{"id":71380,"date":"2021-04-07T10:00:56","date_gmt":"2021-04-07T08:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=71380"},"modified":"2021-04-09T09:31:33","modified_gmt":"2021-04-09T07:31:33","slug":"interventionen-verkaufen-indem-wir-den-falschen-eindruck-erwecken-wir-bekaempften-damit-die-sowjetunion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=71380","title":{"rendered":"\u201eInterventionen verkaufen, indem wir den falschen Eindruck erwecken, wir bek\u00e4mpften damit die Sowjetunion\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Seit Anbruch des Atomzeitalters hat es immer wieder stockende Schritte zu internationalen Bem&uuml;hungen gegeben, die die Gefahr eines Atomkriegs lindern oder durch die Abschaffung dieser monstr&ouml;sen Waffen <em>sogar ganz beseitigen<\/em> k&ouml;nnten. Dennoch ist die Gefahr eines Atomkriegs aktuell so gro&szlig; wie zu Zeiten des Kalten Krieges, wie <strong>Noam Chomsky<\/strong> in seinem neuen Buch &bdquo;Rebellion oder Untergang!&ldquo; zeigt. Dabei spielen vor allem die NATO und die USA eine entscheidende Rolle. Ein Auszug.<br>\n<!--more--><br>\nDie wachsende Gefahr eines Atomkriegs hat unter nationalen Sicherheitsexperten zu gro&szlig;er Besorgnis gef&uuml;hrt. So warnt William Perry, dass &raquo;wir heute vor Atomkriegsgefahren stehen, die noch wahrscheinlicher zu einem Atomkonflikt f&uuml;hren k&ouml;nnen als im Kalten Krieg&laquo;. Und Perry steht mit seiner Meinung keineswegs allein da. Jedes Jahr stellt eine vom <em>Bulletin of Atomic Experts<\/em> berufene Expertengruppe die 1947 zu Beginn des Atomzeitalters eingef&uuml;hrte &raquo;Doomsday Clock&laquo;, das hei&szlig;t die Weltuntergangsuhr, neu, bei der &raquo;Mitternacht&laquo; das endg&uuml;ltige Ende f&uuml;r uns alle bedeutet.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>] 2014 stellte sie die Uhr auf drei Minuten vor Mitternacht.[<a href=\"#foot_2\" name=\"note_2\">2<\/a>]<\/p><p>Demnach ist die Gefahr der atomaren Katastrophe wieder so hoch wie zu Anfang der 1980er-Jahre, als eine enorme Kriegshysterie herrschte&nbsp;&ndash; eine Zeit, an die wir uns genauer erinnern sollten und die wir besser verstehen m&uuml;ssen. Im November 1983 f&uuml;hrte die Regierung unter Reagan eine Aktion namens &raquo;Operation Able Archer&laquo; durch, mit der die russischen Verteidigungssysteme durch die Simulation von Angriffen einschlie&szlig;lich Nuklearangriffen getestet werden sollten&nbsp;&ndash; und das zu einer Zeit gro&szlig;er internationaler Spannungen. Just zu dieser Zeit wurden in Europa, oder besser gesagt in Deutschland, moderne Raketen, Pershing-II-Raketen, aufgestellt, die innerhalb von zehn Minuten russisches Territorium erreichen konnten. Und es gab weitere Bereiche, in denen die Spannungen wuchsen. Vor einigen Jahren wurden diverse russische Archive ge&ouml;ffnet und den Dokumenten war zu entnehmen, dass die Russen &raquo;Able Archer&laquo; &auml;u&szlig;erst ernst nahmen. Bis vor kurzem war jedoch noch nicht ganz klar, inwieweit diese letztere Tatsache auch in Washington verstanden wurde. Die CIA behauptete bisher immer, die Russen h&auml;tten die Operation nicht weiter beachtet und gewusst, dass es sich nur um ein Man&ouml;ver handelte.<\/p><p>Aber jetzt haben gerade freigegebene Dokumente verdeutlicht, dass man in Washington von Anfang an wusste, dass Operation Able Archer die Welt an den Rand eines selbstm&ouml;rderischen Krieges brachte. Diese neuen Dokumente zeigen, dass die US-Nachrichtendienste damals zu dem Schluss kamen, die Russen h&auml;tten ihre Streitkr&auml;fte in einen, wie sie es ausdr&uuml;ckten, &raquo;ungew&ouml;hnlichen&laquo; Alarmzustand versetzt. Dem Protokoll zufolge bedeutete das, dass die USA nun dasselbe h&auml;tten tun m&uuml;ssen. Aber ein hoher Offizier der US-Luftwaffe, Leonard Perroots, fasste den einsamen Beschluss, <em>nicht<\/em> dem vorgesehenen Verfahren zu folgen und stattdessen nichts zu tun und das Ganze zu ignorieren&nbsp;&ndash; womit er sehr wahrscheinlich einen t&ouml;dlichen Nuklearkrieg verhinderte.