{"id":70084,"date":"2021-02-23T11:48:36","date_gmt":"2021-02-23T10:48:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70084"},"modified":"2021-03-01T11:53:56","modified_gmt":"2021-03-01T10:53:56","slug":"an-oder-mit-der-impfung-verstorben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70084","title":{"rendered":"An oder mit der Impfung verstorben?"},"content":{"rendered":"<p>Trotz Anlaufschwierigkeiten wurden in Deutschland bereits mehr als f&uuml;nf Millionen Impfdosen <a href=\"https:\/\/impfdashboard.de\/\">verabreicht<\/a>. Rund 1,8 Millionen Menschen haben die zweite Dosis erhalten und damit bereits einen Impfschutz. Von Nebenwirkungen und Zwischenf&auml;llen h&ouml;rt man jedoch erstaunlich wenig, obgleich die Medien auf regionaler Ebene <a href=\"https:\/\/corona-blog.net\/tote-im-zusammenhang-mit-der-covid-impfung\/\">nahezu t&auml;glich davon berichten<\/a>. Der j&uuml;ngste <a href=\"https:\/\/www.pei.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/newsroom\/dossiers\/sicherheitsberichte\/sicherheitsbericht-27-12-bis-12-02-21.pdf?\">Sicherheitsbericht<\/a> des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) z&auml;hlt insgesamt 7.690 gemeldete Verdachtsf&auml;lle von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen, darunter 1.178 schwere F&auml;lle und 223 Todesf&auml;lle. Das sei statistisch zu erwarten gewesen, die Menschen starben demnach nicht an, sondern mit der Impfung. Diese Erkl&auml;rung ist zwar durchaus plausibel, dennoch ist es erstaunlich, wie intransparent derartige Daten in Deutschland gesammelt und ver&ouml;ffentlicht werden. Andere L&auml;nder sind da offener. Von <strong>Jens Berger<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_6842\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-70084-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210223_An_oder_mit_der_Impfung_verstorben_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210223_An_oder_mit_der_Impfung_verstorben_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210223_An_oder_mit_der_Impfung_verstorben_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210223_An_oder_mit_der_Impfung_verstorben_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=70084-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210223_An_oder_mit_der_Impfung_verstorben_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"210223_An_oder_mit_der_Impfung_verstorben_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Um es vorwegzunehmen: Die zur Verf&uuml;gung stehenden weltweiten Daten erwecken zurzeit nicht den Eindruck, dass die eingesetzten Corona-Impfstoffe signifikante schwere oder gar t&ouml;dliche Nebenwirkungen haben k&ouml;nnten. Die deutschen Daten des PEI decken sich mit den Daten der Beh&ouml;rden, in denen die Impfkampagne besser l&auml;uft und deren Datenbasis sowohl transparenter als auch solider ist. In den USA wurden beispielsweise bereits mehr als 63 Millionen Dosen verimpft und das nationale <a href=\"https:\/\/vaers.hhs.gov\/\">Impfmonitoring-System VAERS<\/a> verzeichnet zurzeit 15.785 Verdachtsf&auml;lle von Impfkomplikationen und 929 Todesf&auml;lle in einem zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung. Der w&ouml;chentliche Impfreport der britischen Regierung verzeichnet bei mehr als 13 Millionen verimpften Dosen rund 45.000 Verdachtsf&auml;lle und 326 Todesf&auml;lle in einem zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung. Diese Daten sind jedoch interpretationsbed&uuml;rftig.