{"id":7016,"date":"2010-10-12T09:07:11","date_gmt":"2010-10-12T07:07:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7016"},"modified":"2010-10-12T09:07:11","modified_gmt":"2010-10-12T07:07:11","slug":"hinweise-des-tages-1220","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7016","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Zahl der Privatinsolvenzen steigt; Tricks bei Hartz-IV-Bemessung best&auml;tigt; Deutschland fehlen Zuwanderer; Arge zerst&ouml;rt selbstverwaltete Betriebe; Riester f&uuml;r die Pflege; Volksversicherung von Bild; &Auml;rzte klagen &uuml;ber zu geringes Einkommen; Stoccarda 21; Klassismus; Nobelpreis f&uuml;r Wirtschaft; Friedensnobelpreis wieder ein Fehlgriff; Bachelor-Absolventen; gerecht geht anders; Unruhe im Steuerparadies; Wilfried Schmickler und Volker Pispers. (KR\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Zahl der Privatinsolvenzen steigt deutlich an<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Bundesregierung best&auml;tigt Tricks bei Hartz-IV-Bemessung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Deutschland fehlen Fachkr&auml;fte &ndash; und Zuwanderer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Die ARGE zerst&ouml;rt in K&ouml;ln selbstverwaltete Betriebe und Selbsthilfestrukturen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Riester f&uuml;r die Pflege<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Volksversicherung von Bild &ndash; Ein schlechtes Gesch&auml;ft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">&Auml;rzte-Klagen &uuml;ber zu geringes Einkommen: Volle Jammerkraft voraus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Stoccarda 21<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Vom Rassismus und Sexismus zum Klassismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Brisanter und hoch politischer Nobelpreis f&uuml;r Wirtschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Friedensnobelpreis: Wieder ein Fehlgriff<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Geht es den Bachelor-Absolventen &ldquo;besser als gedacht&rdquo;?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Gerecht geht anders!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Schweiz: Unruhe im Steuerparadies<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Zu guter Letzt: Wilfried Schmickler und Volker Pispers<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=7016&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Zahl der Privatinsolvenzen steigt deutlich an<\/strong><br>\nEtwa drei Millionen Haushalte in Deutschland sind insolvent. W&auml;hrend die Zahl der Firmenpleiten aktuell eine r&uuml;ckl&auml;ufige Tendenz aufweist, steigt die der Privatinsolvenzen deutlich an, wie das Institut f&uuml;r Finanzdienstleistungen (IFF) Anfang Oktober mitteilte.<br>\nNach Untersuchungen des IFF stieg die Zahl der Privatinsolvenzen im ersten Halbjahr 2010 um 11,6% gegen&uuml;ber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dabei stieg auch die Zahl der Personen, die aufgrund von Arbeitslosigkeit ins finanzielle Desaster rutschten &ndash; und die trotz der aktuell sinkenden Arbeitslosenzahlen. Besonders Alleinlebende und Alleinerziehende seien davon betroffen, so das IFF in seinem aktuellen Verschuldungsreport 2010. Der Report macht deutlich, dass damit die Auswirkungen der Finanzkrise, wie Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit, mit Verz&ouml;gerung in den Kassen der Haushalte angekommen sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/148541\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Bundesregierung best&auml;tigt Tricks bei Hartz-IV-Bemessung<\/strong><br>\nNur ein Viertel der Referenzgruppe in Lohn und Brot.<br>\nJetzt ist auch die Bundesregierung mit der Wahrheit herausger&uuml;ckt: Die von ihr neu festgelegten Hartz-IV-Regels&auml;tze wurden gezielt kleingerechnet. &Uuml;ber die Art ihres Vorgehens gibt die Antwort des parlamentarischen Staatssekret&auml;rs Ralf Brauksiepe (CDU) auf eine schriftliche Anfrage der sozialpolitischen Sprecherin der Bundestagsfraktion Die Linke, Katja Kipping, Aufschluss. Demnach setzt sich die Referenzgruppe, auf deren Grundlage die finanziellen Anspr&uuml;che von Erwachsenen und Kindern kalkuliert worden sind, ganz &uuml;berwiegend aus Menschen ohne Arbeit zusammen. Nicht einmal ein Viertel der Ber&uuml;cksichtigten sind als Besch&auml;ftigte bzw. Selbst&auml;ndige erwerbst&auml;tig, den gro&szlig;en Rest bilden Erwerbslose und Rentner.