{"id":71341,"date":"2021-04-06T09:07:57","date_gmt":"2021-04-06T07:07:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=71341"},"modified":"2021-04-09T09:31:50","modified_gmt":"2021-04-09T07:31:50","slug":"lockdown-fuer-das-militaer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=71341","title":{"rendered":"\u201eLockdown f\u00fcr das Milit\u00e4r!\u201c"},"content":{"rendered":"<p>In seiner Rede auf verschiedenen Osterm&auml;rschen hat sich <strong>Reiner Braun<\/strong> gegen die aktuelle Meinungsmache gewandt: Mit der Behauptung, Hoch- und Atomr&uuml;stung, milit&auml;rische Interventionen und Abschreckung w&uuml;rden &bdquo;Sicherheit&ldquo; bringen, werde f&uuml;r Militarisierung geworben. Die Kr&auml;fte des Friedens haben es demnach mit einem starken Gegner zu tun, der in die Richtung eines gro&szlig;en Krieges dr&auml;ngt. Wir geben die Rede hier wieder. Von <strong>Redaktion<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nLiebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,<\/p><p>dass wir heute hier stehen und f&uuml;r Frieden und Abr&uuml;stung demonstrieren, haben wir uns erk&auml;mpft, gegen eine Bundesregierung, die demokratische Grundrechte zunehmend als Privileg und nicht als historisch erk&auml;mpftes Recht der Menschen ansieht.<\/p><p>Ein Proteststurm hat diese Pl&auml;ne vereitelt! Wir haben die Demokratie verteidigt und werden es immer wieder tun, denn wir brauchen Demokratie wie die Luft zum Atmen in unserem Kampf f&uuml;r den Frieden. Grundrechte sind kein Larifari f&uuml;r gute Zeiten (Heribert Prantl). Freiheit ist kein Privileg, es ist ein Recht und ich f&uuml;ge hinzu: ein schwer erk&auml;mpftes Recht, wenn wir in die deutsche Geschichte schauen.<\/p><p>Wenn so viel &uuml;ber Lockdowns geredet wird, lasst uns mit einem anfangen: Lockdown f&uuml;r das Milit&auml;r und R&uuml;stung und das hei&szlig;t, stoppt das uns&auml;gliche Man&ouml;ver Defender 2021. Lockdown f&uuml;r die Aufr&uuml;stung, f&uuml;r die Hetze gegen Russland und China. Das w&auml;re gut f&uuml;r die Gesundheit der Welt, f&uuml;r das Klima und f&uuml;r alle Menschen.<\/p><p>Ich f&uuml;ge hinzu: Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Viren! So gef&auml;hrlich diese auch sind.<\/p><p><strong>Frieden<\/strong><\/p><p>Ja, dieser Frieden ist in gro&szlig;er Gefahr! <\/p><ul>\n<li>Wenn der US-Pr&auml;sident den russischen Pr&auml;sidenten als M&ouml;rder bezeichnet und, nebenbei bemerkt, allen v&ouml;lkerrechtswidrigen Kriegseins&auml;tzen der USA in den letzten 49 Jahren zugestimmt hat.<\/li>\n<li>Wenn der Premierminister von Gro&szlig;britannien die Zahl der britischen Atomwaffen von 180 auf 240 erh&ouml;hen will.<\/li>\n<li>Wenn die Verteidigungsministerin unseres Landes bei der Maritimen F&uuml;hrungstagung im M&auml;rz ausf&uuml;hrt: &bdquo;Im Schnitt bekommt die Bundeswehr jede Woche einen neuen Panzer, jeden Monat ein neues Flugzeug und jedes Jahr ein neues Schiff.&ldquo;<\/li>\n<li>Wenn Abwehrraketen und neue Atomwaffen um China aufstellt werden und dabei erkl&auml;rt wird, dies dient dazu, die Zweitschlagskapazit&auml;ten Chinas auszuschalten.