{"id":7033,"date":"2010-10-13T08:38:20","date_gmt":"2010-10-13T06:38:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7033"},"modified":"2010-10-13T09:29:47","modified_gmt":"2010-10-13T07:29:47","slug":"hinweise-des-tages-1221","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7033","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Vorurteile gegen Muslime werden gesch&uuml;rt und verbreiten sich; Jammern um den Fachkr&auml;ftemangel; IWF und Weltbank rufen nach mehr Jobs; Reiche; 144 Milliarden f&uuml;r Wall-Street-Banker; 80 Euro mehr f&uuml;r Essen; Hunger in der Welt; nach uns die Sintflut; Nobelpreis zur Verbreitung der herrschenden Ideologie; M&uuml;ller-Milchs Steuerdeal; Stuttgart 21; Vermummungsverbot f&uuml;r Polizisten; Golden Award of Change f&uuml;r alternative Wirtschaftspolitik; Leitmedien im Krieg; kein Mindestlohn f&uuml;r Dozenten; Portugal; Hellas auf dem Pr&uuml;fstand; Luftkrieg per Joystick; keine Strafverfolgung mit Raketen. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Hier die &Uuml;bersicht. Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert: <\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Die Vorurteile gegen Muslime werden gesch&uuml;rt und verbreiten sich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Fachkr&auml;ftemangel: Jammern ist billiger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Staatsschulden als permanente Einnahmequelle<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Jahrestagung von IWF und Weltbank: Ruf nach mehr Jobs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Reiche<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">144 Milliarden f&uuml;r Wall-Street-Banker <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">80 Euro mehr f&uuml;r Essen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Hunger in der Welt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Werner R&uuml;gemer: Nach uns die Sintflut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Nobelpreis zur Verbreitung der herrschenden Ideologie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">M&uuml;ller-Milchs Steuerdeal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Stuttgart 21<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">&raquo;Auch f&uuml;r Polizisten muss es Vermummungsverbot geben&laquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Heinz-J. Bontrup zur Preisverleihung des Golden Award of Change f&uuml;r die Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Leitmedien im Krieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Kein Mindestlohn f&uuml;r Dozenten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Portugal<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Hellas auf dem Pr&uuml;fstand<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Luftkrieg per Joystick<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Keine Strafverfolgung mit Raketen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=7028&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Die Vorurteile gegen Muslime werden gesch&uuml;rt und verbreiten sich<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Islamfeindlichkeit in Deutschland nimmt zu <\/strong><br>\nMehr als ein Drittel der Deutschen meint, ein Deutschland ohne Islam w&auml;re besser.<br>\nKein Wunder nach all der emotionalen Aufstachelung und Wiederholungen von Stereotypen, die nur einen kleineren Teil der Muslime charakterisieren, ist es, dass die Islamfeindlichkeit in Deutschland zunimmt.<br>\nBesonders seitdem die Rechten in Deutschland vom Antisemitismus und einer allgemeinen Ausl&auml;nderfeindlichkeit auf pauschalen Antiislamismus umgeschaltet haben, scheinen sich die Reihen zu schlie&szlig;en, auf denen dann Menschen wie Sarrazin schwimmen, die sich offenbar keinerlei Gedanken machen, was sie bewirken, wenn sie durch das Spielen mit der Angst und primitiven Pauschalisierungen die Mehrheit gegen Minderheiten scharf machen.<br>\nNach einer von Report Mainz in Auftrag gegebenen repr&auml;sentativen Umfrage von Infratest dimap, haben 37 Prozent der Befragten der Aussage zugestimmt: &ldquo;Ein Deutschland ohne Islam w&auml;re besser.&rdquo; 44 Prozent sind der Ansicht, dass man sich seit Sarrazins Buch eher trauen kann, &ldquo;den Islam offener zu kritisieren&rdquo;. Und mehr als ein Drittel macht sich &ldquo;gro&szlig;e Sorgen, dass sich der Islam in unserer Gesellschaft zu stark ausbreitet&rdquo;. Ausgerechnet in einer Zeit, in der mehr Muslime auswandern als einwandern, und in der vor allem die besser gebildeten auswandern, w&auml;hrend der Fachkr&auml;ftemangel zunimmt, Deutschland also um Einwanderer werben m&uuml;sste, um seinen Lebensstandard zu halten.<br>\nReport Mainz verweist auch auf eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung, die am Mittwoch ver&ouml;ffentlicht wird. Aus dieser gehe hervor, dass die Islamfeindlichkeit in Deutschland erheblich zugenommen habe. Der wissenschaftliche Leiter der Studie, Dr. Oliver Decker von der Universit&auml;t Leipzig, konstatiert eine &ldquo;deutlichen Zunahme an islamfeindlicher Einstellung&rdquo;. Die Menschen w&uuml;rden leichter Ressentiments &auml;u&szlig;ern. Die Hemmschwelle scheint zu fallen, je &ouml;fter und lauter die Brandstifter werden, die mehr und mehr auch die Politiker wie den bayerischen Ministerpr&auml;sidenten Seehofer dazu f&uuml;hren, auf diese Stimmung zum Machterhalt zu setzen.<br>\nAllerdings ist auch interessant, wer in der Infratest-dimap-Umfrage st&auml;rker zum Antiislamismus neigt. Es sind st&auml;rker die Nicht-Berufst&auml;tigen, also vermutlich die Rentner und Arbeitslosen, die Geringverdiener mit einem monatlichen Einkommen unter 1500 Euro, die W&auml;hler der Union, die Nichtw&auml;hler oder die &ldquo;Sonstigen&rdquo;. Die Ostdeutschen stimmen eher der Aussage zu, dass ein Deutschland ohne Islam besser w&auml;re, obgleich die Westdeutschen deutlich l&auml;nger Erfahrung mit muslimischen Einwanderern haben. Das weist auf die bekannte Tatsache hin, dass oft die &Auml;ngste dort am gr&ouml;&szlig;ten sind, wo man am wenigsten Kontakt mit bestimmten Ph&auml;nomenen hat.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/148547\">Telepolis<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/report\/-\/id=7008568\/property=download\/nid=233454\/yw9ihb\/Umfrage_Islam_in_Deutschland.pdf%20\">Umfrage Infratest dimap [PDF &ndash; 108 KB]<\/a> <\/li>\n<li><strong>Nur wenige wandern ein<\/strong><br>\nDas Bundesinnenministerium pr&auml;sentierte gestern Zahlen. Demnach leben in Deutschland derzeit drei Millionen Menschen mit t&uuml;rkischem Migrationshintergrund. Dazu kommen etwa 330 000 Staatsangeh&ouml;rige aus arabischen Staaten, einschlie&szlig;lich Iran. Von den 400 000 Ausl&auml;ndern, die zuletzt j&auml;hrlich einwanderten, waren maximal 22 000 T&uuml;rken und 29 000 Araber. Freilich handelt es sich hier zumeist um F&auml;lle von Familiennachzug.<br>\nDie Zuwanderung von Fachkr&auml;ften ist &uuml;berschaubar. So kamen im vorigen Jahr 2465 IT-Fachkr&auml;fte mit ausl&auml;ndischem Hochschulabschluss ins Land; davon waren 30 T&uuml;rken und 16 Syrer. Hinzu gesellten sich 2418 weitere Fachkr&auml;fte mit ausl&auml;ndischem Hochschulabschluss, darunter 137 Syrer, 103 T&uuml;rken und 49 &Auml;gypter. Eine dritte Gruppe waren 4820 zugewanderte Fachkr&auml;fte mit einem deutschen Hochschulabschluss, sprich: junge Ausl&auml;nder, die in Deutschland studiert haben und bleiben wollen &ndash; inklusive 258 T&uuml;rken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ksta.de\/html\/artikel\/1286192369936.shtml\">K&ouml;lner Stadt-Anzeiger <\/a>\n<p><strong>Dazu noch:<\/strong><br>\nSeit 2008 wandern mehr Menschen aus Deutschland aus als ein. Schon seit 2006 ziehen mehr von hier in die T&uuml;rkei als umgekehrt &ndash; in den vergangenen beiden Jahren betr&auml;gt der Saldo jeweils etwas mehr als 10 000 Menschen. Unter den Zuz&uuml;glern liegen T&uuml;rken und US-Amerikaner mit je 30 000 auf Platz drei. Davor rangierten 2009 rund 56 000 Rum&auml;nen und 123 000 Polen. Und was die Araber angeht: Im vorigen Jahr kamen rund 20 000 Menschen nach Deutschland. Etwas mehr als 11 000 waren Kriegsfl&uuml;chtlinge aus dem Irak und Afghanistan. Die d&uuml;rfen hier allerdings nicht arbeiten. Warum also besch&auml;ftigt sich ein deutscher Ministerpr&auml;sident mit einem Problem, das keines ist?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ksta.de\/html\/artikel\/1285337967944.shtml\">K&ouml;lner Stadt-Anzeiger<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>Deutschland ist ein Auswanderungsland<\/strong><br>\nSieht man sich die letzten Jahre an, dann ist Deutschland inzwischen ein Auswanderungsland. Nachdem die Tendenz zur Netto-Abwanderung von Deutschen bis vor wenigen Jahren durch Zuwanderung von Ausl&auml;ndern mehr als ausgeglichen wurde, gab es 2008 eine Trendumkehr: Erstmals wanderten auch insgesamt mehr Menschen ab als ein. Dieser Trend scheint sich zu stabilisieren.