{"id":71578,"date":"2021-04-14T11:30:58","date_gmt":"2021-04-14T09:30:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=71578"},"modified":"2021-04-14T15:17:51","modified_gmt":"2021-04-14T13:17:51","slug":"ukraine-stehen-wir-vor-dem-naechsten-grossen-krieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=71578","title":{"rendered":"Ukraine: Stehen wir vor dem n\u00e4chsten (gro\u00dfen) Krieg?"},"content":{"rendered":"<p>Die Situation an der russisch-ukrainischen Grenze spitzt sich zu. EU-Europa folgt dabei fast bedingungslos der Konfrontationspolitik der USA und der NATO. Ein aktives Eintreten besonders von Deutschland und Frankreich f&uuml;r die gemeinsam erarbeiteten Ziele von Minsk2 ist nicht zu erkennen, statt dessen eine kampagnenhafte, geradezu primitive Verurteilung Russlands. Die Verantwortung f&uuml;r die jetzige Situation liegt bei der NATO, besonders bei den USA, aber auch bei der Bundesregierung. Die NATO-Politik ist Konfrontationspolitik, die durch die Unterst&uuml;tzung der aggressiven Kreise in der Ukraine kriegerische Auseinandersetzungen mindestens billigend in Kauf nimmt. Von <strong>Reiner Braun<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2163\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-71578-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210414_Ukraine_Stehen_wir_vor_dem_naechsten_grossen_Krieg_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210414_Ukraine_Stehen_wir_vor_dem_naechsten_grossen_Krieg_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210414_Ukraine_Stehen_wir_vor_dem_naechsten_grossen_Krieg_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210414_Ukraine_Stehen_wir_vor_dem_naechsten_grossen_Krieg_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=71578-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210414_Ukraine_Stehen_wir_vor_dem_naechsten_grossen_Krieg_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"210414_Ukraine_Stehen_wir_vor_dem_naechsten_grossen_Krieg_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Nichts ist schwerer und<br>\nnichts erfordert mehr Charakter,<br>\nals sich in offenem Gegensatz<br>\nzu seiner Zeit zu befinden und<br>\nlaut zu sagen: Nein.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Ich stelle dieses Zitat von Kurt Tucholsky zu Beginn meiner Ausf&uuml;hrungen, weil es auch darum geht, dem Narrativ von Mainstreampolitik und Medienberichterstattung Aufkl&auml;rung und Fakten entgegenzustellen.<\/p><p>Wir erleben eine massive Verlagerung von Truppen und Kriegsmaterial an die Grenze zwischen der Ukraine und Russland sowie an die innere Konfliktlinie zwischen der Ukraine und den sich f&uuml;r unabh&auml;ngig erkl&auml;rten Regionen von Donbass und Lugansk. Die kriegerischen Auseinandersetzungen, der gegenseitige Beschuss an der Grenze zwischen der Ukraine und den Volksrepubliken haben massiv zugenommen &ndash; mit Opfern auch in der Zivilbev&ouml;lkerung und einer erneuten Zerst&ouml;rung ziviler Infrastruktur.<\/p><p>Die Regierung der Ukraine hat entgegen allen Waffenstillstands- und R&uuml;ckzugsvereinbarungen ihre Truppen in der Krisenregion auf 90.000 erh&ouml;ht (die Gegenseite hat h&ouml;chstens 30.000 Menschen unter Waffen), schwere Artillerie, Raketenwerfer und Drohnen sowie &uuml;ber 100 Panzer in die Region verlagert (Angaben nach OSZE-Dokumenten). Dabei wurde besonders die Truppenstationierung an der Grenze zu Belorussland ausgebaut. Mehrere tausend rechtsradikale und faschistische &bdquo;K&auml;mpfer&ldquo; stehen einsatzbereit &bdquo;an der Front&ldquo;.