{"id":6975,"date":"2010-10-07T09:37:32","date_gmt":"2010-10-07T07:37:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6975"},"modified":"2010-10-07T09:37:32","modified_gmt":"2010-10-07T07:37:32","slug":"hinweise-des-tages-1243","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6975","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Bankenregulierung; G-20-Treffen: Br&uuml;derle statt Sch&auml;uble; Angst um die Rente nimmt zu; R&ouml;sler greift Privaten erneut unter die Arme; gut f&uuml;r die schwarz-gelbe Klientel; die soziale Mauer; Versuch einer Anamnese der Demokratie; 10 Mrd. Euro f&uuml;r 26 Minuten; Gei&szlig;ler als Vermittler; entwickelt sich der Mensch weiter; Gr&uuml;ne h&auml;ngen SPD ab; Deutsche akzeptieren h&ouml;here Mieten; Gewerkschaft zu &bdquo;Bildungspaket&ldquo;; 13 Euro mehr f&uuml;r Studenten; amerikanischer Uni-Alptraum; Tausende gegen Rasmussen; in Ecuador wurde der Ausnahmezustand verl&auml;nger; Mesut &Ouml;zil spielt gegen seine Freunde. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.<br>\nHier die &Uuml;bersicht, Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Bankenregulierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">G-20-Treffen: Br&uuml;derle statt Sch&auml;uble<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Angst um die Rente nimmt zu<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Regierung plant Steuerentlastung f&uuml;r Versicherer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">R&ouml;sler greift Privaten erneut unter die Arme<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Gut f&uuml;r die schwarz-gelbe Klientel &ndash; schlecht f&uuml;r die Allgemeinheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Die soziale Mauer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Demokratie: Versuch einer Anamnese<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Die Sorgen der Superreichen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Stuttgart 21: 10 Mrd. Euro f&uuml;r 26 Minuten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Mappus schl&auml;gt Gei&szlig;ler als Vermittler vor<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Entwickelt sich der Mensch weiter?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Gr&uuml;ne h&auml;ngen SPD ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Deutsche akzeptieren h&ouml;here Mieten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Gewerkschaft zum geplanten &ldquo;Bildungspaket&rdquo; aus dem von der Leyen-Ministerium<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">13 Euro mehr f&uuml;r Studenten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Amerikanischer Uni-Alptraum<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Tausende gegen Rasmussen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Ecuador: Ausnahmezustand verl&auml;ngert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Mesut &Ouml;zil: Ich spiele gegen meine Freunde<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=6975&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Bankenregulierung<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Sachverst&auml;ndige: Neues Gesetz k&ouml;nnte HRE-Zusammenbruch nicht verhindern<\/strong><br>\nDurch den von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf eines Restrukturierungsgesetzes (17\/3024) werden sich auch in Zukunft Beinahe-Zusammenbr&uuml;che von Banken wie etwa der &bdquo;Hypo Real Estate&ldquo; (HRE) nach Einsch&auml;tzung mehrerer Sachverst&auml;ndiger nicht vermeiden lassen. So erkl&auml;rte Professor Martin Hellwig vom Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsg&uuml;tern Bonn in einer &Ouml;ffentlichen Anh&ouml;rung des Finanzausschusses am Mittwoch, die in dem Gesetz vorgesehenen Ma&szlig;nahmen zur Reorganisation von Banken seien nicht geeignet, um in einem Fall wie der HRE zur Anwendung zu kommen. Hellwig erkannte keinen wesentlichen Fortschritt im Vergleich zum heutigen Insolvenzrecht.<br>\nDer Gesetzentwurf sieht vor, dass systemrelevante Banken, die in eine Schieflage geraten sind, durch ein mehrstufiges Verfahren wieder saniert werden sollen. Ist eine Sanierung nicht m&ouml;glich, k&ouml;nnen Teile der Bank auch auf eine andere Bank oder eine staatliche &rdquo;Br&uuml;ckenbank&ldquo; &uuml;bertragen werden. Au&szlig;erdem ist die Erhebung einer Bankenabgabe vorgesehen, damit der Finanzsektor an den Kosten f&uuml;r die Abwicklung systemrelevanter Banken beteiligt wird.<br>\nHellwig lobte zwar, dass die Eingriffsm&ouml;glichkeiten der Bankenaufsicht verbessert w&uuml;rden, sah den von der Bankenabgabe zu speisenden Restrukturierungsfonds aber nicht in der Lage, bei Bankenrettungen f&uuml;r den Steuerzahler einzuspringen.<br>\nEin Vertreter der Bundesanstalt f&uuml;r Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sagte, ob die neuen Rechte einen Fall wie die HRE verhindert h&auml;tten, wisse er nicht, aber man h&auml;tte wenigstens fr&uuml;her bei der HRE eingreifen k&ouml;nnen.<br>\nProfessor Rolf Hickel (Institut f&uuml;r Arbeit und Wirtschaft der Universit&auml;t Bremen) sprach dem Restrukturierungsfonds jede pr&auml;ventive Wirkung ab. Au&szlig;erdem sei sein Aufkommen zu gering. W&uuml;rden zus&auml;tzliche Sonderbeitr&auml;ge erhoben, k&ouml;nnte dies die zur Zahlung verpflichteten Banken in finanzielle Probleme bringen.<br>\nProfessor Wolfgang Gerke (Bayerisches Finanz Zentrum) erkl&auml;rte, die Bankenabgabe werde den Steuerzahler auf keinen Fall entlasten. Er sei trotzdem f&uuml;r die Abgabe; sie sei ein &bdquo;Signal&ldquo;. Der Vertreter des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) nannte den Restrukturierungsfonds unter den Gesichtspunkten von Gerechtigkeit und Eiffizienz gerechtfertigt, w&auml;hrend der Bundesverband deutscher Banken erkl&auml;rte, dass der Fonds einerseits zwar Krisen nicht voll auffangen k&ouml;nne, aber andererseits nur ein Teil einer umfassenden Regulierung sei.<br>\nWie schon die BaFin lobte auch Professor Daniel Zimmer (Universit&auml;t Bonn) die zus&auml;tzlichen Eingriffsm&ouml;glichkeiten f&uuml;r die Aufsichtsbeh&ouml;rde. Mit dem Gesetz werde ein Baukasten geschaffen, aus dem man sich gut bedienen k&ouml;nnte. Dagegen kritisierte der Unternehmensberater Karl-Heinz B&auml;chst&auml;dt, dass der Entwurf keine Regelungen enthalte, um ein Institut nach dessen Rettung in geordneten Bahnen zu halten. &rdquo;Es kann nach der Rettung so weitermachen wie vorher&ldquo;, sagte B&auml;chst&auml;dt.