{"id":70003,"date":"2021-02-22T08:10:29","date_gmt":"2021-02-22T07:10:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70003"},"modified":"2021-02-22T10:08:17","modified_gmt":"2021-02-22T09:08:17","slug":"wer-ist-alexej-nawalny-und-was-ist-sein-politisches-programm-nur-wenige-stellen-sich-diese-essentielle-frage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70003","title":{"rendered":"Wer ist Alexej Nawalny und was ist sein politisches Programm? Nur wenige stellen sich diese essentielle Frage."},"content":{"rendered":"<p>Journalistische Recherchen sind zeitlich aufwendig. Im &laquo;Fall Nawalny&raquo; berichten viele Medien zu simpel &ndash; ein gutes Beispiel, was es braucht, um an mehr Informationen zu kommen. <i><a href=\"mailto:cm@commwork.ch\">Christian M&uuml;ller<\/a> \/ 21.02.2021<\/i>  &ndash; <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/medien\/medienkritik\/journalistische-recherchen-sind-zeitlich-aufwendig\/\">Dieser Beitrag ist von Infosperber &uuml;bernommen<\/a>. Danke f&uuml;r den Hinweis an den Autor <strong>Christian M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDer f&uuml;r Russland zust&auml;ndige Auslandredaktor der NZZ, Andreas R&uuml;esch, hat am Samstag, 13. Februar 2021, als Aufmacher auf der NZZ-Frontseite einen <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/russland-wandelt-sich-zur-offenen-diktatur-trotzdem-laeuft-es-fuer-den-kreml-nicht-nach-wunsch-ld.1601439\">Leitartikel zu Russland<\/a> publiziert. Das Thema war Nawalny und Putins Zukunft. In seinem Text kommen die W&ouml;rter &laquo;Opposition&raquo; und &laquo;Oppositionelle&raquo; zwar etliche Male vor, aber R&uuml;esch hat &ndash; absichtlich oder fahrl&auml;ssig &ndash; darauf verzichtet, zu sagen, wie denn diese Opposition in Russland &uuml;berhaupt aussieht.<\/p><p>Dass Nawalny gegen Putin Opposition macht, wissen wir ja nun alle. Aber wof&uuml;r steht Nawalny? Was ist das politische Programm dieses Putin-Kritikers, der mitten in der Covid-19-Pandemie und trotz aller Corona-bedingten Versammlungsverbote zu Demonstrationen aufrief? Und wer steht hinter Nawalny? Ist er der richtige Mann, von den westlichen L&auml;ndern zum Freiheitshelden hochstilisiert zu werden?<\/p><p>Am 20. August 2020 wurde, wie vermutet wird, Nawalny vergiftet. Seither sind sechs Monate vergangen. Und noch immer wird er behandelt, als ob er &laquo;die&raquo; Opposition in Russland vertrete. Selbst das &laquo;Echo der Zeit&raquo; von Schweizer Radio SRF, etwas vom Besten, was man in puncto internationaler Information &laquo;konsumieren&raquo; kann, hat erst k&uuml;rzlich, am 16. Februar, in einem kurzen <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/news\/international\/russland-auch-in-der-provinz-wird-protestiert-aber-nicht-wegen-nawalny\">Bericht aus der russischen Provinz<\/a> zum ersten Mal durchblicken lassen, dass Nawalny nicht einfach &laquo;der&raquo; Repr&auml;sentant der Opposition ist, sondern, im Gegenteil, von gewissen Gruppierungen der Opposition sogar klar abgelehnt wird &ndash; mit gutem Grund.<\/p><p><b>Wo gibt es unabh&auml;ngige Informationen?<\/b><\/p><p>Den westlichen NATO-freundlichen Medien ist es gelungen, in der breiten Bev&ouml;lkerung die Behauptung, in den russischen Medien g&auml;be es nur eine, vom Kreml diktierte Ansicht, in ein &ndash; vermeintliches &ndash;&laquo;Allgemeinwissen&raquo; zu verwandeln. Informationen aus Russland werden deshalb a priori als Propaganda und als falsch abgetan. Wer Russisch versteht und spricht, weiss nat&uuml;rlich, dass dies nicht der Realit&auml;t entspricht. Nichtsdestotrotz gelten Infos aus Russland generell als unglaubw&uuml;rdig und k&ouml;nnen deshalb f&uuml;r Recherchen westlicher Journalisten kaum gebraucht werden. Wo also zus&auml;tzliche Informationen holen?