Ma&szlig;en auch nicht gerade hoffnungsvollen Anmerkung von BCH brauchen wir Antworten\/Auswege, wohin, wie und mit wem die Reise in eine bessere Welt ohne Ausbeutung des Menschen und der Natur gehen soll? Ich bef&uuml;rchte aber, dass die meisten Menschen sich mit den von Ihnen zu recht angeprangerten Verh&auml;ltnissen arrangiert haben, auch weil sie derzeit (noch) zu den Gewinnern z&auml;hlen, wenn der Preis daf&uuml;r auch hoch ist. Die Anderen resignieren, oder noch schlimmer, suchen in der AFD ihr Heil und die L&ouml;sung all Ihrer Probleme. Diesen Zustand haben die etablierten Parteien mit zu verantworten. Die Linke und die, die sich daf&uuml;r halten, muss doch, will sie nicht noch mehr in die Bedeutungslosigkeit emigrieren, endlich wach werden, es ist f&uuml;nf nach zw&ouml;lf, und ihr Konzept und Ihre Ansprache &auml;ndern, n&ouml;tigenfalls auch ihr Personal auswechseln. Ich bef&uuml;rchte aber, dass dieser Wunsch ein Wunsch bleibt und er wahrscheinlich so realistisch ist, wie ein Ochs es merkt, wenn man ihm ins Horn petzt. Apropos Ochs! Die d&uuml;mmsten K&auml;lber w&auml;hlen Ihre Metzger selber &ndash; leider immer noch.<br>\n&nbsp;<br>\nFreundliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nAlexander Kessler<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller<\/p><p>F&uuml;r Sie sind die Kapitol-St&uuml;rmer Demokraten (also, nicht die Parteimitglieder)? Und die Pegida-Typen mit dem Merkel-Galgen?<\/p><p>Interessantes Verst&auml;ndnis von &ldquo;Demokraten&rdquo; haben Sie da.<\/p><p>F&uuml;r mich ist die Horde der wutschnaubenden Trump-J&uuml;nger der Inbegriff f&uuml;r einen Mob. Aber &ndash; weil es in der Westpresse kolportiert wird &ndash; wird wohl alles ganz anders gewesen sein, wie ja die Trumpisten und Q-Leute wissen.. und auch die NDS ahnen es laut. Wenn die deutliche Mehrheit einer Gruppe ein oder mehrere Merkmale aufweist, dann darf man auch mal &ldquo;&uuml;ber den Kamm scheren&rdquo;. Ausnahmen gibt es immer, rein homogene Gruppen sind eher selten.<\/p><p>Nat&uuml;rlich wird der Ausdruck inflation&auml;r gebraucht, wie alles mit dem man diffamieren kann, aber manchmal ist er auch v&ouml;llig richtig am Platz.<\/p><p>Freundliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nS. Lehmann<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>4. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrte Redaktion,<\/p><p>ich m&ouml;chte kurz ein paar Anmerkungen zum Artikel<\/p><p>&ldquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69627\">Geh&ouml;rt das Wort Mob zu Ihrem Sprachschatz? Ist es ein Wort, das unter Demokraten gebraucht werden kann?<\/a>&rdquo;<\/p><p>von Hr Albrecht M&uuml;ller loswerden:<\/p><p>Sie sprechen in Sachen Medienkompetenz ein wichtiges Thema an: Sprache ist Macht, und via Framing geben die verwendeten Begriffe eine Wertung mit &ndash; umso deutlicher, wenn wie in den im Artikel verwendeten Beispiel diese Begriffe durch verschiedene Medien hinweg ben&uuml;tzt werden.<\/p><p>Allerdings halte ich das Beispiel f&uuml;r schlecht gew&auml;hlt &ndash; der &ldquo;Sturm auf das Kapitol&rdquo; ist eine symbolische Geste und ein Angriff auf die amerikanische Demokratie. Diese Aktion mit &ldquo;Gedankenaustausch und Streit unter Demokraten&rdquo; zu umschreiben ist in meinen Augen Verharmlosung.