{"id":7138,"date":"2010-10-20T08:47:55","date_gmt":"2010-10-20T06:47:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7138"},"modified":"2010-10-21T09:05:28","modified_gmt":"2010-10-21T07:05:28","slug":"hinweise-des-tages-1252","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7138","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Hochmut vor dem Fall; Export-Rekord; kein Mindestlohn bei der Aus- und Weiterbildung; Tilgung der Staatsschulden m&ouml;glich; Stuttgart 21; Polizisten als Steinewerfer; Gesch&auml;ft mit chronisch Kranken; Vorgaukelung von Sicherheit; Demokratie als Standortnachteil; Skandal in DRK-Kliniken; christliche Leitkultur; Bundeswehreinsatz soll gerichtsintern geschlichtet werden; Feuer der Wut in Frankreich; der autistische Staat; Bachelor-Jobs gesucht; Horrorgeb&uuml;hren in GB; Ursachen der Mangelern&auml;hrung in Indien; Krugman in Berlin; Fernsehtipp; Realsatire: Rebellion aus reichem Hause. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><p>Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante aktuelle Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen. Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Heiner Flassbeck: Der Hochmut, der vor dem Fall kommt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Export-Rekord: Deutsche Firmen peilen Billionenumsatz im Ausland an<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Bundesarbeitsministerium lehnt Antrag auf Mindestlohn f&uuml;r Besch&auml;ftigte in der Aus- und Weiterbildung ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Baseler Institut: Tilgung der deutschen Staatsschulden bis 2020 m&ouml;glich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Stuttgart 21<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Polizisten als Steinewerfer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Gesundheitsreform: Gro&szlig;es Gesch&auml;ft mit chronisch Kranken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">&Uuml;berfl&uuml;ssige Gesetze: Wie Politiker Sicherheit vorgaukeln<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Jens Wernicke: Demokratie als Standortnachteil<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Millionenabzocke: Der Skandal in DRK-Kliniken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Haben wir eine christliche Leitkultur?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Bundeswehreinsatz im Inland: Gerichtsinterne Schlichtung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Proteste und Krawalle in Frankreich: Feuer der Wut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Der Staat ist autistisch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Bachelor-Job, wo bist du?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Britische Studenten f&uuml;rchten Horrorgeb&uuml;hren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Indien: Eine Mangelern&auml;hrung hat viele Ursachen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Tipp f&uuml;r Berliner: Lecture by Paul Krugman, &ldquo;The Failure of Crisis Management&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Fernsehtipp: MONITOR &ndash; Donnerstag, 21.10.2010<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Zu guter Letzt: Rebellion aus reichem Hause<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=7138&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Heiner Flassbeck: Der Hochmut, der vor dem Fall kommt<\/strong><br>\nManchmal fragt man sich, was mit Deutschland los ist. War es eigentlich immer so, dass deutsche Politiker international v&ouml;llig isoliert waren? War es immer so, dass das Land sich mit grober politischer Gewalt &uuml;ber die Bedenken anderer L&auml;nder, einschlie&szlig;lich der &bdquo;europ&auml;ischen Freunde&ldquo;, und deren Interessen hinwegsetzte? War es immer so, dass das gr&ouml;&szlig;te Land Zentral-Europas seinen eigenen Aufschwung mit gro&szlig;er Inbrunst feiert, die eigenen Schw&auml;chen aber vollst&auml;ndig ignoriert? War es schlie&szlig;lich immer so, dass Deutschland f&uuml;r die Entwicklungsl&auml;nder nur ein kaltes L&auml;cheln &uuml;brig hatte und ihnen empfahl, sich vor allem selbst zu helfen? Mein Empfinden als jemand, der nun zehn Jahre im Ausland lebt, schwankt zwischen Sorge und Angst. Es gibt ein Ausma&szlig; von Ignoranz gegen&uuml;ber den Problemen im Rest der Welt, ja fast m&uuml;sste man sagen, einen deutschen Autismus, der bedrohlich wirkt. War eine Zeit lang ein gr&ouml;&szlig;eres deutsches Selbstbewusstsein durchaus angebracht, droht derzeit aus gesundem Selbstbewusstsein &uuml;bergangslos Hochmut und &Uuml;berheblichkeit zu werden, die durch nichts zu rechtfertigen sind.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.flassbeck.de\/pdf\/2010\/Oktober%202010\/Der%20deutsche%20Hochmut.pdf\">Heiner Flassbeck [PDF &ndash; 29.4 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Heiner Flassbeck res&uuml;miert: <\/em><\/p>\n<blockquote><p>Der nur kindisch zu nennende Glaube, deutsche Produkte w&uuml;rden im Ausland gekauft, was immer auch geschieht, ist das schlimmste Resultat des deutschen Hochmuts. Dass L&auml;nder sich diese Produkte nicht mehr leisten k&ouml;nnen, weil Deutschland seinerseits deren Produkte nicht in ausreichender Menge kauft, liegt au&szlig;erhalb der allgemeinen Vorstellungskraft. Auf Deutschland kommt unweigerlich die Erfahrung zu, dass andere L&auml;nder nicht nur die Abnehmer seiner Produkte sind, sondern eigene wirtschaftliche Interessen haben, die an irgendeinem Punkt alles andere dominieren m&uuml;ssen. Das politisch zu verkraften, wird hier mehr als anderswo die Demokratie auf eine schwere Bew&auml;hrungsprobe stellen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Lohnst&uuml;ckkosten werden im kommenden Jahr lt. Herbstprognose der Wirtschaftsforschungsinstitute um lediglich 0,9 Prozent ansteigen und damit deutlich unterhalb des Zielniveaus einer produktivit&auml;tsorientierten Lohnpolitik (=Zielinflationsrate der EZB in H&ouml;he von 1,9 Prozent) verbleiben. Auch die realen Nettol&ouml;hne und -geh&auml;lter je Arbeitnehmer werden im kommenden Jahr (unter Ber&uuml;cksichtigung der im Herbstguthaben prognostizierten Ver&auml;nderung der Besch&auml;ftigtenzahl) mit +0,4 Prozent nur sehr m&auml;&szlig;ig ansteigen. Vor diesem Hintergrund ist es l&auml;cherlich, wenn zahlreiche Medien v&ouml;llig kritiklos von &ldquo;kr&auml;ftigen Lohnerh&ouml;hungen&rdquo; in 2011 fabulieren. Die deutsche Lohnpolitik wird somit auch im kommenden Jahr erheblichen Druck auf die Wettbewerbsf&auml;higkeit und damit die Arbeitnehmereinkommen in den &uuml;brigen Staaten der Eurozone aus&uuml;ben. Die hiesige Lohnpolitik wird somit auch im kommenden Jahr ein Risikofaktor f&uuml;r die Stabilit&auml;t innerhalb der Eurozone sein.<br>\n<\/p>\n<p><strong>Aber in Deutschland feiert man den Export-Rekord<\/strong><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Export-Rekord: Deutsche Firmen peilen Billionenumsatz im Ausland an<\/strong><br>\nDeutschlands Exporte boomen: In diesem Jahr steigen die Ausfuhren laut Branchenangaben so stark wie zuletzt vor zehn Jahren. 2011 k&ouml;nne sogar die Marke von einer Billion Euro geknackt werden. [&hellip;]<br>\nDie aktuelle Lage beurteilten die Experten deutlich besser als zuletzt:<br>\nDas Barometer stieg um 12,7 auf 72,6 Punkte. &ldquo;In den vergangenen Monaten konnte sich die deutsche Wirtschaft mit au&szlig;ergew&ouml;hnlich hohen Wachstumsraten von der Wirtschaftskrise erholen&rdquo;, teilte das ZEW mit.