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/10-12\/051.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Deutschland fehlen Fachkr&auml;fte &ndash; und Zuwanderer<\/strong><br>\nHorst Seehofer entfesselt eine neue Einwanderungsdebatte. Doch der Ansturm ausl&auml;ndischer Arbeitskr&auml;fte ist nur noch eine Erinnerung &hellip;<br>\nDeutschland braucht Zuwanderer, sagen die einen. Deutschland muss erst einmal das Potenzial in der eigenen Bev&ouml;lkerung aussch&ouml;pfen, die anderen. Wenn &uuml;ber Zuwanderung, Arbeitsmarkt und Fachkr&auml;ftemangel diskutiert wird, prallen diese beiden Meinungen aufeinander &hellip;<br>\n&bdquo;Alle Langzeitarbeitslosen m&uuml;ssen qualifiziert werden, egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund&ldquo;, sagte M&uuml;ller (Integrationsbeauftragter der Union) WELT ONLINE. Bevor das nicht passiert sei, k&ouml;nne es keine weitere Zuwanderung geben.<br>\nRealistisch ist dieser Ansatz nicht, schon seine Argumentationsgrundlagen sind diffus. Die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit hat etwa keine Daten, wie viele Langzeitarbeitslose bereits zu Fachkr&auml;ften ausgebildet wurden; geschweige denn, wie diese sich in den neuen Berufen etablieren. &bdquo;Nur ein kleinerer Teil der Hartz-IV-Empf&auml;nger l&auml;sst sich &uuml;berhaupt zu Fachkr&auml;ften weiterbilden&ldquo;, sagt Matthias Knuth von der Uni Duisburg-Essen. Dazu kommt, dass staatliche Mittel f&uuml;r die in der Regel zweij&auml;hrige Berufsausbildung immer sp&auml;rlicher flie&szlig;en. Nachdem in den 90er-Jahren Hunderttausende gerade in Ostdeutschland umgeschult wurden, um danach wieder arbeitslos zu werden, entscheiden die Beh&ouml;rden meist gegen langwierige und teure Weiterqualifikationen. Seit der Hartz-Gesetzgebung sind die Weiterbildungsma&szlig;nahmen mit Berufsabschluss stark zur&uuml;ckgegangen. Waren es 2002 noch fast 100.000 hat sich diese Zahl bis 2009 mehr als halbiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article10224568\/Deutschland-fehlen-Fachkraefte-und-Zuwanderer.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.A.:<\/strong> Eine klare Aussage, was die Politik von Langzeitarbeitslosen h&auml;lt. Mit dem &ldquo;F&ouml;rdern&rdquo; war das wohl nicht so gemeint. Mal abgesehen von der offensichtlichen Zweckl&uuml;ge &ldquo;Fachkr&auml;ftemangel&rdquo;, abgesehen von dem Wahnsinn, bei offiziell 4,2 Millionen Arbeitslosen (deutlich &uuml;ber 5 Millionen real, darunter Hunderttausende Fachkr&auml;fte) Zuwanderung zu forcieren, nur um die L&ouml;hne noch st&auml;rker senken zu k&ouml;nnen, und abgesehen von der Frage, ob &ldquo;die Wirtschaft&rdquo; das Recht hat, dass ihr die Politik jeden Wunsch von den Lippen abliest, findet leider keine inhaltliche Diskussion statt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Die ARGE zerst&ouml;rt in K&ouml;ln selbstverwaltete Betriebe und Selbsthilfestrukturen<\/strong><br>\nDie K&ouml;lner ARGE will in verschiedenen Projekten des K&ouml;lner &ldquo;M&ouml;belverbund&rdquo; (Verbund gemeinn&uuml;tziger K&ouml;lner M&ouml;bellager e.V.) 120 MAE-Stellen einrichten (Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentsch&auml;digung &ndash; besser bekannt als &ldquo;1EURJobs&rdquo;). Die Arbeitslosen sollen u.a. bei Umz&uuml;gen und Entr&uuml;mpelungen eingesetzt werden. Den Projekten entstehen f&uuml;r diese ArbeiterInnen keine Lohnkosten, und sie bekommen f&uuml;r die Arbeit der Arbeitslosen sogar noch zus&auml;tzliche Gelder von der ARGE (&ldquo;Arbeitsgemeinschaft&rdquo;, der Zusammenschluss von Arbeitsamt und Sozialamt zwecks Verwaltung der Empf&auml;ngerInnen von Arbeitslosengeld 2). Von den Kunden brauchen diese Entr&uuml;mpler dann nicht mehr viel zu verlangen &ndash; ist ja alles schon aus &ouml;ffentlichen Geldern bezahlt. Die ARGE betreibt damit Lohndumping; die L&ouml;hne in diesem Bereich werden noch weiter gedr&uuml;ckt werden. F&uuml;r Selbsthilfegruppen wie SSK und SSM k&ouml;nnte das &ouml;konomisch das Ende bedeuten. Die ARGE schafft keine Arbeitspl&auml;tze, im Gegenteil: sie zerst&ouml;rt vorhandene &hellip;<br>\nMit dem Zweiten Arbeitsmarkt werden ArbeiterInnen zweiter Klasse geschaffen, mit weniger Lohn, ohne Rechte. Ob ABM, HzA oder MAE &ndash; alle diese Arbeitsma&szlig;nahmen sind mit Zwang verbunden, denn hinter diesen &ldquo;Angeboten&rdquo; steht immer die Drohung, die Arbeitslosenunterst&uuml;tzung zu streichen. Mit diesen Ma&szlig;nahmen setzt der Staat die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen auf