<br>\nDass ein wesentliches Problem wom&ouml;glich bei der Mehrheitsgesellschaft liegt, zeigte vor einem Jahr eine nichtrepr&auml;sentative Befragung der T&uuml;rkisch-Deutschen Unternehmervereinigung unter jungen deutscht&uuml;rkischen Akademikern: 36 Prozent von ihnen sehen ihre Zukunft eher in der T&uuml;rkei. Mit Deutschland k&ouml;nnten sie sich nicht identifizieren. Es sei eben frustrierend, wenn ein t&uuml;rkischer Akademiker viermal mehr Bewerbungen schreiben m&uuml;sse als sein deutscher Kommilitone, meinte der Leiter der Studie damals. Da kann auch jenes Jahr knapp werden, das seit 2009 allen ausl&auml;ndischen Uniabsolventen zugestanden wird, um sich einen Job in Deutschland zu suchen. Bisher mussten sie mit dem Examen in der Tasche praktisch sofort zur&uuml;ck. Wo die Angst vor dem Fremden st&auml;rker ist als die vor Fachkr&auml;ftemangel, hat eine engagierte Einwanderungspolitik wenig Chancen. Zu viele ukrainische &Auml;rztinnen oder russische Ingenieure, deren Qualifikation in Deutschland nichts gilt, fahren deshalb Taxi, schrubben B&uuml;ror&auml;ume oder h&auml;ngen am Tropf des Staates. Nach Berechnungen der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit hatte 2009 jeder vierte Hartz-IV-Empf&auml;nger mit Migrationshintergrund einen ausl&auml;ndischen Berufs- oder Hochschulabschluss.<br>\nWichtig w&auml;re vermutlich eine andere &ldquo;Willkommenskultur&rdquo;. Das Gef&uuml;hl vieler Migranten, weniger anerkannt zu sein als ethnisch Deutsche &ndash; in einer Bertelsmann-Studie sagten dies im vergangenen Jahr 61 Prozent der Deutscht&uuml;rken &ndash;, spiegelt sich in der rasant wachsenden Ablehnung des &ldquo;Fremden&rdquo; seitens der Mehrheitsgesellschaft. Ende September, auf dem H&ouml;hepunkt der Sarrazin-Debatte, sagten in einer Allensbach-Umfrage schon mehr als die H&auml;lfte der Deutschen, sie hielten Muslime f&uuml;r eine Last.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/2010-10\/seehofer-zuwanderung-migranten-faq\">Zeit<\/a><\/li>\n<p><strong>Umso weniger &bdquo;nachvollziehbar&ldquo;, dass die Kanzlerin Seehofer beispringt:<\/strong><\/p>\n<li><strong>Merkel springt Seehofer bei<\/strong><br>\n&ldquo;Bemerkenswerte Unkenntnis&rdquo;, &ldquo;unanst&auml;ndig&rdquo;, &ldquo;brandgef&auml;hrlich&rdquo;: Die Rettungsversuche des bayerischen Ministerpr&auml;sidenten nach &Auml;u&szlig;erungen &uuml;ber einen Zuwanderungsstopp &uuml;berzeugen weder Kritiker noch den Koalitionspartner. Die Kanzlerin schon.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/merkel-springt-seehofer-bei\/-\/1472596\/4735452\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es ist jedem klar, dass die Kanzlerin das Interview von Seehofer nicht selbst liest, aber man sollte doch meinen, die Referenten und ihre Sprecherin schon.&nbsp; So bleibt es den B&uuml;rgern &uuml;berlassen die kryptische Formulierung, die Darstellung des bayerischen Ministerpr&auml;sidenten sei f&uuml;r die Kanzlerin &bdquo;sehr nachvollziehbar&ldquo; zu erg&auml;nzen, &ldquo;aber nicht hinnehmbar&rdquo;. Ein Bankeinbruch oder Handtaschenraub kann ja auch &ldquo;nachvollziehbar&rdquo; sein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Studie von Christian Pfeiffer: Gemobbt wird immer die Minderheit<\/strong><br>\nDeutsche wollen nicht neben T&uuml;rken wohnen &ndash; viele T&uuml;rken aber sehr gerne neben deutschen: Eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen gibt auf die angebliche &ldquo;Deutschenfeindlichkeit&rdquo; eine ganz eigene Antwort. Dar&uuml;ber, wer wen und wo mobbt, geben Befragungen des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) von mehr als 40.000 Viert- und Neuntkl&auml;ssslern aus den Jahren 2007 bis 2009 noch genauer Aufschluss. Tats&auml;chlich steigt mit dem Migrantenanteil das Risiko f&uuml;r deutsche Jugendliche, Opfer von Gewalt oder Mobbing zu werden. Sind mehr als zwei von drei Sch&uuml;lern aus Zuwandererfamilien, wurden 12 Prozent der deutschen Sch&uuml;ler im vergangenen Halbjahr gemobbt. Ist weniger als ein Drittel Migranten in der Klasse, werden nur neun Prozent der Deutschen behelligt. Umgekehrt ist es allerdings genauso &ndash; je mehr Deutsche in der Klasse sind, desto gr&ouml;&szlig;er die Gefahr f&uuml;r Kinder aus Zuwandererfamilien, schlecht behandelt zu werden. &bdquo;Gemobbt werden die Minderheiten,&ldquo; kommentiert Christian Pfeiffer, Leiter des KFN, &bdquo;das war schon immer so.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/-gemobbt-wird-immer-die-minderheit-\/-\/1472596\/4737276\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> In einem Beitrag der <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/kriminologisches-forschungsinstitut-legt-studie-vor-tuerken-bei-deutschen-jugendlichen-unbeliebt-1.1010867\">S&uuml;ddeutschen Zeitung<\/a> zum selben Thema hei&szlig;t es dar&uuml;ber hinaus:<br>\n&ldquo;Der KFN-Chef r&auml;umte ein, dass auch schlechte Erfahrungen deutscher Jugendlicher mit t&uuml;rkischen Altersgenossen zu diesem negativen Ergebnis beigetragen h&auml;tten. (&hellip;) Ein Forschungsbericht des Instituts hatte im Juni gezeigt, dass ein Viertel der befragten Nichtdeutschen schon einmal bewusst einen Deutschen beschimpft hatte; 4,7 Prozent hatten schon einmal absichtlich einen Deutschen geschlagen.&rdquo;<br>\nZur Vervollst&auml;ndigung des Bildes w&auml;re von Interesse, wieviel Prozent der Nichtdeutschen schon einmal von einem Deutschen beschimpft oder absichtlich geschlagen wurden.<br>\nWeiter hei&szlig;t es in dem SZ-Beitrag:<br>\n&ldquo;Auch &auml;u&szlig;erten t&uuml;rkische Realsch&uuml;ler und Gymnasiasten kaum Stereotypen gegen&uuml;ber Deutschen, erkl&auml;rte Pfeiffer. `Die sogenannte Deutschenfeindlichkeit von Muslimen ist ein Bildungsproblem.&acute;&rdquo;<br>\nAuch bei der Ausl&auml;nderfeindlichkeit und speziell der Islamophobie scheint es sich um ein Bildungsproblem zu handeln, denn auch diese sind insbesondere in der Unterschicht vorhanden. Sarrazins Behauptungen sto&szlig;en also vor allem bei der Unterschicht auf Resonanz, die er aber genetisch ebenso wie die Muslime f&uuml;r d&uuml;mmer h&auml;lt. Die Unterschicht l&auml;uft Gefahr, sich von jenem rechten Rattenf&auml;nger einspannen zu lassen, der auch ihren eigenen Interessen massiv Schaden zuf&uuml;gt. Sarrazin und Co. setzen auf das uralte Spalterprinzip &ldquo;Teile und herrsche&rdquo;. <\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Verdr&auml;ngte Vielfalt<\/strong><br>\nVor 100 Jahren fand der erste &ldquo;Deutsche Soziologentag&rdquo; statt. Doch statt &uuml;ber Klassenfragen redete die junge Zunft &uuml;ber Rassentheorien. Die Rassentheorie diente dazu, von der Klassenfrage abzulenken und sie durch die Frage nach dem Volk und dem &ldquo;Volksk&ouml;rper&rdquo; zu ersetzen. Dies wurde durch Sombart sp&auml;testens auf dem Zweiten Soziologentag 1912 unverbl&uuml;mt ausgesprochen: &ldquo;Aber wir wollen doch nicht das gro&szlig;e augenblickliche Verdienst der Rassentheorie untersch&auml;tzen, dass sie uns von der Alleinherrschaft der materialistischen Geschichtsauffassung befreit, uns endlich wieder einen neuen Gesichtspunkt gegeben hat.&rdquo; Im Vergleich zur fr&uuml;hen amerikanischen Soziologie widmete sich die deutsche Soziologie kaum den Fragen nach Ethnizit&auml;t und Nation. Und die Sozialisten wiederum waren, von wenigen Ausnahmen abgesehen, obsessiv internationalistisch orientiert und nicht in der Lage, die Bedeutung ethnonationaler Identit&auml;ten zu erkennen. Die deutsche Soziologie war somit v&ouml;llig unvorbereitet auf die nationale Raserei, die mit Beginn des Ersten Weltkrieges losbrach, und auf den wachsenden Antisemitismus und das Aufkommen des Faschismus danach. Selbst noch Jahrzehnte nach 1945 war sie nicht in der Lage, sich mit Migration und Ethnizit&auml;t zu besch&auml;ftigen: Es fand sich keine intellektuelle Tradition, auf die sie h&auml;tte aufbauen k&ouml;nnen.<br>\nHeute kehren kulturalisierte Rasse-Ideen in die Debatte zur&uuml;ck, die Klassenlage jenseits des Kopftuchs wird dabei wieder unter den Teppich gekehrt. Wenig Fortschritt also seit 1910.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2010%2F10%2F11%2Fa0090&amp;cHash=3456db4148\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Wien B&uuml;rgermeisterwahl: Talent zur Angstmache <\/strong><br>\nAllein auf Integration setzen, die eigene Klientel hysterisieren und keinerlei Angriffsfl&auml;chen bieten: Die FP&Ouml; feiert in Wien Triumphe, weil sie Hass sch&uuml;rt &ndash; und die Sozialdemokraten m&uuml;de sind. Man muss damit rechnen, dass sich Heinz-Christian Strache f&uuml;r die Freiheitliche Partei &Ouml;sterreichs (FP&Ouml;) als ein noch gr&ouml;&szlig;eres politisches Talent erweist als sein toter Mentor J&ouml;rg Haider. Ein m&auml;&szlig;iger Rethor, eher aufgeregt als charismatisch, ist er ein stetiger, z&auml;her Arbeiter am Bindungsgeflecht zur eigenen Klientel. Strache schickt sich an, die FP&Ouml; zu dem zu machen, was Haider gerne erreicht h&auml;tte: zur neuen Arbeiterpartei &Ouml;sterreichs. Die Wahl in der Hauptstadt Wien am Sonntag belegt dies eindrucksvoll. In den tiefrot gepr&auml;gten Arbeiterbezirken haben die Sozialdemokraten immens an die FP&Ouml; verloren, die mancherorts auf &uuml;ber 30 Prozent kam. &Ouml;sterreich hat keine linke Opposition, keine linke Alternative. Also laden Frust, Irritation, Angst ausschlie&szlig;lich die &auml;u&szlig;erste Rechte auf. Als Rapsode des Hasses schreckte Straches FP&Ouml; nicht einmal davor zur&uuml;ck, in einem Wahl-Comic den rassisch untadeligen blond-blau&auml;ugigen Arierbuben dazu anzuhalten, dem dunklen &ldquo;Mustafa&rdquo; eins mit der Steinschleuder draufzubrennen. Taktisch klug hat sich die FP&Ouml; allein auf das Ausl&auml;nder-, das Integrationsthema geworfen, hat ihre Klientel hysterisiert und keinerlei andere Angriffsfl&auml;chen geboten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/wien-buergermeisterwahl-talent-zur-angstmache-1.1010850\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Was f&uuml;r ein Gl&uuml;ck, dass wir &uuml;ber solche Talente nicht verf&uuml;gen. Allerdings, ges&auml;t wird viel, es fehlt nur der, der erntet.