<br>\n&ldquo;Der erneute R&uuml;ckgang der Konjunkturerwartungen im Oktober deutet darauf hin, dass sich im Vergleich hierzu das Wachstum in den kommenden sechs Monaten abschw&auml;chen d&uuml;rfte.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,723919,00.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Siehe auch hier wieder: Jede Rekordmeldung endet am Ende mit einer d&uuml;steren Aussicht. Damit blo&szlig; niemand auf die Idee kommen k&ouml;nnte, ein St&uuml;ck von dem &bdquo;Boom&ldquo; abzuverlangen. <\/em><\/p>\n<p><em>Siehe z.B.: <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Bundesarbeitsministerium lehnt Antrag auf Mindestlohn f&uuml;r Besch&auml;ftigte in der Aus- und Weiterbildung ab<\/strong><br>\nDie 23.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der beruflichen Ausbildung und Weiterbildung werden nicht durch einen Mindestlohn abgesichert werden. Das Bundesarbeitsministerium hat einen entsprechenden Antrag der Gewerkschaften und Arbeitgeber abgelehnt, wie der Deutsche Gewerkschaftsbund mitteilt.<br>\nIn diesem Tarifvertrag war eine Entlohnung von 12,28 Euro pro Stunde f&uuml;r die p&auml;dagogisch Besch&auml;ftigten im Westen und von 10,93 Euro im Osten vorgesehen. Der Stundenlohn f&uuml;r Verwaltungsmitarbeiter betrug 10,71 Euro im Westen, 9,53 Euro im Osten.<br>\nDie Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverb&auml;nde (BDA) hatte den Tarifvertrag als &ldquo;nicht repr&auml;sentativ&rdquo; abgelehnt. Gegen eine Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrags hat nun auch das Bundesarbeitsministerium votiert.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lexisnexis.de\/aktuelles\/betrieb-und-gewerkschaft\/189136\/bundesarbeitsministerium-lehnt-antrag-auf-mindestlohn-fuer-beschaeftigte-in-der-aus-und-weiterbildung-ab\">LexisNexis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es hat sich ja inzwischen herumgesprochen, wenn die Arbeitgeber etwas ablehnen, dann ist das f&uuml;r die Bundesregierung Gesetz. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Baseler Institut: Tilgung der deutschen Staatsschulden bis 2020 m&ouml;glich<\/strong>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/private_vermoegen_und_staatsverschuldung_1.jpg\" alt=\"Private Vermoegen und Staatsverschuldug\"><br>\n<img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/private_vermoegen_und_staatsverschuldung_2.jpg\" alt=\"Private Vermoegen und Staatsverschuldug\"><\/p>\n<p>Seit 1979 wuchsen die Privatverm&ouml;gen von 740 Milliarden Euro auf 8,2 Billionen Euro (2008), also um &uuml;ber 900 Prozent. Allein von 1995 bis 2008 verdoppelten sich die privaten Geldverm&ouml;gen. Dieser Verm&ouml;genszuwachs wurde u.a. durch die einst niedrigen Sozialabgaben (28 statt 40 % des Bruttoeinkommens) und Umsatzsteuer (12 statt 19 %) sowie durch Subventionen und steuerliche Abschreibungsm&ouml;glichkeiten gef&ouml;rdert. Deshalb reicht eine Verm&ouml;gensabgbe in H&ouml;he von 20,73 % des Nettoverm&ouml;gens (bereinigt um Hypothekendarlehen und Konsumentenkrediten) aus, um Bundes-, Landes- und Kommunalschulden in H&ouml;he von 1,72 Billionen Euro zu tilgen.<br>\nDurch die ungleiche Verm&ouml;gensverteilung, nach der rund 80% des Gesamtverm&ouml;gens mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von &uuml;ber 5500 Euro geh&ouml;ren, ist zudem keine Verarmung breiter Schichten durch die Verm&ouml;gensabgabe zu erwarten.<br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/101020_tilgung_der_staatsschulden.pdf\">Basel Institute of Commons and Economics [PDF &ndash; 143KB]<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Einmal unabh&auml;ngig von der der theoretischen Frage, dass Staatsschulden &ouml;konomisch durchaus auch einen Sinn machen k&ouml;nnen, hat die Darstellung insoweit einen Sinn, als daraus erkennbar wird, dass den (st&auml;ndig als Horrorgem&auml;lde an die Wand gemalten) Staatsschulden ein immenses privates Geldverm&ouml;gen einer relativ kleinen (Gewinner-) Bev&ouml;lkerungsgruppe gegen&uuml;bersteht. Die Hoffnung auf eine Verm&ouml;gensabgabe in diesem Umfang ist jedoch politisch mehr als blau&auml;ugig. Der Vorschlag des Schweizer Instituts, &bdquo; ein Tilgungskonto bei der Deutschen Bundesbank einzurichten, auf das B&uuml;rger auch kleine Betr&auml;ge einzahlen k&ouml;nnen&hellip;&ldquo; und es dadurch m&ouml;glich werde, &bdquo;die Tilgung der Staatsschulden als Gemeinschaftsleistung aller B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger umzusetzen, noch nur als gesetzliche beschlossene Umverteilung&ldquo;, dieser Vorschlag ist allerdings geradezu wunderbar naiv. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Stuttgart 21<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Offener Brief der Initiative &bdquo;Juristen gegen Stuttgart 21&ldquo;<\/strong><br>\nWir &ndash; eine Initiative von Juristen &ndash; treten mit diesem offenen Brief der geradezu gebetsm&uuml;hlenhaft wiederholten Behauptung der Projektbef&uuml;rworter entgegen, Stuttgart 21 sei &ldquo;unumkehrbar&rdquo;, weil demokratisch legitimiert, ein Ausstieg sei nicht oder nur zu exorbitant hohen Kosten m&ouml;glich und gef&auml;hrde den Rechtsstaat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.parkschuetzer.de\/statements\/35706\">Parksch&uuml;tzer<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Interessant sind die Ausf&uuml;hrungen warum das B&uuml;rgerbegehren gerichtlich nicht mehr zugelassen wurde und dass eine &Uuml;berpr&uuml;fung der inhaltlichen Richtigkeit durch die Gerichte gar nicht m&ouml;glich war.<br>\n<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><strong>Der unheilbare Mangel<\/strong><br>\nDen Gegnern des Bahnprojekts Stuttgart 21 wird vorgeworfen, sie h&auml;tten ausreichend Gelegenheit zum Mitreden gehabt. Doch von wegen. Ein Blick in die Archive zeigt: Diese Unterstellung ist schlicht falsch. Ein l&auml;ngst &uuml;berf&auml;lliger R&uuml;ckblick.<br>\nDie Unterstellung, dem heutigen Konflikt sei ein hinreichender Zeitraum demokratisch offener Entscheidungsfindung vorausgegangen, ist historisch schlichtweg&nbsp;falsch:<br>\n(&hellip;)<br>\nDie erste und, wie sich nachher herausstellte, einzige Gelegenheit f&uuml;r die B&uuml;rger Stuttgarts, wenn schon nicht durch direkte Beteiligung, dann wenigstens in einer Kommunalwahl auf das Projekt Einfluss zu nehmen, bevor der Hammer ein f&uuml;r allemal gefallen ist, bot die Wahl des Gemeinderats am 12. Juni 1994. Das war freilich nur acht Wochen nach der&nbsp;Pressekonferenz.<br>\nNach allen damaligen Medienberichten spielte der &ldquo;gro&szlig;e Wurf Stuttgart 21&rdquo; (Erwin Teufel) noch keinerlei auff&auml;llige Rolle im Wahlkampf. Offensichtlich erschien er als k&uuml;hne, aber unausgegorene Zukunftsvision noch viel zu weit entfernt zu sein von den konkreten politischen Sorgen, die die W&auml;hler im Sommer 1994 dr&uuml;ckten. Wahlbeeinflussende Kontroversen l&ouml;ste sie noch nicht aus, planerische Alternativen zirkulierten nicht. Die Idee war bei den B&uuml;rgern politisch noch nicht als entscheidungsrelevanter Ernstfall&nbsp;angekommen.<br>\nDie erste Machbarkeitsstudie wurde erst sieben Monate sp&auml;ter ver&ouml;ffentlicht, am 16. Januar&nbsp;1995.<br>\nNoch krasser war es auf der Ebene des Landes, das ja durch Stuttgart 21 wegen der enormen finanziellen Beteiligung, aber nat&uuml;rlich auch wegen der &uuml;berregionalen verkehrspolitischen Implikationen stark mitbetroffen ist. Hier aber besa&szlig;en die W&auml;hler &uuml;berhaupt keine M&ouml;glichkeit, zumindest mittels des Wahlzettels rechtzeitig mitzuwirken. Die letzte Landtagswahl lag bereits zwei Jahre zur&uuml;ck (1992), die n&auml;chste, 1996, kam daf&uuml;r zu sp&auml;t. Die W&uuml;rfel waren, wie gesagt, im November 1995&nbsp;gefallen.