<\/li>\n<li>Defender-Man&ouml;ver gen Osten und zwar den Nahen und den ganz Fernen Osten<\/li>\n<li>NATO-Planung 2030 und die Aggressionsstrategien<\/li>\n<li>Nicht zuletzt bewaffneten Drohnen: Angriffswaffen<\/li>\n<\/ul><p>Es stinkt gewaltig nach Krieg, nach gro&szlig;em Krieg! Es drohen Kriege, die wir uns nicht vorstellen k&ouml;nnen und wollen!<\/p><p>Dieses ist die reale Gefahr, in der diese Osterm&auml;rsche stattfinden.<\/p><p>Und so bleibt wahr und richtig, wie es in dem bekanntesten Ostermarschlied hei&szlig;t:  <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Marschieren wir gegen den Osten? Nein! Marschieren wir gegen den Westen? Nein! Wir marschieren f&uuml;r die Welt, die von Waffen nichts mehr h&auml;lt, denn das ist f&uuml;r uns am besten.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Wir wissen:<\/p><p>Wieder stehen die Kr&auml;fte des Friedens  erneut gegen die Meinungsmache, die f&uuml;r die Militarisierung mit der Behauptung wirbt, Hoch- und Atomr&uuml;stung, milit&auml;rische Interventionen und Abschreckung bringen &lsquo;Sicherheit&rsquo; und die Nato mit ihren Kriegen, ihrer R&uuml;stung und ihren Drohkulissen sei eine Friedensmacht. <\/p><p>Die Kr&auml;fte des Friedens und der Zukunft haben es mit einem starken Gegner zu tun, der in die Richtung eines gro&szlig;en Krieges dr&auml;ngt:<\/p><ul>\n<li>So empfahl die Stiftung Wissenschaft und Politik, die die Bundesregierung ber&auml;t, im Mai 2020, die Nato-Staaten sollen einen &lsquo;begrenzten Atomkrieg&rsquo; f&uuml;hren k&ouml;nnen (SWP-Studie 11, S.8).<\/li>\n<li>Und ehemalige Sicherheitsbeamte der US National Defense Strategy Commission warnten Ende 2018, die USA k&ouml;nnte den n&auml;chsten Krieg verlieren (CBS,14.11.18). Sie erkl&auml;rten: &bdquo;Amerikas F&auml;higkeit, &hellip; seine vitalen Interessen zu verteidigen, wird zunehmend in Frage gestellt, &hellip; Es k&ouml;nnte Schwierigkeiten haben, einen Krieg gegen China oder Russland zu gewinnen &hellip;Die R&uuml;ckkehr der Gro&szlig;m&auml;chtekonkurrenz durch autorit&auml;re M&auml;chte wie Russland und China kehrt zur&uuml;ck.&ldquo; <\/li>\n<li>Den Plan, j&auml;hrlich im Bundeshaushalt &uuml;ber 80 Milliarden &euro; f&uuml;rs Milit&auml;r aufzuwenden, verbinden die Milit&auml;rs auch mit der Vorbereitung eines solchen Krieges mit Atomm&auml;chten. (2022 46.9, 2021 NATO-Kriterien 53 Milliarden)<\/li>\n<li>Die Digitalisierung der Kriegstechnik, die Entwicklung neuartiger auch nuklearer Systeme sowie der Ausbau der Armeen und ihrer Infrastruktur folgt dem Konzept der vernetzten Kriegsf&uuml;hrung. <\/li>\n<\/ul><p>Auf 100 Sekunden vor Mitternacht steht die doomsdale clock.<\/p><p>Kern und Kristallisationspunkt ist die NATO. Diese Kriegsvorbereitung hat einen Namen: NATO. Und schon der Name ist l&auml;ngst eine L&uuml;ge &ndash; viel mehr: Das weltweite Milit&auml;rb&uuml;ndnis.