{"id":70325,"date":"2021-03-02T09:00:33","date_gmt":"2021-03-02T08:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70325"},"modified":"2021-03-08T07:34:22","modified_gmt":"2021-03-08T06:34:22","slug":"feindbild-aufbau-des-spiegel-das-wird-noch-schlimmer-enden-als-beispielsweise-am-1-maerz-1945-in-bruchsal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70325","title":{"rendered":"Feindbild-Aufbau des \u201eSpiegel\u201c &#8211; das wird noch schlimmer enden als beispielsweise am 1. M\u00e4rz 1945 in Bruchsal"},"content":{"rendered":"<p>Heute muss ich zwei Ereignisse kombinieren, die scheinbar weit auseinanderliegen und doch so viel miteinander zu tun haben: Ein Artikel von drei Spiegel-Redakteuren <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/rt-deutsch-so-paktiert-putins-propagandasender-mit-linkspartei-und-afd-a-e4884aed-0002-0001-0000-000175912889\">&uuml;ber das russische Medium RT DE und die dort Besch&auml;ftigten<\/a> und <a href=\"https:\/\/bnn.de\/kraichgau\/bruchsal\/bombenangriff-auf-bruchsal-vor-76-jahren-fotosammlung-dokumentiert-die-ruinenstadt\">einen Bericht der BNN (Badische Neueste Nachrichten)<\/a> &uuml;ber den t&ouml;dlichen Bombenangriff auf Bruchsal vor 76 Jahren. Mit beiden Vorg&auml;ngen verbinde ich pers&ouml;nlich etwas. Beim Angriff auf Bruchsal war ich knapp 7 Jahre alt; wir hatten Verwandte in Bruchsal; mein Heimatdorf lag 34 km davon entfernt und wir sahen in der Nacht den roten Himmel. Einige der vom &bdquo;Spiegel&ldquo; pauschal geschm&auml;hten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von RT DE kenne ich pers&ouml;nlich. Die Hetze des &bdquo;Spiegel&ldquo; ist unberechtigt. Sie wird, wie vieles, was zurzeit bei uns abl&auml;uft, die Konfrontation mit Russland versch&auml;rfen. Unser Volk wird durch solche Artikel aufgehetzt und es wird verdr&auml;ngt, was Krieg bedeutet. Mit jedem dieser und &auml;hnlicher Artikel w&auml;chst die Konfrontation und die Kriegsgefahr. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5883\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-70325-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210305-Feindbild-Aufbau-des-Spiegel-das-wird-noch-schlimmer-enden-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210305-Feindbild-Aufbau-des-Spiegel-das-wird-noch-schlimmer-enden-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210305-Feindbild-Aufbau-des-Spiegel-das-wird-noch-schlimmer-enden-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210305-Feindbild-Aufbau-des-Spiegel-das-wird-noch-schlimmer-enden-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=70325-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210305-Feindbild-Aufbau-des-Spiegel-das-wird-noch-schlimmer-enden-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"210305-Feindbild-Aufbau-des-Spiegel-das-wird-noch-schlimmer-enden-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><ol type=\"A\">\n<li><strong>So war der letzte Krieg in D. &ndash; Ein Atomkrieg ist noch schlimmer<\/strong><br>\nDiese im gestrigen Artikel der BNN geschilderte Bombardierung der badischen Stadt Bruchsal steht f&uuml;r viele &auml;hnlich dramatische Ereignisse und f&uuml;r das Leiden im Krieg, w&ouml;rtlich:\n<p><strong>Bombardierung am 1. M&auml;rz<\/strong><br>\n<strong><a href=\"https:\/\/bnn.de\/kraichgau\/bruchsal\/bombenangriff-auf-bruchsal-vor-76-jahren-fotosammlung-dokumentiert-die-ruinenstadt\">Bombenangriff auf Bruchsal vor 76 Jahren: Fotosammlung dokumentiert die Ruinenstadt<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Am 1. M&auml;rz 1945 wurde Bruchsal durch Bomben weitgehend zerst&ouml;rt. Eine Woche nach Pforzheim. Jahrelang blieb auch Bruchsal Ruinenstadt. Der Fotograf Carl Ohler hat sie eindrucksvoll und systematisch dokumentiert.