<br>\nKritik kam vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband. Dessen Sprecher bezeichnete es als nicht nachvollziehbar, dass Sparkassen und Genossenschaftsbanken zur Bankenabgabe herangezogen werden sollten, obwohl sie nicht Verursacher der Finanzkrise gewesen seien und kein Anwendungsfall f&uuml;r den Restrukturierungsfonds in der Zukunft werden w&uuml;rden. Man verf&uuml;ge &uuml;ber ein eigenes Schutzsystem. Die Sparkassen kritisierten dar&uuml;ber hinaus, dass einige Akteure wie Hedgefonds gar nicht zur Bankenabgabe herangezogen werden sollten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2010_10\/2010_321\/06.html%20\">Deutscher Bundestag<\/a><\/li>\n<li><strong>Wir hoffen, dass wir international als Vorbild gelten<\/strong><br>\nDie neue Bankenregulierung soll das &laquo;Too big to fail&raquo;-Problem entsch&auml;rfen. Thomas Jordan, Vizepr&auml;sident des Nationalbankdirektoriums, legt dar, wie man nun Marktkr&auml;fte st&auml;rken will.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/finanzen\/nachrichten\/wir_hoffen_dass_wir_international_als_vorbild_gelten_1.7822938.html\">NZZ<\/a><\/li>\n<p><strong>Dagegen: <\/strong><\/p>\n<li><strong>Schweiz: Notfallpl&auml;ne der Grossbanken funktionieren nicht<\/strong><br>\nBankenprofessor Urs Birchler kritisiert am Expertenbericht zur &laquo;Too big to fail&raquo;-Problematik vor allem die Risikogewichtung, die Rabatte und die durch den Regulator kaum durchzusetzbaren Notfallpl&auml;ne. Eine k&uuml;nftige schwere Krise k&ouml;nne das Massnahmenpaket nicht abwenden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/finanzen\/webtv\/impulse\/impulse_oktober_2010_1.7767446.html?video=1.7831553\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Jenseits der Einsch&auml;tzung der Schweiz als Steueroase, scheint das Pro und Contra bez&uuml;glich der neuen Bankenregulierung in der Schweiz seri&ouml;ser und differenzierter ausgetragen zu werden als bei uns.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>G-20-Treffen: Br&uuml;derle statt Sch&auml;uble<\/strong><br>\nFDP und CSU dr&auml;ngeln, die Kanzlerin gibt um des lieben Friedens willen nach. Nur aus diesem Grund darf Wirtschaftsminister Rainer Br&uuml;derle, FDP, Ende Oktober nach Korea reisen, um dort in Vertretung des erkrankten Kabinettskollegen Wolfgang Sch&auml;uble, CDU, am Treffen der G-20-Finanzminister teilzunehmen. Br&uuml;derle, der zwar oft reist, wenn es wichtig wird aber f&uuml;r gew&ouml;hnlich zu Hause bleiben muss, hatte zuvor deutlich vernehmlich mit den F&uuml;&szlig;en&nbsp;gescharrt&hellip;<br>\nDiesmal also darf er fahren &ndash; in der Hoffnung, dass er in Korea m&ouml;glichst keinen Schaden anrichtet. Schlie&szlig;lich gibt es viele prominente Beispiele f&uuml;r Neu-Finanzminister, die durch unbedachte &Auml;u&szlig;erungen ein mittleres Beben an den Finanzm&auml;rkten ausl&ouml;sten. Im Zweifel wird FDP-Mann Br&uuml;derle Rat bei der SPD suchen m&uuml;ssen: Sein wichtigster Begleiter in Korea n&auml;mlich wird Asmussen&nbsp;sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/geld\/g-treffen-bruederle-statt-schaeuble-1.1008636\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Dieser Gipfel d&uuml;rfte noch nicht einmal die Spesen wert sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Angst um die Rente nimmt zu<\/strong><br>\nDie zunehmenden Staatsschulden treiben die Deutschen um und wirken sich nun auch auf ihre Haltung zur Rente aus: Die Menschen in Deutschland machen sich vermehrt Sorgen um ihre Altersversorgung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Allensbacher Instituts f&uuml;r Demoskopie im Auftrag der Postbank. Demnach bef&uuml;rchtet mittlerweile mehr als jeder dritte Berufst&auml;tige (37 Prozent), dass ihm der Staat die gesetzliche Rente im Alter k&uuml;rzen wird, weil er wegen der Schuldenlast kaum Geld habe. Au&szlig;erdem erwarten 28 Prozent der Berufst&auml;tigen, dass ihre Ersparnisse durch steigende Preise entwertet werden.<br>\nTrotzdem nimmt laut der Studie die private Altersvorsorge ab. Jeder f&uuml;nfte Berufst&auml;tige hat im Zuge der Finanzkrise seine Vorsorge gek&uuml;rzt oder sogar gek&uuml;ndigt. Mehr als zwei Drittel gaben an, dass sich ihre Einstellung zur privaten Altersvorsorge wegen der Finanzkrise zum Schlechten ver&auml;ndert habe: Sie beurteilen die Sicherheit der meisten Anlageformen skeptisch und sind sich zunehmend unsicher, welche Art der Vorsorge sie w&auml;hlen sollen. Die Verfasser der Studie sprechen von einer regelrechten &bdquo;Schockstarre&ldquo;.<br>\nAuch die Riester-Rente, eine der bekanntesten Modelle der privaten Altersvorsorge, hat drastisch an Ansehen verloren &ndash; besonders unter jungen Menschen. Noch vor zwei Jahren bezeichneten 45 Prozent der unter 30-J&auml;hrigen Berufst&auml;tigen die Riester-Rente als &bdquo;ideale Form der Alterssicherung&ldquo;. Heute tun das nur noch 26 Prozent. Und nur neun Prozent der jungen Berufst&auml;tigen planen aktuell, einen Riestervertrag abzuschlie&szlig;en. 2008 waren es noch 23 Prozent.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/altersvorsorge\/altersvorsorge-angst-um-die-rente-nimmt-zu_aid_559222.html\">Focus<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> <a href=\"\/wp-print.php?p=2052\">Jedes Jahr aufs Neue<\/a> schafft die Postbank durch eine Allensbach-Umfrage einen Medien-Event und klagt &uuml;ber die mangelnde oder gar <a href=\"http:\/\/www.postbank.de\/postbank\/pr_dossier_altersvorsorge.html\">nachlassende Bereitschaft der Deutschen zur privaten Altersvorsorge<\/a> und f&uuml;r eine private Pflichtversicherung (<a href=\"\/wp-print.php?p=3337\">NDS-Hinweis Ziffer 3 v. 16.7.2008<\/a>): Diesmal muss nun die Staatsverschuldung als Grund daf&uuml;r herhalten, dass die Leute weniger Geld bei den Banken f&uuml;r ihre Altersvorsorge anlegen. Dass die Menschen schlicht das Vertrauen in das Finanzsystem verloren haben, kommt den Bankstern nat&uuml;rlich nicht in den Sinn. Und der Traum von der Riester-Rente &bdquo;als ideale Form der Alterssicherung&ldquo; ist eben auch schon l&auml;ngst an der Realit&auml;t geplatzt.<\/em><\/p><\/li>\n<p><strong>Und weil es der Versicherungsbranche angeblich so schlecht geht:<\/strong><\/p>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Regierung plant Steuerentlastung f&uuml;r Versicherer<\/strong><br>\nErst die Hotels, jetzt die Versicherungen: Die Bundesregierung will eine weitere Branche mit Steuererleichterungen begl&uuml;cken.<br>\nDie unter niedrigen Zinsen leidenden Lebensversicherer in Deutschland k&ouml;nnen auf Steuererleichterungen hoffen. Die Bundesregierung will ihnen mit einer bis 2013 befristeten Regelung unter die Arme greifen, damit die Unternehmen ihre Sicherheitspuffer nicht ausgerechnet in einer Niedrigzinsphase abbauen m&uuml;ssen.<br>\nDer Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sprach von einer &bdquo;notwendigen Minimall&ouml;sung&ldquo;.