{"id":6996,"date":"2010-10-08T18:15:45","date_gmt":"2010-10-08T16:15:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6996"},"modified":"2010-10-09T13:10:42","modified_gmt":"2010-10-09T11:10:42","slug":"hinweise-des-tages-2-150","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=6996","title":{"rendered":"Hinweise des Tages 2"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Heute u. a. zu folgenden Themen: Fricke und M&uuml;nchau &uuml;ber die aktuelle Lage, L&ouml;hne rauf?, Gabriels Selbstkritik, die Koalition verteilt weiter um, Wulffs Rede,  Sp&auml;te Ehre f&uuml;r einen Dinosaurier aus. (KR)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: <\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Fricke &ndash; Keine Gnade f&uuml;r Devisenh&auml;ndler<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">M&uuml;nchau &ndash; Europa in der W&auml;hrungsfalle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">L&ouml;hne rauf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Deutschland will kein Billiglohnland sein<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Arbeitsmarktreformen von Rot-Gr&uuml;n: Gabriel &uuml;bt Selbstkritik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Statt F&ouml;rderung: Ausgrenzung von Hartz IV-Kindern <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Hartz-IV-Empf&auml;nger: Bundesagentur k&uuml;rzt bereits Elterngeld<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Energetische Sanierung: Koalition will Recht auf Mietminderung beschneiden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Unter Kartoffeln<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Wulff-Debatte: Wie blind sind unsere Politiker eigentlich?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Nobelpreis f&uuml;r Literatur: Sp&auml;te Ehre f&uuml;r einen Dinosaurier aus Peru<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Ecuador: Gewaltsamer Machtwechsel kommt wieder in Mode<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=6996&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Fricke &ndash; Keine Gnade f&uuml;r Devisenh&auml;ndler<\/strong><br>\nDie einen tun&rsquo;s heimlich, die anderen mit viel Get&ouml;se. Fast &uuml;berall auf der Welt sind Regierungen eifrig dabei, ihre W&auml;hrungen zu manipulieren, ob verbal oder mit Geld &ndash; damit hohe Wechselkurse die Exporte nicht zu teuer werden lassen. Das Ganze scheint etwas von mieser Machenschaft zu haben. Ob bei Chinesen, Japanern, Amerikanern oder Brasilianern. Dabei k&ouml;nnte es sein, dass die vermeintlich B&ouml;sen gute Gr&uuml;nde haben, selbst die Chinesen &ndash; wenn das tiefere Problem darin liegt, dass Devisenm&auml;rkte immer absurdere Kapriolen schlagen und Krisen schaffen. Dann ist die Frage nicht, ob interveniert werden sollte, um eine globale Katastrophe zu verhindern, sondern wie. Und ob daf&uuml;r ein System gut w&auml;re, das weder Devisenm&auml;rkten noch einzelnen Regierungen allzu viel Macht l&auml;sst.<br>\nDie Alternative w&auml;re eine bessere Variante des Bretton-Woods-Systems, das nach dem Zweiten Weltkrieg als Reaktion auf die desastr&ouml;sen Abwertungswettl&auml;ufe der 30er-Jahre etabliert wurde, so Peter Bofinger, W&auml;hrungsexperte und Mitglied im Sachverst&auml;ndigenrat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/konjunktur\/:kolumne-fricke-keine-gnade-fuer-devisenhaendler\/50179941.