<\/p><p>Die ukrainische Armee wurde besonders mit US-, aber auch NATO-Unterst&uuml;tzung massiv modernisiert. Zwischen 30% und 40% des Haushaltes der Ukraine flie&szlig;en in die R&uuml;stung. Bis zu 2.000 US-Soldaten werden 2021 vorl&auml;ufig &ndash; eine permanente Stationierung verbietet die ukrainische Verfassung &ndash; in der Ukraine stationiert, eingeflogen &uuml;ber die Air Base Ramstein. Kriegsschiffe werden ins Schwarze Meer verlegt. Die Zeichen stehen auf milit&auml;rische Offensive. Best&auml;tigt werden die Offensivpl&auml;ne u.a. vom Oberkommandierenden der ukrainischen Streitkr&auml;fte, Ruslan Chomtschak.<\/p><p>Gleichzeitig beginnt 2021 mit &bdquo;Defender 21&ldquo; das gr&ouml;&szlig;te Milit&auml;rman&ouml;ver der NATO in Europa mit ca. 30.000 Soldatinnen und Soldaten in S&uuml;d-Ost-Europa und der Schwarzmeerregion (einschlie&szlig;lich Rum&auml;nien\/Bulgarien und des Asowschen Meeres). Bei dem Man&ouml;ver in Polen und in der Region des Schwarzen Meeres, vielfach nahe der Grenze der Ukraine\/Russland, ist die &ldquo;Abwehr eines Angriffs aus dem Osten&ldquo; die zentrale Herausforderung &ndash; so die offizielle NATO-Propaganda. Deutschland ist erneut die Drehscheibe f&uuml;r die Truppentransporte und mit 430 eigenen Soldatinnen und Soldaten beteiligt. Defender 21 ist zwar das gr&ouml;&szlig;te, aber lange nicht das einzige Man&ouml;ver der NATO. Wie &ldquo;telepolis&rdquo; berichtete, sind die weiteren Man&ouml;ver: Steadfast Cobalt, Ramstein Apex, Ramstein Ambition, Steadfast Defender, Noble Bonus, Steadfast Jupiter, Steadfast Leda. Dass diese Man&ouml;ver gegen Russland gerichtet sind, ist offensichtlich.<\/p><p>Russland reagiert auf den als Bedrohung empfundenen Aufmarsch mit der Verlagerung von 4.000 Soldatinnen und Soldaten an seine Grenze zum Westen.<\/p><p>Die NATO-Milit&auml;rstrukturen in Ost- und Zentraleuropa werden massiv ausgebaut. Nach dem Polen-USA-Abkommen zur verst&auml;rkten Zusammenarbeit wurden alleine in Polen 11 Standorte, darunter sieben Luftwaffenst&uuml;tzpunkte, massiv ausgebaut und modernisiert (u.a. Lask, Podwitz, Mieroslawiec, Deblin). Der sogenannte Raketenabwehrschirm der USA\/NATO in Polen, Rum&auml;nien und Bulgarien ist einsatzbereit und die Abwehrsysteme k&ouml;nnen schnell zu Einsatzsystemen f&uuml;r konventionelle und atomare Raketen &bdquo;umgepolt&ldquo; werden. Dann sind es Erstschlagswaffen zur Ausschaltung der &bdquo;Zweitschlagskapazit&auml;ten&ldquo; des Gegners.<\/p><p>Die Partnerschaft zwischen NATO und Ukraine wird immer enger, NATO-Offiziere trainieren die ukrainische Armee, neue US-Waffen (besonders Drohnen und Raketenwerfer) werden beschafft. Der Pr&auml;sident der Ukraine erkl&auml;rt den NATO-Beitritt seines Landes als einzige M&ouml;glichkeit, den schwelenden Konflikt im Donbass zu l&ouml;sen. NATO-Generalsekret&auml;r Stoltenberg besuchte demonstrativ Kiew und ermutigte die Regierung, ihren provokativen Kurs fortzusetzen. US-Verteidigungsminister Austen erkl&auml;rte seine Unterst&uuml;tzung und unterstrich Garantien, die Souver&auml;nit&auml;t der Ukraine zu verteidigen.<\/p><p>Die Stationierung von NATO-Truppen in der Ukraine wurde von Russland mehrfach als &Uuml;berschreiten einer &bdquo;roten Linie&ldquo; bezeichnet. Gegenreaktionen sind mehr als wahrscheinlich. Die Ukraine will trotzdem unbedingt und schnellstm&ouml;glich Mitglied der NATO werden, obwohl dieses &ndash; losgel&ouml;st von den geostrategischen Konsequenzen und Verwerfungen &ndash; nach NATO-Statut nicht m&ouml;glich ist. Dieses l&auml;sst die Mitgliedschaft eines Landes mit inneren kriegerischen Konflikten nicht zu.<\/p><p>Die Ukraine plant, zwei neue Milit&auml;rbasen zu bauen, einen St&uuml;tzpunkt am Schwarzen Meer und den anderen am Asowschen Meer, der Wasserstra&szlig;e, die die Ukraine und Russland trennt.<\/p><p>Die Ukraine und die Volksrepubliken Donbass und Lugansk haben die Mobilmachung zum Milit&auml;rdienst angeordnet.<\/p><p>Ziel der ukrainischen Regierungspolitik ist es, den Konflikt zu internationalisieren und besonders die NATO noch aktiver in diesen zu verwickeln. Die Gefahren f&uuml;r die europ&auml;ische Politik und Sicherheit liegen auf der Hand.