{"id":7186,"date":"2010-10-26T09:36:24","date_gmt":"2010-10-26T07:36:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7186"},"modified":"2010-10-26T12:39:54","modified_gmt":"2010-10-26T10:39:54","slug":"hinweise-des-tages-1256","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7186","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Raucher sollen Schwerindustrie quersubventionieren; Tricksereien des Finanzministers; private Krankenversicherungen; Lobbyerfolge im Gesundheitssystem; gut ein F&uuml;nftel sind atypisch besch&auml;ftigt;  Putzkr&auml;fte bei der Bahn und gl&uuml;cklicher Putzkr&auml;fte in der Schweiz; Rettet die deutsche Mittelschicht; Aufschwung oder Strohfeuer;  wo ist eigentlich die Linke; der Ruf nach F&uuml;hrung &ndash;  Spiegel der Hilflosigkeit; Berliner Volksbegehren gegen Wasser-Privatisierung; Stuttgart 21; Bayern LB;  Hermann Scheer; H&uuml;rden f&uuml;r faire Bildungschancen in Deutschland; Wikileaks; Frankreich &ndash; Widerstand gegen die Rentenform; Briten trauern ihrer Industrie hinterher; Rohstoffraub; &ldquo;Ausl&auml;nder raus&rdquo; als herrschende Politik in Europa; Kongresswahlen in den USA; Deutsche Zweiheit; Zu guter Letzt: Zigarren werden von der Tabaksteuer ausgenommen. (JB\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Raucher sollen Schwerindustrie quersubventionieren<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Die Tricksereien des Finanzministers<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Private Krankenversicherungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Lobbyerfolge im Gesundheitssystem &ndash; Die Invasion der Nutzlos-Pillen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Regierung: Gut ein F&uuml;nftel sind atypisch besch&auml;ftigt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Putzkr&auml;fte bei der Bahn &ndash; Die Leute schuften sich kaputt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Es f&uuml;hrt kein Weg am Mindestlohn vorbei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Gl&uuml;ckliche Schweiz: Gesetzlicher Mindestlohn f&uuml;r Hausangestellte<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Rettet die deutsche Mittelschicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Aufschwung oder Strohfeuer <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Wo ist eigentlich die Linke?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Der Ruf nach F&uuml;hrung &ndash;  Spiegel der Hilflosigkeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Berliner Volksbegehren gegen Wasser-Privatisierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Stuttgart 21<\/a> <\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Bayern LB<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Hermann Scheer im Deutschen Bundestag &ndash; 14 Tage vor seinem Tod<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">H&uuml;rden f&uuml;r faire Bildungschancen in Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Bundesregierung will L&auml;ndern nicht mehr Geld f&uuml;r Bildung geben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Wikileaks<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Frankreich: Widerstand gegen die Rentenform<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Briten trauern ihrer Industrie hinterher<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">Oxfam: Politik hilft beim Rohstoffraub<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">&ldquo;Ausl&auml;nder raus&rdquo; als herrschende Politik in Europa<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h24\">Kongresswahlen in den USA &ndash; Geld-Granden starten die Konterrevolution<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h25\">Rezension: Deutsche Zweiheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h26\">Aber Zigarren werden Sie doch wohl von der Erh&ouml;hung der Tabaksteuer ausnehmen<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=7186&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Raucher sollen Schwerindustrie quersubventionieren<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Bedenkliche Neigung<\/strong><br>\nSelbst mit einer richtigen Entscheidung kann man das falsche Signal setzen. So ergeht es derzeit der Bundesregierung mit den fortbestehenden Ausnahmen zur &Ouml;kosteuer.<br>\nF&uuml;r die Wettbewerbsf&auml;higkeit der energieintensiven Unternehmen ist es sinnvoll, die Ausnahmen bei der &Ouml;kosteuer beizubehalten. Es ist daher gut, dass die Regierung die geplante Mehrbelastung wieder einsammelt und lediglich dem Missbrauch einen Riegel vorschiebt.<br>\nZum Problem wird der Schritt jedoch dadurch, dass dies nicht das erste Mal ist, dass die Regierung dem Ansinnen von Lobbygruppen nachgibt und ihre Vorhaben abmildert &ndash; und zwar immer dort, wo Unternehmen getroffen worden w&auml;ren. Erst war es die Brennelementesteuer, die nun nur f&uuml;r wenige Jahre f&auml;llig wird und dann wegf&auml;llt. Dann sp&uuml;lte sie das Arzneimittelspargesetz weich. Ob die ab 2012 geplante Bankenabgabe jemals kommt, wird immer unsicherer. Nun folgen die &Ouml;kosteuerausnahmen.<br>\nDas Ergebnis ist, dass das Sparpaket mittlerweile eine bedenkliche Neigung hat. Kaum angetastet hat die Regierung n&auml;mlich ihre K&uuml;rzungen dort, wo sie sozial Schwache, Arbeitslose oder auch gesetzlich Krankenversicherte treffen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:ausnahmen-der-oekosteuer-bedenkliche-neigung\/50175770.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Die Angst der Stromfresser vor der &Ouml;kosteuer<\/strong><br>\nDie vielen Ausnahmen und Rabatte von der &Ouml;kosteuer stehen seit Jahren in der Kritik. Allein durch findige Betriebspolitik, deren einziger Zweck die Steuervermeidung ist, entgingen dem Staat Hunderte Millionen Euro an &Ouml;kosteuer j&auml;hrlich, haben gleich mehrere Studien und Berichte, unter anderem des Bundesrechnungshofs, nachgewiesen.<br>\nHotel- und Handelsketten machen sich die Privilegien, die eigentlich Jobs in Schmieden und Papierfabriken sichern sollen, &uuml;ber eine Gesetzesl&uuml;cke zunutze. Sie b&uuml;ndeln ihre Energienachfrage einfach in eigens gegr&uuml;ndeten GmbH, die dann als Energieversorger auftreten &ndash; pro forma ein Unternehmen des produzierenden Gewerbes und abzugsberechtigt. &ldquo;Man k&ouml;nnte sicher 1 bis 2 Mrd. Euro an Verg&uuml;nstigungen vor allem bei den weniger energieintensiven Branchen k&uuml;rzen, ohne dass es da zu sp&uuml;rbaren Wettbewerbsnachteilen kommt&rdquo;, sch&auml;tzt Stefan Bach vom Berliner Wirtschaftsforschungsinstitut DIW. Nicht von ungef&auml;hr kamen die Spitzen der schwarz-gelben Koalition daher Anfang Juni auf die &Ouml;kosteuer, als sie nach neuen Einnahmequellen suchten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:das-sparpaket-und-seine-folgen-die-angst-der-stromfresser-vor-der-oekosteuer\/50157192.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Sozial ausgewogenes Sparpaket? Von wegen!<\/strong><br>\nAls die schwarz-gelbe Bundesregierung ihr Sparpaket vor Monaten erstmals pr&auml;sentierte, da stellte sich FDP-Chef Guido Westerwelle hin und pries die geplanten Ma&szlig;nahmen als sozial ausgewogen. Die Belastungen, so sagte er, verteilten sich im n&auml;chsten Jahr so: F&uuml;nf Milliarden Euro von der Wirtschaft, f&uuml;nf Milliarden von Arbeitslosen, Geringverdienern und Familien und weitere drei Milliarden vom Staat und seinen Mitarbeitern.<br>\nAber die Kritiker waren von Anfang an skeptisch und sprachen von vielen Luftbuchungen im Bereich Wirtschaft &ndash; v&ouml;llig zu Recht, wie wir inzwischen wissen.<br>\nAber ich glaube, die meisten W&auml;hler durchschauen diese Taktik! Sie haben sehr wohl mitbekommen, dass alle Grausamkeiten des Sparpakets zulasten der Niedrigverdiener und Arbeitslosen in der Koalition ohne gro&szlig;e Debatten abgenickt wurden. Und nun wird die soziale Schr&auml;glage sogar noch verst&auml;rkt: f&uuml;r die Industrie-Rabatte bei der &Ouml;kosteuer sollen die Raucher aufkommen! Dass die Koalition zum Ausgleich &uuml;ber Steuervereinfachungen nachdenkt, die die B&uuml;rger um 500 Millionen Euro entlasten sollen, empfinde ich pers&ouml;nlich als Hohn. Denn das gleicht bei weitem nicht die kalte Steuerprogression aus &ndash; also die Tatsache, dass wir Steuerzahler wegen der steigenden Einkommen automatisch mehr Steuern zahlen m&uuml;ssen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/kommentar\/oekosteuer104.html\">ARD &ndash; Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Schwarz-Gelb wieder einmal als Erf&uuml;llungsgehilfe der Klientel-Interessen der Wirtschaftslobbyisten. Dazu gen&uuml;gt es, dass diese eine Phantomzahl von angeblich 870.000 gef&auml;hrdeten Arbeitspl&auml;tzen in die Welt setzen. Wenn Wohlfahrtsverb&auml;nde oder Gewerkschaften hingegen eine Korrektur der K&uuml;rzungen im Sozialetat anmahnen, dann wird diesen die kalte Schulter gezeigt.<br>\nNur am Rande sei angemerkt: Die Erh&ouml;hung der Tabaksteuer wird den Umsatz mit Tabakwaren in Grenzregionen verst&auml;rkt ins benachbarte Ausland verlagern, sofern dort bereits nach heutigem Stand das Preisniveau f&uuml;r Tabakwaren niedriger ist.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Die Tricksereien des Finanzministers<\/strong><br>\nRechnet Wolfgang Sch&auml;uble die Schulden des Jahres 2010 extra hoch, um in Zukunft weniger sparen zu m&uuml;ssen? Der Bundesrechnungshof r&uuml;gt die Haltung des Finanzministers, die SPD warnt vor Manipulationen.<br>\nDer Bundesrechnungshof hat Finanzminister Wolfgang Sch&auml;uble davor gewarnt, die neue Schuldenbremse im Grundgesetz durch Tricksereien auszuhebeln. Die Kontrolleure fordern Sch&auml;uble in einem Bericht an den Haushaltsausschuss des Bundestags auf, seine Finanzplanung an die unerwartet gute Konjunkturentwicklung anzupassen und die vorgesehenen Kreditobergrenzen f&uuml;r die kommenden Jahre deutlich herabzusetzen.