<\/p><p><strong>NATO<\/strong><\/p><p>Die Nato, die mit 1100 Milliarden US-Dollar &uuml;ber die H&auml;lfte der Weltr&uuml;stungsausgaben aufwendet, erbringt der R&uuml;stungsindustrie Milliarden-Profite und sie tr&auml;gt mit ihrem CO2-Aussto&szlig;, dem Ressourcenverbrauch und der Naturzerst&ouml;rung so stark zu den Gefahren f&uuml;r die Menschheit bei wie keine andere Institution auf der Erde. Sie ist mit den Lebensinteressen der Menschen in unserem Land und weltweit unvereinbar. Das Leben ist nur mit einer konsequenten Politik sozialer Gerechtigkeit, der Kooperation statt kapitalistischer Konkurrenz um Profit und Vormacht zu retten. Frieden ist Grundlage zukunftsf&auml;higer Politik.<\/p><p>Die Welt ist zu klein, zu verletzlich, die Natur zu gef&auml;hrdet f&uuml;r Kriege und Milit&auml;r. Klimagerechtigkeit erfordert nein zu Krieg und ja zur Abr&uuml;stung.<\/p><p>Die USA setzen die  Nato f&uuml;r ihre imperiale Politik der weltweiten Intervention zur Absicherung ihrer Vormachtstellung und ihres  Zugriffs auf Ressourcen in der globalen Konkurrenz um strategische Vorteile und f&uuml;r ihre Frontstellung gegen China und Russland ein. Die Politik Deutschlands st&uuml;tzt diese Politik mit transatlantischem Vasallentum und sogar mit dem Versuch der Eind&auml;mmung Chinas mit der Marine (Kramp-Karrenbauer: &bdquo;&hellip;wir halten dagegen&hellip;&ldquo;).<\/p><p>Friedenspolitik ist demgegen&uuml;ber auf sozial-&ouml;kologische Gerechtigkeit nach innen und au&szlig;en gerichtet. Nato und EU verstecken imperiale Interessen nicht nur an Ressourcen und Einfluss, sondern auch an Handelswegen und verkl&auml;ren ihre Machtpolitik als Verteidigung demokratischer Werte.<\/p><p>NATO &ndash; das weltweite aggressive Kriegsb&uuml;ndnis.<\/p><p>Wir wissen: NATO untergr&auml;bt dabei die UNO und andere Staatenb&uuml;ndnisse f&uuml;r die friedliche L&ouml;sung von Konflikten. <\/p><ul>\n<li>Die Nato mutet den Mitgliedsstaaten verheerende Milit&auml;r-Aufwendungen zu: 1,1 Milliarden Dollar 2020. Die sozialen und &ouml;kologischen Auswirkungen der Aktionen des Milit&auml;rs und der R&uuml;stung zerst&ouml;ren Lebensgrundlagen von Milliarden Menschen.<\/li>\n<li>Die Nato manipuliert das Denken durch eine Propaganda mit zweierlei Ma&szlig; und der Verharmlosung des Milit&auml;rischen mit Begriffen wie &lsquo;Verteidigung&rsquo;, &lsquo;Sicherheit&rsquo;. Ihre Werbung bei Minderj&auml;hrigen verst&ouml;&szlig;t gegen die Kinderrechtskonvention. Die NATO l&uuml;gt den Krieg herbei.<\/li>\n<li>Die NATO verf&auml;lscht Zahlen und produziert das Feindbild, besonders Russland und China. Doch das Kr&auml;fteverh&auml;ltnis der Zahlen offenbart: Die Nato-Ausgaben f&uuml;r den Milit&auml;rbereich machen gegenw&auml;rtig weit mehr als das 15-fache dessen aus, was Russland ins Milit&auml;r investiert.<\/li>\n<li>Die NATO f&uuml;hrt mit aktiver Unterst&uuml;tzung Deutschlands &uuml;berall auf der Welt Krieg &ndash; Interventionskriege mit verheerenden Folgen in Afghanistan, im Irak, im Mittelmeer, in Nord- und Mittelafrika. Deutschland ist beteiligt. Das Nato-Konzept unter dem Titel &bdquo;Nato 2030&ldquo; sieht vor, dass die Grenzen zwischen Krieg und Frieden immer weiter verwischen und die Konfrontation mit Russland und China auf die Spitze getrieben wird. Wir