<\/p><p>Ja, man darf Demonstranten nicht das Recht auf das laute und &ouml;ffentliche Sagen ihrer Meinung absprechen. Man sollte ebensowenig alle Teilnehmer bei dieser Aktion Anfang J&auml;nner &uuml;ber einen Kamm scheren wie man auch alle Teilnehmer an einer deutschen\/&ouml;sterreichischen &ldquo;Anti-Coronapolitik-Demo&rdquo; pauschal mit Querdenkern gleichsetzen sollte.<\/p><p>Bei solchem Aktionismus allerdings geht es den Organisatoren nicht mehr um Gedankenaustausch. Es war eine Provokation, welche mit Absicht an diesem Tag auf die Institution des Kongresses stattfand. Monatelange Vorbereitung sowohl Seitens Donald Trump, welcher mit seinen Aussagen zum angeblichen Wahlbetrug die Situation forcierte wie auch der Organisatoren im Hintergrund haben hier die Grenze dessen DEUTLICH &uuml;berschritten, was unter Demokraten Teil des Meinungsaustausches ist.<\/p><p>Sicher, es war kein Putsch. Aber es war eine aufgeheizte Menge, welche klar kalkuliert auf das Kapitol gehetzt wurde, um ein Zeichen zu setzen. Und hier finde ich &ldquo;Mob&rdquo; fast noch zu harmlos, da dies in meinen Augen eine spontane Entscheidung suggeriert.<\/p><p>Eine Demokratie muss sich vieles gefallen lassen: Wir haben in einer Demokratie sowohl die klassisch linken\/rechten Positionen, die wir &Auml;ltere noch als Klassenkampf kennen, wir kennen die zynischen Haltungen der Neoliberalen, wir haben politische Auseinandersetzungen und Konfrontationen im &ouml;ffentlichen Raum mit denjenigen, die Menschenrechte nicht f&uuml;r alle gelten lassen wollen.<\/p><p>Da wir unseren eigenen Standpunkt mit Hingabe verteidigen, obwohl uns bewusst ist, dass dieser Standpunkt eventuell auch Denkfehler und Fehlannahmen beinhalten kann, darum m&uuml;ssen wir dieses Recht auch den anderen zugestehen.<\/p><p>Ein wenn auch nur symbolisches Besetzen von demokratischen Organisationen, noch dazu mit unverhohlender Gewaltbereitschaft, geh&ouml;rt nicht dazu. Solche Aktionen M&Uuml;SSEN sogar als das benannt werden, was sie sind: Antidemokratischer, gesellschaftsspaltender Angriff auf die Grundfeste der Demokratie.<\/p><p>Ich w&uuml;rde es begr&uuml;ssen, wenn sich die Nachdenkseiten nicht im Bestreben, ein Gegengewicht zu den Mainstream-Medien zu bilden, immer wieder in Fundamental-Opposition verrennen w&uuml;rden.<\/p><p>&ldquo;Der Feind meines Feindes ist mein Freund&rdquo; ist schlicht zu simpel. Wenn jemand sich gegen die Elite des Landes und die klar sichtbaren Probleme stellt macht ihn dies nicht automatisch zu einem Gleichdenkenden, welcher meine Unterst&uuml;tzung hat.<\/p><p>Verstehen Sie mich nicht falsch: Wenn einmal ein Vorschlag, welchen ich f&uuml;r sinnvoll halte, von einer mir nicht genehmen Gruppe kommt &ndash; als Beispiel die kommunale Politik der FP&Ouml; -, so macht dies den Vorschlag als solchen nicht schlecht. Auch sollte man sich in seinen &Uuml;berzeugungen nicht danach richten, wer dies auch noch unterst&uuml;tzt &ndash; eine gute Idee wird nicht automatisch schlecht, nur weil Menschenfeinde sie aus welchen Gr&uuml;nden auch immer unerwartet unterst&uuml;tzen. Aber deswegen muss ich noch lange nicht jede Aktion, welche gegen &ldquo;die da oben&rdquo; ist, gutheissen.<\/p><p>MfG,<br>\nMarco Horn<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>5. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Guten Abend,<\/p><p>auch ich bin &uuml;ber die W&ouml;rter Mob und P&ouml;bel entsetzt.