<br>\nFinanzstaatssekret&auml;r J&ouml;rg Asmussen hatte den Gesetzesentwurf auf einer Konferenz mit dem Schutz der Versicherten begr&uuml;ndet: &bdquo;Eine dauerhafte Niedrigzinsphase w&uuml;rde die Ertr&auml;ge und die Erf&uuml;llbarkeit von Garantien erheblich belasten und h&auml;tte jahrelange Nebenwirkungen&ldquo;, zitierte ihn die &bdquo;Financial Times Deutschland&ldquo;.<br>\nDie Lebensversicherer haben den Kunden im Schnitt j&auml;hrliche Renditen von 3,4 Prozent garantiert, k&ouml;nnen aber etwa mit Staatsanleihen am Markt derzeit deutlich weniger verdienen. Viele bangen deshalb darum, dass sie ihre Versprechen langfristig noch halten k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/finanzen\/versicherungen\/article10114633\/Regierung-plant-Steuerentlastung-fuer-Versicherer.html%20\">Die Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Nach dem Bankenrettungsschirm nun auch noch ein Versicherungsrettungsschirm. Und das nat&uuml;rlich immer nur um die Altersvorsorge der kleinen Leute zu garantieren. Auf die Idee, dass der Weg in die kapitalgedeckte Altersvorsorge eben mit Risiken verbunden ist und stattdessen die umlagefinanzierte Rente wieder gest&auml;rkt werden m&uuml;sste, kommt Asmussen nat&uuml;rlich nicht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>R&ouml;sler greift Privaten erneut unter die Arme<\/strong><br>\nSchwarz-gelbe Gesundheitsreform: Jetzt soll auch das lukrative Gesch&auml;ft mit den Zusatzversicherungen bei den Privaten landen.<br>\nGesetzliche Krankenkassen sollen nicht mehr so einfach wie bisher eigene Zusatzversicherungen anbieten k&ouml;nnen. Stattdessen sollen sie ihren Versicherten entsprechende Angebote von privaten Krankenversicherern (PKV) vermitteln. Das sieht eine weitere &Auml;nderung der schwarz-gelben Koalition an ihrer Gesundheitsreform vor. Auch f&uuml;r die zahlreichen Wahltarife der Kassen sollen strengere Regeln gelten. So sollen sie genauer kalkuliert werden und die Versicherten nur noch ein statt bisher drei Jahre binden.<br>\nMit den &Auml;nderungen kommt die Koalition den privaten Versicherern abermals entgegen. Zuvor war bereits die Wartezeit verk&uuml;rzt worden, nach der gesetzlich Versicherte sich privat versichern k&ouml;nnen. Die neuerlichen Korrekturen ver&auml;ndern Teile der letzten Gesundheitsreform, die von der Union mitbeschlossen wurde. Die Reform soll Anfang November im Bundestag verabschiedet werden und im Januar in Kraft treten. Den Privaten ist es schon l&auml;nger ein Dorn im Auge, dass die gesetzlichen Kassen in das lukrative Gesch&auml;ft mit Zusatzversicherungen vordringen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article10095651\/Roesler-greift-Privaten-erneut-unter-die-Arme.html%20\">Die Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Selbst die konservative &bdquo;Welt&ldquo; kann die Klientel-Politik nicht mehr sch&ouml;nreden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Gut f&uuml;r die schwarz-gelbe Klientel &ndash; schlecht f&uuml;r die Allgemeinheit<\/strong><br>\nAus Berlin kommen heute zwei gute Nachrichten &ndash; eine f&uuml;r die Versicherungswirtschaft, eine f&uuml;r die Hoteliers. Bundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble will die Reform der erm&auml;&szlig;igten Mehrwertsteuers&auml;tze auf Eis legen. Damit bleibt es bei solchen Absurdi&auml;ten wie sieben Prozent Mehrwertsteuer f&uuml;r Rennpferde, Schnittblumen, Hundefutter &ndash; und auch f&uuml;r die Hoteliers. Und das, obwohl selbst FDP-Generalsekret&auml;r Christian Lindner inzwischen eingesehen hat, dass die Milliardensubvention f&uuml;r die Hotelwirtschaft ein entscheidender Geburtsfehler der schwarz-gelben Koalition war, der alle soialen Einschnitte bei Hartz-IV-Empf&auml;ngern und anderen Bev&ouml;lkerungsgruppen diskreditiert.<br>\nDie zweite gute Nachricht erreicht heute die Versicherungswirtschaft im speziellen und die Industrie im Allgemeinen. Bei der Reform der Pflegeversicherung, die heute parit&auml;tisch mit 1,95 Prozent von Arbeitnehmer und Arbeitgebern bezahlt wird, soll&nbsp;&ndash; so k&uuml;ndigte CDU\/CSU-Fraktionschef Volker Kauder an &ndash;&nbsp;die Bildung eines Kapitalstocks zur Absicherung k&uuml;nftiger Pflegerisiken gesetzlich eingef&uuml;hrt werden.<br>\nDass die Beitr&auml;ge steigen m&uuml;ssen, das liegt bei einer immer &auml;lter werdenden Gesellschaft auf der Hand. Wenn die Erh&ouml;hungen aber durch private Kapitalbildung nicht mehr gleicherma&szlig;en Arbeitnehmer und Arbeitgeber treffen, kommt es zu einer Art Kopfpauschale auch bei der Pflegeversicherung.<br>\nDie Versicherungswirtschaft, die Finanzberater und Dr&uuml;ckerkolonnen k&ouml;nnen sich freuen &ndash; ein neues Gesch&auml;ftsfeld tut sich auf. K&uuml;nftig k&ouml;nnen Finanzberater unsinnige Kapitallebensversicherungen und risikioreiche Fondssparpl&auml;ne auch als Pflegevorsorge verkaufen.<br>\nZwei Nachrichten aus Berlin, die gut f&uuml;r die schwarz-gelbe Klientel sind, aber schlecht f&uuml;r die Allgemeinheit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sprengsatz.de\/?p=3505%20\">Sprengsatz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die soziale Mauer <\/strong><br>\nZwanzig Jahre nach dem 3. Oktober 1990 ist auch der deutsche Sozialstaat nicht mehr wiederzuerkennen. Gewiss, sogenannte Reformen gab es schon vorher, und immer mehr liefen sie schon damals aufs Sparen hinaus, auf die R&uuml;cknahme von Sozialleistungen oder auf deren g&auml;nzlichen Abbau. Mit dem Zusammenschluss der beiden deutschen Staaten begann trotz allem aber eine neue Phase von Sozialreformen, denen ein v&ouml;lliger Paradigmenwechsel zugrundeliegt und die zu einer Umgestaltung des Sozialstaats gef&uuml;hrt haben, die in ihrem Vorfeld nicht ohne weiteres absehbar gewesen ist. Einige Punkte m&ouml;gen das im folgenden veranschaulichen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/das-blaettchen.de\/die-soziale-mauer\/\">Das Bl&auml;ttchen<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Eine gute, knappe und dennoch informative Beschreibung der Aush&ouml;hlung unseres Sozialstaates. J&uuml;rgen Fehn beginnt mit der meist verdr&auml;ngten Finanzierung eines betr&auml;chtlichen Teils der deutschen Vereinigung &uuml;ber Sozialversicherungsbeitr&auml;ge, die &ldquo;zu erheblichen wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen gef&uuml;hrt hat, die bis in die Gegenwart fortwirken.&rdquo; Sch&ouml;n auch der Vergleich der Arbeitsf&ouml;rderung vor und nach 1998, der bis in die Sprache hinein den Sieg des neoliberalen Zeitgeist aufzeigt: &bdquo;Wenn ihnen &sect; 2 Nr. 1 AFG noch versicherte, das Arbeitsamt werde &laquo;insbesondere dazu beitragen, dass weder Arbeitslosigkeit und unterwertige Besch&auml;ftigung noch ein Mangel an Arbeitskr&auml;ften eintreten oder fortdauern&raquo;, spricht das SGB III durchg&auml;ngig in &ouml;konomischen Marktmetaphern und erkl&auml;rt den Arbeitsuchenden damit zum homo oeconomicus, der zu verwerten sei, ganz gleich, wie.