{"id":71084,"date":"2021-03-26T12:59:28","date_gmt":"2021-03-26T11:59:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=71084"},"modified":"2021-03-27T14:08:41","modified_gmt":"2021-03-27T13:08:41","slug":"buergerkrieg-in-burma-teil-i-myanmars-sicherheitskraefte-sind-voellig-ausser-kontrolle-geraten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=71084","title":{"rendered":"B\u00fcrgerkrieg in Burma &#8211; Teil I: Myanmars Sicherheitskr\u00e4fte sind v\u00f6llig au\u00dfer Kontrolle geraten."},"content":{"rendered":"<p>Fast zwei Monate nach dem Milit&auml;rcoup fahren Myanmars Sicherheitskr&auml;fte fort, die Zivilbev&ouml;lkerung des Landes zu terrorisieren. In dieser Woche kam es wiederum zu schlimmem Blutvergie&szlig;en im ganzen Land, brutale Schl&auml;ge gegen Demonstranten nahmen weiter zu, genauso wie die Festnahmen von Aktivisten, Journalisten und Politikern. Die Armee geht verst&auml;rkt gegen friedliche Demonstranten vor und besetzte viele Krankenh&auml;user und Schulen im ganzen Land. Eine neue Taktik des Terrors besteht darin, nachts mit wahllosen Sch&uuml;ssen und Granaten in den Wohngebieten Panik zu verursachen. Auch die n&auml;chtlichen Verhaftungen gehen unvermindert weiter: Sie zielen auf Aung San Suu Kyis Unterst&uuml;tzer, auf demokratisch gew&auml;hlte Gemeindeverwalter und junge Demonstranten. Von <strong>Jinthana Sunthorn<\/strong>, Hong Kong. &Uuml;bersetzung von der Redaktion.<br>\n<!--more--><br>\nDie Milit&auml;rs drohen nicht mehr nur, sie t&ouml;ten jetzt. Oft gezielt und per Kopfschuss, was auf den Einsatz von Scharfsch&uuml;tzen schlie&szlig;en l&auml;sst. Kaltbl&uuml;tiger Mord aus dem Hinterhalt.  Die T&ouml;tungen kommen au&szlig;ergerichtlichen Hinrichtungen gleich, ausgef&uuml;hrt von milit&auml;rischen Einheiten, die bereits in der Vergangenheit an Kriegsverbrechen und an Verbrechen gegen die Menschlichkeit an ethnischen Minderheiten beteiligt waren. Mord an den Gegnern der Junta bleibt in Myanmar so lange ungestraft, wie die Junta regiert. Mehr als 40 Polizisten und Soldaten sind in den letzten Tagen &uuml;ber die Grenze nach Indien geflohen, weil sie nicht auf ihre eigenen Landleute schie&szlig;en wollten. Auf Fahnenflucht steht die Todesstrafe. Zahllose weitere Polizisten und Soldaten haben sich der Bewegung des zivilen Ungehorsams angeschlossen und sind mit ihren Waffen zu den Aufst&auml;ndischen &uuml;bergelaufen. Sie haben angeboten, beim Aufbau einer neuen bewaffneten Streitmacht gegen die Tatmadaw zu helfen. <\/p><p>Es herrscht B&uuml;rgerkrieg in Burma. Wenn man Menschen gegen die Junta auf die Stra&szlig;en schickt, dann muss man sie auch sch&uuml;tzen. Man kann nicht zulassen, dass sie wie die Hasen von schie&szlig;w&uuml;tigen, mordhungrigen Soldaten abgeknallt werden. Wenn die Milit&auml;rs die Demonstranten angreifen, wenn sie nachts pl&uuml;ndernd und mordend durch die Wohnviertel ziehen, dann muss man sie mit einem Bleigewitter empfangen, das die Angreifer, die es &uuml;berleben, niemals vergessen werden.  Der Aufbau einer eigenen bewaffneten Streitmacht muss die vordringlichste Aufgabe des CRPH sein. <\/p><p><strong>Der Widerstand organisiert sich<\/strong><\/p><p>Das CRPH &ndash; das Committee Representing Pyidaungsu Hluttaw (Unionsparlament) &ndash; wurde von NLD-Abgeordneten nach dem Putsch als Herausforderung an die Legitimit&auml;t der Junta-Regierung gegr&uuml;ndet. Es operiert im Untergrund. Das CRPH unterst&uuml;tzt die Bewegung des zivilen Ungehorsams (CDM), eine Kampagne, die dazu aufruft, sich zu weigern, f&uuml;r das Regime zu arbeiten. Sie versucht auch, das Regime vor internationalen Gerichten wegen seines t&ouml;dlichen Vorgehens gegen die Zivilbev&ouml;lkerung zu verklagen. Das CRPH besteht aus gew&auml;hlten Volksvertretern und ist damit die einzige legitime Regierung in Myanmar.