<\/p><p><strong>Statistische Erwartbarkeiten<\/strong><\/p><p>Das Medianalter der in Deutschland an oder mit Covid-19 Verstorbenen betr&auml;gt 84 Jahre. Laut PEI-Sicherheitsbericht betr&auml;gt das Medianalter der in Deutschland in einem zeitlichen Zusammenhang mit der Corona-Impfung Verstorbenen sogar 86 Jahre. Das ist aus gleich dreierlei Gr&uuml;nden nicht &uuml;berraschend.<\/p><ol>\n<li>Das Impfkonzept der Bundesregierung sieht in der ersten Impfphase die priorit&auml;re Impfung von Mitarbeitern in Krankenh&auml;usern und Altenheimen, aber eben auch die Impfung von &uuml;ber 80-J&auml;hrigen und Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen vor. Allein in der Altersgruppe der &uuml;ber 80-J&auml;hrigen <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/1013307\/umfrage\/sterbefaelle-in-deutschland-nach-alter\/\">sterben<\/a> in &bdquo;normalen Jahren&ldquo; t&auml;glich 1.471 Menschen. Vor diesem Hintergrund wirkt die Gesamtzahl von 223 Menschen, die in einem zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung verstarben, auf den ersten Blick nicht au&szlig;ergew&ouml;hnlich.<\/li>\n<li>Schaut man sich die Zahlen des PEI n&auml;her an, erf&auml;hrt man, dass 52 geimpfte Personen an oder mit Covid-19 verstarben. F&auml;lle wie die in Altenheimen in <a href=\"https:\/\/www.suedkurier.de\/region\/bodenseekreis\/bodenseekreis\/nach-der-ersten-corona-impfung-elf-todesfaelle-und-sieben-akute-infektionen-im-pflegeheim-in-uhldingen-muehlhofen;art410936,10717656\">Uhldingen-M&uuml;hlhofen<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.rtl.de\/cms\/corona-ausbruch-in-leverkusener-seniorenheim-15-bewohner-gestorben-4695080.html\">Leverkusen<\/a> machten sogar &uuml;berregional Schlagzeilen. In beiden F&auml;llen handelt es sich laut der Beh&ouml;rden um Infektionen, die erfolgten, bevor der Impfschutz aufgebaut werden konnte. Auch das ist erst einmal plausibel. <\/li>\n<li>Dass es bei den eingesetzten Impfstoffen zu Impfreaktionen kommt, ist bekannt. Die NachDenkSeiten hatten <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69308\">dar&uuml;ber berichtet<\/a> und gewarnt, dass dies f&uuml;r Hochbetagte und Menschen mit einem prek&auml;ren Gesundheitsstatus sehr wohl ein Problem darstellen kann. In Norwegen hat man nach ersten Todesmeldungen aus dieser Personengruppe auch bereits darauf reagiert und empfiehlt seitdem, bei &bdquo;sehr gebrechlichen&ldquo; Patienten sei &bdquo;der individuelle Nutzen der Impfung gegen Nachteile der Impfung abzuw&auml;gen&ldquo;. In Deutschland gibt es keine offizielle Empfehlung dieser Art. So wundert es nicht, dass der Gro&szlig;teil der registrierten &bdquo;Impftoten&ldquo; laut PEI an &bdquo;multiplen Vorerkrankungen&ldquo; litt. Genannt werden hier Karzinome und schwerste Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. Es ist sogar von Patienten die Rede, die zum Zeitpunkt der Impfung palliativmedizinisch versorgt wurden. Nun ist es gerade bei diesen Patienten sehr schwer, eine einzige Todesursache festzulegen. Wom&ouml;glich war der Impfstoff hier in vielen F&auml;llen der eine Tropfen, der das Fass zum &Uuml;berlaufen brachte. <\/li>\n<\/ol><p>So plausibel diese drei Faktoren f&uuml;r die Bewertung sind, so problematisch verh&auml;lt es sich beim Rest der Analyse. F&uuml;r 96 Todesf&auml;lle in einem zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gibt es beispielsweise laut PEI keine n&auml;heren Informationen zur Todesursache. Das entspricht rund zwei ungekl&auml;rten Todesf&auml;llen pro 100.000 Impfungen und ist somit keine Gr&ouml;&szlig;e, die man vernachl&auml;ssigen kann. Gerade an diesem Punkt setzt das PEI zur Kl&auml;rung jedoch mit statistischen Modellen an und verliert sich dabei in vollkommen intransparenten Berechnungen.<\/p><p>Rein statistisch w&auml;ren &ndash; so das PEI &ndash; innerhalb der geimpften Gruppe im beobachteten Zeitraum 91,6 F&auml;lle zu erwarten gewesen, bei denen die Geimpften an einer &bdquo;unklaren Todesursache&ldquo; verstorben sind &ndash; schlie&szlig;lich sterben unter &bdquo;Normalbedingungen&ldquo; im Schnitt fast 60 Menschen pro 100.000 Einwohner und Jahr, bei denen im Totenschein dann von einem &bdquo;pl&ouml;tzlichen Herztod&ldquo; oder einer &bdquo;unbekannten Ursache&ldquo; die Rede ist. Wie das PEI auf diese Rechnung kommt, l&auml;sst sich nicht herleiten und ohne Zugang auf die Rohdaten l&auml;sst sich diese Rechnung auch nicht &uuml;berpr&uuml;fen. Dennoch sind solche F&auml;lle &ndash; auch wenn die Obduktion sp&auml;ter oft <a href=\"https:\/\/www.hna.de\/lokales\/goettingen\/goettingen-ort28741\/corona-impfung-goettingen-mann-tod-polizei-siekhoehe-todesursache-90203413.html\">eine Erkl&auml;rung liefert<\/a> &ndash; nicht gerade vertrauensf&ouml;rdernd und es ist unerkl&auml;rlich, dass es keine Richtlinie gibt, die f&uuml;r s&auml;mtliche Todesf&auml;lle im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung eine Obduktion zwingend vorschreibt. <\/p><p><strong>Wir reden hier immer noch von experimentellen Impfstoffen<\/strong><\/p><p>Selbst wenn es in der Gesamtheit keine statistischen Auff&auml;lligkeiten gibt, so w&auml;re es doch wichtig, doppelt und dreifach darauf zu achten, dass auch m&ouml;gliche seltene schwere Nebenwirkungen so gut wie m&ouml;glich dokumentiert werden. Immerhin reden wir hier von einer Impfkampagne, deren Ziel die gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche Impfquote innerhalb der gesamten Bev&ouml;lkerung ist. Wenn es um die Dokumentierung der Nebenwirkungen geht, reicht es da nicht, sich hinter statistischen Modellen zu verstecken, als handele es sich um ein erprobtes Medikament. Man sollte nie vergessen, dass es sich bei den Impfstoffen um Produkte handelt, die nur aufgrund der Gef&auml;hrlichkeit des Sars-Cov2-Virus und der pandemischen Lage eine Notfallzulassung erhalten haben und deren Zulassungsstudien in einem so noch nie gekannten Ma&szlig;e teleskopiert &ndash; also verk&uuml;rzt &ndash; wurden. <\/p><p>Die Impfkampagne gilt daher inoffiziell auch als Phase-4-Studie im Zulassungsprozess. Das ist aus ethischer Sicht nicht unproblematisch und sollte eigentlich voraussetzen, dass man die &ndash; ebenfalls historische &ndash; Situation nutzt, um anhand des mittlerweile gigantischen Datenpools zuverl&auml;ssige Daten zu seltenen Nebenwirkungen zu ermitteln. Doch das scheint nicht der Fall zu sein. Es ist nicht erkennbar, dass die Corona-Impfung seitens der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden in Deutschland anders &uuml;berwacht wird als jede andere Impfung mit ordentlich getesteten und zugelassenen Impfstoffen auch. Und hier sprechen wir nicht &bdquo;nur&ldquo; &uuml;ber die Todesf&auml;lle im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/210223_pei.