{"id":70202,"date":"2021-02-28T09:00:37","date_gmt":"2021-02-28T08:00:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70202"},"modified":"2021-02-26T08:54:17","modified_gmt":"2021-02-26T07:54:17","slug":"hinweise-der-woche-196","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70202","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CW)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70202#h01\">Corona<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70202#h02\">Sanktionsspirale gegen Russland: Der Verlierer hei&szlig;t nicht Putin, sondern Maas<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70202#h03\">Journalistische Recherchen sind zeitlich aufwendig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70202#h04\">Salvadore Draghi &#8210; Das letzte Ass der EU<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70202#h05\">Lateinamerika will Bergbaukonzerne an Z&uuml;gel nehmen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70202#h06\">Treppauf, treppab, Stra&szlig;e f&uuml;r Stra&szlig;e<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70202#h07\">Ausbeutung auf Gem&uuml;seh&ouml;fen &ndash; Erntehelfer sollen selber zahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70202#h08\">Chancengleichheit und Klimapolitik m&uuml;ssen zusammen gedacht werden.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70202#h09\">Ich werde nicht wieder antreten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70202#h10\">Cancel Culture &ndash; da, wo der Liberalismus stirbt<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnendsten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Corona<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Streeck gegen Merkel-Kurs: &bdquo;M&uuml;ssen aufh&ouml;ren, uns von Lockdown zu Lockdown zu hangeln&ldquo;<\/strong><br>\nWir m&uuml;ssen definieren, ab welcher Schwelle die Infektionszahl und die Belegungen kritisch werden. Wir haben bisher nicht abgesteckt, wo genau und in welchem Ma&szlig;e wir Probleme mit Kapazit&auml;ten haben. In diesem Zusammenhang habe ich auch einen Stresstest f&uuml;r das Gesundheitssystem vorgeschlagen.<br>\nEin Vorschlag, der f&uuml;r viel Kritik sorgte&hellip;<br>\nStreeck: Ja, und das ist schade. Denn ein solcher Test kann Menschenleben retten. Es geht darum herauszufinden, wann ein Gesundheitssystem &uuml;berlastet ist und bei welcher Belegung kritische Grenzen erreicht sind.<br>\nWie l&auml;sst sich das herausfinden?<br>\nStreeck: Ein Stresstest ist ja nicht, dass wir die Krankenh&auml;user wirklich stressen, sondern eine Computersimulation. Es geht darum, Programme zu entwickeln und Szenarien durchzuspielen: Was passiert etwa, wenn es zum Beispiel in Greifswald einen gro&szlig;en Ausbruch gibt und das Krankenhaus &uuml;berbelegt ist? Nach Berlin kann man nicht verlegen, da es dort zum Beispiel Covid-19-Infektionen auf der Intensivstation gibt &ndash; wohin verlegen wir dann? Haben wir Abkommen mit Polen? Wie wird der Transport geregelt sein? Die Desinfektion der Krankenwagen? Wie sorgt man f&uuml;r einen reibungslosen Ablauf? Kurz gesagt: Wir sehen, ob wir richtig geplant haben &ndash; und wo wir noch nachr&uuml;sten m&uuml;ssen.<br>\nDas Problem, das ich im Augenblick in vielen Bereichen sehe: Wir leben nur im Jetzt, anstatt unsere Zukunft zu planen. Das ist gef&auml;hrlich. Viel wichtiger w&auml;re es, jetzt schon &uuml;ber den Herbst 2021 nachzudenken. Die Beratungsgremien der Regierung sollten jetzt schon Langzeitstrategien entwickeln, anstatt sich von Lockdown zu Lockdown zu hangeln.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/gesundheit\/news\/jetzt-schon-an-herbst-2021-denken-virologe-streeck-infektionszahlen-werden-irgendwann-irrelevant_id_12962318.html\">Focus Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Corona-Mutanten nicht verantwortlich f&uuml;r steigende Infektionen: Virologe St&ouml;hr widerspricht Merkel<\/strong><br>\nDeutschland im Februar 2021: Wir befinden uns immer noch mitten in der Pandemie. Die Todeszahlen sinken zwar, doch die Neuinfektionen stagnieren. Die bundesweite Inzidenz liegt bei 60,5 (Stand 23.02.2021). Trotz eines Lockdowns, der mittlerweile seit November 2020 beziehungsweise Januar 2021 gilt. Woran k&ouml;nnte das liegen?<br>\nDer Virologe und Epidemiologe Klaus St&ouml;hr gibt im Interview mit dem &bdquo;Deutschlandfunk&ldquo; eine Einsch&auml;tzung der Lage ab. St&ouml;hr war Leiter des Globalen Influenza-Programms sowie SARS-Forschungskoordinator der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Damit ist er in der Wissenschaft kein Unbekannter.<br>\nIn dem Gespr&auml;ch nimmt der Wissenschaftler auch Stellung zu den Forderungen Berliner Amts&auml;rzt:innen. Diese m&ouml;chten n&auml;mlich, dass Lockerungen nicht mehr von starren Inzidenzwerten abh&auml;ngig gemacht werden. &bdquo;Die Amts&auml;rzte sind eigentlich die, die die Pandemie vor Ort bek&auml;mpfen&ldquo;, erkl&auml;rt St&ouml;hr. Es sei &bdquo;nicht zielf&uuml;hrend, Eind&auml;mmungsma&szlig;nahmen an Inzidenzen von 20\/35\/50&ldquo; zu koppeln, hei&szlig;t es in ihrer Stellungnahme. Klaus St&ouml;hr begr&uuml;&szlig;t eine solche Strategie. Man m&uuml;sse die Inzidenzen nach Altersgruppen aufschl&uuml;sseln. &bdquo;Bei Kindern und Jugendlichen sind logischerweise h&ouml;here Inzidenzen m&ouml;glich als bei alten Menschen&ldquo;, sagt der Virologe und Epidemiologe.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/politik\/corona-virus-deutschland-klaus-stoehr-pandemie-infektionen-mutation-mutante-angela-merkel-90215265.html\">FR Online<\/a><\/li>\n<li><strong>Bedroht Corona-Politik unsere Grundrechte? Wissenschaftlerin warnt vor &ldquo;schleichendem Prozess&rdquo;<\/strong><br>\nSeit fast einem Jahr wird unser Leben durch Verordnungen bestimmt, die der Eind&auml;mmung des Coronavirus dienen. Doch welche Auswirkungen hat das auf unsere Gesellschaft? Ein Gespr&auml;ch mit der Politikwissenschaftlerin Ulrike Gu&eacute;rot, die vor einer schleichenden Gew&ouml;hnung an Grundrechtseinschr&auml;nkungen warnt und daran appelliert, wieder mehr Wissenschaftspluralismus zuzulassen. [&hellip;]<br>\nEine breite Impfung der Bev&ouml;lkerung k&ouml;nnte einen m&ouml;glichen Ausstieg bedeuten.<br>\nGu&eacute;rot: Das kann ich nicht sehen. Die aktuelle Impf-Debatte zeigt in meinen Augen vor allem, dass es inzwischen anscheinend nicht mehr Konsens ist, dass Grundrechte weder verhandel- noch teilbar sind. An dem Tag, an dem Au&szlig;enminister Maas ins Gespr&auml;ch gebracht hat, man m&uuml;sse Geimpften ihre Grundrechte wieder zur&uuml;ckgeben, bin ich wirklich sehr erschrocken. Denn daraufhin ist eine breite Diskussion dar&uuml;ber ausgebrochen, dass der Zeitpunkt noch zu fr&uuml;h sei, und man hat ihm parteipolitische Motive unterstellt. Was nicht passiert ist, ist, dass breite Teile der Gesellschaft entschieden zur&uuml;ckgewiesen haben, dass Grundrechte an Bedingungen gekn&uuml;pft sind. Der Tabubruch hatte in diesem Moment also bereits stattgefunden. [&hellip;]<br>\nDer Staat darf B&uuml;rger in einer Pandemie einschr&auml;nken, um die Volksgesundheit nicht zu gef&auml;hrden. Was er nicht darf, ist Teile der Bev&ouml;lkerung hierf&uuml;r zu sch&auml;digen. Das, was im Moment gemacht wird, ist eine Triage auf einer anderen Ebene. Wir retten Leben auf Kosten derjenigen, die nicht ins Krankenhaus gekommen sind, keine Operation hatten, einen Herzinfarkt erleiden. Auf Kosten derjenigen, deren Krebserkrankungen nicht erkannt werden, auf Kosten von misshandelten Kindern und derjenigen, die Suizid begehen. Der Staat hat aber nicht das Recht, B&uuml;rger zu sch&auml;digen. Er darf nicht entscheiden, welches Leben sch&uuml;tzenswert ist und welches nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nordbayern.de\/politik\/bedroht-corona-politik-unsere-grundrechte-wissenschaftlerin-warnt-vor-schleichendem-prozess-1.10850868\">Nordbayern<\/a>\n<p><strong>dazu: Staatsrechtler zu Corona-Politik &raquo;Die Gesamtsumme der Beschr&auml;nkungen ist verheerend&laquo;<\/strong><br>\nLockern oder Lockdown? Die Politik d&uuml;rfe den Gesundheitsschutz nicht dauerhaft &uuml;ber andere Grundrechte stellen, warnt Staatsrechtler Hinnerk Wi&szlig;mann. Die geplante &Ouml;ffnung der Friseure h&auml;lt er rechtlich f&uuml;r &raquo;wagemutig&laquo;. [&hellip;]<br>\nSPIEGEL: Immer wieder kippen Gerichte einzelne Ma&szlig;nahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Was sagt das &uuml;ber die Politik der Bundesregierung?