fordern das Ende aller Auslandseins&auml;tze. Bringt unsere Truppen nach Hause sofort. Kriege der NATO sind auch eine wesentliche Ursache der Flucht von Millionen. Hilfe ja, Frontex nein. Wer &uuml;ber Menschenrechte redet, muss &uuml;ber Gefl&uuml;chtete reden und Frontex-Eins&auml;tze an den Grenzen m&uuml;ssen sofort beendet werden. <\/li>\n<li>Die EU-Militarisierung, an der sich auch die USA aktiv beteiligen wollen, ist unter anderem auf die Bereitstellung einer Infrastruktur gerichtet, die die Milit&auml;rs f&uuml;r einen Krieg gegen Russland einfordern. Nein zu dem Wahnsinn eines neuen Flugzeuges mit Drohnenschw&auml;rmen, das 500 Milliarden Euro kosten soll, nein zu einem neuen Panzer und der Eurodrohne. Wir brauchen keine Kriegsdrohnen, sie sind Angriffswaffen &ndash; wir brauchen Abr&uuml;stung und zivile Konfliktl&ouml;sungen. Demokratie in Europa ja &ndash; Militarismus nein.<\/li>\n<li>Die mit aktuell &uuml;ber 7 Milliarden Euro von mehreren EU-Staaten, darunter federf&uuml;hrend Deutschland, vorgesehene Anschaffung von Kampfdrohnen lehnen wir ab, wie die Bewaffnung der in Israel stationierten Heron TP &ndash; sie sind Sprunginnovationen auf dem Weg zur Autonomisierung des digitalen Krieges und sie verletzen das V&ouml;lkerrecht durch Kriegseins&auml;tze ohne Kriegserkl&auml;rung &ndash; mit einkalkulierten Kollateralfolgen f&uuml;r Nicht-K&auml;mpfende. Drohnen sind Angriffswaffen!<\/li>\n<li>NATO und Bundesregierung sprechen so viel von regelbasierter Au&szlig;enpolitik: sie, die die Regeln machen und bestimmen. Herr Maas: Es geht um die Anerkennung des V&ouml;lkerrechts! Und um ein Ende der V&ouml;lkerrechtsbr&uuml;che: Kosovo, Afghanistan, Irak, Libyen und so weiter.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Aufr&uuml;stung<\/strong><\/p><p>Wenn &uuml;ber Krieg und hemmungslose Aufr&uuml;stung geredet wird, m&uuml;ssen wir &uuml;ber unser Land reden. Ein Zitat unserer Verteidigungsministerin macht die Hemmungslosigkeit deutlich: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Im Schnitt bekomme die Bundeswehr jede Woche einen neuen Panzer, jeden Monat ein neues Flugzeug und jedes Jahr ein neues Schiff&ldquo; (Zahlen 46.9 und 53 Milliarden).\n<\/p><\/blockquote><p>Vergessen wir aber nicht: Die Nato arbeitet an einer immer perfekteren Vernetzung des Heeres, der Luftwaffe, der Marine, der Internet-Cyber-F&auml;higkeiten, der High-Tech-Waffen, der Weltraumbewaffnung &ndash; und Weltraumkontrolle  zum Angriff gegnerischer Anlagen und zur Abwehr von Internet-Schadprogrammen &ndash; teuer und gef&auml;hrlich. Wir sagen nein zu den f&uuml;r diese Angriffsstrategien notwendigen Milit&auml;rbasen. Ramstein geh&ouml;rt geschlossen.<\/p><p><strong>Atomwaffen<\/strong><\/p><p>Es bleibt dabei,  ein Leben mit 14.000 Atomwaffen ist das Spiel mit dem atomaren Untergang &ndash; Hiroshima mahnt, aber die Politik und die M&auml;chtigen wollen es nicht verstehen. <\/p><p>Ein gro&szlig;er, ja historischer Erfolg wurde errungen: Der Vertrag zum Verbot aller Atomwaffen ist in Kraft:<\/p><ul>\n<li>&Uuml;ber 50 Staaten<\/li>\n<li>Massiver Widerstand aller Atomm&auml;chte<\/li>\n<\/ul><p>Ein erster Schritt hin zur Vernunft muss die Unterschrift Deutschlands unter den UNO-Atomwaffenverbotsvertrag sein. Dies sollte die erste Regierungshandlung der neuen Bundesregierung nach dem 26. September sein.