<\/p><p>Wir wussten bereits, dass erst kurz vor dieser Episode russische automatisierte Systeme einen vermeintlich bevorstehenden umfassenden Atomangriff der USA gemeldet hatten. Der diensthabende Offizier, Stanislav Petrov, entschied sich ebenfalls, nichts zu tun, statt diese Information an die h&ouml;heren Ebenen weiterzuleiten und damit m&ouml;glicherweise einen massiven Atomschlag auszul&ouml;sen. Diese beiden gro&szlig;en M&auml;nner, Leonard Perroots and Stanislav Petrov, geh&ouml;ren auf die Ehrenliste der Menschen, die durch ihre selbst&auml;ndigen Entscheidungen die Gefahr eines Atomkrieges blockierten. Auf dieser Liste sollte auch Wassili Archipow stehen, ein russischer U-Boot-Kommandeur, der sich 1962 w&auml;hrend eines der gef&auml;hrlichsten Momente der kubanischen Raketenkrise als Einziger einem Befehl zum Angriff mit atombest&uuml;ckten Torpedos widersetzte, den zwei seiner Offizierskollegen in einem von US-Einheiten eingekreisten U-Boot erteilen wollten und der wahrscheinlich ebenfalls zu einem t&ouml;dlichen Atomkrieg eskaliert w&auml;re.<\/p><p>Das Schicksal der Zivilisation hing im Atomzeitalter leider nur allzu oft von solchen Entscheidungen ab und das kann nicht lange gutgehen. Heute steht der Zeiger der Weltuntergangsuhr wieder genau wie zu der Zeit von &raquo;Able Archer&laquo; auf drei Minuten vor Mitternacht. Als Grund gab die Expertengruppe die wachsende Gefahr eines Atomkriegs an und dann erstmals auch die Weigerung der Regierungen, sich ernsthaft mit der drohenden Umweltkrise auseinanderzusetzen.<\/p><p>Der wichtigste potenzielle Herd eines Atomkriegs befindet sich heute an der russischen Grenze. Beide Seiten betreiben eine gef&auml;hrliche Aufr&uuml;stung, f&uuml;hren hochgradig provokative Aktionen durch und bauen ihre milit&auml;rischen Arsenale in raschem Tempo aus. Bei den USA zeigt sich das an Pr&auml;sident Obamas Plan zur Bereitstellung von einer Billion Dollar f&uuml;r die Modernisierung des US-Nuklearwaffensystems durch neue Atomwaffen, Marschflugk&ouml;rper und Atomsprengk&ouml;pfe. Von Letzteren wei&szlig; man, dass sie besonders gef&auml;hrlich sind, weil sie auch auf Kurzstreckenwaffen angebracht werden k&ouml;nnen, was bedeutet, dass selbst f&uuml;r Offiziere auf einem kleineren Schlachtfeld die gro&szlig;e Versuchung besteht, sie auch einzusetzen, was dann rasch zu einem umfassenden Nuklearkrieg eskalieren k&ouml;nnte.<\/p><p>Hillary Clinton warf k&uuml;rzlich in einem an die &Ouml;ffentlichkeit durchgesickerten vertraulichen Gespr&auml;ch die Frage auf, ob solche Programme fortgesetzt werden sollten. Auch hier kann der Druck der &Ouml;ffentlichkeit einen gro&szlig;en Unterschied machen. Ebenfalls hochgradig provokativ ist ein 800&nbsp;Milliarden Dollar teures Raketenabwehrsystem, das Washington in Rum&auml;nien stationiert hat und angeblich der Verteidigung gegen&nbsp;&ndash; gar nicht existierende&nbsp;&ndash; iranische Raketen dient. Nat&uuml;rlich ist man sich in Russland und auch sonst &uuml;berall dar&uuml;ber im Klaren, dass das, was hier als &raquo;Raketenabwehr&laquo; bezeichnet wird, letztlich eine Erstschlagwaffe ist.<\/p><p>Im besten Fall k&ouml;nnte es der Abschreckung eines Vergeltungsschlags dienen. Dieses System in Rum&auml;nien ist f&uuml;r Russland &auml;u&szlig;erst bedrohlich; wir selbst w&uuml;rden so etwas nat&uuml;rlich nie auch nur in der N&auml;he unserer Grenzen dulden. Die von der Grenze zu Russland ausgehende Kriegsgefahr ist zum gro&szlig;en Teil Resultat der NATO-Erweiterung nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor 25&nbsp;Jahren. Diese Erweiterung sollte zu einem gr&ouml;&szlig;eren Ma&szlig; an Reflexion und Diskussion f&uuml;hren, als es der Fall ist. Wir reden hier von der Amtszeit von Bush dem Ersten und seinem Au&szlig;enminister James Baker und, in Russland, von Michail Gorbatschow.