<br>\nWi&szlig;mann: Die meisten Ma&szlig;nahmen der Bundesregierung und der Landesregierungen haben vor den Gerichten Bestand. Und das ist in der Logik der Gerichte auch nachvollziehbar. Sie beurteilen in der Regel eine einzelne Ma&szlig;nahme f&uuml;r einen einzelnen Antragsteller. Dabei spielt oft eine Rolle, dass das konkrete Verbot wegen einer Befristung zun&auml;chst nur noch kurze Zeit gilt, und viele Tatsachen k&ouml;nnen im Eilrechtsschutz nicht hinreichend ermittelt werden. Allerdings besteht die Gefahr, dass man so den Wald vor lauter B&auml;umen nicht sieht. Das ist letztlich ein Strukturproblem des deutschen Verfassungsstaats: Wir verlassen uns darauf, dass Gerichte die Rechtm&auml;&szlig;igkeit beurteilen. Das funktioniert gut, solange es nur einzelne Einschr&auml;nkungen gibt. Die Gerichte sind aber nicht f&uuml;r eine Gesamtbeurteilung zust&auml;ndig. Das w&auml;re Aufgabe der Regierung und des Bundestags, die ja ebenfalls grundrechtsgebunden sind.<br>\nSPIEGEL: K&ouml;nnen Sie ein Beispiel nennen?<br>\nWi&szlig;mann: Mein Sohn ist 14 Jahre alt und geht seit Monaten nicht mehr in die Schule. Das ist vielleicht gar nicht sein gr&ouml;&szlig;tes Anliegen, auch wenn darum zu Recht viel gestritten wird. Aber er kann auch kein Fu&szlig;ball in seinem Verein spielen. Er kann keine Freunde treffen. Er darf seine Gro&szlig;eltern nicht besuchen. Jedes einzelne Verbot f&uuml;hrt nur zu einem geringen Grundrechtseingriff, den kein Gericht aufhebt. Aber die Summe kostet ihn sein Leben als soziales Wesen, jeden Tag ein wenig mehr, in einer Lebensphase, die nicht einfach aufgeschoben werden kann. Dramatisch ist die Lage etwa f&uuml;r viele Studierende, die vom Campus ausgesperrt sind und ohne Job in kleinen Zimmern ausharren m&uuml;ssen. Nicht jeder kann zur&uuml;ck zu seinen Eltern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/staatsrechtler-hinnerk-wissmann-zur-corona-politik-die-gesamtsumme-der-beschraenkungen-ist-verheerend-a-7692d443-fd42-44ad-a947-7029bdf0cbfe\">DER SPIEGEL<\/a><\/p>\n<p><strong>und: &bdquo;Grundrechte gelten nicht nur in sonnigen Zeiten&ldquo;<\/strong><br>\nDer Journalist Heribert Prantl ist ein Verfechter der Grundrechte. Die Lockdown-Politik in der Corona-Krise kritisiert er schon lang. Auch von den Kirchen ist er entt&auml;uscht. Warum, das erkl&auml;rt er im pro-Interview.<br>\npro: Sie haben &ouml;fter kritisiert, dass die Grundrechte im Kampf gegen Corona eingeschr&auml;nkt wurden. Und unsere Politiker argumentieren, dass das notwendig war, um der Pandemie Herr zu werden. H&auml;tte es denn Alternativen gegeben?<br>\nHeribert Prantl: Grundrechte hei&szlig;en so, weil sie auch in Zeiten der Not und der Katastrophe gelten. Wir erleben die gr&ouml;&szlig;ten, heftigsten, tiefgreifendsten Grundrechtseinschr&auml;nkungen seit Beginn der Bundesrepublik. Die Ma&szlig;nahmen gegen Corona &uuml;berschreiten auch das, was nach den Regeln der Notstandsgesetze m&ouml;glich w&auml;re. Das Parlament ist weit weniger eingeschaltet als vorgesehen.<br>\nNat&uuml;rlich gibt es die M&ouml;glichkeit, Grundrechte einzuschr&auml;nken, solange das nicht ihren Wesenskern ber&uuml;hrt. Genau das ist aber bei einigen Ma&szlig;nahmen der Fall: wenn Gesch&auml;fte, Restaurants, Kultureinrichtungen geschlossen werden, wenn Hunderttausenden von Menschen damit die Existenzgrundlage wegbricht. Die generellen, pauschalierenden Eingriffe in die Grundrechte durch Verbote, Ausgangssperren, Schul- und Betriebsschlie&szlig;ungen sind heikel. Sie werden nicht weniger heikel dadurch, dass man sich den Zutritt zu den verschlossenen Grundrechten &ndash; aktuell durch eine Impfung &ndash; wieder erwerben kann.<br>\nEs ist zu wenig danach gefragt worden, wie geeignet, verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig und erforderlich diese Eingriffe waren und sind. Mir geht es darum: Wenn Grundrechte eingeschr&auml;nkt werden, dann bitte weniger generalisierend, sondern weit differenzierter, als es bislang geschieht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.pro-medienmagazin.de\/medien\/journalismus\/2021\/02\/21\/grundrechte-gelten-nicht-nur-in-sonnigen-zeiten\/\">pro<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Menschen lassen sich coronagerecht dressieren<\/strong><br>\nNicht nur Sittiche, Hunde und Leguane &ndash; auch Menschen lassen sich dressieren: Benehmt euch seuchensicher, dann gibt&rsquo;s Leckerli! [&hellip;]<br>\nDer Knackfrosch ist die Inzidenzzahl. Die K&ouml;lner Oberb&uuml;rgermeisterin Henriette Reker h&auml;lt &bdquo;ein Belohnungssystem&ldquo; f&uuml;r &bdquo;besonders geeignet&ldquo;. Wenn &bdquo;eine niedrige Inzidenz automatisch Lockerungen bedeutet und eine steigende Inzidenz ebenso automatisch zu harten Einschr&auml;nkungen f&uuml;hrt&ldquo;, sei &bdquo;f&uuml;r jeden verst&auml;ndlich, warum es lohnenswert ist, sich an bestimmte Ma&szlig;nahmen zu halten&ldquo;. Die Frau kennt sich aus mit Risikominimierung und Kontaktfolgenabsch&auml;tzung. Nach einer Silvesterparty entwickelte sie, lange vor Corona, die legend&auml;re &bdquo;Eine-Arml&auml;nge&ldquo;-Abstandsregel. &ndash; Halt, bevor der Text weitergeht, kurz zum Tierschutz: Den P&uuml;rierstab ausschalten! Zudem verbietet es sich, Wellensittiche mit &bdquo;harten Einschr&auml;nkungen&ldquo; zu schurigeln, etwa durch K&auml;figarrest.<br>\nDie Politik erzieht B&uuml;rger, indem sie ihnen Grundrechte verabreicht oder entzieht, und das anhand einer extrem suspekten Kennziffer. Das hat was, gerade f&uuml;r jemanden, der sich eher f&uuml;r m&uuml;ndig h&auml;lt denn f&uuml;r einen, bei aller Sympathie, Ziervogel. Somit wird ein Kneipenbesuch zum, auf Managerdeutsch, Inzidenz-Incentive. Das Volk kann ihn sich verdienen. Es braucht sich nur seuchensicher zu benehmen. Dann gibt&rsquo;s Leckerli. Der Mensch hat n&auml;mlich, wenn er sich anstrengt, die Natur im Griff. Aber so was von. Sollte das Virus grassieren, kann das nur am Schlendrian liegen. Da muss Vater Vorsorgestaat streng sein.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/bubi-soll-lernen-li.141853\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Gr&uuml;nde f&uuml;r Kultur ohne Lockdown<\/strong><br>\nDass ich als Mitspieler in meinem neuesten Sketch einen der prominentesten deutschen Friseure, Shan Rahimkhan, eingeladen habe, zeigt, dass es da keinerlei Neid gibt auf Friseure wegen deren Wiederer&ouml;ffnung zum 1. M&auml;rz. Mir geht aber die Begr&uuml;ndung von Markus S&ouml;der, die Frisur h&auml;tte mit Menschenw&uuml;rde zu tun, w&auml;hrend die Kultur stillgelegt bleibt, gewaltig auf den Zeiger.