<br>\nVon Anfang an, also seit dem 18.April 1994, weigerte sich die Bahn mit hartn&auml;ckiger Konsequenz, alternative Pl&auml;ne f&uuml;r die Einbindung Stuttgarts in eine schnelle Fernverkehrsmagistrale Paris &ndash; Budapest oder eben nur f&uuml;r die Modernisierung des Stuttgarter Knotenpunkts zu entwickeln. Die absolutistische Ja\/Nein-Logik, die heute den Konflikt so unl&ouml;sbar erscheinen l&auml;sst, war dem Projekt vom ersten Tag an aufgeb&uuml;rdet. Entweder wir untertunneln die Stadt und beseitigen den Kopfbahnhof, oder alles bleibt beim Alten. So rigoros, anders gesagt, so erpresserisch setzte die Bahn die Gemeinde unter&nbsp;Druck.<br>\nUnd diese lie&szlig; sich bereitwillig darauf ein.<br>\nUnentwegt r&uuml;hmt die f&uuml;r ihr Projekt werbende Stadt heute die Tatsache, dass die B&uuml;rger in den rechtlichen Planfeststellungsverfahren mehr als 10000 Eingaben und Einw&auml;nde einbringen konnten. Unterschlagen wird dabei, dass solche Eingaben nur dann Aussicht auf Erfolg haben, wenn sie lediglich Korrekturen und Detailbeschwerden formulieren. Jene aber, die das ganze Projekt ablehnen und durch Alternativen ersetzen wollen, bleiben&nbsp;unber&uuml;cksichtigt.<br>\nDass eine Demokratie zumindest ihre folgenreichen Entscheidungen deliberativ pr&uuml;fen, an Alternativen messen und mit offenem Ausgang &ouml;ffentlichen Debatten aussetzen muss, geh&ouml;rt seit langem, sollte man meinen, zum Allgemeingut ihres Sinns f&uuml;r kollektive Verantwortlichkeit. Das Verfahren, das Stuttgart 21 hervorbrachte, parodierte diese&nbsp;Erkenntnis.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/umstrittenes-bahnprojekt-stuttgart-und-der-unheilbare-mangel-1.1013415\">SZ<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Die Bahn AG: Gr&ouml;&szlig;enwahn statt B&uuml;rgerbahn<\/strong><br>\nPanorama-Reporter haben einen solchen Horror-Trip gefilmt &ndash; und eine Ahnung davon bekommen, wie gro&szlig; die Probleme des Konzerns wirklich sind. In manchen Teilen des Landes verkommt das Schienennetz zu Bummelstrecken mit Tempo-30-Zonen, Z&uuml;ge kommen zu sp&auml;t, notwendige Investitionen werden oft nicht get&auml;tigt. Stattdessen flie&szlig;t Geld in zweifelhafte Gro&szlig;projekte wie Stuttgart 21 und ins Ausland, wo sich die Bahn in den letzten Jahren geradezu ein Logistikimperium aufgebaut hat. Das Problem: Die R&uuml;ckfl&uuml;sse aus diesen Gesch&auml;ften sind eher sp&auml;rlich. Man m&uuml;sse das eine tun, ohne das andere zu lassen, beteuert Bahnchef Grube immer wieder. Doch so recht scheint dies nicht zu gelingen. Panorama &uuml;ber die Bahn AG und Gr&ouml;&szlig;enwahn statt B&uuml;rgerbahn.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/archiv\/2010\/bahn309.html\">ARD Panorama (Einleitungstext)<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/media\/panorama569.html\">ARD Panorama (Video)<\/a>\n<\/li>\n<li><strong>Forschungsprojekt zum Schlichtungsverfahren bei Stuttgart 21<\/strong><br>\nAm Freitag beginnt das Schlichtungsverfahren beim Verkehrsgro&szlig;projekt &bdquo;Stuttgart 21&ldquo;. Die Universit&auml;t Koblenz-Landau f&uuml;hrt begleitend ein Forschungsprojekt durch.  Darin geht es um die Frage, wie gerecht dieses Verfahren wahrgenommen wird und wie sich die Bewertung der Verfahrensgerechtigkeit auf die Akzeptanz der politischen Entscheidung und das Vertrauen in die politischen Akteure auswirkt.<br>\nAlle interessierten B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger sind eingeladen an der Studie teilzunehmen. Der erste Befragungszeitraum findet von Mittwoch bis Freitag dieser Woche statt. Der Fragebogen dauert 15 Minuten und ist ab Mittwoch, 20.10.2010 um 7.00 Uhr morgens &uuml;ber folgenden Link zu erreichen: <a href=\"http:\/\/www.s21-forschung.de\">www.s21-forschung.de<\/a><br>\nIn  den letzten Tagen und Wochen wurde viel &uuml;ber die die politische und gesellschaftliche Bedeutung der Proteste gegen das Verkehrsprojekt &bdquo;Stuttgart 21&ldquo; diskutiert. Dabei ging es auch um die Frage,  in welcher Form B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger an politischen Entscheidungsprozessen beteiligt werden sollen.  F&uuml;r die n&auml;chsten Wochen wurde eine &bdquo;Fachschlichtung&ldquo; vereinbart, bei der die beteiligten Parteien unter der Leitung von Dr. Heiner Geissler ihre Argumente austauschen wollen. Ein Ziel dieses Schlichtungsverfahrens besteht in einer hohen Transparenz gegen&uuml;ber der interessierten &Ouml;ffentlichkeit. &Uuml;ber Fernsehen und Internet sollen Inhalte der Schlichtungsgespr&auml;che breit kommuniziert werden. Kann dieses Vorgehen dazu beitragen, die Akzeptanz politischer Entscheidungen zu verbessern und das Vertrauen in die beteiligten politischen Akteure zu erh&ouml;hen? Die Universit&auml;t Koblenz-Landau f&uuml;hrt w&auml;hrend der Schlichtungsgespr&auml;che eine Onlinebefragung durch, in der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger zu mehreren Zeitpunkten &uuml;ber ihre Meinung zum Konflikt sowie ihre Bewertung des Verfahrens befragt werden. F&uuml;r die Studie sind Dr. Tobias Rothmund und Dr. Anna Baumert verantwortlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.s21-forschung.de\">Dr Anna Baumert, Universit&auml;t Koblenz-Landau, Diagnostik, Differntielle und Pers&ouml;nlichkeitspsychologie<\/a>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>&ldquo;Wir haben verdeckt agierende Beamte, die auf Befehl Steine in Richtung Polizei werfen&rdquo;<\/strong><br>\nUnterdessen plaudern in der Montagsausgabe des Hamburger Abendblatts zwei Polizisten ein wenig aus dem N&auml;hk&auml;stchen. Der Mannheimer Beamte Thomas Mohr war nach Angabe des Blatts bei jenem brutalen Polizeieinsatz Ende September in Stuttgart dabei, bei dem unter anderem mehreren Demonstranten mit Wasserwerfern in die Augen geschossen wurde. Er berichtet in der Springer-Zeitung: &ldquo;Wenn man scharfe Kampfhunde, ich meine die Polizei-Spezialeinheiten, mit zu einer Demonstration nimmt und sie dann auch noch ohne ersichtlichen Grund von der Leine und r&auml;umen l&auml;sst, dann bei&szlig;en sie ohne Erbarmen zu. Daf&uuml;r wurden sie gedrillt und ausgebildet. Das wussten die, die f&uuml;r den Einsatz verantwortlich waren, ganz genau. Sie mussten das Okay von oben haben. Von ganz oben. Mindestens vom Innenministerium.&rdquo;<br>\nLaut Abendblatt war Mohr von dem Einsatz, bei dem rund 400 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden, schockiert. &ldquo;Wir werden von der Politik immer mehr missbraucht und verheizt. Zweckentfremdet und benutzt, der Imageschaden f&uuml;r uns Polizisten, die per Treueschwur und Dienstbefehl f&uuml;r die Regierung den Kopf da drau&szlig;en auf der Stra&szlig;e hinhalten m&uuml;ssen, ist durch Stuttgart enorm.&rdquo;<br>\nGleichzeitig zitiert das Blatt einen anonym bleibenden Beamten, der &uuml;ber illegale Methoden der Polizei bei solchen Eins&auml;tzen spricht, wie sie Anti-AKW-Demonstranten im Wendland und anderswo schon unz&auml;hlige Male erlebt haben: &ldquo;Ich wei&szlig;, dass wir bei brisanten Gro&szlig;demos verdeckt agierende Beamte, die als taktische Provokateure, als vermummte Steinewerfer fungieren, unter die Demonstranten schleusen. Sie werfen auf Befehl Steine oder Flaschen in Richtung der Polizei, damit die dann mit der R&auml;umung beginnen kann.