<br>\nDie gew&auml;hlten Volksvertreter wurden am 1. Februar durch das Milit&auml;r an ihrer ersten Zusammenkunft nach den Wahlen vom November 2020 gehindert. Bei dieser ersten Sitzung sollte eine neue Regierung gebildet werden. Die CRPH ist und bleibt die Regierung Myanmars so lange, bis das gew&auml;hlte Parlament zusammengekommen ist, um eine neue Regierung zu bilden.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p>Die Milit&auml;rjunta hat nach dem Putsch ihre eigene Regierung gebildet, den SAC (State Administration Council) und Minister ernannt. Aber die Junta hat kein Mandat des Volkes. Ihr Mandat kommt einzig und allein aus den Gewehrl&auml;ufen. Die Tatmadaw begr&uuml;ndete ihren Putsch mit der fadenscheinigen Behauptung eines Wahlbetruges, das Regime sei nur als Verwalter eingesprungen, um in einem Jahr fairere Wahlen zu erm&ouml;glichen. Das brutale Vorgehen des Regimes gegen die B&uuml;rger des eigenen Landes hat diese Behauptung zunichte gemacht. Die W&auml;hlerschaft der Junta besteht einzig und allein aus ihren Milit&auml;reinheiten und einer schmalen Wirtschaftselite von &bdquo;Kumpanen&ldquo;, wie die privaten korrupten Wirtschaftsbosse, die sich mit dem Milit&auml;r verb&uuml;ndet haben, beim Volk in Myanmar genannt werden. Sie haben bei neuen Wahlen nichts zu gewinnen. Egal wie manipuliert sie auch sein m&ouml;gen, sie werden keine Regierungsmehrheit bekommen. Und nach diesem Putsch schon gar nicht, niemand ist in Burma derzeit so verhasst wie das Milit&auml;r. Die Tatmadaw ist der Feind des Volkes und der Feind jeder Demokratie. <\/p><p><strong>Das Milit&auml;r in Burma und seine Gesch&auml;fte<\/strong><\/p><p>Das Milit&auml;r in Burma und in vielen anderen L&auml;ndern der Dritten Welt kann nicht mit dem Milit&auml;r in den L&auml;ndern des Westens verglichen werden. Seine Stellung und seine Funktion sind ganz andere. Mit Landesverteidigung hat das nur noch wenig zu tun, die Milit&auml;rs sind die Parasiten, die das Volk ausbluten lassen. Das Milit&auml;r ist nicht Diener der Regierung, im Gegenteil, es ist das Milit&auml;r, das das Sagen im Staat hat.<\/p><p>Die Tatmadaw hat sich seit seiner ersten Machtergreifung 1962 zu einem privilegierten Staat im Staat entwickelt. Sie hat die Macht &uuml;ber die Wirtschaft des Landes erobert und sich Privilegien geschafft, die sie nicht mehr aufgeben wollen. Sie sitzen an den Schaltstellen sowohl der Politik als auch der Wirtschaft. Die obersten Reihen der Tatmadaw besetzen Spitzenstellungen in der Verwaltung. Die Landesverteidigung ist bestenfalls Nebensache, die Armee ist da, um Unruhen im eigenen Land zu bek&auml;mpfen, um die eigene Vormachtstellung aufrecht zu erhalten und um Aufst&auml;nde zu verhindern.<\/p><p>Die Tatmadaw sind die f&uuml;hrenden Kapitalisten im Land, ihnen geh&ouml;ren zahllose Unternehmen und Fabriken oder sie werden von ihnen gef&uuml;hrt. Das ist in etwa so, wie wenn in Deutschland die obersten Gener&auml;le aus der Familie Quandt, Bosch, Haniel, Schwarz und Albrecht kommen w&uuml;rden und die Ministerien f&uuml;r Inneres, Verteidigung und Grenzangelegenheiten per Gesetz unter ihrem Kommando stehen w&uuml;rden. <\/p><p>An den wirtschaftlichen und politischen Schaltstellen vergeben die burmesischen Milit&auml;rs untereinander Auftr&auml;ge an sich, ihre Familien oder G&uuml;nstlinge. Auflagen, die Mitkonkurrenten zu erf&uuml;llen haben, z&auml;hlen f&uuml;r die Milit&auml;rfirmen nicht, Gesetzesverst&ouml;&szlig;e werden nicht geahndet, Gesetze werden so ma&szlig;geschneidert, dass sie die Gesch&auml;fte der Milit&auml;rfirmen nicht st&ouml;ren, sondern beg&uuml;nstigen.