{"id":71880,"date":"2021-04-26T08:37:02","date_gmt":"2021-04-26T06:37:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=71880"},"modified":"2021-04-27T09:20:25","modified_gmt":"2021-04-27T07:20:25","slug":"nase-auf-schule-zu-wie-eine-kranke-krisenpolitik-die-zukunft-unserer-kinder-kaputt-macht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=71880","title":{"rendered":"Nase auf, Schule zu. Wie eine kranke Krisenpolitik die Zukunft unserer Kinder kaputt macht."},"content":{"rendered":"<p>Bei einer Inzidenz von 165 machen die Schulen im Lande wieder dicht. So steht es im &bdquo;Notbremsen&ldquo;-Gesetz der Bundesregierung. Damit auch ja keine Lehranstalt unter Wert bleibt,  werden Schnelltests zur Verpflichtung und muss sich jedes Kind zweimal w&ouml;chentlich die Nasenschleimhaut traktieren. F&uuml;r P&auml;diater, Psychologen und Soziologen ist das ein Instrument mehr im Corona-Panikorchester, das massenhaft angst- und zwangsgest&ouml;rte Heranwachsende produziert. Echte Bildung f&auml;llt bei all dem nat&uuml;rlich auch aus: In der Pandemie ist Homeschooling nachrangig, davor kommen TV, Playstation und Smartphone. Lehrerverb&auml;nde finden das schlimm, wollen den Klassensaal aber lieber noch viel fr&uuml;her r&auml;umen. Dankesch&ouml;n, sagt die Nachhilfeindustrie. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2643\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-71880-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210426_Nase_auf_Schule_zu_Wie_eine_kranke_Krisenpolitik_die_Zukunft_unserer_Kinder_kaputt_macht_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210426_Nase_auf_Schule_zu_Wie_eine_kranke_Krisenpolitik_die_Zukunft_unserer_Kinder_kaputt_macht_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210426_Nase_auf_Schule_zu_Wie_eine_kranke_Krisenpolitik_die_Zukunft_unserer_Kinder_kaputt_macht_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210426_Nase_auf_Schule_zu_Wie_eine_kranke_Krisenpolitik_die_Zukunft_unserer_Kinder_kaputt_macht_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=71880-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210426_Nase_auf_Schule_zu_Wie_eine_kranke_Krisenpolitik_die_Zukunft_unserer_Kinder_kaputt_macht_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"210426_Nase_auf_Schule_zu_Wie_eine_kranke_Krisenpolitik_die_Zukunft_unserer_Kinder_kaputt_macht_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Man w&uuml;nschte Angela Merkel (CDU) eigene Kinder und ein paar Lenze weniger auf dem Buckel: Auf dass sie als alleinerziehende und soloselbstst&auml;ndige Kanzlerin in den Mittvierzigern sich und ihrem Nachwuchs Leben und Lernen in der Lockdown-Endlosschleife beibringen m&ouml;ge. Wie s&auml;he das aus? Die m&auml;chtige Staatsfrau kauert beim Herrschen am Kabinettstisch, w&auml;hrend sie nebenbei den Tagesworkload ihres T&ouml;chterchens der &uuml;berlasteten Moodle-Plattform abtrotzt. Oder sie verzweifelt sp&auml;t abends beim Zubettbringen des Sohnemanns, weil dessen Schlaf-Wach-Rhythmus vor lauter Homeschooling, Wechselunterricht und Zwangsquarant&auml;ne komplett zerr&uuml;ttet ist. Aber selbst dann, wenn das Einmaleins auch nach der hundertsten