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/2\/148601\">Telepolis<\/a>\n<p><strong>Das Vorgehen der Polizeikr&auml;fte ist leider nichts Neues:<br>\nSiehe dazu ein Augenzeugenbericht von Mary Ann Christen-Meyer aus dem Jahr 1996<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mit dem Sonderzug zur bundesweiten Demonstration in Berlin<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"upload\/pdf\/101020_demo.pdf\">Mary Ann Christen-Meyer [PDF &ndash; 246 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Gesundheitsreform: Gro&szlig;es Gesch&auml;ft mit chronisch Kranken<\/strong><br>\nDeutschland scheint pl&ouml;tzlich ein Land voller Kranker zu sein &ndash; jedenfalls wenn man sich die Daten des Bundesversicherungsamtes genauer anschaut. Ob bei Arterienverkalkung, bestimmten Formen der Diabetes oder psychischen St&ouml;rungen: die Zahl der Erkrankungen ist teilweise um 20 Prozent innerhalb eines einzigen Jahres gestiegen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/archiv\/2010\/krankenkassen131.html\">ARD Panorama (Einleitungstext)<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/media\/panorama571.html\">ARD Panorama (Video)<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>&Uuml;berfl&uuml;ssige Gesetze: Wie Politiker Sicherheit vorgaukeln<\/strong><br>\nDer Kampf gegen Terror oder Kinderpornografie geh&ouml;rt zu den Lieblingsthemen unserer Sicherheitspolitiker. Hiermit k&ouml;nnen sie sich profilieren, durchgreifen, Reden schwingen. Eilig werden dabei neue Gesetze verfasst oder bestehende versch&auml;rft &ndash; ob sie wirksam sind oder nicht. Was dabei herauskommt, sind h&auml;ufig handwerklich schlecht verfasste Gesetze, die Polizisten und Richter verzweifeln lassen oder in der Schublade verschwinden &ndash; wie zum Beispiel die so genannte Onlinedurchsuchung. Welcher Partei die jeweiligen Beteiligten angeh&ouml;ren, spielt dabei keine Rolle: Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) hat genauso fragw&uuml;rdige Gesetze auf den Weg gebracht wie Otto Schily (SPD). Das Fatale: Bald kann kaum jemand mehr unterscheiden, welche Gesetze sinnvoll sind und welche nur politisches Kalk&uuml;l. Panorama zeigt, welche Bl&uuml;ten es treiben kann, wenn Politiker dem Populismus erliegen und der Sachverstand dabei auf der Strecke bleibt.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/archiv\/2010\/gesetze101.html\">ARD Panorama (Einleitungstext)<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/daserste.ndr.de\/panorama\/media\/panorama575.html\">ARD Panorama (Video)<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Jens Wernicke: Demokratie als Standortnachteil<\/strong><br>\nDie Debatte um das im Sinne der Kapitalverwertung &ldquo;effizienteste&rdquo; Regierungssystem ist offenbar erneut er&ouml;ffnet<br>\nWenige Tage, nachdem Bahnchef Grube den Demonstranten in Stuttgart ihr Demonstrationsrecht abgesprochen und sein Demokratieverst&auml;ndnis dahingehend offengelegt hatte, dass er kundtat, die B&uuml;rger h&auml;tten gef&auml;lligst dem Willen der Parlamente zu folgen, nichts anderes sei schlie&szlig;lich &ldquo;Kern einer Demokratie&rdquo; , erfreute sich Ministerpr&auml;sident Stefan Mappus (CDU) auf einer Reise durch Saudi-Arabien und Katar, zwei Diktaturen am Persischen Golf, an der dortigen Ruhe, von der Regierungshandeln begleitet wird. Nicht nur er, sondern auch andere bewerten derlei &ldquo;Ruhe&rdquo; dabei inzwischen als Standortvorteil im internationalen Wettbewerb. So wird von der deutschen &Ouml;ffentlichkeit weitgehend unbemerkt in gewissen Kreisen denn aktuell auch eine Debatte &uuml;ber &ldquo;einen m&ouml;glichen Nutzen diktatorischer Regierungsformen&rdquo; gef&uuml;hrt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/33\/33504\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzende Anmerkung des Autors:<\/strong> F&uuml;r jene unter uns, die die aktuellen Debatten und Geschehnisse zu &auml;ngstigen verm&ouml;gen, noch Zitate von Walter Benjamin und von Herbert Marcuse mit auf den Weg:<br>\n&nbsp;<br>\nWalter Benjamin, Geschichtsphilosophische Thesen:<br>\n&bdquo;Die Tradition der Unterdr&uuml;ckten belehrt uns dar&uuml;ber, da&szlig; der &sbquo;Ausnahmezustand&lsquo;, in dem wir leben, die Regel ist. Wir m&uuml;ssen zu einem Begriff der Geschichte kommen, der dem entspricht. Dann wird uns als unsere Aufgabe die Herbeif&uuml;hrung des wirklichen Ausnahmezustands vor Augen stehen; und dadurch wird unsere Position im Kampf gegen den Faschismus sich verbessern. Dessen Chance besteht nicht zuletzt darin, da&szlig; die Gegner ihm im Namen des Fortschritts als einer historischen Norm begegnen. &ndash; Das Staunen dar&uuml;ber, da&szlig; die Dinge, die wir erleben, im zwanzigsten Jahrhundert &sbquo;noch&lsquo; m&ouml;glich sind, ist kein philosophisches. Es steht nicht am Anfang einer Erkenntnis, es sei denn der, da&szlig; die Vorstellung von Geschichte, aus der es stammt, nicht zu halten ist.&ldquo;<\/em><\/p>\n<p>Herbert Marcuse:<br>\n&bdquo;Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen&ldquo;, hat Max Horkheimer diesen Gedanken einmal auf den Punkt gebracht und damit einen Grundkonsens der so genannten Frankfurter Schule formuliert, der von Herbert Marcuse 1967 in den &bdquo;Theorien &uuml;ber die sozialen Urspr&uuml;nge und die Funktion des Faschismus&ldquo; schlie&szlig;lich wie folgt herausgearbeitet wurde:&nbsp;Wirtschaftsliberalismus ist die Ideologie des freien Wettbewerbs von Einzelwirtschaftssubjekten, aus der im sp&auml;ten, Monopolkapitalismus, in welchem nicht mehr die Einzelwirtschaften die ma&szlig;geblichen Interessen repr&auml;sentieren, folgelogisch der Faschismus erw&auml;chst, sozusagen als&nbsp;&ldquo;Vollendung&rdquo; der kapitalistischen Entwicklung. Im Original hei&szlig;t es:&nbsp;<br>\n&bdquo;Die liberalistische Rationalisierung der Wirtschaftsf&uuml;hrung (wie &uuml;berhaupt der gesellschaftlichen Ordnung) ist wesentlich eine private: sie ist gebunden an die rationale Praxis des einzelnen Wirtschaftssubjekts bzw. einer Vielheit einzelner Wirtschaftssubjekte. Zwar soll sich am Ende die Rationalit&auml;t der liberalistischen Praxis im Ganzen und am Ganzen erweisen, aber dieses Ganze selbst bleibt der Rationalisierung entzogen. Der Einklang von Allgemein- und Privatinteresse soll sich im ungest&ouml;rten Ablauf der privaten Praxis von selbst ergeben; er wird prinzipiell nicht in die Kritik genommen, er geh&ouml;rt prinzipiell nicht mehr zum rationalen Entwurf der Praxis.