<\/p><p>Die beiden gr&ouml;&szlig;ten Unternehmen mit dem gr&ouml;&szlig;ten Jahresumsatz, MEC (Myanmar Economic Corporation) und MEHL  (Myanmar Economic Holdings Limited), geh&ouml;ren dem Milit&auml;r. &bdquo;Diese Unternehmen wurden durch die systemische Korruption der Milit&auml;rdiktatur und den Diebstahl von &ouml;ffentlichen Verm&ouml;genswerten aufgebaut, die unter der F&uuml;hrung von Senior General Min Aung Hlaing expandierten&ldquo;[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]. Sie sind in allen Wirtschaftsbereichen t&auml;tig, vom Bergbau &uuml;ber den Tourismus bis zur Telekommunikation, Banken und sonstigen Dienstleistungen. Gleichzeitig besitzen sie zahlreiche Immobilien und L&auml;ndereien in den besten Lagen. Ein gro&szlig;er Teil des BIP entf&auml;llt auf die Unternehmen des Milit&auml;rs, die zugleich auch Monopole in vielen Schl&uuml;sselsektoren wie z.b. im Bergbau (Jade, Gold, &Ouml;l&hellip;) innehaben. MEHL, MEC und eine relativ kleine Gruppe von angeschlossenen zivilen Gesch&auml;ftsleuten, die im Volksmund als &ldquo;die Kumpane&rdquo; bezeichnet werden, schnappten sich Wirtschaftskonzessionen, Immobilien und lukrative Vertr&auml;ge mit dem Staat sowie mit ausl&auml;ndischen Unternehmen. Bier und Tabak, Bergbau- und Baufirmen bis hin zu Tourismus und Immobilienentwicklung; wer mit Myanmar Gesch&auml;fte machen will, kommt an der Tatmadaw als Partner nicht vorbei.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p>Das Budget der Armee und ihre Einnahmen sind intransparent, die Buchf&uuml;hrung ist Sache der Milit&auml;rs und kann nicht kontrolliert werden. Die wahren Einnahmen kennen nur wenige Eingeweihte. Die Dividenden in H&ouml;he von mehreren Milliarden USD sch&uuml;tten MEC und MEHL an ihre Teilhaber aus, ausnahmslos Milit&auml;rangeh&ouml;rige und pensionierte Milit&auml;rs, denn nur sie k&ouml;nnen Aktien von MEC und MEHL erwerben. Und darauf m&uuml;ssen sie noch nicht einmal Steuern bezahlen. Eine Untersuchung von Amnesty International aus dem Jahr 2020 ergab, dass das Milit&auml;r &uuml;ber Jahre hinweg Dividenden in H&ouml;he von bis zu 18 Milliarden Dollar allein nur &uuml;ber die MEHL erhalten hat.<\/p><p>&Uuml;ber das Verteidigungsbudget entscheidet das Milit&auml;r allein. Beim Einkauf von Material f&uuml;r das Milit&auml;r, seien es Waffen oder andere G&uuml;ter, flie&szlig;en regelm&auml;&szlig;ig hohe Schmiergelder an die K&auml;ufer. Die Preise sind &uuml;berteuert, die Differenz sch&ouml;pft das Milit&auml;r ab. Das Milit&auml;r verf&uuml;gt &uuml;ber eine eigene Infrastruktur auf hohem Standard im Bereich der Gesundheitsversorgung und Bildung. Krankenh&auml;user, Schulen, Hochschulen sind in Burma besser als die nicht-milit&auml;rischen Einrichtungen. <\/p><p>Die Gesch&auml;fte, die MEC und MEHL nicht selber betreiben, vergeben sie an ihre Familienangeh&ouml;rigen. Die Kinder und Ehefrauen der hohen Offiziere sind fast alle mit im Gesch&auml;ft. Ihnen werden die lukrativsten Auftr&auml;ge zugeschanzt, ihre Gesch&auml;ftspraktiken werden vom Milit&auml;r gesch&uuml;tzt. Niemand w&uuml;rde es wagen, gegen sie vorzugehen, welche Gaunereien sie auch immer begehen m&ouml;gen. Wir wollen hier als Beispiel nur die wirtschaftlichen Aktivit&auml;ten der Familie des Oberputschisten Min Aung Hlaing beleuchten. General Min Aung Hlaing und der stellvertretende Oberbefehlshaber Vice Senior General Soe Win leiten die MEHL und die MEC.