<\/p>\n<p>Am sch&ouml;nen Fr&uuml;hlingstag des 1. M&auml;rz 1945 hielt sich Carl Ohler nicht in seinem Fotogesch&auml;ft in der W&ouml;rthstra&szlig;e auf. Der 57-J&auml;hrige war in diesen letzten Wochen vor Kriegsende mit n&auml;hernder Front zu Arbeiten au&szlig;erhalb der Stadt verpflichtet. So entging er dem Inferno, das er von erh&ouml;hter Stelle aus fassungslos beobachtete. Dieser Zweite Weltkrieg war l&auml;ngst verloren f&uuml;r Deutschland und doch lie&szlig;en die Nazis ohne R&uuml;cksicht auf die Bev&ouml;lkerung weiter k&auml;mpfen. Besonders schlimm litt sie unter dem Luftkrieg.<\/p>\n<p>Am fr&uuml;hen Nachmittags jenes Bruchsaler Schicksalstages warfen &uuml;ber 100 amerikanische Flugzeuge ihre t&ouml;dliche Fracht &uuml;ber der Kreisstadt ab. Der Bahnhof und Industriebetriebe konnten als milit&auml;rische Ziele gelten. Aber rund 900 Sprengbomben und 50.000 Stabbrandbomben verwandelten in 40 Minuten &uuml;ber drei Viertel der Stadt in eine t&ouml;dliche H&ouml;lle.<\/p>\n<p>Sobald es m&ouml;glich war, sich durch die rauchende und hei&szlig;e Stadt zu bewegen, machte sich Ohler wie viele Andere auf, seine Angeh&ouml;rigen zu suchen. Er hatte &uuml;berlebt, aber zu welchem Preis? Im Keller seines Hauses fand er seine zweite Frau, zwei T&ouml;chter und Mitarbeiter des Gesch&auml;fts &ndash; alle tot. Erstickt im vermeintlichen Rettungsraum, weil gegen das von Bomben entfachte 2.000 Grad hei&szlig;e Feuer kein Schutz m&ouml;glich ist.<\/p>\n<p><strong>Von 1.000 Toten ersticken viele im Keller<\/strong><\/p>\n<p>600 Bruchsaler Einwohner starben durch jenen Nachmittagsangriff, au&szlig;erdem 400 dort Arbeitende oder Soldaten. Von den &uuml;ber 1.000 Kriegstoten waren 400 Frauen und 200 Jugendliche. &bdquo;Unter dem wenigen, was mein Vater retten konnte, waren zwei Badem&auml;ntel. Mit denen bedeckte er am Abend die Toten.<br>\n&hellip;<\/p><\/li>\n<li>\n<strong>Haben wir aus der Kriegserfahrung gelernt? <\/strong>\n<p>Haben wir gelernt, dass wir uns mit unseren Nachbarn vertragen m&uuml;ssen, wenn wir &uuml;berleben wollen? Gilt noch der Kernsatz der Regierungserkl&auml;rung Willy Brandts von 1969 &bdquo;Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein&hellip;&ldquo;? Er gilt offensichtlich nicht mehr. F&uuml;r diese Einsch&auml;tzung spricht vieles, herausragend der Spiegel-Artikel &uuml;ber RT DE &bdquo;So arbeitet Putins Propagandasender&ldquo;. <\/p>\n<p>Es lohnt sich, diesen Artikel zu lesen, jedenfalls zu &uuml;berfliegen. Sie finden ihn <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/pdf\/210301-Interne-Anweisungen-bei-RT-DeutschSo-arbeitet-Putins-Propagandasender.pdf\">hier als PDF<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Dazu ein paar subjektive Anmerkungen:<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>An diesem Artikel wird beispielhaft sichtbar, was f&uuml;r eine gewissenlose und in gewisser Weise geschichtslose Generation von Journalistinnen und Journalisten heute t&auml;tig ist, vermutlich sogar das Sagen hat.<\/li>\n<li>Sie sind unber&uuml;hrt von Kriegserfahrung. Daf&uuml;r k&ouml;nnen die meisten nichts. Aber offensichtlich war der Geschichtsunterricht f&uuml;r viele von ihnen auch nicht so eindrucksvoll, dass dabei h&auml;ngen blieb, dass man tunlichst alles tut, um Konfrontationen mit Nachbarn zu vermeiden.