<br>\nIch bin nun wahrlich kein Corona-Leugner. Ich bin geimpft, arbeite vor und hinter der Kamera nur mit Getesteten und habe meine beiden Berliner Theater &ndash; am Schlosspark und die W&uuml;hlm&auml;use &ndash; auf eigene Kosten mit vorbildlicher Hygiene ausgestattet. Ich lehne auch H&auml;rten in der Pandemiebek&auml;mpfung nicht generell ab. Aber die Dosis macht&rsquo;s!<br>\nZumal die Gesundheits&auml;mter seit 20 Jahren derart runtergewirtschaftet sind, dass sie weder die Infektionsketten nachverfolgen, noch einzelne Kultureinrichtungen bewerten k&ouml;nnen. Und dann hat die Regierung sogar noch den letzten Sommer verschlafen.<br>\nSo blieb nur noch ein Lockdown ohne Augenma&szlig;. Heute werden allenfalls noch Parteiveranstaltungen von Gesundheits&auml;mtern genehmigt. Aber hat Kultur nicht endlich im Grundgesetz dasselbe Privileg verdient wie Parteien?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Gruende-fuer-Kultur-ohne-Lockdown-5066067.html\">Dieter Hallervorden auf Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Bund zahlte 2020 fast 80 Mio. Euro f&uuml;r Corona-Beratung<\/strong><br>\nDie Bundesregierung hat im Kampf gegen die Corona-Krise deutlich mehr Geld f&uuml;r Beratungsfirmen ausgegeben als bisher bekannt. 2020 flossen bereits 78 Mio. Euro. Insgesamt schlossen die Ministerien sogar Vertr&auml;ge f&uuml;r mehr als 100 Mio. Euro ab<br>\nDie Bundesregierung hat in der Corona-Krise im vergangenen Jahr fast 80 Mio. Euro f&uuml;r Berater ausgegeben. Das geht aus einer Aufstellung des Gesundheitsministeriums f&uuml;r die Linksfraktion im Bundestag hervor, die Capital vorliegt. Bei den Ausgaben handelt es sich um sogenannte Beratungs- und Unterst&uuml;tzungsleistungen, die die Bundesministerien zur Bew&auml;ltigung der Corona-Pandemie eingekauft haben.<br>\nDie Auftr&auml;ge reichen von der Beratung bei der Beschaffung von Schutzmasken bis zu Analysen f&uuml;r den Corona-Rettungsfonds WSF. Insgesamt hat der Bund im Jahr 2020 Vertr&auml;ge mit einem Gesamtvolumen von 103 Mio. Euro mit externen Dienstleistern abgeschlossen, die im Zusammenhang mit dem Kampf gegen die Pandemie stehen. Von dieser Summe flossen bis zum 31. Dezember bereits 78,4 Mio. Euro.<br>\nDamit hat der Bund mehr als doppelt so viel f&uuml;r Corona-Beratung ausgegeben wie bisher angegeben: Noch im Dezember hatte die Bundesregierung die ihr bekannten Ausgaben mit lediglich 33 Mio. Euro beziffert. Zudem hatte sie sich &uuml;ber Monate geweigert, konkrete Auftragnehmer und Auftragswerte &ouml;ffentlich zu benennen und dies mit dem Schutz von Betriebsgeheimnissen der Unternehmen begr&uuml;ndet.<br>\nGesundheits- und Wirtschaftsministerium vorne<br>\nAuf die erneute Anfrage des Linken-Finanzexperten Fabio De Masi liegt nun erstmals ein vollst&auml;ndiger &Uuml;berblick &uuml;ber die Corona-bedingten Beraterausgaben vor&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.capital.de\/wirtschaft-politik\/bund-zahlte-2020-fast-80-mio-euro-fuer-corona-beratung\">Capital<\/a><\/li>\n<li><strong>Autoindustrie und Corona-Krise &ndash; war da was?<\/strong><br>\nDaimler legt gute Zahlen vor, trotz der Corona-Seuche. Die Jahresbilanz des Autobauers offenbart drei Gr&uuml;nde, warum die gesamte Branche &uuml;berraschend stark durch die Krise kommt.<br>\nDer Vorstandschef von Daimler tut gar nicht lange rum. &ldquo;Einige der gro&szlig;en Player sind gut durch die Krise gekommen&rdquo;, sagt Ola K&auml;llenius, als er am Telefon die Zahlen des vergangenen Jahres kommentiert. &ldquo;Wir auch.&rdquo; Das stimmt wohl: 2020 verbuchte Daimler einen operativen Gewinn von 6,6 Milliarden Euro, ein Plus von 50 Prozent, bei einem Umsatz von 154 Milliarden Euro. Die Dividende soll auf 1,35 Euro je Aktie steigen, nach 90 Cent im Jahr zuvor.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/autoindustrie-daimler-kaellenius-corona-1.5210768\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers T.B.:<\/strong> Daimler hat letztes Jahr 700 Mio. &not; durch Kurzarbeit gespart, erzielt jetzt einen Gewinn von 4 Mrd. &not; (Nach Abz&uuml;gen) und zahlt 1,4 Mrd. an die Aktion&auml;re aus. Direkter kann Steuergeld nicht in die Kassen der Aktion&auml;re flie&szlig;en. Was aber das Traurigste daran ist, es passiert direkt vor unserer Nase, wird sogar von der Tagesschau erw&auml;hnt und niemanden scheint es zu st&ouml;ren. Der Daimler-Chef redet sogar von einem Staat, der gut funktioniert. Noch dazu baut Daimler massiv Stellen ab und die Politik schaut zu und applaudiert. Bei VW, Audi und BMW wird es nicht anders laufen und die anderen DAX Konzerne werden auch folgen (<a href=\"https:\/\/norinsmind.org\/2021\/01\/05\/staatshilfe-dividende\/\">siehe hier<\/a>).<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Die dritte Welle rollt auf Deutschland zu &ndash; die mediale Vorbereitung l&auml;uft bereits<\/strong><br>\nDie dritte Corona-Welle wird bereits angek&uuml;ndigt und medial vorbereitet &ndash; in zahlreichen Varianten, Wiederholungen und querbeet durch den deutschen Mediengarten. Bei der Tagesschau verk&uuml;ndet der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach: &ldquo;Wir sind am Beginn der dritten Welle&rdquo;. Im MDR wird gewarnt: &ldquo;Beginn der dritten Corona-Welle steht bevor&rdquo; und bei der Deutschen Welle wird gefragt: &ldquo;Rollt die dritte Corona-Welle auf Deutschland zu?&rdquo;. Der Tagesspiegel sieht bereits &ldquo;Anzeichen f&uuml;r die dritte Welle&rdquo;. Die FAZ fragt: &ldquo;Baut sich langsam die dritte Welle auf?&rdquo;. Im Bayerischen Rundfunk wird nicht nur von einer m&ouml;glichen &ldquo;dritten Corona-Welle&rdquo; berichtet, sondern direkt von einer bef&uuml;rchteten &ldquo;vierten oder f&uuml;nften Welle&rdquo;. (&hellip;)<br>\nZur Absicherung der angek&uuml;ndigten dritten Welle werden von den verschiedenen Medienakteuren diverse Experten herangezogen &ndash; angefangen bei dem Charit&eacute;-Virologen Christian Drosten, der dem Spiegel bereits Ende Januar von seinen &ldquo;schlimmen Bef&uuml;rchtungen&rdquo; bez&uuml;glich des Fr&uuml;hjahrs und des Sommers berichtete, die nun von der Schweriner Volkszeitung aufgegriffen wurden als Drostens &ldquo;d&uuml;stere Corona-Prognose f&uuml;r den Sommer&rdquo;.<br>\n&ldquo;Wenn die alten Menschen und vielleicht auch ein Teil der Risikogruppen geimpft sein werden, wird ein riesiger wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, politischer und vielleicht auch rechtlicher Druck entstehen, die Corona-Ma&szlig;nahmen zu beenden. Und dann werden sich innerhalb kurzer Zeit noch viel mehr Leute infizieren, als wir uns das jetzt &uuml;berhaupt vorstellen k&ouml;nnen. Dann haben wir Fallzahlen nicht mehr von 20.000 oder 30.000, sondern im schlimmsten Fall von 100.000 pro Tag.&rdquo; (&hellip;)<br>\nAm 18. November 2020 titelte der Deutschlandfunk Nova in Bezug auf neurowissenschaftliche Forschungen: &ldquo;Wiederholungen lassen uns falsche Aussagen glauben&rdquo;. Das sei zur&uuml;ckzuf&uuml;hren auf den sogenannten &ldquo;Wahrheitseffekt&rdquo;.<br>\n&ldquo;Je &ouml;fter wir Aussagen h&ouml;ren, desto eher neigen wir, sie zu glauben &ndash; daf&uuml;r sorgt unser Gehirn. Das macht uns manipulierbar. Aber wir k&ouml;nnen uns sch&uuml;tzen.