<\/p><p>Russland seinerseits baut seine Truppenkonzentration an seiner Westgrenze deutlich aus &ndash; aus pazifistischen Gr&uuml;nden sicher abzulehnen (Krieg ist nie die L&ouml;sung von Konflikten), aus geostrategischen Gr&uuml;nden mindestens nachvollziehbar angesichts der NATO-Politik: von der absprache-widrigen Osterweiterung bis hin zur versuchten Beendigung der Nutzung des Hafens Sewastopol.<\/p><p>Warum diese erneute massive Zuspitzung?<\/p><p>Zentraler Punkt: Die ukrainische Regierung lehnt aus innenpolitischen Gr&uuml;nden das Minsker Abkommen nach wie vor ab und setzt auf eine milit&auml;rische L&ouml;sung des Konfliktes. Die Verfolgung einer Parlamentsdebatte, die &Auml;u&szlig;erungen vieler Regierungsvertreter, die Medienberichterstattung und das praktische Handeln der ukrainischen Milit&auml;rs verdeutlichen dieses fast t&auml;glich. Die ukrainische Regierung will zu Gespr&auml;chen im Rahmen des Abkommens nicht l&auml;nger nach Minsk fahren, mit der Begr&uuml;ndung der &bdquo;feindlichen Rhetorik Wei&szlig;russlands&ldquo; in Bezug auf die Ukraine. Sie weigert sich beharrlich, die Schritte entsprechend der Steinmeier-Formel in der vereinbarten Reihenfolge (Autonomieregelung, regionale Autonomie verankert in einer neuen Verfassung, international &uuml;berwachte Wahlen und dann Regelung der Grenzkontrollen zwischen Russland und der Ukraine) auch nur in Erw&auml;gung zu ziehen, geschweige denn politisch anzugehen. Zu diesem, das Minsk2-Abkommen negierendem Verhalten wird die ukrainische Regierung vom Westen, besonders der USA, aber auch der Bundesregierung &ndash; trotz verbalem Bekenntnis zum Abkommen &ndash; geradezu ermutigt, entgegen Buchstaben und Geist des vom Westen verbal unterst&uuml;tzten Minsker Abkommens.<\/p><p>Das Telefongespr&auml;ch zwischen US-Pr&auml;sident Biden und dem ukrainischen Pr&auml;sidenten vom 02.04.2021, die &Auml;u&szlig;erungen des US-Au&szlig;en- und Verteidigungsministeriums sowie die Aussagen von Au&szlig;enminister Maas u.a. im Interview in der Tagesschau am 01.04.2021 sind in Kiew als Verst&auml;rkung und Zustimmung zu dem aggressiven Kurs aufgefasst worden. Es war zwar keine uneingeschr&auml;nkte, aber eine vielf&auml;ltige &bdquo;Solidarit&auml;t&ldquo;.<\/p><p>EU-Europa folgt fast bedingungslos der Konfrontationspolitik der USA und der NATO. Ein aktives Eintreten besonders von Deutschland und Frankreich f&uuml;r die gemeinsam erarbeiteten Ziele von Minsk2 ist nicht zu erkennen, statt dessen eine kampagnenhafte, geradezu primitive Verurteilung Russlands. Vergessen werden darf nicht, dass die USA kein Bestandteil der Vereinbarung von Minsk2 ist und wohl immer noch auf der Position &bdquo;fuck the EU&ldquo; (Nuland) steht. Man kann es auch inner-imperiale Reibereien nennen.<\/p><p>Es ist geradezu wahnwitzig, wenn die NATO und auch die Bundesregierung immer wieder von Angriffspl&auml;nen Russlands gegen&uuml;ber dem Westen sprechen. Allein die Milit&auml;rausgaben von 1,1 Billionen zu 65 Milliarden Dollar zeigen den Irrsinn einer solchen Behauptung.<\/p><p>Russland bef&uuml;rchtet, dass es durch das Verhalten der Ukraine und der NATO in der Ukraine zu einem B&uuml;rgerkrieg kommen wird. Es wird von russischen Milit&auml;rs und Politikern die Bef&uuml;rchtung formuliert, dass eine Situation wie 1999 in Srebrenica entstehen kann (Pressekonferenz mit Kosak am 31.03.2021). Man muss diese Position nicht teilen, sie zeigt aber Denkstrukturen und Einsch&auml;tzungen auf, die sicher sehr ernst zu nehmen sind. Auf einer Pressekonferenz am 31.03.2021 erkl&auml;rte der stellvertretende Chef der russischen Pr&auml;sidialverwaltung, Dmitri Kosak, dass Russland die Donbass-Bewohnerinnen und -Bewohner im Ernstfall sch&uuml;tzen werde.