<br>\nSch&auml;ubles Finanzplanung liegen Zahlen vom Juni zugrunde, die angesichts der hohen Steuereinnahmen und &uuml;berraschend geringen Ausgaben f&uuml;r den Arbeitsmarkt veraltet sind. Laut Rechnungshof muss deshalb das gesamte Tableau nach der n&auml;chsten Steuersch&auml;tzung im November noch einmal &uuml;berarbeitet werden. Halte der Minister an seinen bisherigen Zahlen fest, lade er dem Land eine unn&ouml;tig hohe Schuldenlast auf, hei&szlig;t es in dem siebenseitigen Bericht, der der S&uuml;ddeutschen Zeitung vorliegt.<br>\n(&hellip;) Trotz aller Warnungen bleibt Sch&auml;uble bislang stur. Gem&auml;&szlig; seiner Planung wird das strukturelle Defizit im laufenden Jahr gut 53 Milliarden Euro betragen. Soll dieser Fehlbetrag nun bis 2016 in etwa gleich gro&szlig;en Schritten reduziert werden, l&auml;ge die Kreditobergrenze beispielsweise 2011 bei etwa 46 Milliarden und 2012 bei gut 38 Milliarden Euro. Tats&auml;chlich gehen Experten aber davon aus, dass das Defizit im Startjahr 2010 nicht 53 Milliarden, sondern nur etwa 40 Milliarden Euro betragen wird. Bediente sich Sch&auml;uble nun dieser realistischeren Zahl, verringerten sich auch die Kreditlimits f&uuml;r die Folgejahre deutlich: auf 35 Milliarden Euro 2011 und auf 30 Milliarden Euro 2012.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/geld\/schaeuble-und-die-schuldenbremse-die-tricksereien-des-finanzministers-1.1015489\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Was auf den ersten Blick relativ abstrus wirkt, macht im Kontext des koalitionsinternen Zwists um m&ouml;gliche Steuersenkungen durchaus Sinn. Wolfgang Sch&auml;uble gilt bekannterma&szlig;en als ausgemachter Gegner solcher Steuersenkungen, der zus&auml;tzliche Steuereinnahmen am liebsten zum Abbau der Staatsschulden verwenden will. Sobald er den Haushalt an die aktuelle Kassenlage anpassen w&uuml;rde, w&auml;ren in der schwarz-gelben Koalition nat&uuml;rlich die Schleusen f&uuml;r zus&auml;tzliche Geschenke an die jeweilige Klientel ge&ouml;ffnet. Nicht nur die FDP scharrt bereits mit den Hufen, auch Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) verlangt im neuen &ldquo;Spiegel&rdquo; Entlastungen von 6 bis 7 Mrd. Euro zum 1. Januar 2012. Wegen der wieder &uuml;ppiger sprudelnden Steuereinnahmen k&ouml;nne es &ldquo;keine steuerpolitische Blockade geben&rdquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Private Krankenversicherungen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Privates Leid<\/strong><br>\nSchade, dass derzeit eine schwarz-gelbe Koalition regiert. Ein B&uuml;ndnis, das den privaten Krankenversicherungen weniger gewogen ist, k&ouml;nnte deren neueste Leiden m&uuml;helos als Steilvorlage nutzen, um die Zweiteilung in private und gesetzliche Krankenversicherung infrage zu stellen. Und dieser Umstand w&auml;re es durchaus wert, diskutiert zu werden.<br>\nDie Probleme der privaten Krankenversicherung (PKV), bei den derzeitigen niedrigen Zinsen ausreichende Ertr&auml;ge zu erwirtschaften, um die Beitr&auml;ge ihrer Mitglieder im Alter niedrig zu halten, legen eine Lebensl&uuml;ge schonungslos offen. Seit Jahrzehnten wirbt die PKV f&uuml;r sich mit dem Argument, nicht nur bessere Leistungen zu bieten, sondern auch krisenfester als die gesetzliche Krankenversicherung zu sein.<br>\nDas ist sp&auml;testens jetzt widerlegt. Eine schwerer Einbruch wie w&auml;hrend der Finanzkrise der vergangenen beiden Jahre hinterl&auml;sst auch bei der PKV deutliche Spuren &ndash; nur an anderer Stelle als bei den Gesetzlichen. W&auml;hrend die gesetzlichen Krankenkassen damit k&auml;mpfen, dass Zeitarbeit und h&ouml;here Arbeitslosigkeit vor&uuml;bergehend ihre Einnahmen senkten, sind es bei den Privaten die extrem niedrigen Zinsen, die ihnen die Prognosen verhageln.<br>\nDamit zeigt sich, dass die PKV auch in diesem Punkt kaum besser abschneidet als die oft gescholtenen gesetzlichen Kassen. &Auml;hnlich sieht es bei zwei weiteren zentralen Kriterien aus: der Widerstandsf&auml;higkeit gegen die Alterung der Beitragszahler und den Abwehrkr&auml;ften gegen<br>\nPreissteigerungen im Gesundheitswesen. Bei beidem stehen gesetzliche wie private Versicherungen &auml;hnlich schlecht da.<br>\nQuelle:  <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:krankenversicherung-privates-leid\/50185429.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><strong>Private sind nicht krisenfest<\/strong><br>\nDie privaten Krankenversicherer betonen gerne, dass sie unabh&auml;ngig sind. Unabh&auml;ngig vom Arbeitsmarkt und der demografischen Entwicklung. Sie sind aber nicht unabh&auml;ngig von den Finanzm&auml;rkten, und das werden ihre Kunden durch deftige Beitragserh&ouml;hungen zu sp&uuml;ren bekommen.<br>\nUm sechs bis acht Prozent k&ouml;nnten die Pr&auml;mien alleine wegen der Finanzkrise bei manchen Gesellschaften steigen, berichtet die Financial Times Deutschland. Der Grund daf&uuml;r ist, dass die Krankenversicherer wegen der Finanzkrise M&uuml;he haben, einen guten Zins auf das von ihnen angelegte Geld zu erwirtschaften. &bdquo;Das Niedrigzinsumfeld macht der ganzen Branche Probleme&ldquo;, sagt Experte Reiner Will von der auf Versicherer spezialisierten Ratingagentur Assekurata.<br>\nQuelle: <http:>Frankfurter Rundschau\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Bereits im letzten Jahr sorgte ein <a href=\"http:\/\/www.aerztezeitung.de\/politik_gesellschaft\/article\/588271\/bruederle-steckt-pkv-studie-giftschrank.html\">&ldquo;Geheimgutachten&rdquo;<\/a> des &ndash; nicht eben GKV-freundlichen &ndash; IGES-Instituts, das bereits von Wirtschaftsminister Michael Glos in Auftrag gegeben wurde, f&uuml;r einige Aufregung bei Freunden der Privatisierung: Je nach Alter kosten privat Versicherte ihre Kasse bis zu doppelt so viel wie gesetzliche Versicherte. M&auml;nner, die &auml;lter als 75 Jahre sind, kosten die PKV durchschnittlich mehr als 8.000 Euro pro Jahr. Wie k&ouml;nnen die privaten Kassen diese hohen Leistungen finanzieren? Die Theorie ist simpel &ndash; in den jungen Jahren zahlt der privat Versicherte mehr, als er die Kasse kostet. Dieser &Uuml;berschuss wird &auml;hnlich wie bei einer Lebensversicherung am Kapitalmarkt angelegt und im Alter verrentet ausgezahlt, um die Mehrkosten zu decken.<br>\nSoviel zur Theorie. In der Praxis erweisen sich diese Altersr&uuml;ckstellungen jedoch laut IGES als viel zu niedrig. Selbst wenn die Finanzm&auml;rkte boomen &ndash; wovon nicht auszugehen ist -, k&ouml;nnen die privaten Krankenversicherungen kaum so viel Rendite einfahren, dass sie diese tickende Zeitbombe entsch&auml;rfen k&ouml;nnen. Sinkt die Zahl der jungen Mitglieder, steht die PKV vor dem Kollaps. Kracht es an den Finanzm&auml;rkten, stehen die Versicherten g&auml;nzlich ohne Versicherungsschutz da.<br>\nWollen die privaten Krankenkassen nicht bereits bei j&uuml;ngeren Versicherten h&ouml;here Beitr&auml;ge fordern, so m&uuml;ssen sie wohl oder &uuml;bel die Beitr&auml;ge im Alter massiv erh&ouml;hen. F&uuml;r &auml;ltere Versicherte, die oft nicht mehr finanziell so leistungsf&auml;hig sind wie in ihren besten Jahren, ist dies nat&uuml;rlich eine mittlere Katastrophe. Die Alternative, die h&ouml;heren Alterskosten auf die Pr&auml;mien der j&uuml;ngeren Versicherten anzurechnen, w&uuml;rde die PKV jedoch gegen&uuml;ber der GKV deutlicher unattraktiver machen und damit die Fehleinsch&auml;tzung zerst&ouml;ren, dass das PKV-System effizienter als das GKV-System sei. Laut IGES-Studie betr&auml;gt der Verwaltungsanteil im GKV-System 5,4% der Gesamtkosten, im PKV-System betr&auml;gt er indes 14,9% &ndash; beinahe das Dreifache.<\/em> <\/p><\/http:><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Lobbyerfolge im Gesundheitssystem &ndash; Die Invasion der Nutzlos-Pillen<\/strong><br>\nIn wessen Sinne die Regierung handelt, zeigt der Fall des Pr&uuml;f-Instituts IQWiG. Das soll die B&uuml;rger vor nutzloser Medizin sch&uuml;tzen. Dies wird ihm k&uuml;nftig sehr schwer gemacht.<br>\nStatt aufwendiger, oft mehrj&auml;hriger Kosten-Nutzen-Analysen soll es k&uuml;nftig nur noch Nutzenschnellbewertungen durch das IQWiG geben &ndash; binnen drei Monaten und auf fragw&uuml;rdiger Datenbasis. Schlie&szlig;lich soll die Beweislast umgekehrt werden. Bislang mussten die Hersteller dem IQWiG beweisen, dass ihr neues Medikament einen zus&auml;tzlichen Nutzen f&uuml;r die Patienten habe gegen&uuml;ber herk&ouml;mmlichen Medikamenten.<br>\nK&uuml;nftig sollen es die Medizinkontrolleure sein, die der Pharmaindustrie nachweisen m&uuml;ssen, dass deren Arzneimittel &ldquo;unzweckm&auml;&szlig;ig&rdquo; seien. Gelingt das nicht, wandern die Medikamente automatisch in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung.<br>\nDer Nachweis der Nichtexistenz des Nutzens ist eine wissenschaftliche Unm&ouml;glichkeit, sagt der Leiter des IQWiG, J&uuml;rgen Windeler: &ldquo;Man kann beweisen, dass etwas da ist, man kann durch Studien den Nutzen beweisen, man kann auch sagen, es gibt keinen Beleg f&uuml;r einen Nutzen. Aber man kann nicht beweisen, dass etwas nicht da ist: Ich kann nicht ausschlie&szlig;en, dass auf der R&uuml;ckseite des Mondes der Pumuckl wohnt, in einer H&ouml;hle vielleicht.&rdquo;<br>\nWie es so weit kommen konnte? Im Koalitionsvertrag vom Herbst 2009 fixieren CDU und FDP ihre Kampfansage an das IQWiG, das erst 2004 von Rot-Gr&uuml;n geschaffen wurde: &ldquo;Die Arbeit des (&hellip;) IQWiG werden wir (&hellip;) &uuml;berpr&uuml;fen und damit die Akzeptanz von Entscheidungen f&uuml;r (&hellip;) Hersteller verbessern.