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>M&uuml;nchau &ndash; Europa in der W&auml;hrungsfalle<\/strong><br>\nOhne die USA als globale Konjunkturlokomotive ist f&uuml;r Europa und Deutschland ein nachhaltiger Aufschwung bei erh&ouml;htem Wechselkurs problematisch. Das liegt nicht an der Gr&ouml;&szlig;e des amerikanischen Marktes, sondern daran, dass viele L&auml;nder ihre Wechselkurse direkt oder indirekt an den Dollar gebunden haben. Wertet der Dollar gegen&uuml;ber dem Euro ab, dann tut es auch der chinesische Renminbi, und der sollte sich ja eigentlich in die andere Richtung bewegen. Europa und Japan sind also wegen ihrer flexiblen Wechselkurse besonders stark dem W&auml;hrungsrisiko<br>\nausgesetzt &ndash; und die Chancen auf eine globale Koordination stehen nicht gut. Eine Aufwertung des Euro auf 1,50 oder 1,60 Euro w&uuml;rde jede der optimistischen Konjunkturprognosen zunichtemachen. Doch genau darauf deuten die geldpolitischen und au&szlig;enwirtschaftlichen Szenarien hin.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:kolumne-muenchau-europa-in-der-waehrungsfalle\/50175710.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> W&auml;hrend Thomas Fricke optimistisch Peter Bofingers Vision eines neuen Bretton Woods propagiert, sieht Wolfgang M&uuml;nchau tiefschwarz und schreibt die bestehende Situation fort, mit schlechtem Ausgang nicht nur f&uuml;r die deutsche Konjunktur.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>L&ouml;hne rauf<\/strong><br>\nDer Wirtschaftsminister hat sich f&uuml;r h&ouml;here L&ouml;hne ausgesprochen. Man mag sich dar&uuml;ber wundern, weil Rainer Br&uuml;derle der FDP angeh&ouml;rt, die der Wirtschaft gern ihren freien Lauf l&auml;sst, und weil die Lohnfindung ja nun wirklich Sache der Tarifparteien ist und nicht der Politik. Man mag mutma&szlig;en, dass Br&uuml;derle so den ramponierten Ruf seiner Partei aufpolieren und zugleich vergessen machen will, dass das Kanzleramt ihm offenbar nicht zutraut, Wolfgang Sch&auml;uble auf Konferenzen zu vertreten. (&hellip;) Die L&ouml;hne in Deutschland sind laut Statistischem Bundesamt in den vergangenen zehn Jahren deutlich weniger gestiegen als in allen anderen L&auml;ndern der EU. (&hellip;) Wenn da nicht die L&ouml;hne erh&ouml;ht werden, wann eigentlich dann?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/loehne-rauf\/-\/1472602\/4726236\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<p>Anmerkung unseres Lesers G.K.: Ein etwas kritischerer Blick auf Br&uuml;derles neuesten Vorsto&szlig; w&uuml;rde der Frankfurter Rundschau gut anstehen. So schreibt die Financial Times Deutschland unter der &Uuml;berschrift <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:lohnpolitik-bruederle-nichts-als-wohlfeile-rhetorik\/50179951.html\">&ldquo;Br&uuml;derle &ndash; nichts als wohlfeile Rhetorik&rdquo;<\/a>: <\/p>\n<blockquote><p>Der FDP-Minister hat ein gewaltiges Glaubw&uuml;rdigkeitsproblem, wenn er sich pl&ouml;tzlich im Lichte des Aufschwungs sonnt und sich zum Anwalt der Lohn- und Gehaltsempf&auml;nger macht. Denn jenseits solch wohlfeiler Rhetorik sind es gerade Br&uuml;derle und seine Parteifreunde, die arbeitsmarktpolitische Vorhaben torpedieren. Das gilt zum einen f&uuml;r die Gleichbehandlung von Leiharbeitern, wo die FDP so lange Wartefristen fordert, dass kaum ein Leiharbeiter in den Genuss der Gleichbehandlung k&auml;me.<br>\nZum anderen, und das ist ein Fehler, bremst die FDP seit jeher beim Thema Mindestlohn. Eine fl&auml;chendeckende gesetzliche Untergrenze ist mit ihr gleich gar nicht zu machen. Und selbst wenn in einzelnen Branchen wie der Zeitarbeit Gewerkschaften und Arbeitgeber gemeinsam darum bitten, tarifliche Mindestl&ouml;hne f&uuml;r allgemein verbindlich zu erkl&auml;ren, lehnt Br&uuml;derle das ab. Dabei w&auml;re dies immerhin ein Bereich, in dem der Wirtschaftsminister &uuml;ber sch&ouml;ne Worte hinaus tats&auml;chlich etwas f&uuml;r ordentliche L&ouml;hne tun k&ouml;nnte. Doch das scheint ihm nicht so zu liegen.