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Fachkr&auml;ftemangel: Jammern ist billiger<\/strong><br>\nDie Abiturienten reagierten prozyklisch &ndash; und statt Maschinenbau wurden andere F&auml;cher attraktiv. Etwa&nbsp; Betriebswirtschaft und Jura. Ein Vergleich der Absolventenzahlen gibt Auskunft. Die schon seit den 70er Jahren gef&uuml;hrte Klage &uuml;ber &ldquo;Technikfeindlichkeit&rdquo; als Ursache des Mangels war absurd. In Wirklichkeit dr&uuml;ckte sich in der zunehmenden Dominanz der BWL Studieng&auml;nge eine Ver&auml;nderung in der deutschen Unternehmenskultur aus. Ingenieure hatten bis zur Krise 1992\/93 durchaus Chancen in das h&ouml;here Management zu gelangen. Das deutsche Modell war bis dahin eine Sache von Ingenieuren, Technikern und Facharbeitern gewesen. Betriebswirte brauchte man als Buchhalter und Werbekaufleute. Das &auml;nderte sich in den 90er Jahren mit der Dominanz eines amerikanisch inspirierten Managementmodells. Betriebswirte sa&szlig;en zunehmend an Schl&uuml;sselpositionen. Die Ingenieure galten vor allem als Kostenfaktor. Man kann &uuml;berall das Gleiche nur viel billiger herstellen. Diese Logik war mit dem deutschen Modell &ldquo;diversifizierter Qualit&auml;tsproduktion&rdquo; nicht kompatibel. Die sinkenden Studentenzahlen bei den Ingenieren dr&uuml;ckten diesen Statusverlust aus&hellip;<br>\nWarum soll jemand Ingenieur werden, wenn man als Clown in einer Investmentbank wesentlich mehr Geld verdienen kann? Mittlerweile hat sich der Trend gedreht. Es gibt seit 2006 wieder steigende Studentenzahlen in den Ingenieurswissenschaften &ndash; und das trotz des demografischen Wandels&hellip;.<br>\nHat sich an dieser Mentalit&auml;t der Personalchefs etwas ge&auml;ndert? Sie sollten weniger &uuml;ber den Fachkr&auml;ftemangel jammern, sondern den angeblich h&auml;nderingend gesuchten Nachwuchs selber ausbilden &ndash; und zwar von der Lehrwerkstatt bis zur Universit&auml;t. Das kostet Zeit, Geld und Geduld &ndash; und die richtigen Priorit&auml;ten. Wir haben nicht zu wenig Kinder, sondern eher zu viele Betriebswirte ausgebildet &ndash; statt Ingenieure. Aber keine Frage: Jammern ist billiger. Davon verstehen auch Betriebswirte etwas.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.weissgarnix.de\/2010\/10\/12\/jammern-ist-billiger\/\">weissgarnix<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Staatsschulden als permanente Einnahmequelle<\/strong><br>\nSeit Jahren hat in Deutschland die Kreditfinanzierung &ouml;ffentlicher Ausgaben eine miserable Presse. Die Kampagne hat zumindest in formaler Hinsicht Fr&uuml;chte getragen: Das Grundgesetz enth&auml;lt seit 2009 (anscheinend) strikte Vorschriften, um Budgetdefiziten einen Riegel vorzuschieben. Jedoch empfiehlt sich ein weniger verkrampfter Umgang mit Staatsschulden, denn sie erf&uuml;llen nicht nur eine wichtige Funktion im Wirtschaftskreislauf, sondern sie erh&ouml;hen bei vern&uuml;nftigem Gebrauch auch die Wohlfahrt der Bev&ouml;lkerung.<br>\nDas Gespenst &uuml;berbordender Staatsschulden  verliert seinen Schrecken, wenn es gelingt, die<br>\neffektiven Zinsen unter der nominalen Wachstumsrate zu halten. Hierf&uuml;r stehen Mittel zu Gebote. Die Politik steht vor der Wahl, ein Krisen versch&auml;rfendes und schlie&szlig;lich zum Scheitern verurteiltes rigoroses Sparprogramm aufzulegen oder dank eines sachgerecht gestalteten Prim&auml;rdefizits den Wohlstand breiter Bev&ouml;lkerungskreise zu mehren. Inhalt und Folge einer Fehlentscheidung w&auml;re, weiter Kredit zu verlieren.<br>\nQuelle: <a href=\"\/upload\/pdf\/101013_staatsschulden.pdf\">Wirtschaftsdienst 2010, Heft 9 [PDF &ndash; 174KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Jahrestagung von IWF und Weltbank: Ruf nach mehr Jobs<\/strong><br>\nDie Deutschen haben einen guten Lauf. Noch vor wenigen Monaten stand die Bundesrepublik am Pranger, weil sie &auml;hnlich wie China und Japan zu viel exportierte und zu wenig zur Belebung der Weltkonjunktur beitrug. So jedenfalls gei&szlig;elten vor allem die USA im Fr&uuml;hsommer den Sparkurs der Bundesregierung. In diesen Tagen, bei den Jahrestagungen von Internationalem W&auml;hrungsfonds (IWF) und der Weltbank sowie den Finanzministertreffen in Washington, kann Berlin die Dinge entspannter angehen. In der Weltwirtschaft gibt es einen S&uuml;ndenbock, der in jeder Hinsicht alle anderen &uuml;berragt: China. Ganz aus dem Schneider ist Deutschland nicht. Bei einer Podiumsdiskussion in der Zentrale des IWF machte dessen Chef Dominique Strauss-Kahn deutlich, dass er von den L&auml;ndern mit finanziellem Spielraum wie der Bundesrepublik mehr erwartet. Mittelfristig m&uuml;ssten alle L&auml;nder konsolidieren, aber in einer schwierigen &ouml;konomischen Lage wie jetzt sollten es nicht alle auf einmal tun.<br>\nF&uuml;r die meisten Deutschen ist es schlicht unverst&auml;ndlich, dass international schon wieder &uuml;ber mehr Staat und h&ouml;here Defizite diskutiert wird. Hat der Staat denn sich nicht gerade verschuldet wie nie zuvor? Und steigen die &ouml;ffentlichen Kredite nicht immer weiter? Doch, doch. Aber die Debatten reflektieren die Sorge, dass die &ouml;konomische Erholungsphase rasch zu Ende gehen k&ouml;nnte, weil das zentrale Problem der Weltwirtschaft ungel&ouml;st bleibt: Woher soll die Nachfrage kommen, um Wachstum und Arbeitspl&auml;tze zu schaffen, wenn die Vereinigten Staaten sparen m&uuml;ssen? Wer soll den Zug ziehen, wenn die Konjunkturlokomotive ausf&auml;llt? Daher sieht der IWF auch die Bundesrepublik in der Pflicht, die Nachfrage zu st&uuml;tzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/ruf-nach-mehr-jobs\/-\/1472780\/4729396\/-\/index.html\">FR<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Reiche<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Zahl der Milliard&auml;re in Deutschland gestiegen <\/strong><br>\nNach einem Ranking der reichsten Deutschen des manager Magazins ist auch insgesamt das Verm&ouml;gen der Superreichen gegen&uuml;ber 2009 wieder gewachsen<br>\nDie Finanz- und Wirtschaftskrise hat den reichen Deutschen kaum geschadet, viele sind, so das Ranking &ldquo;Die 500 reichsten Deutschen&rdquo;, das in einer Spezialausgabe des manager magazins ver&ouml;ffentlicht wurde, schon wieder reicher geworden.<br>\nDie Zahl der Euro-Milliard&auml;re ist von 99 auf 103 gestiegen, der Wert der 100 gr&ouml;&szlig;ten deutschen Verm&ouml;gen wuchs um 0,6 Prozent auf 287,35 Milliarden, das der reichsten 500 von 446,1 auf 455,50 Milliarden. Die reichsten Deutschen sind weiterhin die beiden Aldi-Familien mit 17 bzw. 16 Milliarden, auch wenn das Verm&ouml;gen der Familie von Berthold und Theo Albrecht jr. um 750 Millionen Euro auf 16 Milliarden gesunken ist, was sie aber kaum wirklich bemerken d&uuml;rften, ebenso wenig wie die Familien Porsche und Schlecker, die auch Federn lassen mussten.<br>\nOb es dem Rest auch gut geht, wenn es bei den Superreichen nach oben geht, ist fraglich. Die Theorie des Trickle-Down-Effekts, mit dem man Steuernachl&auml;sse f&uuml;r die Reichen gerne begr&uuml;ndet hat, scheint nicht zuzutreffen. Wenn man sich nur die geografische Verteilung der reichen Familien und Einzelverm&ouml;gen ansieht, dann l&auml;sst sich zumindest hier auch eine starke Konzentration feststellen. W&auml;hrend der Osten Deutschlands kaum Reiche aufweist und als eine W&uuml;ste erscheint, ballen sich die Reichen in Hamburg, M&uuml;nchen, D&uuml;sseldorf und Stuttgart.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/148550%20\">Telepolis<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.manager-magazin.de\/finanzen\/artikel\/0,2828,722647,00.html\">manager-magazin<\/a><\/li>\n<li><strong>&ldquo;Die meisten Superreichen stammen aus der Mittelschicht&rdquo;<\/strong><br>\nF&uuml;r die Studie haben wir rund 500 Haushalte mit einem frei verf&uuml;gbaren Kapitalverm&ouml;gen von mindestens 200.000 Euro befragt &ndash; also die obersten drei Prozent der Haushalte in Deutschland&hellip;<br>\nMehr als 60 Prozent der Reichen besitzen eine eigene Firma oder haben eine gegr&uuml;ndet. Wer ein Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern hat, f&uuml;r den erh&ouml;ht sich die Wahrscheinlichkeit reich zu sein gegen&uuml;ber einem Arbeiter oder Angestellten um das Vierfache&hellip; Es gibt nat&uuml;rlich Ausnahmen wie Top-Manager, Partner gro&szlig;er Beratungsfirmen oder Chef&auml;rzte. Doch als Angestellter sind die Chancen eher gering&hellip; Unsere Studie aber zeigt, dass mehr als 55 Prozent durch eigener H&auml;nde Arbeit reich geworden sind. Und das hei&szlig;t in den meisten F&auml;llen: durch Gr&uuml;ndung eines Unternehmens&hellip;<br>\n64 Prozent der Befragten stammen aus einem Elternhaus der Mittelschicht. Z&auml;hlt man die 21 Prozent dazu, die von &ldquo;ganz unten&rdquo; aufgestiegen sind, handelt es sich bei stattlichen 85 Prozent der Verm&ouml;genden um Aufsteiger. Diese rekrutieren sich jedoch nicht repr&auml;sentativ aus der Bev&ouml;lkerung, sondern stammen eben sehr viel h&auml;ufiger aus der Mittelschicht, wo mit Bildung und einem gewissen materiellen Hintergrund bereits die Fundamente gelegt wurden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,722537,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.K.:<\/strong> Man kann sich nur wundern wie ein Wissenschaftler so ungenau und nebul&ouml;s argumentieren kann. Allein der Begriff Mittelschicht sollte in diesem Zusammenhang genauer definiert werden, sonst wird er wie hier zum ideologischen Terminus.