{"id":70799,"date":"2021-03-17T09:00:44","date_gmt":"2021-03-17T08:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70799"},"modified":"2026-01-27T11:39:00","modified_gmt":"2026-01-27T10:39:00","slug":"krone-schmalz-eine-destabilisierung-russlands-ist-ein-spiel-mit-dem-feuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70799","title":{"rendered":"Krone-Schmalz: \u201eEine Destabilisierung Russlands ist ein Spiel mit dem Feuer\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Nimmt die Politik des Westens eine Destabilisierung Russlands in Kauf? Ja, sagt die ehemalige Russland-Korrespondentin der ARD <strong><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47748\">Gabriele Krone-Schmalz<\/a><\/strong>. In einem zweiteiligen Interview mit den NachDenkSeiten fordert die <a href=\"http:\/\/www.krone-schmalz.de\/\">Journalistin und Buchautorin<\/a> eine &bdquo;entschlossene Entspannungspolitik&ldquo;. Die Entwicklung zwischen den NATO-L&auml;ndern und Russland sei auf Misstrauen gebaut, dem m&uuml;sse entgegengetreten werden, bevor die Situation aus dem Ruder laufe. <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47783\">Krone-Schmalz<\/a> betont, dass man die geostrategischen Interessen, die bei den Konflikten zwischen &bdquo;dem Westen&ldquo; und Russland eine Rolle spielen, nicht ausblenden d&uuml;rfe. Sonst, so Krone-Schmalz, &bdquo;versteht man nur die H&auml;lfte.&ldquo; Von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5108\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-70799-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210317_Krone_Schmalz_Eine_Destabilisierung_Russlands_ist_ein_Spiel_mit_dem_Feuer_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210317_Krone_Schmalz_Eine_Destabilisierung_Russlands_ist_ein_Spiel_mit_dem_Feuer_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210317_Krone_Schmalz_Eine_Destabilisierung_Russlands_ist_ein_Spiel_mit_dem_Feuer_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210317_Krone_Schmalz_Eine_Destabilisierung_Russlands_ist_ein_Spiel_mit_dem_Feuer_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=70799-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210317_Krone_Schmalz_Eine_Destabilisierung_Russlands_ist_ein_Spiel_mit_dem_Feuer_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"210317_Krone_Schmalz_Eine_Destabilisierung_Russlands_ist_ein_Spiel_mit_dem_Feuer_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Frau <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42322\">Krone-Schmalz<\/a>, der Konflikt in der Ukraine ist in den Hintergrund ger&uuml;ckt, aber die Spannungen mit Russland sind nach wie vor sehr gegenw&auml;rtig. Gerade stehen Sanktionen der EU gegen Russland im Raum.  Wie betrachten Sie die aktuellen Entwicklungen? <\/strong><\/p><p>Mit gro&szlig;er Sorge. Ich vermisse nicht nur politische Analysen, die das Kn&auml;uel aus Interessen und Moral entwirren, sondern vor allem auch eine politische Strategie, wohin diese Spirale aus Drohungen und Sanktionen denn f&uuml;hren soll. Es ist eine Situation entstanden, in der zwar immer noch viele das Wort &bdquo;Dialog&ldquo; und &bdquo;Gespr&auml;chsbereitschaft&ldquo; im Munde f&uuml;hren, aber die Praxis sieht anders aus. Und diejenigen, die diese Begriffe mit Leben f&uuml;llen wollen, laufen st&auml;ndig Gefahr, diskreditiert zu werden. Hinzu kommt Druck aus den USA. Allerdings verhindert die Verl&auml;ngerung des New-Start-Abkommens zumindest im Nuklearbereich eine weitere R&uuml;stungsspirale &ndash; ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, immerhin.<\/p><p><strong>Oberfl&auml;chlich betrachtet k&ouml;nnte man als Mediennutzer davon ausgehen, dass die Reibereien mit den Konflikten zu tun haben, &uuml;ber die in dem Zusammenhang berichtet wird. Ukraine, Krim, Nawalny, Menschenrechte: Das ist der Vordergrund.  