breiter Front durch. Was zuerst nur f&uuml;r den staatlich finanzierten Arbeitsmarkt gilt, wird irgendwann zum Normalzustand und dann mit Gesetzes&auml;nderungen abgesegnet (man denke an die vielen Gesetzes&auml;nderungen zu Leiharbeit, K&uuml;ndigungsfristen, Lohnfortzahlung, usw.). Die angeblich &ldquo;zus&auml;tzlichen&rdquo; Arbeiten des Zweiten Arbeitsmarktes f&uuml;hren tats&auml;chlich zum Abbau bestehender Arbeitspl&auml;tze oder zur Verschlechterung der dortigen Bedingungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=1062\">Neue Rheinische Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Riester f&uuml;r die Pflege<\/strong><br>\nAngesichts der demografischen Entwicklung ist es zudem notwendig, die generationengerechte Finanzierung der Pflegeversicherung sicherzustellen. Die Koalitionspartner haben deswegen vereinbart, das bestehende Umlageverfahren durch eine Kapitaldeckung zu erg&auml;nzen. Die Entwicklungsschritte hierzu werden in einer interministeriellen Arbeitsgruppe ausgearbeitet. Dabei wird auch zu pr&uuml;fen sein, inwieweit dies Chancen f&uuml;r eine langfristige Finanzierung der Leistungsdynamisierung sowie f&uuml;r eine Ausweitung des Pflegebed&uuml;rftigkeitsbegriffs er&ouml;ffnet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/17\/030\/1703012.pdf\">Antwort der Bundesregierung auf eine gro&szlig;e Anfrage der Fraktion DIE LINKE [PDF &ndash; 435 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Dazu schrieb unl&auml;ngst der gewiss nicht gerade linkslastige, ehemalige Chefredakteur der Bild am Sonntag in seinem <a href=\"http:\/\/www.sprengsatz.de\/?p=3505\">Blog<\/a>:<\/em><\/p>\n<blockquote><p>&bdquo;Bei der Reform der Pflegeversicherung, die heute parit&auml;tisch mit 1,95 Prozent von Arbeitnehmer und Arbeitgebern bezahlt wird, soll&nbsp;&ndash; so k&uuml;ndigte CDU\/CSU-Fraktionschef Volker Kauder an &ndash;&nbsp;die Bildung eines Kapitalstocks zur Absicherung k&uuml;nftiger Pflegerisiken gesetzlich eingef&uuml;hrt werden.<br>\nDass die Beitr&auml;ge steigen m&uuml;ssen, das liegt bei einer immer &auml;lter werdenden Gesellschaft auf der Hand. Wenn die Erh&ouml;hungen aber durch private Kapitalbildung nicht mehr gleicherma&szlig;en Arbeitnehmer und Arbeitgeber treffen, kommt es zu einer Art Kopfpauschale auch bei der Pflegeversicherung.<br>\nDie Versicherungswirtschaft, die Finanzberater und Dr&uuml;ckerkolonnen k&ouml;nnen sich freuen &ndash; ein neues Gesch&auml;ftsfeld tut sich auf. K&uuml;nftig k&ouml;nnen Finanzberater unsinnige Kapitallebensversicherungen und risikoreiche Fondssparpl&auml;ne auch als Pflegevorsorge verkaufen.&ldquo;<\/p><\/blockquote>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Volksversicherung von Bild &ndash; Ein schlechtes Gesch&auml;ft<\/strong>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.volksversicherung.de\/public\/img\/header.home.jpg\" width=\"470\" alt=\"Volksversicherung von Bild - Ein schlechtes Gesch&auml;ft\" title=\"Volksversicherung von Bild - Ein schlechtes Gesch&auml;ft\"><\/p>\n<p>Die Rente, bei der &ldquo;Deutschland jubelt&rdquo;, ist mit einer Beitragsgarantie von 110 Prozent ausgestattet. Das bedeutet: Vorsorgesparer k&ouml;nnen sicher sein, dass zu Rentenbeginn nicht nur ihre Beitr&auml;ge, sondern sogar zehn Prozent mehr als die Summe aller gezahlten Beitr&auml;ge zur Verf&uuml;gung stehen &ndash; und zwar unabh&auml;ngig davon, wie sich die Fonds bzw. die B&ouml;rse w&auml;hrend der Laufzeit entwickeln &hellip;<br>\nDie Beitragsgarantie klingt vielversprechend, bringt den Kunden jedoch wenig. Stehen zu Rentenbeginn wirklich nur die garantierten 110 Prozent der Beitragssumme auf dem Konto, h&auml;tten Vorsorgesparer gerade mal eine Sparrendite von 0,4 bis 0,86 Prozent erzielt &ndash; je nach Alter bei Vertragsabschluss. Damit liegt die Verzinsung der Beitr&auml;ge unter dem Niveau vieler Sparanlagen. Lassen sich Vorsorgesparer dieses Garantiekapital jedoch als lebenslange Garantierente auszahlen, ist nicht einmal der Kapitalerhalt garantiert. Das gilt jedenfalls f&uuml;r alle Kunden, die nur eine durchschnittliche Lebenserwartung haben.<br>\nBei der Volksversicherung gibt es wenig Grund zum Jubeln. &ldquo;Vollgas&ldquo; gibt allenfalls der Vermittler, der laut Kostenangaben immerhin vier Prozent der Beitragssumme &ndash; in unserem Musterfall 528 Euro &ndash; f&uuml;r die Beratung kassiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.oekotest.de\/cgi\/index.cgi?artnr=10786;gartnr=90;bernr=21;co=\">&Ouml;kotest<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Vom schlechten Gesch&auml;ft einmal abgesehen, was soll man von einer Zeitung wie Bild halten, die unverbl&uuml;mt eine Werbekampagne f&uuml;r eine private kapitalgedeckte Altersvorsorge betreibt? Kann man in diesem Blatt noch eine unabh&auml;ngige Berichterstattung &uuml;ber die gesetzliche, umlagefinanzierte Rente erwarten?