<br>\nLaut allgemein g&auml;ngiger Definition geh&ouml;rt zur Mittelschicht wer zwischen 70 und 150 &uuml;ber dem Durchschnittseinkommen zur Verf&uuml;gung hat. Dies ist nicht gerade viel, dass damit der Grundstock zu gro&szlig;en Verm&ouml;gen gelegt wird darf bezweifelt werden.<br>\nAuch die Datenbasis der Erhebung halte ich f&uuml;r d&uuml;rftig. 500 Haushalte mit einem frei verf&uuml;gbaren Kapitalverm&ouml;gen von mindestens 200.000 Euro. Ich unterstelle, dass Herr Lauterbach an die wirklich Superreichen &uuml;berhaupt nicht herankommt, da diese sich h&uuml;ten werden detailliert &uuml;ber ihre Lebensverh&auml;ltnisse Auskunft zu geben.<br>\nSo strotzt das Interview auch von ideologischen Versatzst&uuml;cken:<br>\nUnsere Studie aber zeigt, dass mehr als 55 Prozent durch eigener H&auml;nde Arbeit reich geworden sind. (Die 148 Millionen Dividende, die Frau von Kladden allein letztes Jahr kassiert hat stammen sicher aus eigener H&auml;nde Arbeit! )<br>\nDer Begriff der Mittelschicht ist so eines der wesentlichen ideologischen Argumentationsmuster in Deutschland und er funktioniert nach wie vor pr&auml;chtig. Es nur merkw&uuml;rdig, dass etwa die Arbeiten von Michael Hartmann bez&uuml;glich der Konstitution von Eliten zu v&ouml;llig anderen Schl&uuml;ssen f&uuml;hren als bei Herren Lauterbach.<br>\nW&uuml;rden die Thesen von Herren Lauterbach stimmen m&uuml;sste es in Deutschland vor Million&auml;ren nur so wimmeln. Die Statistik spricht dagegen eine andere Sprache. &ldquo;Der durchschnittliche Deutsche hat sein Verm&ouml;gen zwischen 2002 und 2007 praktisch nicht steigern k&ouml;nnen, gerade einmal von 15 000 auf 15288 Euro. Anders war dies bei den oberen zehn Prozent mit einem Verm&ouml;gen von mindestens 222 295 Euro, die um 6,6 Prozent zulegen konnten. Und richtig gewonnen hat in dieser Zeit das eine Prozent an der Spitze, mit Verm&ouml;gen ab 817 181 Euro netto. Sie haben in f&uuml;nf Jahren zehn Prozent dazu gewonnen&rdquo; (Zitat Michael Hartmann, tagesspiegel 06.04.2010).<br>\nFazit: Vom Tellerw&auml;scher zum Million&auml;r stimmt zwar nicht ganz, aber von der Mittelschicht&rdquo; zum Million&auml;r scheint ganz einfach. Dar&uuml;ber soll wohl nach Lauterbach jeder nachdenken, der noch kein Million&auml;r ist und die zunehmende soziale Ungleichheit beklagt anstatt sich ordentlich anzustrengen.<br>\nErg&auml;nzende Anmerkung WL: Dieses Interview hat wohl nur das Ziel, den Glauben an die &bdquo;Leistungsgesellschaft&ldquo; zu st&auml;rken, woran immerhin noch &uuml;ber zwei Drittel der Deutschen glauben. V&ouml;llig ausgeblendet wird der Abstieg der Mittelschicht: Geh&ouml;rten 2000 noch 49 Millionen Menschen der Mittelschicht an, so waren es 2006 nur noch 44 Millionen. Gleichzeitig fand sich rund ein Viertel aller Bundesb&uuml;rger in der Unterschicht wieder.<br>\nDass dem reichsten Prozent 23 Prozent des gesamten Verm&ouml;gens geh&ouml;ren, den obersten 5 Prozent &uuml;ber 46 Prozent und das reichste Zehntel 61,1 Prozent kontrolliert und die unteren 70 Prozent nicht einmal 9 Prozent des Gesamtverm&ouml;gens besitzen, wird mit diesem Interview zugekleistert.<br>\nSiehe dazu Ulrike Herrmanns Buch &bdquo;<a href=\"\/?p=5626\">Hurra, wir d&uuml;rfen zahlen. Der Selbstbetrug der Mittelschicht<\/a>&ldquo;<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>144 Milliarden f&uuml;r Wall-Street-Banker <\/strong><br>\nDie Finanzkrise an der Wall Street ist endg&uuml;ltig Geschichte &ndash; zumindest was die Bezahlung der Manager angeht. Die Banken zahlen ihren Mitarbeitern 2010 so hohe Summen wie noch nie zuvor. Laut &ldquo;Wall Street Journal&rdquo; werden 144 Milliarden Dollar an Geh&auml;ltern und Boni verteilt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,722671,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Gerade so als w&uuml;rden die Zocker noch f&uuml;r die Krise, die sie eingebrockt haben, noch belohnt. Fast ein Drittel der Ertr&auml;ge von 448 Milliarden Dollar kassieren die Manager. Und der Staat musste Schulden &uuml;ber Schulden machen um die Banken zu retten.<\/em><\/p><\/li>\n<p><strong>Dazu passt:<\/strong><\/p>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>80 Euro mehr f&uuml;r Essen<\/strong><br>\nUnter dem Motto &raquo;Krach schlagen statt Kohldampf schieben. Mindestens 80 Euro sofort f&uuml;r Ern&auml;hrung&laquo; haben am Sonntag nachmittag 3000 Menschen im nieders&auml;chsischen Oldenburg f&uuml;r die Erh&ouml;hung der Hartz IV-Eckregels&auml;tze protestiert . junge Welt dokumentiert auszugsweise die Abschlu&szlig;rede, die von den Erwerbslosennetzwerken zusammen ausgearbeitet wurde. Vorgetragen wurde sie von Beteiligten der Demovorbereitung aus Oldenburg.<br>\nDie Feststellung des Bundesverfassungsgerichts, da&szlig; die Hartz-IV-S&auml;tze gegen die Menschenw&uuml;rde versto&szlig;en und deshalb neu bestimmt werden m&uuml;ssen, h&auml;tte die Chance beinhaltet, eine breite gesellschaftliche Debatte dar&uuml;ber zu f&uuml;hren, was ein Mensch braucht f&uuml;r ein menschenw&uuml;rdiges Leben in der Bundesrepublik Deutschland. Es h&auml;tte die Chance beinhaltet, die Abspaltung und Ausgrenzung einer wachsenden Armutsbev&ouml;lkerung &uuml;berhaupt einmal zu thematisieren und gemeinsam nach L&ouml;sungsans&auml;tzen zu suchen. Aber was macht diese Regierung? Sie wei&szlig;, da&szlig; f&uuml;r die Berechnung der Hartz-IV-S&auml;tze entscheidend ist, welche Haushalte als Vergleichsma&szlig;stab herangezogen werden. Das ist eine politische Entscheidung. Bisher waren es die untersten 20 Prozent aller Einkommensbezieher, ohne die Hartz-IV-und Grundsicherungsbezieher selber. Diese Regierung entscheidet als erstes, in dieser Vergleichsgruppe nicht nur all diejenigen zu belassen, die erg&auml;nzend Hartz IV oder Grundsicherung erhalten, weil ihr Lohn oder ihre Rente nicht reichen, sondern auch noch all die Haushalte, deren Einkommen sogar noch unter den Hartz-IV-S&auml;tzen liegen. Im Klartext hei&szlig;t das: Die H&ouml;he des Regelsatzes soll sich auch nach den Ausgaben von Menschen bemessen, die noch nicht einmal den Regelsatz zur Verf&uuml;gung haben.<br>\nAber die politische Willk&uuml;r der Regierung ist damit noch nicht zu Ende. Als ihr nach diesem Trick die Ergebnisse immer noch zu hoch erscheinen, ber&uuml;cksichtigt sie statt der untersten 20 nur noch die untersten 15 Prozent. H&ouml;ren wir dazu den Originalton aus dem Bundesarbeitsministerium: &raquo;Mit einer Referenzgruppe von ungeachtet weiter 20 Prozent k&auml;me man bei der Bemessung des Existenzminimums in Einkommensklassen, die in die untere Mittelschicht reichen (bis 1200 Euro).&laquo; Das ist schon eine bemerkenswerte Aussage. Erstens gibt die Regierung hier unumwunden zu, da&szlig; sie die Statistik manipuliert, bis ihr das Ergebnis pa&szlig;t. Zweitens wird deutlich, da&szlig; die Regierung schon ein Niedriglohneinkommen von 1200 Euro im Monat zur Mittelschicht deklarieren mu&szlig;, nur um zu verbergen, da&szlig; inzwischen fast ein Viertel aller lohnabh&auml;ngig Besch&auml;ftigten im Niedriglohnsektor arbeiten mu&szlig;.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/10-12\/001.php\">junge Welt<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.krach-statt-kohldampf.de\/sites\/index.html\">Krach statt Kohldampf<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Hunger in der Welt: L&auml;ngst keine Entwarnung<\/strong><br>\nEine Milliarde Menschen sind unterern&auml;hrt. Zwar haben sich die Zahlen der Hungernden dank positiver Entwicklungen in Asien um knapp ein Viertel verringert. Doch das ist l&auml;ngst nicht genug. Vor allem Kinder leiden unter dem Hunger. Gro&szlig;en Anteil an der Verbesserung der weltweiten Lage hat China. Ohne die Erfolge des Landes, das rund ein Viertel der Menschheit vereint, sehe es noch d&uuml;sterer aus, sagte IFPRI-Sprecher Klaus von Grebmer. Besonders stark betroffen sind weiterhin L&auml;nder in Afrika und S&uuml;dostasien. Fortschritte haben Staaten in Ostasien und Lateinamerika gemacht. Am schlechtesten schneidet die Demokratische Republik Kongo ab. Drei Viertel der Menschen sind dort unterern&auml;hrt.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/laengst-keine-entwarnung\/-\/1472780\/4735526\/-\/index.html\">FR<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.welthungerhilfe.de\/whi2010.html\">Welthungerhilfe <\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Vor allem wenn man Durchschnittswerte f&uuml;r Entwicklungen in der sogenannten Dritten Welt heranzieht, empfiehlt es sich China herauszurechnen. Ob Einkommen, Handel oder Direktinvestitionen, der der Blick auf die Entwicklungsl&auml;nder wird durch die Sonderentwicklung und Gr&ouml;&szlig;e Chinas getr&uuml;bt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Werner R&uuml;gemer: Nach uns die Sintflut <\/strong><br>\nDie Bewertung der Bonit&auml;t von Krediten, Finanzprodukten und ganzen Volkswirtschaften ist fest in der Hand der gro&szlig;en Ratingagenturen. Spekulation und Betrug geh&ouml;ren zu deren allt&auml;glichem Gesch&auml;ft. Wegen der Bestnoten, die die Agenturen f&uuml;r Ramschpapiere vergeben hatten, wurde Deven Sharma, Chef von S&amp;P, gefragt: W&auml;re es nicht besser, wenn nicht die Kreditgeber und Verk&auml;ufer, sondern die Kreditnehmer und K&auml;ufer die Ratings beauftragen und bezahlen? Sharma anwortete: &raquo;Nein. Denn wir haben mehr Zugang zu nicht &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen Informationen, wenn wir im Auftrag der Emittenden handeln.