{"id":70314,"date":"2021-03-01T13:19:41","date_gmt":"2021-03-01T12:19:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70314"},"modified":"2021-03-01T14:06:19","modified_gmt":"2021-03-01T13:06:19","slug":"muetterbaby-heim-skandal-in-irland-erfasst-die-die-aufklaeren-sollten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70314","title":{"rendered":"M\u00fctter\/Baby-Heim-Skandal in Irland erfasst die, die aufkl\u00e4ren sollten"},"content":{"rendered":"<p>Von 1922 bis 1998 operierten in Irland sogenannte Mother and Baby Homes, in denen unverheiratete schwangere Frauen und M&uuml;tter mit ihren Kindern untergebracht wurden. Zum gro&szlig;en Teil wurden diese Heime von religi&ouml;sen Orden betrieben. Der irische Staat zahlte in den meisten F&auml;llen f&uuml;r die Unterbringung, aber es gab auch Privat-Patienten. In diesen Heimen wurde nach den Aussagen vieler &Uuml;berlebender die Menschenw&uuml;rde mit F&uuml;&szlig;en getreten bzw. es wurden Menschenrechtsverletzungen und andere Verbrechen begangen. Tausende Babys und Kleinkinder starben auch wegen mangelnder F&uuml;rsorge. 2015 setzte die irische Regierung eine Kommission ein, die das Geschehen aufkl&auml;ren sollte. Am 12. Januar dieses Jahres erschien der 2865-seitige <a href=\"https:\/\/www.gov.ie\/en\/publication\/d4b3d-final-report-of-the-commission-of-investigation-into-mother-and-baby-homes\/?referrer=http:\/\/www.gov.ie\/en\/campaigns\/2f291-final-report-of-the-commission-of-investigation-into-mother-and-baby-homes\/\">Abschlussreport<\/a>. W&auml;hrend sich der Regierungschef f&uuml;r die historischen Verfehlungen entschuldigte, kam der Report, und die Art, wie er ver&ouml;ffentlicht wurde, sofort unter Beschuss von vielen Seiten. Auch mir dr&auml;ngt sich bei der Lekt&uuml;re des Reports und anderer Berichte das Gef&uuml;hl auf, dass es sich hier um eine Reinwaschung bzw. Verharmlosung handelt. Seit der Ver&ouml;ffentlichung hat es weitere unfassbare Ereignisse in diesem Zusammenhang gegeben. Ein Bericht aus Irland von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nEs sind nun seit der Ver&ouml;ffentlichung des Reports &uuml;ber 6 Wochen vergangen und der Leser m&ouml;ge diese Verz&ouml;gerung entschuldigen. Dieses Thema ist so vielschichtig, dass es eine Weile gedauert hat, bis ich meine Gedanken (einigerma&szlig;en) ordnen konnte. Dies ist ein erster Versuch, dem Thema gerecht zu werden.<\/p><p>Auch als in Irland lebender Deutscher ist mir bewusst, dass man bei der Beschreibung historischer Vorg&auml;nge schnell als im Glashaus sitzender Steinewerfer wahrgenommen werden kann. Es soll hier aber mehr &uuml;ber die Anerkennung der Opfer gehen als um Schuldzuweisungen. Am Ende war es ein Nachbar von mir, der mich ermutigte, diese Geschichte aufzuschreiben, damit auf diese Weise auch von au&szlig;en Druck auf betroffene irische Politiker aufgebaut werden k&ouml;nne.<\/p><p>Es ist mir auch bewusst, dass viele NDS-Leser mit dem Englischen nicht so vertraut sind. Viele der Artikel &uuml;ber diesen Themenkomplex sind allerdings naturgem&auml;&szlig; auf Englisch erschienen und obwohl ich mich bem&uuml;ht habe, auch deutschsprachige Artikel zu finden, werden die meisten der folgenden Links in Englische leiten. Hier kann man sich mit &Uuml;bersetzungsseiten wie <a href=\"https:\/\/www.deepl.com\/translator\">DeepL<\/a> oder <a href=\"https:\/\/praxistipps.chip.de\/webseite-uebersetzen-die-drei-besten-tools_3719\">&Auml;hnlichem<\/a> behelfen.<\/p><p><strong>Historischer &Uuml;berblick<\/strong><\/p><p>Im Jahre 1922 erlangten 26 der 32 irischen Grafschaften als erste Kolonie die Unabh&auml;ngigkeit vom British Empire. Sehr schnell stellte sich die Frage, wie mit au&szlig;erehelich schwanger gewordenen M&auml;dchen und Frauen verfahren werden sollte. Zur damaligen Zeit wurde dies nicht nur in Irland als gro&szlig;e Verfehlung aufgefasst. Diese Frauen waren gesellschaftlich ge&auml;chtet, w&auml;hrend die zu jeder Schwangerschaft geh&ouml;renden M&auml;nner bis zum heutigen Tag eher ungeschoren davongekommen sind. Was im Gewissen der betreffenden V&auml;ter vorging\/vorgeht, steht nat&uuml;rlich auf einem anderen Blatt.<\/p><p>Irland war und ist sehr katholisch gepr&auml;gt, und als 1937 eine neue Verfassung ausgearbeitet wurde, legte der damalige irische Regierungschef Eamon de Valera die Entw&uuml;rfe regelm&auml;&szlig;ig dem sp&auml;teren Catholic Primate of Ireland and Archbishop of Dublin, John Charles McQuaid, vor, der diese dann <a href=\"https:\/\/irishamerica.com\/2020\/07\/devil-women-how-the-church-wrote-the-irish-constitution\/\">&uuml;berarbeitete<\/a>. Die Herrschaft der britischen Kolonialmacht wurde nach und nach durch eine Theokratie ersetzt, wie es ein irischer Bekannter und &Uuml;berlebender einer anderen irischen Institution, der <a href=\"https:\/\/evidenceagainst.blogspot.com\/2006\/05\/baltimore-industrial-school.html\">Industrial School<\/a>, mir gegen&uuml;ber einmal formulierte.<\/p><p>Noch 2019 wurden <a href=\"https:\/\/www.irishtimes.com\/news\/education\/patron-bodies-who-really-controls-your-child-s-school-1.3871501\">90% der irischen Grundschulen<\/a> von der katholischen Kirche geleitet, weitere 5% von der protestantischen Church of Ireland und auch in den restlichen 5% versteckten sich noch weitere konfessionelle Grundschulen in einer <a href=\"http:\/\/www.foras.ie\/en\/about\/ce-muid\/\">irischsprachigen Organisation<\/a>. Der Staat zahlt und die Kirchen bestimmen (mit). Auch bei den weiterf&uuml;hrenden Schulen werden 51% von den beiden Kirchen kontrolliert.