<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Deutschland will kein Billiglohnland sein<\/strong><br>\nF&uuml;r h&ouml;here L&ouml;hne und mehr Investitionen in Deutschland setzt sich neuerdings die Bundesregierung ein. Dieser wirtschaftspolitische Sinneswandel markiert eine Relativierung ihrer bisherigen Strategie, Wachstum vor allem durch hohe Exporte zu erreichen. Vor der Tagung des Internationalen W&auml;hrungsfonds an diesem Wochenende in Washington reagiert die Regierung damit auf Kritik an der Exportst&auml;rke der deutschen Wirtschaft. Dieses Argument ist aber nicht nur gegen Deutschland gerichtet, sondern mehr noch gegen China und Japan. Deswegen hat die US-Regierung beim Gipfel der m&auml;chtigsten Wirtschaftsnationen (G20) 2009 einen &ldquo;Rahmenplan f&uuml;r ausgeglichenes Wachstum&rdquo; durchgesetzt.<br>\nDarauf reagiert nun das Bundesfinanzministerium mit einem 15-seitigen Papier. &Ouml;konom Gustav Horn vom gewerkschaftsnahen Institut f&uuml;r Makro&ouml;konomie (IMK) betrachtet die &Auml;u&szlig;erungen als &ldquo;deutliche und richtige Akzentverschiebung&rdquo;. Allerdings fragt Horn, wo die praktischen Konsequenzen blieben. N&auml;hme die Regierung ihre eigenen Erkenntnisse ernst, m&uuml;sste sie beispielsweise versuchen, so Horn, Investionen in den Ausbau von Stromleitungen steuerlich zu erleichtern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2010%2F10%2F08%2Fa0153&amp;cHash=e14b0ca955\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Arbeitsmarktreformen von Rot-Gr&uuml;n: Gabriel &uuml;bt Selbstkritik<\/strong><br>\nAuf dem DGB-Kapitalismuskongress II hat sich SPD-Parteichef Gabriel ungew&ouml;hnlich scharf von der Arbeitsmarktpolitik der damaligen rot-gr&uuml;nen Bundes-regierung distanziert, die eine Ausweitung des Niedriglohnsektors und der Leiharbeit beg&uuml;nstigt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/gabriel-uebt-selbstkritik\/-\/1472596\/4726414\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Volker Bahl:<\/strong> Ein &uuml;berf&auml;lliger &ldquo;Befreiungsschlag&rdquo; nicht nur f&uuml;r die SPD, sondern auch f&uuml;r die ganze Republik mit Blick auf die m&ouml;glichen politischen &nbsp;Mehrheiten f&uuml;r die Bundestagswahl 2013!<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung KR:<\/strong> Der Schluss des Artikels ist etwas irritierend: &bdquo;CDU-Generalsekret&auml;r Hermann Gr&ouml;he zeigte sich &uuml;berrascht von der &bdquo;eindrucksvollen Selbstkritik&ldquo; Gabriels. Forderungen der SPD nach Korrekturen bei der Arbeitsmarktpolitik h&auml;lt Gr&ouml;he aber f&uuml;r unangebracht. SPD und Gr&uuml;ne k&ouml;nnten von der Regierung nicht verlangen, dass sie die alten Fehler schnellstm&ouml;glich beseitige.&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Statt F&ouml;rderung: Ausgrenzung von Hartz IV-Kindern <\/strong><br>\nBundessozialministerin Ursula von der Leyen sagte es j&uuml;ngst klar und deutlich: &bdquo;Kinder brauchen Kontakte, brauchen Zuwendung, brauchen Menschen.&ldquo; Doch Beispiele aus Sachsen zeigen: F&uuml;r Kinder von Arbeitslosen gilt das offenbar nicht immer. Sie d&uuml;rfen nachmittags nicht mehr in den Kindergarten und werden so ausgegrenzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.rbb-online.de\/kontraste\/archiv\/kontraste_vom_07_10\/statt_foerderung_.html\">RBB<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Hartz-IV-Empf&auml;nger: Bundesagentur k&uuml;rzt bereits Elterngeld<\/strong><br>\nTrotz ungewisser Zustimmung: Die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) setzt bereits jetzt die von der Bundesregierung geplante K&uuml;rzung des Elterngelds bei Hartz-IV-Empf&auml;ngern um. Die Opposition hatte angek&uuml;ndigt, die K&uuml;rzungen im Bundesrat abzulehnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/bundesagentur-kuerzt-bereits-elterngeld\/-\/1472780\/4728196\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Das ist typisch f&uuml;r das Vorgehen der schwarz-gelben Bundesregierung: Den Schwarz-Gelb nahestehenden