<\/p><p>Waren die verzweifelten Menschen, die w&auml;hrend der Franz&ouml;sischen Revolution auf die Stra&szlig;e gingen und leider auch den Tod von Menschen forderten, immer schon P&ouml;bel und Mob? Oder wurden sie es, weil sie kein Brot hatten und auch keinen Kuchen? Was sind die Franzosen, die heute noch ohne Not die blutr&uuml;nstige Marseillaise als ihre Nationalhymne singen? P&ouml;bel? oder gebildete Menschen, die auf den w&uuml;tenden, weil verzweifelten P&ouml;bel hinabsehen?<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nIlse Bleier<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>6. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller<\/p><p>Ich teile ihr Entsetzen und ihre Betroffenheit, die sie in den vergangenen Wochen immer wieder zum Ausdruck bringen<\/p><p>Bei dem Artikel zum &lsquo;Corona-Mob&rsquo; stelle ich mir die Frage, wie oft bereits der &lsquo;tiefe Staat&rsquo; seine maskierten Provokateure auf den Plan gerufen hat, damit Politik &amp; Presse aufjaulen k&ouml;nnen.<\/p><p>Ihr Beitrag zum CIA und der Verbindung mit S&ouml;der hat mich zu dieser These inspiriert. Und ich erinnere mich noch lebhaft an die Kandidatur F.J.S. zur Bundestagswahl 1980 der mit vergleichbaren &lsquo;Wortschatz&Auml;&rsquo; auf die gesamte Linke eingepr&uuml;gelt hat<\/p><p>MfG<br>\nRainer Schulze<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>7. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Liebes Team der Nachdenkseiten!<\/p><p>Auch mich st&ouml;rt schon seit langem die st&auml;ndige Benutzung des Begriffes &ldquo;Mob&rdquo;. Damit werden die Demonstranten beleidigt, welche die kriegstreibende Politik der Elite mit ihren &ldquo;westlichen Werten&rdquo; erkannt hat und versucht durch Proteste dagegen vorzugehen. Die Helfeshelfer dieser Politik sind die Medien, die von den Demonstranten als L&uuml;genpresse bezeichnet werden. Somit ist der Ausdruck Mob eine Reaktion auf den Begriff L&uuml;genpresse des politischen Gegners. Als Mob werden nat&uuml;rlich nur die regierungskritischen Demonstranten bezeichnet.&nbsp; Dazu z&auml;hlen die Querdenker, Pegidateilnehmer und Trumpanh&auml;nger, die das Capitol st&uuml;rmten. Auch m&uuml;sste man noch die Bauernproteste und die Gelbwesten mit dazu nehmen, denn auch sie haben der herrschenden Politik einiges vorzuwerfen. Aber hier ist man noch vorsichtig mit einer Beschimpfung.&nbsp; Ausdr&uuml;cklich nicht dazu z&auml;hle ich die &ldquo;Fridays for future&rdquo; Demos und die Antifa. Die &ldquo;Fridays for futur&rdquo; Demos bestehen sowie meist aus Mitgliedern der gehobenen Schicht, denen es egal ist, ob die Menschen in Kohlekraftwerken und Automobilfabriken ihre Arbeit verlieren und die kleinen Leute mit der Mineral&ouml;lsteuer belastet werden, w&auml;hrend ein kostenfreier Nahverkehr kein Thema ist. Auch die Teilnehmer der Antifa werden wohl nie mit Mitschimpfw&ouml;rtern belegt werden, weil da ja das Establishment selbst mitmarschiert und im Gegensatz zu den kritischen Bewegungen die eigene Regierung unterst&uuml;tzt wird. Dort hat man ja auch schon Claudia Roth und Cem &Ouml;zdemir gesehen. Die Demonstranten in China. Russland, Bellarus, Venezuela usw. w&uuml;rde man wohl nie als Mob bezeichnen, weil man diese f&uuml;r einen Umsturz in den jeweiligen L&auml;ndern braucht. Selbst wenn dort auch Gewalt von den Protestlern ausgeht, sind immer die im Auftrag der Regierung handelnden Polizisten die Schuldigen. So wollen es in jedem Fall unsere Medien sehen. Ich bin Herrn M&uuml;ller sehr dankbar f&uuml;r die kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff &ldquo;Mob&rdquo;. Das war schon lange f&auml;llig.