{"id":71919,"date":"2021-04-27T09:00:47","date_gmt":"2021-04-27T07:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=71919"},"modified":"2021-04-27T11:34:46","modified_gmt":"2021-04-27T09:34:46","slug":"der-bundestag-und-die-kriegsgefahr-in-der-ost-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=71919","title":{"rendered":"Der Bundestag und die Kriegsgefahr in der Ost-Ukraine"},"content":{"rendered":"<p>Der russische Verteidigungsminister Sergej Schojgu hat die Man&ouml;ver an der russisch-ukrainischen Grenze am 22. April zwar f&uuml;r beendet erkl&auml;rt, doch unter russischen Spitzenbeamten und Politologen mehren sich die Stimmen, die Kiew mit einer schnellen und harten Ma&szlig;nahme drohen, sollte die ukrainische Armee die Volksrepubliken Donezk und Lugansk angreifen.  Ebenfalls am 22. April gab es im Bundestag eine &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/dokumente\/textarchiv\/2021\/kw16-de-aktuelle-stunde-ostukraine-835972\">Aktuelle Stunde<\/a>&ldquo; zum Thema &bdquo;Wachsende Gefahr einer Eskalation in der Ostukraine&ldquo; . Die Redner von SPD, CDU\/CSU, FDP und Die Gr&uuml;nen waren sich einig: In scharfen Worten verurteilte man &bdquo;die Eskalation von Seiten Russlands&ldquo; in der Ost-Ukraine und forderte &bdquo;Solidarit&auml;t mit der Ukraine&ldquo;. Vertreter von Die LINKE und AfD machten bei dieser Einseitigkeit nicht mit und setzten eigene Akzente. Von <strong>Ulrich Heyden<\/strong>, Moskau.<br>\n<!--more--><br>\nSchon in der <a href=\"https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/de\/newsroom\/roth-bt-ostukraine\/2455702\">einleitenden Rede<\/a> von Michael Roth (SPD), Staatssekret&auml;r im Ausw&auml;rtigen Amt, gab es w&uuml;stes Gepolter gegen Russland:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die russische F&uuml;hrung tritt zunehmend aggressiv auf, betreibt insbesondere gegen Deutschland &uuml;ble Desinformationskampagnen, setzt den kritischen Teil der russischen Zivilgesellschaft massiv unter Druck und destabilisiert eine gesamte Region.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Die Sprecher der Parteien lasen mit k&uuml;nstlich verst&auml;rktem Stimmeinsatz ihre Reden vom Blatt. Das Ganze hatte etwas vom Hornberger Schie&szlig;en. Denn eineinhalb Stunden vor der Bundestagsdebatte wurde &uuml;ber russische Agenturen <a href=\"https:\/\/ria.ru\/20210422\/proverka-1729461998.html\">bekannt<\/a>, dass der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu die russischen Milit&auml;r&uuml;bungen entlang der russisch-ukrainischen Grenze f&uuml;r &bdquo;erfolgreich abgeschlossen&ldquo; erkl&auml;rt hatte. <\/p><p>Bis zum 1. Mai w&uuml;rden die Einheiten in ihre Kasernen zur&uuml;ckkehren, so der russische Verteidigungsminister. Schoigu erkl&auml;rte, &bdquo;ich meine, dass die Ziele der pl&ouml;tzlichen Pr&uuml;fung vollst&auml;ndig erreicht wurden. Die Streitkr&auml;fte demonstrierten ihre F&auml;higkeit der sicheren Verteidigung des Landes.&ldquo; Die russischen Streitkr&auml;fte reagieren &bdquo;auf alle Ver&auml;nderungen der Lage nahe der russischen Grenze.