&ldquo; &Uuml;ber die Malaise von Hartz-IV geht es zur Ver&auml;nderung der Rentenformel durch den Nachhaltigkeitsfaktor, der dazu f&uuml;hrt, dass derjenige, der unter einem monatlichen Bruttoarbeitsentgelt von ca. 2.600 Euro liegt, &bdquo;sp&auml;testens im Alter zum &bdquo;Aufstocker&ldquo; [wird], auch wenn er sein Leben lang gearbeitet hat.&ldquo; Weiter geht es mit dem Abbau des der parit&auml;tischen Finanzierung der Krankenversicherung bis hin zur Einf&uuml;hrung der Kopfpauschale.<br>\nAuch wenn man sich nicht so sicher sein kann, das sich die DDR-B&uuml;rger, wenn dieser Sozialabbau von Anfang an absehbar gewesen w&auml;re &bdquo;sich ganz anders in den politischen Proze&szlig; eingebracht haben w&uuml;rden&ldquo; so kann man Fehns Res&uuml;mee nur zustimmen: &bdquo;Die eigentliche Mauer, die heutzutage durch Deutschland geht, ist eine Mauer zwischen Arm und Reich, die sich immer weniger zu sagen haben.&ldquo;<br>\nNDS- Leser d&uuml;rften mit diesen Themen vertraut sein, aber dieser komprimierte Text empfiehlt sich zur Weitergabe an Zeitgenossen, die als Opfer der Verdr&auml;ngungsmaschinerie von Medien und Politik vergessen haben, dass die erb&auml;rmliche Situation unseres Gemeinwesens nicht quasi Naturgesetz vom Himmel gefallen ist, sondern von den politischen und &ouml;konomischen Eliten betrieben und in die Realit&auml;t umgesetzt wurde.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Demokratie Versuch einer Anamnese<\/strong><br>\nExperten jedenfalls sprechen mit Blick auf westliche Gesellschaften schon seit l&auml;ngerem von Postdemokratie, und wiewohl die nicht vom gelben Riesen ausgeliefert wird, legt doch bereits der Begriff die Bef&uuml;rchtung nahe, dass der Demos, also das Volk, dabei noch weniger zu sagen haben k&ouml;nnte als zu Zeiten der Erfindung der Demokratie im klassischen Griechenland&hellip; Postdemokratie ist dem britischen Soziologen Colin Crouch zufolge durch vier grundlegende Merkmale charakterisiert. Erstens &ndash; demokratische Rituale und Institutionen bestehen zwar auf allen gesellschaftlichen Ebenen fort und funktionieren &ndash; oberfl&auml;chlich betrachtet &ndash; so, als w&auml;ren sie das tragende Skelett des Staates, tats&auml;chlich sind sie aber f&uuml;r die tats&auml;chlichen politischen Entscheidungsprozesse nahezu irrelevant. Damit korrespondiert zweitens, da&szlig; Parteipolitik und Wahlk&auml;mpfe von den Inhalten der sp&auml;teren Regierungspolitik weitgehend entkoppelt sind. Personalisierte Wahlk&auml;mpfe dominieren anstelle gesellschaftlicher Debatten &uuml;ber Alternativen der Entwicklung des Gemeinwesens. Drittens &ndash; der konkrete Inhalt der Politik wird hinter den Kulissen, im Zusammenwirken von politischen und wirtschaftlichen Entscheidungstr&auml;gern, bestimmt. Und daraus folgt viertens, dass das Volk zwar nicht de jure, aber sehr wohl de facto entmachtet ist. &bdquo;Alle Staatsgewalt geht &hellip;&rdquo; wird damit zur leeren, lediglich deklarativen H&uuml;lle und zur Reminiszenz an eine Zeit, die es als solche vielleicht nie gegeben hat. Claudia Ritzi und Gary S. Schaal von der Bundeswehrakademie in Hamburg res&uuml;mierten in einem h&ouml;chst lesenswerten Essay in der Beilage &bdquo;Aus Politik und Zeitgeschichte&rdquo; der Wochenzeitung DAS PARLAMENT: &bdquo;Postdemokratie ist &hellip; eine Scheindemokratie im institutionellen Geh&auml;use einer vollwertigen Demokratie.&rdquo;<br>\nDass die Bundesrepublik in ihrem gegenw&auml;rtigen Zustand im &uuml;brigen den genannten postdemokratischen Kriterien ziemlich vollst&auml;ndig entspricht, ist ein Eindruck, der sich mittlerweile andauernd aufdr&auml;ngt. Der j&uuml;ngst zwischen schwarz-gelber Koalition und den vier gro&szlig;en Energiekonzernen ausgekungelte sogenannte Atomkompromi&szlig; ist da nur das j&uuml;ngste Beispiel in einer schier endlosen Reihe. Das erfolgreiche Durchsetzen von Partikularinteressen gegen Volkes Erwartungen ist dabei nat&uuml;rlich kein Vorrecht der Energiewirtschaft. So erinnerte Christian Bommarius in der Berliner Zeitung k&uuml;rzlich daran, dass Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in seiner Zeit als Wirtschaftsminister eine britische Gro&szlig;kanzlei beauftragte, einen Entwurf zum Kreditwesengesetz zu verfassen, und der gefiel dem Minister offenbar so gut, dass er den Text an andere Ministerien weiterreichen lie&szlig;, ohne auch nur die Signatur der Kanzlei tilgen zu lassen. Bommarius nannte den Vorgang einen &bdquo;gravierenden Versto&szlig; gegen die Hygienevorschriften der Gesetzes-Produktion&rdquo; und bescheinigte der Bundesregierung &uuml;berdies, &bdquo;seitdem ein bedeutendes St&uuml;ck vorangekommen&rdquo; zu sein: Sie lasse sich heute den Gesetzestext von den Betroffenen gleich selbst diktieren: &bdquo;So geschehen im Fall des sogenannten Sparpakets f&uuml;r die Pharmaindustrie, ein Gesetzesvorhaben, das zum guten Teil bis zu Punkt und Komma von r&uuml;hrigen Vertretern des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) formuliert worden ist.&rdquo; formuliert worden ist.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.linksnet.de\/de\/artikel\/25970\">linksnet<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Die Sorgen der Superreichen<\/strong><br>\nMit Kampagnen wollen Amerikas Milliard&auml;re die lahmende US-Wirtschaft wieder in Schwung bringen. Der Spekulant George Soros attackiert vor allem die deutsche Kanzlerin.<br>\nSoros will frisches Geld in Investitionen stecken, in Stra&szlig;en, Schienen, neue Energien. Das k&ouml;nnte kurzfristig Arbeitspl&auml;tze schaffen und langfristig das Land besser aufstellen. &ldquo;In Zeiten von Massenarbeitslosigkeit die Regierungsausgaben zur&uuml;ckzufahren k&ouml;nnen wir uns nicht leisten. Der Privatsektor schafft das nicht allein&rdquo;, sagt der Milliard&auml;r. Deshalb m&uuml;sse Washington noch mehr Schulden machen. Sekunden sp&auml;ter attackiert der alte Mann eine Dame, die auf der anderen Seite des Atlantiks ihren Amtsgesch&auml;ften nachgeht.&nbsp;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2010-10\/einflussnahme-millionaere-usa?page=1\">Zeit Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Anders dagegen Peter Peterson, der Gr&uuml;nder des Private-Equity-Riesen Blackstone, er spendete eine Milliarde Dollar f&uuml;r eine Kampagne f&uuml;r ein schuldenfreies Amerika.