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichem Gru&szlig;<br>\nHarald Pfleger<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>8. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sch&ouml;nen guten Morgen!<\/p><p>Aber na sicher geh&ouml;rt es zu meinem Sprachschatz, aber ich kann es selten nur gebrauchen. Ich kann mich nicht erinnern in Deutschland jemals so etwas wie einen Mob gesehen oder davon geh&ouml;rt zu haben.<\/p><p>Mob ist ausgrenzend, entweder man grenzt sich selber aus oder wie in den meisten F&auml;llen der Nutzung wird die Menge ausgegrenzt, die da als Mob erkannt worden ist. Man geh&ouml;rt nicht dazu. Allerdings halte ich das Ausgrenzen selbst nicht nur f&uuml;r lebensfeindlich (siehe L. Margulis) sondern auch zus&auml;tzlich dazu auch f&uuml;r faschistoid. Sicher nicht die gro&szlig;e Keule, aber ein Blut&auml;derchen der Sprachentgrenzung vermittelt es Verachtung, Herabla&szlig;ung und Arroganz wobei von M&auml;chtigen genutzt dann noch &Uuml;berheblichkeit dazukommt. Es bedeutet die Motive und Veranla&szlig;ungen der Gruppe, die da als Mob bezeichnet wird, weg zu wischen und zwar lapidar. Und waren es nicht die Black Panthers, die &lsquo;respect man&rsquo; als Losung hatten? Respekt ist von dem Wort Mob sehr weit entfernt. Und ich halte es f&uuml;r legitim auf die Geisteshaltung des- oder derjenigen, der\/die dieses Wort in sozialer Spannlage wom&ouml;glich nutzt, als eine rechte zu schlie&szlig;en. Schattierungen von Pastell bis Vollton sind da durchaus beobachtbar.<\/p><p>So wie der Debattenraum beschr&auml;nkt wird (naja zumindest wird es versucht) wird die Sprachnutzung hin zum Entmenschlichen verschoben. Immer mehr wird in den &ouml;ffentlichen Raum getragen, da&szlig; es Menschen geben soll, die nicht dazu geh&ouml;ren. Worauf wird da vorbereitet? Ich wage es nicht dar&uuml;ber zu spekulieren &ndash; es liegt dort n&auml;mlich eine Dunkelheit, die schnell zu Furcht und Angst f&uuml;hrt.<br>\nJedoch mu&szlig; das angesprochen werden und da bedanke ich mich ausdr&uuml;cklich f&uuml;r den Artikel, denn diese Zusammenh&auml;nge, die ja von Sprachkritikern seit mehr als einem Jahrhundert erforscht werden, sind in der &Ouml;ffentlichkeit seltener anzutreffen, obschon doch alle die Sprache nutzen.<\/p><ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.wochenblick.at\/massnahmen-kritik-fuehrt-zur-suspendierung-polizei-als-spielball-der-politik\/\">Ein weiteres Beispiel f&uuml;r Mob liefert der Wochenblick aus Ober&ouml;sterreich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/files.crsend.com\/259000\/259779\/images\/Goeppingen_Jan_2021.jpg\">Und wenn es um Sprachmanipulation geht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/corona-blog.net\/2021\/02\/02\/querdenker-muessen-sterben-impfaufruf-von-brainndead-absoluter-flopp\/\">Dieses Plakat wurde in Berlin entworfen<\/a><\/li>\n<\/ul><p>Nun wer sich schon braindead nennt&hellip;<\/p><p>Mit freundlichen, och nee, herzlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nJoachim Sch&auml;fer<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>9. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Geh&ouml;rt das Wort Mob zu Ihrem Sprachschatz?<br>\n&nbsp;<br>\nNein, tut es nicht. Ich lehne solches Wording pers&ouml;nlich aus Gr&uuml;nden eines kulturvollen Diskurses ab. Sie haben Recht, Herr M&uuml;ller: dieser Begriff&nbsp; hat im Gedankenaustausch und im Streit unter Demokraten nichts zu suchen.