&laquo; Sharma bejaht somit die zus&auml;tzlich von Intransparenz und Geheimhaltung gepr&auml;gte Komplizenschaft.<br>\nDer Agenturchef best&auml;tigt zudem den grunds&auml;tzlichen Webfehler seiner T&auml;tigkeit: Bei den zu Spekulationszwecken weiterverkauften US-Hypothekenkrediten &raquo;sind wir gr&uuml;ndlich daneben gelegen, wir haben die Subprime-Verbriefungen zu gut bewertet. Dabei hat den drastischen Einbruch am US-Immobilienmarkt aber kaum jemand vorausgesehen&laquo;2, sagt er. Er gesteht damit ein &ndash; ohne die F&auml;higkeit, dies reflektieren zu k&ouml;nnen &ndash;, da&szlig; seine Ratingagentur gar keine auftragsgem&auml;&szlig;e Bewertungsfunktion wahrgenommen hat und wahrnehmen konnte, sondern im Mainstream der Ahnungs- und Verantwortungslosen ununterscheidbar mitgeschwommen ist. Er spricht somit in aller Unschuld und Dummheit das Todesurteil &uuml;ber seine Profession.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/10-12\/046.php\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Werner R&uuml;gemer spricht zuletzt die von der chinesische Zentralbank gr&uuml;ndete die Dagong Global Credit Rating Company an, die neuerdings auch Staatsanleihen bewertet. Auf ihrer Liste&nbsp; rangieren Wachstumsl&auml;nder wie Malaysia vor EU-L&auml;ndern wie Italien. China kommt genauso wie Deutschland (AA+) vor den USA (AA), Frankreich und England (beide AA-). Norwegen, D&auml;nemark, die Schweiz, Singapur, Australien und Neuseeland erhielten AAA. Was der Chef von Dagong Global Credit Rating, Guan Jianzhong, so sagt klingt ganz nett, aber auch sehr allgemein: &bdquo;Der Grund f&uuml;r die globale Finanz- und Schuldenkrise war, dass das bisherige Ratingsystem die Zahlungsf&auml;higkeit der Schuldner nicht richtig wiedergegeben hat&rdquo;. Seine Agentur wolle &bdquo;diese Defekte korrigieren&rdquo;. Langfristiges Ziel sei es, das Monopol der etablierten US-Agenturen zu brechen. Allerdings muss man genau hinschauen, was Jianzhong&nbsp; meint, wenn er sagt, dass das westliche Bewertungssystem inkorrekte Bewertungsgrundlagen verwende. Tian Jinghai, Leiter der Unternehmensstrategie bei Dagong sieht die Methode von Dagong politisch: &ldquo;In den Kriterien der US-Agenturen dr&uuml;cken sich westliche Ideen aus wie Rechtsstaat oder unabh&auml;ngige Presse aus &ldquo;. Damit lasse sich die <a href=\"http:\/\/www.dagongcredit.com\/dagongweb\/uf\/Sovereign%20Credit%20Rating%20Report%20of%2050%20Countries%20in%202010.pdf\">Qualit&auml;t der Wirtschaftspolitik aber nicht erfassen. [PDF &ndash; 378KB]<\/a><\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu auch: <\/strong><\/p>\n<p><strong>China kontert &bdquo;unfaire&ldquo; Urteile aus dem Westen<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/anleihen\/rating-aus-peking-china-kontert-unfaire-urteile-aus-dem-westen;2617439\">Handelsblatt<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Nobelpreis zur Verbreitung der herrschenden Ideologie<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Tr&auml;gt Nobelpreis Mitschuld an Finanzkrise<\/strong><br>\nGinge es nach dem Bestsellerautor Nassim Nicholas &laquo;Schwarzer Schwan&raquo; Taleb, dann sind an der Finanzkrise nicht etwa die Zentralbanken schuld, die mit Niedrigstzinsen den amerikanischen Immobilienmarkt befeuerten, oder die Bankmanager, die wegen kurzfristigen Anreizsystemen zu hohe Risiken eingingen, oder die Ratingagenturen, die auch auf Schrottpapiere ein AAA-G&uuml;tesiegel druckten, weil sie von den Banken daf&uuml;r bezahlt wurden.<br>\nLegitimierung von Risikomodellen. Nein, laut Taleb tr&auml;gt vor allem die schwedische Zentralbank die Schuld. Diese k&uuml;rt n&auml;mlich Jahr f&uuml;r Jahr den Wirtschaftsnobelpreistr&auml;ger. So habe das Nobelpreiskomitee den Preis an &Ouml;konomen vergeben, deren Theorien die Mitschuld daran tragen, dass die Welt vor zwei Jahren in eine Krise st&uuml;rzte. Als negativstes Beispiel erw&auml;hnte Taleb Harry Markowitz, Merton Miller und William Sharpe, die den Preis im Jahre 1990 f&uuml;r die Preissetzung von Verm&ouml;genswerten und Theorien f&uuml;r die Portfolio-Auswahl erhielten. Der Nobelpreis habe zur Legitimierung von Risikomodellen beigetragen, die Investoren Verluste verursacht und staatliche Rettungsaktionen erforderlich gemacht h&auml;tten. Taleb forderte laut der Nachrichtenagentur Bloomberg Investoren aus diesem Grund auf, die schwedische Zentralbank zu verklagen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/finanzen\/nachrichten\/traegt_nobelpreis_mitschuld_an_finanzkrise_1.7946964.html\">NZZ<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubBA38892BD32C4247883F32A9066B139A\/Doc~E0407B1A9A9CC4FFC9392787A2C04F995~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Zu nennen w&auml;ren auch die Herren Robert Merton&nbsp; und Myron Scholes, die 1997 &ldquo;f&uuml;r ihre Ausarbeitung einer mathematischen Formel zur Bestimmung von Optionswerten an der B&ouml;rse&ldquo; den Preis erhielten. Inzwischen wissen wir, dass diese Produkte zur &uuml;berproportionalen Ausweitung der Finanzm&auml;rkte und direkt in die Krise f&uuml;hrten. Der von Merton und Scholes mit gegr&uuml;ndete Hedgefonds Long-Term Capital Management (LTCM) wurde 1998 in einer bis dahin einmaligen Rettungsoperation vor der Zahlungsunf&auml;higkeit bewahrt. Bereits diese Krise wurde als systembedrohend eingestuft. Die heutige Krise hat zum Gl&uuml;ck wesentlich dazu beigetragen, dass die Wirtschaftswissenschaften nicht mehr als Entsprechung zu den Naturwissenschaften angesehen werden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Wirtschafts-Nobelpreis: Die Theorie zu Hartz<\/strong><br>\nEine fast klassische Anwendung des DMP-Modells sind die Hartz-Reformen der rot-gr&uuml;nen Bundesregierung. Zwar spielte die Theorie direkt keine Rolle in den Beratungen der Hartz-Kommission&hellip; Doch viele dieser Modelle im Ausland sind durch die Forschungen von Diamond, Mortensen und Pissarides beeinflusst worden. &ldquo;Die ganzen Reformen Hartz I bis II, die Kundenzentren in den Arbeitsagenturen, der Arbeitgeberservice, die Einschaltung privater Vermittler, all dies l&auml;sst sich mit der Theorie begr&uuml;nden&rdquo;, sagt&nbsp;Fitzenberger.<br>\nKlaus Zimmermann, Pr&auml;sident des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, sieht auch Implikationen f&uuml;r die derzeitige Debatte um die H&ouml;he der Hartz-IV-Bez&uuml;ge: &ldquo;Durch eine Politik des F&ouml;rderns und Forderns, aber auch durch eine effizientere, Suchkosten reduzierende Arbeitsvermittlung kann die Dauer der Arbeitslosigkeit verk&uuml;rzt werden. Darum geht es bei Hartz IV. Leistungsausweitungen f&uuml;hren letztlich zur Verl&auml;ngerung der Arbeitslosigkeit.&rdquo; Bereits vor f&uuml;nf Jahren hatte das Institut Zukunft der Arbeit in Bonn, dem Zimmermann ebenfalls vorsteht, Mortensen und Pissarides mit dem Preis f&uuml;r Arbeitsmarktforschung&nbsp;ausgezeichnet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/wirtschafts-nobelpreis-die-theorie-zu-hartz-1.1010821%20\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Interessant, dass der neoliberale Nikolaus Piper meine gestern ge&auml;u&szlig;erte Vermutung best&auml;tigt. Allerdings redet Piper nicht dar&uuml;ber, dass die Nobelpreistr&auml;ger sein neoliberales Weltbild vom Markt, der alles alleine regelt in Frage stellt. Ein typisches Beispiel daf&uuml;r, wie solche &bdquo;&Ouml;konomen&ldquo; jede Kritik an sich abprallen lassen und im Gegenteil die Kritik geradezu als Best&auml;tigung ihres Weltbildes umdeuten.<br>\nErg&auml;nzende Anmerkung von unserem Leser E.H.: Ihren Kommentar zum Nobelpreis f&uuml;r Wirtschaft fand ich tausendmal hilfreicher als die dusselige Darstellung in der Wirtschaftswoche. Der Nobelpreis soll brisant und hoch politisch sein, konstatiert dort der Autor und meint wohl die Ergebnisse der Modelle der drei Meister der Mathematik. Runter mit der finanziellen Absicherung between two jobs, dann ist das between k&uuml;rzer und das st&ouml;rende w&auml;hlerische Getue bei der Jobsuche wird reduziert: fA runter, dann t &lt; t1 und wG strebt gegen Null, wobei fA = finanzielle Absicherung, t, t1 = Zeitr&auml;ume und wG = Wahl, Auswahl des Jobs, den man die n&auml;chsten Jahre mit Freude und Zufriedenheit ausf&uuml;hren soll. Zack, Nobelpreis. Ein Nobelpreis ist f&uuml;r diese Erkenntnis das Mindeste.\nNun wei&szlig; man seit Einstein, dass sich die Natur (und in diesem Fall die Arbeitswelt, die Finanzm&auml;rkte, &ouml;ffentliche Finanzen oder Familien&ouml;kologie) nicht nach mathematischen Modellen richtet. Alle Modelle in der Volkswirtschaft kommen ohne Pr&auml;missen nicht aus. Diese k&ouml;nnen falsch sein. Weiterhin werden Formeln bereitgestellt, die sehr d&uuml;rftig die realen Gegebenheiten abbilden k&ouml;nnen, also sehr naiv und h&auml;ufig primitiv sind.\nDie Modelle der Preistr&auml;ger k&ouml;nnen noch so gut sein, in einem Punkt versagen sie: n&auml;mlich dann, wenn eine S&auml;ttigung (auf mindestens einer Seite des Markts) eingetreten ist. Schon vor vollst&auml;ndigem Eintritt dieses S&auml;ttigungspunktes muss ein sog. S&auml;ttigungsfaktor &lt; 1 in die Modellrechnung hineingequetscht werden, wobei kein Mensch diesen berechnen kann. In M&auml;rkten, die nahe dem S&auml;ttigungspunkt sind, muss das Modell unserer K&uuml;nstler stark versagen, so dass die Aussagen des Modells keinen Erkenntnisgewinn bringen bzw. zu Fehlschl&uuml;ssen verleiten.