<\/p><p>Ein Drittel der weiterf&uuml;hrenden Schulen war 2017 <a href=\"https:\/\/www.irishtimes.com\/news\/education\/majority-of-schools-in-top-flight-are-single-sex-1.3316205?mode=sample&amp;auth-failed=1&amp;pw-origin=https%3A%2F%2Fwww.irishtimes.com%2Fnews%2Feducation%2Fmajority-of-schools-in-top-flight-are-single-sex-1.3316205\">nach Geschlechtern der Kinder getrennt<\/a> und bei den Grundschulen sind 17% der Sch&uuml;ler auf <a href=\"https:\/\/www.thejournal.ie\/poll-single-sex-schools-3793844-Jan2018\/\">solchen Schulen<\/a>. Der Erziehungsminister Ruairi Quinn, der ab 2011 f&uuml;r die Labour-Partei in einer Koalition am Kabinettstisch sa&szlig;, versuchte hier grundlegende Reformen durchzusetzen und den Kirchen die Macht &uuml;ber die Schulen zu entrei&szlig;en. Er scheiterte kl&auml;glich am Widerstand der Profiteure des Status Quo. Andererseits kann man seine Kinder in Irland auch relativ unkompliziert zu Hause unterrichten.<\/p><p>Au&szlig;erdem zeigte sich auch in zwei Referenden der letzten Jahre, dass die Gesellschaft hier sehr viel offener geworden ist. Die gleichgeschlechtliche Ehe und die Streichung eines Verfassungszusatzes, der Abtreibungen verbot, wurden jeweils mit Zweidrittelmehrheit angenommen. Verh&uuml;tungsmittel waren in Irland von 1935 bis 1980 verboten und auch f&uuml;r die n&auml;chsten 10 Jahre wurde der Zugang zur Familienplanung <a href=\"http:\/\/thecircular.org\/overview-contraception-ireland-past-present-papal-influence\/\">restriktiv gehandhabt<\/a>.<\/p><p>Als Irland 1922 ein unabh&auml;ngiger Staat wurde, war es die g&auml;ngige Praxis, unverheiratete, werdende M&uuml;tter in Armenh&auml;usern unterzubringen. Diese Institutionen wurden von den Beh&ouml;rden als untauglich f&uuml;r M&uuml;tter und Kinder angesehen, und andererseits f&uuml;rchtete der Staat, dass diese &bdquo;gefallenen Frauen&ldquo; einen schlechten Einfluss auf die anderen Bewohner der Armenh&auml;user haben k&ouml;nnten. Viele der Frauen waren allerdings auch Opfer von Vergewaltigungen. Der Staat beauftragte daraufhin verschiedene religi&ouml;se Orden mit der Gr&uuml;ndung und Leitung dieser sogenannten &bdquo;Mother and Baby Homes&ldquo;. Das letzte dieser Heime schloss 1998.<\/p><p>Ab dem Jahr 2010 entdeckte die Historikerin Catherine Corless Diskrepanzen zwischen der Zahl der gestorbenen Kinder und der Anzahl der amtlichen Begr&auml;bnisse in einem der Heime und schrieb dar&uuml;ber mehrere Artikel in regionalen Zeitungen. Dies f&uuml;hrte 2017 zur <a href=\"https:\/\/www.thejournal.ie\/catherine-corless-tuam-mother-and-baby-home-3268501-Mar2017\/\">Entdeckung zahlreicher menschlicher &Uuml;berreste<\/a> in einer nicht mehr benutzten Abwasseranlage in dem Heim in Tuam, County Galway. Man sch&auml;tzt, dass dort die sterblichen &Uuml;berreste von ca. 800 Kindern beseitigt wurden. Bis heute haben sich die verschiedenen Regierungen nicht zu einer Umbettung oder einer umfangreichen forensischen Untersuchung durchringen k&ouml;nnen.<\/p><p><strong>Kommission<\/strong><\/p><p>Allerdings f&uuml;hrten diese Berichte zur Einrichtung der <a href=\"http:\/\/www.mbhcoi.ie\/MBH.nsf\/page\/index-en\">Commission of Investigation into Mother and Baby Homes and certain related matters<\/a> (Kommission zur Untersuchung der M&uuml;tter-und-Baby-Heime und bestimmter dazugeh&ouml;riger Angelegenheiten), die 2015 ihre Arbeit aufnahm. Diese Kommission besteht aus 3 Personen, eine davon die Leiterin, <a href=\"http:\/\/www.mbhcoi.ie\/MBH.nsf\/page\/Who%20we%20are-en\">Richterin Yvonne Murphy<\/a>. Die Kommission soll am 28. Februar aufgel&ouml;st werden, aber das ist noch Gegenstand einer hitzigen Debatte. In den f&uuml;nf Jahren ihres Bestehens kostete die Kommission im Durchschnitt 7 Mio. &euro;\/Jahr.<\/p><p>F&uuml;r ihre Nachforschungen bekam die Kommission Einsicht in Regierungsakten, Akten der Grafschafts- und Kommunalverwaltungen, Akten der Kirchen und der religi&ouml;sen Orden, und es wurden 549 Zeitzeugen interviewt und die Gespr&auml;che wurden aufgezeichnet.<\/p><p>Es sollte untersucht werden:<\/p><ul>\n<li>Die Umst&auml;nde, unter denen die alleinstehenden Frauen in die Heime eintraten, wie sie diese wieder verlie&szlig;en und auf welche Art sie an den relevanten Entscheidungen beteiligt wurden.<\/li>\n<li>Die Lebensbedingungen und Organisation der f&uuml;r M&uuml;tter und Kinder n&ouml;tigen Pflege.<\/li>\n<li>Die Sterblichkeit unter M&uuml;ttern und Kindern und Todesursachen im Vergleich mit Frauen und Kindern in der allgemeinen Bev&ouml;lkerung.<\/li>\n<li>Was mit den Toten geschah, wie Todesf&auml;lle registriert wurden, die Art der Bestattung und ob Leichen f&uuml;r Lehrzwecke an Bildungsanstalten geliefert wurden.<\/li>\n<li>Die Einhaltung von Gesetzen und der ethischen Standards w&auml;hrend mehrerer Impfstoff-Studien in einer oder mehreren Institutionen.<\/li>\n<li>Wie Kinder in Heime aufgenommen wurden, wenn deren M&uuml;tter zu dem Zeitpunkt nicht im Heim lebten.<\/li>\n<li>Bei Kindern, die nicht in der Obhut ihre Eltern blieben: Auf welchem Wege diese Kinder die Heime verlie&szlig;en und welche anderen Organisationen hier beteiligt waren. Und besonders: Inwieweit wurde das Wohlergehen und der Schutz der Kinder ber&uuml;cksichtigt, wenn die Kinder in Irland oder im Ausland untergebracht wurden. Inwieweit die M&uuml;tter an diesen Entscheidungen beteiligt wurden, besonders wenn es um deren Zustimmung bei Adoptionen ging. Ob diese Prozeduren frei und wohlinformiert vonstattengingen.<\/li>\n<li>Ob und in welchem Ma&szlig;e es unterschiedliche Behandlung gab, aus Gr&uuml;nden der Religion, Hautfarbe, Zugeh&ouml;rigkeit zum reisenden Volk oder Behinderung.<\/li>\n<\/ul><p>Es wurden diverse Interimsberichte ver&ouml;ffentlicht, die teilweise versp&auml;tet herauskamen, der letzte ist anscheinend noch &uuml;berf&auml;llig, aber mit der Ver&ouml;ffentlichung des Abschlussberichtes auch hinf&auml;llig. Eigentlich sollte die Kommission 2018 ihren Abschlussbericht vorlegen, aber die Zeitspanne wurde zweimal verl&auml;ngert.<\/p><p>Die Untersuchung war auf 14 Mother and Baby Homes und 4 County Homes, die von staatlichen Stellen betrieben wurden, beschr&auml;nkt, obwohl es im Lande viele weitere Institutionen dieser Art gab. Insgesamt ist von bis zu 160 derartigen Heime die Rede.