<\/p><p>Das gilt im Umkehrschluss dann aber auch f&uuml;r &auml;hnlich destruktive Begriffe wie &ldquo;Corona-Diktatur&rdquo; , &ldquo;Erm&auml;chtigungsgesetz&rdquo;, &ldquo;Zwangsimpfung&rdquo; oder &ldquo;Linksfaschismus&rdquo; , um noch die &ldquo;harmloseren&rdquo; Begriffe, die auf Bef&uuml;rworter*innen der Schutzmassnahmen bzw. Kritiker*innen von &ldquo;Querdenken&rdquo; angewendet wurden, zu nennen.<\/p><p>Von verbalen Bedrohungen oder sogar Gewaltandrohungen in einschl&auml;gigen Chatgruppen will ich gar nicht erst reden. Alles schon selbst erlebt.<\/p><p>Wenn alle,-trotz gegenteilger Ansichten,- verbal abr&uuml;sten w&uuml;rden, w&auml;re schon mal ein erster positiver Schritt gemacht .<br>\n&nbsp;<br>\nAus diesem Grund weise ich Sie auch darauf hin, &nbsp;dass ich in einer anonymisierten Form schreibe.<br>\n&nbsp;<br>\nFreundliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nRainbow-Warrior21<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>10. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller<\/p><p>mit grossem Interesse lese ich Ihre Beitr&auml;ge zur kritischen Betrachtung des Demokratiestatus in Deutschland.<\/p><p>Wie ich in vergangenen Leserbriefen bereits bisweilen angemerkt habe, scheint mir Ihre diesbez&uuml;gliche Skepsis nicht nur angebracht, als in den schweren Strauss-Jahren im und nach dem &bdquo;Deutschen Herbst&ldquo; politisch sozialisierter Spross eines Juristenhaushaltes sehe ich dar&uuml;ber hinaus sogar viele Winkel und Dunkelfelder der derzeit aktuellen Staatsf&uuml;hrung als wesentlich antidemokratischer bis glattweg kriminell-organisiert faschistoid an &ndash; wer als intellektuell durstiger Grundgesetz- und (bayerische) Verfassungsgutfinder unter Strau&szlig; aufgewachsen ist wie ich hat oftmals einen Faschismusdetektor entwickelt, der auch Jahrzehnte nach dem Tod des grossen Vorsitzenden ganz ordentlich funktioniert.<\/p><p>Nun sind &bdquo;Anstand&ldquo; und &bdquo;Moral&ldquo; zwar grunds&auml;tzlich erfreuliche oder sogar eventuell erw&uuml;nschte Grundwerte des zivilisierten Humanisten, die von der radikalen Mitte pervertierte Form von sprachlichem Anstand, bekannt als das anglophone &bdquo;political Correctness&ldquo;-Konstrukt zur vorsorglichen Ausgrenzung all jener Diskutanten mit potentiell unliebsamen Beitr&auml;gen hingegen ist, meiner bescheidenen Meinung nach, nichts anderes als &bdquo;Faschismus, getarnt als gute Manieren&ldquo;, wie George Carlin das ebenso wortm&auml;chtig wie pr&auml;gnant zusammengefasst hat.<\/p><p>Der &bdquo;Mob&ldquo;, in den von ihnen zurecht beanstandeten Kontexten regelm&auml;ssig wider die ausserparlamentarische Opposition als generelles Ausgrenzungsverdikt eingesetzt, geh&ouml;rt eindeutig in exakt diese Kategorie von Faschismus, getarnt als gute Manieren.<\/p><p>An dieser Stelle im politischen Diskurs bin ich der Meinung, dass sich die linke (und die allgemein demokratische) Opposition sowohl innerhalb als auch um so mehr ausserhalb der Parlamente diesem Verdikt offen und mit allen Mitteln entgegenzustellen hat. Vor allem mit dem Mittel der Sprache und der Sprachregelungen: Die Spin-Doctors des Regimes versuchen ja eine Sprachregelung der Teilung zu installieren mit dem Mob &ndash; &nbsp;nehmen wir sie also beim Wort, nehmen wir die Bezeichnung als generalisierende Auszeichnung f&uuml;r alle individuellen Selberdenker an, und revanchieren wir uns unsererseits mit Begriffen und Definitionen:&nbsp;<\/p><p>Wo ein Mob ist, ist immer auch eine Junta die ihm in&rsquo;s Bein schiesst.