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/die-invasion-der-nutzlos-pillen\/\">taz<\/a>\n<p><strong>Dazu:<\/strong> <\/p>\n<p><strong>Gesundheitsminister Philipp R&ouml;sler (FDP): In nur einem Jahr eine Menge geschafft<\/strong><br>\nAm augenf&auml;lligsten ist die Aufhebung der Parit&auml;t in der gesetzlichen Krankenversicherung. K&uuml;nftig wird der Anteil des Arbeitgebers am Versicherungsbeitrag bei 7,3 Prozent eingefroren. Die restlichen 8,2 Prozent zahlt dann allein der Arbeitnehmer, ebenso k&uuml;nftige Beitragssteigerungen. Gesundheitsminister Philipp R&ouml;sler (FDP) hat zwar angek&uuml;ndigt, aus Einsparungsgr&uuml;nden die Gewinne von Pharmaunternehmen zu kappen. Doch wie das funktionieren soll, ist bis heute unklar.  So schw&auml;cht die Koalition die Macht des unabh&auml;ngigen Instituts f&uuml;r Qualit&auml;t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, kurz IQWiG. Nicht die Firmen m&uuml;ssten mit Gutachten und Forschungsunterlagen beweisen, dass ihr neues Medikament einen Zusatznutzen f&uuml;r Patienten hat. Sondern das Institut m&uuml;sste nachweisen, dass die Arznei keinen Nutzen bringt. Ein Ding der Unm&ouml;glichkeit und eben deshalb in letzter Minute von Unions- und FDP-Fraktion in den Gesetzentwurf eingef&uuml;gt. Angeblich ist es Zufall, dass dieser &Auml;nderungsvorschlag &auml;hnlich lautet wie ein entsprechender &ldquo;Vorschlag&rdquo; des Lobbyverbands vfa. R&ouml;sler wagt sich ebenso wenig heran an eine wichtige Klientel seiner Partei: &Auml;rzte und Apotheker.<br>\nBesonders dreist setzte sich der Lobbyeinfluss beim &ldquo;Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes&rdquo; durch. Industrievertreter forderten: Kassen d&uuml;rften ihre Marktmacht nicht mehr nutzen d&uuml;rfen, um durch Rabattvertr&auml;ge mit Pharmaherstellern Medikamentenpreise zu dr&uuml;cken. Es geschah. Die Apotheker klagten, sie m&uuml;ssten ihren Kunden rabattierte Arzneimittel anbieten statt teurerer und f&uuml;r sie profitablerer Markenprodukte. Diese Regel f&auml;llt. Die Privatversicherungen monierten, der Zustrom neuer Mitglieder drohe zu versiegen. Bald muss ein potenzieller Versicherungskunde nur noch ein Jahr auf den Wechsel zu den Privaten warten, nicht mehr drei Jahre. R&ouml;sler hat vieles geschafft in nur einem Jahr. Nur nicht zum Wohl der Versicherten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2010%2F10%2F25%2Fa0081&amp;cHash=61d80f618f\">taz<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Regierung: Gut ein F&uuml;nftel sind atypisch besch&auml;ftigt<\/strong><br>\nIm Jahr 2009 waren nach dem Mikrozensus 21,9 Prozent aller Kernerwerbst&auml;tigen atypisch besch&auml;ftigt. Dies schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (17\/2999) auf die Kleine Anfrage (17\/2870) der Fraktion Die Linke.<br>\nKnapp dreimal so viele Frauen (34,1 Prozent) wie M&auml;nner(11,5 Prozent) z&auml;hlt die Statistik. W&auml;hrend das Gros der atypisch besch&auml;ftigten weiblichen Erwerbst&auml;tigen zwischen 15-64 Jahren teilzeitbesch&auml;ftigt (26,6 Prozent) oder geringf&uuml;gig besch&auml;ftigt (12,4 Prozent) ist, stehen die meisten atypisch besch&auml;ftigten M&auml;nner (6,7 Prozent) in einem befristeten Arbeitsverh&auml;ltnis; 3,5 Prozent gehen einer Teilzeitbesch&auml;ftigung nach und nur 3,2 Prozent sind geringf&uuml;gig besch&auml;ftigt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2010_10\/2010_337\/05.html%20\">Deutscher Bundestag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Putzkr&auml;fte bei der Bahn &ndash; Die Leute schuften sich kaputt<\/strong><br>\n&ldquo;Menschenunw&uuml;rdig&rdquo;, so nennen Mitarbeiter die Bedingungen bei der Bahn-Tochter DB Services. Das Unternehmen will davon nichts wissen. Doch bei den Reinigungskr&auml;ften des Konzerns werden nach Recherchen von SPIEGEL ONLINE wichtige Arbeitsschutzma&szlig;nahmen offenbar konsequent missachtet.<br>\n(&hellip;) Die Putzkr&auml;fte seien im Konzern &ldquo;die &auml;rmsten Schweine, die wir haben&rdquo;, hei&szlig;t es bei der Bahn. Nicht nur, weil der Job eben hart ist. Sondern weil Mitarbeitern zufolge zumindest bei der DB Services West Arbeitsschutzvorschriften auf breiter Front missachtet werden. Putzkr&auml;fte m&uuml;ssen demnach ohne Einstiegshilfe in bauchhohe Eing&auml;nge &ldquo;robben&rdquo;, Wasserkanister m&uuml;ssen kilometerweit &uuml;ber Gleise geschleppt werden, weil Anschl&uuml;sse vielerorts defekt sind. Auch in vielen anderen Bereichen gehe es &ldquo;menschenunw&uuml;rdig&rdquo; zu, wie einer es formuliert. &ldquo;Die schuften sich kaputt&rdquo;, sagt ein anderer.<br>\n (&hellip;) Wirklich emp&ouml;rt sind viele aber &uuml;ber die schlimmste Arbeit, die es &uuml;berhaupt zu vergeben gibt: die Reinigung eines Zugs, vor den sich ein Selbstm&ouml;rder geworfen hat. Der unangenehme Job sollte eigentlich ausschlie&szlig;lich in einer sogenannten &ldquo;Kadavergrube&rdquo; verrichtet werden. In Nordrhein-Westfalen gibt es den Darstellungen zufolge nur eine dieser speziellen riesigen Becken, in denen man die Z&uuml;ge von unten mit dem Hochdruckreiniger bearbeiten kann. Die Putzreste werden dort speziell entsorgt &ndash; und der Mitarbeiter kann sich vor Ort duschen und desinfizieren.<br>\nAllerdings befindet sich diese Vorrichtung in Dortmund. Sobald etwas im Raum K&ouml;ln passiere, werde deshalb eine ganz normale Arbeitsgrube in Deutz f&uuml;r die S&auml;uberung benutzt, berichten Mitarbeiter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,723749,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Bei alldem darf man nie vergessen, dass die Deutsche Bahn AG ein Unternehmen ist, das zu 100% dem Bund geh&ouml;rt. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Es f&uuml;hrt kein Weg am Mindestlohn vorbei<\/strong><br>\nDeutsche Arbeitnehmer erhalten ab Mai kommenden Jahres neue Konkurrenz aus den osteurop&auml;ischen EU-L&auml;ndern. Dann gilt auch f&uuml;r Menschen aus Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Slowenien, Estland, Lettland und Litauen die volle Arbeitnehmerfreiz&uuml;gigkeit. Der Chef des Frankfurter Dienstleistungsunternehmens Wisag, Michael C. Wisser, warnt vor den Folgen f&uuml;r den deutschen Arbeitsmarkt und fordert einen fl&auml;chendeckenden Mindestlohn: &ldquo;In der Dienstleistungsbranche entfallen 60 bis 80 Prozent der Gesamtkosten auf das Gehalt und die Sozialabgaben f&uuml;r die Mitarbeiter. In den Beitrittsl&auml;ndern ist nicht nur das Lohnniveau dramatisch niedriger, sondern die Arbeitgeber m&uuml;ssen auch sehr viel weniger in die Sozialversicherung einzahlen. Sobald ein Unternehmen beginnt, diesen Standortvorteil zu nutzen, werden alle Wettbewerber nachziehen m&uuml;ssen, um keine Auftr&auml;ge zu verlieren oder um neue Auftr&auml;ge zu gewinnen. &hellip;  In den Beitrittsl&auml;ndern ist die Arbeitslosigkeit hoch und sehr viele Menschen sprechen gut deutsch. Da liegt es doch nahe, dass sie nach Deutschland kommen und zu L&ouml;hnen arbeiten, die f&uuml;r dortige Verh&auml;ltnisse v&ouml;llig in Ordnung sind. &hellip; Ich glaube, einige Politiker machen sich gar nicht klar, was das nicht nur f&uuml;r die Betroffenen sondern auch f&uuml;r die Sozialkassen bedeuten w&uuml;rde. Denn aus den Einzahlern von heute w&uuml;rden dann Leistungsbezieher werden. Das kann aus meiner Sicht nur noch durch die Einf&uuml;hrung eines allgemeinen Mindestlohns verhindert werden. F&uuml;r diese L&ouml;sung haben sich ja fast alle anderen EU-Mitgliedsstaaten auch entschieden. Es ist doch ein Treppenwitz, dass sich Deutschland dazu nicht durchringen kann, denn in keinem anderen Land drohen durch die Osterweiterung so viele Probleme. Wir haben nicht nur ein hoch entwickeltes Sozialversicherungssystem, sondern auch ein gro&szlig;es Grenzgebiet. Und die sprachliche und kulturelle Barriere f&uuml;r die Arbeitskr&auml;fte aus den Beitrittsl&auml;ndern ist niedriger als zum Beispiel in Frankreich oder Spanien&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/-es-fuehrt-kein-weg-am-mindestlohn-vorbei-\/-\/1472780\/4773274\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wenn auch aus durchsichtigen Motiven, es ist nichts dagegen einzuwenden, dass die Arbeitgeberseite einmal einen fl&auml;chendeckenden Mindestlohn fordert.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Gl&uuml;ckliche Schweiz: Gesetzlicher Mindestlohn f&uuml;r Hausangestellte<\/strong><br>\nMindestens 18.20 Franken pro Stunde sollen Hausangestellte k&uuml;nftig verdienen, f&uuml;r Angestellte mit Berufserfahrung geht der Ansatz bis zu 22 Franken. Mit dem Normalarbeitsvertrag f&uuml;r die Branche hat der Bundesrat erstmals seit der Einf&uuml;hrung der flankierenden Massnahmen einen Mindestlohn festgelegt.<br>\nDer Normalarbeitsvertrag tritt Anfang 2011 in Kraft und gilt bis Ende 2013 in der ganzen Schweiz mit Ausnahme von Genf. Der Kanton hat f&uuml;r die Branche schon fr&uuml;her einen Mindestlohn eingef&uuml;hrt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bielertagblatt.ch\/News\/Schweiz\/187771\">Bieler Tagblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> 18,20 Franken sind rund 14 Euro, 22 Franken rund 16,20 Euro &ndash; da lohnt sich auch Arbeit wieder. H&auml;tten die Gegner des Mindestlohns Recht, droht den Schweizer Hausangestellten nun wohl die Massenarbeitslosigkeit. Dass diese Prognose nicht zutreffen wird, steht jedoch au&szlig;er Zweifel. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Rettet die deutsche Mittelschicht<\/strong><br>\nAls H&uuml;terin sozialer und moralischer Ma&szlig;st&auml;be tr&auml;gt die Mittelschicht dazu bei, die Gesellschaft auf einem Kurs abseits der Extreme zu halten. Wenn sie auseinanderf&auml;llt, zerbrechen mehr als ein paar Lebensentw&uuml;rfe.<br>\nDie im Gefolge der Finanzkrise aufgekommene Gierdebatte hat gezeigt, dass es in den westlichen Gesellschaften nach wie vor eine Vorstellung vom rechten Ma&szlig; gibt: Man kann vielleicht nicht pr&auml;zise beziffern, wie viel Geld der ad&auml;quate Gegenwert einer Leistung ist, aber in den Vorw&uuml;rfen der Ma&szlig;losigkeit und Gier angesichts mancher Bonuszahlung kam doch zum Ausdruck, dass es eine Vorstellung des Zuviels gibt. Ganz &auml;hnlich ist in der etwa gleichzeitig gef&uuml;hrten Debatte &uuml;ber Mindestl&ouml;hne deutlich geworden, dass eine Mehrheit in Deutschland auch eine Vorstellung vom Zuwenig hat, die sie sich durch den Verweis auf die &ouml;konomischen und besch&auml;ftigungspolitischen Vorteile von &ldquo;Lohnelastizit&auml;t&rdquo; nicht ausreden l&auml;sst.