<\/p><p>Im Oktober 2020 entflammte in Irland eine heftige Diskussion, als bekannt wurde, dass die Daten, auf die sich der Abschlussbericht st&uuml;tzt, f&uuml;r 30 Jahre weggeschlossen werden sollten. Die beiden Regierungsparteien, die Konservativen und die Gr&uuml;nen, stimmten f&uuml;r diesen Ansatz. Es war aber auch sehr schwer erkennbar, worum es genau ging, und es sieht so aus, als versto&szlig;e diese Praxis auch gegen europ&auml;ische Datenschutzrichtlinien. Ich hatte aber zu dem Zeitpunkt den Eindruck, als solle die Aufkl&auml;rung irgendwie erschwert werden, obwohl die Regierung das genaue Gegenteil behauptete.<\/p><p><strong>Abschlussbericht &ndash; Final Report<\/strong><\/p><p>Am 12. Januar 2021 wurde der Abschlussbericht der &Ouml;ffentlichkeit vorgelegt. Die &Uuml;berlebenden hatten vorher keine Kopie des Berichts erhalten. Eine Sonntagszeitung, zu der der Report durchgesickert war, ver&ouml;ffentlichte allerdings 2 Tage vor dem Erscheinen Ausz&uuml;ge daraus.<\/p><p>Der Abschlussbericht beschreibt anhand zahlreicher Beispiele die zu untersuchenden Vorg&auml;nge. Der Bericht gliedert sich in insgesamt 40 Kapitel. Am Anfang stehen generelle &Uuml;berblicke und Ergebnisse. Dann gibt es ein Kapitel f&uuml;r jedes der 18 untersuchten Heime und am Ende stehen Kapitel &uuml;ber Sterblichkeit, Adoptionspraktiken und diverse Statistiken. Die Aussagen bzw. die Interpretation der Aussagen der &Uuml;berlebenden, von Angestellten, Nonnen und Nachbarn durch die Kommission finden sich in den jeweiligen Kapiteln.<\/p><p>Hier findet sich eine <a href=\"https:\/\/www.gov.ie\/en\/publication\/22c0e-executive-summary-of-the-final-report-of-the-commission-of-investigation-into-mother-and-baby-homes\/\">Zusammenfassung<\/a> des Abschlussberichts und nachfolgend einige der Kernaussagen:<\/p><ul>\n<li>Insgesamt durchliefen im genannten Zeitraum &uuml;ber 56.000 M&uuml;tter die 18 Institutionen und es wurden dort 57.000 Kinder geboren. In den Heimen starben &uuml;ber 9.000 Kinder, mehr als jedes 7. Kind. Insgesamt war die Sterblichkeit bei Kleinkindern in den Heimen doppelt so hoch wie bei Kindern unverheirateter M&uuml;tter im Landesdurchschnitt. Es wird eine <a href=\"https:\/\/www.irishexaminer.com\/news\/arid-20271563.html\">Vielzahl von Todesursachen<\/a> angegeben.<\/li>\n<li>In Bessborough in Cork starben 1943\/44 82% aller Neugeborenen. Insgesamt starben in Bessborough 923 Kinder, von denen aber nur 64 Gr&auml;ber auffindbar sind. Die Kommission konnte nicht feststellen, wo die anderen 859 Leichen geblieben sind.<\/li>\n<\/ul><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/210223_DSC6941.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/210223_DSC6941.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><ul>\n<li>11,4% der Schwangeren waren beim Eintritt in die Institutionen minderj&auml;hrig. Es war nicht Usus, in diesen F&auml;llen die Polizei einzuschalten.<\/li>\n<li>Das j&uuml;ngste schwangere M&auml;dchen war 12 Jahre alt, die &auml;ltesten Schwangeren waren in ihren 40-ern.<\/li>\n<li>Die Kommission sagt, es habe keinen Zwang von Staat oder Kirche gegeben, in diese Heime zu gehen. Es sei gesellschaftlicher oder famili&auml;rer Zwang gewesen und de facto habe es f&uuml;r die Schwangeren keinen anderen Ausweg gegeben.<\/li>\n<li>Stattdessen behauptet die Kommission, die Frauen h&auml;tten in den Heimen ein (manchmal harsches) Refugium gefunden.<\/li>\n<li>Die Kommission betont, dass die Zeugenaussagen der &Uuml;berlebenden subjektiv und mit Vorsicht zu genie&szlig;en seien, w&auml;hrend &uuml;ber zeitgen&ouml;ssische Untersuchungsberichte, Zeitungsartikel oder sonstige Dokumente keine solche Aussage ins Auge sticht.<\/li>\n<li>An einer Stelle &uuml;ber die Begrenztheit der Aussagen kommt der Begriff &bdquo;kontaminiert&ldquo;. Die Aussagen der Zeugen seien &bdquo;kontaminiert&ldquo;, weil sie mit anderen &Uuml;berlebenden gesprochen h&auml;tten und vielleicht Dinge aus den Medien aufgeschnappt h&auml;tten.<\/li>\n<li>Die Kommission konnte keine Anzeichen f&uuml;r forcierte Adoptionen finden, erkennt aber an, dass es in der Realit&auml;t f&uuml;r die M&uuml;tter keine andere Alternative gab.<\/li>\n<li>Nach ihrem Tod landeten viele Babys auf Seziertischen der Universit&auml;ten und medizinischer Schulen des Landes.<\/li>\n<li>Es wurden Impfstudien mit tausenden von Kindern gemacht. Nachteilige Auswirkungen auf die Gesundheit der Probanden seien nicht bekannt.<\/li>\n<li>Die 1960er Jahre waren das Jahrzehnt mit den meisten Einweisungen.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Aussagen von Zeugen gegen&uuml;ber der Kommission und den Medien<\/strong><\/p><p>Die Aussagen von &Uuml;berlebenden, die ich bisher gelesen habe, sind zum gro&szlig;en Teil sehr schockierend. Es gibt einige Frauen, die sich tats&auml;chlich sicher aufgehoben gef&uuml;hlt haben in ihrem Heim. Der Gro&szlig;teil beschreibt allerdings eine umfassende Hilflosigkeit und Ausweglosigkeit in dieser Situation. Theoretisch h&auml;tten die Frauen die Heime verlassen k&ouml;nnen, aber es gab in der damaligen Gesellschaft tats&auml;chlich keine anderen Orte f&uuml;r sie und es gab F&auml;lle, in denen die Frauen von der Polizei ins Heim zur&uuml;ckgebracht wurden.<\/p><p>1951 versuchte der <a href=\"https:\/\/www.independent.co.uk\/news\/people\/obituary-dr-noel-browne-1262981.html\">damalige Gesundheitsminister No&euml;l Browne<\/a>, ein Mutter-Kind-Gesetz zu verabschieden, das zumindest in der medizinischen Versorgung der M&uuml;tter und Kinder teilweise Abhilfe geschaffen h&auml;tte. Er scheiterte an einer Koalition aus um ihr Einkommen besorgten &Auml;rzten und der katholischen Hierarchie, die eine Liberalisierung der Familienplanung f&uuml;rchtete. Au&szlig;erdem scheint er nicht der diplomatischste aller Minister gewesen zu sein.