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/210223_pei.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Quelle: Paul-Ehrlich-Institut<\/p><p><strong>Ausgeblendete Nebenwirkungen<\/strong><\/p><p>Die vom PEI dokumentierten Nebenwirkungen sind vor allem beim Impfstoff von AstraZeneca nicht ohne. So berichtet fast jeder vierte Geimpfte von einer &bdquo;grippe&auml;hnlichen Erkrankung&ldquo; nach der Impfung. 16% berichten ferner von Fieber, 14% von Sch&uuml;ttelfrost. Dies zeigt, wie richtig es war, diesen Impfstoff <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69308\">nicht f&uuml;r Menschen &uuml;ber 65 Jahren zuzulassen<\/a>. Auch diese Zahlen sind jedoch voll und ganz im Rahmen des Erwartbaren und decken sich mit den <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=66762\">Ergebnissen der klinischen Studien<\/a>. So ist es auch kaum verwunderlich, dass sich nun in zahlreichen Kliniken <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/inland\/astrazeneca-impfstoff-viele-krankmeldungen-nach-corona-impfung-17199936.html\">bis zu 50%<\/a> der geimpften Mitarbeiter nach der Impfung krankmelden. Doch hier reden wir &uuml;ber Impfreaktionen, also &ndash; wenn auch nicht in diesem Ausma&szlig; &ndash; durchaus gewollten Effekten. Das Immunsystem springt an und reagiert mit Fieber und Schmerzen an der Impfstelle oder Kopfschmerzen. Das ist &auml;rgerlich f&uuml;r die AstraZeneca-Geimpften &ndash; zumal die mRNA-Impfstoffe hier deutlich mildere Impfreaktionen hervorrufen &ndash; aber nicht dramatisch.<\/p><p>Potentiell dramatisch sind indes m&ouml;gliche Nebenwirkungen bei bestimmten Personen. So stehen die Impfstoffe immer noch im Verdacht, in sehr seltenen F&auml;llen zu L&auml;hmungen der Gesichtsmuskulatur und schweren allergischen Reaktionen zu f&uuml;hren. So hat das PEI bislang 19 F&auml;lle von Gesichtsl&auml;hmungen dokumentiert, die sich jedoch laut PEI &bdquo;bei der ganz &uuml;berwiegenden Zahl der betroffenen Patienten&ldquo; innerhalb weniger Wochen zur&uuml;ckgebildet haben. Zusammenh&auml;nge zur Impfung sieht das PEI jedoch nicht, schlie&szlig;lich tr&auml;te diese Erkrankung ohnehin etwa 23 Mal pro 100.000 Einwohner und Jahr auf und die beobachteten F&auml;lle seien somit statistisch nicht auff&auml;llig. Auch die britischen Beh&ouml;rden teilen diese Bewertung. <\/p><p>Ein wenig problematischer sind indes die allergischen Reaktionen, die in seltenen F&auml;llen auftreten k&ouml;nnen. Hier hat das PEI 79 F&auml;lle dokumentiert, darunter 24 F&auml;lle der schwersten Kategorie. 52 dieser F&auml;lle lassen sich urs&auml;chlich auf die Impfung zur&uuml;ckf&uuml;hren. Das PEI verweist an dieser Stelle darauf, dass die Daten vergleichbar mit den Erkenntnissen aus Gro&szlig;britannien und den USA sind. Die britischen Beh&ouml;rden sprechen in diesem Zusammenhang von ein bis zwei schweren allergischen Reaktionen pro 100.000 verabreichter Dosen. Menschen mit einer leichten allergischen Vorgeschichte (z.B. Heuschnupfen oder einzelne leichte Lebensmittelallergien) scheinen davon nicht betroffen zu sein. <\/p><p>Dennoch mutet es auf Basis dieser Zahlen schon merkw&uuml;rdig an, dass das PEI <a href=\"https:\/\/www.pei.de\/DE\/newsroom\/positionen\/covid-19-impfstoffe\/stellungnahme-allergiker.html#:~:text=die%20Arzneimittelbeh%C3%B6rden%20vorgesehen.