<br>\nDiese Vorstellung von einem Zuviel und Zuwenig hat sich als erstaunlich resistent gegen&uuml;ber der Dynamik des Turbo- oder Kasino-Kapitalismus erwiesen. Unabh&auml;ngig von der einschl&auml;gigen philosophischen Debatte, die in den letzten Jahrzehnten gef&uuml;hrt worden ist, hat sich in der Gesellschaft eine Vorstellung von Gerechtigkeit behauptet, die ohne gro&szlig;e Begr&uuml;ndung das Gerechte als Mittelzone zwischen einem Zuviel und einem Zuwenig begreift. Vermutlich ist diese Vorstellung nicht sonderlich neu, sondern reicht bis weit in vormoderne Zeiten zur&uuml;ck.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/deutschland\/:gesellschaft-rettet-die-deutsche-mittelschicht\/50185541.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Aufschwung oder Strohfeuer <\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Wirtschaft in Champagnerlaune<\/strong><br>\nEuphorie wohin man schaut in Deutschlands Wirtschaft: Die Unternehmen wollen dank des Booms in den kommenden zw&ouml;lf Monaten kr&auml;ftig einstellen. Die Regierung hebt ihre Wachstumsprognose deutlich an, und der Einzelhandel ist so gl&uuml;cklich wie seit 20 Jahren nicht. (&hellip;) Gute Gesch&auml;fte melden Hotels, Gastst&auml;tten und Reiseveranstalter. Die Gewissheit, dass der eigene Job sicher ist und demn&auml;chst h&ouml;here L&ouml;hnen winken, f&uuml;hrt dazu, dass beim Verbraucher das Geld locker sitzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/news\/wirtschaft-in-champagnerlaune-mehr-wachstum-mehr-jobs-mehr-gehalt-1615774.html\">Stern<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Bis zum &Uuml;berdruss und dar&uuml;ber hinaus wird das mediale Lied vom &ldquo;Wirtschaftswunder&rdquo; und &ldquo;Jobwunder&rdquo; gesungen. Der Einzelhandel &ldquo;boomt&rdquo;? Im Zeitraum Januar bis August 2010 ist der reale Einzelhandelsumsatz im Vergleich zum Vorjahr gerade einmal um 0,9% angestiegen, nachdem er im Jahre 2009 um 2,5% eingebrochen war. H&auml;tten sich die &uuml;brigen Komponenten des Bruttoinlandsprodukts in den vergangenen 10 Jahren so schlecht entwickelt wie der Einzelhandelsumsatz sowie der gesamte Private Verbrauch, dann w&auml;re selbst die massiv gesch&ouml;nte offizielle Arbeitslosenzahl von rund 3 Millionen deutlich h&ouml;her.<br>\nEin anschauliches Beispiel f&uuml;r die auch vom Stern betriebene Sch&ouml;nf&auml;rberei der Wirtschaftslage liefert dessen Behauptung, die Gastst&auml;tten meldeten gute Gesch&auml;fte. Der hier zitierte Stern-Artikel wurde am 20. Oktober ver&ouml;ffentlicht. F&uuml;nf Tage zuvor, am 15. Oktober, meldete das Statistische Bundesamt zur Entwicklung des Gastgewerbeumsatzes des Monats August 2010: &ldquo;Gastgewerbeumsatz August 2010 real 2,7% niedriger als im August 2009&rdquo;. F&uuml;r den Zeitraum Januar bis August 2010 hei&szlig;t es in dieser Mitteilung: &ldquo;Von Januar bis August 2010 setzte das Gastgewerbe insgesamt in Deutschland nominal 1,7% mehr, real aber 1,1% weniger um als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2010\/10\/PD10__370__45213,templateId=renderPrint.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a><br>\nVon angeblich &ldquo;guten Gesch&auml;ften&rdquo; der Gastst&auml;tten also keine Spur!<br>\nDie &Uuml;berschrift des Stern-Beitrages (&ldquo;&hellip;mehr Gehalt&rdquo;) suggeriert, f&uuml;r die Arbeitnehmer st&uuml;nde ein kr&auml;ftiger Anstieg der L&ouml;hne und Geh&auml;lter ins Haus. Aus dem Herbstgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute l&auml;sst sich jedoch entnehmen, dass die realen Nettol&ouml;hne und -geh&auml;lter je Arbeitnehmer im kommenden Jahr nur minimal um 0,4% ansteigen werden. &ldquo;Kr&auml;ftige Lohnerh&ouml;hungen&rdquo;, wie sie von nahezu allen Medien behauptet werden, sehen anders aus.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Ulrike Herrmann: Irgendetwas vielleicht richtig gemacht<\/strong><br>\nNoch im Fr&uuml;hjahr ging die Regierung davon aus, dass die Wirtschaft im Jahr 2010 nur um 1,4 Prozent wachsen werde. Tats&auml;chlich scheint auch Br&uuml;derle ein wenig ratlos zu sein, warum Schwarz-Gelb mit diesem starken Aufschwung gesegnet wurde. &ldquo;Irgendetwas haben wir richtig gemacht&rdquo;, kommentierte er etwas hilflos, als er am Donnerstag die Regierungsprognose vorstellte. Dieser Satz von Br&uuml;derle ist zwar vage, aber treffend. Tats&auml;chlich hat die Bundesregierung kaum Wirtschaftspolitik betrieben &ndash; und sich auf konzeptlose Klientelpolitik beschr&auml;nkt. Schon der Koalitionsvertrag war verr&auml;terisch. Das Kapitel &ldquo;Der Weg aus der Krise&rdquo; stand zwar ganz vorn &ndash; umfasste aber nur 4 der insgesamt 132 Seiten. Zudem war dort kein klares Konzept zu finden, sondern nur eine bunte Ansammlung der diversen Lieblingsthemen aus beiden Parteien.<br>\nDie Statistik spricht jedoch nicht daf&uuml;r, dass es diese Politik war, die den Aufschwung ausgel&ouml;st hat. Stattdessen ist vor allem die Nachfrage aus dem Ausland gestiegen. So legte der Export im August 2010 um 28,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert zu. F&uuml;r die Firmen erfreulich: Sie werden von ihren Profiten weniger versteuern m&uuml;ssen. Denn von der &Ouml;ffentlichkeit kaum bemerkt wurde zu Jahresbeginn mit dem &ldquo;Wachstumsbeschleunigungsgesetz&rdquo; auch die Besteuerung von Unternehmen ver&auml;ndert. F&uuml;r Betriebe ist es nun noch einfacher, ihre Gewinne ins Ausland zu verschieben. Das technische Wort hei&szlig;t &ldquo;Funktionsverlagerung&rdquo;. Jetzt kann zum Beispiel eine Entwicklungsabteilung &uuml;ber die Grenze verlagert werden, kurz bevor das Patent angemeldet wird. Die Forschungskosten werden zwar weiterhin bei den hiesigen Finanz&auml;mtern geltend gemacht &ndash; aber der Profit f&auml;llt dann offiziell im Ausland an. Der SPD-Finanzexperte Lothar Binding sch&auml;tzt, dass allein dieses Steuergeschenk 2,5 Milliarden Euro in die Kassen der deutschen Unternehmen sp&uuml;lt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2010%2F10%2F25%2Fa0083&amp;cHash=c0de6a22ab\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Michael Schlecht: Aufschwung XL oder Strohfeuer?<\/strong><br>\nWirtschaftsminister Br&uuml;derle redet vom &bdquo;XL-Boom&ldquo; und jubelt: &bdquo;Der Aufschwung ist da, und zwar mit voller Kraft.&ldquo; Und BILD feiert den &bdquo;Germany Superstar&ldquo;. Sicher, kaum ein entwickeltes Industrieland hatte im ersten halben Jahr ein so hohes Wachstum wie Deutschland. Und es w&auml;re sch&ouml;n, wenn es so weiter ginge.<br>\nZur Wahrheit geh&ouml;rt aber auch, dass Deutschland 2009 wie kaum ein anderes vergleichbares Land mit minus 4,7 Prozent beim Wirtschaftswachstum eingebrochen war. Mit dem jetzigen Wachstum ist das Produktionsniveau von 2008 noch nicht wieder erreicht. Die entscheidende Frage ist, ob die starke Erholung im ersten halben Jahr nur ein konjunkturelles Strohfeuer, oder der Startschuss f&uuml;r langfristig h&ouml;here Wachstumsraten war. Die Regierung geht von letzterem aus. Sie hat das Ende der Krise ausgerufen und will sp&auml;testens zum 1. Januar 2011 aus den konjunkturst&uuml;tzenden Ma&szlig;nahmen aussteigen.\n<p>Mit einem Anteil von 61 % gehen die deutschen Exporte in die EU. <\/p>\n<p><a href=\"\/upload\/bilder\/101026_deutsche_exporte.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/101026_deutsche_exporte_small.jpg\" alt=\"Deutsche Exporte\"><\/a><\/p>\n<p><strong>Doch Europa spart sich in die Krise:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"\/upload\/bilder\/101026_europe_spart_in_der_krise.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/101026_europe_spart_in_der_krise_small.jpg\" alt=\"Europa spart in der Krise\"><\/a><\/p>\n<p>Der private Konsum hat seit 2002 im Durchschnitt nur 0,1 Prozentpunkte Wachstumsbeitr&auml;ge erbracht. Deshalb erfordert eine St&auml;rkung des privaten Konsums weit mehr, als jetzt von Br&uuml;derle und Co. angedacht.<\/p>\n<p><a href=\"\/upload\/bilder\/101026_wachstumsbeitraege.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/101026_wachstumsbeitraege_small.jpg\" alt=\"Wachstumsbeitr&auml;ge\"><\/a><\/p>\n<p>Das deutsche Lohndumping hat einen Namen: Agenda 2010 mit Befristungen, Lohndumping, Minijobs und Hartz IV. So wurde nicht nur der Sozialstaat mit F&uuml;&szlig;en getreten, sondern die Unternehmer erhielten auch eine Streitaxt zur Eroberung ausl&auml;ndischer M&auml;rkte.<\/p>\n<p><a href=\"\/upload\/bilder\/101026_lohnstueckkosten.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/101026_lohnstueckkosten_small.jpg\" alt=\"Lohnst&uuml;ckkosten\"><\/a><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.michael-schlecht-mdb.de\/neues-positionspapier-aufschwung-xl-oder-strohfeuer.html%20\">Michael Schlecht, Chefvolkswirt der Bundestagsfraktion DIE LINKE (dort Download)<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li>\n<a name=\"h11\"><\/a><strong>Wo ist eigentlich die Linke?<\/strong><br>\nSeit der Bundestagswahl 2009 ist die LINKE wie in einem medialen Dornr&ouml;schenschlaf verschwunden. Obwohl sich die schwarz-gelbe Regierung in einer Geschwindigkeit selbst zerlegt, die selbst die optimistischsten Beobachter nicht f&uuml;r m&ouml;glich gehalten h&auml;tten und die SPD weiter in einem Jammertal der Tr&auml;nen verharrt, profitiert die LINKE nicht davon. In Umfragen hat sie seit der Wahl sogar an Stimmen verloren. Man h&ouml;rt von ihr nichts von ihr zum Atomdeal, nichts zur Gesundheitsreform, nichts zur Migrationsdebatte. Kein Zweifel, zu jedem dieser Themen hat die LINKE eine Meinung, und die publiziert sie sicher auch brav als Pressemitteilung auf ihrer Homepage. Aber kein Medium interessiert sich daf&uuml;r, selbst in der Blogosph&auml;re spielt die LINKE kaum eine Rolle. Selbst der aufgebautschte Skandal um Klaus Ernst hat keinen Hund hinter dem Ofen hervorgelockt. Warum ist das so? Wo liegt das Problem der LINKEn?