Aber wenn man sich nur auf diese Konflikte im Einzelnen konzentriert, wird man dann nicht sozusagen zum Opfer eines Taschenspielertricks, bei dem die Aufmerksamkeit weg vom eigentlichen Geschehen gelenkt wird? <\/strong><br>\n<strong>Anders gefragt: Verdecken die vordergr&uuml;ndigen Streitereien zwischen dem Westen und Russland die eigentlichen Gr&uuml;nde f&uuml;r die Spannungen? <\/strong><\/p><p>Ja und nein. Diese Konflikte sind ja nicht nur vorgeschoben, es sind tats&auml;chliche Konflikte. Etwas anderes ist aber die Frage nach ihren tieferen Ursachen. Wenn man die geostrategischen Interessen ausblendet, versteht man die Konflikte nur zur H&auml;lfte.<\/p><p><strong>W&uuml;rden Sie das bitte n&auml;her erl&auml;utern?<\/strong><\/p><p>Jedes Land auf der Welt hat f&uuml;r sich sein eigenes Sicherheitsbed&uuml;rfnis und es geht umso friedlicher zu, desto sicherer man sich f&uuml;hlt. Es braucht eine Sicherheitsarchitektur, in der sich m&ouml;glichst viele gut aufgehoben f&uuml;hlen. Das ist nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vers&auml;umt worden. Wir haben entgegen den damaligen Erwartungen und trotz der historisch nahezu einmaligen Chancen kein neues Miteinander, sondern ein neues, noch sch&auml;rferes und vor allem unberechenbareres Gegeneinander geschaffen. Es ist nicht erst durch die Krim zu den schlechten Beziehungen zwischen Russland und &bdquo;dem Westen&ldquo; gekommen. Das gegenseitige Misstrauen hat die Trag&ouml;die in der Ukraine ja &uuml;berhaupt erst m&ouml;glich gemacht &ndash; und an diesem Misstrauen hat die Politik der USA einen gro&szlig;en Anteil, der gerne ausgeblendet wird.  <\/p><p>Die L&auml;nder der EU und Russland sind eigentlich nat&uuml;rliche Partner, die sich in mehrfacher Hinsicht hervorragend erg&auml;nzen. Eine gute Zusammenarbeit &ndash; man muss sich ja nicht lieben &ndash; liegt demzufolge im Interesse beider Seiten. Das Interesse der USA ist ein ganz anderes, und aus US-amerikanischer Sicht selbstverst&auml;ndlich legitim. Die USA haben keinerlei Interesse an einem wie auch immer geeinten oder zusammenarbeitenden Eurasien. Das kann man auch schwarz auf wei&szlig; in entsprechenden Strategiepapieren nachlesen. Das hei&szlig;t nicht, dass wir uns Illusionen &uuml;ber die russische Politik machen sollten, die ebenfalls ihre eigenen Interessen verfolgt. Ebenso wenig aber sollten wir uns Illusionen &uuml;ber die Politik Washingtons hingeben. Unsere Interessen in Bezug auf Russland &uuml;berschneiden sich auf einigen Gebieten allenfalls, sind aber nicht identisch.<\/p><p><strong>In der Berichterstattung spielen diese tiefergehenden Zusammenh&auml;nge allenfalls selten eine Rolle. Die Berichterstattung konzentriert sich weitestgehend auf die &bdquo;Vorderb&uuml;hne&ldquo;. Die russische Polizei, beispielsweise, greift gegen Demonstranten durch, also wird das zur gro&szlig;en Nachricht und Medien stimmen Emp&ouml;rung an. Wie sehen Sie das?<\/strong><\/p><p>Ich sehe durchaus die Zw&auml;nge, mit denen es Medien zu tun haben. Um &uuml;berhaupt wahrgenommen zu werden, m&uuml;ssen sie Aufmerksamkeit erregen. Das war zwar schon immer so, ist aber angesichts der F&uuml;lle (was leider nichts mit Vielfalt zu tun hat) viel schwerer geworden. Klar, es ziehen Bilder brutaler Polizeieins&auml;tze mehr Aufmerksamkeit auf sich als eine sogenannte Hintergrundberichterstattung. Das ist ein grunds&auml;tzliches Problem: wie bebildere ich politische Analysen? Bei zu viel optischer Ablenkung kommt die Information nicht mehr an und bei zu wenig guckt kaum noch einer zu. Ich stelle &uuml;brigens bei &bdquo;meinen&ldquo; Studenten fest, dass sie mit dieser Fragestellung sehr kreativ umgehen und vielleicht w&auml;re es eine gute Idee, junge Menschen mit ihren Bed&uuml;rfnissen und ihren Vorstellungen mehr einzubinden.<\/p><p><strong>Kaum war Joe Biden im Amt, gab es scharfe T&ouml;ne von ihm gegen Russland. B1-Bomber sollen nach Norwegen verlegt werden. Was lesen Sie aus dieser Entscheidung?