-,Empfehlung,gegen%20COVID%2D19%20impfen%20lassen\">keine Notwendigkeit sieht<\/a>, Menschen mit allergischen Vorerkrankungen von einer Impfung abzuraten. Schlie&szlig;lich bleibe der Patient ja 15 Minuten unter Beobachtung und es st&uuml;nde medizinisches Personal bereit, das selbst bei einem anaphylaktischen Schock erste Hilfe leisten k&ouml;nne. Gerade Menschen mit allergischer Vorgeschichte, die nicht zur Covid-19-Risikogruppe geh&ouml;ren, wird diese Erkl&auml;rung sicher kaum beruhigen. Hier w&auml;ren bessere dokumentierte Risikofaktoren n&ouml;tig &ndash; doch die gibt es nicht, da diese Reaktionen eher selten sind und weder in den klinischen Studien noch w&auml;hrend der Impfkampagne ausgiebig untersucht werden. So bleibt die Impfung f&uuml;r Allergiker eine Abw&auml;gung auf Basis unbekannter Faktoren. <\/p><p><strong>Unterlassene Hilfestellung<\/strong><\/p><p>F&uuml;r jeden Menschen, dem ein Impfangebot gemacht wird, stellt sich die Frage nach der Risikoabw&auml;gung. Und hier zeigt sich eine paradoxe Situation: W&auml;hrend die Risiken der Impfung f&uuml;r j&uuml;ngere Menschen ohne Vorerkrankung &auml;u&szlig;erst &uuml;berschaubar scheinen, geh&ouml;ren gerade diese Menschen auch zur Gruppe, bei der Covid-19 in den allermeisten F&auml;llen mild oder gar symptomfrei verl&auml;uft. Hier w&auml;gt man zwischen zwei eher geringeren Risiken ab. Umgekehrt geh&ouml;rt gerade die Gruppe der multipel vorerkrankten Hochbetagten sowohl bei der Krankheit als auch bei der Impfung zu denjenigen, die das h&ouml;chste individuelle Risiko haben &ndash; auch wenn hier das Risiko, dass eine Covid-19-Infektion einen schweren oder gar t&ouml;dlichen Verlauf nimmt, ungleich h&ouml;her erscheint; und auch wenn sie nur das letzte Tr&ouml;pfchen ist, das das Fass zum &Uuml;berlaufen bringt. <\/p><p>Impfentscheidungen f&uuml;r diese Hochrisikogruppe sind ethisch sehr schwer zu f&auml;llen und hier w&auml;re es dringend angeraten, eine individuelle Beratung und Anamnese durch den Hausarzt einzuholen. Muss man beispielsweise einen 95-j&auml;hrigen Palliativpatienten wirklich gegen Covid-19 impfen? Sicher, eine Infektion mit dem Virus w&uuml;rde wahrscheinlich t&ouml;dlich verlaufen, aber eine Impfung w&auml;re f&uuml;r diesen Patienten eben unter Umst&auml;nden auch t&ouml;dlich und ob er sich in seinen letzten Lebensmonaten &uuml;berhaupt infiziert, ist ja ein offener und vermeidbarer Faktor. <\/p><p><strong>Mehr Transparenz w&auml;re n&ouml;tig<\/strong><\/p><p>Aber wie sollen einzelne Personen oder Haus&auml;rzte &uuml;berhaupt eine vern&uuml;nftige Abw&auml;gung von Vorteilen und Risiken vornehmen, wenn ihnen dazu kaum valide Daten zur Verf&uuml;gung stehen? Die Daten zeigen zwar sehr eindeutig, dass die Risiken f&uuml;r die allermeisten Menschen &uuml;berschaubar sind und aus medizinischer Sicht im Grunde nichts gegen eine Impfung spricht. Jedoch sind diese Daten vor allem in Deutschland derart intransparent, dass