&nbsp;<\/p><p>Wo ein Mob marschieren muss ist immer auch eine Junta die ihn d&auml;monisieren und folglich terrorisieren muss um sich nicht mit berechtigten oppositionellen Forderungen wider das eigene (Terror-)Regime auseinandersetzen zu m&uuml;ssen.&nbsp;<\/p><p>Die Erfindung dieses omin&ouml;sen &bdquo;Mobs&ldquo; ist doch schon eine hinreichende Begr&uuml;ndung f&uuml;r die offensichtliche Notwendigkeit der es Regimes, seine terroristische Herrschaft des Geldes auf Kosten der demokratischen Mehrheit mit einer irgendwie konstruierten &bdquo;divide et impera&ldquo; Mechanik zu verschleiern.<\/p><p>Dem selben Muster &uuml;brigens, divide et impera, folgt die uns&auml;gliche Zersplitterung der linken Seite des Spektrums in identit&auml;tspolitische Micro-Einheiten, die sich wie weiland Stalinisten und Trotzkisten gegenseitig an die Wand stellen und sich dem modernen Gulag der &bdquo;Cancel-Cultur&ldquo; auszuliefern versuchen mit noch den verquastesten &bdquo;shaming&ldquo; Methoden, deren gendervergiftete Identit&auml;tspolitikergehirne sich zu entbl&ouml;den verm&ouml;gen.&nbsp;<\/p><p>So wie nun die &bdquo;Niggers&rdquo; der U.S. Subkulturen vor Jahrzehnten zun&auml;chst damit begonnen haben den Begriff samt der dahinter stehenden Ideologie f&uuml;r sich zu erobern und auf diese Weise ver&auml;chtlich zu machen, w&auml;re das aktive aufnehmen des Mob-Begriffs und seine (Um-)Besetzung mit der <em>erzwungenen<\/em> demokratischen Mitsprache <em>aller Gesellschaftsteilnehmer<\/em> die von eben diesem Mob gefordert wird eine M&ouml;glichkeit, sich als Gegenpol zum radikalen Mitteblock und seiner feudal-faschistoiden Diskussionsraum-Beschneidung und Ausgrenzung zu positionieren.&nbsp;<\/p><p>Den leider &uuml;beraus erfolgreichen Spindoctores der g&uuml;ltigen Geld-Junta als &bdquo;Aussenfront&ldquo; muss man von der linken Seite des Spektrums her ebenso begegnen wie das die rechte Seite des Spectrums tut.<\/p><p>Querfrontvorw&uuml;rfe lassen dabei wohl zumindest zeitweise nicht vermeiden, aber das Ziel &bdquo;R&uuml;ckkehr zum Klassenkampf&ldquo; ist es meines Erachtens wert, und die Forderung nach unzensiertem Mitspracherecht schliesst nunmal f&uuml;r gute Demokraten auch die Forderung danach ein, die G&rsquo;schwollsch&auml;del und Rechtsaussen-Dogmatiker sich selber l&auml;cherlich machen zu lassen anstatt sie seinerseits vom Diskurs auszuschliessen.<\/p><p>Allerdings hat die linke Seite nat&uuml;rlich das zus&auml;tzliche Problem, dass dem Ziel &bdquo;R&uuml;ckkehr zum Klassenkampf&ldquo; in den eigenen Reihen am linken Rand die seit Jahren exponentiell zunehmende uns&auml;gliche Selbstzerfleischung durch identit&auml;tspolitische Amokl&auml;uferinnen in Kohortengr&ouml;ssenordnungen entgegensteht, am rechten Rand hingegen die versprengte Rumpf-SPD als K&auml;uflinge und neoliberale Terrorgenossen des aktuell g&uuml;ltigen Feudalregimes, w&auml;hrend rechts ausser der AFD als Ausdrucksform rechts von der CSU niemand mitmischt und die Schlagkraft zerst&uuml;ckelt, auch wenn die CSU nat&uuml;rlich unter S&ouml;der zunehmend an ihrer rechten Seite auszufransen droht, weil sich niederbayerisch-l&auml;ndliche Landwirte und Handwerker mit S&ouml;ders zeitweise schockierendem Gretaismus nicht anzufreunden in der Lage sind &ndash; hier hilft ihm aber Corona &uuml;ber ungeahnte Verwerfungen zwischen gr&uuml;nlichen Landeshauptstadt-Konservativen und der Hard-Core Bauern-CSU hinwegzuschreiten wie Jesus &uuml;ber das Wasser.