<br>\nWie die Bild-Zeitung gegen die gesetzliche Rente Stimmung macht, haben wir vielfach belegt. Hier nur ein Beispiel: <a href=\"?p=305\">&bdquo;Schrumpfrente&ldquo;. Eine gezielte Verunsicherungskampagne von BILD gegen&uuml;ber den B&uuml;rgern und gegen die gesetzliche Rentenversicherung.<\/a><br>\nEs ist ja nicht das erste Mal, dass Bild mit einer privaten Rentenversicherung eingeht. Damals warb die Bild-Zeitung unverbl&uuml;mt zusammen mit der Allianz AG f&uuml;r eine sog. &bdquo;VolksRente&ldquo;. In einer Brosch&uuml;re der Allianz f&uuml;r ihre Vertreter vom August 2005 wurde ausdr&uuml;cklich vermerkt, dass Bild auch im redaktionellen Teil f&uuml;r das Allianz-Produkt wirbt. So ist es dann auch mannigfach geschehen.<br>\nZust&auml;ndiger Redakteur u.a. f&uuml;r Rentenfragen ist &uuml;brigens bei Bild Oliver Santen, der ehemalige Pressesprecher der Allianz.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>&Auml;rzte-Klagen &uuml;ber zu geringes Einkommen: Volle Jammerkraft voraus<\/strong><br>\nImmer weniger Geld f&uuml;r immer mehr Arbeit &ndash; fragt man &Auml;rzte, geht es dem Berufsstand zunehmend schlechter. So schlimm ist es gar nicht, widerspricht ein Mediziner seinen leidenden Kollegen.(..)<br>\nDas System der gesetzlichen Krankenversicherung, auf das zu schimpfen zum guten Ton von &Auml;rzten, Standesvertretern, Patienten und populistischen Politikern geh&ouml;rt, sichert die Kontinuit&auml;t der &auml;rztlichen Einnahmen in einem Ma&szlig;e, von dem andere Selbst&auml;ndige nur tr&auml;umen k&ouml;nnen. Korrigiere mich, wer kann. (&hellip;)<br>\nDass &Auml;rztInnen ihre Interessenkonvergenzen mit den Gewerkschaften geradezu zwanghaft ausblenden und sich stattdessen mehrheitlich der FDP an die Brust werfen, ist Ausdruck &auml;rztlicher Unf&auml;higkeit, politisch-&ouml;konomische Zusammenh&auml;nge zu begreifen. Die Naivit&auml;t, mit der jetzt &auml;rztlichen Standesvertretern angesichts der Aktionen von Gesundheitsminister R&ouml;sler die Kinnlade herunterf&auml;llt, illustriert diese Begriffsstutzigkeit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/zukunft\/wirtschaft\/artikel\/1\/volle-jammerkraft-voraus\/\">TAZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Stoccarda 21<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Ende der Mogelei<\/strong><br>\nKommt alles auf den Tisch, wird publik, dass die n&auml;chsten B&auml;ume im Schlossgarten laut Projektplan ohnehin erst im Herbst 2011 fallen sollten. Und dass der Abriss des S&uuml;dfl&uuml;gels &ldquo;rund 24 Monate nach Baubeginn, also fr&uuml;hestens im Fr&uuml;hjahr 2012, vorgesehen ist&rdquo;, wie Werner W&ouml;lfle erkl&auml;rt, der Gr&uuml;nen-Fraktionschef im Rat der Stadt Stuttgart.<br>\nKommt alles auf den Tisch, wird Stuttgart auch erfahren, dass Mappus einen neuen Grund hat, den S&uuml;dfl&uuml;gel vorl&auml;ufig zu erhalten: In dem fast hundert Jahre alten Gem&auml;uer sind derzeit die Polizisten untergebracht, die die Bauarbeiten am Bahnhof sch&uuml;tzen sollen. &ldquo;Die Zeit des Mogelns ist jetzt vorbei&rdquo;, sagt W&ouml;lfle &hellip;<br>\nAls die Projektbeteiligten im April 2009 alle Vertr&auml;ge unterzeichneten, wurde der Bahnhofsumbau auf rund 3 Milliarden Euro taxiert. Doch schon im Verlauf des Jahres ermittelte die Bahn tats&auml;chliche Baukosten von 4,9 Milliarden Euro. Es w&auml;re das sichere Aus f&uuml;r Stuttgart 21 gewesen, nachdem die Landesregierung 4,5 Milliarden Euro als Obergrenze des Mammutprojekts definiert hatte. Also lie&szlig; Bahn-Chef R&uuml;diger Grube seine treuesten Leute noch einmal nachrechnen. Sie wurden f&uuml;ndig &ndash; und kalkulierten die Kosten auf 4,0878 Milliarden herunter &hellip;<br>\nDie Sparvorschl&auml;ge existieren nur auf dem Papier.<br>\nZum einen wurden sie &ldquo;ohne vertiefte Planung abgesch&auml;tzt&rdquo;, wie die Bahn in der Auflistung einr&auml;umt. Zum anderen sind &ldquo;zur Realisierung dieser Punkte zum Teil die Zustimmung des Eisenbahnbundesamtes, der Architekten, der Projektplaner, der Bauherren und Gutachter notwendig&rdquo;.