Wiederholung nicht sitzt, erl&ouml;st die Mutti der Nation sich und ihre Spr&ouml;sslinge selbstredend nicht &ndash; sondern verordnet die n&auml;chste Totalschulschlie&szlig;ung. <\/p><p>Was ist eigentlich aus dem Bekenntnis unserer Pandemiemanager geworden, die Lehranstalten bei k&uuml;nftigen Ma&szlig;nahmenversch&auml;rfungen zu schonen? Weil doch jungen Menschen weitere Zumutungen nicht zuzumuten w&auml;ren, von wegen Zukunft durch Bildung und so. Alles Schnee von gestern. Erreicht demn&auml;chst eine Stadt oder ein Landkreis die Sieben-Tage-Inzidenz von 165 &bdquo;Neuinfektionen&ldquo; auf 100.000 Einwohner, ist sofort wieder Schluss mit Pr&auml;senzbetrieb. So haben es am Mittwoch der Bundestag und tags darauf der Bundesrat mit dem &bdquo;Notbremsen&ldquo;-Gesetz verf&uuml;gt. Basta! Es gab mal ein Zeit, da wurde wenigstens dar&uuml;ber diskutiert, wie Eltern, von denen mithin beide berufst&auml;tig sind, das mit der Heimbeschulung eigentlich meistern sollen. Seit die Schulen, wie vielerorts in den vergangenen Wochen, wenigstens zur H&auml;lfte im Zwei-Tage-Takt unterrichten, h&ouml;rt man nichts mehr davon. Motto: Halbes Leid ist gar kein Leid. Mit Omas Hilfe, vielleicht ja schon geimpft, dazu Homeoffice und einem Schuss Kreativit&auml;t l&auml;sst sich das Kind schon schaukeln. Und wenn nicht, kann man seine Ausf&auml;lle immer noch beim &bdquo;Rettungspaketdienst&ldquo; von Peter Altmeier (CDU) geltend machen, mit reichlich Geduld und &Uuml;berbr&uuml;ckungskrediten.     <\/p><p><strong>Vier Monate &bdquo;Stubenarrest&ldquo;<\/strong><\/p><p>Aber um die Erwachsenen und ihre Sorgen soll es hier gar nicht gehen. Die Kleinen sind die viel gr&ouml;&szlig;eren Leidtragenden dessen, was sich f&auml;lschlich Krisenpolitik nennt und die Krise immer nur noch schlimmer macht. Es gab bis vor kurzem tats&auml;chlich Zehntausende Jugendliche in Deutschland, die &uuml;ber vier Monate lang, also ab dem zweiten harten Lockdown vom 19. Dezember, keinen Klassensaal von innen gesehen hatten. Zum Beispiel betrifft das die Mittelstufen in der Bundeshauptstadt, die erst dieser Tage nach Ende der Osterferien vom &bdquo;Stubenarrest&ldquo; befreit wurden. &bdquo;Boah krass! Total ungewohnt, wieder in der Schule zu sein&ldquo;, gab die &bdquo;Berliner Zeitung&ldquo; eine <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/lernen-arbeiten\/die-rueckkehr-der-mittelstufenschueler-ziemlich-andaechtig-bei-der-test-zeremonie-li.153759\">Sch&uuml;lerin aus Charlottenburg<\/a> wieder, die wohl nicht ahnte, dass ihr alsbald wieder &bdquo;Heimatknast&ldquo; droht. Berlins Inzidenz r&uuml;ckt der neuen K.o.-Latte schon wieder bedrohlich nahe. Vielleicht eine Woche noch, dann ist auch schon wieder Schluss mit leibhaftigen Lehrkr&auml;ften, Freunden, sozialem Lernen und Hoffnung. <\/p><p>Fast t&auml;glich melden sich Psychologen, Soziologen, Therapeuten, Kinder&auml;rzte und Sozialverb&auml;nde zu Wort, die vor schwerwiegenden Sch&auml;den bei Heranwachsenden infolge der anhaltenden Notstandssituation warnen. Diese litten unter <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/gesundheit\/coronavirus\/folgen-der-corona-pandemie-auch-kinder-sind-systemrelevant-17265356.html\">mannigfaltigen