&rdquo; (&hellip;)<br>\nDer Neurowissenschaftler Henning Beck erkl&auml;rt, dass Unsicherheit Menschen anf&auml;lliger f&uuml;r den Wahrheitseffekt macht &ndash; sie werden &ldquo;verf&uuml;hrbar&rdquo;. Entscheidend sei dabei die H&auml;ufigkeit einer Aussage. Wenn das Gehirn viele &auml;hnliche Informationen erhalte, m&uuml;sse es sich in einem Moment der Unsicherheit Klarheit bieten. H&auml;ufigkeit und Wiederholungen w&uuml;rden dann als Wichtigkeit interpretiert, andere Informationen zunehmend ausgeblendet. Schutz vor der Manipulation bietet laut Beck lediglich eine solide Allgemeinbildung: &ldquo;Allgemeinbildung, Grundwissen macht Menschen weniger verf&uuml;hrbar&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/113465-dritte-welle-rollt-auf-deutschland-zu\/\">Mark Hadyniak in RT Deutsch<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Sanktionsspirale gegen Russland: Der Verlierer hei&szlig;t nicht Putin, sondern Maas<\/strong><br>\nAm Montag war Russland-Tag in Br&uuml;ssel. Allerdings anders, als es sich die EU-Au&szlig;enminister vorgestellt haben d&uuml;rften.<br>\nNoch bevor sie &uuml;ber neue Sanktionen im Fall Nawlany berieten, drohte der russische EU-Botschafter Wladimir Tschischow bereits Vergeltung an. Neue Strafen w&uuml;rden nicht unbeantwortet bleiben, sagte er.<br>\nUnd w&auml;hrend sich Heiko Maas und Co. im hermetisch abgeriegelten Ratsgeb&auml;ude vor der wieder einmal ausgesperrten Presse versteckten, stahlen ihnen Nawalnys Berater die Show.<br>\nIm Scheinwerferlicht der Fernsehkameras erkl&auml;rten sie, wie die EU dem russischen Zaren Wladimir Putin &ldquo;am besten&rdquo; schaden kann.<br>\nNawalnys Mitarbeiter Leonid Wolkow forderte die Minister auf, die Regierungspartei &ldquo;Einiges Russland&rdquo; anzugreifen, aber auch Sanktionen gegen Kreml-nahe Oligarchen zu verh&auml;ngen.<br>\nDie EU will vier unbekannte Schergen abstrafen<br>\nEine Provokation, die allen diplomatischen Gepflogenheiten Hohn spricht. Doch sie macht mehr Eindruck als die Reisesperren gegen vier Russen, die die EU nun verh&auml;ngen will<br>\nAls m&ouml;gliche Betroffene gelten Generalstaatsanwalt Igor Krasnow und Ermittlungskomitee-Chef Alexander Bastrykin. In Br&uuml;ssel werden auch die Namen des Chefs des Gef&auml;ngnisdienstes, Alexander Kalaschnikow, sowie des Leiters der Nationalgarde, Viktor Solotow, genannt.<br>\nDiese angeblichen &ldquo;S&uuml;nder&rdquo; kennt kaum einer im Westen&hellip;<br>\nDer Verlierer des Tages ist deshalb nicht Putin, sondern Maas. Er wird von allen vorgef&uuml;hrt: von den amerikanischen Freunden, den russischen Nawalny-Anh&auml;ngern &ndash; und den Osteurop&auml;ern, die Nord Stream am liebsten wegbomben w&uuml;rden.<br>\nDoch Maas machte gute Miene zum b&ouml;sen Spiel, das die Haltlosigkeit der deutschen Europapolitik zeigt. Am Ende gratulierte er auch noch US-Au&szlig;enminister Blinken, der bereits mit neuen Sanktionen gegen deutsche Unternehmen droht.<br>\nBlinken hatte sich per Video in das Au&szlig;enminister-Treffen eingeklinkt und wurde als &ldquo;bester Partner&rdquo; gefeiert&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/lostineu.eu\/mit-sanktionen-in-die-strategische-sackgasse\/?utm_source=getresponse&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=Lost+in+EUrope+Update&amp;utm_content=Lost+in+EUrope+Update\">Lost in Europe<\/a>\n<p><strong>dazu: Sanktionen f&uuml;hren in die Sackgasse<\/strong><br>\nPressemitteilung von Andrej Hunko, 22. Februar 2021<br>\n&bdquo;Die Fixierung auf immer neue Sanktionen treibt die diplomatischen Beziehungen der EU zur Russischen F&ouml;deration auf einen Tiefpunkt. Durch einen Abbruch der Beziehungen, der als Reaktion Russlands m&ouml;glich ist, ist nichts gewonnen. Auch denjenigen Menschen, die in Russland v&ouml;llig zurecht gegen Korruption, Polizeigewalt und Autoritarismus auf die Stra&szlig;e gehen, bringt eine diplomatische Eiszeit nichts&ldquo;, erkl&auml;rt Andrej Hunko, stellvertretender Vorsitzender und europapolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, zur politischen Grundsatzentscheidung der EU-Au&szlig;enminister f&uuml;r neue Sanktionen gegen russische Funktion&auml;re. Hunko weiter:<br>\n&bdquo;Erstmals will die EU nun die sogenannten Magnitzki-Sanktionen einsetzen. So wichtig der Einsatz f&uuml;r Demokratie und Menschenrechte ist, so wenig zielf&uuml;hrend sind diese Sanktionen. Sie sind rechtsstaatlich zweifelhaft und kaum effektiv bei der Erreichung der proklamierten Ziele. Seit Jahren ist klar, dass die EU-Sanktionen viel Schaden anrichten, aber wenig Nutzen bringen. Viel wichtiger w&auml;re es, multilaterale Institutionen wie den Europarat, die OSZE und die UNO zu st&auml;rken und deren etablierte Verfahren zur Konfliktbeilegung zu nutzen.<br>\nOffensichtlich sind unterdessen die doppelten Standards und der geopolitische Charakter der Sanktionen. Saudi-Arabien wird trotz gravierender Menschenrechtsverletzungen mit Waffen beliefert und zu Polizeigewalt in ihren Mitgliedsstaaten schweigt die EU. Kein kritisches Wort findet sich zum Fall Assange oder den in Spanien inhaftierten katalanischen Abgeordneten. Dass die T&uuml;rkei die vom Europ&auml;ischen Gerichtshof f&uuml;r Menschenrechte (EGMR) angeordnete Freilassung der Oppositionellen Selahattin Demirtas und Osman Kavala ignoriert, f&uuml;hrt zu keinerlei Konsequenzen.<br>\nAuch die vom EGMR des Europarates erlassenen einstweiligen Ma&szlig;nahmen f&uuml;r Alexej Nawalny werden nun offenbar mit herangezogen, um die Sanktionen zu rechtfertigen. Ein Blick auf Statistiken zu deren Umsetzung zeigt jedoch wieder einmal, wie mit zweierlei Ma&szlig; gemessen wird: Bei der Nicht-Umsetzung solcher Ma&szlig;nahmen 2019 ist die T&uuml;rkei (225) vor Schweden (66) und Frankreich (64) Spitzenreiterin. Russland ist auf Platz 6 (45) und Deutschland auf Platz 10 (16). In keinem anderen Fall dienen sie allerdings als Grundlage f&uuml;r Sanktionen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/sanktionen-fuehren-in-die-sackgasse\/\">Die Linke<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Journalistische Recherchen sind zeitlich aufwendig<\/strong><br>\nIm &laquo;Fall Nawalny&raquo; berichten viele Medien zu simpel &ndash; ein gutes Beispiel, was es braucht, um an mehr Informationen zu kommen.<br>\nDer f&uuml;r Russland zust&auml;ndige Auslandredaktor der NZZ, Andreas R&uuml;esch, hat am Samstag, 13. Februar 2021, als Aufmacher auf der NZZ-Frontseite einen Leitartikel zu Russland publiziert. Das Thema war Nawalny und Putins Zukunft. In seinem Text kommen die W&ouml;rter &laquo;Opposition&raquo; und &laquo;Oppositionelle&raquo; zwar etliche Male vor, aber R&uuml;esch hat &ndash; absichtlich oder fahrl&auml;ssig &ndash; darauf verzichtet, zu sagen, wie denn diese Opposition in Russland &uuml;berhaupt aussieht.<br>\nDass Nawalny gegen Putin Opposition macht, wissen wir ja nun alle. Aber wof&uuml;r steht Nawalny? Was ist das politische Programm dieses Putin-Kritikers, der mitten in der Covid-19-Pandemie und trotz aller Corona-bedingten Versammlungsverbote zu Demonstrationen aufrief? Und wer steht hinter Nawalny? Ist er der richtige Mann, von den westlichen L&auml;ndern zum Freiheitshelden hochstilisiert zu werden?