<\/p><p>Warum schreib ich nun den ganzen Sermon?&nbsp;<\/p><p>Weil ich glaube es k&ouml;nnte einen Versuch wert sein, sich aktiver gegen die bleierne political correctness der anderen zu behaupten, indem man Begrifflichkeiten seinerseits eine oder zwei Stufen &bdquo;versch&auml;rft&rdquo; und im Zusammenhang mit Hartz und Sozialdumping von ebenso menschenverachtendem wie grundgesetzwidrigem Austerit&auml;tsterror schreibt, im Zusammenhang mit Merz vom Feudalismus und seinen Feudalherren, im Zusammenhang mit Politverbrechern wie Scheuer (Verkehr) bis Scholz (Cum-Ex, Austerit&auml;tsterror und rote schwarze Null), wie Spahn (Datenschutz und Krankheitsausverkauf) bis Maas (Maas insgesamt) von K&auml;uflingen und Klientel-Apparatschiks &hellip;. Das ist nat&uuml;rlich alles nur mit dem entsprechenden Humor und mit extrem spitzer Feder zu bewerkstelligen, weil das legalit&auml;re System zwar vielleicht die Kunst zu sch&uuml;tzen vermag (von B&ouml;hmermann bis Anstalt), bei Antifaschismus, Antikapitalismus und Anti-Establishment aber naturgem&auml;ss reflexartig die Hand sch&uuml;tzen wird von der es gef&uuml;ttert wird.<\/p><p>Wie den radikalen identischen Genderistinnen und den venagelten &bdquo;affirmative action&ldquo; Feministinnen zu begegnen sein k&ouml;nnte wei&szlig; ich offen gestanden leider bis heute nicht, weil man Intelligenz und &Uuml;berblick ja leider nicht als Tabletten oder Heilsaft l&ouml;ffelweise ausgeben kann auf Parteiveranstaltungen links von der radikale Mitte, dass aber der bitter n&ouml;tige Klassenkampf nur mit einem massiven Bewusstseinsschub derer &bdquo;unten&ldquo; zu bewerkstelligen sein wird ist sicher.&nbsp;<\/p><p>Die angedachte Sch&auml;rfung der Begrifflichkeiten k&ouml;nnte dabei eine grosse Hilfe sein, sobald die Leute anfangen sich mit ihrer eigenen Rolle auf der vernachl&auml;ssigten Seite der Demokratur des Kapitals zu identifizieren und sich als politische Subjekte wahrzunehmen.<\/p><p>Ich hoffe, Ignaz Wrobel, Paul Panther und Theobald Tiger als einige Protagonisten einer ebenso intellektuellen wie scharfz&uuml;ngigen antifaschistischen Linken w&uuml;rden mir recht geben.<\/p><p>Bei der Gelegenheit wie immer: Vielen Dank f&uuml;r die Unerm&uuml;dlichkeit und Beharrlichkeit der Nachdenkseiten, egal wie scharf der etablierte Gegenwind auch pfeifen mag!<\/p><p>Beste W&uuml;nsche vom Alpenrand&nbsp;<\/p><p>Michael Scheuer.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>11. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<br>\n&nbsp;<br>\nso sehr ich die Nachdenkseiten als kritisches Korrektiv sch&auml;tze, so sehr schie&szlig;en Sie mit dem Mob-Artikel &uuml;ber das Ziel hinaus. Mal ganz abgesehen davon, dass Sie den Mob-Begriff ziemlich erl&auml;uterungsfrei verwenden und nicht einmal den Informationsgehalt des entsprechenden Wikipedia-Artikels erreichen, so macht es kaum Sinn, v&ouml;llig verschiedene Verwendungsweisen des Stichworts &bdquo;Mob&ldquo; in eine Reihe zu stellen.