<\/p><p>Dem Sohn des Putschistenf&uuml;hrers geh&ouml;rt das Azura Beach Hotel. Das Hotel ist eines der gr&ouml;&szlig;ten Resorts am Chaung Thar Strand in der Region Ayeyarwady. Aung Pyae Sone hat auch Unternehmen in den Bereichen Handel, medizinische Ausr&uuml;stung, Bau und Unterhaltung. Ihm geh&ouml;rt die Baufirma Sky One sowie A&amp;M Mahar, ein Gesundheits- und Wellness-Unternehmen. Ihm wurde auch die Erlaubnis erteilt, &ouml;ffentliches Land im People&rsquo;s Park in Yangon f&uuml;r weit unter dem Marktwert zu pachten.  Er zahlte nur etwa 0,5% des in der Gegend &uuml;blichen Pachtpreises. Er betreibt dort gleich neben der Shwedagon Pagode das Yangon Restaurant und die Yangon Gallery, in denen er entgegen einem Verbot des Yangon City Development Committee Alkohol ausschenkt. <\/p><p>Aung Pyae Sone betreibt auch das Kan-Tharyar-Krankenhaus in der N&auml;he des Inya-Sees in Rangun und ist Berichten zufolge der gr&ouml;&szlig;te Aktion&auml;r des Telekommunikationsanbieters Mytel, einem Joint Venture zwischen dem Milit&auml;r Myanmars und Viettel, das der vietnamesischen Armee geh&ouml;rt. Aung Pyae Sones Frau, Myo Yadanar Htaik, ist ebenfalls in der Wirtschaft t&auml;tig, u.a. als Direktorin der Nyein Chan Pyae Sone Manufacturing &amp; Trading Company, zusammen mit ihrem Mann. Bis vor kurzem war sie Direktorin von Apower, einer Tochtergesellschaft der Aung Myin Thu Group, die ein Immobilienprojekt im Mingaladon Township von Yangon betreibt.<\/p><p>Min Aung Hlaings Tochter, Khin Thiri Thet Mon, besitzt Seventh Sense, eine Medienproduktionsfirma, die Big-Budget-Filme produziert und Exklusivvertr&auml;ge mit Nay Toe und Wut Hmone Shwe Yi hat. Nay Toe spielt eine wichtige Rolle im Marketing f&uuml;r Mytel, dem Mobilfunkbetreiber, den Senior-General Min Aung Hlaing zusammen mit dem MEC gegr&uuml;ndet hat, da er den Anteil der Regierung an dem Unternehmen erhalten hat. Khin Thiri Thet Mon besitzt auch Everfit, eine Kette von Luxus-Fitnessstudios.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>]<\/p><p>Min Aung Hlaing ist vielleicht der gr&ouml;&szlig;te Haifisch, der im burmesischen Teich schwimmt, aber der Teich wimmelt nur so von Haifischen. Da w&auml;re zum Beispiel noch der Vizepr&auml;sident der Junta, General Soe Win, der aus demselben Holz geschnitzt ist, wie der Rest der gesamten Bande, die die Macht in Burma an sich gerissen hat. <\/p><p>Soe Win wird vorgeworfen, w&auml;hrend seiner Zeit als Kommandeur des Northern Regional Command von 2008 bis 2010 in zahlreiche F&auml;lle von Korruption und Erpressung verwickelt gewesen zu sein. Ihm wird vorgeworfen, Bestechungsgelder von Firmen angenommen zu haben, die mit Jade, Holz und Gold handeln, im Austausch f&uuml;r Konzessionen&hellip; Es wird berichtet, dass er 150 Mio. Kyat (149.254 USD) Bestechungsgeld von Teak-Gesch&auml;ftsleuten aus der chinesischen Provinz Yunnan angenommen hat, um im Gegenzug den illegalen Teakhandel an der Grenze zwischen Myanmar und China zu erlauben. Im M&auml;rz 2010 befahl er Tatmadaw-Soldaten in Hpakant im Kachin-Staat, Milit&auml;rsteuern von lokalen Jadebergbauunternehmen einzutreiben.