<br>\nSoll hei&szlig;en: F&uuml;r keine der &Auml;nderungen ist bislang eine Genehmigung erteilt worden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/0,1518,722375,00.html\">Spiegel Online<\/a><\/li>\n<li><strong>M&ouml;glicher Interessenkonflikt:&nbsp;Mappus, S-21 und die &bdquo;Sp&auml;tzle-Connection&ldquo;<\/strong><br>\nIn der Debatte um das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 droht der Landesregierung neues Ungemach. Nach Informationen von Handelsblatt Online ist die Landesumweltministerin f&uuml;r die Stiftung eines Shoppingcenter-Betreibers t&auml;tig, der in ein gigantisches Einkaufszentrum auf dem S-21-Gel&auml;nde investieren will. Die Gr&uuml;nen wittern einen Skandal.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/moeglicher-interessenkonflikt-mappus-s-21-und-die-spaetzle-connection;2670355\">Handelsblatt<\/a><\/li>\n<li><strong>Organisiertes Verbrechen in der Region Stuttgart<\/strong><br>\nDie Mafia, dies offenbart nicht nur der Mord an Luigi Ferrara, ist kein aus der Zeit gefallener Folkloreclub, sondern eine ultramoderne Verbrecherorganisation, die l&auml;ngst auch in Baden-W&uuml;rttemberg operiert. Vor allem im Ballungsraum am Neckar, wo 60.000 Italiener leben, hat sie Fu&szlig; gefasst und versucht &uuml;ber wirtschaftlichen Einfluss ihre politische Macht zu st&auml;rken.<br>\nDie Region erweise sich als besonders gutes Pflaster, weil die Mafia hier gef&auml;hrlich untersch&auml;tzt werde, meint die in Venedig lebende Journalistin Petra Reski, die sich seit langem mit dem Verbrechersyndikat besch&auml;ftigt. &ldquo;Stuttgart ist seit Jahrzehnten eine Hochburg der Mafia in Deutschland, speziell zweier Clans der kalabrischen &rsquo;Ndrangheta, die auch die umliegenden Orte wie Waiblingen, Ludwigsburg, Esslingen, Fellbach als ihr ureigenstes Terrain betrachten&rdquo;, sagt sie. &ldquo;Die Mafia kam im Gefolge der Gastarbeiter und ist bis in h&ouml;chste Gesellschaftsspitzen vorgedrungen. Heute macht sie in Stuttgart ihre Gesch&auml;fte in der Bauindustrie, im Immobilienhandel, in der Gastronomie.&rdquo;<br>\nDer Fall bekam dadurch besondere Brisanz, dass der s&uuml;ditalienische Kneipier h&auml;ufiger einen Gast hatte, den er gern als &ldquo;meinen Minister&rdquo; bezeichnet hat. Gemeint ist der damalige CDU-Fraktionschef im Landtag und heutige EU-Kommissar G&uuml;nther Oettinger, der gerne und oft seinen Feierabend im Weilimdorfer Restaurant ausklingen lie&szlig;. Da Fahnder das Telefon des Lokals &uuml;ber Monate abh&ouml;rten, wurde auf diese Weise so manches auf Tonb&auml;ndern konserviert, was der italophile Christdemokrat zu vorger&uuml;ckter Stunde &uuml;ber politische Freunde und Feinde zu erz&auml;hlen wusste. Die Sache m&uuml;ndete in einen f&uuml;r Oettinger pikanten Untersuchungsausschuss baden-w&uuml;rttembergischen im Landtag.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/stz\/page\/2651982_0_9223_-organisiertes-verbrechen-in-der-region-stuttgart-unsere-nachbarn-von-der-mafia.html?_skip=0\">Stuttgarter Zeitung<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/zur-geldwaesche-nach-stuttgart\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unserer Leserin B.S.:<\/strong> Hat (bei Stuttgart 21) jemand Mappus und anderen &ldquo;ein Angebot gemacht, das er nicht ablehnen kann&rdquo;? (Puzo, Der Pate).<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Vom Rassismus und Sexismus zum Klassismus<\/strong><br>\nDer Soziologe Andreas Kemper &uuml;ber Klassismus und die Allt&auml;glichkeit von Diskriminierung und Exklusion.<br>\nAnfang der 1970er Jahre machte in New York eine Lesbengruppe darauf aufmerksam, dass es nicht nur Rassismus und Sexismus g&auml;be, sondern dass sie als Arbeitert&ouml;chter ebenfalls spezifische Benachteiligungen erf&uuml;hren. Sie nannten diese Benachteiligung und Abwertung &ldquo;Klassismus&rdquo; &ndash; genau wie beim ebenfalls in dieser Zeit entstandenen Begriff &ldquo;Sexismus&rdquo; handelt es sich um eine Parallelbildung zum Begriff Rassismus.<br>\nKlassismus ist Unterdr&uuml;ckung. Und Ausgrenzung ist dabei nur ein Punkt der Unterdr&uuml;ckung. Iris Marion Young beschreibt f&uuml;nf Dimensionen von Klassismus: Ausbeutung, Marginalisierung, Machtlosigkeit, Kulturimperialismus und Gewalt &hellip;<br>\nSicher ist es aber nicht vermessen festzustellen, dass eben insbesondere die Stigmatisierung von Armen im Kapitalismus als sozusagen systemimmanentes Problem eine Art blinder Fleck der gesellschaftlichen Wahrnehmung und &ouml;ffentlichen Diskussion ist.