<\/li>\n<li>Der Geschichtsunterricht war offenbar so schlecht und\/oder so einseitig, dass die Autoren eines solchen St&uuml;ckes nicht sehr viel wissen &uuml;ber die produktive und zugleich leidvolle Geschichte des Verh&auml;ltnisses von Deutschland und Russland und insbesondere nichts oder wenig &uuml;ber die von Deutschland zusammen mit dem damaligen Osten und dem Hauptpartner Sowjetunion gepflegte Entspannungs- und Friedenspolitik. Man muss bei diesem Text des &bdquo;Spiegel&ldquo; den Eindruck gewinnen, dass die Gedankenwelt und der Geist, der sie pr&auml;gt, beim Kalten Krieg der F&uuml;nfziger Jahre des letzten Jahrhunderts ansetzt und von diesem Geist gepr&auml;gt ist.\n<p>Einer der Autoren, Marc Baumg&auml;rtner, ist 1982 geboren, die Mit-Autorin Ann-Katrin M&uuml;ller 1987. Der 3. Autor Roman H&ouml;fner d&uuml;rfte aus der gleichen Altersgruppe kommen. Sie waren also 2 bzw. 7 Jahre alt, als die Mauer fiel. Sie k&ouml;nnen also aus eigener Erfahrung nicht mehr wissen, welche positive Rolle das Sich-Vertragen und die Entspannungspolitik mit dem Vorg&auml;nger Russlands, der Sowjetunion, gespielt hat. Vermutlich war der ihnen zugemutete Geschichtsunterricht gepr&auml;gt von der reaktion&auml;ren Geschichtsauffassung des Ronald Reagan, der Fall der Mauer und das Ende der Konfrontation &ndash; genauer gesagt: das zwischenzeitliche Ende der Konfrontation &ndash; sei dem Umstand zu verdanken, dass der Westen den Osten niederkonkurriert habe, allenfalls erg&auml;nzt durch die polnische Solidarnosc. Alles andere, die gesamte Ost- und Entspannungspolitik wie auch das Wirken des inneren Widerstandes zum Beispiel in Deutschland mit &bdquo;Schwertern statt Pflugscharen&ldquo; und auch das, was sich mit Dubcek in der Tschechoslowakei getan hatte, ist nach dieser Geschichtsauffassung gestrichen. Eine gro&szlig;e Zahl der Generation der heute 30- bis 40-j&auml;hrigen Journalisten scheint gedanklich vom ersten Kalten Krieg direkt in die Neuzeit gesprungen zu sein.<\/p><\/li>\n<li>Diese Journalistengeneration ist offensichtlich auch nicht mit der F&auml;higkeit ausgestattet, sich in die Lage eines anderen Volkes und auch nicht in die Lage der politisch aktiven f&uuml;hrenden Kr&auml;fte eines anderen Landes zu versetzen, auch nicht in die Lage von Journalistinnen und Journalisten, die f&uuml;r und in einem Nachbarland t&auml;tig sind. Andernfalls w&uuml;rden diese hiesigen Journalistinnen und Journalisten wissen, was ein Artikel wie der im &bdquo;Spiegel&ldquo; vom 26. Februar und die darin enthaltenen b&ouml;sartigen Unterstellungen beim Nachbarn, in diesem Fall bei den betroffenen und abgekanzelten Journalistinnen und Journalisten, aber auch in Russland selbst, ausl&ouml;st.\n<p>Von den in dem Artikel erw&auml;hnten Journalistinnen und Journalisten wei&szlig; ich, dass sie Freundschaft mit uns Deutschen wollen. Deshalb kann ich mir auch gut vorstellen, was bei ihnen die Erkenntnis ausl&ouml;st: Die Deutschen, jedenfalls diese deutschen Journalisten und die vielen &auml;hnlich denkenden Politikerinnen und Politiker, wollen nicht mehr Ann&auml;herung und Freundschaft. Sie wollen Konfrontation. Es gilt nicht mehr: Wandel durch Ann&auml;herung. Es wird auf Konfrontation gesetzt und es wird hingenommen, dass dabei unter Russen und in Russland ein Wandel zum Schlechteren eintritt.<\/p><\/li>\n<li><strong>Ein Ausbund von unkritischen Journalismus<\/strong>\n<p>Ich hatte in einem NachDenkSeiten-Beitrag 2007 schon darauf hingewiesen, dass der Spiegel leider seinen Charakter als kritisches Medienorgan aufgegeben hat. Darauf hatten wir <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70257\">am vergangenen Samstag<\/a> noch einmal hingewiesen.