\nIn Arbeitsm&auml;rkten fortgeschrittener Volkswirtschaften haben das Outsoursing der Arbeit in Richtung Morgensonne, die immerw&auml;hrende Erh&ouml;hung der Produktivit&auml;t u.a. eine Situation geschaffen, dass der Arbeitsmarkt nur durch Erfindung neuer Jobs (IT-Fachleute, Banker, Sonnenbanker &hellip;) leergefegt werden kann. Wenn es nach Prof. Franz geht, k&auml;men noch Freizeitbesch&auml;ftigungen wie Einkaufst&uuml;tenpacker oder Schuhputzer hinzu. Wenn man dieses k&uuml;nstliche Aufbl&auml;hen des Arbeitsmarktes mal vergisst, also vergessen wir mal Prof. Franz, dann haben die USA, Deutschland etc. ein S&auml;ttigungsproblem. Dieses Problem ist in der Wirkung m&auml;chtiger als das K&uuml;rzen von finanzieller Absicherung. Somit sind arbeitspolitisch betrachtet diese K&uuml;rzungen zwecklos und beeinflussen somit den Arbeitsmarkt nicht.\nDas mit dem Nobelpreis gew&uuml;rdigte Modell ist ein weiterer Appendix, also ein Blindg&auml;nger, f&uuml;r das stupide neoliberale Arbeitsmarkt-Modell, das sowieso noch niemals funktioniert hat. Auch dieses aufgesetzte Modell erf&uuml;llt nichts Positives, h&ouml;chstens ein willkommenes wissenschaftlich\n(falsch) berechnetes Argument f&uuml;r unsere lieben Politiker, den Sanktionsschraubstock noch fester anzuziehen.\n(<strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der S&auml;ttigungsthese f&uuml;r den Arbeitsmarkt vermag ich nicht zuzustimmen. Es gibt einen immensen Bedarf f&uuml;r Arbeit in unserer Gesellschaft (Bildung, Gesundheit, Infrastruktur etc.), es gibt nur keine entsprechende Lenkung der Ressourcen auf diese Felder. Im &Uuml;brigen k&ouml;nnte man immer noch &uuml;ber eine bessere (gerechtere) Verteilung der Arbeit etwa durch k&uuml;rzere Arbeitszeiten nachdenken.) <\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>M&uuml;ller-Milchs Steuerdeal<\/strong><br>\nDer Deutsche Theo M&uuml;ller, schwerreicher Unternehmer mit Wohnsitz in Erlenbach, zieht nicht in den Kanton Schwyz. Er hat mit dem Kanton Z&uuml;rich einen Steuerdeal gemacht &ndash; ganz legal. Ein Grund f&uuml;r das Steuerwunder von Erlenbach k&ouml;nnte darin liegen, dass Theo M&uuml;ller sich aus dem operativen Tagesgesch&auml;ft seines Unternehmens zur&uuml;ckgezogen hat &ndash; und deshalb wohl keinen Lohn mehr bezieht. Allerdings: Auch Dividenden gelten als Einkommen, und M&uuml;ller h&auml;lt nach wie vor 100 Prozent der Anteile seines Unternehmens. Dividenden werden aber zu einem tieferen Satz besteuert als der Lohn.<br>\nHinzu kommt ein zweiter Grund, der bislang in der Debatte &uuml;ber Pauschalsteuern kaum beachtet wurde: Deren Abschaffung bezieht sich in Z&uuml;rich nur auf die Gemeinde- und Kantonssteuern. Die stark progressive direkte Bundessteuer hingegen &ndash; faktisch eine Reichtumssteuer &ndash; kann von Ausl&auml;ndern weiterhin umgangen werden. Das gilt auch f&uuml;r (Dividenden-)Einkommen. Robert Huber, Medienbeauftragter des Kantonalen Steueramts Z&uuml;rich, best&auml;tigt: &laquo;Im Kanton Z&uuml;rich ist bei der direkten Bundessteuer die Pauschalbesteuerung weiterhin m&ouml;glich.&raquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/zuerich\/region\/Steuerwunder-an-der-Goldkueste-Milchbaron-zieht-nicht-weg\/story\/25491545\">Tagesanzeiger<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Bei der Volksabstimmung im Februar 2009 stimmte eine Mehrheit im Kanton Z&uuml;rich f&uuml;r die Abschaffung der sogenannten Pauschalsteuer. Die Initiative ging von der Alternativen Liste aus, einer kleinen linken Gruppierung. Betroffen waren davon etwa ausl&auml;ndische 200 Million&auml;re und Milliard&auml;re, die im Kanton Z&uuml;rich wohnen, aber in der Schweiz keiner Erwerbst&auml;tigkeit nachgehen d&uuml;rfen. Sie wurden bisher nicht wie normale Schweizer Steuerzahler auf der Basis ihres Einkommens und Verm&ouml;gens besteuert, vielmehr wird die Pauschalsteuer nach den Lebenshaltungskosten in der Schweiz und dem Mietwert ihres Wohnsitzes berechnet. In der ganzen Schweiz kamen 2008 etwa 5000 Personen in den Genuss dieses Steuerprivilegs. Sie zahlten der&nbsp; pro Jahr im Durchschnitt etwa 115.000 Franken Steuern. Der h&ouml;chste Steuerbetrag belief sich auf 23 Millionen Franken j&auml;hrlich. (Das muss dann ein wahres Luxusleben in einem Luxusanwesen, mit eigenem Flugplatz usw. sein)<br>\nIn den Medien hatte M&uuml;ller damit gedroht, bei einem Nein zur Pauschalsteuer in den Kanton Schwyz zu ziehen. Bis Ende 2010 muss sich abmelden, wer wegziehen will. Wer es nicht tut, wird nach dem normalen Verfahren bemessen. M&uuml;ller h&auml;tte z.B. ca. 15 km &uuml;ber den Z&uuml;richsee in die Gemeinde Freienbach ziehen k&ouml;nnen, die zur Metropolregion Z&uuml;rich geh&ouml;rt und an der Pauschalbesteuerung festh&auml;lt. In dieser Gemeinde liegt Pf&auml;ffikon, wichtigstes Hedge-Fonds-Zentrum nach New York und Schanghei. &ndash; Alles M&uuml;ller oder was?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Stuttgart 21<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Demonstranten st&ouml;ren Grube in Stuttgart<\/strong><br>\nBahnchef R&uuml;diger Grube lehnt einen Baustopp f&uuml;r eine Schlichtung im Streit um Stuttgart 21 ab. &ldquo;Es kann und es darf keinen Bau- und Vergabestopp geben&rdquo;, sagte Grube. Der Vermittler in dem Konflikt, Heiner Gei&szlig;ler, hatte im ZDF-&ldquo;Morgenmagazin&rdquo; gesagt, dass die bereits begonnene oberirdische Verlegung von Rohren f&uuml;r die Regulierung des Grundwassers m&ouml;glicherweise unterbrochen werden k&ouml;nnte. Grube schloss dagegen aus, die Grundwasserregulierung einzustellen oder die Gleisvorfeldarbeiten auszusetzen. Ein Bau- und Vergabestopp w&uuml;rde nach Angaben des Bahnchefs pro Woche 2,5 Mio. Euro kosten.<br>\nLandesregierung und Bahn hatten stets den Eindruck erweckt, an dem Projekt sei rechtlich nicht mehr zu r&uuml;tteln. Zudem seien die Kosten zu hoch. Dabei w&auml;re ein Abbruch von Stuttgart 21 billiger und einfacher als gedacht. Das geht aus einem Gutachtens des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags und Zahlen der Bahn selbst hervor. Die echten Ausstiegskosten der Bahn summieren sich nach Meinung von Bahnexperten auf h&ouml;chstens 380 Mio. Euro. Das w&auml;ren weniger als zehn Prozent der auf 4,1 Mrd. Euro gesch&auml;tzten Baukosten f&uuml;r den Bahnhof.<br>\nDie Bahn kalkuliert bei den Ausstiegskosten mit 1,4 Mrd. Euro. Dahinter verbirgt sich in erster Linie die R&uuml;ckabwicklung eines Grundst&uuml;ckgesch&auml;fts. Bereits 2001 hatte die Stadt Stuttgart der Bahn 460 Mio. Euro f&uuml;r freiwerdende Grundst&uuml;cke bezahlt. &ldquo;Das Geld w&auml;re ja nicht weg, sondern w&uuml;rde von der Bahn an die Stadt Stuttgart zur&uuml;ckgezahlt&rdquo;, sagte Christian B&ouml;ttger, Bahnexperte in Berlin. Abzuziehen seien au&szlig;erdem die Kosten in H&ouml;he von 170 Mio. Euro f&uuml;r die Neubaustrecke nach Ulm, die unabh&auml;ngig vom unterirdischen Durchgangsbahnhof gebaut werden kann. &Uuml;brig blieben 500 Mio. Euro &ndash; doch auch die d&uuml;rfte weiter schrumpfen: Die Bahn w&uuml;rde Unternehmen kaum die volle Summe zahlen m&uuml;ssen, wenn nicht einmal mit dem Bau begonnen w&uuml;rde.<br>\nAuch rechtlich w&auml;re ein Abbruch m&ouml;glich: Sofern das Bauvorhaben nur mit massiver Gewalt gegen gro&szlig;e Teile der Bev&ouml;lkerung durchzusetzen w&auml;re, w&auml;re ein Ausstieg m&ouml;glich, so die Rechtsexperten des Bundestags.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:empfang-zu-s21-demonstranten-stoeren-grube-in-stuttgart\/50181061.html%20%20\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Stuttgart 21 &ndash; ein totes Gleis f&uuml;r Schwarz-Gr&uuml;n?<\/strong><br>\nDer Streit um S21 ist auf parteipolitischer Ebene ein Zweikampf zwischen CDU und Gr&uuml;nen, die sich j&uuml;ngst im Stuttgarter Landtag einen absurden Kampf um die Deutungshoheit lieferten, wer von ihnen &ldquo;konservativer&rdquo; sei. Ist es konservativ, einen Bahnhof abzurei&szlig;en, oder ist es konservativ, ihn bewahren zu wollen?<br>\nGr&uuml;nen-Frontmann Winfried Kretschmann hat jedenfalls keine Ber&uuml;hrungs&auml;ngste mit dem Konservativismus &ndash; im Gegenteil, er sieht die Gr&uuml;nen als &ldquo;wertkonservative Partei&rdquo;&hellip;<br>\nDaher h&auml;lt Kretschmann auch &uuml;berhaupt nichts von den Forderungen einiger Parteifreunde, man solle eine Regierungsbeteiligung der Gr&uuml;nen klar an ein &ldquo;Nein zu S21&rdquo; koppeln. Kretschmann w&uuml;rde lieber &ldquo;ergebnisoffen diskutieren&rdquo; und Kompromisse eingehen. Dumm nur, dass es beim geplanten Bau des unterirdischen Durchgangsbahnhofs keinen Raum f&uuml;r Kompromisse gibt, die die Seite der Projektgegner halbwegs befriedigen w&uuml;rden.<br>\nW&auml;re S21 nicht derart emotional aufgeladen, w&uuml;rde Kretschmann wahrscheinlich nach den Landtagswahlen mit der Union koalieren und zu S21 unter &ldquo;st&auml;rksten Bauchschmerzen&rdquo; einen Formelkompromiss schlie&szlig;en &ndash; beispielsweise die Umsiedlung der Juchtenk&auml;fer in einen extra zu schaffenden Naturpark auf der schw&auml;bischen Alb. Solche Formelkompromisse w&auml;ren allerdings den Gegnern von S21 nur sehr schwer zu vermitteln, daher versuchen die S&uuml;dwest-Gr&uuml;nen alles m&ouml;gliche, um die Situation zu deeskalieren und den Konflikt m&ouml;glichst auf Sparflamme k&ouml;cheln zu lassen &ndash; solange S21 ihnen W&auml;hlerstimmen bringt, kokettieren sie gerne mit den Projektgegnern, zu viel &ldquo;Populismus&rdquo; lehnen sie allerdings ab.