<\/em>  <\/p>\n<p><strong>Siehe zu den Kampagnen der Konservativen auch: <\/strong><\/p>\n<p><strong>Paul Krugman: Fear and Favor<\/strong><br>\nModern American conservatism is, in large part, a movement shaped by billionaires and their bank accounts, and assured paychecks for the ideologically loyal are an important part of the system. Scientists willing to deny the existence of man-made climate change, economists willing to declare that tax cuts for the rich are essential to growth, strategic thinkers willing to provide rationales for wars of choice, lawyers willing to provide defenses of torture, all can count on support from a network of organizations that may seem independent on the surface but are largely financed by a handful of ultrawealthy families.<br>\nAnd these organizations have long provided havens for conservative political figures not currently in office.<br>\nNobody who was paying attention has ever doubted that Fox is, in reality, a part of the Republican political machine; but the network &mdash; with its Orwellian slogan, &ldquo;fair and balanced&rdquo; &mdash; has always denied the obvious. Officially, it still does. But by hiring those G.O.P. candidates, while at the same time making million-dollar contributions to the Republican Governors Association and the rabidly anti-Obama United States Chamber of Commerce, Rupert Murdoch&rsquo;s News Corporation, which owns Fox, is signaling that it no longer feels the need to make any effort to keep up appearances.<br>\nSomething else has changed, too: increasingly, Fox News has gone from merely supporting Republican candidates to anointing them.<br>\nSo think of those paychecks to Sarah Palin and others as smart investments. After all, if you&rsquo;re a media mogul, it&rsquo;s always good to have friends in high places. And the most reliable friends are the ones who know they owe it all to you.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nytimes.com\/2010\/10\/04\/opinion\/04krugman.html?_r=1&amp;src=me&amp;ref=homepage\">New York Times<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Was Meinungsmache betrifft, ist man in USA noch einen Schritt voraus.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Stuttgart 21: 10 Mrd. Euro f&uuml;r 26 Minuten<\/strong><br>\nWir schreiben ein Jahr zwischen 2025 und 2030. Stuttgart 21 &ndash; die Umwandlung des Kopfbahnhofs in eine tiefergelegte Durchgangsstation &ndash; ist soeben m&uuml;hevoll fertiggestellt. Man stelle sich vor, die Entscheider m&uuml;ssten eine Woche lang Bahn statt Dienstwagen fahren. Was k&ouml;nnten sie sehen? Die Fahrt in die slowakische Hauptstadt Bratislava ist 26 Minuten schneller. Das macht attraktive acht Stunden und 29 Minuten statt bislang acht Stunden, 55 Minuten &ndash; sofern das dreimalige Umsteigen klappt. Der erhoffte Stundentakt nach Paris bleibt ein Traum. Der Tiefbahnhof erweist sich als Nadel&ouml;hr, weil die unterstellten Soll-Haltezeiten von einer Minute im Regionalverkehr und 2,2 Minuten bei Fernz&uuml;gen irreal sind. Am teuren Fernbahnhof des Flughafens f&auml;hrt der ICE vorbei, so wie heute bereits an K&ouml;ln\/Bonn oder D&uuml;sseldorf. Die versprochene Erh&ouml;hung der Kaufkraft f&uuml;r die Region bleibt aus &ndash; Schieneninvestitionen entfalten nur in Limburg und Montabaur Wachstum, landesweit sind dies Nullsummenspiele. Mehr Regionalz&uuml;ge fahren auch nicht, das Land kann sie wegen der Schuldenbremse nicht finanzieren.Nach der Eskalation im Schlossgarten vergangene Woche d&auml;mmert es vielen, dass Stuttgart 21 nicht durchzusetzen ist. Der geringe Nutzen des Vorhabens f&uuml;r den Verkehr ist nicht zu vermitteln. Daher wird nun die Staatsr&auml;son bem&uuml;ht. So sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel k&uuml;rzlich, ohne Festhalten an Stuttgart 21 k&ouml;nne sie nicht mehr nach Europa fahren, der griechische Kollege k&ouml;nnte ja sagen: &ldquo;Wenn Deutschland vor Protesten einknickt, kann ich den Stabilit&auml;tspakt zu Hause nicht verteidigen.&rdquo;<br>\nNach normalen demokratischen Spielregeln war Stuttgart 21 mehrfach tot. Doch im Gegensatz zu Frankfurt 21 oder M&uuml;nchen 21 wirken im L&auml;ndle reanimierende Kr&auml;fte. Jetzt sollen &ndash; nach 16 Jahren &ndash; alle Fakten auf den (runden) Tisch, man wolle versachlichen, hei&szlig;t es. Das w&auml;re zu begr&uuml;&szlig;en, ist aber Illusion. Es hat Gr&uuml;nde, Wirtschaftlichkeitsrechnungen und Risikoberichte wegzuschlie&szlig;en. W&auml;ren diese lesbar, w&auml;re der Ausstieg Formsache. Bis 2013 lohnt er sich, noch kostet er maximal 500 Mio. Euro, das ist &uuml;berschaubar im Vergleich zu 10 Mrd. Euro Baukosten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:stuttgart-21-10-mrd-euro-fuer-26-minuten\/50179250.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Selten hat in schon fast erfrischend d&auml;mliche Weise Angela Merkel offen gelegt, dass sie sowohl von Stuttgart 21 als auch der Griechenlandkrise keinen Schimmer hat bzw. Machtfragen &uuml;ber Sachfragen rangieren. Jenseits aller Sachfragen geht ihr vor allem der Protest an sich auf die Nerven. Verst&auml;ndlich, ist doch die Machtbasis der CDU nicht nur im L&auml;ndle, sondern auch in Berlin bedroht. Aber sowohl in der Griechenlandkrise wie wohl auch bei Stuttgart 21 h&auml;tte ihr oder ihren Beratern eher eine vertiefte Beachtung der Sachfragen geholfen, als dieses dauernde Schielen nach Au&szlig;enwirkung. Sollte Frau Merkel tats&auml;chlich nicht begriffen haben, dass die Griechen gegen eine Sparorgie sondergleichen auf die Stra&szlig;e gehen, w&auml;hrend die Stuttgarter sich ein teures und &uuml;berfl&uuml;ssiges Projekt ersparen wollen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Mappus schl&auml;gt Gei&szlig;ler als Vermittler vor<\/strong><br>\nDer fr&uuml;here CDU-Generalsekret&auml;r Heiner Gei&szlig;ler soll im Konflikt um das Bahnprojekt Stuttgart 21 vermitteln. Baden-W&uuml;rttembergs Ministerpr&auml;sident Stefan Mappus (CDU) hat den 80-J&auml;hrigen am Mittwoch in seiner Regierungserkl&auml;rung als Mittelsmann zwischen Gegnern und Bef&uuml;rwortern vorschlagen.<br>\nDer ehemalige Bundesminister Gei&szlig;ler gilt in der CDU als Querkopf und ist Mitglied der globalisierungskritischen Organisation Attac. Die baden-w&uuml;rttembergischen Gr&uuml;nen hatten den erfahrenen Schlichter von Tarifkonflikten zuerst ins Gespr&auml;ch gebracht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,721577,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung TK:<\/strong> Wenn es bisher nicht gelungen ist, die Protestbewegung gegen &bdquo;S21&ldquo; zu spalten, mit Gei&szlig;ler als &bdquo;Vermittler&ldquo; wird es gelingen&hellip;<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung WL:<\/strong> Der langj&auml;hrige Generalsekret&auml;r der CDU und in dieser Zeit einer der demagogischsten Aufwiegler gegen die Gr&uuml;nen und die Sozialdemokraten, gibt sich heute als das &bdquo;linke Gewissen der CDU&ldquo;. Dieses Image hat er mit seinem spektakul&auml;ren Beitritt zu Attac kurz vor dem G8-Gipfel in Heiligendamm ausgebaut. Die Gr&uuml;nen m&uuml;ssten doch allm&auml;hlich durchschaut haben, dass Gei&szlig;ler links blinkt und nach rechts f&auml;hrt. Er dient als abweichlerisches Aush&auml;ngeschild, das aber letztlich immer dorthin zeigt, wohin die CDU (und damit auch Mappus) will. Vgl. etwa <a href=\"\/?p=3725\">Heiner Gei&szlig;ler: Rattenf&auml;nger f&uuml;r die CDU im linken und &ouml;kologischen Spektrum<\/a><\/em>.