<\/p>\n<p>Die Autoren des Artikels &uuml;ber RT Deutsch haben auf vielf&auml;ltige Weise bewiesen, dass dem &bdquo;Spiegel&ldquo; der kritische Biss abhandengekommen ist: <\/p>\n<ul>\n<li>So wird die Behauptung im Artikel, RT DE &bdquo;versuche, das Vertrauen der Menschen in die demokratischen Institutionen in Deutschland&ldquo; zu schw&auml;chen, mit Hinweis auf den deutschen Verfassungsschutz belegt. W&ouml;rtlich: &bdquo;F&uuml;r die Verfassungssch&uuml;tzer z&auml;hlen Nachrichten von RT DE zu einer vom russischen Staat orchestrierten Desinformationskampagne&ldquo;.\n<p>An anderer Stelle zitieren die Autoren des &bdquo;Spiegel&ldquo; den anonymen Chef eines Landesamtes f&uuml;r Verfassungsschutz mit der Behauptung, RT Deutsch sei eine Gefahr f&uuml;r die Demokratie. <\/p>\n<p>Der &bdquo;Spiegel&ldquo; beruft sich auf Verfassungssch&uuml;tzer. Fr&uuml;here Spiegel-Kollegen und -Kolleginnen w&uuml;rden sich die Haare raufen, wenn sie so etwas noch lesen k&ouml;nnten. Ich denke dabei an <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marion_Schreiber\">Marion Schreiber<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/J%C3%BCrgen_Leinemann\">J&uuml;rgen Leinemann<\/a> oder an <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Klaus_Wirtgen\">Klaus Wirtgen<\/a>. Man k&ouml;nnte noch eine gro&szlig;e Zahl anderer Spiegel-Journalistinnen und -Journalisten nennen, auch noch lebende Personen. Ihre Unabh&auml;ngigkeit, ihr kritischer Geist und ihre Qualit&auml;t unterscheidet sich schrecklich von dem, was uns heute vom &bdquo;Spiegel&ldquo; geboten wird.<\/p><\/li>\n<li>Unkritischer Umgang mit dem Vorgang Nawalny. Die Version der Bundesregierung, die Version des Westens wird 1 zu 1 &uuml;bernommen. Dabei m&uuml;sste es f&uuml;r echte &bdquo;Spiegel&ldquo;-Redakteure eine wahre Lust sein, den Umgang der deutschen Bundeskanzlerin mit dem Fall Nawalny und ihre eigene genuine Rolle als Zeugin f&uuml;r die Vergiftung mit einem bestimmten Stoff zu untersuchen. Aber offensichtlich glaubt die Generation Merkel &ndash; so k&ouml;nnte man Journalisten nennen, die wie die Autorin M&uuml;ller 18 und der Autor Baumg&auml;rtner gerade 23 Jahre waren, als Angela Merkel 2005 Bundeskanzlerin wurde &ndash; nahezu alles, was von dort oder auch von anderen angepassten Journalistenkollegen kommt.<\/li>\n<li>Das gilt insbesondere f&uuml;r den Umgang der Spiegel-Redakteure mit ihrem RT-DE-Kollegen Florian Warweg. Dieser ist einer der wenigen Journalisten, die bei der Bundespressekonferenz kritische Fragen stellen. Das nennen die drei Spiegel-Redakteure &bdquo;Selbstinszenierungen&ldquo;. Da spricht &auml;hnlich wie bei der Kritik der S&uuml;ddeutschen Zeitung an den kritischen Fragen in der Bundespressekonferenz schlicht und einfach Neid oder die Aufarbeitung des eigenen Versagens die entscheidende Rolle. Siehe dazu den Beitrag von Tobias Riegel vom 22. Februar: Reitschuster, RT und die Grabes-Ruhe der Bundespressekonferenz .<\/li>\n<li>Besonders apart sind jene Passagen in dem Spiegel-Artikel dar&uuml;ber, wie weisungsgebunden und abh&auml;ngig die RT-DE-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter seien. Daran mag ja etwas sein. Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass die Moskauer Zentrale aufmerksam verfolgt, was der deutsche Ableger von RT schreibt und sendet. Aber die Spiegel-Autoren wissen selbst, wie das in deutschen Redaktionen aussieht, wie sehr sie in den privaten Medien den Weisungen der Eigent&uuml;mer folgen m&uuml;ssen und in den &ouml;ffentlich-rechtlichen von Verb&auml;nden und Politik kontrolliert werden. Es ist sogar anzunehmen, dass der Artikel, den die 3 Autoren &uuml;ber RT DE geschrieben haben, auf Weisung geschrieben worden ist. Das kann von ganz oben gekommen sein: von Bertelsmann, wozu der Spiegel weitgehend geh&ouml;rt. Es kann die eigene Chefredaktion gewesen sein. Dass die 3 Autoren sich das Thema und die Quellen ganz alleine ausgesucht haben, glaube ich nicht. Aber dies einzusch&auml;tzen, ist selbstverst&auml;ndlich jedem selbst &uuml;berlassen.