<\/p><p>Aber wir wissen auch: Dieser Vertrag ist v&ouml;lkerrechtlich verbindlich f&uuml;r die, die ihn ratifiziert haben. Noch ist keine Atomwaffe verschrottet und damit weniger auf dem Planeten.<\/p><p>Nein, es geht gerade in die andere Richtung: mehr und neue Atomwaffen &uuml;berall:<\/p><ul>\n<li>Verharmlosend &bdquo;Modernisierung&ldquo; genannt, diese &bdquo;Modernisierung&ldquo; kostet allein in den USA eine Billion Dollar.<\/li>\n<li>Wes&rsquo; Geistes Kind die Politik ist, zeigt erneut GB-Premier Johnson: Erh&ouml;hung der britischen Atomwaffen von 180 auf 240. Was f&uuml;r eine Provokation. Solidarit&auml;t mit der britischen Friedensbewegung.<\/li>\n<\/ul><p>Wir bekr&auml;ftigen auch diese Ostern: Die f&uuml;r sp&auml;testens ab 2024 geplante Stationierung neuartiger nuklearer Arsenale (B 61-12) in B&uuml;chel, die mit immensen Herstellungskosten die Nato-Haushalte belasten, d&uuml;rfen nicht nach Deutschland und auch nicht in irgendein anderes Land kommen. Die in B&uuml;chel lagernden thermo-nuklearen Bomben (B 61) sind zu demontieren; die &lsquo;Nukleare Teilhabe&rsquo; Deutschlands ist entsprechend zu beenden, und Atomkriegsman&ouml;ver sind zu verbieten. Folgerichtig darf es nicht zum von Nato und Luftwaffe angestrebten Kauf von 30 US-Atombombern F 18 und auch nicht der 90 Eurofighter kommen. Der Kostenumfang alleine f&uuml;r diese Systeme schl&auml;gt nach derzeitiger Planung mit &uuml;ber 30 Milliarden f&uuml;r ihre geplante Einsatzdauer zu Buche.<\/p><p>Unsere Vision bleibt: Welt ohne Atomwaffen, Russel-Einstein-Manifest: Humanit&auml;t erk&auml;mpfen oder untergehen! Das ist die Herausforderung auch und gerade dieser Osterm&auml;rsche.<\/p><p><strong>Politik der gemeinsamen Sicherheit und gro&szlig;e Transformation<\/strong><\/p><p>Eine Au&szlig;enpolitik, die statt auf Spannungen und Militarisierung auf Verhandlungen, das V&ouml;lkerrecht und Kooperation gerichtet ist, so wie es die Ostpolitik von Egon Bahr und Willy Brandt mit den Ostvertr&auml;gen war und wie es die Palme-Kommission mit dem Ziel der &Uuml;berwindung der Block-Konfrontation wollte. Politik der gemeinsamen Sicherheit, das ist Friedenspolitik &ndash; Grundprinzip zukunftsf&auml;higer Politik. Die herrschende Unordnung aus Ungerechtigkeit, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Gewalt, R&uuml;stung, Kriegen und Waffenexporten ist durch eine Friedenspolitik f&uuml;r sozial-&ouml;kologische Gerechtigkeit zu &uuml;berwinden. Die kapitalistische und kolonialistische &Ouml;konomie hat die Gesellschaften an den Rand des Abgrunds gef&uuml;hrt. Eine L&ouml;sung kann es nicht mit den Mitteln geben, die zu dieser Situation gef&uuml;hrt haben. Eine Transformation des kapitalistischen Konkurrenzsystems hin zu einer Gesellschaft sozial-&ouml;kologischer Friedens-Gerechtigkeit bedeutet Frieden und Gerechtigkeit ist die Vision! Sozial-&ouml;kologische Friedenstransformation die Herausforderung.