<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Entwickelt sich der Mensch weiter?<\/strong><br>\nViele politische Entscheidungen basieren auf impliziten Annahmen &uuml;ber die &bdquo;Natur des Menschen&ldquo;, und derzeit ist es popul&auml;r dar&uuml;ber zu spekulieren, wie die Evolution das menschliche Verhalten und die menschliche Psychologie gepr&auml;gt haben k&ouml;nnte. Das wirft einige wichtige Fragen auf: Entwickelt sich die Menschheit weiter &ndash; und, wenn ja, ver&auml;ndert sich unsere grundlegende biologische Natur &ndash; oder hat die moderne Kultur die Evolution gestoppt? Mithilfe der direkten Messung der nat&uuml;rlichen Selektion, die auf Zeitr&auml;ume angewendet wird, die so kurz sein k&ouml;nnen wie eine Generation, kann Selektion in Aktion erkennbar gemacht werden &ndash; um so die Frage beantworten zu k&ouml;nnen, ob die moderne Kultur die Evolution gestoppt hat. Auch bei diesem Ansatz ist die Botschaft eindeutig: Nat&uuml;rliche Selektion wirkt in modernen Kulturen weiter. Ob sie best&auml;ndig genug und &uuml;ber ausreichend lange Zeit wirkt, um signifikante genetische Ver&auml;nderungen zu produzieren, kann nur von zuk&uuml;nftigen Generationen beantwortet werden.<br>\nWir haben die Wirkung nat&uuml;rlicher Selektion auf Frauen in Framingham, Massachusetts, gemessen, wobei die von uns verwendeten Daten aus einer medizinischen Langzeitstudie &uuml;ber Herzerkrankungen stammen. Die Frauen wurden zwischen 1892 und 1956 geboren. Wir konnten signifikante Selektion feststellen und hochrechnen, dass sich diese Frauen, wenn sich diese Selektion &uuml;ber zehn Generationen fortsetzt, etwa zwei Zentimeter kleiner entwickeln und ihr erstes Kind etwa f&uuml;nf Monate fr&uuml;her bekommen w&uuml;rden. Bei unseren Sch&auml;tzungen, wie hoch der Anteil der Variationen unter Einzelpersonen ist, der auf Biologie zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden kann, kamen wir zu dem Ergebnis, dass dieser unter 5% liegt. 95% der Variationen erkl&auml;ren sich somit durch kulturelle Auswirkungen und pers&ouml;nliche Entscheidungen. Die Auswirkungen der Biologie auf die von uns gemessenen Merkmale sind zwar relativ gering f&uuml;r Menschen, die in komplexen modernen Kulturen leben, doch auch geringe Auswirkungen akkumulieren sich, wenn sie sich best&auml;ndig wiederholen.<br>\nWenn die Evolution ihren Kurs best&auml;ndig fortsetzen und die genetische Grundlage f&uuml;r K&ouml;rpergr&ouml;&szlig;e und Alter bei der Geburt des ersten Kindes &auml;ndern w&uuml;rde, w&uuml;rden wir zehn Generationen sp&auml;ter vielleicht keine kleineren und fr&uuml;her herangereiften Frauen erleben, weil die Auswirkungen von Kultur und Ern&auml;hrung die genetische Ver&auml;nderung mehr als kompensieren k&ouml;nnen. Einer meiner Kollegen dr&uuml;ckt es gern so aus, dass ein gutes Mittagessen in der Schule ausreichen kann, um die biologischen Effekte zu kaschieren. Sogar wenn wir uns auf ein einfaches k&ouml;rperliches Merkmal wie Gr&ouml;&szlig;e konzentrieren, erweist sich die nat&uuml;rliche Selektion beim Menschen als facettenreicher und nuancierter Prozess. Vergleichbare Untersuchungen &uuml;ber das Verhalten und die Psychologie des Menschen, bei denen eine komplexere Kausalit&auml;t vorliegt, &uuml;bersteigen immer noch unsere Fassungskraft. In solchen F&auml;llen d&uuml;rfte es kl&uuml;ger sein zu schweigen als zu spekulieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.project-syndicate.org\/commentary\/stearns1\/German\">Projekt Syndicate<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der Autor, Stephen C. Stearns, ist Professor f&uuml;r &Ouml;kologie und Evolutionsbiologie an der Universit&auml;t Yale. Er ist Mitverfasser eines Standardwerks der Evolutionsbiologie (&bdquo;Evolution&ldquo;), das leider bisher noch nicht auf Deutsch erschienen ist &ndash; Also Herr Sarrazin u.a.: Ein gutes Mittagessen in der Schule kann ausreichen, um Erbgut- Veranlagungen zu kaschieren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Gr&uuml;ne h&auml;ngen SPD ab<\/strong><br>\nDie SPD ist in ihren Sympathiewerten bei den W&auml;hlern auf das Niveau der letzten Bundestagswahl im September 2009 zur&uuml;ckgefallen. Nach den Ergebnissen der j&uuml;ngsten Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag von stern und RTL verloren die Sozialdemokraten gegen&uuml;ber der Vorwoche zwei Punkte und erreichen 23 Prozent. Die Gr&uuml;nen konnten einen Prozentpunkt hinzugewinnen, sie liegen mit 24 Prozent erstmals vor der SPD. (&hellip;) Forsa-Chef Manfred G&uuml;llner sagte dem stern, die SPD spreche die falschen Themen an und schneide deswegen schlecht ab. G&uuml;llner: &ldquo;Die Klage gegen die Energiebeschl&uuml;sse der Regierung oder die Kritik an den Hartz-IV-S&auml;tzen scheinen nicht die Probleme zu sein, die vielen fr&uuml;heren SPD-Mitgliedern aus der Mitte der Gesellschaft wichtig sind.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/stern-rtl-wahltrend-gruene-haengen-die-spd-ab-1610857.html\">stern<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Forsa-Chef und &ldquo;Agenda 2010&rdquo;-Propagandist Manfred G&uuml;llner gef&auml;llt sich scheinbar wieder einmal in seiner Rolle, auf angeblich &ldquo;wissenschaftlicher Basis&rdquo; ermittelte Umfrageergebnisse f&uuml;r seine rechtskonservativ-neoliberale Politpropaganda zu instrumentalisieren. Schon seit geraumer Zeit ist auff&auml;llig, dass G&uuml;llner SPD-Umfragewerte ver&ouml;ffentlicht, die massiv von jenen anderer Meinungsforschungsinstitute nach unten abweichen:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Forschungsgruppe Wahlen (ver&ouml;ffentlicht am 01.10.2010): 30 Prozent.<\/em><\/li>\n<li><em>Infratest dimap (30.09.2010): 29 Prozent.<\/em><\/li>\n<li><em>Allensbach (21.09.2010): 29,5 Prozent.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Von daher ist es einfach nur l&auml;cherlich, wenn G&uuml;llner fabuliert: &ldquo;Die Klage gegen die Energiebeschl&uuml;sse der Regierung oder die Kritik an den Hartz-IV-S&auml;tzen scheinen nicht die Probleme zu sein, die vielen fr&uuml;heren SPD-Mitgliedern aus der Mitte der Gesellschaft wichtig sind.