<br>\nDoch die Gr&uuml;nen sind nicht die Projektgegner, und je emsiger sie um einen Ausgleich k&auml;mpfen, desto offener treten die Gegens&auml;tze zu Tage. Den momentanen H&ouml;hepunkt der Dissonanzen provozierte Kretschmann selbst, als er in der letzten Woche die conditio sine qua non der Projektgegner, Vermittlungsgespr&auml;che seien nur bei einem Baustopp m&ouml;glich, eigenm&auml;chtig &uuml;ber Bord warf. Im Namen der Projektgegner stimmte er Gespr&auml;chen unter Moderation von Heiner Gei&szlig;ler zu, obwohl die Arbeiten am Grundwassermanagement fortgesetzt werden sollten. Stattdessen sollten die Baumf&auml;llungen im Schlossgarten und der Abriss des S&uuml;dfl&uuml;gels des Stuttgarter Bahnhofs &ldquo;pausiert&rdquo; werden.<br>\nDieser Formelkompromiss zwischen Kretschmann und Mappus ist jedoch streng genommen gar kein Entgegenkommen der Landesregierung, da im Schlossgarten ohnehin erst einmal keine F&auml;llarbeiten anstehen, und der S&uuml;dfl&uuml;gel noch stehen bleiben muss, da in ihm die Polizeikr&auml;fte untergebracht sind, die das demonstrierende Volk bei Bedarf hinfortkn&uuml;ppeln sollen.<br>\nDer Protest der Projektgegner lie&szlig; nicht lange auf sich warten. Nun f&uuml;hlt sich Kretschmann erwartungsgem&auml;&szlig; missverstanden und insistiert selbst auf einen Baustopp. Da musste der Hund mal wieder zum Jagen getragen werden &ndash; so zumindest der &ouml;ffentliche Eindruck. Doch dieser Eindruck t&auml;uscht, f&uuml;r die Gr&uuml;nen ist S21 Verhandlungsmasse.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/33\/33481\/1.html%20\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Wie zutreffend die Argumentation von Jens Berger ist, zeigt sich darin, dass die Gr&uuml;nen Heiner Gei&szlig;ler als Vermittler ins Gespr&auml;ch gebracht haben. Sie h&auml;tten doch wissen k&ouml;nnen, dass Gei&szlig;ler zwar mit attac und &ouml;kologischen Thesen kokettiert, aber es letztlich doch immer schafft die Kurve zur CDU zu bekommen. Darauf kann auch Mappus bauen. Gei&szlig;ler erkl&auml;rte auch schon, er werde diesen <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/panorama\/stuttgart-21-geissler-spricht-nicht-mehr-von-baustopp-1613233.html\">&bdquo;psycho-pathologischen Begriff&ldquo; Baustopp nicht mehr verwenden<\/a>.<\/em> <\/p><\/li>\n<li><strong>Dieter Rucht: Gei&szlig;ler wird scheitern<\/strong><br>\nDeshalb glaube ich kn&uuml;pfen sich zu viele Hoffnungen an die Person von Gei&szlig;ler. Er ist ein ehrenwerter und von beiden Seiten, nicht nur von beiden Seiten gesch&auml;tzter Mann, aber ich glaube, das ist fast strukturell unm&ouml;glich, diese Aufgabe zu l&ouml;sen. Es gibt eben, wie Sie sagten, anders als bei Tarifverhandlungen, bei Verteilungskonflikten, keine Mitte, in der man sich treffen kann, es ist ein Entweder-oder wie bei der Schwangerschaft: Ein bisschen schwanger geht in dem Fall nicht. Und ich vermute, dass Gei&szlig;ler entweder schon im Vorfeld oder im Zuge der Verhandlungen aufgibt oder dass eine der Konfliktparteien dann den Verhandlungstisch verl&auml;sst, sodass man wiederum beim Punkt null ist. Man m&uuml;sste diesen Gordischen Knoten nicht m&uuml;hsam entwirren, sondern man kann ihn nur durchschlagen &ndash; das w&auml;re meine Position &ndash; mit einer Volksbefragung. Er wird im Grunde auch nicht durchschlagen mit der n&auml;chsten Landtagswahl, selbst wenn dort die Projektgegner, also sprich Gr&uuml;n insbesondere, vielleicht auch Rot gewinnen w&uuml;rden, denn eine Landtagswahl ist keine Sachentscheidung bezogen auf ein regionales Thema. Es ist immer ein B&uuml;ndel von &Uuml;berlegungen, von Entscheidungen, es ist eigentlich nicht gut, wenn ein Thema diese ganze Wahl &uuml;berschattet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dkultur\/sendungen\/thema\/1293030\/%20\">Deutschlandradio Kultur<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>&raquo;Auch f&uuml;r Polizisten muss es Vermummungsverbot geben&laquo;<\/strong><br>\nNach den Exzessen der Polizei in Stuttgart fordert die Humanistische Union die Kennzeichnungspflicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/10-13\/026.php%20\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Heinz-J. Bontrup zur Preisverleihung des Golden Award of Change f&uuml;r die Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik<\/strong><br>\nWer als Politiker dem &bdquo;schlanken&ldquo; Staat und dem deregulierten Markt, insbesondere auf den Finanzm&auml;rkten, das Wort geredet und letztlich das Laissez-Faire-Prinzip auch umgesetzt hat, der hat eine hohe Schuld auf sich geladen. Das Problem ist nur, dass die neoliberal denkende Politik immer noch an der Macht ist. Deshalb gibt es auch so gut wie keine Ver&auml;nderung. Die neoliberalen &bdquo;Brandstifter&ldquo; und Gesellschaftszerst&ouml;rer wurden nur kurz, &uuml;ber Nacht zu &bdquo;Bastard-Wendehals-Keynesianer&ldquo; und machten einen bisher nicht f&uuml;r m&ouml;glich gehaltenen Schwenk in Richtung aktiver Konjunkturprogramme und extrem expansiver Geldpolitik. Damit die Verm&ouml;genden und Kapitaleigner nicht zur Kasse &ndash; zur Haftung, die sie sonst bei jeder Gelegenheit als Rechtfertigung f&uuml;r ihre Mehrwertaneignungen betonen &ndash; gebeten werden mussten, wurden die Krisenverluste durch eine massive Ausweitung der Staatsverschuldung kurzerhand sozialisiert. Da Steuererh&ouml;hungen f&uuml;r die Krisenverursacher weiterhin ausgeschlossen werden, wird die Staatsverschuldung nun als Grund f&uuml;r Haushaltskonsolidierungen herangezogen und damit noch mehr private und &ouml;ffentliche Armut hergestellt.<br>\nWas muss alternativ konkret passieren? F&uuml;nf Dinge:\n<ul>\n<li>Erstens eine auf europ&auml;ischer Ebene abgestimmte Fiskal- und Geldpolitik&hellip;<\/li>\n<li>Zweitens m&uuml;ssen diese kurzfristigen fiskal- und geldpolitischen Ma&szlig;nahmen durch systemisch- strukturelle Ver&auml;nderungen erg&auml;nzt werden. So sind die internationalen Finanzm&auml;rkte aus ihrer in der Vergangenheit vollzogenen Liberalisierung wieder in staatlich streng regulierte M&auml;rkte zu &uuml;berf&uuml;hren. Hinzu kommen muss eine Reform des Bankensystems durch eine demokratische Einbettung der Geldinstitute in ihr &ouml;konomisches und gesellschaftliches Umfeld&hellip;Au&szlig;erdem m&uuml;ssen die Banken auf ihre wesentlichen Kernfunktionen wie\n<ol type=\"a\">\n<li>die Organisation des Zahlungsverkehrs,<\/li>\n<li>das Einlagengesch&auml;ft zur einfachen und sicheren Ersparnisbildung und<\/li>\n<li>die Finanzierung gesamtwirtschaftlich und gesellschaftlich sinnvoller &ouml;ffentlicher und privater Investitionen durch Kreditvergabe zurechtgestutzt werden.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Parallel dazu bedarf es eines versch&auml;rften internationalen Wettbewerbsrechts zur Eind&auml;mmung<br>\nder Marktmacht von internationalen Konzernen.<\/p><\/li>\n<li>Drittens muss speziell Deutschland seine Wirtschaftspolitik zur Beseitigung der Ungleichgewichte in den Leistungsbilanzen verst&auml;rkt auf die Binnenwirtschaft ausrichten.<\/li>\n<li>Viertens muss eine v&ouml;llig ver&auml;nderte Steuerpolitik umgesetzt werden: Die gewinntr&auml;chtigen Unternehmen und die Spitzenverdiener sind im Vergleich zu heute wesentlich h&ouml;her zu besteuern. Der Spitzensteuersatz (Grenzsteuersatz) bei der Einkommensteuer muss ab einem zu versteuernden Einkommen von 60.000 Euro auf 48 % angehoben werden. Der K&ouml;rperschaftsteuersatz ist auf 35 % zu erh&ouml;hen.<\/li>\n<li>\nF&uuml;nftens muss noch eine ordnungstheoretische Notwendigkeit hinzukommen: Die private Wirtschaft ist zu demokratisieren&hellip;Dazu d&uuml;rfen die Besch&auml;ftigten nicht nur auf ihre heutige Lohnfunktion reduziert werden, sondern sie sollten &uuml;ber ihre gew&auml;hlten Vertreter in den Betriebs- und Aufsichtsr&auml;ten gleichberechtigt (demokratisch) auch an Entscheidungen &uuml;ber die Besch&auml;ftigung, die Unternehmensorganisation, &uuml;ber die Gewinnverwendung oder auch &uuml;ber die operative und strategische Ausrichtung &bdquo;ihres&ldquo; Unternehmens beteiligt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"\/upload\/pdf\/101013_hInweise_rede_bontrup_bei_preisverleihung_fuer_memo_gruppe.pdf\">Bontrup [PDF &ndash; 33KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Leitmedien im Krieg<\/strong><br>\nF&uuml;hrende deutsche Massenmedien stellen sich offen in den Dienst der Berliner Milit&auml;rpropaganda. J&uuml;ngster Ausdruck dieser Entwicklung ist ein sogenannter sicherheitspolitischer Kongress, den das Hamburger Wochenblatt &ldquo;Die Zeit&rdquo; f&uuml;r Mitte Oktober ank&uuml;ndigt. Das Ziel der Veranstaltung besteht nach Aussage der Organisatoren darin, Mittel und Wege zu finden, &ldquo;Kampfeins&auml;tze in einem fernen Land&rdquo; gegen&uuml;ber der &Ouml;ffentlichkeit zu legitimieren. Als Referenten angek&uuml;ndigt sind &ldquo;f&uuml;hrende Pers&ouml;nlichkeiten&rdquo; aus Politik, Milit&auml;r, Wissenschaft, Klerus und R&uuml;stungsindustrie; den Auftaktvortrag soll der deutsche Verteidigungsminister halten. Eine in inhaltlicher Ausrichtung und personeller Besetzung &auml;hnliche Konferenz hat die