<br>\nUnter anderem wird &ldquo;von oben&rdquo; verhindert, dass Klassendiskriminierung als solche anerkannt wird. In den Europ&auml;ischen Antidiskriminierungsrichtlinien fehlen beispielsweise, und in diesem Punkt fallen sie hinter einst progressivere Gesetze zur&uuml;ck, ganz bewusst Kategorien wie &ldquo;Soziale Herkunft&rdquo;, &ldquo;Verm&ouml;gen&rdquo; oder &ldquo;Arbeitslosigkeit&rdquo;. &ldquo;Soziale Herkunft&rdquo; stand urspr&uuml;nglich im Katalog der zu verbietenden Diskriminierungsformen und wurde als einziger Punkt entfernt. Solcherlei Diskriminierung wird also nicht bzw. nicht mehr definiert und in Folge auch nicht mehr wahrgenommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/33\/33452\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Brisanter und hoch politischer Nobelpreis f&uuml;r Wirtschaft<\/strong><br>\nZum ersten Mal seit zehn Jahren ging die begehrteste Auszeichnung f&uuml;r &Ouml;konomen wieder an ausgewiesene Arbeitsmarktexperten. Mit ihren Arbeiten haben die drei Wissenschaftler die Grundlagen f&uuml;r die Analyse von Suchprozessen auf dem Arbeitsmarkt gelegt. Das von ihnen entwickelte Modell erkl&auml;rt, warum es zu hoher Arbeitslosigkeit kommen kann, obwohl die Unternehmen dringend Arbeitskr&auml;fte suchen.<br>\nEine solche Situation ist in der &nbsp;tradierten neoklassischen Modellwelt mit ihren flexiblen L&ouml;hnen und vollst&auml;ndigen Informationen aller Marktteilnehmer schier unm&ouml;glich. Denn dort finden Angebot und Nachfrage nach Arbeit immer und sofort zueinander.<br>\nDass es in der Realiti&auml;t anders l&auml;uft, erkl&auml;ren Diamond, Mortensen und Pissarides mit Suchkosten- und zeiten auf dem Arbeitsmarkt. Diese werden von den institutionellen Rahmenbedingungen bestimmt, zum Beispiel der H&ouml;he des Arbeitslosengeldes, der Effizienz der Arbeitsvermittlung sowie den Einstellungs- und K&uuml;ndigungskosten.<br>\nJe &uuml;ppiger die finanzielle Absicherung der Arbeitlosen ist, desto mehr Zeit lassen sie sich bei der Suche nach einem neuen Job und desto w&auml;hlerischer werden sie. Das hat zur Folge, dass offene Stellen nicht sofort besetzt werden und es entsteht friktionelle Arbeitslosigkeit.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/politik-weltwirtschaft\/brisanter-und-hoch-politischer-nobelpreis-444017\/\">Wirtschaftswoche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ich muss zugeben ich kenne keinen der Nobelpreistr&auml;ger und ich habe noch keine Arbeit von ihnen gelesen. Was die Wirtschaftswoche und andere Medien jedoch &uuml;ber das jetzt f&uuml;r preisw&uuml;rdig empfundene &bdquo;Standardmodell&ldquo; f&uuml;r &bdquo;Suchm&auml;rkte&ldquo; berichtet, ist &ndash; sollte es sich darauf beschr&auml;nken &ndash; mit Verlaub ein alter Hut. Auch der gewiss neoliberale Wolfgang Franz argumentiert in seinem Standardwerk zur Arbeits&ouml;konomie doch ganz &auml;hnlich. Er bietet sogar  mehrere Varianten des sog. &bdquo;miss-matches&ldquo; (Hindernisse daf&uuml;r, dass Nachfrage und Angebot nicht zusammenkommen) an, auch er sieht in der H&ouml;he des Arbeitslosengeldes eines der Haupthindernisse, dass Arbeitslose Jobs annehmen, und pl&auml;diert deshalb st&auml;ndig f&uuml;r eine Senkung selbst von Hartz IV. Dass eine effizientere Arbeitsvermittlung Arbeitslosigkeit verringern k&ouml;nnte, das war doch eine der Grundannahmen der gesamten Hartz-Reformen und des Umbaus der Bundesanstalt f&uuml;r Arbeit in eine &bdquo;Agentur&ldquo;. &bdquo;Sie haben von theoretischer Seite den Weg bereitet f&uuml;r die Hartz-Reformen&ldquo; meinte denn auch DIW- und IZA-Chef <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article10226008\/Nobelpreis-fuer-Grundlagen-der-Hartz-Reformen.html\">Klaus Zimmermann<\/a>.<br>\nGegenw&auml;rtig verzeichnen wir weniger als eine Million offene Stellen gegen&uuml;ber f&uuml;nf Millionen registrierten und versteckten Arbeitslosen. Selbst wenn alle offenen Stellen besetzt w&auml;ren, h&auml;tten wir also immer noch Massenarbeitslosigkeit.<br>\nDas Arbeitsmarktmodell soll angeblich auch auf den Immobilienmarkt, ja sogar in der Geldpolitik und der Finanzwirtschaft anwendbar sein. Ich will nicht vorschnell urteilen, aber alles was ich heute zur Begr&uuml;ndung f&uuml;r die Verleihung des Nobelpreises gelesen habe, deutet darauf hin, dass auch im &bdquo;Standardmodell&ldquo; der Geehrten das Paradigma vom Arbeitsmarkt als &bdquo;Kartoffelmarkt&ldquo; zugrunde liegt. Sie haben vielleicht nur erkannt, dass die Logik wenn Preis (= Lohn) runter, dann Angebot (=Arbeit) auf dem Markt (=Arbeitsmarkt) ger&auml;umt und damit Arbeitslosigkeit beseitigt, nicht zutrifft. Das trifft noch nicht einmal f&uuml;r den &bdquo;G&uuml;termarkt&ldquo; mit seiner Vielzahl von M&auml;rkten ganz unterschiedlicher Produkte zu, geschweige denn auf den Arbeitsmarkt, wo eben ganz unterschiedliche F&auml;higkeiten nachgefragt werden. Vor allem jedoch ist die isolierte Betrachtung des Arbeitsmarkts unsinnig, weil die Arbeitsnachfrage von der Entwicklung des G&uuml;ter- und Dienstleistungsmarkts bestimmt wird.