<\/strong><\/p><p>Ich habe von Anfang an zu denjenigen geh&ouml;rt, die vor allzu gro&szlig;er Euphorie wegen des Pr&auml;sidentenwechsels gewarnt haben. Biden mag berechenbarer und verbindlicher im Ton sein, aber an der grunds&auml;tzlichen Ausrichtung hat sich nichts ge&auml;ndert: Russland ist in erster Linie der Feind und mit Blick auf Energielieferungen auch der Konkurrent, den es in Schach zu halten gilt. Allenfalls wenn es den eigenen Interessen entgegenkommt, ist eine Zusammenarbeit mit Russland denkbar. Wie etwa bei internationalen Krisen- und Kriegsherden wie Syrien. Es bleibt abzuwarten, wie sich die neuerlichen Luftschl&auml;ge der USA auf Ziele in Syrien auswirken werden. Hoffnung macht einzig und allein, dass, wie erw&auml;hnt, das Thema Abr&uuml;stungsvertr&auml;ge wieder auf der Tagesordnung steht.<\/p><p><strong>Was ist der Unterschied zwischen Trump und Biden, wenn es um die US-amerikanischen Beziehungen zu Russland geht?<\/strong><\/p><p>Ich bin kein USA-Experte. Nach meinem Eindruck hatte Trump &ndash; ganz gleich, wie man ihn insgesamt beurteilen mag &ndash; zu Beginn seiner Amtszeit den festen Plan, mit Russland gute Beziehungen aufzubauen. Diesen Plan auf eine zweifelhafte M&auml;nnerfreundschaft zwischen den &bdquo;Machotypen&ldquo; Trump und Putin zu reduzieren, halte ich f&uuml;r verfehlt. Dass aus der Verbesserung der Beziehungen nichts geworden ist, hat m&ouml;glicherweise auch etwas mit der Sprunghaftigkeit Trumps zu tun, aber ganz sicher mit der innenpolitischen Situation in den USA, in der jeglicher Kontakt zu Russland pl&ouml;tzlich unter Generalverdacht stand.<br>\nBiden ist ein sehr erfahrener Politiker, mit dem sich wahrscheinlich zivilisierter und &bdquo;vern&uuml;nftiger&ldquo; im Sinne von &bdquo;berechenbarer&rdquo; umgehen l&auml;sst, aber es gibt aus meiner Sicht keinen Anlass und auch keine Anzeichen, einen nennenswerten Kurswechsel gegen&uuml;ber Russland zu vermuten. Im Gegenteil, wie die neuerlichen Sanktionen der USA zeigen. <\/p><p><strong>Biden forderte auch die sofortige Freilassung von Nawalny &ndash; <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/russland-biden-rede-101.html\">w&auml;hrend sein Land Assange und Snowden verfolgt<\/a>.<\/strong><\/p><p>Vergleiche sind immer so eine Sache. Irgendein Haken versteckt sich meist, der einen direkten Vergleich behindert. Aber es ist keine Frage, dass auch in dieser Hinsicht grunds&auml;tzlich mit zweierlei Ma&szlig; gemessen wird. Wir regen uns &ndash; zu Recht &ndash; &uuml;ber russische Straflager auf, aber an Guantanamo haben wir uns gew&ouml;hnt.<\/p><p><strong>Biden hat auch eine gemeinsame Strategie mit der EU gefordert, um Russlands &bdquo;Versuche, die &ouml;ffentliche Meinung zu beeinflussen&ldquo;, entgegenzutreten.  Wie sind solche Aussagen zu bewerten? <\/strong><\/p><p>Es ist immer gut, sich zusammenzutun, um ein Ziel zu erreichen. Aber zwei Dinge sind mir wichtig. Zum einen kann ich mir ein gewisses Schmunzeln nicht verkneifen, wenn ich mir vorstelle, dass wir bzw. die EU ausgerechnet mit den USA zusammenarbeiten sollen, wenn es um Versuche anderer geht, die &ouml;ffentliche Meinung zu beeinflussen. Und der zweite Punkt: Ich warne vor Standard-Denken in Entweder-Oder-Positionen. Ein gutes Verh&auml;ltnis zu den USA muss nicht zwangsl&auml;ufig ein schlechtes Verh&auml;ltnis zu Russland zur Folge haben und umgekehrt. Sowohl als auch, also ein gutes Verh&auml;ltnis zu beiden Staaten, das w&auml;re f&uuml;r mich der erstrebenswerte Zustand und ich hielte es f&uuml;r einen groben Fehler, sich an der Seite der USA in eine Frontstellung zu Russland dr&auml;ngen zu lassen.<\/p><p><strong>Was ist denn aus Ihrer Sicht die Strategie der USA, aber auch der EU, wenn es um den Umgang mit Russland geht? Vordergr&uuml;ndig sieht es danach aus, dass durch Druck aufbauen Russland zur &Auml;nderung seiner Politik gebracht werden soll. Aber wir sehen doch, dass das nicht passiert. Also nochmal die Frage: Was ist das f&uuml;r eine Strategie?