<\/p><ul>\n<li>Eine aktive Friedenspolitik ist zugleich auf die Entspannung im Verh&auml;ltnis Deutschlands zu allen europ&auml;ischen Staaten, darunter auch Russland, gerichtet. Frieden gibt es nicht gegen, sondern nur mit Russland. Ohne Frieden mit Russland gibt es keinen Frieden in Europa. Putin muss man nicht lieben, aber die Freundschaft zu Russland pr&auml;gt die Friedenspolitik.<\/li>\n<li>Ohne Abr&uuml;stung erreichen wir weder Kooperation noch die Bereitstellung der finanziellen Mittel f&uuml;r globale Gerechtigkeit weltweit. Die Welt ist zu klein f&uuml;r Milit&auml;r und R&uuml;stung. Abr&uuml;stung hei&szlig;t auch Vorfahrt f&uuml;r zivile Konfliktbearbeitung, f&uuml;r Konfliktpr&auml;vention, Dialog und Diplomatie.<\/li>\n<\/ul><p><strong>Umwelt und Frieden<\/strong> ist untrennbar &ndash; Klimagerechtigkeit ohne Frieden geht nicht, nicht nur wegen der wahnwitzigen Emissionen der Armeen.<\/p><p>Wo sollen denn die Fl&uuml;chtlinge hin und das soll friedlich vonstatten gehen?<\/p><p>Deshalb  lasst uns gemeinsam weiter aktiv sein  f&uuml;r den Frieden und die Klimagerechtigkeit.<\/p><p>Von der Mobilisierung der Menschen, von Jeder und Jedem f&uuml;r Frieden, h&auml;ngt es ab, ob die Bewegungen f&uuml;r die Zukunft den Druck aufbauen k&ouml;nnen, der f&uuml;r eine gro&szlig;e friedliche, soziale und &ouml;kologische Transformation erforderlich ist.<\/p><p>Liebe Friedenfreundinnen und Friedenfreude,<\/p><p>als ich das alles aufgeschrieben und &uuml;berlegt hatte, fiel mir ein weiteres Lied ein, das dieses Jahr 50 Jahre alt wird. In ihm hei&szlig;t es:<\/p><blockquote><p>\nStell dir vor, alle Menschen,<br>\nleben ihr Leben in Frieden.<\/p>\n<p>Du wirst vielleicht sagen, ich sei ein Tr&auml;umer,<br>\naber, ich bin nicht der Einzige, der das tr&auml;umt.<br>\nIch hoffe, eines Tages denkst du auch so,<br>\nund die ganze Welt wird wie eins sein.\n<\/p><\/blockquote><p>&bdquo;Imagine&ldquo; von John Lennon und Yoko Ono, eines der ber&uuml;hmtesten Anti-Kriegslieder u.a. gegen den Vietnamkrieg.<\/p><p>Ja, wir werden den Traum, die Vision einer Welt ohne Krieg und Atomwaffen, einer Welt der globalen Gerechtigkeit ohne Ausbeutung und im Frieden mit der Natur, niemals aufgeben.<\/p><p>Daf&uuml;r gehen wir unter diesen schwierigen Bedingungen der Pandemie Ostern 2021 auf die Stra&szlig;e, &uuml;berall in dieser Republik! Wir geben nicht auf! Wir kommen wieder!<\/p><p>Titelbild: penofoto \/ Shutterstock<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In seiner Rede auf verschiedenen Osterm&auml;rschen hat sich <strong>Reiner Braun<\/strong> gegen die aktuelle Meinungsmache gewandt: Mit der Behauptung, Hoch- und Atomr&uuml;stung, milit&auml;rische Interventionen und Abschreckung w&uuml;rden &bdquo;Sicherheit&ldquo; bringen, werde f&uuml;r Militarisierung geworben. Die Kr&auml;fte des Friedens haben es demnach mit einem starken Gegner zu tun, der in die Richtung eines gro&szlig;en Krieges dr&auml;ngt. 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