<br>\n(&hellip;) Aber was ist eigentlich &ldquo;links&rdquo; im 21. Jahrhundert? Was steht dahinter? Eine echte Antwort scheint man im Liebknecht-Haus nicht zu haben. Dabei k&ouml;nnte die LINKE tats&auml;chlich so viel sein. Es ist schlie&szlig;lich nicht so, dass kein Bedarf nach einem Gegenentwurf zur herrschenden Politik bestehen w&uuml;rde. Sie bietet ihn nur nicht. Es sind viele Zutaten vorhanden, auf dass jeder nehme was ihm genehm ist und dar&uuml;ber hoffentlich die Teile &uuml;bersieht, die andererseits st&ouml;ren w&uuml;rden. Aber was w&uuml;rde die Partei tun, k&auml;me sie tats&auml;chlich an die Regierung? W&uuml;rde sie den NATO-Austritt betreiben und die WTO boykottieren wollen, alldieweil man die Mitgliedschaft in der EU k&uuml;ndigt? Wie sieht das Deutschland aus, das von der LINKEn regiert wird? Erh&ouml;hung von Hartz-IV als Kompromiss auf 399 Euro?<br>\nIch w&uuml;rde mir w&uuml;nschen, dass die Partei ein Gesamtkonzept vorlegt, wenn man so will, eine Vision. Das sollten, nebenbei, auch die Sozialdemokraten machen. Und die Gr&uuml;nen. Und die CDU. Die FDP kann es gerne sein lassen und in dem Orkus der Bedeutungslosigkeit verschwinden, in den sie geh&ouml;rt. Was wir brauchen sind Konzepte, f&uuml;r die es sich zu streiten lohnt, eine Idee davon, wie unsere Gesellschaft aussehen sollte und nicht nur, wie sie nicht sein sollte. Die LINKE k&ouml;nnte die Kraft werden, die eine neue Gesellschaft ertr&auml;umt, wie die SPD das in den 1960er Jahren tat. Dazu geh&ouml;rt dann auch eine Vorstellung, wie das in die Realit&auml;t umgesetzt werden soll. All das ist m&ouml;glich. All das wird nicht getan.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/oeffingerfreidenker.blogspot.com\/2010\/10\/mal-was-grundsatzlicheszur-linken-2010.html\">Oeffinger Freidenker<\/a>\n<p>\t<em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Dass die Linke nicht mehr wahrgenommen wird hat viel zu tun mit dem R&uuml;ckzug von Lafontaine aus der Parteispitze. Lafontaine war eine Reizfigur f&uuml;r die Medien und f&uuml;r die SPD und er wurde niedergemacht, doch auch hier galt der Satz bad news are good news. Und damit blieb die Linke wenigstens im Gespr&auml;ch. Die deutsche Medienlandschaft hat nun mit den Gr&uuml;nen und der SPD im Gegensatz zur Gro&szlig;en Koalition wieder eine Opposition auf die sie sich beschr&auml;nken kann, wenn es um die Kritik an Schwarz-Gelb geht. Die Linke unterliegt weitgehend einer Medienbarriere. Gesine L&ouml;tzsch und Klaus Ernst sind auch nicht so ausgebuffte und talk-show taugliche Medienprofis wie Lafontaine und Gysi; sie passen nicht so gut in die dort choreografisch gew&uuml;nschte Spiegelfechtereien. Der Linken gelingt es auch nicht so recht, sich in den zahlreichen Demonstrationen zu profilieren. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Der Ruf nach F&uuml;hrung &ndash;  Spiegel der Hilflosigkeit<\/strong><br>\nDer Ruf nach F&uuml;hrung hat Konjunktur und st&ouml;&szlig;t auf Skepsis. Doch Leadership ist mehr als ein Gemeinplatz und politischer Kampfbegriff<br>\nW&auml;hrend Wissenschaft und handelnde Akteure dar&uuml;ber diskutieren, welche Spielr&auml;ume der Politik, der nationalstaatlichen zumal, noch bleiben, haben sich weite Teile der Bev&ouml;lkerung l&auml;ngst ihr Urteil gebildet: Sie hegen massive Zweifel an der Probleml&ouml;sungsf&auml;higkeit und am Probleml&ouml;sungswillen der politischen Akteure, wenden sich ab von einer Politik, die sich eher an kurzfristigen, von Wahlen und politischen Karrieren vorgegebenen Zeithorizonten zu orientieren scheint als an der L&ouml;sung gro&szlig;er gesellschaftspolitischer Probleme und die sich von ihren Lebensrealit&auml;ten und Bed&uuml;rfnissen weit entfernt hat.<br>\nVor diesem Hintergrund &uuml;berrascht es nicht, dass der Ruf nach &bdquo;F&uuml;hrung&ldquo; seit geraumer Zeit Konjunktur hat. Er spiegelt den Wunsch nach einfachen L&ouml;sungen in einer zunehmend komplexen Welt, die Sehnsucht nach jener starken Person, die angesichts &uuml;berw&auml;ltigender Herausforderungen die konkreten Probleme der Gegenwart und der Zukunft zu l&ouml;sen vermag. Mit der &ouml;ffentlichkeitswirksamen Anzeige von &bdquo;F&uuml;hrungsvakuen&ldquo;, &bdquo;F&uuml;hrungsschw&auml;che&ldquo; oder &bdquo;F&uuml;hrungsversagen&ldquo; wiederum ist in der politischen Debatte h&auml;ufig der Anspruch verbunden, es selber &ndash; qua Kompetenz und Tugend &ndash; besser zu k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/positionen\/1042-spiegel-der-hilflosigkeit\">freitag.de<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Berliner Volksbegehren gegen Wasser-Privatisierung<\/strong><br>\nGen&uuml;gend Unterschriften f&uuml;r Wasser-Volksbegehren gesammelt<br>\nZwei Tage vor Schluss hat die B&uuml;rgerinitiative Berliner Wassertisch offenbar die n&ouml;tigen 172.000 Unterschriften zusammen. Morgen werden sie der Senatsverwaltung &uuml;bergeben.<br>\nDie B&uuml;rgerinitiative Berliner Wassertisch hat wenige Tage vor Ende des Volksbegehrens &ldquo;Schluss mit Geheimvertr&auml;gen &ndash; Wir Berliner wollen unser Wasser zur&uuml;ck&rdquo; die notwendigen 172.000 Unterschriften gesammelt. Da aber mit einem hohen Anteil ung&uuml;ltiger Unterschriften zu rechnen sei, werde weitergesammelt, sagte Organisator Michel Tschuschke am Montag. Wenn bis Mittwoch deutlich &uuml;ber 200.000 Unterschriften zusammenk&auml;men, &ldquo;ist das Wasser-Volksbegehren im sicheren Hafen&rdquo;, sagte er. Die Unterschriften sollen am Mittwoch der Senatsinnenverwaltung &uuml;bergeben werden.<br>\nDie B&uuml;rgerinitiative will die R&uuml;cknahme der 1999 erfolgten Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe erreichen. Das Volksbegehren zielt darauf ab, ein Gesetz zur Offenlegung der damals abgeschlossenen Vertr&auml;ge zu verabschieden. Seit dem Jahr 2001 sind nach Angaben der Initiative die Wasserpreise in Berlin um 35 Prozent gestiegen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/genuegend-unterschriften-fuer-wasser-volksbegehren-gesammelt\/1966074.html;jsessionid=315217D3615345B455DF2C81BB138CB1\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Stuttgart 21<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Stuttgart 21 und die Immobilienlobby<\/strong><br>\nWie s&auml;mtliche Lobbyarbeit fand auch die Entscheidungsfindung f&uuml;r Stuttgart 21 abseits der etablierten Medien statt, in denen auch bislang trotz der massiven und anhaltenden B&uuml;rgerproteste wenig &uuml;ber m&ouml;gliche Hintergr&uuml;nde und Zusammenh&auml;nge zum Beispiel mit der Baulobby zu erfahren war. Die lobbykritische Initiative LobbyControl will nun mit einem eigenen Internet-Portal dagegenhalten und sucht daf&uuml;r erfahrene und &uuml;berzeugte Mitstreiter, um die &Ouml;ffentlichkeit mit den notwendigen Informationen zu versorgen. Das Projekt Lobbypedia soll am 28. Oktober online gehen. Ein Interview mit Elmar Wigand.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/bin\/tp\/issue\/r4\/dl-artikel2.cgi?artikelnr=33536&amp;mode=print\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><strong>Urban Priol bei der Montagsdemo gegen Stuttgart 21<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=c-YOMOMMIP0&amp;feature=watch_response\">YouTube<\/a><\/li>\n<li><strong>Georg Schram bei der Montagsdemo gegen Stuttgart 21 <\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4jBFlEcQWLk&amp;feature=player_embedded%20\">YouTube<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Bayern LB<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>M&uuml;nchner Zwietracht<\/strong><br>\nDie Fusionsgespr&auml;che zwischen BayernLB und WestLB stocken. Die Betriebsr&auml;te f&uuml;rchten einen massiven Arbeitsplatzabbau &ndash; und aus Br&uuml;ssel kommen neue St&ouml;rfeuer.<br>\nSolange unklar ist, wie nach Wunsch der EU die beiden Banken aussehen, die zusammengehen wollen, ist eine Entscheidung &uuml;ber den Zusammenschluss unm&ouml;glich. Auf Arbeitnehmerseite w&uuml;rde man eine Fusion mit der BayernLB oder der Landesbank Helaba sowie dem Fondsdienstleister Deka jeder anderen L&ouml;sung vorziehen.<br>\nDie Betriebsr&auml;te in M&uuml;nchen und D&uuml;sseldorf arbeiten bereits an gemeinsamen Positionen f&uuml;r die Fusion, die viele Arbeitspl&auml;tze kosten d&uuml;rfte. &ldquo;Auch ein Zusammenschluss mit der BayernLB oder einer anderen Landesbank wird den Besch&auml;ftigten Opfer abverlangen, aber es w&auml;re im Vergleich zum Verkauf an einen privaten Investor oder gar einer Abwicklung die bessere Variante&rdquo;, sagt Betriebsr&auml;tin Ludwig.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/geld\/bankbranche-muenchner-zwietracht-1.1015500\">SZ<\/a><\/li>\n<li><strong>BayernLB Millionenklage gegen Ex-Bankchef geplant<\/strong><br>\nFast vier Milliarden Euro hat die BayernLB bei der &Uuml;bernahme der Hypo Group Alpe Adria versenkt. Jetzt will die Bank Schadensersatz fordern &ndash; von Ex-Chef Schmidt. Der habe &ldquo;grob fahrl&auml;ssig&rdquo; gehandelt.