<\/p><p>Infosperber hat am 30. Januar darauf aufmerksam gemacht, dass Mark Episkopos, ein Mitarbeiter des (konservativen) US-amerikanischen Polit-Magazins &laquo;The National Interest&raquo; etwas <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/politik\/welt\/verbindet-sich-der-westen-die-falschen-finger\/\">genauer hingeschaut<\/a> und darauf hingewiesen hat, dass Nawalny nicht in jeder Hinsicht derjenige Oppositionelle ist, der vom Westen unterst&uuml;tzt werden sollte, weil er in den vergangenen Jahren auch politische Gruppen unterst&uuml;tzt hat, die mitnichten westliche Werte vertreten. Gerade auch, weil Mark Episkopos kein Russland-Freund ist, sind seine Beobachtungen beachtenswert.<\/p><p><b>Ein paar weitere Beispiele<\/b><\/p><p>Eine sehr interessante und informative Analyse hat die Zeitschrift &laquo;Jacobin&raquo; publiziert: <a href=\"https:\/\/jacobinmag.com\/2021\/01\/alexei-navalny-russia-protests-putin\">&laquo;How a Russian Nationalist Named Alexei Navalny Became a Liberal Hero&raquo;<\/a>, verfasst vom russischen Oppositionellen Alexey Sakhnin. Darin macht der politisch linksstehende Aktivist darauf aufmerksam, dass Nawalny keineswegs die Interessen der grossen Mehrheit der russischen Bev&ouml;lkerung vertritt, sondern einfach f&uuml;r die Interessen einer anderen &laquo;Elite&raquo; k&auml;mpft.<\/p><p>Wer also mehr &uuml;ber Nawalny und sein Programm wissen m&ouml;chte, sucht deshalb weiter und findet &uuml;ber die Website <a href=\"http:\/\/natyliesbaldwin.com\/\">&laquo;Natylie&rsquo;s Place: Understanding Russia&raquo;<\/a> <a href=\"http:\/\/natyliesbaldwin.com\/2021\/02\/the-grayzone-discusses-navalny-with-russian-russian-american-leftists\/\">ein einst&uuml;ndiges Homeoffice-Gespr&auml;ch<\/a> eines US-amerikanischen Journalisten mit eben diesem Alexey Sakhnin in Moskau und zus&auml;tzlich mit einer in New York lebenden Russin, Katya Kazbek, einer Journalistin, die ihrerseits <a href=\"https:\/\/www.katyakazbek.com\/\">eine interessante Website<\/a> betreibt. Und wieder erh&auml;lt man neue, interessante Infos &uuml;ber Nawalny und zur Frage, was eigentlich sein Programm ist und welche Interessen er denn in Wirklichkeit vertritt. (Natylie Baldwin ist oft lesenswert, <a href=\"http:\/\/natyliesbaldwin.com\/about-2\/\">hier zu ihrer Biographie<\/a>.) Das Video mit dem Gespr&auml;ch kann <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=UJX9pmr1I3E&amp;feature=emb_title\">hier angeschaut<\/a> werden.<\/p><p>Auf <a href=\"https:\/\/roycekurmelovs.substack.com\/p\/whoisnavalny\">einer anderen Plattform<\/a> sagt Katya Kazbek w&ouml;rtlich:<\/p><blockquote><p>\n&laquo;Es lohnt sich darauf hinzuweisen, dass sich die Einstellung der grossen Mehrheit der Russen zu dem Giftanschlag und seinen Folgen von deren Darstellung in der westlichen Presse deutlich unterscheidet, wie aktuelle Umfragen zeigen: W&auml;hrend Nawalny f&uuml;r viele Menschen undurchsichtig bleibt und viele neutral bleiben, sind die Menschen ihm gegen&uuml;ber im Allgemeinen vorsichtiger und misstrauischer, als sie vorsichtig und misstrauisch gegen&uuml;ber der russischen Regierung oder gar Putin pers&ouml;nlich sind. Nawalnys Popularit&auml;t ist zwar im Zuge des mutmasslichen Giftanschlags etwas gewachsen [ ]. Sie liegt aber immer noch hinter der von Putin und sogar hinter der von Wladimir Schirinowski, dem F&uuml;hrer der rechtsextremen LDPR, zur&uuml;ck.&raquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Katya Kazbek an anderer Stelle:<\/p><blockquote><p>\n&laquo;Damals gab Nawalny sich offen als Nationalist zu erkennen und nahm an nationalistischen Kundgebungen teil. Er begann in der liberalen, marktorientierten Partei Jabloko, wurde aber wegen seiner nationalistischen Ansichten rausgeschmissen. Dann gr&uuml;ndete er seine Bewegung &laquo;Das Volk&raquo;, die sich gegen illegale Einwanderung richtete, und er nahm unverhohlen fremdenfeindliche Videos auf, in denen er Menschen aus dem S&uuml;dkaukasus mit Zahnl&ouml;chern und Migranten mit Kakerlaken verglich: Eines dieser Videos ist immer noch <a href=\"https:\/\/twitter.com\/MarkAmesExiled\/status\/1354052162570117121\">auf seinem verifizierten YouTube-Kanal <\/a>zu sehen.&raquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Oder an anderer Stelle:<\/p><blockquote><p>\n&laquo;Im Grunde passt er seine Politik dem an, was opportun erscheint, aber auch das scheint seiner Sache nicht ausreichend zu helfen. Er ist nicht Nazi genug f&uuml;r die Ultra-Rechten, er ist zu rechts f&uuml;r Linke, er verschreckt einige Liberale mit seiner Pro-Waffen-Haltung und mit seiner unsicheren Position betreffend die Krim, die beide f&uuml;r die Liberalen wichtige Themen sind. Er scheint nur bei denen volle Unterst&uuml;tzung zu finden, die mit allen Mitteln Putins Regierung weghaben wollen und sich um seine Ansichten und um seine Politik nicht wirklich k&uuml;mmern.&raquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Wer sich f&uuml;r die Beziehungen zwischen den USA und Russland speziell interessiert, findet auf der Plattform <a href=\"http:\/\/usrussiaaccord.com\/\">usrussiaaccord.com<\/a> t&auml;glich neue Berichte, Kommentare und auch Videos aus den verschiedensten US-Medien zu eben diesem Thema, die auf diesem Weg dann meist auch ohne bezahltes Abonnement zug&auml;nglich sind.<\/p><p><b>Ein israelischer Filmproduzent hat noch anderes gesehen<\/b><\/p><p>Sucht der recherchierende Journalist Informationen zu einer speziellen geopolitischen Situation oder zu einer bestimmten Person, lohnt es sich oft, auch israelische Quellen abzuklopfen, um andere Perspektiven mitzukriegen. So findet man etwa auf Haaretz tats&auml;chlich einen <a href=\"https:\/\/www.haaretz.com\/world-news\/.premium.MAGAZINE-deciphering-the-alexei-navalny-enigma-1.9200191\">Beitrag eines Filmemachers<\/a>, der ein aktualisiertes Portrait von Nawalny machen wollte. Ein paar kurze S&auml;tze daraus zu Nawalnys Pers&ouml;nlichkeit:<\/p><blockquote><p>\n&laquo;Trotz dieser Bilder, die die menschliche Seite Nawalnys zeigen, bleibt der Eindruck eines etwas teflonartigen Charakters, eines Mannes, der keine Gelegenheit f&uuml;r ein Selfie mit seinen Anh&auml;ngern und Bewunderern ausl&auml;sst, aber lieber mit seinem Telefon besch&auml;ftigt ist, wenn sie ihm ihren Schmerz und ihre Hoffnungen entgegenschreien. [ ]  Dieser unser Eindruck kommt wahrscheinlich daher, dass er der Filmcrew nicht erlaubte, die &auml;ussere Schicht der Kampagne zu durchbrechen und ihn in intimen Situationen zu sehen &ndash; mit seiner Familie, Freunden oder in pers&ouml;nlichen Momenten der Reflexion. Der Dokumentarfilm l&auml;sst die Zuschauer mit der Frage zur&uuml;ck, ob Nawalnys Kommunikationsproblem nicht doch ein tieferes, ein pers&ouml;nliches Problem widerspiegelt.&raquo;\n<\/p><\/blockquote><p><b>Es gibt auch deutschsprachige Zusatzinformationen<\/b><\/p><p>Auch in deutscher Sprache gibt es zus&auml;tzliche Infos &uuml;ber Nawalny, wenn man sie sucht. Auf der Website <a href=\"https:\/\/www.anti-spiegel.ru\/ueber-anti-spiegel\/\">Anti-Spiegel<\/a> etwa k&auml;mpft der deutsche Thomas R&ouml;per, der seit langem in Russland lebt, zwar vor allem gegen die v&ouml;llig einseitigen Darstellungen des Nachrichten-Magazins &laquo;Der Spiegel&raquo;, aber oft tut R&ouml;per das eben, indem er berichtet, wie es wirklich war oder wie es ist. Und da kann man dann auch &uuml;ber Nawalny Dinge erfahren, die man sonst in den deutschsprachigen Medien kaum lesen kann. Etwa wie sich Nawalny vor Gericht verteidigte, nachdem er von einem 94-j&auml;hrigen Veteranen wegen Verleumdung eingeklagt worden war. Nawalny hatte ihn in einem Video als &laquo;Verr&auml;ter&raquo; und &laquo;Arschkriecher&raquo; bezeichnet. Ein ebenfalls <a href=\"https:\/\/www.anti-spiegel.ru\/2021\/dritter-verhandlungstag-gegen-navalny-und-was-der-spiegel-daraus-macht\/\">lesenswerter Artikel<\/a>.