&rdquo; Dies ist lachhaft auch vor dem Hintergrund, dass doch gerade Schwarz-Gelb scheinbar v&ouml;llig an &ldquo;der Mitte der Gesellschaft&rdquo; vorbeiregiert. Wie sonst erkl&auml;ren sich die sogar von G&uuml;llner ver&ouml;ffentlichten schlechten Umfragewerte von lediglich 36 Prozent f&uuml;r Schwarz-Gelb (Rot-Rot-Gr&uuml;n hingegen 57 Prozent)? Nur 36 Prozent Zustimmung f&uuml;r die schwarz-gelben Parteien, die den auch von G&uuml;llner pr&auml;ferierten Hartz IV- und Atomenergiekurs eingeschlagen haben, sind nicht gerade ein schlagkr&auml;ftiger Beweis f&uuml;r die &Uuml;berzeugungskraft rechtskonservativ-neoliberaler Politikrezepte. Dies auch vor dem Hintergrund der permanenten &ldquo;Wirtschaftwunder&ldquo;-und &ldquo;Jobwunder-&ldquo;Berichterstattung unserer Mainstreammedien.<br>\nForsa-Chef G&uuml;llner suggeriert, das angeblich schlechte SPD-Umfrageergebnis resultiere aus der Gegnerschaft der SPD zu den Hartz IV-Pl&auml;nen und zu dem Atomenergiekurs von Schwarz-Gelb. Wie erkl&auml;rt sich G&uuml;llner dann jedoch, dass mit den Gr&uuml;nen ausgerechnet jene Partei kr&auml;ftig zulegt, die nicht nur bei der Atomenergie deutlich auf Konfrontationskurs zur schwarz-gelben Bundesregierung geht? Auch beim Thema Hartz IV scheinen die Gr&uuml;nen einen pointierten Kurs gegen Schwarz-Gelb zu vertreten. Der Stern titelte am 29.09.2010: &ldquo;Hartz-IV-Debatte im Bundestag: Ein L&uuml;ftchen von der SPD, ein Sturm von den Gr&uuml;nen&rdquo;. Eine solche Interpretation der Umfrageergebnisse d&uuml;rfte Forsa-Chef G&uuml;llner jedoch sehr missfallen. Es ist besch&auml;mend und zugleich ein weiteres Indiz f&uuml;r den erb&auml;rmlichen Zustand unserer Medienlandschaft, da&szlig; dieser verbale G&uuml;llner-M&uuml;ll von zahlreichen Mainstreammedien v&ouml;llig kritiklos nachgeplappert wird.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Deutsche akzeptieren h&ouml;here Mieten <\/strong><br>\nZustimmung f&uuml;r den Vorschlag von Angela Merkel: Die B&uuml;rger akzeptieren h&ouml;here Mieten &ndash; wenn ihr Haus energetisch saniert wird. Das ergab eine stern-Umfrage.<br>\nWie eine Umfrage f&uuml;r den stern zeigt, w&auml;ren 54 Prozent der Mieter bereit, mehr Miete zu zahlen, wenn der Hauseigent&uuml;mer das Geb&auml;ude energetisch sanieren w&uuml;rde. 22 Prozent w&uuml;rden eine Mieterh&ouml;hung von 3 Prozent akzeptieren, 20 Prozent w&uuml;rden 5 Prozent mehr zahlen und immerhin 12 Prozent w&uuml;rden einer Mieterh&ouml;hung von mehr als zehn Prozent zustimmen.<br>\nF&uuml;r die Umfrage wurden 465 Mieter am 30. September und 1. Oktober 2010 befragt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/geld\/stern-umfrage-deutsche-akzeptieren-hoehere-mieten-1611004.html#utm_source=sternde-newsletter&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=wirtschaft-06.10.2010%20\">stern<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wieder einmal so eine Umfrage, die keinen anderen Zweck hat, als die Regierungspolitik zu unterst&uuml;tzen. 465 Befragte sind alles andere als repr&auml;sentativ.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Gewerkschaft zum geplanten &ldquo;Bildungspaket&rdquo; aus dem von der Leyen-Ministerium<\/strong><br>\nMehr Geld und Personal f&uuml;r die Schulen, damit alle Kinder und Jugendlichen bestm&ouml;glich gef&ouml;rdert werden k&ouml;nnen, hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit Blick auf das von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) geplante &ldquo;Bildungspaket&rdquo; angemahnt. &ldquo;Die F&ouml;rderung leistungsschw&auml;cherer Sch&uuml;ler geh&ouml;rt in die Schule, nicht in private Nachhilfeinstitute.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.teachersnews.net\/artikel\/nachrichten\/bildungspolitik\/019014.php\">Teachersnews<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Euro mehr f&uuml;r Studenten<\/strong><br>\nDas Baf&ouml;g soll r&uuml;ckwirkend steigen. Die Altersgrenze steigt auf 35 Jahre. Der Entscheidung waren z&auml;he Verhandlungen voraus gegangen.<br>\nErst in einer zweiten Sitzung des Vermittlungsausschusses am Dienstagabend konnte Bundesbildungsministerin Annette Schavan die L&auml;nder zum Einlenken bewegen. Voraussetzung hierf&uuml;r war ein erneutes Entgegenkommen des Bundes. Er wird sich mit insgesamt 130 Millionen Euro an den sogenannten Overheadkosten f&uuml;r universit&auml;re Projekte beteiligen. Im kommenden Jahr wird das Ministerium der Einigung zufolge zehn, im darauffolgenden Jahr 20 Prozent der Kosten &uuml;bernehmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wissenschaft\/13-euro-mehr-fuer-studenten\/-\/1472788\/4716428\/-\/index.html%20\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Schavan erkauft sich die Zustimmung der L&auml;nder f&uuml;r eine ziemlich schmale Erh&ouml;hung mit einem Deal. Das sind dann die Auswirkungen der F&ouml;deralismus-Reform: Der Bund kommt bei den L&auml;ndern nur noch durch, wenn er sie durch Umgehungsgesch&auml;fte besticht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Amerikanischer Uni-Alptraum<\/strong><br>\nDie meisten Absolventen verlassen die Universit&auml;t mit 60.000 bis 80.000 Dollar Schulden. Eine teure, private Ausbildung zahlt sich aus, lautete jahrzehntelang das Credo. Studenten, Eltern und Banken verlie&szlig;en sich darauf, dass die Absolventen hochdotierte Jobs bekommen, mit denen die Kredite sicher zur&uuml;ckgezahlt werden k&ouml;nnen.<br>\nDoch in Folge der Wirtschaftskrise versagt das System. Selbst ein Abschlusszeugnis einer Elite-Universit&auml;t garantiert keinen sicheren Eintritt mehr in die Berufswelt.<br>\nLaut einer Studie des Brookings Institut sind vor allem junge Menschen in den USA von Arbeitslosigkeit betroffen. In der schweren Wirtschaftskrise, die in den USA weiter andauert, finden gerade 16- bis 24-J&auml;hrige &uuml;berproportional h&auml;ufig keine Stelle. Und wenn doch, dann verdienen sie durchschnittlich 17,5 Prozent weniger als noch vor ein paar Jahren. &ldquo;Vor drei Jahren dauerte es vielleicht zwei Wochen, bis Absolventen einen Vollzeitjob gefunden hatten. Heute suchen die Leute bis zu einem Jahr&rdquo;, beobachtet Angella Griffin, Leiterin des Karrierezentrums an der Elliott School of International Affairs.<br>\nZus&auml;tzlich steigen die Studiengeb&uuml;hren. Einer Sch&auml;tzung zufolge sind die Amerikaner derzeit mit &uuml;ber 850 Milliarden Dollar Uni-Krediten beim Staat, bei Banken oder privat verschuldet. Damit &uuml;berstiegen im Juni die Ausbildungsschulden erstmals die in den USA ausstehenden Kreditkartenschulden. Die &ldquo;New York Times&rdquo; stellte k&uuml;rzlich die Frage, ob ein Studienabschluss die Schulden &uuml;berhaupt noch wert sei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/jobundberuf\/0,1518,720134,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Tausende gegen Rasmussen<\/strong><br>\nIn D&auml;nemark nehmen Proteste gegen Sozialabbau zu.