<br>\nAm 20. August 2020 wurde, wie vermutet wird, Nawalny vergiftet. Seither sind sechs Monate vergangen. Und noch immer wird er behandelt, als ob er &laquo;die&raquo; Opposition in Russland vertrete. Selbst das &laquo;Echo der Zeit&raquo; von Schweizer Radio SRF, etwas vom Besten, was man in puncto internationaler Information &laquo;konsumieren&raquo; kann, hat erst k&uuml;rzlich, am 16. Februar, in einem kurzen Bericht aus der russischen Provinz zum ersten Mal durchblicken lassen, dass Nawalny nicht einfach &laquo;der&raquo; Repr&auml;sentant der Opposition ist, sondern, im Gegenteil, von gewissen Gruppierungen der Opposition sogar klar abgelehnt wird &ndash; mit gutem Grund. (&hellip;)<br>\nDen westlichen NATO-freundlichen Medien ist es gelungen, in der breiten Bev&ouml;lkerung die Behauptung, in den russischen Medien g&auml;be es nur eine, vom Kreml diktierte Ansicht, in ein &ndash; vermeintliches &ndash;&laquo;Allgemeinwissen&raquo; zu verwandeln. Informationen aus Russland werden deshalb a priori als Propaganda und als falsch abgetan. Wer Russisch versteht und spricht, weiss nat&uuml;rlich, dass dies nicht der Realit&auml;t entspricht. Nichtsdestotrotz gelten Infos aus Russland generell als unglaubw&uuml;rdig und k&ouml;nnen deshalb f&uuml;r Recherchen westlicher Journalisten kaum gebraucht werden. Wo also zus&auml;tzliche Informationen holen?<br>\nInfosperber hat am 30. Januar darauf aufmerksam gemacht, dass Mark Episkopos, ein Mitarbeiter des (konservativen) US-amerikanischen Polit-Magazins &laquo;The National Interest&raquo; etwas genauer hingeschaut und darauf hingewiesen hat, dass Nawalny nicht in jeder Hinsicht derjenige Oppositionelle ist, der vom Westen unterst&uuml;tzt werden sollte, weil er in den vergangenen Jahren auch politische Gruppen unterst&uuml;tzt hat, die mitnichten westliche Werte vertreten. Gerade auch, weil Mark Episkopos kein Russland-Freund ist, sind seine Beobachtungen beachtenswert. (&hellip;)<br>\nAuch in deutscher Sprache gibt es zus&auml;tzliche Infos &uuml;ber Nawalny, wenn man sie sucht. Auf der Website Anti-Spiegel etwa k&auml;mpft der deutsche Thomas R&ouml;per, der seit langem in Russland lebt, zwar vor allem gegen die v&ouml;llig einseitigen Darstellungen des Nachrichten-Magazins &laquo;Der Spiegel&raquo;, aber oft tut R&ouml;per das eben, indem er berichtet, wie es wirklich war oder wie es ist. Und da kann man dann auch &uuml;ber Nawalny Dinge erfahren, die man sonst in den deutschsprachigen Medien kaum lesen kann. Etwa wie sich Nawalny vor Gericht verteidigte, nachdem er von einem 94-j&auml;hrigen Veteranen wegen Verleumdung eingeklagt worden war. Nawalny hatte ihn in einem Video als &laquo;Verr&auml;ter&raquo; und &laquo;Arschkriecher&raquo; bezeichnet. Ein ebenfalls lesenswerter Artikel.<br>\nLesenswert sind auch immer die t&auml;glichen Analysen der deutschen Plattform &laquo;German-Foreign-Policy&raquo;, zu Nawalny und zur Opposition in Russland zum Beispiel hier.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/medien\/medienkritik\/journalistische-recherchen-sind-zeitlich-aufwendig\/\">Infosperber<\/a>\n<p><strong>dazu auch: Wer ist Nawalnys Vertrauter Leonid Wolkow, der EU-Vertreter zu Moskau-Sanktionen ber&auml;t?<\/strong><br>\nEr ist in Litauen und den USA willkommen, ber&auml;t die europ&auml;ischen Regierungen in Sanktionsfragen und ist stolz auf die Studienzeit in einem US-Zentrum mit CIA-Verbindung. Den Kampf gegen die Ungerechtigkeiten &bdquo;des Putin-Regimes&ldquo; riskiert der Mitstreiter von Nawalny Leonid Wolkow jedoch zu verlieren&hellip;<br>\nAm heutigen Montag haben sich die EU-Au&szlig;enminister auf die Vorbereitungen der Strafma&szlig;nahmen f&uuml;r Moskau im Fall Alexej Nawalny geeinigt. W&auml;hrend Nawalny wegen der Verst&ouml;&szlig;e gegen Bew&auml;hrungsauflagen in einem fr&uuml;heren Strafverfahren vor Gericht musste, rief das Team seines Antikorruptionsfonds (FBK) zu Protestaktionen auf. Es gibt aber noch eine Person au&szlig;erhalb des FBK, die sich m&auml;chtig und machtgierig gibt: Leonid Wolkow, Nawalnys Wahlkampfleiter bei der B&uuml;rgermeisterwahl in Moskau 2013 und Pr&auml;sidentschaftswahl 2018 &ndash; f&uuml;r deutsche Medien unmittelbarer Vertrauter Nawalnys. Was macht ihn so auff&auml;llig?<br>\nAm 8. Februar besprach der 40-J&auml;hrige nach eigenen Angaben samt dem in London lebenden Exekutivdirektor des FBK, Wladimir Aschurkow, mit Vertretern der EU-Staaten ein &bdquo;Paket von pers&ouml;nlichen Sanktionen&ldquo; gegen den &bdquo;engsten Kreis der Unterst&uuml;tzer von Wladimir Putin&ldquo;. Konkret nannte Wolkow als Ziel m&ouml;glicher Sanktionen unter anderem die Oligarchen Roman Abramowitsch und Alischer Usmanow, die RT-Chefin Margarita Simonjan, den Banker Andrej Kostin und den hohen Regierungsbeamten Igor Schuwalow. Auch die Botschafter der USA, Gro&szlig;britanniens und der Ukraine sprachen den Berichten zufolge mit Wolkow. Die polnische Delegation best&auml;tigte sp&auml;ter das Gespr&auml;ch.<br>\n(&hellip;) Anders als Nawalny vor fast elf Jahren absolvierte Wolkow erst 2018 das renommierte Maurice R. Greenberg World Fellows Program f&uuml;r &bdquo;aufstrebende globale F&uuml;hrungskr&auml;fte&ldquo; am Jackson Institute for Global Affairs an der Yale University. &bdquo;Ja, dies ist das gleiche Programm, an dem Alexej Navalny 2010, Swjatoslaw Wakartschuk 2015 und viele andere coolste Leute teilgenommen haben&ldquo;, schrieb Wolkow stolz auf seiner Webseite.<br>\n(&hellip;) Jemand, der &bdquo;ein bisschen&ldquo; Putin unterst&uuml;tze, w&uuml;rde die &bdquo;faschistische&ldquo; OMON unterst&uuml;tzen, suggeriert Wolkow weiter, also sollten alle System-Liberalen sofort die Frontlinie &uuml;berqueren und Nawalny unterst&uuml;tzen. Die Narrative eines Kampfes &bdquo;gegen die faschistische Macht&ldquo; taucht vor allem bei Nawalny &ouml;fter auf&hellip;<br>\nDoch die Realit&auml;t sieht anders aus. Eine landesweite Umfrage des unabh&auml;ngigen Meinungsforschungsinstituts Levada vom Anfang Februar zeigt, dass die &ouml;ffentliche Ablehnung von Nawalny schneller w&auml;chst als dessen Unterst&uuml;tzung&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/snanews.de\/20210222\/nawalny-vertrauter-wolkow-1013688.html\">sna<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Salvadore Draghi &#8210; Das letzte Ass der EU<\/strong><br>\nMario Draghi wird im In- wie im Ausland als der gro&szlig;e Retter gefeiert. Doch die Frage ist nicht nur, ob er die in ihn gesetzten Erwartungen erf&uuml;llen kann, sondern um welche es sich genau handelt.<br>\n(&hellip;) Der Umbau der Institutionen<br>\nWas Renzi nun ritt, das zweite Kabinett Conte zu st&uuml;rzen, hat wenig Relevanz. Nur in einem waren sich die Eliten weitgehend einig: ja keine Neuwahlen. Schon verbreitete sich der Geruch des alten Bipolarismus, dessen ungeschriebenes Gesetz nun wieder eine Rechtskoalition vorgesehen h&auml;tte. Doch der Quirinal spielte nicht mit, abermals bet&auml;tigte sich Pr&auml;sident Mattarella als Zerst&ouml;rer der Verfassung, nicht als deren Bewahrer.<br>\nDas st&auml;ndige Eingreifen des Pr&auml;sidenten weist den Weg, den Renzi schon 2016 beschreiten wollte: Pr&auml;sidentialismus als Antwort auf die Krise der Demokratie und der Souver&auml;nit&auml;t, die sp&auml;testens mit der Finanzkrise begann. Schon seit Jahrzehnten ringen die Eliten um den autorit&auml;ren Umbau der Institutionen. Die progressive Verfassung von 1948 ist ihnen ein Dorn im Auge, weil sie ein technokratisches Durchexerzieren neoliberaler EU-Vorgaben erschwert. Durch den Umbau soll der R&uuml;ckzug der italienischen Demokratie auf Dauer gestellt werden.<br>\nDamit w&uuml;rde man sich nach zwei Richtungen hin absichern: Einerseits den st&auml;ndigen Streit innerhalb der Eliten im Zaum halten und andererseits die latente Opposition aus dem Volk nachhaltig von den Institutionen fernhalten&hellip;.