<br>\nDurch diese Privatisierung der Ratio wird der vernunftgem&auml;&szlig;e Aufbau der Gesellschaft um sein zielgebendes Ende gebracht (wie beim Irrationalismus durch die Funktionalisierung der Ratio um seinen richtunggebenden Anfang). Gerade die rationale Bestimmung und Bedingung jener &sbquo;Allgemeinheit&lsquo;, bei der schlie&szlig;lich das &sbquo;Gl&uuml;ck&lsquo; des Einzelnen aufgehoben sein soll, fehlt. Insofern (und nur insofern) wirft man dem Liberalismus mit Recht vor, da&szlig; seine Rede von der Allgemeinheit, der Menschheit usw. in puren Abstraktionen stecken bleibt. Struktur und Ordnung des Ganzen bleiben letztlich irrationalen Kr&auml;ften &uuml;berlassen: einer zuf&auml;lligen &sbquo;Harmonie&lsquo;, einem &sbquo;nat&uuml;rlichen Gleichgewicht&lsquo;. Die Tragf&auml;higkeit des liberalistischen Rationalismus h&ouml;rt daher sofort auf, wenn mit der Versch&auml;rfung der gesellschaftlichen Gegens&auml;tze und der &ouml;konomischen Krisen die allgemeine &sbquo;Harmonie&lsquo; immer unwahrscheinlicher wird; an diesem Punkt mu&szlig; auch die liberalistische Tradition zu irrationalen Rechtfertigungen greifen. Die rationale Kritik gibt sich selbst auf; sie ist allzu leicht bereit, &sbquo;nat&uuml;rliche&lsquo; Vorrechte und Begnadungen anzuerkennen. Der charismatisch-autorit&auml;re F&uuml;hrergedanke ist schon pr&auml;formiert in der liberalistischen Feier des genialen Wirtschaftsf&uuml;hrers, des &sbquo;geborenen&lsquo; Chefs. [&hellip;]<br>\nDie rohe Skizze der liberalistischen Gesellschaftstheorie hat gezeigt, wie viele Elemente der totalit&auml;ren Staatsauffassung in ihr schon angelegt sind. Von der &ouml;konomischen Struktur aus enth&uuml;llt sich eine fast l&uuml;ckenlose Kontinuit&auml;t in der Entwicklung der theoretischen Interpretation der Gesellschaft. Die &ouml;konomischen Grundlagen dieser Entwicklung von der liberalistischen zur totalit&auml;ren Theorie m&uuml;ssen hier vorausgesetzt werden: sie liegen im wesentlichen alle auf der Linie der Wandlung der kapitalistischen Gesellschaft von dem auf der freien Konkurrenz der selbst&auml;ndigen Einzelunternehmer aufgebauten Handels- und Industriekapitalismus zum modernen Monopolkapitalismus, in dem die ver&auml;nderten Produktionsverh&auml;ltnisse (und besonders die gro&szlig;en &sbquo;Einheiten&lsquo; der Kartelle, Trusts etc.) eine alle Machtmittel mobilisierende Staatsgewalt fordern. [&hellip;]<br>\nDie Wendung vom liberalistischen zum total-autorit&auml;ren Staate vollzieht sich auf dem Boden derselben Gesellschaftsordnung. Im Hinblick auf diese Einheit der &ouml;konomischen Basis l&auml;&szlig;t sich sagen: es ist der Liberalismus selbst, der den total-autorit&auml;ren Staat aus sich &sbquo;erzeugt&lsquo;: als seine eigene Vollendung auf einer fortgeschrittenen Stufe der Entwicklung. Der total-autorit&auml;re Staat bringt die dem monopolistischen Stadium des Kapitalismus entsprechende Organisation und Theorie der Gesellschaft.&ldquo;<br>\nLiteraturstellen: <\/p>\n<ul>\n<li>Herbert Marcuse: Der Kampf gegen den Liberalismus in der totalit&auml;ren Staatsauffassung, in: Wolfgang Abendroth (Hrsg.): Faschismus und Kapitalismus. Theorien &uuml;ber die sozialen Urspr&uuml;nge und die Funktion des Faschismus, Europ&auml;ische Verlagsanstalt, 1967, Seiten 39 &ndash; 74<\/li>\n<li>Walter Benjamin: &Uuml;ber den Begriff der Geschichte. Werke und Nachlass. Kritische Gesamtausgabe. Bd. 19, Suhrkamp Verlag, 2010<\/li>\n<\/ul>\n<p>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Millionenabzocke: Der Skandal in DRK-Kliniken<\/strong><br>\nUngerechtfertigte Honorare, Gef&auml;lligkeitsgutachten, Mobbing: schwere Vorw&uuml;rfe gegen Berliner DRK-Kliniken. Chef&auml;rzte profitierten auf dem R&uuml;cken von Patienten und Assistenz&auml;rzten. Die dritte Polizeirazzia innerhalb eines Jahres zeigt: Es k&ouml;nnte nur die Spitze des Eisberges sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ardmediathek.de\/ard\/servlet\/content\/3517136?documentId=5637522\">ARD Mediathek Report M&uuml;nchen<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Haben wir eine christliche Leitkultur?<\/strong><br>\nDass der Limburger Bischof den h&ouml;chsten Repr&auml;sentanten der Bundesrepublik, den zweiten katholischen Bundespr&auml;sidenten nach Heinrich L&uuml;bke, wissen l&auml;sst, die &bdquo;entscheidende Passage&ldquo; der Rede zum 3. Oktober habe &bdquo;zu Recht Widerspruch ausgel&ouml;st&ldquo;, hat gro&szlig;es Gewicht. Der &bdquo;Focus&ldquo; hat den Artikel f&ouml;rmlich als Replik ausgewiesen. Schlagzeile: &bdquo;Es gibt eine christliche Leitkultur, Herr Bundespr&auml;sident&ldquo;.<br>\nDas wichtigste Beweisst&uuml;ck f&uuml;r die These von der Verbindlichkeit christlicher Verhaltenslehren auch f&uuml;r nichtchristliche B&uuml;rger sollen &bdquo;unsere Rechtsstaatlichkeit und Rechtsauffassung&ldquo; sein, die sich &bdquo;einem christlichen Menschenbild&ldquo; verdankten. Dass islamische Neub&uuml;rger in den Quellen ihres Glaubens analoge anthropologische Gr&uuml;nde f&uuml;r ein positives Verh&auml;ltnis zu unserem Recht finden k&ouml;nnten, zieht Tebartz-van Elst in Zweifel. &bdquo;Nach wie vor ist die Frage nach dem Verh&auml;ltnis des Islam zu den universalen Menschenrechten und zu unserem Rechtsstaat weithin ungekl&auml;rt.&ldquo;<br>\nDas h&auml;lt dem Islam der Funktion&auml;r einer Kirche vor, die fast zweitausend Jahre alt ist und ihr eigenes Verhalten zu den universalen Menschenrechten vor genau f&uuml;nfundvierzig Jahren gekl&auml;rt hat.<br>\nDer evangelische Theologe Friedrich Wilhelm Graf hat vorgestern in der &bdquo;S&uuml;ddeutschen Zeitung&ldquo; daran erinnert, dass man die Menschenrechte auch im Protestantismus bis weit in die f&uuml;nfziger Jahre hinein als &bdquo;liberalistische Verirrung des modernen Menschen&ldquo; ansah. Ist es schon so weit, dass die Kirchenvertreter als s&auml;kulare Mustersch&uuml;ler auftreten k&ouml;nnen?<br>\nMan mag die moderne Freiheitsidee dem Christentum als Beitrag und Leistung aufs Konto schreiben. Einen Leistungsvertrag h&auml;tte man dar&uuml;ber nicht abschlie&szlig;en k&ouml;nnen, auch nicht mit Luther. Christoph M&ouml;llers stellte auf dem Juristentag n&uuml;chtern fest, der Anspruch der Kirchen, die Gesellschaft zu repr&auml;sentieren, verliere st&auml;ndig an Plausibilit&auml;t. Verlockend, dass Bisch&ouml;fen in dieser Lage die Schirmherrschaft &uuml;ber den Wertewandel angetragen wird! Aber was die neuen Freunde, die ungl&auml;ubigen Wiederentdecker des Abendlandes, unter christlicher Leitkultur verstehen, das ist im Kern die S&auml;kularit&auml;t, die Trennung von Staat und Kirche. Dann w&auml;re auch die aus unserer Rechtsauffassung konsequent folgende Abtreibungsfreiheit eine christliche Errungenschaft &ndash; nur in kultureller Betrachtung, nat&uuml;rlich.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub9B4326FE2669456BAC0CF17E0C7E9105\/Doc~E073DE5D66A5B4E2DA7F0330CF3702628~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es ist be&auml;ngstigend, wie christliche Fundamentalisten die Integrationsdebatte benutzen, um an die Stelle der grundgesetzlichen S&auml;kularit&auml;t und der Trennung von Kirche und Staat ihr christliches, ja sogar konfessionelles Dogma zu setzen. Stehen wir vor einem neuen &bdquo;Kulturkampf&ldquo; wie vor 140 Jahren. Leider gibt es in der Politik zu wenig Preu&szlig;en, die sich als liberale und Verfechter des s&auml;kularisierten Staates diesem Kampf stellen w&uuml;rden.