<br>\n&nbsp;<br>\nWie immer man den Angriffs auf das US-Kapitol auch bewerten mag, so erscheint mir die Rede vom &bdquo;Mob&ldquo; in diesem Fall jedenfalls m&ouml;glich und angemessen zu sein. Denn es geht um eine &bdquo;aufgewiegelte Volksmenge&ldquo; (so die w&ouml;rtliche &Uuml;bersetzung) die sich in ihrem konkreten Verhalten von den Regeln demokratischer Auseinandersetzung komplett verabschiedet hat und die damit verkn&uuml;pften Achtsamkeitsregeln daher auch nicht mehr ohne Weiteres in Anspruch nehmen kann. Selbst wenn ich die Schilderungen des &Uuml;bergriffs, wie sie von Frau Ocasio-Cortez oder Herrn Graham &uuml;berliefert sind, f&uuml;r &uuml;bertrieben halten sollte: Mit Ihrem Angriff auf das Kapitol haben die Akteure deutlich gemacht, was sie von ihren Gegnern und der Demokratie halten: n&auml;mlich nichts. &nbsp;Und wer sich solcherma&szlig;en v&ouml;llig argumentfrei &nbsp;und gewaltf&ouml;rmig verh&auml;lt, der hat sich m.E. das Etikett &bdquo;Mob&ldquo; in einem differenzierten -Sinne des Begriff durchaus verdient, zumal es sich in keiner Weise um eine wie auch immer begr&uuml;ndbare &bdquo;revolution&auml;re Situation&ldquo; handelt.<br>\n&nbsp;<br>\nZwar ist das Mob-Etikett in der Tat abwertend, und wenn man es gebraucht, dann unterstellt man\/frau dem so bezeichneten Gegen&uuml;ber, dass er\/sie an nicht nur an argumentativer Auseinandersetzung uninteressiert ist, sondern seine (politische) Position als Gruppe gewaltt&auml;tig durchsetzen will, und zwar ohne R&uuml;cksicht auf andere und in einer Situation, die alles andere als &bdquo;revolution&auml;r&ldquo; beschrieben und gerechtfertigt werden kann. Auch wenn man &uuml;ber die Motive und das Verhalten der Kapitolst&uuml;rmer im Detail streiten mag &nbsp;&ndash; systematisch und n&uuml;chtern betrachtet ist das Etikett &bdquo;Mob&ldquo; in diesem Fall ebenso m&ouml;glich wie gerechtfertigt, und es w&auml;re eher wichtig, zu begr&uuml;nden, warum man\/frau es verwendet. Und genau deshalb finde ich es umgekehrt h&ouml;chst problematisch, wenn Sie in anklagendem Ton und erl&auml;uterungsfrei auf andere F&auml;lle des Wortgebrauchs verweisen. Denn das tr&auml;gt das nicht unbedingt zu einer Kl&auml;rung bei, sondern best&auml;rkt einen unreflektierten Begriffsgebrauch ebenso wie eine unreflektierte Gleichsetzung von links und rechts.<br>\n&nbsp;<br>\nMit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\n&nbsp;<br>\nWolfgang Bon&szlig;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden Emailadressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69627\">Im zweiten Artikel<\/a> der Serie <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69519\">Leben wir wirklich in einer Demokratie?<\/a> wird der Begriff &bdquo;Mob&ldquo; untersucht, der zurzeit h&auml;ufig von politischen Pers&ouml;nlichkeiten Verwendung findet. Albrecht M&uuml;ller meint, dass das Wort &bdquo;im Gedankenaustausch und im Streit unter Demokraten nichts zu suchen&ldquo; hat. Danke f&uuml;r die interessanten Leserbriefe. Hier folgt eine Auswahl. Zusammengestellt von <strong>Christian<\/strong><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69675\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[103],"tags":[],"class_list":["post-69675","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leserbriefe"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/69675","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=69675"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/69675\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":69689,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/69675\/revisions\/69689"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=69675"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=69675"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=69675"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}