<\/p><p>Es scheint auch eine Zweiklassengesellschaft gegeben zu haben, in der die &bdquo;Privatpatientinnen&ldquo; aus reichen Familien vom Lande gegen&uuml;ber denen aus &auml;rmeren Milieus in den St&auml;dten bevorzugt wurden. Letztere beschreiben auch durchweg, dass sie w&auml;hrend der Zeit ihres Aufenthaltes schwere Arbeiten verrichten mussten. Die Kommission beschreibt, dass es keinen Arbeitszwang gegeben habe. Der Nachbar, den ich traf, erinnert sich an schwangere Frauen bei der Gartenarbeit auf allen Vieren und an Nonnen, die diese mit St&ouml;cken pieksten. Manche Frauen arbeiteten bis kurz vor der Entbindung und dann auch schon wieder einige Tage danach.<\/p><p>Manche Frauen, die ihr Baby bei der Geburt oder kurz danach verloren, durften\/mussten sich dann um andere Babys k&uuml;mmern bzw. diese f&uuml;ttern. Es wird beschrieben, dass man sich maximal eine halbe Stunde um ein Kind k&uuml;mmern durfte, und eine Mutter beschreibt, wie die Babys ihre Arme ausstreckten, wenn sie in die Wiege zur&uuml;ckgelegt wurden. Es wurde kein Wert darauf gelegt, dass sich eine Bindung zwischen M&uuml;ttern und Kindern entwickelte. Manchen M&uuml;ttern war dies gezwungenerma&szlig;en recht, da sie als alleinerziehende M&uuml;tter nicht in die damalige Gesellschaft gepasst h&auml;tten.<\/p><p>Ein Freund von mir hat die ersten 10 Monate seines Lebens mehr oder weniger alleine in einem der Heime verbracht und er f&uuml;hrt seine Unf&auml;higkeit, Bindungen einzugehen, und Alkohol- und Drogenprobleme auf diese Zeit zur&uuml;ck. Er hat unter seinen Knien diverse Narben, die nach den Angaben anderer &Uuml;berlebender auf Impfversuche hinweisen. Zu der Zeit, in der er in der Institution war, wurden dort von der Wellcome Foundation, sp&auml;ter Glaxo Smith Kline, derartige Versuche unternommen. Er hat bis jetzt noch nicht eindeutig herausfinden k&ouml;nnen, um welche Vakzine es sich handelte. Nach seiner Aussage waren seine Adoptiveltern nicht &uuml;ber diese Versuche informiert und es gab somit auch keine offizielle Nachsorge, von der diese wussten. Insofern klingt die Aussage der Kommission, dass keine Nachwirkungen der Versuche bekannt seien, nicht sehr &uuml;berzeugend, denn wenn man eine m&ouml;gliche Ursache nicht kennt und nicht nachuntersucht, lassen sich auch schwerlich Nebenwirkungen erkennen oder beweisen.<\/p><p>Manche der Schwangeren wurden von ihren Verwandten in die Heime gebracht, andere durch religi&ouml;se &bdquo;Hilfs&ldquo;organisationen. Es herrschte eine umfassende Geheimhaltung.<\/p><p>Die meisten Frauen beschreiben, wie sie beim Eintritt in die Heime alles Pers&ouml;nliche abgeben mussten, inklusive Ihres Namens. Sie erhielten dann einen neuen Namen. Auch Kleider und Schmuck musste man abgeben und es wurde eine unf&ouml;rmige Uniform getragen.<\/p><p>Nach vielen Aussagen wurde die ein- und ausgehende Post von den Institutionen kontrolliert und zensiert, was dazu f&uuml;hrte, dass viele der Frauen nicht mehr an ihre Familien schrieben, weil sie nicht wahrheitsgetreu berichten konnten. Die Frauen berichten von der dr&uuml;ckenden Atmosph&auml;re und dass sie von den Nonnen als S&uuml;nderinnen gesehen und bezeichnet wurden.<\/p><p>Viele der Frauen beschreiben die ungen&uuml;gende Vorbereitung auf die Entbindung. Es gibt Berichte vom v&ouml;lligen Fehlen von medizinischen Untersuchungen und viele der damals sehr jungen Frauen geben an, dass sie &uuml;berhaupt keine Ahnung hatten, was mit der Geburt auf sie zukommt, und dass ihnen dies auch nicht erkl&auml;rt wurde.<\/p><p>In vielen Berichten taucht ein Schweigegebot auf. Viele Frauen bezeichnen dennoch die anderen Frauen als ihren einzigen Halt, da ein Gro&szlig;teil ihrer Familien den Kontakt zu ihnen abgebrochen hatte.<\/p><p>In einigen Aussagen geben Frauen an, dass sie w&auml;hrend der Geburt ans Bett gefesselt wurden. In einem Bericht las ich, dass eine Frau in diesem Zustand stundenlang ganz allein gelassen wurde. Die Berichte sind durchzogen von Aussagen, dass die Frauen aufgefordert wurden, bei der Geburt nicht zu schreien, dass sie ihre Schmerzen erlitten, um f&uuml;r ihre S&uuml;nden zu b&uuml;&szlig;en, und darum auch keine Schmerzmittel verdienten. Viele Frauen beschreiben die Entbindung als die schlimmste und erniedrigendste Erfahrung ihres Lebens.<\/p><p>Oftmals bekamen die neuen M&uuml;tter ihre Kinder &uuml;berhaupt nicht zu Gesicht. Manchmal wurde ihnen erz&auml;hlt, ihr Kind sei gestorben und man k&ouml;nne ihnen das Grab aber auch nicht zeigen. Eine Mutter beschreibt gegen&uuml;ber der Sun-online, dass sie ihr Kind nur bei seiner Taufe gesehen habe und nach diesem Anlass <a href=\"https:\/\/www.thesun.co.uk\/news\/10914539\/irelands-evil-mother-baby-homes-raped-abused\/\">vom Priester vergewaltigt<\/a> wurde.<\/p><p>Man m&ouml;chte manche dieser Geschichten als &Uuml;bertreibungen abtun, aber leider ergibt sich aus vielen der fr&uuml;heren Untersuchungen, die sich mit klerikalem und institutionellem (Kindes)missbrauch besch&auml;ftigen, ein &auml;hnlich verst&ouml;rendes Bild. Ausnahmslos alle Iren, mit denen ich &uuml;ber diese Themen sprach, halten in dieser Richtung nichts f&uuml;r unm&ouml;glich. Viele sind sichtlich schockiert oder gereizt, weil es Erinnerungen an die eigene Jugend wachruft. Die <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/world-europe-32887584\">Pr&uuml;gelstrafe in der Schule<\/a> wurde in Irland 1982 abgeschafft und wird seit 1996 strafrechtlich verfolgt. Das Schlagen der eigenen Kinder ist erst seit 2015 komplett verboten.<\/p><p>Nach den Aussagen vieler M&uuml;tter sind viele der kleinen Kinder an Hunger und Vernachl&auml;ssigung gestorben. Viele der Frauen berichten auch von ihrem eigenen permanenten Hunger und dass die Nonnen ein anderes, besseres Essen zu sich genommen h&auml;tten.