<\/p><p>Vergessen werden sollte auch nicht, dass die Interessenlagen der beiden &bdquo;Volksrepubliken&ldquo; (die auch noch durchaus unterschiedlich sind) und Russlands Politik strategisch und taktisch nicht vollst&auml;ndig &uuml;bereinstimmen.<\/p><p>Die Gr&uuml;nde f&uuml;r das kriegstreibende Verhalten der NATO und besonders der USA sind:<\/p><ul>\n<li>Der &uuml;beraus starke Einfluss rechtsradikaler und faschistischer Kr&auml;fte auf die Regierung in der Ukraine. Sie gibt diesen aus innenpolitischen Gr&uuml;nden immer mehr nach und gibt realistischere politische Positionen, die auch nicht wirklich friedlich waren, zugunsten einer Kriegsvorbereitung v&ouml;llig auf. Frieden auf der Basis von Minsk2 steht nicht auf der Agenda der politischen Eliten der Ukraine, weder der Regierung noch der Opposition, diese versucht Pr&auml;sident Zelenskyy mit noch aggressiverer Rhetorik vor sich her zu treiben.<\/li>\n<li>Die Ukraine ist als Staat bankrott und pleite, verarmt und ausgepl&uuml;ndert, v&ouml;llig von westlichen Geldgebern und dem damit verbundenen Ausverkauf des Landes abh&auml;ngig. Der Westen und die Geldgeber von IWF und Weltbank fordern weitere neoliberale Reformen ein, die die Bev&ouml;lkerung weiter massiv sozial belasten und die Landwirtschaft zerst&ouml;ren. Krieg als Systemstabilisierung eines bankrotten Systems ist historisch nicht neu. Eine kleine Minderheit von Oligarchen hat sich hemmungslos bereichert. Die tiefe innenpolitische Krise, die soziale Katastrophe, f&uuml;hrt &ndash; wie historisch oft &ndash; zu au&szlig;enpolitisch aggressivem, von der Krise ablenkendem Verhalten. Die Menschen sollen nationalistisch in den Krieg taumeln und nicht gegen die eigene soziale Verelendung aufbegehren und die gesamten Eliten &bdquo;zum Mond&ldquo; schicken. Deswegen auch die t&auml;gliche Unterdr&uuml;ckung der kleinen Opposition gegen die Politik.<\/li>\n<li>Die NATO-Konfrontations- und -Diffamierungspolitik gegen&uuml;ber Russland l&auml;sst sich am Beispiel der Ukraine wunderbar weiterf&uuml;hren. Hier ist vom Westen und den Eliten der Ukraine seit 2014 gelogen worden, dass sich alle Balken biegen, hier sind Putsche, faschistische Strukturen und undemokratische Ver&auml;nderungen unterst&uuml;tzt worden. Ein Feindbild Russland wurde aufgebaut, das sich gut nutzen und ausbauen l&auml;sst, um eigene Interessen, Gewinne und Machtpositionen abzusichern. Die Ukraine als multikulturelle Gesellschaft, als pluralistischer Staat, als Br&uuml;cke zwischen Ost und West wurde bewusst zugunsten einer Einbindung in NATO- und EU-Strukturen zerst&ouml;rt. Das Land wurde ausgepl&uuml;ndert, die sowieso geringe Demokratie ruiniert und die Korruption wuchs ins Gigantische. Das alles kann nur aufrechterhalten werden, wenn es einen &bdquo;&auml;u&szlig;eren Feind&ldquo; gibt, auf den alle aggressive Rhetorik gelenkt werden kann.<\/li>\n<li>Es bleibt dabei, was schon Brzezinski und Kissinger immer wieder geschrieben haben: Wer Russland entscheidend schw&auml;chen will, muss eine Losl&ouml;sung und Feindschaft des immer politisch und geistig geteilten Landes Ukraine von Russland aktiv betreiben und erreichen. Hier l&auml;sst sich die Schw&auml;chung Russlands und seine Einkreisung entscheidend vorantreiben.<\/li>\n<li>Die immer wieder &ndash;  entgegen der Charta der NATO &ndash; auftauchende und von den USA vorangetriebene Aufnahme der Ukraine in die NATO verst&auml;rkt die Konfrontationspolitik, die Zuspitzung der Lage in Europa und behindert eine zivile, diplomatische L&ouml;sung des Konflikts.<\/li>\n<li>&Ouml;konomisch-geostrategisches Interesse: Die Ukraine ist immer noch zentrales Gebiet der Durchleitung russischen Gases und &Ouml;ls zur Verteilung in ganz Westeuropa.