<\/strong><\/p><p>Ich kann keine vern&uuml;nftige Strategie erkennen. Als Begr&uuml;ndung f&uuml;r eine harte Politik wird ja meist genannt: Russland &ndash; vor allem Putin &ndash; verstehe keine andere Sprache als Druck. Ich kann mich an keine Situation erinnern, wo sich in Russland auf ausl&auml;ndischen Druck hin etwas ge&auml;ndert h&auml;tte. Ganz im Gegenteil, je gr&ouml;&szlig;er der Druck von au&szlig;en wird, umso mehr w&auml;chst das Zusammengeh&ouml;rigkeitsgef&uuml;hl in Russland, selbst unter denen, die eine Menge an der Politik ihres Landes auszusetzen haben. Und aus Sorge vor Destabilisierung wird die russische Politik parallel dazu auch noch restriktiver. <\/p><p>Leonid Wolkow, ein Vertrauter Nawalnys, hat auf die neulich verh&auml;ngten Sanktionen der EU gegen vier Staatsbeamte folgenderma&szlig;en reagiert &ndash; &uuml;brigens ganz im Sinne Nawalnys, der das fr&uuml;her auch selbst schon angesprochen hat. Sinngem&auml;&szlig; hat Wolkow gesagt, es w&auml;re besser gewesen, Sanktionen gegen Oligarchen zu verh&auml;ngen statt gegen Staatsbeamte, die f&uuml;r die Verurteilung Nawalnys zust&auml;ndig sind, denn die Oligarchen w&uuml;rden dann unzufrieden und das k&ouml;nnte die russische F&uuml;hrung nerv&ouml;s machen. Super Idee. Und dann? Was w&uuml;rde passieren, wenn Nawalny sein Ziel erreicht und Putin st&uuml;rzt? Wird Russland dann &uuml;ber Nacht zu einer funktionierenden Demokratie? &Uuml;bernimmt die &bdquo;Zivilgesellschaft&ldquo; die Macht? Versinkt das Land im Chaos?  Kommen die Oligarchen an die Macht wie in der Ukraine? Oder gar Rechtsradikale? Auf diese Fragen vermisse ich Antworten in der westlichen &bdquo;Strategie&ldquo;. Unabh&auml;ngig von diversen westlichen Interessen im Einzelnen &ndash; eine Destabilisierung Russlands ist ein Spiel mit dem Feuer, aber die Politik des Westens nimmt sie in Kauf.<\/p><p><strong>So wie es jetzt aussieht, spitzt sich der Konflikt immer weiter zu.<\/strong><br>\n<strong>Welche Gefahren sehen Sie? Wo soll das Ganze enden?<\/strong><\/p><p>Das m&ouml;chte ich mir lieber nicht vorstellen, wo das Ganze enden soll. In diesen Tagen ist Michail Gorbatschow 90 Jahre alt geworden. Er hat nicht nur den Friedensnobelpreis bekommen, er hat ihn auch (im Gegensatz zu manch anderem) verdient. An seiner Stelle w&uuml;rde ich verzweifeln angesichts des Scherbenhaufens, der nach seinem Ausscheiden aus der Politik angerichtet worden ist, obwohl die Voraussetzungen f&uuml;r eine friedlichere Welt nicht besser h&auml;tten sein k&ouml;nnen. Das besonders Tragische daran ist, dass Gorbatschow diese Friedenspolitik der &Ouml;ffnung, Transparenz und Demokratisierung immer ohne R&uuml;cksicht auf seine eigene Person und seine Familie durchgezogen hat.<\/p><p>Es liegt mir fern, Katastrophenszenarien zu entwickeln, aber ich bin fest davon &uuml;berzeugt, dass es einer entschlossenen Entspannungspolitik bedarf, die ohne Vorbedingungen mit Blick nach vorn agiert. Ohne vertrauensbildende Ma&szlig;nahmen &ndash; die als hohle Floskel gebraucht nichts n&uuml;tzen, sondern mit Inhalt gef&uuml;llt werden m&uuml;ssen &ndash; besteht die Gefahr, dass Situationen, die aus Missverst&auml;ndnissen resultieren, aus dem Ruder laufen und nicht mehr einzufangen sind. Das sollte allen bewusst sein, vor allem mit Blick auf nachfolgende Generationen.<\/p><p><em>Lesetipp: Krone-Schmalz, Gabriele: Respekt geht anders. Betrachtungen &uuml;ber unser zerstrittenes Land. C.H. Beck Paperback,  16. Oktober 2020. S. 174. 14,90 Euro. <\/em><\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/d69d942845d24fc19865f1a2bd7572b2\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nimmt die Politik des Westens eine Destabilisierung Russlands in Kauf? Ja, sagt die ehemalige Russland-Korrespondentin der ARD <strong><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=47748\">Gabriele Krone-Schmalz<\/a><\/strong>. In einem zweiteiligen Interview mit den NachDenkSeiten fordert die <a href=\"http:\/\/www.krone-schmalz.de\/\">Journalistin und Buchautorin<\/a> eine &bdquo;entschlossene Entspannungspolitik&ldquo;. 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