<br>\nSieben Jahre lang, von 2001 bis 2008, war Werner Schmidt Vorstandschef der BayernLB und hat dort gut verdient. Eine sch&ouml;ne Pension bekommt er auch. Demn&auml;chst soll der Bankmanager einen gro&szlig;en Teil seines Verm&ouml;gens wieder hergeben. Die Bank will von Schmidt Schadenersatz f&uuml;r die &Uuml;bernahme der Hypo Alpe Adria fordern, die zu einem Verlust von 3,7 Milliarden Euro gef&uuml;hrt hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/bayernlb-millionenklage-gegen-ex-bankchef-geplant-1.1015506\">SZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Hermann Scheer im Deutschen Bundestag &ndash; 14 Tage vor seinem Tod<\/strong><br>\nDass den AKW-Betreibern die Gegenleistung in Form des Ausstiegs jetzt erlassen werden soll und damit ein geldwerter Vorteil im Umfang von in zehn Jahren fast 60 Milliarden Euro nachtr&auml;glich zugestanden wird, k&ouml;nnen Sie nicht als K&ouml;der f&uuml;r die F&ouml;rderung erneuerbarer Energien verkaufen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btp\/17\/17063.pdf%20\">Deutscher Bundestag S. 6632\/33 [PDF &ndash; 727 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>H&uuml;rden f&uuml;r faire Bildungschancen in Deutschland<\/strong><br>\nZu kleine Klassen, marode Schulgeb&auml;ude, &uuml;berlastete Lehrerinnen und Lehrer und gestresste Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler &ndash; das Bildungssystem in Deutschland weist eine Reihe von Missst&auml;nden auf. Auch internationale Vergleiche der letzten Jahre haben offen gelegt, dass das deutsche Bildungssystem viele offene Baustellen hat &ndash; und keine davon so gewaltig ist wie die<br>\nAbh&auml;ngigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft. In keinem anderen Land sind die Chancen so schlecht, beim Durchlaufen der Bildungsstufen einen sozialen Aufstieg zu schaffen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gew.de\/Binaries\/Binary66923\/transparent_110%201.pdf\">GEW [PDF &ndash; 535KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Bundesregierung will L&auml;ndern nicht mehr Geld f&uuml;r Bildung geben<\/strong><br>\nDie Bundesl&auml;nder wollen, dass der Bund ihnen zur Erh&ouml;hung der Bildungsausgaben weitere Mittel zur Verf&uuml;gung stellt. Es werde erwartet, &rdquo;dass der Bund die L&auml;nder neben den von ihm geplanten zus&auml;tzlichen Bildungsausgaben im Rahmen der verfassungsrechtlichen Kompetenzordnung mit zus&auml;tzlichen Umsatzsteuermitteln unterst&uuml;tzt&ldquo;, hei&szlig;t es in der Stellungnahme des Bundesrates zum Bundeshaushaltsplan 2011 (17\/2500), die die Bundesregierung zusammen mit ihrer Gegen&auml;u&szlig;erung als Unterrichtung (17\/2502) vorgelegt hat. Die Finanzierung von h&ouml;heren Bildungsausgaben zur Erreichung des 10-Prozent-Ziels k&ouml;nne durch die L&auml;nder bei Beachtung der verfassungsrechtlichen Schuldenbremse nicht sichergestellt werden. Au&szlig;erdem verlangen die L&auml;nder, dass nach den Konsolidierungsma&szlig;nahmen auf Bundesebene nun auch f&uuml;r sie und die Kommunen geeignete Entlastungsma&szlig;nahmen in Gang gebracht werden.<br>\nDie Bundesregierung weist die Forderungen der L&auml;nder zur&uuml;ck. Auf dem Bildungsgipfel 2008 h&auml;tten sich die Regierungschefs von Bund und L&auml;ndern verpflichtet, bis 2015 zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts f&uuml;r Bildung und Forschung aufzuwenden. 2009 sei vereinbart worden, dass f&uuml;r die Erreichung dieses Ziels ein zus&auml;tzlicher Betrag von mindestens 13 Milliarden Euro erforderlich sei. Der Bund habe sich bereit erkl&auml;rt, sich an den zus&auml;tzlichen Ausgaben mit einer Quote von 40 Prozent dauerhaft zu beteiligen. Entsprechend habe die Bundesregierung ihre Ausgaben f&uuml;r Bildung und Forschung in dieser Legislaturperiode um insgesamt 12 Milliarden Euro erh&ouml;ht. Die Bundeskanzlerin habe klargestellt, dass eine &Uuml;bertragung von Umsatzsteuerpunkten an die L&auml;nder in dieser Legislaturperiode nicht m&ouml;glich sei.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2010_10\/2010_337\/03.html%20\">Deutscher Bundestag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Wikileaks<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Die Dramen des Irak-Krieges<\/strong><br>\nDie Enth&uuml;llungs-Website Wikileaks hat 391&rsquo;832 Dokumente online gestellt, die mehr Licht auf die Folgejahre des Irakkriegs werfen sollen. Die Berichte der Armeeangeh&ouml;rigen zeigen ein d&uuml;steres Bild des Kriegsalltags. Wikileaks hat die Dokumente schon vor der Publikation der &laquo;New York Times&raquo;, dem &laquo;Guardian&raquo; und dem &laquo;Spiegel&raquo; zug&auml;nglich gemacht. Ein Heer von Fachpersonen hat daher die Daten gesichtet und dabei koh&auml;rente Zusammenh&auml;nge geschaffen. Als Ganzes zeigt das Datenmaterial, wie enorm schwierig es f&uuml;r die Alliierten nach wie vor ist, im Irak operativ t&auml;tig zu sein. Es deckt aber auch Fehler auf, die auf Unkenntnis beruhen oder auf unzureichende Vorbereitungen hindeuten. Immer wieder ist &uuml;ber die Rolle Irans im Irak spekuliert worden. Auch hier liefern die Geheimdokumente einige Angaben. Wie die britische Zeitung &laquo;The Guardian&raquo; darlegt, haben iranische Agenten im Irak Todesschwadronen ausgebildet. Die Absicht war, wichtige irakische Politiker umzubringen und dadurch die britischen und amerikanischen Milit&auml;roperationen zu untergraben. Haupts&auml;chlich h&auml;tten sich die iranischen Aktivit&auml;ten auf Waffenschmuggel und illegaler Einreise ins Kriegsgebiet beschr&auml;nkt. Ein Bericht vom 31. Oktober 2005ist allerdings brisant: Die iranischen Revolutionsgarden werden beschuldigt Mordanschl&auml;ge in Basra finanziert und in Auftrag gegeben zu haben. Dabei waren den Auftraggebern offenbar biografische Daten der Opfer bekannt. Die Instruktionen enthielten Angaben dar&uuml;ber, welche Tatwaffen verwendet werden sollen und wo das Opfer getroffen werden soll. Die Auftr&auml;ge seien von den Revolutionsgarden an Mitglieder der irakischen Streitkr&auml;fte &uuml;bergeben worden, die mit den Todesschwadronen zusammenarbeiteten. Die Todessch&uuml;tzen seien h&auml;ufig irakische Polizeibeamte, die ins Innenministerium oder in Anti-Terror-Einheiten eingeschleust worden seien. Amerikanische Armeeangeh&ouml;rige werden beschuldigt, Gefangene den irakischen Sicherheitskr&auml;ften &uuml;bergeben zu haben, obwohl diesen Folterungen und Misshandlungen vorgeworfen worden waren. Die &laquo;New York Times&raquo; kommt zum Schluss, dass diese Misshandlungen die Regel und nicht die Ausnahme gebildet h&auml;tten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/wikileaks_dokumente_1.8141884.html\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Wikileaks sorgt f&uuml;r Unruhe in Bagdad<\/strong><br>\nEine Suche in der Datenbank ergibt freilich, dass viele Dokumente &uuml;ber besonders umstrittene Eins&auml;tze der US-Soldaten fehlen. Anhand der Dokumente lassen sich jedoch viele Einzelheiten &uuml;berpr&uuml;fen. Vor allem r&auml;umen sie mit einer Legende des US-Milit&auml;rs auf. Jahrelang hatten Milit&auml;rsprecher behauptet, sie w&uuml;rden &uuml;ber die Opferzahl nicht Buch f&uuml;hren. Die unabh&auml;ngige Webseite iraqbodycount.org kommt zum vorl&auml;ufigen Schluss, dass etwa 15 000 der in den Dokumenten aufgelisteten Todesf&auml;lle bisher nicht bekannt waren. Wenn man die Toten aufseiten der irakischen Sicherheitskr&auml;fte und der Amerikaner und ihrer Alliierten sowie ihrer Gegner mit einberechne, habe der Krieg mehr als 150 000 Tote gefordert. Die Hauptlast trug die Zivilbev&ouml;lkerung. Die meisten Toten haben jedoch der Terror von sunnitischen Extremisten und der Krieg zwischen Sunniten und Schiiten gefordert. Wer den Irak nicht kennt, erf&auml;hrt durch die Dokumente, mit welcher Brutalit&auml;t dieser Krieg auf allen Seiten ausgetragen wurde. F&uuml;r den amtierenden Ministerpr&auml;sidenten Nuri al-Maliki k&ouml;nnte die Publikation das politische Aus bedeuten. Die Dokumente enth&uuml;llen Hunderte von F&auml;llen, in denen die Amerikaner Beweise f&uuml;r Folter und Misshandlungen von irakischen Gefangenen durch die irakischen Sicherheitskr&auml;fte fanden. Dabei hatten sie offenbar Anweisung, diese nicht zu untersuchen. Dass in den Gef&auml;ngnissen des Iraks gefoltert wird, ist zwar nicht neu, aber die vielen Details setzten Maliki unter Druck.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/wikileaks_sorgt_fuer_unruhe_in_bagdad_1.8120278.html\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><strong>Mit messianischem Eifer<\/strong><br>\nUS-Geheimdokumente &uuml;ber den Irak-Krieg im Netz: Warum der Verdacht besteht, dass es Wikileaks-Chef Assange nicht allein um die Wahrheit geht &ndash; sondern auch um eine politische Agenda und seinen Ruhm.<br>\nDas erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit &ndash; diesen Satz des republikanischen US-Senators Hiram W. Johnson aus dem Jahr 1917 hat Wikileaks-Chef Julian Assange am Samstag bem&uuml;ht, als die von ihm gegr&uuml;ndete Organisation fast 400.000 Dokumente des US-Milit&auml;rs &uuml;ber den Irak-Krieg ins Netz gestellt hat.<br>\nDie Ver&ouml;ffentlichung begr&uuml;ndete er damit, dass er hoffe, die Attacken auf die Wahrheit zu korrigieren, zu denen es vor, w&auml;hrend und auch nach dem Krieg gekommen sei. Das ist eine &Uuml;berh&ouml;hung, mit der Assange die Bedeutung der Publikation zu steigern versucht. Das Material aber kann sie nur zum Teil einl&ouml;sen.<br>\nDie Feldberichte der US-Soldaten bergen &ldquo;keine weltersch&uuml;tternden Enth&uuml;llungen&rdquo;, wie die New York Times urteilt. Sie konnte das Material wie einige andere Medien vorab monatelang sichten. Es ergibt sich kein grundlegend neues Bild des Krieges.