<br>\nHere comes Draghi<br>\n(&hellip;) Entsprechend vage ist Draghis Regierungsprogramm, er spricht von der Reform der Justiz, der &ouml;ffentlichen Verwaltung und des Steuersystems &ndash; nichts, was nicht auch aus der Sicht der meisten Italiener ver&auml;nderungsbed&uuml;rftig w&auml;re&hellip;<br>\nViel bedeutender ist Draghis Saga von den guten und schlechten Schulden. Gute Schulden seien jene, die zu produktiven Investitionen gen&uuml;tzt werden w&uuml;rden. Das ist eine gro&szlig;e, eine sehr gro&szlig;e Ansage. Draghi setzt alles auf eine Karte, n&auml;mlich die als Corona-Hilfen freigemachten Subventionen und Kredite, die von der EU als Meilenstein oder &raquo;Hamilton-Moment&laquo; gefeiert werden. Doch in der Realit&auml;t sind die Gelder, die Italien erwarten darf, im Verh&auml;ltnis zum notwendige Nachfrageimpuls klein und potentiell an sehr harte neoliberale Auflagen gebunden, die den halbkeynesianischen Versuch der Wirtschaftsankurbelung zum Scheitern bringen k&ouml;nnten.<br>\nOb die Operation funktionieren wird, kann also ob vieler Fragezeichen bezweifelt werden. Die soziale Krise ist enorm und die politische Ruhe wird nur durch den Corona-Ausnahmezustand aufrechterhalten. Nachfragest&auml;rkende Ma&szlig;nahmen m&uuml;ssten schnell und massiv kommen, um politische Wirkung zu entfalten, zumindest bis zu den n&auml;chsten Wahlen. Doch genau das kann und darf die EU nicht zulassen, denn es steht die De-facto-Verfassung der EU-Vertr&auml;ge auf dem Spiel&hellip;<br>\n(&hellip;) Warum Draghi das letzte Ass ist<br>\nItalien bleibt also ein soziopolitischer Vulkan, f&uuml;r die italienischen Eliten genauso wie f&uuml;r die EU. Nicht nur Berlusconi, Monti und Renzi haben sich an ihm verbrannt &ndash; auch der Zauberer Draghi wird ihn nicht zum Erl&ouml;schen bringen k&ouml;nnen.<br>\nVon Draghi wird vielmehr etwas anderes erwartet. Er soll in dem kurzen Zeitfenster des in Scherben liegenden Populismus einen institutionellen Coup zu landen, der die parlamentarische Demokratie fundamental beschneidet. An ihre Stelle soll ein bonapartistisches System gesetzt werden, mit dessen Hilfe sozialpolitische Forderungen strukturell noch effektiver niedergehalten werden k&ouml;nnen, als das in der Vergangenheit bereits der Fall war&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/08-2021\/salvadore-draghi-das-letzte-ass-der-eu\/\">Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Lateinamerika will Bergbaukonzerne an Z&uuml;gel nehmen<\/strong><br>\nWas die Schweiz nicht will, machen lateinamerikanische L&auml;nder vor. Sie st&auml;rken Umweltsch&uuml;tzer und Indigene gegen Bergbaukonzerne.<br>\nAm &laquo;Internationalen Tag der Mutter Erde&raquo; im April wird das so genannte Escaz&uacute;-Abkommen offiziell zelebriert werden, in Kraft getreten ist es bereits jetzt im Februar. Mexiko hat mit der Ratifikation des Abkommens im letzten November den Durchbruch m&ouml;glich gemacht. Als geradezu &laquo;historisches Umwelt- und Menschenrechtsabkommen&raquo; w&uuml;rdigte &laquo;Amnesty International&raquo; den Vertrag, als dieser vor drei Jahren ausgehandelt war.<br>\nAbkommen f&uuml;r Umweltdemokratie<br>\nDer Vertrag steht f&uuml;r eine Wende im wirtschaftlich und politisch h&ouml;chst umstrittenen Bereich der Ausbeutung nat&uuml;rlicher Ressourcen. Er verspricht mehr B&uuml;rgerbeteiligung in Umweltbelangen &ndash; oder wie es im Abkommen offiziell hei&szlig;t &ndash; den &laquo;Zugang zu Justiz, Information und &ouml;ffentliche Teilhabe in Umweltangelegenheiten in Lateinamerika und in der Karibik&raquo;. Es geht um Transparenz, um Partizipations- und Klagerechte und Schutzmechanismen bei Bergbauprojekten, Abholzung, gro&szlig;en Staud&auml;mmen in abgelegenen und trotzdem besiedelten Gebieten. Private und &ouml;ffentliche Unternehmen sollen Nachhaltigkeitsberichte erstellen und darin ihre sozialen und &ouml;kologischen Bilanzen offenlegen. Es ist &laquo;das weltweit erste Dokument, das Verfahrensgarantien zum Schutz von Aktivisten festschreibt, die sich f&uuml;r die Bewahrung nat&uuml;rlicher Ressourcen einsetzen&raquo;, hat die Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin j&uuml;ngst das Abkommen gew&uuml;rdigt&hellip;<br>\nWirkung &uuml;ber Lateinamerika hinaus<br>\nDer Vertrag sollte auch international Wirkung zeigen, wenn sich neuerdings auch Deutschland und auch die EU selbst daran machen, den Unternehmen Sorgfaltspflichten zur Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards in ihren Lieferketten aufzuerlegen. Die Umsetzung des Escaz&uacute;-Abkommens in Lateinamerika und der Karibik und die neuen Lieferkettenregulierungen in Europa w&uuml;rden sich erg&auml;nzen: Europ&auml;ische Unternehmen m&uuml;ssten bei Importen aus Lateinamerika und der Karibik darauf achten, ob ihre Lieferanten sich an die Vorgaben des Escaz&uacute;-Abkommens halten&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/wirtschaft\/globalisierung\/lateinamerika-will-bergbaukonzerne-an-zuegel-nehmen\/\">Infosperber<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Treppauf, treppab, Stra&szlig;e f&uuml;r Stra&szlig;e<\/strong><br>\nW&auml;hrend Deutschland im Homeoffice arbeitet, schultern die Lieferanten so viel wie sonst nur vor Weihnachten. Ist es solidarisch, nicht zu bestellen? [&hellip;]<br>\nDer Arbeitsdruck f&uuml;r Paketboten ist seit Pandemiebeginn enorm, der Gesundheitsschutz hingegen nicht. Daniel* liefert f&uuml;r DHL P&auml;ckchen aus; seinen echten Namen will er nicht ver&ouml;ffentlicht sehen. &bdquo;Es ist seit April 2020 jeden Tag wie sonst nur kurz vor Weihnachten&ldquo;, sagt er. &bdquo;Wir arbeiten ohne Verschnaufpause.&ldquo; 15 Prozent mehr Pakete habe DHL im vergangenen Corona-Jahr ausgeliefert. Das bedeutet eine Profitsteigerung f&uuml;r das Unternehmen, von der Daniel aber nichts merkt. Im Gegenteil: In seinem Arbeitsvertrag sind 38,5 Stunden pro Woche vereinbart. &bdquo;Ich arbeite fast jede Woche eher 60 Stunden&ldquo;, sagt er. Eigentlich m&uuml;ssten &Uuml;berstunden ausgezahlt werden. Daniel sagt: &bdquo;Unsere Vorgesetzten zweifeln an, dass wir &Uuml;berstunden machen. Wir bekommen die nicht ausgezahlt.&ldquo; Und: &bdquo;Wer versucht, sich dagegen zu wehren, muss mit Sanktionen rechnen.&ldquo; Abmahnungen. Oder K&uuml;ndigungen. Wie sieht es mit Streik aus? &bdquo;Schwierig. Unsere Betriebsr&auml;te unterst&uuml;tzen uns nicht.&ldquo; Und mit Hygienema&szlig;nahmen? &bdquo;Mein Schutz sind ein Wasserkanister und Seife im Auto. Das war&rsquo;s.&ldquo; Die gr&ouml;&szlig;te Angst machen Daniel die Schichtwechsel: &bdquo;Unsere Vorgesetzten haben versucht, das zu entzerren, aber beim Beladen der Lkws treffen wir trotzdem alle aufeinander.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/treppauf-treppab-strasse-fuer-strasse\">der Freitag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Ausbeutung auf Gem&uuml;seh&ouml;fen &ndash; Erntehelfer sollen selber zahlen<\/strong><br>\nSaisonkr&auml;fte aus Osteuropa sollen auch dieses Jahr bis zu f&uuml;nf Monate sozialversicherungsfrei arbeiten d&uuml;rfen. Das fordern Agrarverb&auml;nde.<br>\nDeutsche Landwirte wollen in diesem Jahr ausl&auml;ndische Saisonkr&auml;fte wieder f&uuml;nf Monate oder 115 Arbeitstage ohne gesetzliche Krankenversicherung etwa zur Spargelernte besch&auml;ftigen. Der Bauernverband und andere Branchenorganisationen forderten vor Kurzem die Bundesregierung auf, &bdquo;auch 2021 eine versicherungsfreie Besch&auml;ftigung f&uuml;r bis zu 115 Tage zuzulassen&ldquo;.<br>\nAuf diesem Weg angestellte Ost&shy;eu&shy;ro&shy;p&auml;e&shy;r*in&shy;nen etwa m&uuml;ssen beispielsweise bei einer Corona-Erkrankung laut der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) die Behandlungskosten mitunter selbst zahlen. Zudem w&uuml;rden der deutschen Sozialversicherung hohe Summen an Beitr&auml;gen verloren gehen. 