Krankheitsbildern<\/a> wie Angst-, Zwangs-, Essst&ouml;rungen, Depressionen, selbstverletzendes Verhalten. Dazu k&auml;men Kontaktverlust, Perspektivlosigkeit, vermehrt F&auml;lle von h&auml;uslicher Gewalt, Geschwisterkonflikte und Mobbingprobleme. In einem Interview mit &bdquo;Zeit-Online&ldquo; schlug dieser Tage die <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/schule\/2021-04\/kinder-corona-krise-armut-kinderaerztin-susanne-epplee\">Hamburger Kinder&auml;rztin<\/a> Susanne Eppl&eacute;e Alarm: &bdquo;Wir sehen Kinder, die unter Angstzust&auml;nden und Depressionen leiden, die nur noch im Bett der Eltern schlafen, einn&auml;ssen oder nicht einschlafen k&ouml;nnen.&ldquo; Manche h&auml;tten Schmerzen ohne organische Ursachen, andere litten unter Panikattacken und immer mehr w&auml;ren mediens&uuml;chtig und aggressiv. In einem Fall h&auml;tten Eltern eines Jungen das WLAN abgestellt, worauf dieser die Zimmert&uuml;r zertr&uuml;mmert habe, ein anderer Junge &bdquo;ist mit dem K&uuml;chenmesser auf seine Schwester losgegangen&ldquo;. <\/p><p><strong>Lachen verlernt <\/strong><\/p><p>Was ist von Regierenden zu halten, die das schulterzuckend hinnehmen, sofern sie es &uuml;berhaupt zur Kenntnis nehmen? Wollen sie weiterhin das Leben der &bdquo;Alten&ldquo; damit retten, dass die J&uuml;ngsten vor die Hunde gehen? Das Kinderspital Z&uuml;rich hat 2020 <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/news\/schweiz\/corona-jahr-2020-deutlich-mehr-suizidversuche-bei-jugendlichen\">mehr als doppelt so viele Suizidversuche<\/a> bei Kindern und Jugendlichen registriert als 2019. Damals waren es 22, im ersten Pandemiejahr 49. Allein bis Ostern kamen 21 F&auml;lle hinzu. In einer Gesellschaft unter Dauerstress vergeht Kindern buchst&auml;blich das Lachen. &bdquo;Grundlegende Kompetenzen wie Freundschaft, Austausch mit anderen und auch Heiterkeit werden derzeit nicht mehr gelernt&ldquo;, mahnt der Regensburger <a href=\"https:\/\/www.rtl.de\/cms\/kinderpsychologe-schlaegt-alarm-kinder-haben-angst-die-oma-zu-infizieren-4745698.html\">Kinderpsychologe Alfred Leurpendeur<\/a>. Manche trauten sich nicht mehr, die Maske abzunehmen aus Angst, sich zu infizieren und am Ende schuld am Tod der eigenen Oma zu sein. <\/p><p>Man erinnert sich an das sogenannte <a href=\"https:\/\/fragdenstaat.de\/blog\/2020\/04\/01\/strategiepapier-des-innenministeriums-corona-szenarien\/\">Panikpapier<\/a> aus dem Bundesinnenministerium, das vor dem ersten Lockdown die Runde machte. Der darin evozierte Horror, Kinder k&ouml;nnten ihre Gro&szlig;eltern aus Nachl&auml;ssigkeit um die Ecke bringen, hat sich augenscheinlich in den K&ouml;pfen eingenistet. Auftrag erf&uuml;llt! Klopft sich Horst Seehofer (CSU) deshalb selbst auf die Schulter? In einem <a href=\"https:\/\/www.initiativefamilien.de\/aktuelles\/offener-brief-an-die-bundeskanzlerin-die-ministerpraesidenten-und-praesidentinnen-der-laender-und-die-bundestagsabgeordneten\/\">offenen Brief<\/a> haben dieser Tage unter dem Dach der &bdquo;Initiative Familie&ldquo; (if) namhafte P&auml;diater, Psychologen und Virologen an die Bundesregierung appelliert. Das