<\/p><p>R&uuml;ckblickend zeigt sich, dass beide Seiten sehr unterschiedliche Vorstellungen von der Weltordnung hatten, die nach Verschwinden der Sowjetunion entstehen sollte. Gorbatschow forderte die Aufl&ouml;sung aller Milit&auml;rb&uuml;ndnisse, was ja im Fall des Warschauer Paktes auch geschah. Sie sollten durch ein eurasisches Sicherheitssystem ersetzt werden, das sowohl die ehemalige Sowjetunion als auch Westeuropa einbinden sollte. Das war Gorbatschows Vision, aber Bush und Baker hatten einen anderen Plan: Die NATO sollte expandieren, w&auml;hrend die Sowjetunion zusammenbrach. Und genauso kam es dann auch.<br>\nDie unmittelbare Frage war jedoch aus offensichtlichen Gr&uuml;nden die k&uuml;nftige Rolle Deutschlands. Gorbatschow stimmte einer Wiedervereinigung Deutschlands und sogar dem Beitritt Deutschlands zum feindlichen Milit&auml;rb&uuml;ndnis NATO zu, was im Licht der j&uuml;ngeren Geschichte eine sehr bemerkenswerte Konzession war, hatte doch Deutschland im Lauf der ersten H&auml;lfte des 20.&#8197;Jahrhunderts Russland gleich zweimal in Schutt und Asche gelegt. Es gab dabei allerdings ein <em>quid pro quo<\/em>, das besagte, dass die NATO nicht &raquo;einen Millimeter nach Osten&laquo; ausgedehnt w&uuml;rde&nbsp;&ndash; und damit war Ostdeutschland gemeint.[<a href=\"#foot_3\" name=\"note_3\">3<\/a>] Bush und Baker stimmten diesem Kompromiss zu, allerdings nur in m&uuml;ndlicher Form.<\/p><p>Es war ein Abkommen unter Ehrenm&auml;nnern und wurde nicht schriftlich festgehalten. Danach wurde die NATO sofort auf Ostdeutschland ausgedehnt, aber Bush und Baker antworteten auf alle Einw&auml;nde hiergegen nicht zu Unrecht, dies verletze ja keine schriftliche Zusicherung, sondern nur eine stille Vereinbarung. Inzwischen gibt es eine interessante und umfangreiche wissenschaftliche Literatur zu dieser Frage, die versucht, herauszufinden, was genau in dieser Zeit geschah. Dabei gab es bisher einige wichtige offene Fragen wie etwa die, was genau Bush und Baker sich dabei vorgestellt hatten. Diese Fragen sind vor einigen Monaten in einer Nummer der vom MIT und Harvard herausgegebenen Zeitschrift <em>International Security<\/em> von Joshua Itzkowitz Shifrinson sehr &uuml;berzeugend beantwortet worden.[<a href=\"#foot_4\" name=\"note_4\">4<\/a>]<\/p><p>Shifrinson betrieb umfangreiche Archivstudien und diese zeigten recht eindeutig, dass Bush und Baker Gorbatschow mit ihren Zusagen bewusst irref&uuml;hren wollten, um den USA zu erm&ouml;glichen, ihre Vorherrschaft nach Osten auszudehnen. Das ist ein wichtiges Forschungsresultat, das nicht in einer wissenschaftlichen Zeitschrift versteckt bleiben sollte. Aber das war erst der erste Schritt. Unter Clinton expandierte die NATO noch weiter nach Osten, und zwar bis direkt an die russische Grenze. 2008 und dann noch einmal als Versuchsballon 2013 unter Obama bot die NATO die Mitgliedschaft sogar der Ukraine an, dem geopolitischen Herzen Russlands, das mit diesem durch weit zur&uuml;ckreichende kulturelle Traditionen verbunden ist. Das war ein &auml;u&szlig;erst provozierender Schritt.<\/p><p>Dabei hatten der bereits erw&auml;hnte George Kennan und andere ehemalige politische Amtstr&auml;ger von Anfang an gewarnt, die NATO-Erweiterung sei (so Kennan) &raquo;ein tragischer Fehler&laquo;&nbsp;&ndash; ein politischer Irrtum von historischem Ausma&szlig;, dessen Resultate wir jetzt sehen k&ouml;nnen. Sie tr&auml;gt zu den wachsenden Spannungen an der Grenze zu Russland bei, der traditionellen Invasionsroute, &uuml;ber die Russland im 20.