Lobbyisten und den von diesen vertretenen Interessengruppen (Hotelgewerbe, Atomindustrie, Pharmazeutische Industrie, private Versicherungskonzerne) werden in vorauseilender Liebedienerei die W&uuml;nsche sozusagen von den Augen abgelesen. Den finanziell schwachen Gruppen unserer Gesellschaft, die &uuml;ber keine m&auml;chtige Lobby verf&uuml;gen, wird hingegen ein Tritt in den Hintern verpasst. Und das Ganze wird der Bev&ouml;lkerung von zahlreichen Medien unter dem irref&uuml;hrenden Schlagwort von der angeblichen &ldquo;Sozialdemokratisierung der Union&rdquo; verkauft. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Energetische Sanierung: Koalition will Recht auf Mietminderung beschneiden<\/strong><br>\nBei energetischer Haussanierung sollen die betroffenen Mieter k&uuml;nftig nichts mehr einbehalten d&uuml;rfen. Der Vorschlag des FDP-gef&uuml;hrten Bundesjustizministerium zur geplanten Mietrechts&auml;nderung st&ouml;&szlig;t bei Verbrauchersch&uuml;tzern auf massive Kritik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/koalition-will-recht-auf-mietminderung-beschneiden\/-\/1472780\/4726436\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Unter Kartoffeln<\/strong><br>\nKartoffel!&rdquo;, &ldquo;Nazi&rdquo;oder auch: &ldquo;Du Opfer!&rdquo; Solche Spr&uuml;che soll man in letzter Zeit vermehrt an manchen Schulen h&ouml;ren, an denen der Anteil von sozial benachteiligten Sch&uuml;lern mit &ldquo;Migrationshintergrund&rdquo; besonders hoch ist. Die Klage von Lehrern dar&uuml;ber war denn auch der Aufh&auml;nger einer Tagung, die die Berliner GEW am vergangenen Samstag ausgerichtet hatte. An deren Ende waren sich die meisten Teilnehmer einig: Der Begriff &ldquo;Deutschenfeindlichkeit&rdquo; taugt nicht zur Analyse der vorhandenen Konflikte.<br>\nDennoch &ndash; am darauffolgenden Montag titelte die Berliner Morgenpost: &ldquo;Wie Araber und T&uuml;rken deutsche Sch&uuml;ler mobben&rdquo;. &ldquo;Schule und Integration. Das Gift der muslimischen Intoleranz&rdquo; schrieb die FAZ. Wie kann es sein, dass die mediale Rezeption die Tagungsergebnisse so ins Gegenteil verkehrt hat?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2010%2F10%2F08%2Fa0170&amp;cHash=a3e1644bb0\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Wulff-Debatte: Wie blind sind unsere Politiker eigentlich?<\/strong><br>\nManche Aussagen stehen so sehr &bdquo;unter aller Kritik&ldquo;, dass man sich sch&auml;mt, dazu Stellung zu beziehen. Die Debatte um die Rede des Bundespr&auml;sidenten hat jedoch derartig absurde Formen angenommen, dass es unklug w&auml;re, weiterhin zu schweigen. Ein Kommentar von Michael Schmidt-Salomon: &bdquo;Etwa die H&auml;lfte der in Deutschland lebenden Muslime ist faktisch nichtgl&auml;ubig und m&uuml;sste eigentlich zur Gruppe der Konfessionsfreien hinzugez&auml;hlt werden, die somit auf einen Bev&ouml;lkerungsanteil von &uuml;ber 36 Prozent k&auml;me&hellip; Will denn tats&auml;chlich niemand einsehen, dass die meisten B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger heute jede Form religi&ouml;ser Bevormundung ablehnen? Ist es so schwer zu verstehen, dass die Mehrheit der Deutschen weder in einer <em>christlichen<\/em> noch in einer <em>islamischen<\/em>, sondern in einer <em>offenen Gesellschaft<\/em> leben m&ouml;chte?!