Hin und Her beim Infektionsschutz d&uuml;rfe nicht l&auml;nger auf dem R&uuml;cken der Kinder ausgetragen werden, hei&szlig;t es darin und weiter: Die Solidarit&auml;t, die man Heranwachsenden seit Monaten abverlange, &bdquo;geht auf Kosten ihrer Bildungs- und Entwicklungschancen, ihrer psychischen Gesundheit und ihrer k&ouml;rperlichen Unversehrtheit&ldquo;. Ausdr&uuml;cklich wenden sich die Verfasser &bdquo;gegen jede Art von automatischen Einschr&auml;nkungen des Regelbetriebs in Schulen und Kitas sowie Gruppensportverbote in Abh&auml;ngigkeit von Meldeinzidenzen im Infektionsschutzgesetz&ldquo;. <\/p><p><strong>Positive ins &bdquo;Kittchen&ldquo; <\/strong><\/p><p>Dabei verweisen sie auf eine Reihe an Studien, die gegen das aktuell hoch im Kurs befindliche Narrativ sprechen, die Lernfabriken w&auml;ren gemeingef&auml;hrliche Virusfabriken. Wer wie zum Beispiel &bdquo;Spiegel-Online&ldquo; von &bdquo;explodierenden Inzidenzen&ldquo; schreibt, sollte nicht davon schweigen, dass dies angesichts der in den Schulen inzwischen gro&szlig;fl&auml;chig vorgenommenen Schnelltests keine &Uuml;berraschung ist. Nat&uuml;rlich schie&szlig;en damit die sogenannten Fallzahlen in die H&ouml;he. Es soll ja gerade der Sinn der Massentesterei sein, die Dunkelziffer der unerkannten &bdquo;Infektionen&ldquo; ans Licht zu bef&ouml;rdern. Und prompt testen sich die Menschen haufenweise mit den bei jedem Discounter zu habenden Testkits und verl&auml;ngern damit nur den Notstand. Wollte die Politik mit der Testpflicht an Schulen nicht daf&uuml;r sorgen, dass sie &ouml;ffnen und ge&ouml;ffnet bleiben k&ouml;nnen? Denkste! Die Ma&szlig;nahme ist der Hebel, sie wieder dicht zu machen, und Millionen Sch&uuml;lernasen helfen mit. Zumal die Popelei ab heutigem Montag dank &bdquo;Notbremse&ldquo; bundesweit zur Pflicht wird und etwa das hessische Kultusministerium bei Zuwiderhandlung mit <a href=\"https:\/\/de.rt.com\/inland\/116442-corona-testpflicht-an-schulen-schulamt-droht-bei-verweigerung-mit-kindesentzug\/\">Kindesentzug<\/a> droht (kein Witz).  <\/p><p>Dabei ist nicht einmal Deutschlands Starvirologe und Regierungsberater Christian Drosten restlos &uuml;berzeugt vom schulischen Gro&szlig;man&ouml;ver. &bdquo;Die Schnelltests schlagen erst am <a href=\"https:\/\/www.rnd.de\/gesundheit\/drosten-halt-schnelltests-fur-unsicher-empfiehlt-aber-weiteren-einsatz-7RR7BZP7VFAUTGZ3TKSXG3CGUE.html\">Tag eins nach Symptombeginn<\/a> an, da ist man aber schon drei Tage lang infekti&ouml;s&ldquo;, beschied er zuletzt in seinem NDR-Podcast. Was bedeutet: Die sogenannten Pr&auml;symptomatischen, Drostens gro&szlig;e Sorgenkinder, lassen sich mit der Methode gar nicht aufsp&uuml;ren. &bdquo;Wenn man davon ausgeht, dass eine infizierte Person in der Regel acht Tage lang ansteckend ist, hei&szlig;t das: An f&uuml;nf von acht Tagen entdecke ich mit dem Antigentest eine Infektion, an drei Tagen werde ich sie &uuml;bersehen.