&#8197;Jahrhundert allein von Deutschland zweimal weitgehend zerst&ouml;rt wurde. Hier verbirgt sich ein keineswegs geringes Risiko f&uuml;r einen verheerenden Atomkrieg. Der europ&auml;ische Historiker Richard Sawka schreibt in seinen &Uuml;berlegungen zu dieser Frage, die heutige Mission der NATO bestehe in der Bew&auml;ltigung von Gefahren, die durch ihre Existenz &uuml;berhaupt erst erzeugt werden, und das ist sicher richtig.[<a href=\"#foot_5\" name=\"note_5\">5<\/a>]<\/p><p>Zugleich sind die Aufgaben der NATO weit &uuml;ber ihre traditionelle Mission hinaus erweitert worden und schlie&szlig;en nun auch die milit&auml;rische Kontrolle &uuml;ber das weltweite Energiesystem mit seinen Pipelines und Seewegen ein und, wie inzwischen bereits h&auml;ufig zu sehen war, geh&ouml;rt auch ihre inoffizielle Funktion als Interventionsstreitmacht unter US-Kommando dazu. Die Geschichte der NATO wirft ein helles Licht auf die wahre Natur des Kalten Krieges und seiner ideologischen Begr&uuml;ndungen. In Letzteren wurde die NATO nat&uuml;rlich immer als notwendig zur Abschreckung der russischen Horden pr&auml;sentiert&nbsp;&ndash; so haben wir es f&uuml;nfzig Jahre lang geh&ouml;rt. Dann kam das Jahr 1991, und die russischen Horden waren weg. Was sollte nun mit der NATO geschehen?<\/p><p>Die Antwort auf diese Frage liefert uns sehr interessante Erkenntnisse &uuml;ber die tats&auml;chliche Politik in den Jahren zuvor. Sie best&auml;tigt eine Beobachtung des Harvard-Professors und Regierungsberaters Samuel Huntington, der zehn Jahre zuvor, 1981, gesagt hatte, wir m&uuml;ssten unsere Interventionen und sonstige Milit&auml;raktionen &raquo;verkaufen, indem wir den falschen Eindruck erwecken, wir bek&auml;mpften damit die Sowjetunion. Genau das haben die Vereinigten Staaten seit der Verk&uuml;ndung der Truman-Doktrin [1947] immer getan.&laquo;[<a href=\"#foot_6\" name=\"note_6\">6<\/a>] Als sich 1991 mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Nebel lichteten, kamen weitere Beweise f&uuml;r diesen Schluss zum Vorschein, aber auch sie sind der breiten &Ouml;ffentlichkeit kaum zug&auml;nglich, obwohl die Fakten nicht direkt unter Verschluss sind.<\/p><p>Die damalige Administration unter Bush dem Ersten gab nat&uuml;rlich sofort eine neue nationale Sicherheitsstrategie zur Rechtfertigung ihres Verteidigungsbudgets heraus und das war eine interessante Lekt&uuml;re. Es hie&szlig; dort, das riesige Milit&auml;rsystem m&uuml;sse erhalten bleiben, aber nicht zu unserem Schutz vor den Russen, sondern vor dem, was dort als der technologische Fortschritt der M&auml;chte der Dritten Welt bezeichnet wurde. Als wohldisziplinierter Intellektueller bricht man nat&uuml;rlich nicht in Gel&auml;chter aus, wenn man so etwas liest.<\/p><p>Zugleich insistierten die Autoren auch auf der Beibehaltung der so genannten &raquo;industriellen Verteidigungsbasis&laquo;, das hei&szlig;t des Systems der staatlichen Intervention in die Wirtschaft &uuml;ber Institutionen wie das MIT und andere Forschungsst&auml;tten, an denen die Hightech-Wirtschaft der Zukunft entwickelt wird. Interessanterweise sprachen sie auch &uuml;ber den Nahen Osten, &uuml;ber den sie sagten, wir m&uuml;ssten f&uuml;r ihn auch weiterhin Interventionstruppen bereithalten. Au&szlig;erdem fand sich dort die interessante Formulierung, f&uuml;r unsere gr&ouml;&szlig;ten Probleme im Nahen Osten k&ouml;nnten wir&nbsp;&ndash; ganz im Gegensatz zu den jahrzehntelang hier&uuml;ber verbreiteten L&uuml;gen&nbsp;&ndash; &raquo;nicht den Kreml verantwortlich machen&laquo;. Aber das fiel wie &uuml;blich praktisch niemandem auf.<\/p><p>Nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 warnte Samuel Huntington ganz seiner alten Logik getreu, die Public-Relation-Offensive Gorbatschows k&ouml;nne nun eine ebenso gro&szlig;e Bedrohung f&uuml;r die Interessen der USA in Europa darstellen wie seinerzeit Breschnews Panzer&nbsp;&ndash; und diese durch die Friedensangebote Gorbatschows ausgel&ouml;ste Gefahr wurde dann so &uuml;berwunden, wie ich es gerade beschrieben habe, mit den Folgen, denen wir heute gegen&uuml;berstehen.