Wirtschaftszeitung &ldquo;Handelsblatt&rdquo; erst unl&auml;ngst in Berlin durchgef&uuml;hrt. Im Einklang mit Medien, die der Bundeswehr nahe stehen, wurde dort gefordert, die deutschen Streitkr&auml;fte gegen &ldquo;unberechtigte Kritik&rdquo; in Schutz zu nehmen. Thema waren dar&uuml;ber hinaus gravierende Probleme, mit denen sich die politisch-milit&auml;rische F&uuml;hrung beim Umbau der Bundeswehr zur weltweit agierenden Interventions- und Besatzungsarmee konfrontiert sieht. W&auml;hrend Vertreter der deutschen Streitkr&auml;fte eine &ldquo;&Uuml;berforderung&rdquo; der Truppe beklagten, bem&auml;ngelten namhafte R&uuml;stungsmanager die ihrer Ansicht nach &ldquo;gest&ouml;rte Kommunikation&rdquo; zwischen Politik und Wirtschaft. Ging die &ldquo;Handelsblatt&rdquo;-Tagung noch ohne &ouml;ffentliche Proteste vonstatten, haben Hamburger Kriegsgegner nun angek&uuml;ndigt, die Teilnehmer der &ldquo;Zeit&rdquo;-Konferenz &ldquo;geb&uuml;hrend zu empfangen&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.german-foreign-policy.com\/de\/fulltext\/57918\">German Foreign Policy<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Kein Mindestlohn f&uuml;r Dozenten<\/strong><br>\nDas Konto mit einer T&auml;tigkeit als Dozent im Weiterbildungsbereich aufbessern &ndash; leben k&ouml;nnen davon nicht viele. Trotzdem hat das Bundesarbeitsministerium nun einen Antrag auf Mindestlohn f&uuml;r die rund 23 000 Besch&auml;ftigten der Branche abgelehnt. Arbeitgeber und Gewerkschaften hatten in dem Antrag darauf gedr&auml;ngt, einen im Mai 2009 vereinbarten Tarifvertrag f&uuml;r allgemeinverbindlich zu erkl&auml;ren. Daf&uuml;r bestehe kein &ouml;ffentliches Interesse, geht aus dem Schreiben des Ministeriums hervor.<br>\nDer vom Ministerium abgelehnte Tarifvertrag sieht regional und fachlich differenzierte Lohnuntergrenzen zwischen 10,93 und 12,28 Euro in der Stunde im p&auml;dagogischen Bereich vor. Vereinbart hatten ihn die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Zweckgemeinschaft von Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes der Tr&auml;ger beruflicher Bildung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/kein-mindestlohn-fuer-dozenten\/1952684.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Portugal: Always living on The edge<\/strong><br>\nPortugals Wirtschaftskrise kommt nicht &uuml;berraschend, sie hat eine lange Vorgeschichte, die eng mit der Geschichte des Landes verkn&uuml;pft ist. Und sie hat vermutlich auch eine gro&szlig;e Zukunft.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2010\/40\/41810.html\">Jungle-World<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Der obige Artikel ist nur einer von vielen, die Jungle World seinem Schwerpunktheft zu Portugal gewidmet hat. Vom Niedriglohnsektor &uuml;ber das Sparprogramm, das auch dort vor allem &uuml;ber Sozialabbau l&auml;uft, kommt uns Manches bekannt vor &ndash; nur dass es hier eines der &auml;rmsten L&auml;nder Europas trifft. Einmal mehr zeigt sich, dass weder die portugiesische Eliten noch die europ&auml;ischen sich je Gedanken dar&uuml;ber gemacht haben, dass weder der Marktmechanismus im Binnenmarkt noch die Stabilit&auml;tskriterien in der W&auml;hrungsunion die Grundlage f&uuml;r eine wettbewerbsf&auml;hige Industrienation herstellen.<br>\nWir schrieben das Jahr 1997 als der damalige portugiesische Premierminister Guterres auf dem&nbsp; EU-Gipfeltreffen in Madrid anhob: &ldquo;Als Jesus Christus sich entschloss, eine Kirche zu gr&uuml;nden, sagte er zu Petrus: &lsquo;Du bist Petrus, der Fels, und auf diesen Fels werde ich die Kirche bauen&rdquo; und dann fortfuhr: &ldquo;Du bist Europa, und auf diese neue W&auml;hrung Euro werden wir unser Europa errichten.&rdquo; Dabei h&auml;tte Portugal die schwedische Haltung besser gestanden. Der schwedische &Ouml;konom S&ouml;derstr&ouml;m hat die Entscheidung seines Landes, der W&auml;hrungsunion nicht beizutreten, mit der notwendig hohen Exportf&auml;higkeit Schwedens begr&uuml;ndet und dass sich die &ldquo;Wettbewerbsf&auml;higkeit wesentlicher schwedische Industrien verbessern &rdquo; m&uuml;sse, obwohl Schweden nach realwirtschaftlichen Kriterien wie BIP-pro-Kopf oder Produktivit&auml;t eigentlich mit den europ&auml;ischen Kernl&auml;ndern konvergierte.&nbsp;<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Griechenlandkrise: Hellas auf dem Pr&uuml;fstand<\/strong><br>\nDer IWF bringt eine m&ouml;gliche Verl&auml;ngerung der Kredite f&uuml;r Griechenland ins Spiel. Die Bundesregierung lehnt dies ab.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/hellas-auf-dem-pruefstand\/-\/1472780\/4735530\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Dabei w&auml;re die Prolongierung der Kredite f&uuml;r Griechenland die einzige Chance. Das Land braucht Zeit, um sich umzustrukturieren. Als Beispiel sei nur die Einziehung der Steuerschulden der H&ouml;chstverdiener genannt, die nat&uuml;rlich fast alle dagegen klagen. Merkel hat den IWF als Bulldozer benutzen wollen, damit sich die EU (und sie selbst) mit ihren rigiden Konzepten dahinter verstecken konnte. Nun sind selbst die Hardliner vom IWF pragmatischer als die dogmatische Bundesregierung.  <\/em><\/p><\/li>\n<li>\n<a name=\"h19\"><\/a><strong>Luftkrieg per Joystick<\/strong><br>\nFr&uuml;her war der Einsatz von Drohnen gegen die Taliban und al-Qaida die Ausnahme &ndash; heute ist er der Normalzustand. Es wirkt wie ein Computerspiel: Der Pilot sitzt in Nevada, das Opfer stirbt in Pakistan. F&uuml;r die US-Streitkr&auml;fte in Afghanistan und im Irak sind die Drohnen heute ebenso wie f&uuml;r die CIA in Pakistan das Mittel der Wahl. Die ferngesteuerten Flugmaschinen k&ouml;nnen Konvois absichern, Aufst&auml;ndische beim Bombenlegen beobachten, Informationen f&uuml;r die Bodentruppen beschaffen &ndash; und sie werden als t&ouml;dliche Angriffswaffen, die kaum entdeckt werden k&ouml;nnen, eingesetzt. Neben der Nichtgef&auml;hrdung eines Piloten ist ihre lange Einsatzzeit ein weiterer gro&szlig;er Vorteil der Drohnen. Eine Drohne vom Typ &ldquo;MQ-1 Predator A&rdquo; kann 24 Stunden ununterbrochen in der Luft bleiben &ndash; wesentlich l&auml;nger als jedes bemannte Kampfflugzeug. Die &ldquo;Predator&rdquo;-Drohnen der Kategorie MALE (medium altitude, high endurance &ndash; mittlere Flugh&ouml;he, lange Ausdauer), die das US-Unternehmen General Atomics herstellt, werden bevorzugt eingesetzt. Das Nachfolgemodell &ldquo;MQ-9 Reaper&rdquo; (&ldquo;Schnitter&rdquo;) ist doppelt so gro&szlig; und mit 4,7 Tonnen viermal so schwer wie die MQ-1. Es tr&auml;gt zehnmal so viele Raketen wie die &ldquo;Predator&rdquo; und ist mit acht Millionen Dollar deutlich billiger als ein konventioneller Kampfbomber.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2010%2F10%2F11%2Fa0084&amp;cHash=c2c9411ddc\">taz<\/a> <\/li>\n<p><strong>Dazu:<\/strong> <\/p>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Keine Strafverfolgung mit Raketen<\/strong><br>\nDie USA f&uuml;hren einen Drohnenkrieg in Afghanistan und im Norden Pakistans. Effizient, preisg&uuml;nstig und relativ gefahrlos werden Kommandanten und wichtige Kader der Aufst&auml;ndischen ausgeschaltet. Milit&auml;risch ist das Konzept erfolgreich. Politisch und rechtlich d&uuml;rfte der Drohnenkrieg den Amerikanern aber noch jede Menge &Auml;rger bereiten &ndash; nicht nur in Pakistan, sondern auch in Deutschland. Vorige Woche wurden erstmals wohl auch deutsche Staatsb&uuml;rger bei US-Drohnenangriffen im Norden Pakistans get&ouml;tet. Diese hatten sich der Gruppe Islamische Bewegung Usbekistan angeschlossen. Das wirft weitere Fragen auf: Handelte es sich hierbei um zul&auml;ssige milit&auml;rische Auseinandersetzungen, oder liegt hier eine au&szlig;ergesetzliche Hinrichtung vermeintlicher Terroristen vor? Wurden die Deutschen gezielt get&ouml;tet, oder war ihr Tod &ldquo;nur&rdquo; ein Kollateralschaden beim Angriff auf andere Ziele? V&ouml;lkerrechtlich erlaubt ist t&ouml;dliche milit&auml;rische Gewalt nur im Rahmen bewaffneter Konflikte, also von Kriegen und B&uuml;rgerkriegen. Wer dagegen Terroristen, die nicht Teil der K&auml;mpfe sind, einfach mit Raketen umbringt, begeht ein Kriegsverbrechen. So sehen das jedenfalls europ&auml;ische V&ouml;lkerrechtler.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a1&amp;dig=2010%2F10%2F11%2Fa0032&amp;cHash=862a959baf\">taz<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Vorurteile gegen Muslime werden gesch&uuml;rt und verbreiten sich; Jammern um den Fachkr&auml;ftemangel; IWF und Weltbank rufen nach mehr Jobs; Reiche; 144 Milliarden f&uuml;r Wall-Street-Banker; 80 Euro mehr f&uuml;r Essen; Hunger in der Welt; nach uns die Sintflut; Nobelpreis zur Verbreitung der herrschenden Ideologie; M&uuml;ller-Milchs Steuerdeal; Stuttgart 21; Vermummungsverbot f&uuml;r<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7033\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-7033","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7033","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7033"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7033\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28587,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7033\/revisions\/28587"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7033"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7033"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7033"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}