&ldquo; Wozu dann der ganze Aufriss? Eigentlich sollte es dann doch gen&uuml;gen, auf die Eltern zu vertrauen, dass die ihre Kinder zu Hause lassen, wenn die morgens schniefend und hustend aus dem Bett steigen. <\/p><p><strong>Testlotterie <\/strong><\/p><p>Die versammelte Zunft der Kinder&auml;rzte hat weitere Bedenken. Es sei zu erwarten, &bdquo;dass die Zahl falsch negativer und falsch positiver Ergebnisse inakzeptabel hoch sein und weit mehr Schaden als Nutzen&ldquo; mit sich bringen werde, warnten <a href=\"https:\/\/www.bvkj.de\/politik-und-presse\/nachrichten\/130-2021-02-28-teststrategien-zur-covid-diagnostik-in-schulen\">mehrere Verb&auml;nde<\/a> schon Ende Februar. Dazu k&auml;me das &bdquo;Potenzial gro&szlig;er pr&auml;analytischer Fehler in der Probenentnahme&ldquo;. &Auml;hnlich argumentierte Anfang M&auml;rz das Kompetenznetz Public Health Covid-19 in einer <a href=\"https:\/\/www.public-health-covid19.de\/images\/2021\/Ergebnisse\/210302_Kompetenznetz_Schnellteststrategie_final2.pdf\">Stellungnahme<\/a>. Der Anteil sogenannter falsch negativer Testergebnisse variiere bei je nach G&uuml;te der Tests zwischen f&uuml;nf und 20 Prozent, liest man da. &bdquo;Der Anteil derjenigen, die bei einem positiven Testergebnis auch tats&auml;chlich infiziert seien, k&ouml;nne bei Kindern und Personen ohne Symptome deutlich niedriger ausfallen.&ldquo;<\/p><p>Vielleicht br&auml;uchte es mehr Eltern der Sorte, die wie in Nordrhein-Westfalen wegen des Testzwangs Krach schlagen und bis vors Oberlandesgericht gezogen sind. Sie wehren sich gegen Datenschutzverst&ouml;&szlig;e, Eingriffe in die k&ouml;rperliche Unversehrtheit von Kindern und beklagen <a href=\"https:\/\/www.owl24.de\/bielefeld\/bielefeld-nrw-coronavirus-testpflicht-an-grundschule-gegenwehr-demo-protest-mutter-kinder-schueler-90462046.html\">Mobbingprobleme<\/a>. Es gibt offenbar geh&auml;uft F&auml;lle, in denen als &bdquo;positiv&ldquo; Geoutete stigmatisiert werden. Manch ein Schuldirektor ist dabei wohl nicht ganz unbeteiligt. Der Autor dieses Artikels wei&szlig; von einem Gymnasium in Rheinland-Pfalz, das eine Art Isoliertrakt aus mehreren winzigen Kabinen errichtet hat. Darin m&uuml;ssen positiv Getestete in Schutzanzug das Eintreffen der &bdquo;Gesundheitspolizei&ldquo; zwecks Nachtestung abwarten, um sich danach von ihren Eltern &bdquo;abf&uuml;hren&ldquo; zu lassen. <\/p><p>Man fragt sich, ob bei solchen Vorkehrungen wirklich P&auml;dagogen am Werk sind. <\/p><p><strong>Daddeln statt Lernen <\/strong><\/p><p>Aber P&auml;dagogik und Bildung werden ohnedies kleingeschrieben in Pandemiezeiten. Das M&uuml;nchner Institut f&uuml;r Wirtschaftsforschung (ifo) hat aktuell vorgerechnet, dass Kinder und Jugendliche im zweiten Lockdown <a href=\"https:\/\/www.ifo.de\/node\/62918\">t&auml;glich drei Stunden weniger<\/a> mit Schulaufgaben besch&auml;ftigt waren als an einem &uuml;blichen Schultag vor Corona. In den ersten Wochen dieses Jahres wurden daf&uuml;r im Schnitt 4,3 Stunden pro Tag aufgewendet. Fast ein Viertel der f&uuml;r die Studie befragten Eltern gab an, ihr Nachwuchs h&auml;tte nicht mehr als zwei Stunden mit Lernen verbracht. Gefragter waren dagegen Fernsehen, Computerspiele und das Smartphone. In den Medienkonsum wurden im Durchschnitt 4,6 Stunden investiert. Sieht so die sch&ouml;ne neue digitale Lernwelt aus? Nach Ansicht von Experten haben sich die ohnedies eklatanten Ungerechtigkeiten im deutschen Bildungssystem durch die Wochen und Monate im Homeschooling noch einmal versch&auml;rft. Insbesondere Kinder aus Migrantenfamilien und &bdquo;bildungsfernen&ldquo; Haushalten wurden noch weiter abgeh&auml;ngt.  <\/p><p>Schlimm ist, dass ausgerechnet die Bildungsverb&auml;nde und Lehrergewerkschaften, die sonst gro&szlig;e Reden gegen Bildungsarmut schwingen, seit &uuml;ber einem Jahr als B&uuml;ndnispartner von Kindern und Jugendlichen ausfallen. F&uuml;r die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), den Verband Bildung und Erziehung (VBE) oder den Deutschen Lehrerverband (DL) gibt es seit den Anf&auml;ngen von Corona nur eine Gruppe an &bdquo;Schutzbefohlenen&ldquo;: die versammelte Lehrerschaft. Geht es um die Abw&auml;gung zwischen dem Gesundheitsschutz f&uuml;r P&auml;dagogen und den Bildungsbed&uuml;rfnissen junger Menschen, ziehen Letztere stets den K&uuml;rzeren. Wobei dem ein Missverst&auml;ndnis zugrunde liegt, auf das auch die &bdquo;Initiative Familie&ldquo; in ihrem Offenen Brief hingewiesen hat. Ausbr&uuml;che in Schulen oder Kitas seien &bdquo;in aller Regel klein&ldquo; und das Personal habe gegen&uuml;ber anderen Berufsgruppen kein erh&ouml;htes Ansteckungsrisiko. Hingegen sei die Wahrscheinlichkeit bei Lehrern &bdquo;sehr viel h&ouml;her als bei Kindern, dass sie Ausgangspunkt von Ansteckungen in Schulen sind&ldquo;. Die Verantwortlichen bei GEW, DL oder dem Deutschen Realschulverband (VDR) haben eine andere Sicht der Dinge und fordern unisono: &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.gew.de\/presse\/pressemitteilungen\/detailseite\/neuigkeiten\/gew-fernunterricht-fuer-schulen-ab-inzidenzwert-100\/\">Fernunterricht f&uuml;r Schulen ab Inzidenzwert 100<\/a>&ldquo;.<\/p><p><strong>0,00002 Prozent Lebensgefahr <\/strong><\/p><p>Wie sehr das Hantieren mit Inzidenzwerten wissenschaftlicher Evidenz entbehrt, haben die NachDenkSeiten zuletzt <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=71008\">hier<\/a> problematisiert. Weder werden die Zahlen in Relation zur Menge der Tests gestellt, noch lokale Spezifika des Infektionsgeschehens ber&uuml;cksichtigt, also die Frage, ob die F&auml;lle in Clustern aufgetreten sind oder in der Breite der Bev&ouml;lkerung. Um sich ein Bild von der &bdquo;Gef&auml;hrdungslage&ldquo; an Schulen zu machen, hilft eine neuere <a href=\"https:\/\/dgpi.de\/stellungnahme-dgpi-dgkh-hospitalisierung-und-sterblichkeit-von-covid-19-bei-kindern-in-deutschland-18-04-2021\/\">Ver&ouml;ffentlichung<\/a> der Deutschen Gesellschaft f&uuml;r p&auml;diatrische Infektiologie (DGPI) weiter. Seit Mitte M&auml;rz erfasst der Verband in einem Register, wie viele junge Menschen mit Corona-Infektionen in den Kinderkliniken bundesweit station&auml;r behandelt werden. Am 11. April waren es 1.259, wovon 62 intensivmedizinisch versorgt wurden. Verzeichnet sind acht Todesf&auml;lle, davon sind vier auf Covid-19 zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Im Vergleich dazu sind 2019 neun Kinder an Influenza und 55 bei einem Verkehrsunfall verstorben. <\/p><p>Bezogen auf rund 14 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland betrage die Gefahr, einem