[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><p>Und da w&auml;re auch noch Thet Thet Khine, Ministerin f&uuml;r Soziales, Hilfe und Umsiedlung. Sie besitzt eine Reihe von Gold-, Schmuck- und Edelsteinproduktionsfirmen, darunter Forever Gems und Shwe Nan Taw Gold und Schmuck, der gr&ouml;&szlig;te Gold- und Schmuckh&auml;ndler des Landes. Sie ist auch Gesch&auml;ftsf&uuml;hrerin der Jewel Collection Manufacturing Co.Ltd und der United GP Development Co.Ltd.[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><p>Die Tatmadaw sind bereit, alles zu tun, um diejenigen zu vernichten, die sich ihrer Herrschaft widersetzen. Ihre Privilegien beruhen auf der milit&auml;rischen St&auml;rke der Tatmadaw und der Gewalt, mit der sie diese durchsetzen. Sie sind mitnichten das Resultat von eigener Gesch&auml;ftst&uuml;chtigkeit. Das Gesch&auml;ftsmodell der Tatmadaw beruht auf Korruption und G&uuml;nstlingswirtschaft, gest&uuml;tzt auf ihre Gewehre. Ihr Vorteil bei der Durchsetzung ihrer Gesch&auml;ftsinteressen und Privilegien beruht einzig und allein darin, dass sie eine Knarre haben und die anderen nicht. Nicht nur Min Aung Hlaing und seine Familie haben viel zu verlieren, nachdem sie durch den Missbrauch seiner &ouml;ffentlichen Position als Chef des Milit&auml;rs obsz&ouml;nen pers&ouml;nlichen Reichtum angeh&auml;uft haben.<\/p><p>Diesen Reichtum, den das Volk von Myanmar erarbeitet hat und den sie dem Volk von Myanmar gestohlen haben, wird das Volk von Myanmar ihnen wieder abnehmen, sobald es sie aus dem Amt gejagt hat. Die Milit&auml;rs m&uuml;ssen nicht nur vor ein &ouml;ffentliches Gericht gestellt, sondern auch entsch&auml;digungslos enteignet werden. <\/p><p><strong>Die Angst der Tatmadaw<\/strong><\/p><p>Die Tatmadaw ist nur dann mutig, wenn es gilt, unschuldige Zivilisten zu t&ouml;ten oder einzusch&uuml;chtern. Im Grunde sind sie eine Bande von erb&auml;rmlichen Feiglingen.  Sie haben sich seit ihrer Machtergreifung vor nunmehr fast 60 Jahren aller erdenklichen Arten von Verbrechen schuldig gemacht. Sie sp&uuml;ren den Hass der Bev&ouml;lkerung auf Schritt und Tritt und sie wissen, dass sie nichts Gutes erwartet, wenn man sie zu fassen kriegt. Vor wenigen Tagen erst hat eine zivile Nachtwache in Rangun zwei Soldaten totgepr&uuml;gelt, die sie angegriffen hatten.<\/p><p>Es ist Angst, die die Streitkr&auml;fte zusammenh&auml;lt. Sie wissen, dass, wenn sie diesmal verlieren, sie bestenfalls im Gef&auml;ngnis landen oder im Exil.  Wenn das Volk sie irgendwo lebend zu fassen kriegt, dann werden sie den n&auml;chsten Tag vielleicht nicht mehr erleben. Das gilt sowohl f&uuml;r den einfachen Soldaten wie f&uuml;r die Offiziere bis hinauf zu Oberbefehlshaber Min Aung Hlaing.<\/p><p>Mord, Diebstahl und Zerst&ouml;rung zusammen mit dem Abbrennen von D&ouml;rfern und Vergewaltigung der Frauen ist f&uuml;r die Menschen in den Gebieten der ethnischen Minderheiten seit Jahrzehnten Alltag. Nunmehr ist es auch Alltag in den gro&szlig;en St&auml;dten Myanmars geworden. Die Menschen fliehen aus den St&auml;dten in ihre Heimatd&ouml;rfer, Rangun ist eine Geisterstadt geworden. <\/p><p>Es w&auml;re schwer, einen Armeeoffizier zu finden, der nicht an der Brutalit&auml;t und an den Morden irgendwie beteiligt war. Die Tatmadaw und ihre Soldaten m&uuml;ssen f&uuml;rchten, dass sie sich, wenn man sie nicht gleich an Ort und Stelle lyncht, wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht verantworten m&uuml;ssen, sobald das Milit&auml;r die Macht abgeben muss. Zwar gibt es einzelne Soldaten, die aus Gewissensgr&uuml;nden zur Volksbewegung &uuml;berlaufen, eine umfassende Meuterei steht jedoch zurzeit nicht bevor. Aber es gibt noch die M&ouml;glichkeit eines Gegenputsches durch hohe