<\/p><p><em><strong>Auszug aus dem Buch:<\/strong> Noam Chomsky, &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/index.php?cl=details&amp;libriid=A39589821&amp;listtype=search&amp;searchparam=Noam%20chomsky%20Rebellion%20oder%20Untergang%20\">Rebellion oder Untergang! Ein Aufruf zu globalem Ungehorsam zur Rettung unserer Zivilisation<\/a>&ldquo;, 128 Seiten, aus dem Englischen &uuml;bersetzt von Michael Schiffmann, Westend Verlag, 25.1.2021<\/em><\/p><p>Titelbild: orhan akkurt\/shutterstock.com<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] <em>Bulletin of Atomic Scientists: <a href=\"https:\/\/thebulletin.org\/doomsday-clock\/\">The Dooms-day Clock<\/a>.<\/em><\/p>\n<p>[<a href=\"#note_2\" name=\"foot_2\">&laquo;2<\/a>] 2019 stellte das Bulletin of Atomic Scientists die Weltuntergangsuhr auf 2 Minuten vor Mitternacht vor, und inzwischen (November 2020) hat sich diese Zeit auf 100 Sekunden verk&uuml;rzt. Siehe Kapitel 5: Die Dritte Gefahr.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_3\" name=\"foot_3\">&laquo;3<\/a>] Gorbatschow ging davon aus, dass das B&uuml;ndnisgebiet der NATO nicht auf das Territorium der ehemaligen DDR und schon gar nicht &uuml;ber die Grenzen eines vereinigten Deutschlands hinaus nach Osten ausgedehnt w&uuml;rde.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_4\" name=\"foot_4\">&laquo;4<\/a>] Shifrinson, Joshua R. Itzkowitz. &raquo;Deal or No Deal? The End of the Cold War and the U. S. Offer to Limit NATO Expansion&laquo;, <em>International Security<\/em>, Bd. 40. Nr. 4. (Fr&uuml;hjahr 2016): 7&ndash;44, online unter: www.belfercenter.org.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_5\" name=\"foot_5\">&laquo;5<\/a>] Sakwa, Richard (2016): <em>Frontline Ukraine: Crisis in the Borderlands<\/em>. London: I. B. Taurus.<\/p>\n<p>[<a href=\"#note_6\" name=\"foot_6\">&laquo;6<\/a>] Zitiert in Chomsky, Noam (1992): <em>Deterring Democracy<\/em>. New York: Hill &amp; Wang, 90<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Anbruch des Atomzeitalters hat es immer wieder stockende Schritte zu internationalen Bem&uuml;hungen gegeben, die die Gefahr eines Atomkriegs lindern oder durch die Abschaffung dieser monstr&ouml;sen Waffen <em>sogar ganz beseitigen<\/em> k&ouml;nnten. Dennoch ist die Gefahr eines Atomkriegs aktuell so gro&szlig; wie zu Zeiten des Kalten Krieges, wie <strong>Noam Chomsky<\/strong> in seinem neuen Buch &bdquo;Rebellion oder<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=71380\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":71381,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,169,172,11],"tags":[2035,1519,2314,1644,1268,1937,466,2146,259,2147,1556],"class_list":["post-71380","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-aufruestung","category-strategien-der-meinungsmache","tag-abschreckungsstrategie","tag-atomwaffen","tag-bush-george-h-w","tag-gorbatschow-michail","tag-kalter-krieg","tag-militaermanoever","tag-nato","tag-raketenabwehrschirm","tag-russland","tag-sowjetunion","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/shutterstock_1314128822-1-Kopie.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/71380","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=71380"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/71380\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":71386,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/71380\/revisions\/71386"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/71381"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=71380"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=71380"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=71380"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}