Corona-Befall zu erliegen, unter &bdquo;0,00002 Prozent&ldquo;. Daraus schlie&szlig;t die DGPI: &bdquo;Die weiterhin bestehende extreme Seltenheit eines schweren oder gar t&ouml;dlichen Verlaufes von SARS-CoV-2 bei Kindern und Jugendlichen ist nicht geeignet, als Argument f&uuml;r Schul- und Kita-Schlie&szlig;ungen benutzt zu werden. Nur die verbleibende Behauptung, dass zwischen den Infektionen bei Kindern und Jugendlichen und der &Uuml;berlastung der Intensivstationen und den schweren und t&ouml;dlichen Verl&auml;ufen bei &auml;lteren Erwachsenen ein Zusammenhang bestehe, k&ouml;nnte Kita- und Schulschlie&szlig;ungen rechtfertigen. Daten, die diese These best&auml;tigen, fehlen allerdings.&ldquo;<\/p><p><strong>Zwei Milliarden Euro und alles wird gut <\/strong><\/p><p>Dass sich das ganze Desaster f&uuml;r die junge Generation mit zwei Milliarden Euro vergessen machen l&auml;sst, muss auch erst noch bewiesen werden. Diesen Betrag will die Bundesregierung f&uuml;r ihr Programm <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/news\/giffey-bundesregierung-will-nachhilfe-milliarde-fuer-schueler-verdoppeln-li.154231\">&bdquo;Aufholen nach Corona&ldquo;<\/a> in die Hand nehmen. Damit werde versucht, entstandene Bildungsl&uuml;cken, Lernr&uuml;ckst&auml;nde, ausgefallene Sprachschulungen oder psychologische Probleme zu kompensieren, verk&uuml;ndete am Dienstag Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD). Teile des Geldes sollen au&szlig;erdem in Familienfreizeiten und die Schulsozialarbeit flie&szlig;en. <\/p><p>Zur Einordnung: Der &bdquo;Kooperationsverbund Schulsozialarbeit&ldquo; hatte schon 2015 einen Ausbau des Instruments in der Gr&ouml;&szlig;enordnung von allein <a href=\"https:\/\/www.gew.de\/presse\/pressemitteilungen\/detailseite\/neuigkeiten\/kooperationsverbund-schulsozialarbeit-systematisch-ausbauen-und-professionell-etablieren\/\">3,6 Milliarden Euro<\/a> j&auml;hrlich und die Schaffung 62.000 neuer Stellen gefordert. Derzeit sind gerade einmal 10.000 Schulsozialarbeiter in Deutschland t&auml;tig. Sie agieren als Reparateure eines &bdquo;Dauernotfallbetriebs&ldquo; auf Sparflamme, in dem sich wegen des seit Jahren grassierenden P&auml;dagogenmangels immer mehr Quer- und Seiteneinsteiger ohne echte Lehrbef&auml;higung tummeln. <\/p><p><strong>Nachhilfe nach Heuschreckenart <\/strong><\/p><p>Der allgemeine Qualit&auml;ts- und Niveauabfall freut dabei vor allem Nachhilfeanbieter wie die Sch&uuml;lerhilfe und die Studienkreis-Gruppe, die sich beide im Besitz von Private-Equity-Gesellschaften befinden. Man muss kein Prophet sein, um zu ahnen, wer von den &bdquo;Corona-Nachhilfen&ldquo; am meisten profitieren wird. Die Wolfgang-Amadeus-Mozart-Schule in Berlin-Marzahn bittet schon heute unter dem Motto <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/bildung\/berlin-schule-will-fuer-corona-nachhilfe-samstags-oeffnen-a-7a96b46a-1645-4cda-b590-3e75d64e8b57\">&bdquo;Aufholen statt Wiederholen&ldquo;<\/a> jeden Samstag zum freiwilligen Nachsitzen. Zahlmeister ist der Senat und Zahlungsempf&auml;nger der Bochumer Studienkreis, der das Lehrpersonal stellt. Dazu passend verschafft sich das Unternehmen derzeit mit einer Kampagne f&uuml;r &bdquo;Online-Crashkurse mit &sbquo;echten&lsquo; Nachhilfelehrern&ldquo; gute Presse. F&uuml;rs Erste gibt`s die Hilfe &bdquo;kostenlos&ldquo; &ndash; wegen der akuten Corona-N&ouml;te. Bei &bdquo;bleibenden Sch&auml;den&ldquo; wird dann freilich abkassiert.  <\/p><p>Vor ernsten Folgen warnte am Dienstag auch Unicef-Schirmherrin Elke B&uuml;denbender. &bdquo;Die jungen Menschen in Deutschland haben in der Pandemie gro&szlig;e Solidarit&auml;t bewiesen&ldquo;, &auml;u&szlig;erte sie bei der Vorstellung des <a href=\"https:\/\/www.unicef.de\/informieren\/aktuelles\/presse\/2021\/bericht-kinder-in-deutschland-2021\/239708\">&bdquo;Berichts zur Lage der Kinder in Deutschland 2021&ldquo;<\/a>. Ihr Appell: &bdquo;Jetzt m&uuml;ssen wir &Auml;lteren Solidarit&auml;t mit den J&uuml;ngeren zeigen und uns aktiv f&uuml;r ihre Interessen bei der weiteren Bew&auml;ltigung der Pandemie einsetzen.&ldquo; Vielleicht sollte B&uuml;denbender damit mal bei ihrem Gatten vorstellig werden. Als amtierender Bundespr&auml;sident hat der am Donnerstag das Gesetz zum Schulknockout mit seiner Unterschrift besiegelt. <\/p><p><em>Bitte beachten Sie bei diesem Thema auch das von den NachDenkSeiten unterst&uuml;tzte aktuelle <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=71663\">Forum f&uuml;r Eltern, Lehrer und Sch&uuml;ler<\/a>.<\/em><\/p><p>Titelbild: Suchawalun Sukjit\/shutterstock.com<\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/540d100d17364f9884346a25bbfa7f98\" alt=\"\" title=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei einer Inzidenz von 165 machen die Schulen im Lande wieder dicht. So steht es im &bdquo;Notbremsen&ldquo;-Gesetz der Bundesregierung. Damit auch ja keine Lehranstalt unter Wert bleibt, werden Schnelltests zur Verpflichtung und muss sich jedes Kind zweimal w&ouml;chentlich die Nasenschleimhaut traktieren. F&uuml;r P&auml;diater, Psychologen und Soziologen ist das ein Instrument mehr im Corona-Panikorchester, das massenhaft<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=71880\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":71881,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,151,167,149],"tags":[2625,2857,1756,2808,2834,3050],"class_list":["post-71880","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-bildungspolitik","category-familienpolitik","category-gesundheitspolitik","tag-home-office","tag-lockdown","tag-nachhilfe","tag-paedagogen","tag-virenerkrankung","tag-virentest"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/shutterstock_1730818399-1.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/71880","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=71880"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/71880\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":71928,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/71880\/revisions\/71928"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/71881"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=71880"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=71880"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=71880"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}