<br>\nUnsere Kanzlerin ist in diesem Punkte offenbar <a href=\"?p=7119\">leider kein Bismarck<\/a><\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu: <\/em><\/p>\n<p><strong>Unser Kulturkampf: Die Rede von der christlich-j&uuml;dischen Tradition ist ein Skandal<\/strong><br>\nTeile des politischen Spitzenpersonals schrecken nicht einmal mehr davor zur&uuml;ck, sich beim Judentum in missbr&auml;uchlicher Hinsicht, n&auml;mlich im Sinne des Kulturkampfes, zu bedienen. Eine t&uuml;ckischere Umarmung l&auml;sst sich kaum denken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2010\/42\/Christlich-Juedische-Tradition\">Die Zeit<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Bundeswehreinsatz im Inland: Gerichtsinterne Schlichtung<\/strong><br>\nDas Bundesverfassungsgericht will im Fr&uuml;hjahr entscheiden, ob die Bundeswehr im Inland k&uuml;nftig Kampfjets und Panzer einsetzen darf. Weil der Erste und der Zweite Senat des Karlsruher Gerichts in dieser Frage v&ouml;llig uneins sind und Schlichtungsgespr&auml;che keinen Konsens brachten, wird aller Voraussicht nach das Plenum angerufen, das alle 16 Richter umfasst. Das k&uuml;ndigte Verfassungsgerichtspr&auml;sident Andreas Vo&szlig;kuhle im Interview an. Ausgangspunkt ist das Urteil des Ersten Senats vom 15. Februar 2006 zum Luftsicherheitsgesetz. Damals untersagte das Gericht, den Abschuss einer entf&uuml;hrten Passagiermaschinen zu erlauben, die als Waffe eingesetzt werden soll &ndash; dies sei ein Versto&szlig; gegen die Menschenw&uuml;rde. In einem neuen Verfahren will der Zweite Senat zwar nicht am Abschussverbot r&uuml;tteln, wohl aber an der restriktiven Haltung des Ersten Senats zum Waffeneinsatz. Dieser hatte der Bundeswehr bei Eins&auml;tzen, die nicht der Landesverteidigung gelten, den Gebrauch spezifisch milit&auml;rischer Kampfmittel untersagt, zum Beispiel von Bordwaffen eines Kampfflugzeuges. Der Zweite Senat will Inlandseins&auml;tze der Bundeswehr zwar auch k&uuml;nftig nur ausnahmsweise &ldquo;bei besonders schweren Ungl&uuml;cksf&auml;llen&rdquo; erlauben, dann allerdings, im Rahmen der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit, mit dem gesamten Waffenarsenal. Die Plenarentscheidung w&auml;re erst die f&uuml;nfte in der Geschichte des Gerichts &ndash; und die erste zu einer fundamentalen Verfassungsfrage. Vo&szlig;kuhle sagte, es handle sich dennoch &ldquo;um keinen dramatischen Konflikt, sondern um ein f&uuml;r Juristen &uuml;bliches Ringen um Argumente&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/bundesverfassungsgericht-senat-gegen-senat-gerichtsinterne-schlichtung-1.1012984\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Was soll das? Einerseits spricht Verfassungsgerichtspr&auml;sident Andreas Vo&szlig;kuhle von einer fundamentalen Verfassungsfrage, andererseits handele es sich &ldquo;um keinen dramatischen Konflikt, sondern um ein f&uuml;r Juristen &uuml;bliches Ringen um Argumente&rdquo;. Es wird also wegen eines akademischen Streits eine Plenarentscheidung bem&uuml;ht, an der das f&uuml;nfte Mal in der Geschichte des Gerichts alle 16 Richter des Ersten und der Zweiten Senat beteiligt sind. B&uuml;rger h&ouml;rt die Signale! &nbsp;&ndash; Ist nicht schon die sprachliche Regelung schon h&ouml;chst verd&auml;chtig? &rdquo; Zur &bdquo;Abwehr eines besonders schweren Ungl&uuml;cksfalls&rdquo; &rdquo; soll das Waffenarsenal der Bundeswehr zum Einsatz kommen. Kennen Sie Ungl&uuml;cksf&auml;lle, bei denen das Waffenarsenal der Bundeswehr Verwendung f&auml;nde? Diesen Fall sollten gerade Juristen doch zumindest sprachlich konsistent formulieren. Die Bedrohung durch Terroristen ist ein kein &ldquo;Ungl&uuml;cksfall&rdquo; &ndash; Und bittesch&ouml;n auch gleich kl&auml;ren, was Terror und Terroristen sind!<br>\nUnsere Regierung schickt bereits ohne echte demokratische Debatte mit ein bisschen pathetischem Wortgeklingel unsere jungen Leute in den Tod beziehungsweise, selbst wenn wir die edelste Begr&uuml;ndung der Welt h&auml;tten, in einen nicht zu gewinnenden, sinnlosen Krieg. Wer sagt denn, dass in Deutschland weiterhin Friedhofsruhe herrscht. In Frankreich brennen Feuer der Wut. Wenn die Regierungen weiter an der normalen Bev&ouml;lkerung vorbeiregiert, kommt es vielleicht nicht heute, aber morgen zum Widerstand. Die Bundeswehr mit Panzern bei eskalierenden Massendemonstrationen und Massenstreiks? Die Berufsarmee in ihrer ersten Bew&auml;hrung?<br>\nWir Deutsche sollten sehr hellh&ouml;rig und wachsam sein, wenn sich der Staat immer mehr Befugnisse aneignet, um seine B&uuml;rger zu &ldquo;sch&uuml;tzen&rdquo;. Was ist denn, wenn ein Typ wie Geert Wilders in unsere relativ ruhige Sonntagsdemokratie einbricht? Wo steht dann der Feind, was ist in dessen Augen dann der &bdquo;Ungl&uuml;cksfall&ldquo;, wer ist ein Terrorist? Wie schreibt der fr&uuml;he politischen Weggef&auml;hrten Wilders&rsquo; Martin Bosma in seinem Buch &bdquo;Die Scheinelite der Falschm&uuml;nzer&ldquo;? Es nicht geht nicht nur um die islamische Invasion, denn an der heutigen Situation trage allein die Linke Schuld, die seit 1968 in ihrem Selbsthass durch die massive Zuwanderung von Ausl&auml;ndern und durch die totale Integration <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/kultur\/aktuell\/der_politische_missionar_1.8039004.html\">in die Europ&auml;ische Union das Land abschaffen wolle. <\/a><\/em><\/p>\n<p>Mag sein, dass unsere derzeitige Elite sich keinen Bundeswehreinsatz gegen die eigene Bev&ouml;lkerung vorstellt. Nur sollte sie dann auch diese Hetze und Ausgrenzung von Randgruppen lassen. Sie schafft nur ein Milieu, dem sie durchaus selbst zum Opfer fallen kann. Wie begann der Arabist Hans Jansen die Vorstellung des oben genannten Buches von Martin Bosma, am Tag nach Bildung eines Minderheitskabinetts unter Duldung von Wilders: &bdquo;F&uuml;r meine Informationen bin ich weitgehend abh&auml;ngig von dem staatlichen Rundfunksender, also vielleicht liege ich v&ouml;llig falsch, aber wenn ich es richtig verstanden habe, war gestern Dienstag, 28. September 2010 D-Day f&uuml;r die Niederlande. Eine Menge Kampf wird dem D-Day folgen, vielleicht sogar <a href=\"http:\/\/web.europenews.dk\/de\/node\/36293\">Blutstr&ouml;me&ldquo; &ndash; Na, dann!<\/a><\/p>\n<p>Dazu passt:<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Proteste und Krawalle in Frankreich: Feuer der Wut<\/strong><br>\nFlugausf&auml;lle, Krawalle, Blockaden, Benzinknappheit: Frankreichs &ouml;ffentliches Leben ist gel&auml;hmt. Und die Proteste gegen die Rentenreform von Pr&auml;sident Sarkozy werden immer gewaltt&auml;tiger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/proteste-und-krawalle-in-frankreich-feuer-der-wut-1.1013390\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong>&nbsp; Beeindruckend der hohe Anteil von Jugendlichen. Nach Regierungsangaben wurde an 300 Gymnasien gestreikt und demonstriert, laut den Sch&uuml;lergewerkschaften waren es aber 900 Gymnasien. Hierzulande macht man in Generationenkonflikt. Warum begreift die hiesige Jugend nicht, dass auch sie von der Rentenreform benachteiligt wird? Richtig spannend wird es, wenn sich in Frankreich die Banlieues beteiligen, deren Lage sich nach dem j&uuml;ngsten Bericht einer Parlamentariergruppe seit 2003 nicht im geringsten verbessert hat.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Der Staat ist autistisch<\/strong><br>\nDie franz&ouml;sische Historikerin Danielle Tartakowsky &uuml;ber die Wut der Franzosen und Franz&ouml;sinnen und die Substanz ihrer Proteste:<br>\n&ldquo;Es gibt das vorherrschende Gef&uuml;hl, dass dieser Staat, der als Raum der Debatte und Verhandlung geschaffen worden ist, nicht mehr kommuniziert und die soziale Diskussion in &ldquo;autistischer&rdquo; Weise verweigert. Die an den Sozialstaat gerichteten Erwartungen werden so in provokativer Art frustriert. &hellip; Man kann es positiv werten, wenn die B&uuml;rger ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Das Demonstrationsrecht ist nicht von ungef&auml;hr ein wichtiges Kriterium demokratischer Verh&auml;ltnisse in einer Gesellschaft. Umgekehrt kann man es auch bedauern, dass den Arbeitnehmern oder Sch&uuml;lern gar nichts anderes &uuml;brig bleibt, als ihre Rechte selber zu verteidigen. Das bedeutet eben auch, dass die eigentlich dazu vorgesehenen institutionellen Mittel nicht funktionieren, das ist darum zweifellos auch Ausdruck einer Krise der repr&auml;sentativen Demokratie.