62 Prozent der Ende Juni 2019 registrierten rund 100.000 ausl&auml;ndischen Aushilfskr&auml;fte hatten nur eine Besch&auml;ftigung ohne regul&auml;re Sozialversicherung, wie eine statistische Auswertung zeigt, die die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit auf taz-Anfrage erstellt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Ausbeutung-auf-Gemuesehoefen\/!5750133\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Endlich einmal werden diese Arbeitsverh&auml;ltnisse nicht als &ldquo;Arbeitsmigration&rdquo; verniedlicht, sondern mit dem richtigen Namen, &ldquo;Ausbeutung&rdquo;, bezeichnet. Keine Sozialversicherungsabgaben (= radikale Lohnk&uuml;rzung), und oft wird nicht einmal der mickrige deutsche Mindestlohn gezahlt. Uns&auml;glich, aber die Bauern und Agrarministerin Kl&ouml;ckner werden sich wohl wieder einmal durchsetzen, obwohl als einzige Gefahr droht, dass &ldquo;Deutschland mehr Gem&uuml;se importieren&rdquo; m&uuml;sste. Nein, selbst beim Gem&uuml;se will Deutschland Exportrekorde aufstellen oder zumindest autark sein, und auch beim Spargel ist Lohndumping das oberste Gebot.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Chancengleichheit und Klimapolitik m&uuml;ssen zusammen gedacht werden.<\/strong><br>\nUm den internationalen Verpflichtungen in der Klimapolitik nachzukommen, muss Deutschland weitreichende politische Entscheidungen treffen. Manche Menschen werden davon profitieren, andere werden verlieren. Solche Verteilungswirkungen k&ouml;nnen finanzielle Belastungen, Jobperspektiven oder Lebens- und Konsumgewohnheiten betreffen. Dies st&ouml;&szlig;t auf Widerstand &ndash; vor allem bei Menschen, bei denen ohnehin schon &ouml;konomische oder kulturelle Verlust&auml;ngste bestehen. Deshalb sollte Klimapolitik den B&uuml;rger:innen als Teil eines Zukunftsprogramms angeboten werden, das auf den Zusammenhalt der Gesellschaft setzt, indem es sozio&ouml;konomische Verteilungsfragen innerhalb Deutschlands st&auml;rker und mutiger adressiert.<br>\nEin solches Zukunftsprogramm muss neben der Belastung von Haushalten durch die Klimapolitik insbesondere die Verm&ouml;gensungleichheit und die Erbschaften in den Blick nehmen: Seit der Wiedervereinigung haben sich die Verm&ouml;gen der oberen H&auml;lfte verdoppelt, w&auml;hrend die untere H&auml;lfte praktisch gar kein Verm&ouml;gen hat, allenfalls ein negatives. Das Volumen j&auml;hrlicher Erbschaften liegt inzwischen bei 400 Milliarden Euro &ndash; ein Achtel des Bruttoinlandsprodukts. Auch sie verteilen sich auf die gl&uuml;cklichere obere H&auml;lfte. Au&szlig;erdem sind Erbschaften aus historischen Gr&uuml;nden in Ostdeutschland viel niedriger als im Westen.<br>\nEs ist zwar richtig und gerecht, dass Menschen dar&uuml;ber verf&uuml;gen k&ouml;nnen, was nach dem Tod mit ihrem Verm&ouml;gen geschieht. Aus gesamtgesellschaftlicher Sicht m&uuml;ssen wir aber auch im Blick haben, was das f&uuml;r die nachfolgende Generation bedeutet. Eine Erbschaft ist das Gegenteil von Chancengleichheit und der Belohnung von Leistung. Schon die Aussicht auf eine gro&szlig;e Erbschaft kann Weichen f&uuml;r das ganze Leben stellen. Sie beeinflusst unsere Studienwahl, ob wir mit einer guten (oder schlechten) Idee eine Firma gr&uuml;nden, wie viel wir arbeiten m&uuml;ssen und f&uuml;r manche gar, ob wir &uuml;berhaupt arbeiten. &hellip;<br>\nEin weiterer Punkt, der die Klimapolitik mit der Ungleichheit in Deutschland verbindet, ist die Bildung &ndash; die ebenfalls zunehmend vererbt wird. In den Nachkriegsjahrzehnten verhalf der Zugang zu h&ouml;herer Bildung vielen Menschen aus der Arbeiterklasse zum sozialen Aufstieg. Heute h&auml;ngt der Bildungserfolg immer st&auml;rker von den elterlichen Ausgangsbedingungen ab &ndash; der Bildungsn&auml;he also. Auch sie ist ungleich verteilt: Jedes achte Kind in Deutschland lebt bei Eltern, die selbst keine abgeschlossene Ausbildung haben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/meinung\/gastbeitraege\/elitenthemaklimaschutz-90216134.html\">FR Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Ich werde nicht wieder antreten<\/strong><br>\nEs gibt in verschiedenen politischen Spektren und vor allem in den sozialen Medien die Tendenz, Politik nur noch &uuml;ber Moral und Haltungen zu debattieren. Ich halte dies f&uuml;r einen R&uuml;ckschritt. Werte und Moral sind das Fundament politischer &Uuml;berzeugungen. Wer jedoch meint, dass alleine die &bdquo;richtige Haltung&ldquo; &uuml;ber &ldquo;richtig oder falsch&rdquo; entscheidet, versucht in Wahrheit den Streit mit rationalen Argumenten zu verhindern.<br>\nEine solche Debattenkultur hat nichts mit Aufkl&auml;rung zu tun, sondern ist Ausdruck eines elit&auml;ren Wahrheitsanspruchs, wie ihn die Kirche im Mittelalter bediente. Vor allem verst&auml;rkt dies aber Spaltungen in der Gesellschaft, wovon rechte Demagogen weltweit profitieren. Dies hilft Kr&auml;ften wie der AfD, sich als Anw&auml;ltin der kleinen Leute aufzuspielen, obwohl ihnen die Schweizer Franken zu den Ohren heraus kommen. [&hellip;]<br>\nParteien in der Tradition der Arbeiterbewegung waren immer lebensnah. Sie kannten die Lebenswirklichkeit der Menschen, die von ihrer H&auml;nde Arbeit lebten. Sie haben Grundwerte wie Solidarit&auml;t durch Verankerung in der Lebenswelt der Besch&auml;ftigten verteidigt. Die Debatten der Meinungsf&uuml;hrer in den akademischen Milieus, die Codes der digitalen Emp&ouml;rung und Hashtags, die h&auml;ufig nur wenige Stunden &uuml;berdauern und nichts kosten, sind daf&uuml;r kein Ersatz.<br>\nDas Leben ist voller Widerspr&uuml;che: Wir m&uuml;ssen mehr Kapitalismuskritik und weniger erhobenen Zeigefinger wagen. Ein Akademiker mit hohem &ouml;kologischen Bewusstsein und hohem Einkommen, der &ouml;fters eine Fernreise unternimmt, verf&uuml;gt &uuml;ber einen h&ouml;heren &ouml;kologischen Fu&szlig;abdruck als eine &bdquo;Umweltsau&ldquo;, die sich keinen Urlaub leisten kann. [&hellip;]<br>\nIdentit&auml;t ist wichtig im Leben. Sie darf aber nicht dazu f&uuml;hren, dass nur noch Unterschiede statt Gemeinsamkeiten zwischen Menschen betont werden und sich nur noch &bdquo;woke&ldquo; Akademiker in Innenst&auml;dten angesprochen f&uuml;hlen. Eine Politik, die nur noch an das Ego und die individuelle Betroffenheit, aber nicht mehr an die Gemeinschaft appelliert, ist auch Donald Trump nicht fremd.<br>\nViele Menschen teilen unsere Werte. Aber wir gewinnen nichts, wenn wir weltfremd wirken oder Stress in der Gesellschaft tabuisieren, weil wir Angst haben, auf konkrete Probleme auch konkrete Antworten liefern zu m&uuml;ssen. Dies schlie&szlig;t &uuml;brigens &bdquo;linken Populismus&ldquo; &uuml;berhaupt nicht aus. Wir m&uuml;ssen popul&auml;rer werden &ndash; aber mit Hand und Fu&szlig; und den richtigen Schwerpunkten.<br>\nDie Corona-Krise ist eine enorme Chance f&uuml;r die politische Linke, auf Angriff zu spielen und Staats- und Marktversagen im Gesundheitssystem sowie bei der kritischen Infrastruktur zu thematisieren. Die wachsende Ungleichheit, die Macht der neuen Daten- und Techkonzerne, die m&auml;chtiger sind als die gr&ouml;&szlig;ten Banken und &Ouml;l Tycoons, die extremen Anpassungskosten und wiederkehrenden Schocks durch den Klimawandel, die Aufr&uuml;stung, der Krieg und der Terror in den internationalen Beziehungen &ndash; all dies macht linke Antworten n&ouml;tiger denn je.