<\/p><p>Es gibt Aussagen &uuml;ber den Druck, der auf die M&uuml;tter aufgebaut wurde, damit sie ihre Kinder zur Adoption freigeben. Terry Healey berichtet, dass sie einige Tage nach der Geburt einen Anruf von einem Dubliner Priester bekam, der ihr nahelegte, ihren Sohn adoptieren zu lassen. <a href=\"https:\/\/www.irishexaminer.com\/opinion\/commentanalysis\/arid-30846930.html\">Sie sagte ihm<\/a>, er solle &bdquo;sich verficken&ldquo; und sie &bdquo;in Ruhe lassen&ldquo;. Sie beschreibt, dass sie wie eine L&ouml;win um ihren Sohn k&auml;mpfte. Au&szlig;erdem weist sie die Behauptung der Kommission zur&uuml;ck, dass es keine erzwungenen Adoptionen gegeben habe.<\/p><p>Eine Frau sagt gegen&uuml;ber dem Irish Examiner, dass sie gezwungen worden sei, die Geburtsurkunde ihres Kindes mit falschem Namen zu unterschreiben. Sie war sehr jung und erinnert sich so genau daran, weil sie nachfragen musste, wie der falsche Name zu buchstabieren sei.<\/p><p>Manche &Uuml;berlebende behaupten, es habe ein schwunghafter Handel mit Babys in Richtung USA existiert. Andere Zeugen bezweifeln, dass alle der f&uuml;r tot erkl&auml;rten Babys auch wirklich tot sind, und dass auch hiervon ein Teil den Weg in die USA genommen h&auml;tte.<\/p><p>Der Bessborough-Nachbar sagte mir auch, dass seiner Meinung nach alles m&ouml;glich sei, was den Verbleib der Babys und Kleinkinder betrifft. Er erw&auml;hnte auch Armengr&auml;ber im St. Finbars Friedhof, und dass man die Babys zusammengefaltet habe, um sie dann mit mittellosen Verstorbenen zu begraben.<\/p><p>Vielleicht handelt es sich um eine Mischung der verschiedenen M&ouml;glichkeiten: Armengrab, illegale Adoption, Lieferung an eine Universit&auml;t f&uuml;r medizinische Untersuchung und Begr&auml;bnis im namenlosen Grab auf dem Gel&auml;nde der jeweiligen Institution. Die Aussagen k&ouml;nnten sicher Stoff f&uuml;r weitere Artikel sein.<\/p><p>Reaktionen und Kommentare auf den Abschlussbericht und die Begleitumst&auml;nde der Ver&ouml;ffentlichung<\/p><p>Der Regierungschef Michael Martin TD entschuldigte sich im Namen der Regierung und betonte, dass es die Gesellschaft und die Familien gewesen seien, die die werdenden M&uuml;tter in diesen Institutionen weggesperrt h&auml;tten. Die Regierung plant keine Entsch&auml;digung f&uuml;r die Opfer oder polizeiliche Ermittlungen zu den Vorf&auml;llen. Die unabh&auml;ngige Abgeordnete und stellvertretende Parlamentspr&auml;sidentin Catherine Connolly TD <a href=\"https:\/\/www.galwaydaily.com\/news\/watch-catherine-connolly-slates-government-and-mother-baby-homes-report\/\">kritisierte den Bericht<\/a> und die Art der Entschuldigung scharf.<\/p><p>Es seien nicht sie oder ihre Familie gewesen, die diese Frauen eingesperrt h&auml;tten. Der Staat habe diese Einrichtungen in Auftrag gegeben und f&uuml;r die Unterbringung der M&uuml;tter und Kinder bezahlt. Die Grafschaftsversammlung von Galway habe im Geb&auml;ude des Heims in Tuam, wo wahrscheinlich die sterblichen &Uuml;berreste von 800 Kindern im Abwassertank liegen, offizielle Treffen abgehalten. Sie kritisierte die 3 &bdquo;unweisen M&auml;nner&ldquo; (Regierungschef, Vizepremier und Familienminister) daf&uuml;r, dass die &Uuml;berlebenden den Bericht nicht erhalten haben, bevor dieser an Presse und &Ouml;ffentlichkeit ging.<\/p><p>Sie fuhr fort: &bdquo;Entweder glauben wir den Frauen oder nicht. Wenn wir ihnen nicht glauben, f&uuml;gen wir ihnen gro&szlig;en Schmerz zu &ndash; sie hatten immer Angst, dass man ihnen nicht glauben w&uuml;rde. Also nutze ich meine wenigen Minuten (Redezeit; Anm. MM) hier, um zu sagen, dass ich den &Uuml;berlebenden absolut glaube&ldquo;, sagte sie.<\/p><p>Weiterhin merkte sie an, der Bericht sei unprofessionell und inkonsistent geschrieben. Aussagende w&uuml;rden manchmal als &bdquo;Personen&ldquo;, dann als &bdquo;Zeugen&ldquo;, dann als &bdquo;andere Zeugen&ldquo; erscheinen. Dar&uuml;ber hinaus sagte sie dies: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Es waren nicht die Geschichten, die mich aufgew&uuml;hlt haben. Es ist das Narrativ, welches von den Machthabenden in diese Geschichten gelegt wird. Was einem aus den Ausz&uuml;gen ihrer (der &Uuml;berlebenden; MM) Aussagen entgegenspringt, ist das v&ouml;llige Fehlen jeglichen Wissens &uuml;ber Sexualit&auml;t. Ganz zu schweigen von sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung. Dann schaut man sich die Schlussfolgerungen der Kommission an, und sie sagen uns, dass es keine Beweise daf&uuml;r gab, dass Frauen gezwungen wurden, in Mutter-und-Baby-Heime zu gehen. Das ist f&uuml;r mich au&szlig;ergew&ouml;hnlich, denn es steht in keinem Zusammenhang mit den Aussagen der Frauen und M&auml;nner, die sich gemeldet haben; wie sie diese Schlussfolgerung ziehen konnten, ist jenseits, jenseits meiner Vorstellungskraft.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Sie stimmte auch nicht mit der Aussage des Berichts &uuml;berein, dass die Kommission keine Beweise f&uuml;r Zwangsadoptionen gefunden hat, und sagte: &bdquo;Das stimmt &uuml;berhaupt nicht mit den Aussagen der Frauen und M&auml;nner &uuml;berein.&ldquo; In <a href=\"https:\/\/twitter.com\/rtetwip\/status\/1350785814540800002\">diesem Interview<\/a> geht Catherine Connolly auf die Art des Berichtes ein und zeigt sich entsetzt &uuml;ber den Begriff &bdquo;kontaminiert&ldquo; im Zusammenhang mit den Aussagen der &Uuml;berlebenden.<\/p><p>Auch mir fiel auf, dass der Bericht in weiten Teilen sehr unverst&auml;ndlich geschrieben ist. Oft sind Nebens&auml;tze so angeordnet, dass die Bez&uuml;ge unklar bleiben. Ich wei&szlig; als Journalist selbst, wie schwierig es ist, sich verst&auml;ndlich auszudr&uuml;cken, aber bei einer Publikation, deren Produktion 30 Mio. &euro; gekostet hat, w&uuml;rde ich schon erwarten, dass mehr Sorgfalt auf Verst&auml;ndlichkeit gelegt wird.