<br>\nEin Jahr vor den im November 2011 anstehenden Parlamentswahlen ist der Kampf um den Erhalt des d&auml;nischen Sozialstaats so zu einem zentralen Thema der Politik geworden. Die Bev&ouml;lkerung reagiert mit wachsender Unzufriedenheit auf die seit 2001 von konservativen und liberalen Parteien betriebene Politik der Steuersenkungen f&uuml;r die reichsten Schichten der Bev&ouml;lkerung und Privatisierungen bislang &ouml;ffentlicher Unternehmen, die zu einem massiven Zerfall der bisherigen Sozialprogramme und zu massiver Umverteilung von unten nach oben gef&uuml;hrt haben. Trotzdem legte die Regierungskoalition im Sommer gemeinsam mit der ultrarechten D&auml;nischen Volkspartei Einsparpl&auml;ne in einem Umfang von 24 Milliarden Kronen (etwa 3,22 Milliarden Euro) vor, um die Konvergenzkriterien der EU zu erf&uuml;llen, obwohl D&auml;nemark &ndash; dessen Bev&ouml;lkerung die Einf&uuml;hrung des Euro vor zehn Jahren in einer Volksabstimmung abgelehnt hatte &ndash; dazu gar nicht verpflichtet ist. Schon im Juni hatten 80000 Menschen in Kopenhagen gegen diese Pl&auml;ne demonstriert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/10-07\/017.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Ecuador: Ausnahmezustand verl&auml;ngert<\/strong><br>\nNach Putschversuch R&uuml;ckkehr zur Normalit&auml;t. Ausnahmezustand bis Freitag verl&auml;ngert. Beh&ouml;rden sprechen von acht Toten und &uuml;ber 274 Verletzten.<br>\nVorausgegangen war ein Putschversuch am Donnerstag. Beteiligte Polizei- und Armeeeinheiten hatten dabei nicht nur den Verkehr und die Flugh&auml;fen in ganzem Land lahmgelegt und Kabel von Fernsehstationen gekappt. Auch wurde der Pr&auml;sident&nbsp; &uuml;ber mehrere Stunden hinweg in einem Polizeikrankenhaus festgesetzt. Aus Mitschnitten des Polizeifunks geht inzwischen hervor, dass die Putschisten eine Ermordung des Pr&auml;sidenten erwogen. Hinter dem Aufstand vermutet die Regierung nach wie vor rechte politische und milit&auml;rische Kreise um den 2005 gest&uuml;rzten Ex-Pr&auml;sidenten Lucio Guti&eacute;rrez und seiner Partei &ldquo;Sociedad Patriotica&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/amerika21.de\/nachrichten\/2010\/10\/15126\/ecuador-ausnahmezustand\">Portal Amerika21<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Mesut &Ouml;zil: Ich spiele gegen meine Freunde<\/strong><br>\nDer Deutsch-T&uuml;rke Mesut &Ouml;zil muss vor dem Spiel gegen die T&uuml;rkei mehrfach seine Entscheidung f&uuml;r den DFB erkl&auml;ren. Hamit Altintop hatte in einem Interview mit der S&uuml;ddeutschen Zeitung gesagt, die Entscheidung f&uuml;r den Deutschen Fu&szlig;ball-Bund (DFB) h&auml;tte f&uuml;r &Ouml;zil vor allem Karriere-Gr&uuml;nde: &ldquo;Ich respektiere solche Entscheidungen, aber wenn Sie mich fragen, ob ich ein Freund davon bin, dann sage ich: nein.&rdquo; &Ouml;zil beteuerte in Berlin mehrfach, dass es &ldquo;f&uuml;r mich nie eine andere Nationalmannschaft gab als die deutsche&rdquo;. Die Familie sei in der dritten Generation hier, er sei geboren in Deutschland und hier aufgewachsen, habe in den Jugendmannschaften des DFB gespielt. Und &ldquo;ich f&uuml;hle mich sehr wohl hier&rdquo;. Nat&uuml;rlich sei er &ldquo;sehr, sehr stolz&rdquo; f&uuml;r Deutschland zu spielen, seine Familie und seine Freunde unterst&uuml;tzten das auch. Ein t&uuml;rkischer Reporter nahm Bezug auf Altintops Karriere-Aussage: &ldquo;H&auml;tte er sich f&uuml;r die T&uuml;rkei entschieden, h&auml;tte er keine WM gespielt und w&auml;re jetzt nicht bei Real Madrid. So einfach ist das.&rdquo; Es war das einzige Mal in Berlin, dass &uuml;ber das Gesicht des immer freundlich und h&ouml;flich wirkenden &Ouml;zil ein Hauch von Unmut huschte.<br>\nDer DFB ist froh, gerade mit dem Deutsch-T&uuml;rken &Ouml;zil auf seine angeblich erfolgreiche Integration von Immigranten hinzuweisen. Immerhin elf von 23 WM-Fahrern in S&uuml;dafrika hatten Wurzeln im Ausland. Da neigt der Verband zum Eigenlob, allein Kapit&auml;n Philipp Lahm wies auf den Unterschied zwischen Fu&szlig;ball-Nationalmannschaft und Gesellschaft hin: &ldquo;Wir bewegen uns alle auf dem gleichen sozialen Niveau. &ldquo;Mesut &Ouml;zil versucht inzwischen, seine Rolle anzunehmen: &ldquo;Ich bin irgendwie ein Beispiel. Viele Kinder und Jugendliche sehen mich als Vorbild&rdquo;, befand er. Dabei appellierte er an Deutsche und Imigranten, dass man gut miteinander auskommen, sich offen begegnen solle. Er suchte dabei einige Zeit nach den richtigen Worten und es wurde deutlich, wie schwer sich dieser zur&uuml;ckhaltende junge Fu&szlig;baller mit der Vorzeige-Integrationsrolle tut.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/sport\/dfb-mesut-oezil-ich-spiele-gegen-meine-freunde-1.1008886\">S&uuml;ddeutsche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der gute Mesut &Ouml;zil hat es nicht leicht. Der Jugendfreund Hamit Altintop meint mehr oder weniger, dass &Ouml;zil sein T&uuml;rkentum der Karriere geopfert habe und die Zeitungen kolportieren das. Auf der anderen Seite stehen Leute wie Thilo Sarrazin, der im M&uuml;nchner Literaturhaus anmerkte: &bdquo;Also, dieser &Ouml;zil hat bei der Nationalhymne nicht gesungen. Das w&auml;re in Frankreich nicht m&ouml;glich&ldquo;. Sarrazin scheint auch in Sachen Fu&szlig;ball nicht auf dem neuesten Stand zu sein, sonst w&uuml;sste er, wo Frankreich bei der WM gelandet ist. &ndash; Es ist schon erstaunlich, f&uuml;r wie wenig selbstverst&auml;ndlich es gehalten wird, dass selbst dieser so erfolgreiche junge Mann, der in diesem Land geboren und aufgewachsen ist, sich f&uuml;r dieses Land entschieden hat.<br>\n<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Bankenregulierung; G-20-Treffen: Br&uuml;derle statt Sch&auml;uble; Angst um die Rente nimmt zu; R&ouml;sler greift Privaten erneut unter die Arme; gut f&uuml;r die schwarz-gelbe Klientel; die soziale Mauer; Versuch einer Anamnese der Demokratie; 10 Mrd. Euro f&uuml;r 26 Minuten; Gei&szlig;ler als Vermittler; entwickelt sich der Mensch weiter; Gr&uuml;ne h&auml;ngen SPD ab;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6975\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-6975","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6975","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6975"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6975\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6978,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6975\/revisions\/6978"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6975"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6975"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6975"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}