<\/li>\n<\/ul><p>Bei sicher notwendiger, kritischer Positionierung auch gegen&uuml;ber der Politik Russlands, die in der Logik milit&auml;rischer und politischer Abschreckungs- und Reaktionspolitik verharrt &ndash; siehe ihre Krimpolitik, die militaristischen Reaktionen auf westliche Provokationen, die oft widerspr&uuml;chliche und zweifelhafte Unterst&uuml;tzung der Bewegungen in Donbass und Lugansk: Die Verantwortung f&uuml;r die jetzige Situation liegt bei der NATO, besonders den USA, aber auch der Bundesregierung. Die NATO-Politik ist Konfrontationspolitik, die durch die Unterst&uuml;tzung der aggressiven Kreise in der Ukraine kriegerische Auseinandersetzungen mindestens billigend in Kauf nimmt.<\/p><p>Die Dynamik des Konfliktes treibt eindeutig und mit gro&szlig;er Geschwindigkeit zu Krieg (womit ich nicht sagen will, dass in der Region jetzt Frieden herrscht). Ob dieser ein regionales Scharm&uuml;tzel bleibt (das sicher auch ausgesprochen blutig und opferreich sein wird), ist angesichts der Konfrontationspolitik der NATO und der wahrscheinlichen Reaktionen Russlands durchaus unwahrscheinlich. Es droht Krieg in Europa!<\/p><p>Was ist jetzt notwendig:<\/p><p>Die Friedensbewegung ist gefordert, aufzukl&auml;ren und mit Aktionen f&uuml;r Frieden, Abr&uuml;stung in der Region, f&uuml;r Dialog und eine politische L&ouml;sung aktiv einzugreifen.<\/p><p>Eine europ&auml;ische Friedensordnung, die nat&uuml;rlich Russland einbezieht, auf der Basis der Politik der gemeinsamen Sicherheit. Dies ist die Alternative zu Krieg und Konfrontation.<\/p><p>Als ersten Schritt sollte es ein &bdquo;Zur&uuml;ck zur Diplomatie geben&ldquo;. Erforderlich w&auml;re angesichts der drohenden Eskalation, dass die Bundesregierung ihre diplomatischen Anstrengungen f&uuml;r eine schnelle Deeskalation verst&auml;rkt und einer weiteren Zuspitzung im Verh&auml;ltnis zwischen NATO und Russland entgegenwirkt. Deutschland darf nicht noch mehr zum zentralen Aufmarschgebiet der NATO (B&uuml;chel, Ramstein, Ulm), zur Entwicklung einer Drohkulisse gegen Russland werden. Ein Zur&uuml;ck (oder besser Vorw&auml;rts) zur Politik der &bdquo;gemeinsamen Sicherheit&ldquo; ist dringend erforderlich.<\/p><p>Dabei gilt es auch, die Rolle der OSZE zu st&auml;rken. <\/p><p>Titelbild: FabrikaSimf \/ Shutterstock<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Situation an der russisch-ukrainischen Grenze spitzt sich zu. EU-Europa folgt dabei fast bedingungslos der Konfrontationspolitik der USA und der NATO. Ein aktives Eintreten besonders von Deutschland und Frankreich f&uuml;r die gemeinsam erarbeiteten Ziele von Minsk2 ist nicht zu erkennen, statt dessen eine kampagnenhafte, geradezu primitive Verurteilung Russlands. Die Verantwortung f&uuml;r die jetzige Situation liegt<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=71578\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":71579,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,107,20,171],"tags":[3004,2301,1937,466,2146,259,260,1556],"class_list":["post-71578","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-audio-podcast","category-landerberichte","category-militaereinsaetzekriege","tag-donbass","tag-konfrontationspolitik","tag-militaermanoever","tag-nato","tag-raketenabwehrschirm","tag-russland","tag-ukraine","tag-usa"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/shutterstock_1857064909.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/71578","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=71578"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/71578\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":71589,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/71578\/revisions\/71589"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/71579"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=71578"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=71578"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=71578"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}