<\/p><p>Wenn man sich die PDFs des Reports oder einzelner Kapitel herunterl&auml;dt, so haben diese ausnahmslos Dateinamen, die nur aus unverst&auml;ndlichen Nummern bestehen und keine Bezeichnung z.B. der Kapitel. Das ist nicht sehr nutzerfreundlich, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich bei den &Uuml;berlebenden zumeist um &auml;ltere Personen handelt, die, wenn &uuml;berhaupt, erst sp&auml;t im Leben den Umgang mit Computern erlernt haben. Hier k&ouml;nnte der Staat, der in Zukunft die Daten aufbewahrt, einfach Abhilfe schaffen.<\/p><p>Man bekommt beim Lesen des Reports den Eindruck, sobald in den Akten etwas Negatives erschien, hat die Kommission etwas angef&uuml;gt, das dies wieder ausbalanciert. Auch bei den Aussagen der Zeugen werden in Fu&szlig;noten oft Zweifel zu Details ges&auml;t. Die Aussagen der Zeugen (siehe unten) decken sich vom Grundton &uuml;berhaupt nicht mit dem, was die Kommission sonst zusammengetragen hat.<\/p><p>Meine Skepsis erreichte 100 Prozent, als ich auf der zweiten Seite des Reports den folgenden Satz las:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;<strong>Women<\/strong> were admitted to mother and baby homes and county homes because <strong>they failed<\/strong> to secure the support of their family and the father of their child.&ldquo; (Fettung MM) &bdquo;<strong>Frauen<\/strong> wurden in Mutter-und-Baby-Heime und Bezirksheime eingewiesen, weil sie dabei <strong>versagten<\/strong>, die Unterst&uuml;tzung ihrer Familie und des Vaters ihres Kindes sicherzustellen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Das aktive Versagen wird hier also den schwangeren Frauen zugewiesen statt deren Familien oder denen, die am Zustandekommen der Schwangerschaft zumindest beteiligt waren (von Vergewaltigungen einmal v&ouml;llig abgesehen).<\/p><p>Wenn man sich dann noch an drei Abs&auml;tze vorher erinnert, dass n&auml;mlich 11,4% der Schwangeren minderj&auml;hrig waren, dann macht der genannte Satz &uuml;berhaupt keinen Sinn mehr. Bei Minderj&auml;hrigen ist es nicht die Frage, dass die Kinder die &bdquo;Unterst&uuml;tzung ihrer Familien (hier: Eltern) sicherstellen&ldquo; m&uuml;ssten. Hier gilt die F&uuml;rsorgepflicht der Eltern ohne Wenn und Aber, auch wenn das im Einzelfall schwierig sein kann. Es wundert mich, dass dies den Juristen der Kommission nicht aufgefallen ist. Ich bin selbst kein Jurist, aber ich w&uuml;rde einen solchen Satz f&uuml;r anfechtbar halten.<\/p><p>Zu dem Punkt, dass es keinen Zwang von Staat und Kirche gegeben habe und dass es Gesellschaft und Familie gewesen seien, die die Frauen in die Heime gezwungen h&auml;tten, w&uuml;rde ich einwenden, dass die Gesellschaft und der Staat ja sehr stark vom Katholizismus gepr&auml;gt waren und dieser das repressive Klima zum gro&szlig;en Teil miterschaffen hat. Die Reaktionen der heutigen Politiker in Irland lassen sich wohl auch dadurch erkl&auml;ren, dass die ihnen in der Kindheit eingeimpfte Angst vor Priestern und Nonnen weiter anh&auml;lt. Wenn man bedenkt, dass dies die sechste oder siebte Untersuchung ist, die unglaubliche Verbrechen religi&ouml;ser W&uuml;rdentr&auml;ger ans Licht bringt, so l&auml;sst sich die Reverenz, die diesen immer noch erwiesen wird, nicht anders erkl&auml;ren.<\/p><p>Irland steht mit dieser Kontinuit&auml;t nat&uuml;rlich nicht allein da. In Deutschland blieben Nazis oder Mitl&auml;ufer auch bis in die 1970er Jahre in Amt und W&uuml;rden und pr&auml;gten Institutionen wie die Bundeswehr und den BND zumindest mit.<\/p><p>Dass sich jetzt die religi&ouml;sen Orden in ihren Entschuldigungen als die Helfer der schutzsuchenden Frauen darstellen d&uuml;rfen, ist f&uuml;r die &Uuml;berlebenden schwer verst&auml;ndlich. Nat&uuml;rlich hat es auch mitf&uuml;hlende Nonnen gegeben, welche den Frauen echte Hilfe zukommen lie&szlig;en, aber das Gesamtbild sieht doch anders aus, wenn man die Aussagen der Frauen liest und h&ouml;rt.<\/p><p>Was in der Debatte allerdings gar nicht vorkommt, ist die Frage, wie freiwillig viele der Nonnen und auch Priester ihren Weg selber gew&auml;hlt haben. Als ich mich vor einigen Wochen auf dem Gel&auml;nde des Bessborough-Heims umschaute, begegneten mir zwei M&auml;nner aus der Nachbarschaft. Der eine, der dort seit 65 Jahren, also wohl von Geburt an, wohnte, erz&auml;hlte mir unter anderem, dass es &uuml;blich gewesen sei, dass der Priester zu Familien zu Besuch kam und Nachwuchs f&uuml;r die Priesterschaft und (Nonnen-)Kl&ouml;ster bestimmte. Bei anderen m&ouml;gen wirtschaftliche Erw&auml;gungen und Zw&auml;nge eine Rolle gespielt haben, diesen Lebensweg einzuschlagen, oder es waren religi&ouml;se Motive und Angst vor Teufel und S&uuml;nde.<\/p><p>Hier trafen also vielleicht Opfer auf andere Opfer. Einer Nonne, welche ihr Gel&uuml;bde abgelegt hat, erschienen Frauen, die sich &uuml;ber gesellschaftliche Konventionen hinweggesetzt hatten oder ihrer Natur freien Lauf lie&szlig;en, oder die ihnen als solche erschienen, vielleicht bedrohlich f&uuml;r ihr eigenes Weltbild. Schlimm sind so z.B. die Schilderungen im Report, wo die Nonnen ein 15-j&auml;hriges Vergewaltigungsopfer als S&uuml;nderin behandeln. So schilderte die Frau ihre Erfahrung zumindest der Kommission.<\/p><p>Die ehemalige irische Pr&auml;sidentin Mary McAleese sagte Folgendes: &bdquo;Die Kirche war neben einem unterw&uuml;rfigen Staat h&ouml;chst mitschuldig. Der Bericht zeigt, wie leicht es war, Frauen und Kinder engen, l&auml;cherlichen Vorstellungen von Sexualmoral zu opfern. Alle christlichen Kirchen werden in dem Bericht als verwickelt dargestellt, aber die katholische Kirche hat unter den ungebildeten Menschen eine Kultur der Angst verbreitet. Sie sagte diesen nachdr&uuml;cklich, dass sie durch die Taufe verpflichtet seien, der Lehre ihrer Kirche zu gehorchen und ein Leben lang Mitglied dieser Kirche zu bleiben. Vom ersten Tag an wurde also ihr Recht auf Information und ihre Meinungsfreiheit beschnitten &ndash; sie mussten den Bisch&ouml;fen gehorsam sein.