<br>\nDie Tatsache, dass die Preistr&auml;ger auch die H&ouml;he des Arbeitslosengeldes als Besch&auml;ftigungshindernis betrachten, weist weiter darauf hin, dass sie Anh&auml;nger der neoklassisch inspirierten Grenzproduktivit&auml;ts-Lehre sind, wonach fingiert wird, dass man ausrechnen k&ouml;nne, wie viel mehr der millionenschwere Manager gegen&uuml;ber einem Portier &bdquo;im Wettbewerb&ldquo; (Grenzprodukt) &bdquo;erwirtschaftet&ldquo;. (Vgl. Flassbeck\/Spiecker)<br>\nWas also so bahnbrechend an den Arbeiten der Preistr&auml;ger sein soll, verschlie&szlig;t sich mir bis jetzt.<br>\nPaul Krugman &ndash; fr&uuml;herer Wirtschaftsnobelpreistr&auml;ger &ndash; lobt speziell Peter Diamond f&uuml;r seine Unterscheidung zwischen &bdquo;struktureller&ldquo; Arbeitslosigkeit (worauf in aller Regel deutsche &Ouml;konomen abstellen) und Arbeitslosigkeit <a href=\"http:\/\/krugman.blogs.nytimes.com\/2010\/10\/11\/what-we-learn-from-search-models\/\">aufgrund fehlender Nachfrage<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Friedensnobelpreis: Wieder ein Fehlgriff<\/strong><br>\nFriedensratschlag kritisiert Nobelpreiskomitee: Der richtige Mann &ndash; aber der falsche Preis. Der Friedensnobelpreis verliert sein Alleinstellungsmerkmal.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ag-friedensforschung.de\/themen\/Friedenspreise\/nobel2010-baf.html\">AG Friedensforschung<\/a>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Bundesrepublik China<\/strong><br>\nEinhellig bejubelt Berlin die Vergabe des diesj&auml;hrigen Friedensnobelpreises an Liu Xiaobo. (&hellip;) Tats&auml;chlich laufen Lius Forderungen auf nicht weniger denn den Umsturz der Volksrepublik China hinaus. Die von ihm mitverfasste &ldquo;Charter 08&rdquo; ist im Unterschied zu den Petitionen anderer chinesischer &ldquo;Dissidenten&rdquo; keine Menschenrechtsresolution, sondern vielmehr ein umfassendes politisches Programm, das eine grunds&auml;tzliche Umgestaltung Chinas verlangt, darunter den Aufbau eines f&ouml;derativen Bundesstaates nach dem Modell der Bundesrepublik Deutschland, der vollst&auml;ndig mit jahrtausendealten chinesischen Staatstraditionen bricht. Zudem sollen s&auml;mtliche seit der Gr&uuml;ndung der Volksrepublik vollzogenen Nationalisierungsma&szlig;nahmen r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht werden; dies beinhaltet die &Uuml;bergabe des seit Jahrzehnten von Kleinbauern genutzten Landes an einstige Gro&szlig;grundbesitzer und die Erf&uuml;llung von Forderungen nach China expandierender westlicher Konzerne. (&hellip;) Grunds&auml;tzlich und ausdr&uuml;cklich fordert die &ldquo;Charter 08&rdquo; eine komplette Verfassungsrevision, die Aufl&ouml;sung der Volksrepublik selbst und die Gr&uuml;ndung einer &ldquo;Bundesrepublik China&rdquo;. Die wesentlichen Revisionen betreffen dabei weniger die &ldquo;Meinungsfreiheit&rdquo; oder &ldquo;Demokratie&rdquo;, sondern die politisch-&ouml;konomische Ordnung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/57917\">German Foreign Policy<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Damit kein Missverst&auml;ndnis aufkommt: Auch wir halten es f&uuml;r ein Zeichen der Schw&auml;che des chinesischen Regimes und wir schlie&szlig;en uns dem Protest dagegen an, Liu wegen seiner Forderungen in &bdquo;Charter 08&ldquo; f&uuml;r 11 Jahre ins Gef&auml;ngnis zu stecken. Es ist auch schlimm, wie die chinesische Regierung auf diese Verleihung reagiert, n&auml;mlich ausschlie&szlig;lich mit Repression und politischem Druck (auf Norwegen). Das Regime ist offenbar nicht in der Lage, sich argumentativ mit den Forderungen Lius auseinander zu setzen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Geht es den Bachelor-Absolventen &ldquo;besser als gedacht&rdquo;?<\/strong><br>\nArme Bildungspolitik: Nicht einmal auf die Studien, die man selbst bezahlt hat, ist noch Verlass.