&nbsp; (&hellip;) Seit zehn Jahren haben die Mittelsch&uuml;ler und Studenten regelm&auml;&szlig;ig protestiert. Sie machen sich zu Recht Sorgen um ihre Zukunft. Jetzt sagt man ihnen, sie w&uuml;rden erst mit 67 Jahren in Rente gehen. Und schon jetzt haben viele nur sehr prek&auml;re Arbeitsm&ouml;glichkeiten und Jobs. Sie empfinden diese Reform wie die Ank&uuml;ndigung einer schwarzen Zukunft. Als Hochschullehrerin kann ich Ihnen sagen, dass diese Studenten sehr wohl wissen, wovon sie reden. Sie sind angewidert von einer Welt, die ihnen zutiefst ungerecht erscheint. Dieses Gef&uuml;hl der Ungerechtigkeit sollte man auf keinen Fall untersch&auml;tzen. &hellip;&nbsp; Die Altersversicherung der S&eacute;curit&eacute; Sociale gilt als eine der gro&szlig;en Errungenschaften, die die Franzosen und Franz&ouml;sinnen verteidigen wollen. Sie halten umso mehr daran fest, als sie als erk&auml;mpfte Errungenschaft gilt. Es gibt dazu einen Slogan in den Demonstrationen, der besagt: &ldquo;Wir haben gek&auml;mpft, um die Rente zu erobern, wir werden k&auml;mpfen, um sie zu verteidigen.&rdquo; Hinzu kommen auch noch die Provokationen der Staatsf&uuml;hrung. Wenn der Staatspr&auml;sident Nicolas Sarkozy sagt, er bemerke die Streiks gar nicht, oder wenn ein Premierminister erkl&auml;rt, es sei nicht die Stra&szlig;e, die regiere, f&uuml;hlen sich die B&uuml;rger bei der herrschenden Spannung dadurch noch mehr herausgefordert. Wir leben in einem Land, in dem die sozialen K&auml;mpfe ma&szlig;geblich das kollektive Bewusstsein gepr&auml;gt haben.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2010%2F10%2F20%2Fa0085&amp;cHash=07eb991a52\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Bachelor-Job, wo bist du?<\/strong><br>\nEine neue Untersuchung zeigt: Es gibt so gut wie keine Stellenangebote nur f&uuml;r Bachelor-Absolventen &ndash; selbst bei den Unternehmen, die sie einst mit einer Initiative besonders willkommen hie&szlig;en. Warum auch? &ndash; fragt die Wirtschaft.<br>\nVon 1023 Stellen-Angeboten mit Stichwort &bdquo;Bachelor&ldquo; sind gerade einmal sechs Prozent, also 63, Direkteinstiege f&uuml;r Bachelorabsolventen ohne Berufserfahrung. Ein Team des Instituts f&uuml;r Managementkompetenz an der Universit&auml;t des Saarlandes hat dies an einem Tag im Juli in einer der gro&szlig;en Internetjobb&ouml;rsen gez&auml;hlt.<br>\nDoch schon 2004 hatten namhafte deutsche Unternehmen erkl&auml;rt: &bdquo;Bachelor welcome&ldquo;. Sie wollten explizit Stellen f&uuml;r diese Absolventen bieten, darunter Schwergewichte wie der Versicherer Allianz, der Chemiekonzern BASF, der Autobauer BMW, die Hypovereinsbank oder die Deutsche Telekom. &bdquo;Gerade Unternehmen der Bachelor-Welcome-Initiative haben eine besondere Verantwortung &uuml;bernommen, der sie jetzt nachweisbar und nachhaltig gerecht werden m&uuml;ssen&ldquo;, sagt Christian Scholz, Direktor des Instituts f&uuml;r Managementkompetenz an der Universit&auml;t des Saarlandes und Autor der Studie.<br>\n(Auf den Internetseiten der 15 Erstunterzeichner waren) von den 743 Angeboten, die sich an Bachelor-Absolventen ohne Berufserfahrung richten, &hellip; 86 Prozent Praktika,&nbsp;neun Prozent Trainees und nur&nbsp;f&uuml;nf Prozent&nbsp; Direkteinstiege. Bei diesen 39 Direkteinstiegen, so hei&szlig;t es weiter, konkurrierten Bachelor aber mit Master- und mit Diplomabschl&uuml;ssen.<br>\nDas Fazit der Untersuchung: &bdquo;Der unmittelbare Karrierestart als Bachelor bleibt ebenso ein Traum, wie das Versprechen der Unternehmen unerf&uuml;llt bleibt, einen gezielten Direkteinstieg als Willkommensgeschenk f&uuml;r Bachelor anzubieten.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.karriere.de\/mba\/bachelor-job-wo-bist-du-10253\/\">Karriere.de, das Portal von Handelsblatt und Wirtschaftswoche<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Der Bachelor (in Deutschland) stellt sich immer mehr als Kopfgeburt neoliberaler N&uuml;tzlichkeitsfetischisten heraus. Er hatte keinen anderen Sinn, als die Studienzeiten zu verk&uuml;rzen und damit die Hochschulen zu entlasten. Nachdem es nicht gelungen war 60 Prozent der Studierenden auf die Fachhochschulen (mit k&uuml;rzeren Studienzeiten) umzulenken, hat man, unter Anfeuerung der Unternehmen ein Studium an den Universit&auml;ten radikal und rigide auf 6 Semester f&uuml;r einen &bdquo;ersten berufsbef&auml;higenden Abschluss&ldquo; verk&uuml;rzt, die Studien verschult und mit strengen Selektionsbarrieren ausgestattet (damit die angeblich nicht Studierf&auml;higen fr&uuml;hzeitig aussortiert werden). Wissenschaftliches Lernen wurde mit starren Studienpl&auml;nen und beliebigen Modulen zum (wie b&ouml;se Zungen sagen) &bdquo;Bulimie-Studium&ldquo;.<br>\nWeder wurde die Abbrecherquote verringert, noch wurde die Mobilit&auml;t gef&ouml;rdert, geschweige denn (die ach so viel zitierte) Employability (Berufsbef&auml;higung) erreicht. Nicht einmal die Zulassungsbeschr&auml;nkungen gingen durch die Kurzstudieng&auml;nge zur&uuml;ck, im Gegenteil: fast zwei Drittel aller BA\/MA-Studieng&auml;nge sind zulassungsbeschr&auml;nkt. Diese ganze sog. &bdquo;Studienreform&ldquo; wird als Experiment auf dem R&uuml;cken der Studierenden ausgetragen.<br>\nAlle Reden nun vom &bdquo;Korrekturbedarf&ldquo;, doch mit einer Korrektur ist es l&auml;ngst nicht getan. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Britische Studenten f&uuml;rchten Horrorgeb&uuml;hren<\/strong><br>\nDer Radikal-Sparkurs der Regierung trifft auch die britischen Hochschulen. Um Budgetk&uuml;rzungen von bis zu 80 Prozent auszugleichen, sollen nun Studenten draufzahlen: An einzelnen Unis k&ouml;nnten sich die Studiengeb&uuml;hren vervierfachen. [&hellip;]<br>\nDas Kernst&uuml;ck der Reform: Die bisherige Obergrenze der Studiengeb&uuml;hren f&uuml;r EU-B&uuml;rger von 3290 Pfund pro Jahr wird abgeschafft. K&uuml;nftig sollen Universit&auml;ten ihre Geb&uuml;hren frei festsetzen d&uuml;rfen. Sch&auml;tzungen zufolge werden sie sich ab 2012 im Durchschnitt verdoppeln.<br>\nEs ist eine grundlegende Richtungs&auml;nderung: Der Staatszuschuss f&uuml;r Universit&auml;ten wird drastisch zur&uuml;ckgefahren, die entstehende Finanzierungsl&uuml;cke sollen die Studenten mit erh&ouml;hten Abgaben schlie&szlig;en.<br>\nDerzeit zahlt der Staat j&auml;hrlich rund vier Milliarden Pfund f&uuml;r die Lehre. Es wird erwartet, dass dieses Budget um 80 Prozent gek&uuml;rzt wird.<br>\nAuch die Forschungsgelder werden zusammengestrichen. Am Mittwoch legt Schatzkanzler George Osborne seinen Sparplan vor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/unispiegel\/studium\/0,1518,723801,00.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Das sei ein warnendes Beispiel f&uuml;r alle Geb&uuml;hrenbef&uuml;rworter, die meinen bei uns sei das doch mit 500 Euro pro Semester seien doch sozial vertr&auml;glich und hinnehmbar. Es wird nicht mehr lange dauern, dass unter dem Regime der &bdquo;Schuldenbremse&ldquo; auch in Deutschland die &bdquo;Spar&ldquo;-M&ouml;glichkeit der Geb&uuml;hrenerh&ouml;hung als Rettungsanker betrachtet wird.<br>\nEs m&uuml;sste jedem klar sein, dass die bisherige Studiengeb&uuml;hr nur der T&uuml;r&ouml;ffner war. Es w&auml;re geradezu unlogisch, wenn in der &bdquo;markt- und nachfrageorientiert&ldquo; gesteuerten Hochschule, der Einnahmen aus dem Ausbildungsmarkt &bdquo;gedeckelt&ldquo; blieben. Wenn Studiengeb&uuml;hren erst einmal da sind, dann steigen sie &uuml;berall in der Welt, in Australien, jetzt in England und in den USA werden sie allm&auml;hlich selbst f&uuml;r die Elite unbezahlbar. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Indien: Eine Mangelern&auml;hrung hat viele Ursachen<\/strong><br>\nIndien sonnte sich noch im Glanz des zweiten Platzes in der Nationenwertung bei den gerade beendeten Commonwealth-Spielen in Delhi, da wurde es durch die Ver&ouml;ffentlichung einer Studie von &raquo;Save the Children&laquo; r&uuml;de auf den Boden der Tatsachen zur&uuml;ckgeholt. Die Kinderschutzorganisation ver&ouml;ffentlichte in der vergangenen Woche eine Analyse der Ern&auml;hrungsbedingungen, die sie in den 54 Commonwealth-Staaten angefertigt hatte. Indien f&uuml;hrt die Negativliste an: 55 Millionen oder 43 Prozent aller Kinder bis f&uuml;nf Jahre sind untergewichtig, sieben Millionen ihrer Altersgenossen sind schwer unterern&auml;hrt. Fast zur gleichen Zeit legte auch das Internationale Ern&auml;hrungsforschungsinstitut IFPRI die Ergebnisse seines Globalen Hungerindex f&uuml;r 2010 vor. Unter 122 erfa&szlig;ten L&auml;ndern rangiert Indien hier auf Position 67, weit hinter China und auch hinter den Nachbarstaaten Sri Lanka, Nepal und Pakistan. IFPRI-Direktor Ashok Gulati dazu: &raquo;Anders als in China haben h&ouml;here Wachstrumsraten in Indien nicht zur Abnahme des Hungers gef&uuml;hrt.&laquo; Trotz eines Wirtschaftswachstums von 8,5 Prozent ist Indien sogar um zwei Pl&auml;tze abgesackt. Als Grund daf&uuml;r gibt das IFPRI an, da&szlig; Neu-Delhi im Vergleich zu den Nachbarstaaten weniger in die Gesundheits- und Wasserversorgung, Sanit&auml;reinrichtungen, Bildung und den gesellschaftlichen Status von Frauen investiert, obwohl es seit Jahrzehnten eine Reihe von Sozialprogrammen gibt, die das Problem des Hungers und der Unterern&auml;hrung gezielt mindern sollen.<br>\nEin indischer Bericht &uuml;ber die gesundheitliche Lage der Familien kam jedoch schon f&uuml;r die Jahre 2005 und 2006 zu dem Schlu&szlig;, da&szlig; auch 19,7 Prozent der Kinder in der reichsten Bev&ouml;lkerungsschicht sowie 33,6 Prozent der &raquo;moderat Reichen&laquo; unterern&auml;hrt sind. Offenbar liegt die Unterern&auml;hrung also nicht nur an der Menge, sondern auch an der Qualit&auml;t, am N&auml;hrwert der Mahlzeiten. E&szlig;gewohnheiten, traditionelle Zubereitung der Speisen, regionale Besonderheiten; religi&ouml;se und Kastenrestriktionen tragen demnach zu einseitiger Ern&auml;hrung und zu Mangelern&auml;hrung bei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/10-19\/035.php?print=1\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Man wird Empfindung nicht los, dass&nbsp; der indische Bericht einfach ein Ablenkungsman&ouml;ver ist. Es ist doch sehr unwahrscheinlich dass das Wissen um ausreichende Ern&auml;hrung und Reichtum so wenig korreliert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Tipp f&uuml;r Berliner: Lecture by Paul Krugman, &ldquo;The Failure of Crisis Management,&rdquo;<\/strong><br>\nWednesday, October 20, 4&ndash;5:30 p.m., Humanities and Social Sciences Building, Lecture Hall 1 b, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fu-berlin.de\/en\/presse\/fup\/2010\/fup_10_293\/index.html\">FU Berlin<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Fernsehtipp: MONITOR &ndash; Donnerstag, 21.10.2010 um 21:45 Uhr im Ersten<\/strong><br>\nhier die Themen der kommenden Sendung:\n<ol>\n<li>Soziale Stadt &ndash; Warum die Koalition jetzt Gelder f&uuml;r Integration streichen wird<\/li>\n<li>Stuttgart 21 &ndash; Warum die Polizei wirklich so hart zuschlug<\/li>\n<li>Kranke Reform &ndash; Wie die Pharmalobby Gesundheitsminister R&ouml;sler vorf&uuml;hrt<\/li>\n<li>Die L&uuml;ge vom teuren &Ouml;kostrom &ndash; Warum die Stromrechnung wirklich so hoch ist<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wiederholungen am 22.10.2010:<\/p>\n<ul>\n<li>05:00 Uhr &ndash; ARD<\/li>\n<li>09:30 Uhr &ndash; RBB Berlin\/Brandenburg<\/li>\n<li>14:20 Uhr &ndash; WDR<\/li>\n<li>20:15 Uhr &ndash; EinsExtra<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Realsatire<br>\nStuttgart 21: Rebellion aus reichem Hause <\/strong><br>\nEs ist bei unklaren Themen und schwierigen Fragen immer gut, wenn sich kundige Menschen einschalten. So ein kundiger Mensch ist Thomas de Maizi&egrave;re, der Bundesinnenminister. Und der hat nun ein wenig Aufkl&auml;rung in die anhaltende Verwunderung dar&uuml;ber gebracht, dass Schwaben protestieren. . Zun&auml;chst sagte de Maizi&egrave;re, dass er sich &uuml;ber &bdquo;die Senkung der Gewaltschwelle bei den Demonstranten&ldquo; sorge. Dabei bezog er sich auf die vor ein paar Wochen in Stuttgart am Bahnhof geschlagene Schlacht, bei der die Demonstranten den stumm und reglos umherstehenden Polizisten Wasserwerfer, Pfefferspray und Schlagst&ouml;cke entwendeten, um sich danach selbst zu bewerfen, zu bespr&uuml;hen und zu bepr&uuml;geln. Die Demonstranten gingen dabei so heftig und rigoros gegen sich selbst vor, dass einem &auml;lteren Herrn nun ein Augenlicht fehlt. Er hatte sich vehement mit hartem Wasserstrahl beworfen.<br>\nDe Maizi&egrave;re hat noch mehr gesagt. N&auml;mlich, dass in Stuttgart &bdquo;tausende Sch&uuml;ler von ihren beg&uuml;terten Eltern Krankschreibungen bekommen, um zu demonstrieren&ldquo;. Was mit den nicht beg&uuml;terten Krankschreibungen ist, hat er nicht gesagt, wahrscheinlich weil es nicht beg&uuml;terte Eltern in Stuttgart gar nicht gibt. Es handelt sich also bei den Demonstranten von Stuttgart um S&ouml;hne und T&ouml;chter aus reichem Hause, wahrscheinlich verw&ouml;hnt, gelangweilt und ahnungslos von den N&ouml;ten und Sorgen der Proletarierklasse, zu der de Maizi&egrave;re und Kollegen geh&ouml;ren. Somit ist Stuttgart 21 eine Art Klassenkampf, nur diesmal von oben nach unten. Sonst ist es ja immer umgekehrt. Sonst k&auml;mpfen arbeitsscheue, fr&uuml;her auch langhaarige Sozialschmarotzer gegen das mehrheitliche b&uuml;rgerliche Interesse. Jetzt, nach de Maizi&egrave;res erhellenden Worten, ist auch verst&auml;ndlich, warum der Protest gegen den Bahnhofsbau so nachhaltig und so erbittert ist. Die S&ouml;hne und T&ouml;chter brauchen gar keinen Bahnhof. Weil sie von ihren beg&uuml;terten Eltern, solange sie noch keinen F&uuml;hrerschein haben, in der S-Klasse rumkutschiert werden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/zeitung\/rebellion-aus-reichem-hause\/1961828.html;jsessionid=98D5379ACC05613AF947BF76BAA8EE77\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Hochmut vor dem Fall; Export-Rekord; kein Mindestlohn bei der Aus- und Weiterbildung; Tilgung der Staatsschulden m&ouml;glich; Stuttgart 21; Polizisten als Steinewerfer; Gesch&auml;ft mit chronisch Kranken; Vorgaukelung von Sicherheit; Demokratie als Standortnachteil; Skandal in DRK-Kliniken; christliche Leitkultur; Bundeswehreinsatz soll gerichtsintern geschlichtet werden; Feuer der Wut in Frankreich; der autistische Staat;<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7138\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-7138","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7138","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7138"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7138\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7148,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7138\/revisions\/7148"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7138"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7138"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7138"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}