<br>\nAllerdings verdichten und erh&auml;rten die Dokumente vieles, was in Grundz&uuml;gen bekannt ist &uuml;ber schie&szlig;w&uuml;tige Sicherheitsdienste, das zum Teil r&uuml;cksichtslose Vorgehen von US-Soldaten auch gegen Zivilisten, t&ouml;dliche Zwischenf&auml;lle an Kontrollpunkten, die Misshandlungen Gefangener oder Irans Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Schiiten-Milizen. Und erste Analysen legen nahe, dass die Zahl der zivilen Opfer noch h&ouml;her war, als bislang vermutet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/wikileaks-chef-assange-und-die-irak-papiere-mit-messianischem-eifer-1.1015495\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Die New York Times hat vollkommen Recht. F&uuml;r aufmerksame Beobachter, die sich in den letzten Jahren in englischsprachigen Medien informierten, stellen die Wikileaks-Dokumente in der Tat eine Entt&auml;uschung dar. Wer die Artikel des Independent-Korrespondenten Robert Fisk, die klugen Insiderkommentare des journalistischen Urgesteins Seymour Hersh im New Yorker oder auch die stets kompetenten Artikel der Asia Times gelesen hat, wird in den Wikileaks-Dokumenten nur &ldquo;offizielle&rdquo; Best&auml;tigungen der Dinge finden, die er bereits wei&szlig;. Anders als die New York Times macht der deutsche Wikileaks-Medienpartner SPIEGEL aus den Dokumenten eine gro&szlig;e Titelgeschichte. Nicht ohne Grund &ndash; die deutschen Medien haben sich vor allem in ihrer Irakkrieg-Berichterstattung wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert und dann noch brav amerikanische Milit&auml;r-PR heruntergebetet, als englischsprachige Medien bereits kritische Hintergrundinformationen, die auf eigener Recherche beruhten, ver&ouml;ffentlichten. Versucht der SPIEGEL diese Defizite nun etwa &ldquo;post festum&rdquo; durch ein ausf&uuml;hrliches Abdrucken von Papieren, f&uuml;r die er keinen Cent bezahlen musste, wettzumachen? <\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Frankreich: Widerstand gegen die Rentenform &ndash; Gravierende Angriffe auf das Streikrecht<\/strong><br>\nDienstverpflichtung in streikenden Raffinerien und jetzt auch bei der M&uuml;llabfuhr in Marseille. Im Fall der Raffinerie von Grandpuits hob ein Verwaltungsgericht die entsprechende Anordnung als widerrechtlich auf.<br>\nSeit Freitag fr&uuml;h um o3.30 Uhr begann dort die R&auml;umung der Streikposten. Die Pariser Zentralregierung hatte zuvor, &bdquo;im Namen der nationalen Verteidigung&ldquo; (sic), die ,r&eacute;quisition&lsquo; &ndash; also &bdquo;Beschlagnahmung&ldquo; oder &bdquo;Dienstverpflichtung&ldquo; &ndash; der dortigen Raffinerie angeordnet. Um circa o8.30 Uhr hatte es die Bereitschaftspolizei CRS geschafft, die Kette der Streikposten zu durchbrechen. Bei den Auseinandersetzungen wurden drei Gewerkschafter verletzt, und einige Teilnehmer\/innen an den Ketten wurden mit F&uuml;&szlig;en getreten, Brillen wurden zerdeppert oder Kn&ouml;chel verstaucht. Im Laufe des Tages kam es zu weiteren Reiberereien, da u.a. aus Paris Verst&auml;rkung &ndash; Streikende aus anderen Sektoren, Gewerkschafter (u.a. von SUD) &ndash; eingetroffen war.<br>\nAm Abend hob das Verwaltungsgericht in der Bezirkshauptstadt Melun, per Erlass einer &bdquo;einstweiligen Verf&uuml;gung&ldquo;, die Anordnung zur Dienstverpflichtung auf. Daraufhin erlie&szlig; der in Melun ans&auml;ssige Pr&auml;fekt allerdings eine neue.<br>\nAuch in anderen, vergleichbaren F&auml;llen haben Verwaltungsgerichte in den letzten Tagen solche &bdquo;Dienstverpflichtungen&ldquo; aufgehoben, doch mehrfach hatten die Pr&auml;fekten schon eine &ndash; anders formulierte &ndash; neue in den Schubladen. Hingegen gab das Verwaltungsgericht im westfranz&ouml;sischen Nantes den Beh&ouml;rden gegen vier klagende, streikwillige Lohnabh&auml;ngigen der Raffinerie im nahen Donges &bdquo;Recht&ldquo;. Die Lohnabh&auml;ngigen waren per administrativer Anordnung zum Dienst verpflichtet worden und hatten dagegen geklagt, ihre Beschwerde wurde jedoch abgewiesen. Es sei pr&auml;zisiert, dass auf Zuwiderhandeln im Falle einer Dienstverpflichtung &ndash; die i.d.R. wegen &bdquo;imperativer Sicherheitsgr&uuml;nde&ldquo; ausgesprochen wird &ndash; den Lohnabh&auml;ngigen Gef&auml;ngnis droht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/internationales\/fr\/rente2010_23.html\">Labournet<\/a>\n<\/li><li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Briten trauern ihrer Industrie hinterher<\/strong><br>\nKein Land setzte in den vergangenen Jahrzehnten st&auml;rker auf Dienstleister und Staat als Arbeitgeber als die Wiege der Industrialisierung. In Zeiten der massiven Einschnitte sehnen sich viele zur&uuml;ck nach der guten alten Zeit. Am Mittwoch verk&uuml;ndete Premierminister David Cameron die h&auml;rtesten Einschnitte im &ouml;ffentlichen Sektor seit dem Zweiten Weltkrieg: 500.000 Stellen im &ouml;ffentlichen Dienst fallen in den kommenden vier Jahren weg. Und ausgerechnet das produzierende Gewerbe soll nun die Jobs schaffen, die so dringend ben&ouml;tigt werden. &ldquo;Die n&auml;chsten zehn Jahre m&uuml;ssen das Jahrzehnt der Unternehmer werden&rdquo;, sagt Cameron. Das ganze Land hofft auf eine neue industrielle Revolution. Und viele f&uuml;rchten, dass sie zu sp&auml;t kommt.<br>\nNicht &uuml;berall, wo in den vergangenen Jahrzehnten Produktionsbetriebe dichtgemacht wurden, r&uuml;ckten Dienstleister nach. Als Ersatz f&uuml;r die wegfallenden Industriejobs wurden stattdessen vielerorts Stellen in der Verwaltung geschaffen. Zum Beispiel in Liverpool. Der Arbeitsmarkt der Gro&szlig;stadt h&auml;ngt am Tropf des Schatzkanzlers wie wohl kein zweiter in England. Jeder dritte Job wird aus &ouml;ffentlichen Mitteln finanziert, im Landesdurchschnitt ist es nur jeder vierte. Seit zehn Jahren versucht Liverpool, diesen Trend umzukehren. Die Zahl der Jobs aus dem Privatsektor hat zwischen 1998 und 2008 um immerhin 6,6 Prozent zugelegt. Am Hafen drehen sich Windr&auml;der zur Energiegewinnung. Die Docks wurden in ein Touristenzentrum mit Bars, Gesch&auml;ften und Museen umgebaut, in denen Liverpool an seine maritime Vergangenheit erinnert. &ldquo;Wir erwarten, dass die Privatwirtschaft die Arbeitsplatzverluste im &ouml;ffentlichen Sektor zum Teil ausgleicht&rdquo;, sagt Peter Stoney. Der &Ouml;konom forscht &uuml;ber die Region und hegt die Hoffnung, dass erneuerbare Energien, Tourismus und das Landrover-Werk in der N&auml;he von Liverpool die schlimmsten Folgen des Sparpakets abpuffern werden.<br>\nDen Traum von der Reindustrialisierung wollen die Briten nicht aufgeben. Im Auftrag von Premier Cameron hat James Dyson einen Bericht dar&uuml;ber geschrieben, wie das produzierende Gewerbe im Vereinten K&ouml;nigreich angekurbelt werden kann. Der Report hei&szlig;t &ldquo;Geniales Britannien&rdquo;, und Dysons Fazit klingt recht simpel: &ldquo;Gro&szlig;britannien hat schon viele Hightechfirmen. Sie m&uuml;ssen blo&szlig; mehr und gr&ouml;&szlig;er werden.&rdquo; Der Erfinder baut auf eine bunte Mischung aus Initiativen, Universit&auml;ten und kleinen Firmen. Doch vielen Briten d&auml;mmert, dass der Schwenk zu sp&auml;t kommen k&ouml;nnte. &Ouml;konomen d&auml;mpfen ebenfalls Hoffnungen, dass eine Reindustrialisierung Gro&szlig;britanniens so rasant vonstattengehen k&ouml;nnte, dass sie die aktuelle Krise merklich lindert. Das produzierende Gewerbe sei gar nicht in der Lage, so schnell die ben&ouml;tigte Menge an neuen Jobs bereitzustellen, sagt David Blanchflower, prominenter &Ouml;konom und bis 2009 in wichtiger Funktion bei der Bank of England. Er warnt die Politik vor allzu wolkigen Versprechungen: &ldquo;Wenn David Cameron sich irrt, wird es Chaos geben.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/europa\/:agenda-briten-trauern-ihrer-industrie-hinterher\/50184903.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es mag zwar f&uuml;r jeden gl&auml;ubigen Freih&auml;ndler ketzerisch erscheinen, aber bisher hat noch jedes Land, das seine eigene Industrialisierung vorantreiben wollte, diese noch aufzubauenden Industrie zun&auml;chst protegiert. Dies galt in den letzten 60 Jahren f&uuml;r heute so erfolgreiche Volkswirtschaften wie Japan, Korea und China. Auch Deutschland hat sich seinerzeit gegen das hochindustrialisierte Gro&szlig;britannien in dieser Weise gesch&uuml;tzt.<br>\nUnter dem heutigen freih&auml;ndlerischem WTO-Regime ist der ungest&ouml;rte Aufbau einer eigenen Industrie bzw. die Reindustrialisierung eines Landes, vor allem f&uuml;r entwickelte Volkswirtschaften nicht m&ouml;glich. Das Prinzip der Nichtdiskriminierung besagt u.a., dass ausl&auml;ndische Produkte gegen&uuml;ber inl&auml;ndischen Produkten nicht benachteiligt werden d&uuml;rfen. Die Richtlinie zum Zollabbau verbietet zwar keine Z&ouml;lle zum Schutz einheimischer Produkte, aber bereits bestehende Z&ouml;lle bzw. bereits gesenkte Z&ouml;lle d&uuml;rfen nicht erh&ouml;ht werden. In der Europ&auml;ischen Union ist das Freihandelsregime durch die Binnenmarktgesetzgebung zus&auml;tzlich versch&auml;rft.<br>\nDamit ist Gro&szlig;britannien als hochentwickelte moderne Volkswirtschaft in der Zwickm&uuml;hle, denn es hat voll auf die postindustrielle Dienstleistungsgesellschaft gesetzt und dabei vergessen, dass ein gro&szlig;er Teil der Dienstleistungen unternehmensnahe Dienstleistungen sind bzw. von der produzierenden Industrie abh&auml;ngig sind. Man darf sehr gespannt sein, wie Gro&szlig;britannien, abgeschw&auml;cht auch die USA, ihre Reindustrialisierung betreiben wollen. Der freie Markt bzw. der Konkurrenzmechanismus als innovativer Mechanismus funktioniert nur, wenn ein Markt existiert. Und wenn ein industrieller Sektor nicht existiert bzw. kaum mehr existiert, muss dieser Markt zuerst hergestellt werden. F&uuml;r viele Entwicklungsl&auml;nder, aber auch f&uuml;r deindustrialisierte Volkswirtschaften f&uuml;r kein Weg daran vorbei, mit Hilfe von Subventionen, von Z&ouml;llen u.a. einen eigenen Industriesektor aufzubauen oder wieder aufzubauen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Oxfam: Politik hilft beim Rohstoffraub<\/strong><br>\nIn einem Bericht, der dem Tagesspiegel vorliegt, warnen Oxfam Deutschland und vier weitere europ&auml;ische Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) vor der europ&auml;ischen Rohstoffpolitik.