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.fabio-de-masi.de\/de\/article\/3542.ich-werde-nicht-wieder-antreten.html\">Fabio De Masi<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Der Verzicht samt der ausf&uuml;hrlichen Begr&uuml;ndung ist eine schallende Ohrfeige f&uuml;r die zur Zeit dominanten Fl&uuml;gel in der Linkspartei. Mit Fabio De Masi geht einer der wenigen Politiker mit finanzpolitischem Sachverstand. Das ist jammerschade. Den heimatlosen linken W&auml;hlern laufen die w&auml;hlbaren Politiker weg.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Worte, die etwas bedeuten<\/strong><br>\nKassel, Strategiekonferenz der Linkspartei, 2020. Auf der B&uuml;hne steht Christian Leye, Landessprecher der Linken in NRW. Es geht, mal wieder, um Identit&auml;tspolitik. Er sagt: &bdquo;Meine Frage lautet: Wo ist in unserer Politik die Identit&auml;t des Facharbeiters? Wo ist die Identit&auml;t der alleinerziehenden Mutter?&ldquo; Neben ihm lauert Daniela Trochowski von der Rosa-Luxemburg-Stiftung, die eigentlich die Rolle der Moderatorin einnehmen sollte und stattdessen Leyes Statement durch Kopfsch&uuml;tteln und angewiderte Mimik kommentiert.<br>\nLeye spricht weiter: &bdquo;Es geht mir nicht darum, dass wir jetzt alle nach Malle fahren und Sangria trinken. Wenn wir aber anfangen zu schmunzeln, nur weil jemand gern nach Malle f&auml;hrt &hellip;&ldquo; Da f&auml;llt sie ihm ins Wort: &bdquo;Das hei&szlig;t Mallorca! Es ist eine spanische Insel!&ldquo; Zustimmendes, geh&auml;ssiges Gel&auml;chter im Publikum. Nie zuvor lieferte das eine Lager der gespaltenen Linkspartei dem gegnerischen Lager so schnell einen Beweis f&uuml;r die Stichhaltigkeit der formulierten Kritik.<br>\nDie Szene verweist aber noch auf etwas anderes: In der Politik nutzen die besten Inhalte nichts, wenn die Ansprache der Zielgruppen nicht stimmt. Die Erh&ouml;hung des Mindestlohns, die Wiedereinf&uuml;hrung einer Verm&ouml;genssteuer, die Abschaffung von Hartz IV, bezahlbarer Wohnraum f&uuml;r jeden &ndash; all das steht im Programm der Linken, all das l&auml;ge im Interesse der Bev&ouml;lkerungsmehrheit, all das wollen die meisten Mallorca-Urlauber; und all das f&uuml;hrt dennoch nicht dazu, dass die Linke schon jetzt dar&uuml;ber nachdenken kann, ob sie bei der Bundestagswahl im Herbst 2021 nun doch nur 30 Prozent erreichen kann oder vielleicht sogar deutlich mehr. Ganz im Gegenteil wird sie sich wom&ouml;glich sogar mit einem einstelligen Wahlergebnis begn&uuml;gen m&uuml;ssen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/cbaron\/worte-die-etwas-bedeuten\">der Freitag<\/a><\/p>\n<p><strong>dazu auch: Klarheit statt Vernebelung<\/strong><br>\nDie Verteidigung des Wahlprogrammentwurfs der beiden scheidenden Vorsitzenden der Partei Die Linke durch Bernd Riexinger in der jungen Welt vom 15. Februar ist besser als der Entwurf. Anlass zur Kritik an diesem Entwurf gibt es reichlich, und die Formulierung dieser Kritik sollte nicht als Falschbehauptung und Geltungsdrang abgetan werden. Dazu ist der Anlass auch viel zu ernst.<br>\nWir fragen uns dabei, warum die beiden Parteivorsitzenden mit ihrem Entwurf an die &Ouml;ffentlichkeit vorgeprescht sind, ohne die inhaltliche Expertise der Mitglieder der Bundesarbeitsgemeinschaften abgefragt oder den Text mit dem Parteivorstand vorher auch nur beraten zu haben. Und wer den Beitrag von Bernd Riexinger in der jW liest, mag kaum glauben, dass er und Katja Kipping den von ihnen verantworteten, 137 Seiten umfassenden Entwurf bis ins Detail studiert haben. &raquo;Wir sind gegen jegliche Auslandseins&auml;tze der Bundeswehr, und wir werden uns an keiner Regierung beteiligen, die aufr&uuml;stet und auf Militarisierung setzt&laquo;, bekr&auml;ftigte der Kovorsitzende in der jW ausdr&uuml;cklich. Doch im Entwurf des Wahlprogramms findet sich diese klare Positionierung leider nicht. Und w&auml;hrend Riexinger dem Antiimperialismus in der jW das Wort redet, taucht im Entwurf zum Wahlprogramm noch nicht einmal der Begriff &raquo;Imperialismus&laquo; auf. Weltweite soziale Gerechtigkeit sei durchzusetzen, indem man den &raquo;entfesselten Raubtierkapitalismus (&hellip;) endlich an die Leine&laquo; nehmen wolle.<br>\nH&auml;tte Riexinger einiges von dem, was er in der jW geschrieben hat, schon in den Programmentwurf genommen, dann g&auml;be es in der Tat weniger Anlass zur Widerrede. Allein, uns bleibt jetzt nur die konkrete Kritik am Wahlprogrammentwurf der Vorsitzenden, auch weil f&auml;lschlicherweise der Eindruck entstanden ist, es handele sich um ein Dokument der Partei Die Linke.<br>\nDie Verteidigung des Entwurfs nach dem Muster, es st&uuml;nde doch viel Gutes und Richtiges drin, ist nicht haltbar, da sich an zentralen Stellen widerspr&uuml;chliche Formulierungen finden. Zentrale und nach wie vor aktuelle Forderungen aus unserem Wahlprogramm 2017 tauchen daf&uuml;r nun nicht mehr auf.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/397015.parteidiskussion-die-linke-klarheit-statt-vernebelung.html?fbclid=IwAR1B0BfWjaFmCGYw1DmLJUOajKlTFqu4oBq7mT18v5bO1bvYQCseiML91dU\">Sevim Dagdelen, Ulla Jelpke, Ellen Brombacher, Lydia Kr&uuml;ger, Steffen Niese, Isabelle Casel, Andrej Hunko, Justo Cruz in junge Welt<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Cancel Culture &ndash; da, wo der Liberalismus stirbt<\/strong><br>\nSie sind die neuen Jakobiner: Eliten und ihre journalistischen H&ouml;flinge, die ihre &ldquo;moralische &Uuml;berlegenheit&rdquo; herausstellen, indem sie diejenigen verdammen und zum Schweigen bringen, die sich nicht der &ldquo;politisch korrekten Sprache&rdquo; anpassen. Ein Kommentar von Chris Hedges. [&hellip;]<br>\nZu verstehen hei&szlig;t nicht, zu verzeihen. Aber wenn die herrschenden Eliten und ihre H&ouml;flinge, die sich als Journalisten ausgeben, damit fortfahren, diese Menschen gen&uuml;sslich aus der Medienlandschaft auszul&ouml;schen, sie als weniger wertvolle Menschen anzugreifen oder, wie Hillary Clinton sie &ldquo;deplorables&rdquo; (&ldquo;erb&auml;rmlich&rdquo;) zu nennen, und sich gleichzeitig weigern, die groteske soziale Ungleichheit anzusprechen, die die &ldquo;Erb&auml;rmlichen&rdquo; verletzlich und ver&auml;ngstigt gemacht hat, dann wird das lediglich ein immer gr&ouml;&szlig;eres Ma&szlig; an Extremismus, staatlicher Repression und Zensur sch&uuml;ren.<br>\nDie Cancel Culture, eine Hexenjagd durch selbsternannte moralische &ldquo;Schiedsrichter der Rede&rdquo;, ist zum Boutique-Aktivismus einer liberalen Klasse geworden, der der Mut und die organisatorischen F&auml;higkeiten fehlen, um die tats&auml;chlichen Machtzentren herauszufordern &ndash; den milit&auml;risch-industriellen Komplex, die t&ouml;dlich militarisierte Polizei, das Gef&auml;ngnissystem, die Wall Street, das Silicon Valley, die Geheimdienste, die uns zur am meisten bespitzelten, beobachteten, fotografierten und &uuml;berwachten Bev&ouml;lkerung in der Geschichte der Menschheit machen, die fossile Brennstoffindustrie und ein politisches und wirtschaftliches System, das von der oligarchischen Macht erfasst wird.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/113283-cancel-culture-da-wo-der-liberalismus-stirbt\/\">RT Deutsch<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers B.M.:<\/strong> Niemand hat mir bisher besser begr&uuml;ndet, warum der &ldquo;Kampf gegen Rechts&rdquo; auch bei uns in die falsche Richtung zeigt.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. 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