&ldquo; Ihre Kritik richtet sich mehr gegen die genannten Institutionen und nicht gegen den Bericht an sich.<\/p><p>Die Coalition of Mother And Baby Home Survivors bezeichnete den <a href=\"https:\/\/www.irishexaminer.com\/news\/arid-40205747.html\">Bericht als unvollst&auml;ndig<\/a> und sagte, es gebe &bdquo;starke Beweise f&uuml;r physischen und emotionalen Missbrauch&ldquo; und dass &bdquo;Frauen dazu gebracht wurden, B&ouml;den und Treppen zu schrubben und zu Sklavenarbeit herangezogen wurden und auch w&auml;hrend der Geburt entsetzlich behandelt wurden, indem ihnen &Auml;rzte, medizinische Ger&auml;te und schmerzstillende Medikamente verweigert wurden. Aus dem Bericht geht klar hervor, dass die M&uuml;tter und Kinder in den Heimen unter groben Menschenrechtsverletzungen litten; tats&auml;chlich war das, was geschah, geradezu kriminell.&ldquo;<\/p><p>Die betroffenen religi&ouml;sen Orden entschuldigten sich f&uuml;r das Geschehene, betonten aber teilweise auch, dass sie nur auf Anweisung des Staates gehandelt h&auml;tten und dass sie den Frauen im damaligen gesellschaftlichen Klima eine Obhut gegeben h&auml;tten. Die Bons-Secours-Schwestern k&uuml;ndigten auch an, sich an eventuellen Entsch&auml;digungen f&uuml;r die &Uuml;berlebenden zu beteiligen. Der Staat nennt in diesem Zusammenhang nur Minimall&ouml;sungen.<\/p><p>Was mich wundert bzw. ich h&auml;tte mir gew&uuml;nscht, dass die Kommission mehr Druck ausge&uuml;bt h&auml;tte auf die Personen, die m&ouml;glicherweise etwas &uuml;ber den Verbleib der Babys wissen. Sich mit Schulterzucken &uuml;ber das Verschwinden von 859 Babys allein in Bessborough\/Cork hinwegzusetzen, kann eigentlich nicht genug sein.<\/p><p>Es ist zwar schon viel Zeit vergangen, seitdem der Gro&szlig;teil dieser Kinder verschwand, aber trotzdem sollte es f&uuml;r Kriminologen oder Forensiker m&ouml;glich sein, hier eine Spur zu finden. Nicht um zu bestrafen, sondern damit Angeh&ouml;rige dieser Kinder Gewissheit haben, was mit diesen Kindern passiert ist, oder wenigstens das Gef&uuml;hl, dass sich der Rest der Gesellschaft um diese Frage k&uuml;mmert.<\/p><p><strong>Geschehnisse seit Erscheinen des Abschlussberichts<\/strong><\/p><p>Der Orden, <a href=\"http:\/\/www.sacredheartsjm.org\/\">The Sisters of the Sacred Hearts of Jesus and Mary<\/a> mit Sitz in Chigwell, England, welcher das Bessborough Home in Cork City bis 1998 betrieb, hat zwischenzeitlich einen Teil seiner Liegenschaften an private Investoren verkauft, die hier Wohnungen bauen wollten. Nach dem Platzen der irischen Celtic-Tiger-Immobilienblase 2008 zerschlugen sich diese Pl&auml;ne. Im Oktober 2020 wurde ein neuer Bauantrag gestellt. Die <a href=\"https:\/\/twitter.com\/Lost900Bessboro\">Cork Survivors &amp; Supporters Alliance (CSSA)<\/a> hatte dagegen Einspruch erhoben, weil sie vermutete, dass sich auf dem Gel&auml;nde die Gr&auml;ber der verschwundenen Kinder befinden. Auf einigen Landkarten ist hier ein Kinder-Beerdigungs-Gel&auml;nde verzeichnet.<\/p><p>Es liegt auch direkt neben einem kleinen Friedhof, auf dem sich die Grabsteine\/Grabkreuze von ca. 20 Nonnen und 4 Kleinkindern befinden. Das neueste Grab ist von 1994, dem Jahr, in dem ich mich in Irland niederlie&szlig;. Auf dem Gel&auml;nde begegnete ich auch dem auskunftswilligen Nachbarn. Er erz&auml;hlte mir, dass dort fr&uuml;her Obstb&auml;ume gestanden h&auml;tten und viel Gem&uuml;se angebaut wurde. Heute ist hier eine Art Industriebrache mit der vor 15 Jahren gebauten Erschlie&szlig;ungsstra&szlig;e, die sich langsam wieder aufzul&ouml;sen scheint, und einigen Erdh&uuml;geln, die von privaten und offiziellen Grabungen nach den sterblichen &Uuml;berresten zeugen. Das Ganze wird gekr&ouml;nt von drei ausgebrannten rostroten Autowracks, die mit Unmengen von leeren Bierdosen garniert sind. Im Hintergrund ist das sogar im Lockdown auf h&ouml;chster Alarmstufe sehr laute, permanente Rauschen der Stadtautobahn zu h&ouml;ren.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/210223_DSC6949.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/210223_DSC6949.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Mit dem andauernden L&auml;rm ist dies immer noch kein Ort f&uuml;r Wohnungen, in denen Kinder aufwachsen sollen. Zum Gl&uuml;ck kam vor einigen Wochen die Meldung, dass der Bauantrag im Moment abgelehnt wurde. Es gibt schon unz&auml;hlige Eichenb&auml;umchen, die dem Platz in den kommenden Jahrzehnten etwas Ruhe zur&uuml;ckgeben k&ouml;nnten.<\/p><p>Was allerdings f&uuml;r Unruhe auf politischer B&uuml;hne sorgte, war die Meldung, dass die Kommission die Tonaufzeichnungen der Gespr&auml;che mit den 549 Zeugen schon im Sommer letzten Jahres vernichtet hatte. Die Diskussion vom letzten Oktober um die Wegsperrung der Daten schien also sinnlos und Makulatur. Die Kommission begr&uuml;ndete diesen Schritt damit, dass der Datenschutz der Zeugen gew&auml;hrleistet sein m&uuml;sse. Die Kommission behauptet, dass den Zeugen gesagt wurde, dass ihre Aussagen nach der Auswertung vernichtet w&uuml;rden. Die Zeugen verneinen dies und es gibt wohl auch keine Einverst&auml;ndniserkl&auml;rung der Zeugen zur Vernichtung der Tonaufzeichnungen. Diese Vernichtung verst&ouml;&szlig;t gegen EU-Datenschutzrecht und wird auch dadurch pikant, dass viele der Zeitzeugen sich durch die Interpretation ihrer Aussagen im Abschlussbericht falsch repr&auml;sentiert f&uuml;hlen.<\/p><p>Die Nachricht &uuml;ber die Vernichtung der Aufzeichnungen f&uuml;hrte zu scharfen Reaktionen von Oppositionspolitikern und die Social Democrats verlangten eine <a href=\"https:\/\/waterford-news.ie\/2021\/02\/21\/government-under-pressure-to-allow-vote-to-extend-mother-and-baby-homes-commission\/\">Verl&auml;ngerung der Laufzeit der Kommission<\/a> um ein weiteres Jahr. Nach der Aufl&ouml;sung k&ouml;nnen die Mitglieder der Kommission nicht mehr f&uuml;r das ganze Verfahren belangt werden. Ein Parlamentarier nannte es &bdquo;in Richtung Sonnenuntergang segeln&ldquo;. Auf der Twitterseite der CSSA kann man aber sehen, dass dieser Vorschlag nicht bei allen auf Gegenliebe st&ouml;&szlig;t und Probleme des t&auml;glichen Lebens &Uuml;berlebenden wichtiger erscheinen.