Milit&auml;roffiziere. Ein Au&szlig;enseiter, zusammen mit einigen Kameraden, k&ouml;nnte einen drastischen, verzweifelten Schritt unternehmen. Dagegen hat das Milit&auml;r in weiser Voraussicht aber seinen eigenen allm&auml;chtigen inneren Geheimdienst aufgebaut, die Chancen hierf&uuml;r stehen damit gering. <\/p><p>Laut Verfassung von 2008, die das Milit&auml;r selber geschrieben hatte, bevor es sich auf das Wagnis der Wahlen von 2010 und 2012 und der Bildung der Regierung unter F&uuml;hrung der NLD von Frau Suu Kyi einlie&szlig;, entfallen per Gesetz 25% der Abgeordnetenmandate auf das Milit&auml;r, zus&auml;tzlich zu den gew&auml;hlten Abgeordneten ihrer Partei. Zudem wurden die drei Ministerien f&uuml;r Inneres, Verteidigung und Grenzangelegenheiten per Verfassung ihrer F&uuml;hrung unterstellt. <\/p><p>Eine Abteilung des Innenministeriums war das General Administration Department, das noch von den Briten in Kolonialzeiten zum Zweck der Verwaltung Burmas geschaffen wurde. Der Transfer des General Administration Departments vom milit&auml;risch kontrollierten Innenministerium zum zivilen Ministerium des B&uuml;ros der Unionsregierung Ende 2018 war ein wichtiger Schritt in Richtung des Ziels, Myanmars Regierungsf&uuml;hrung zu entmilitarisieren. Es war auch eine wichtige symbolische Errungenschaft f&uuml;r die Regierung der National League for Democracy.<\/p><p>Die GAD ist das R&uuml;ckgrat der Verwaltung in Myanmar, ein ausgedehntes b&uuml;rokratisches Netzwerk mit fast 36.000 Mitarbeitern, das sich &uuml;ber jeden Bundesstaat und jede Region, zu jedem Distrikt, jeder Stadt und jedem Bezirk oder Dorf erstreckt. Die Abteilung erlaubt, die Kontrolle bis in die &auml;u&szlig;ersten Regionen des Landes auszu&uuml;ben, die staatliche Politik umzusetzen und &Uuml;berwachung zu betreiben. Als es Teil des Innenministeriums war, waren die Mitarbeiter der GAD ausschlie&szlig;lich dem Oberbefehlshaber der Tatmadaw und nicht der zivilen Verwaltung verantwortlich. Das GAD vergibt auch Konzessionen, verpachtet Land und setzt die Steuern auf Wein und Tabak fest, alles Bereiche, in denen die Firmen der Milit&auml;rs t&auml;tig sind.<\/p><p>2019 hat die &Uuml;berpr&uuml;fung der Wirtschaftst&auml;tigkeiten des Milit&auml;rs in Myanmar zugenommen. Die UN-Fact-Finding Mission hatte einen Bericht ver&ouml;ffentlicht, der Unternehmen im Besitz des Milit&auml;rs V&ouml;lkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorwarf. Dar&uuml;ber hinaus steht der Oberputschist Min Aung Hlaing im Mittelpunkt von internationalen Ermittlungen wegen V&ouml;lkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.<\/p><p>Die Schlinge um den Hals der Gener&auml;le begann sich langsam zuzuziehen, sie mussten bef&uuml;rchten, dass, nach den Wahlen vom November, die sie haushoch verloren hatten, die neue gew&auml;hlte Regierung sie weiter aus den Spitzenpositionen der Verwaltung verdr&auml;ngen und ihren Zugriff auf die Wirtschaft einengen w&uuml;rden und dass die internationale Gemeinschaft sie vor dem Gerichtshof in Den Haag anklagen w&uuml;rde. Deshalb suchten sie die Flucht nach vorne. Dass der Putsch aber nicht aus &uuml;berst&uuml;rzter Panik kam, sondern von langer Hand vorbereitet wurde, hat Bertil Lintner &uuml;berzeugend nachgewiesen.