<\/p><p>Lesenswert sind auch immer die t&auml;glichen Analysen der deutschen Plattform <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/\">&laquo;German-Foreign-Policy&raquo;<\/a>, zu Nawalny und zur Opposition in Russland zum Beispiel <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8527\/\">hier<\/a>.<\/p><p><b>Und Informationen aus Russland?<\/b><\/p><p>Und wenn man schliesslich, allen Zweifeln zum Trotz, doch auch noch schaut, was russische Medien zu Nawalny sagen, dann gibt es neben seinen Geldschiebereien und seinen Aufrufen zu Demonstrationen trotz Corona-bedingten Versammlungsverboten mindestens zwei Punkte, die sonst kaum erw&auml;hnt werden. Darunter die Information, dass Nawalny Unmengen Geld &ndash; vermutlich aus dem Inland <i>und<\/i> aus dem Ausland &ndash; erhalten habe, und zwar in Form von Bitcoins, was es unm&ouml;glich mache, herauszufinden, woher das Geld komme. Bitcoin-Zahlungen, deren Herkunft nicht eruiert werden kann? Infosperber hat sich sowohl bei einer Schweizer Firma, die im Bereich von Kryptow&auml;hrungen aktiv ist, als  auch beim Finanzdepartement in Bern dazu kundig gemacht. Beide Stellen zeigten wenig Freude an der Medienanfrage, aber beide best&auml;tigten schliesslich, dass es zwar nicht erlaubt ist, etwa aus der Schweiz Bitcoins anonym zu verschicken, aber dass es technisch eben doch m&ouml;glich ist. Warum wird Nawalny in den westlichen Medien nachgerade hochgejubelt, ohne dass danach gefragt wird, woher er sein Geld hat? In den USA etwa m&uuml;ssen Zahlungen an eine Partei transparent gemacht werden.<\/p><p>Und schliesslich ein anderer Punkt, dem man ebenfalls nur auf russischen Plattformen begegnen konnte: Die bestrenommierte britische medizinische Zeitschrift <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/The_Lancet\">&laquo;The Lancet&raquo;<\/a> hat bekanntlich die Gelegenheit bekommen, die Resultate der Blutuntersuchungen nach Nawalnys Ankunft in der Berliner Klinik &laquo;Charit&eacute;&raquo; einzusehen. Und was sieht man dort? Die &Auml;rzte vom &laquo;Charit&eacute;&raquo; fanden noch nichts, das zwingend auf eine Vergiftung hinwies. Es war, zwei Wochen sp&auml;ter, erst das Labor der &ndash; der NATO zugeh&ouml;rigen &ndash; Deutschen Bundeswehr, das den Giftstoff Novichok entdeckte. Wer sich schon ein bisschen mit den Methoden der Geheimdienste, <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/freiheit-recht\/menschenrechte\/so-versuchte-chefvergifter-sidney-gottlieb-menschen-zu-steuern\/\">zum Beispiel mit der CIA<\/a>, besch&auml;ftigt hat, der weiss aber, dass diese Geheimdienste zu ziemlich allem f&auml;hig sind, was einem Feind schaden kann. Zumindest taucht dann diese eine Frage auf: Wenn man dem russischen Geheimdienst zutraut, Nawalny vergiften zu wollen (oder es zumindest versucht zu haben), ist es dann abwegig, es auch f&uuml;r m&ouml;glich zu halten, dass ein westlicher Geheimdienst dort Novichok findet, wo er mit diesem &laquo;Fund&raquo; seinen Intimfeind &ndash; ganz im Sinne moderner hybrider Kriegsf&uuml;hrung &ndash; besonders hart treffen kann? Novichok ist zu Sowjetzeiten als Gift f&uuml;r Massenmorde entwickelt worden, eignet sich f&uuml;r den Mord einer Einzelperson aber &uuml;berhaupt nicht. Aber dieses Gift hat den &laquo;Vorteil&raquo;, dass es imagem&auml;ssig nur mit Russland in Verbindung gebracht wird und dass eine Vergiftung mit Novichok also automatisch auf russische Vergifter schliessen l&auml;sst.  (Infosperber hat den <a href=\"https:\/\/www.thelancet.com\/journals\/lancet\/article\/PIIS0140-6736(20)32644-1\/fulltext\">Bericht in &laquo;The Lancet&raquo;<\/a> ebenfalls nachgelesen (er ist nur registrierten Usern voll zug&auml;nglich), die zeitliche Differenz von zwei Wochen zwischen den beiden Blutuntersuchungen wird dort best&auml;tigt.)<\/p><p><b>Wer ist Nawalny? Was ist sein Programm? Vom wem wird er unterst&uuml;tzt?<\/b><\/p><p>Eine kurze &laquo;wahre&raquo; Antwort auf diese Fragen gibt es nicht. Eine Quintessenz aus den oben zitierten und weiteren Informationen aus verschiedensten Quellen zu Nawalny aber gibt es: Nawalny ist nicht der Repr&auml;sentant &laquo;der&raquo; Opposition, denn &laquo;die&raquo; russische Opposition gibt es nicht. Nawalny geht es darum, selbst Macht zu erlangen. Um dies zu erreichen, nimmt er Unterst&uuml;tzung von allen Seiten an, &ouml;ffentliche und geheime, von links und von rechts. Was er dann wirklich tun w&uuml;rde, wenn er selbst die Macht erlangte, ist v&ouml;llig offen &ndash; und den meisten westlichen Regierungen und Medien aber offensichtlich gleichg&uuml;ltig. Die meisten Redaktionen versuchen auch nicht ansatzweise, etwas mehr &uuml;ber diesen Mann zu erfahren. Es gen&uuml;gt ihnen, zu wissen &ndash; und nat&uuml;rlich das dann auch zu schreiben &ndash;, dass Nawalny gegen Putin auftritt und also aus westlicher Sicht zu unterst&uuml;tzen oder gar zu verehren ist.<\/p><p>So simpel ist der heutige Journalismus geworden. Siehe Andreas R&uuml;esch am 13. Februar auf der Frontseite der NZZ.<\/p><p><b>Eine kleine Entschuldigung gibt es<\/b><\/p><p>Was den Journalistinnen und Journalisten, den Redaktorinnen und Redaktoren zugutezuhalten ist: Seit wegen der Werbung im Internet die Erl&ouml;se aus der Werbung in den klassischen Medien dramatisch eingebrochen sind, werden, als Sparmassnahme, viele Redaktionen zusammengelegt und alle werden personell ausged&uuml;nnt. F&uuml;r eingehende Recherchen bleibt den Journalisten kaum mehr Zeit. Das k&ouml;nnen sich nur noch Journalisten leisten, die schon in Pension sind und sich die Zeit dazu freiwillig nehmen.<\/p><p>Titelbild: Rosfoto.ru \/ Shutterstock<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Journalistische Recherchen sind zeitlich aufwendig. Im &laquo;Fall Nawalny&raquo; berichten viele Medien zu simpel &ndash; ein gutes Beispiel, was es braucht, um an mehr Informationen zu kommen. <i><a href=\"mailto:cm@commwork.ch\">Christian M&uuml;ller<\/a> \/ 21.02.2021<\/i> &ndash; <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/medien\/medienkritik\/journalistische-recherchen-sind-zeitlich-aufwendig\/\">Dieser Beitrag ist von Infosperber &uuml;bernommen<\/a>. Danke f&uuml;r den Hinweis an den Autor <strong>Christian M&uuml;ller<\/strong>.<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":70004,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[198,11],"tags":[1409,835,1283,259],"class_list":["post-70003","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-einzelne-politiker-personen-der-zeitgeschichte","category-strategien-der-meinungsmache","tag-gifteinsatz","tag-nationalismus","tag-nawalny-alexej","tag-russland"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/shutterstock_1648623835.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/70003","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=70003"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/70003\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":70010,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/70003\/revisions\/70010"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/70004"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=70003"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=70003"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=70003"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}