<\/li>\n<li>Jede R&uuml;ckblende, jeder Vergleich auf &auml;hnliche Medien im Westen, auf die Deutsche Welle oder die US-Sender, die in Europa t&auml;tig waren und sind, auf <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Radio_Free_Europe\">Radio Free Europe<\/a> zum Beispiel, fehlt in dem Artikel. Zumindest ein kleiner Hinweis darauf, dass es solche Medieneinrichtungen auch im Auftrag westlicher Staaten gibt, w&auml;re sinnvoll und n&ouml;tig gewesen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Die Spiegel-Autoren machen sich &uuml;ber Ihre Kolleginnen und Kollegen in einem anderen Medium her und kennzeichnen diese als Erf&uuml;llungsgehilfen Moskaus. Ich kenne drei der genannten bzw. abgebildeten RT-Mitarbeiter pers&ouml;nlich &ndash; von Interviews und von Gespr&auml;chen. In Kenntnis dieser Personen und nach Lekt&uuml;re des Spiegel-Artikels ma&szlig;e ich mir ein Urteil an: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des russischen Mediums sind Glanzlichter an Charakter und Anstand, verglichen mit den Spiegel-Autoren, von denen man nach diesem hier beleuchteten St&uuml;ck annehmen muss, dass sie jeden noch so unanst&auml;ndigen Auftrag erf&uuml;llen.<\/li>\n<li><strong>RT DE ist eine Bereicherung f&uuml;r die demokratische Willensbildung in Deutschland.<\/strong> Darauf haben wir auf den NachDenkSeiten schon mehrmals hingewiesen und dieses auch belegt. RT berichtet &uuml;ber und kommentiert Ereignisse, die bei deutschen Medien leider nicht vorkommen. Deshalb hatte RT Deutsch mit Recht eine Sparte, die hie&szlig;: der andere Part. Vielleicht reagieren die Spiegel-Autoren und damit der Spiegel und ein etabliertes Medium in Deutschland deshalb so allergisch auf RT DE, weil dieses Medium ihnen den Spiegel vorh&auml;lt und sie darin erkennen, dass sie eine wichtige Funktion in der deutschen Medienlandschaft nicht erf&uuml;llen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Zum Schluss muss ich noch einmal darauf zur&uuml;ckkommen, warum ich diesen Text geschrieben habe und warum ich das schreckliche Ereignis in Bruchsal vor 76 Jahren mit der erkennbaren intensiven Arbeit am Feindbild-Aufbau verbunden habe. Die Aggression im Umgang mit Russland nimmt zu. Das ist eine gef&auml;hrliche Entwicklung. Darauf wollte ich als einer der wenigen noch lebenden und journalistisch t&auml;tigen Menschen, die den Zweiten Weltkrieg noch einigerma&szlig;en bewusst erlebt haben, aufmerksam machen.<\/p><\/li>\n<p>Titelbild: Bruchsal nach dem Bombenangriff vom 1.3.1945\/ Foto Carl Ohler<\/p>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute muss ich zwei Ereignisse kombinieren, die scheinbar weit auseinanderliegen und doch so viel miteinander zu tun haben: Ein Artikel von drei Spiegel-Redakteuren <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/rt-deutsch-so-paktiert-putins-propagandasender-mit-linkspartei-und-afd-a-e4884aed-0002-0001-0000-000175912889\">&uuml;ber das russische Medium RT DE und die dort Besch&auml;ftigten<\/a> und <a href=\"https:\/\/bnn.de\/kraichgau\/bruchsal\/bombenangriff-auf-bruchsal-vor-76-jahren-fotosammlung-dokumentiert-die-ruinenstadt\">einen Bericht der BNN (Badische Neueste Nachrichten)<\/a> &uuml;ber den t&ouml;dlichen Bombenangriff auf Bruchsal vor 76 Jahren. 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