[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>]<\/p><p><strong>Realit&auml;tsverlust &amp; Propaganda<\/strong><\/p><p>Der Mythos, der von der herrschenden Junta des Landes und leider auch von einigen westlichen Akademikern und &bdquo;Experten&ldquo; aufrechterhalten wird, ist, dass das Land auseinanderfallen w&uuml;rde, wenn das Milit&auml;r nicht an der Macht w&auml;re. Wir haben oben gesehen, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Myanmar wird erst dann ein bl&uuml;hendes Land werden, wenn es dem W&uuml;rgegriff der Tatmadaw entzogen ist. Das Land ist gerade deshalb dabei, auseinander zu fallen, weil das Milit&auml;r an der Macht ist. Um den Putsch zu rechtfertigen und um seinen internationalen Ruf aufzubessern, hat das Regime f&uuml;r zwei Millionen USD die zwielichtige PR-Firma Dickens &amp; Madson angeheuert, haupts&auml;chlich, um ihren Coup der Au&szlig;enwelt zu verkaufen. Dickens &amp; Madson ist eine Firma, die von dem israelisch-kanadischen Lobbyisten Ari Ben-Menashe geleitet wird. Dickens &amp; Madson unterzeichnete vor kurzem einen Vertrag mit der Milit&auml;rf&uuml;hrung, um &bdquo;die wirkliche Situation im Lande&ldquo; aufzuzeigen und zu beweisen, man habe die Gener&auml;le &bdquo;missverstanden&ldquo;. Die Junta hat noch keinen Beweis f&uuml;r einen Wahlbetrug erbracht, den sie als Hauptgrund f&uuml;r den Sturz der Zivilregierung anf&uuml;hrt. Ben-Menashe hat nun die Aufgabe &uuml;bernommen, zu zeigen, dass die Wahl im November 2020 manipuliert war. <\/p><p>Derweil die Parallelregierung sich langsam, aber sicher formiert, gibt sich die Junta-Regierung Illusionen hin: Die Situation wird langsam so grotesk wie damals im F&uuml;hrerbunker, wo man bis zuletzt auf den Endsieg hoffte. So feierte die Junta vor kurzem im Azura-Resort von Aung Hlaings Sohn den Wiederaufschwung des Tourismus in Myanmar (!) und der Investitionsminister erwartet, dass die Investitionen in den kommenden Monaten wieder zunehmen werden.  Myanmars Junta tr&auml;umt von einem Aufschwung, w&auml;hrend das Land im Chaos versinkt.  <\/p><p>Der Putsch war eine Katastrophe f&uuml;r die Wirtschaft Myanmars. Die meisten Banken sind seit Februar geschlossen, die Bankautomaten sind leer. Das gesamte Bankwesen ist zum Stillstand gekommen. Die Firmen haben Probleme, Rohstoffe einzukaufen und ihre Mitarbeiter zu bezahlen. Die Absatzm&auml;rkte sind zusammengebrochen, Produkte von Milit&auml;rfirmen sowie von Firmen, die mit dem Milit&auml;r zusammenarbeiten, werden im ganzen Land boykottiert. Weitere ausl&auml;ndische Sanktionen sind zu erwarten. Es wird sobald kein &bdquo;business as usual&ldquo; geben, ausl&auml;ndische Investoren sind im Gegenteil dabei, sich aus dem Land zur&uuml;ckzuziehen und ihre Gesch&auml;ftsbeziehungen mit der Junta entweder zu k&uuml;ndigen oder zumindest so lange auf Eis zu legen, bis Myanmar wieder eine demokratisch gew&auml;hlte Regierung hat. F&uuml;r Gesch&auml;ftsbeziehungen braucht es auch Rechtssicherheit. Die Junta hat keine Legitimation, weder bei der Bev&ouml;lkerung noch als international anerkannte Regierung Myanmars. <\/p><p><strong>Tag der Schande<\/strong><\/p><p>Der morgige Samstag, 27. M&auml;rz, ist der Tag der Streitkr&auml;fte. Am 27. M&auml;rz 1945 fand ein landesweiter Aufstand gegen die japanische Besatzung von Burma statt, um den alliierten Vormarsch zu unterst&uuml;tzen. Zu dem Aufstand hatte Aung San, der Gr&uuml;nder der burmesischen Streitkr&auml;fte und Vater von Frau Suu Kyi, aufgerufen. Bis Mai 1945 war Burma von den Japanern befreit. Der Tag der Streitkr&auml;fte ist ein gesetzlicher Feiertag in Myanmar. Der 27. M&auml;rz wurde als &bdquo;Tag des Widerstandes&ldquo; gefeiert, bis er durch das Milit&auml;r in &bdquo;Tag der Streitkr&auml;fte&ldquo; umbenannt wurde. Am Tag der Streitkr&auml;fte finden regelm&auml;&szlig;ig landesweite Milit&auml;rparaden statt. Letztes Jahr jedoch mussten die Feiern wegen Covid-19 abgesagt werden.