<br>\nDer Kampf um Rohstoffe spitzt sich zu. Die deutsche Industrie warnt vor Versorgungsengp&auml;ssen und will dar&uuml;ber am heutigen Dienstag mit der Politik diskutieren. Doch die hat sich bereits an die Seite der Wirtschaft gestellt, kritisieren Hilfsorganisationen. In einem Bericht, der dem Tagesspiegel vorliegt, warnen Oxfam Deutschland und vier weitere europ&auml;ische Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) vor der europ&auml;ischen Rohstoffpolitik. &bdquo;Schlimmstenfalls f&uuml;hrt die EU-Strategie zu einem klassischen Ressourcenraub&ldquo;, hei&szlig;t es in der Studie. Auch die deutsche Rohstoffstrategie, die das Kabinett in der vergangenen Woche verabschiedet hat, sieht vor, deutsche Unternehmen zu unterst&uuml;tzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/oxfam-politik-hilft-beim-rohstoffraub\/1966314.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>&ldquo;Ausl&auml;nder raus&rdquo; als herrschende Politik in Europa<\/strong><br>\nEin Blick in die Nachbarl&auml;nder beweist: Bei der Kriminalisierung von ImmigrantInnen zeigt sich die Schweiz sehr europ&auml;isch. &laquo;Wir d&uuml;rfen nicht so zaghaft sein mit ertappten ausl&auml;ndischen Straft&auml;tern. Wer unser Gastrecht missbraucht, f&uuml;r den gibt es nur eins: raus, und zwar schnell.&raquo; Die markigen Worte waren Teil eines Interviews, das Gerhard Schr&ouml;der im Juli 1997 der &laquo;Bild-Zeitung&raquo; gab, ein Jahr bevor er an der Spitze einer rot-gr&uuml;nen Koalition Bundeskanzler wurde. Die Drohung richtete sich gegen KurdInnen, die sich Mitte der neunziger Jahre mit militanten Demonstrationen gegen das Verbot der PKK wehrten. Im Oktober 1997 versch&auml;rfte der Bundestag das Ausl&auml;nderrecht: Eine Verurteilung wegen Landfriedensbruchs f&uuml;hrt seitdem zu einer &laquo;zwingenden Ausweisung&raquo;.<br>\nQuer durch Europa sind Feinderkl&auml;rungen gegen &laquo;kriminelle&raquo; oder &laquo;nicht integrierte&raquo; Ausl&auml;nderInnen seit Jahren an der Tagesordnung. Sie kommen nicht nur von den RechtspopulistInnen, die in vielen EU-Staaten an Terrain gewinnen, sondern auch aus den etablierten konservativen und sozialdemokratischen Parteien, die sich von der Demonstration der St&auml;rke gegen Schwache ein Plus im Wahlkampf versprechen. Letztes Beispiel: Frankreichs Staatspr&auml;sident Nicolas Sarkozy, dessen Popularit&auml;t angesichts seiner neoliberalen Rentenreform sinkt und der Ende Juli in Grenoble einen &laquo;Krieg gegen diese Drogenh&auml;ndler und Delinquenten&raquo; &ndash; im Klartext: gegen Roma und jugendliche ImmigrantInnen &ndash; ausrief. &laquo;In Italien hat die Hetze gegen MigrantInnen und Roma nicht erst unter Berlusconi und seinem Innenminister Maroni von der Lega Nord begonnen, sondern schon unter der Mitte-links-Regierung Romano Prodi&raquo;, berichtet der Genueser Soziologe Salvatore Palidda. Nach dem &Uuml;berfall auf eine Italienerin habe der damalige B&uuml;rgermeister von Rom und Chef der Demokratischen Partei, Walter Veltroni, die rum&auml;nischen Roma generell zum Sicherheitsrisiko erkl&auml;rt. Razzien in Roma-Lagern und Massenausschaffungen waren die Folge. In &Ouml;sterreich haben es die Freiheitlichen und das bis zu seinem Tod vor zwei Jahren von J&ouml;rg Haider angef&uuml;hrte B&uuml;ndnis Zukunft &Ouml;sterreich vor allem auf &laquo;kriminelle Asylbewerber&raquo; abgesehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.woz.ch\/artikel\/2010\/nr42\/thema\/19928.html\">Die Wochenzeitung<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Die &ldquo;b&uuml;rgerlichen&rdquo; Parteien werden solange rechtsextreme Gesinnung hoff&auml;hig machen, bis die Bev&ouml;lkerung anf&auml;ngt das Original zu w&auml;hlen. Dann kann es allerdings zu sp&auml;t sein. Irgendwann kann es dann f&uuml;r junge Polittalente eine ganz zweckrationale Entscheidung sein, sich eine rechte Karriere zu basteln und die werden nicht so dumpf daher kommen wie jetzt noch etliche Rechtsextreme, so dass man schon aus rein &auml;sthetischen Gr&uuml;nden diese Politclowns ablehnt.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h24\"><\/a><strong>Kongresswahlen in den USA &ndash; Geld-Granden starten die Konterrevolution<\/strong><br>\nMillionen Amerikaner rutschen in die Armut, nur an der Wall Street steigen die Geh&auml;lter so schnell wie nie. US-Pr&auml;sident Obama wettert jetzt im Wahlkampf gegen die raffgierigen Banker. Doch die Republikaner wollen die Geldindustrie gew&auml;hren lassen &ndash; und bekommen den Zuspruch vieler B&uuml;rger.<br>\nFinanzreform? Die Streitfrage, die vor einem Jahr Washington und New York entzweite, ist f&uuml;r die meisten Amerikaner l&auml;ngst pass&eacute;. Der von platten Parolen gepr&auml;gte Kongresswahlkampf hat alle Themen, die nicht direkt auf der Brieftasche der Leute lasten, aus deren Bewusstsein verdr&auml;ngt. Aktuelle Meinungsumfragen zu den Priorit&auml;ten der W&auml;hler listen das Thema schon gar nicht mehr auf. Die letzte landesweite Erhebung zum Image der Wall Street stammt, so die Umfrage-Website pollingreport.com, vom Juli.<br>\n(&hellip;) Apropos vergessen: Die Wall Street nutzt den nationalen Ged&auml;chtnisschwund und kassiert schon wieder munter ab &ndash; wohl wissend, dass es kaum mehr jemanden st&ouml;ren d&uuml;rfte. Die Einkommen der New Yorker Finanzbranche schossen, wie sich jetzt erst zeigte, im ersten Quartal 2010 um fast 23 Prozent in die H&ouml;he. Das war das Quartal, in dem die meisten Wall-Street-Firmen ihren Angestellten die Boni f&uuml;rs Vorjahr &uuml;berwiesen &ndash; das Krisenjahr 2009.<br>\nZum Vergleich: Die US-Arbeitslosenquote lag im September bei 9,2 Prozent. Das war zwar weniger als im Rekord-Januar (10,6 Prozent), aber immer noch so viel wie im Krisensommer 2009. Rund 44 Millionen Amerikaner darben unterhalb der Armutsgrenze, mehr denn je.<br>\n(&hellip;) Die Republikaner hingegen k&ouml;nnen sich auf die Wahlspenden der Wall Street verlassen. Die Rechnung k&ouml;nnte aufgehen: Wenn in der kommenden Woche der Kongress neu gew&auml;hlt wird, werden die Republikaner wohl zumindest das Repr&auml;sentantenhaus zur&uuml;ckerobern &ndash; die Finanzreform mit ihren Vorschriften zur Staatsaufsicht, zum Verbraucherschutz und zum Kampf gegen Spekulationsrisiken w&uuml;rde dann fallen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,724980,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Das Zeitfenster, Finanzmarktreformen gegen den Willen der m&auml;chtigen Finanzlobby durchzuf&uuml;hren, hat sich leider schon vor &uuml;ber einem Jahr geschlossen. Die klare Trennung zwischen reformfreudigen Demokraten und reformfeindlichen Republikanern, die der SPIEGEL vornimmt, entspricht jedoch nicht der Realit&auml;t. Als Pr&auml;sident Obama im letzten Sommer sein &ldquo;White Paper&rdquo; vorstellte, das zumindest sp&uuml;rbare, wenn auch nicht sehr weitreichende, Finanzmarktreformen vorsah, war es nicht zuletzt der Widerstand im eigenen Lager, der zu einer Verw&auml;sserung der Reformpl&auml;ne f&uuml;hrte. Die Macht der Finanzlobby in Washington ist legend&auml;r: &Uuml;ber 3.000 Lobbyisten k&uuml;mmern sich in Washington darum, dass die Interessen von Banken und Investmenth&auml;usern geh&ouml;rt werden, nach <a href=\"http:\/\/www.wallstreetwatch.org\/soldoutreport.htm\">Auskunft<\/a> der Consumer Education Foundation sind im letzten Jahrzehnt rund f&uuml;nf Milliarden Dollar ins politische Lobbying geflossen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h25\"><\/a><strong>Rezension: Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, Deutsche Zweiheit &ndash; Oder: Wie viel Unterschied vertr&auml;gt die Einheit <\/strong><br>\nWenn die &bdquo;Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik&ldquo; mit ihrem Buch &bdquo;Deutsche Zweiheit &ndash; Oder: Wie viel Unterschied vertr&auml;gt die Einheit&ldquo; vorhatte, Kritiker der Entwicklungen im Vereinigungsprozess mit handfesten Informationen gegen Stammtisch-Niveau und BILD-Zeitungsstil zu versehen, ist dies vollauf gelungen. Von den unterschiedlichen Ausgangsbedingungen, &uuml;ber die gesellschaftliche Entwicklung und ihren Folgen bis zu alternativen Vorschl&auml;gen enth&auml;lt das Buch, was man zur sogenannten &bdquo;Wiedervereinigung&ldquo; wissen muss, unterst&uuml;tzt mit umfangreichen Zahlenmaterial. Denn wer Gegenwart und Zukunft verstehen will, muss wissen, was gewesen ist. Daf&uuml;r steht dieses Buch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=15679\">Neue Rheinische Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h26\"><\/a><strong>Aber Zigarren werden Sie doch wohl von der Erh&ouml;hung der Tabaksteuer ausnehmen<\/strong>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/101026_tabaksteuer.jpg\" alt=\"Tabaksteuer\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.harmbengen.de\/Zeitungscartoons.html\">Harm Bengen<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Raucher sollen Schwerindustrie quersubventionieren; Tricksereien des Finanzministers; private Krankenversicherungen; Lobbyerfolge im Gesundheitssystem; gut ein F&uuml;nftel sind atypisch besch&auml;ftigt; Putzkr&auml;fte bei der Bahn und gl&uuml;cklicher Putzkr&auml;fte in der Schweiz; Rettet die deutsche Mittelschicht; Aufschwung oder Strohfeuer; wo ist eigentlich die Linke; der Ruf nach F&uuml;hrung &ndash; Spiegel der Hilflosigkeit; Berliner<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7186\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-7186","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7186","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7186"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7186\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7195,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7186\/revisions\/7195"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7186"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7186"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7186"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}