<\/p><p>Dieser <a href=\"https:\/\/www.rte.ie\/news\/2021\/0224\/1199007-mother-and-baby-homes\/\">Artikel auf RTE<\/a> beschreibt, dass die Regierung trotz einer gegenteiligen Abstimmung die Laufzeit der Kommission nicht verl&auml;ngern will, und schlie&szlig;t damit, dass, wenn die Kommission abgewickelt ist, die Opfer eine Medical Card (freie medizinische Versorgung) erhalten k&ouml;nnen. Ich frage mich, warum diese Menschen nicht auch eine Medical Card erhalten k&ouml;nnen, w&auml;hrend die Kommission sich noch verantworten muss.<\/p><p>Am 23. Februar wurde dann bekannt, dass die doch noch aufgetauchten Sicherheitskopien der Tonaufzeichnungen tats&auml;chlich auch abspielbar sind. Hoffentlich passiert nicht wieder versehentlich etwas mit diesen Datentr&auml;gern, wenn die Kommission am 28. Februar abtritt &hellip;<\/p><p><strong>Wohin?<\/strong><\/p><p>Die ganze Geschichte scheint mit dem Abschlussbericht keineswegs ausgestanden oder ausreichend gekl&auml;rt. Viele der &Uuml;berlebenden warten immer noch auf Zugang zu ihren Akten, die am Sonntag in die Verantwortung des Familienministeriums &uuml;bergehen. Man wird dem zust&auml;ndigen Minister Roderick O&lsquo;Gorman TD genau auf die Finger schauen m&uuml;ssen.<\/p><p>Im Grunde genommen k&ouml;nnte man eine neuerliche Untersuchung damit beauftragen, diese gewisserma&szlig;en gescheiterte Kommission zu untersuchen. Vielleicht kann man aber auch die Tonaufzeichnungen der Opfer, die dazu bereit sind, auf eine Art und Weise verwenden, die den Aussagen und dem Gedenken an die Opfer wirklich gerecht zu werden versucht.<\/p><p>Trotz der beschriebenen Trag&ouml;dien sind die Menschen hier in Irland erstaunlich guter Dinge, als wollten sie Zeugnis ablegen von der Widerstandskraft des Guten in unserer menschlichen Natur, und es ist nach wie vor ein Land, in dem man sich heutzutage relativ frei f&uuml;hlen kann. Das l&auml;sst auch f&uuml;r die Zukunft hoffen.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/210223_DSC6958.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/210223_DSC6958.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Hier noch einige Artikel zum Thema:<\/p><ul>\n<li><a href=\"https:\/\/taz.de\/Katholische-Mother-and-Baby-Homes\/!5739051\/\">taz.de\/Katholische-Mother-and-Baby-Homes\/!5739051\/<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2021\/04\/kinderheime-katholische-kirche-irland-skandal-aufarbeitung\">zeit.de\/2021\/04\/kinderheime-katholische-kirche-irland-skandal-aufarbeitung (hinter der Bezahlschranke)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/tausende-kinder-starben-in-irischen-heimen\/a-56207950%20\">dw.com\/de\/tausende-kinder-starben-in-irischen-heimen\/a-56207950 <\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.echtemamas.de\/du-bist-dreck-unfassbare-zustaende-in-irlands-mutter-kind-heimen\/\">echtemamas.de\/du-bist-dreck-unfassbare-zustaende-in-irlands-mutter-kind-heimen\/ <\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.irishcentral.com\/news\/irelands-mother-and-baby-homes\">irishcentral.com\/news\/irelands-mother-and-baby-homes<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.independent.ie\/regionals\/wicklowpeople\/news\/bethany-home-survivors-should-be-part-of-redress-40071783.html%20\">independent.ie\/regionals\/wicklowpeople\/news\/bethany-home-survivors-should-be-part-of-redress-40071783.html <\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.politico.eu\/article\/ireland-aghast-at-destruction-of-testimony-on-unwed-mother-children-homes\/?utm_medium=Social&amp;utm_source=Twitter#Echobox=1613594058%20\">politico.eu\/article\/ireland-aghast-at-destruction-of-testimony-on-unwed-mother-children-homes\/?utm_medium=Social&amp;utm_source=Twitter#Echobox=1613594058 <\/a><\/li>\n<\/ul><p>Titelfoto: Bessbourough House, Cork City \/ Alle Fotos &copy; Moritz M&uuml;ller<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von 1922 bis 1998 operierten in Irland sogenannte Mother and Baby Homes, in denen unverheiratete schwangere Frauen und M&uuml;tter mit ihren Kindern untergebracht wurden. Zum gro&szlig;en Teil wurden diese Heime von religi&ouml;sen Orden betrieben. Der irische Staat zahlte in den meisten F&auml;llen f&uuml;r die Unterbringung, aber es gab auch Privat-Patienten. In diesen Heimen wurde nach<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70314\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":70315,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[167,199,20],"tags":[3039,2113,1112,2129,2564,691,2911,305,2859,545],"class_list":["post-70314","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-familienpolitik","category-kirchen-religionen","category-landerberichte","tag-adoption","tag-alleinerziehende","tag-buergerrechte","tag-geheimhaltung","tag-gewalt","tag-irland","tag-kinderrechte","tag-menschenrechte","tag-menschenversuche","tag-sexueller-missbrauch"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/210223_DSC6962.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/70314","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=70314"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/70314\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":70318,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/70314\/revisions\/70318"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/70315"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=70314"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=70314"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=70314"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}