&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/hpd.de\/node\/10406\">hpd<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Nobelpreis f&uuml;r Literatur: Sp&auml;te Ehre f&uuml;r einen Dinosaurier aus Peru<\/strong><br>\nDoch die gro&szlig;e Zeit des Mario Vargas Llosa ist lange vor&uuml;ber, seine literarische Bilanz seither sehr durchwachsen. Das lateinamerikanische Erz&auml;hlen hat sich seit der &ldquo;Boom-Generation&rdquo; von M&aacute;rquez &amp; Co stark weiterentwickelt. Merkw&uuml;rdig ist zudem, dass mit Vargas Llosa gerade jetzt der intellektuelle Anh&auml;nger einer ultraliberalen Wirtschaftspolitik pr&auml;miert wird. Vargas Llosas Kritik an den nationalistischen Ausw&uuml;chsen im Lateinamerika von heute ist gut begr&uuml;ndet. Aber sein Freiheitsglaube steht jener Staatsgl&auml;ubigkeit, die er bek&auml;mpft, an Naivit&auml;t kaum nach. In einer Zeit, in der lateinamerikanische Regierungen versuchen, &uuml;berhaupt erst wieder handlungsf&auml;hig zu werden, ist seine Auszeichnung ein falsches Signal.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a1&amp;dig=2010%2F10%2F08%2Fa0102&amp;cHash=b647e6a49e\">TAZ<\/a><br>\nQuelle 2 (zur Person): <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2010%2F10%2F08%2Fa0155&amp;cHash=6a5a56e6ea\">TAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> In der Tat ist die gro&szlig;e Zeit des Mario Vargas Llosa vorbei und so r&uuml;ckt die politische Ausrichtung des Autors in den Vordergrund. In der Begr&uuml;ndung des Nobelpreiskomitee hei&szlig;t es: Vargas Llosa werde f&uuml;r<br>\n<a href=\"http:\/\/nobelprize.org\/nobel_prizes\/literature\/laureates\/2010\/index.html\">&ldquo;seine Kartographie der Strukturen der Macht und seine gestochen scharfen Bilder von Widerstand, Revolte und Niederlage des Individuums&rdquo;<\/a><br>\n ausgezeichnet. Sollte tats&auml;chlich der fr&uuml;he, linke Rebell, der Autor von &ldquo;Die Stadt und die Hunde&rdquo; (1962) oder &ldquo;Das gr&uuml;ne Haus&rdquo; (1966) geehrt werden, doch wohl eher der ehemalige Pr&auml;sidentschaftskandidat (1990), ein Neoliberaler reinsten Wassers, der sich mit &ldquo;Maytas Geschichte&rdquo; (1984) auch literarisch endg&uuml;ltig von linker Rebellion losgesagt hatte.<br>\nMan mag ja einwenden und es gibt Beispiele daf&uuml;r, dass die politische Gesinnung keinen Einfluss auf die literarische Qualit&auml;t habe, aber selbst die <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/kultur\/aktuell\/literaturnobelpreis_geht_an_mario_vargas_llosa_1.7881487.html\">liberale NZZ<\/a> kommt in einem gelungenen Portr&auml;t nicht um die Tatsache herum, dass der Literat in seichten Gew&auml;ssern gestrandet ist: &ldquo;Und nun, tats&auml;chlich, schreibt er erotische Geschichten, freiz&uuml;gig und flach, sowie routiniert kunstvolle Monumentalwerke (wie &laquo;Tod in den Anden&raquo;). Jedoch: Der Biss ist weg. Damals k&auml;mpfte er gegen D&auml;monen. Jetzt produziert er f&uuml;r den Markt, und dies verl&auml;sslich: Alle ein bis zwei Jahre ein neuer Roman oder ein Band mit Selbstbespiegelungen, zur Not ein paar aufgew&auml;rmte Storys aus der Fr&uuml;hzeit.&rdquo;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Ecuador: Gewaltsamer Machtwechsel kommt wieder in Mode<\/strong><br>\nDie Ereignisse der letzten Tage in Ecuador erinnern stark an den Putsch in Honduras im Sommer 2009. Sie zeigen, dass die USA ihre Politik wieder vermehrt mit klandestinen Methoden durchsetzen wollen &hellip;<br>\nSicher ist, dass es sich bei den Ereignissen von letzter Woche nicht um eine einfache Polizeimeuterei gehandelt hat, die Correa durch sein in den Medien h&auml;ufig erw&auml;hntes &laquo;autorit&auml;res Auftreten&raquo; auch noch selber ausgel&ouml;st habe. Der Putschversuch sei, so die Regierung, vielmehr von langer Hand vorbereitet gewesen &mdash; und die USA h&auml;tten dabei eine wichtige Rolle gespielt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/artikel\/2010\/nr40\/international\/19875.html\">WOZ (CH)<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Heute u. a. zu folgenden Themen: Fricke und M&uuml;nchau &uuml;ber die aktuelle Lage, L&ouml;hne rauf?, Gabriels Selbstkritik, die Koalition verteilt weiter um, Wulffs Rede, Sp&auml;te Ehre f&uuml;r einen Dinosaurier aus. 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