es nicht verwundert, dass viele Menschen skeptisch sind und wenig Bereitschaft versp&uuml;ren, sich impfen zu lassen. <\/p><p>Wie es besser gehen kann, zeigt das Beispiel Gro&szlig;britannien. Dort gibt es das sogenannte <a href=\"https:\/\/yellowcard.mhra.gov.uk\/\">&bdquo;Yellow Card System&ldquo;<\/a>, &uuml;ber das Geimpfte und deren Angeh&ouml;rige Nebenwirkungen dokumentieren k&ouml;nnen. Dies geht online, per App oder &uuml;ber den betreuenden Arzt. Die Auswertung der Daten erfolgt in einem w&ouml;chentlichen <a href=\"https:\/\/www.gov.uk\/government\/publications\/coronavirus-covid-19-vaccine-adverse-reactions\">Bericht des britischen Gesundheitsministeriums<\/a> und geht in die &ouml;ffentlichen Risikoberichte zu den Impfstoffen (<a href=\"https:\/\/assets.publishing.service.gov.uk\/government\/uploads\/system\/uploads\/attachment_data\/file\/962405\/COVID-19_mRNA_Pfizer-_BioNTech_Vaccine_Analysis_Print.pdf\">hier Biontech\/Pfizer<\/a> und <a href=\"https:\/\/assets.publishing.service.gov.uk\/government\/uploads\/system\/uploads\/attachment_data\/file\/962406\/COVID-19_AstraZeneca_Vaccine_Analysis_Print.pdf\">hier AstraZeneca<\/a>) ein. <\/p><p>In den USA erf&uuml;llt das <a href=\"https:\/\/vaers.hhs.gov\/index.html\">VAERS-Impfmonitoring-System<\/a> diese Funktion. Auch hier kann der Geimpfte (oder ein Angeh&ouml;riger) selbst die Meldungen &uuml;ber Nebenwirkungen ohne gro&szlig;e Schranken vornehmen und die Rohdaten stehen dann sogar jedermann zur Recherche offen &ndash; auch wenn die Datenbank nicht gerade nutzerfreundlich ist. Auch andere Seiten haben &uuml;ber eine offene Schnittstelle Zugriff auf die Daten und k&ouml;nnen sie <a href=\"https:\/\/www.medalerts.org\/vaersdb\/findfield.php?TABLE=ON&amp;GROUP1=CAT&amp;EVENTS=ON&amp;VAX=COVID19\">aufbereiten<\/a>. <\/p><p>Freilich sind sowohl die britischen als auch die US-Daten immer interpretationsbed&uuml;rftig. So gibt es nat&uuml;rlich nicht immer einen zwingenden kausalen Zusammenhang zwischen der Impfung und einer Nebenwirkung &ndash; egal ob leicht oder t&ouml;dlich. Trends lassen sich jedoch f&uuml;r Forscher auf Basis dieses gro&szlig;en Datenpools sehr gut erkennen. Das ist in Deutschland &uuml;berhaupt nicht der Fall. Hier hat mit dem PEI eine Bundesbeh&ouml;rde den Daumen auf den Daten und auch das Impfmonitoring erfolgt &uuml;ber das Gesundheitssystem und ist somit mit H&uuml;rden verbunden. Oder w&uuml;rden Sie extra zu Ihrem Arzt gehen, um ihm zu berichten, dass Sie nach der Impfung leichtes Fieber und M&uuml;digkeit versp&uuml;ren? <\/p><p>So haben wir hierzulande die ungl&uuml;ckliche Lage, dass sich Menschen, die eine Risikoabw&auml;gung vornehmen wollen, umst&auml;ndlich in den Datenbanken und -auswertungen anderer L&auml;nder schlau machen m&uuml;ssen &ndash; die Sprachbarrieren d&uuml;rften hier wegen des Fachvokabulars f&uuml;r die Meisten diesen Plan ohnehin schnell zunichte machen. Es scheint so, als wolle man in Deutschland gar nicht, dass die Menschen auf Basis transparenter Informationen ihre eigene Entscheidung f&auml;llen. Sie sollen sich halt impfen lassen und dem Staat vertrauen. Das ist wenig vertrauensbildend.<\/p><p><strong>Zweierlei Ma&szlig; bei den Medien<\/strong><\/p><p>Anstatt dies zu kritisieren, unterst&uuml;tzen die Medien proaktiv diesen Kurs. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht zu lesen ist, wie sicher die Impfstoffe sind und dass die Zwischenf&auml;lle bei den Impfungen statistisch nicht signifikant und meist erkl&auml;rbar seien. Das stimmt im Grunde wohl auch, aber so viel statistische Akkuratesse ist man von den Medien vor allem im Zusammenhang mit Corona ja nicht einmal im Ansatz gewohnt, was bei kritischen Zeitgenossen sicherlich h&auml;ufig zun&auml;chst ein gesundes Misstrauen ausl&ouml;st.<\/p><p>Es ist schon erstaunlich. Wenn es um &bdquo;Impftote&ldquo; geht, ist jeder Redakteur und Kommentator peinlich bem&uuml;ht, auf den Unterschied zwischen einem Todesfall &bdquo;mit der Impfung&ldquo; und &bdquo;durch die Impfung&ldquo; hinzuweisen. Geht es jedoch um Corona-Tote, gilt dies nicht. Jeder multipel vorerkrankte Palliativpatient mit positiven PCR-Test ist zwar &bdquo;an Covid-19&ldquo; gestorben, verstirbt er jedoch kurz nach der Impfung, wird schnell auf die Begleitumst&auml;nde hingewiesen, so dass gar nicht erst der Eindruck entstehen kann, es l&auml;ge ein kausaler Zusammenhang zur Impfung vor. Das sind ganz klar doppelte Standards. Man muss jedoch auch feststellen, dass einzelne Skeptiker, die bei den Covid-19-Toten penibel auf die Vorerkrankungen verweisen und den kausalen Zusammenhang zum Virus infrage stellen und nun s&auml;mtliche &bdquo;Impftote&ldquo; ohne einen Hauch von Zweifel kausal der Impfung anlasten, auch nicht besser sind.<\/p><p>Jedoch sollte man hier nicht &Auml;pfel und Birnen vergleichen. W&auml;hrend die Skeptiker allenfalls ihre eigene &bdquo;Filterblase&ldquo;, die sich ohnehin nie impfen lassen wird, erreichen, scheinen die gro&szlig;en Medien sich voll und ganz der Impfkampagne der Bundesregierung angeschlossen zu haben. Sie erreichen den Gro&szlig;teil der Bev&ouml;lkerung. Es ist jedoch fraglich, ob diese offensichtliche Parteilichkeit im Endeffekt die Impfbereitschaft nicht sogar verringert. Sehr viele Unentschlossene vertrauen den Medien gerade bei diesem Thema aus sehr gutem Grund nicht mehr. Wer einmal l&uuml;gt, dem glaubt man nicht und wenn er auch die Wahrheit spricht. Wer kritische B&uuml;rger &uuml;berzeugen will, der sollte daher nicht einfach die PR-Maschine anwerfen, sondern mit gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glicher Transparenz die daf&uuml;r n&ouml;tigen Daten zur Verf&uuml;gung stellen, die Menschen aktiv mitnehmen und Zweifel transparent ausr&auml;umen. Das geschieht nicht. Und so m&uuml;ssen wir uns auch gar nicht dar&uuml;ber wundern, wenn die Impfbereitschaft nachl&auml;sst. <\/p><p>Titelbild: penofoto\/shutterstock.com<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/918fca3edc4c4f9b8ffb7eb7fd74ca8f\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz Anlaufschwierigkeiten wurden in Deutschland bereits mehr als f&uuml;nf Millionen Impfdosen <a href=\"https:\/\/impfdashboard.de\/\">verabreicht<\/a>. Rund 1,8 Millionen Menschen haben die zweite Dosis erhalten und damit bereits einen Impfschutz. Von Nebenwirkungen und Zwischenf&auml;llen h&ouml;rt man jedoch erstaunlich wenig, obgleich die Medien auf regionaler Ebene <a href=\"https:\/\/corona-blog.net\/tote-im-zusammenhang-mit-der-covid-impfung\/\">nahezu t&auml;glich davon berichten<\/a>. 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