<\/p><p>Wie die Feiern dieses Jahr ausgehen werden, ist noch ungewiss. Viele bef&uuml;rchten f&uuml;r den morgigen Tag weitere schlimme Auseinandersetzungen zwischen den Gegnern des Putsches und den Sicherheitskr&auml;ften. Es steht zu bef&uuml;rchten, dass die Tatmadaw an diesem Tag ein Zeichen ihrer St&auml;rke setzen wollen. <\/p><p>Wie auch immer der morgige Tag verlaufen wird: Die Tatmadaw sind eine Schande f&uuml;r Myanmar. Der Tag der Streitkr&auml;fte wird so lange ein Tag der Schande f&uuml;r Myanmar bleiben, bis die Tatmadaw von der Bildfl&auml;che verschwunden sind. <\/p><p>Den zweiten Teil zu diesem Artikel k&ouml;nnen Sie am Montag auf den NachDenkSeiten lesen.<\/p><p>Titelbild: joshimerbin\/shutterstock.com<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70527\">Eskalation im B&uuml;rgerkrieg<\/a>: Nachdenkseiten 8. M&auml;rz<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69609\">Gebrochene Fl&uuml;gel<\/a>: Nachdenkseiten 8. Februar<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] <a href=\"https:\/\/www.botschaft-myanmar.de\/militaerputsch-in-myanmar-macht-gier-von-general-min-aung-hlaing.html\">Botschaft von Myanmar: Wer profitiert von einem Putsch in Myanmar?<\/a><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Soe_Win_(general)\">Soe Win (general)<\/a>, Wikipedia<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Thet_Thet_Khine\">Thet Thet Khine<\/a>, Wikipedia<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] <a href=\"https:\/\/asiatimes.com\/2021\/02\/myanmars-coup-regime-cut-of-old-military-cloth\/?mc_cid=61a680f5ff&amp;mc_eid=f072d9574c\">Myanmar&rsquo;s coup regime cut of old military cloth<\/a>, Asia Times 21. Februar<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fast zwei Monate nach dem Milit&auml;rcoup fahren Myanmars Sicherheitskr&auml;fte fort, die Zivilbev&ouml;lkerung des Landes zu terrorisieren. In dieser Woche kam es wiederum zu schlimmem Blutvergie&szlig;en im ganzen Land, brutale Schl&auml;ge gegen Demonstranten nahmen weiter zu, genauso wie die Festnahmen von Aktivisten, Journalisten und Politikern. Die Armee geht verst&auml;rkt gegen friedliche Demonstranten vor und besetzte viele<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=71084\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":71085,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[126,20,127,171],"tags":[282,2564,2840,2177,2875,663,309],"class_list":["post-71084","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-erosion-der-demokratie","category-landerberichte","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-militaereinsaetzekriege","tag-buergerproteste","tag-gewalt","tag-massenmord","tag-militaerdiktatur","tag-myanmar","tag-putsch","tag-repressionen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/shutterstock_1908229204.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/71084","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=71084"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/71084\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":71135,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/71084\/revisions\/71135"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/71085"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=71084"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=71084"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=71084"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}