<br>\n&ldquo;Mit dieser Studie wird den notorischen Kritikern an der Bologna-Reform der Wind aus den Segeln genommen&rdquo;, behauptete Bundesbildungsministerin Annette Schavan in der vergangenen Woche, als sie eine Untersuchung kommentieren durfte, die endlich einmal ihren Vorstellungen entsprach. Was das Internationale Zentrum f&uuml;r Hochschulforschung (<a href=\"http:\/\/www.incher.uni-kassel.de\">INCHER -Kassel<\/a>) auf einer in Berlin anberaumten Konferenz &uuml;ber die Situation von Bachelor-Absolventen mitzuteilen hatte, interpretierte  die Ministerin als klare Widerlegung der &ldquo;zahlreichen Alarm-Meldungen&rdquo;, die den so ambitionierten Bildungsreformen der vergangenen Jahre ein obligatorisch schlechtes Zeugnis ausgestellt hatten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/33\/33446\/1.html\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Gerecht geht anders!<\/strong><br>\nUnter dem Motto &ldquo;GERECHT GEHT ANDERS!&rdquo; ruft ver.di bundesweit vom 24. Oktober bis 13. November zu Aktionen insbesondere in den Betrieben, Verwaltungen und auch in der &Ouml;ffentlichkeit gegen die soziale Schieflage der Politik von CDU\/CSU und FDP auf.<br>\nDie Bundesregierung hat ein Sparpaket verabschiedet, das wieder einmal diejenigen tragen sollen, die sich sowieso schon jeden Euro vom Mund absparen. &Uuml;ber eine Abschaffung der Gewerbesteuer wird in Politikerkreisen ernsthaft nachgedacht, sogar unter Finanzpolitikern, die eigentlich keinen Cent zu verschenken haben. Aber gerecht geht es in Deutschland schon lange nicht mehr zu. Deshalb geht es bei den Aktionswochen, die auch vom DGB sowie den anderen DGB-Mitgliedsgewerkschaften getragen werden, um\n<ul>\n<li>die Ausgestaltung des Gesundheitswesens und seiner Finanzierung,<\/li>\n<li>die Steuerpolitik der Bundesregierung,<\/li>\n<li>den Erhalt der &ouml;ffentlichen Daseinsvorsorge und ihre Finanzierung<\/li>\n<li>sowie die&nbsp; Sicherung einer ausk&ouml;mmlichen Rente und die Gestaltung des gesetzlichen Rentenalters.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Au&szlig;erdem fordert ver.di bei den Aktionswochen: <\/p>\n<ul>\n<li>bessere Entlohnungsbedingungen in der Leiharbeit,<\/li>\n<li>bessere Chancen f&uuml;r unsere Jugend in Punkto &Uuml;bernahme nach der Ausbildung<\/li>\n<li>und das Recht auf eine gute Ausbildung.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das viele Reden hat bisher nirgends zur Umkehr der Politik gef&uuml;hrt. Deshalb wollen wir in diesem Herbst Zeichen setzen. Und Sie?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/gerecht-geht-anders.de\/aktionswochen\">ver.di<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Schweiz: Unruhe im Steuerparadies<\/strong><br>\nIm Schweizer Luxusort Gstaad wollen Linke Parteien und die Gewerkschaften die exklusiven Steuerprivilegien f&uuml;r Ausl&auml;nder ersatzlos streichen. In der Luxuszone rumort es.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/unruhe-im-steuerparadies\/-\/1472596\/4732702\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Wilfried Schmickler und Volker Pispers<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wilffried Schmickler &uuml;ber das Schweigen der Mehrheit<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Jk3EQ2GcLw4\">YouTube<\/a><\/li>\n<li><strong>Mitternachtsspitzen &ndash; 9.Okt.10 &ndash; Volker Pispers arme &Auml;rzte &ndash; Sarrazin Logik<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=xEN1Q-Np1rM\">YouTube<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Zahl der Privatinsolvenzen steigt; Tricks bei Hartz-IV-Bemessung best&auml;tigt; Deutschland fehlen Zuwanderer; Arge zerst&ouml;rt selbstverwaltete Betriebe; Riester f&uuml;r die Pflege; Volksversicherung von Bild; &Auml;rzte klagen &uuml;ber zu geringes Einkommen; Stoccarda 21; Klassismus; Nobelpreis f&uuml;r Wirtschaft; Friedensnobelpreis wieder ein Fehlgriff; Bachelor-Absolventen; gerecht geht anders; Unruhe im Steuerparadies; Wilfried Schmickler und Volker<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7016\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-7016","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7016","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7016"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7016\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7020,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7016\/revisions\/7020"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7016"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7016"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7016"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}