&ldquo;<\/p><p><strong>Niemand sagte etwas zum Boykott des Minsker Abkommens durch die Ukraine<\/strong><\/p><p>Auff&auml;llig war, dass keiner der Redner in der Bundestagsdebatte auf die Einzelheiten des Minsker Abkommens einging. So ersparten es sich die Redner, fair zu analysieren, wer das Minsker Abkommen seit 2015 konsequent boykottiert. Bis heute hat die Ukraine &ndash; wie im Abkommen vorgesehen &ndash; nicht ihre Verfassung dahingehend ge&auml;ndert, Donezk und Lugansk einen Autonomie-Status zu erm&ouml;glichen. Auch eine Amnestie f&uuml;r B&uuml;rger der Volksrepubliken hat die Ukraine bis heute nicht beschlossen. <\/p><p>Doch das Schlimmste ist, dass f&uuml;hrende Politiker der Ukraine die &bdquo;N&uuml;tzlichkeit&ldquo; des Abkommens von Minsk f&uuml;r die Ukraine &ouml;ffentlich infrage stellen und seit Monaten zus&auml;tzliche Forderungen stellen. So will Kiew durchsetzen, dass die Wahlen in den Gebieten um Donezk und Lugansk erst stattfinden, nachdem ukrainische Grenzbeamte die Kontrolle der Grenze zwischen Russland und den abtr&uuml;nnigen Gebieten &uuml;bernommen haben. Im Minsker Abkommen steht, dass die Wahlen vor der &Uuml;bernahme der Grenzkontrolle durch die Ukraine stattfinden sollen. <\/p><p>Was in der &bdquo;Aktuellen Stunde&ldquo; im Bundestag au&szlig;erdem nicht zur Sprache kam, war der ukrainische Milit&auml;raufmarsch im Donbass und die zunehmenden Beschie&szlig;ungen der Volksrepubliken. Unterdessen wurde bekannt, dass die Ukraine seit dem 23. April n&ouml;rdlich der Krim, im ukrainischen Cherson-Gebiet, eine <a href=\"https:\/\/korrespondent.net\/ukraine\/4351256-vozle-kryma-prokhodiat-uchenyia-pvo\">Milit&auml;r&uuml;bung durchf&uuml;hrt<\/a>.<\/p><p><strong>Welche Strategie hat die ukrainische Milit&auml;rf&uuml;hrung?<\/strong><\/p><p>Am 25. M&auml;rz billigte Pr&auml;sident Wolodymir Selenski die <a href=\"https:\/\/www.president.gov.ua\/documents\/1212021-37661\">neue ukrainische Milit&auml;rdoktrin<\/a>. In dem Dokument hei&szlig;t es, die Ukraine habe nicht genug Geld, um mit Russland eine milit&auml;rische Kr&auml;fte-Parit&auml;t zu erreichen. Alle Hoffnungen l&auml;gen auf der Hilfe durch Nato-L&auml;nder. <\/p><p>Der Einsatz der Armee seit gerechtfertigt, wenn es &bdquo;einen von au&szlig;erhalb provozierten und unterst&uuml;tzten milit&auml;rischen Konflikt auf dem Territorium der Ukraine gibt&ldquo;, hei&szlig;t es in dem Dokument.<\/p><p>Nach dieser Logik w&auml;re ein Angriff der ukrainischen Armee auf die Volksrepubliken schon jetzt gerechtfertigt. Nach Kiewer Lesart handelt es sich bei den Volksrepubliken ja um von Moskau initiierte Gr&uuml;ndungen und nicht um Konstrukte, die sich nach einem Aufstand der &ouml;rtlichen Bev&ouml;lkerung gegen das nationalistische Regime in Kiew bildeten. <\/p><p>In dem Dokument hei&szlig;t es: Ein Krieg auf ukrainischem Territorium werde beendet &bdquo;durch die Beteiligung der internationalen Gemeinschaft unter f&uuml;r die Ukraine g&uuml;nstigen Bedingungen&ldquo;. Kiews milit&auml;rische Strategie ist darauf ausgerichtet, westliche Staaten in den Konflikt mit Russland hineinzuziehen. <\/p><p>Der Erfolg der ukrainischen Strategie h&auml;nge ab &bdquo;von der politischen, wirtschaftlichen und milit&auml;rischen Unterst&uuml;tzung der Ukraine durch die internationale Gemeinschaft in der geopolitischen Auseinandersetzung mit der Russischen F&ouml;deration.&ldquo; Kiew sei auch bereit zu k&auml;mpfen, &bdquo;wenn die Ukraine in einen internationalen milit&auml;rischen Konflikt, insbesondere zwischen Staaten mit Nuklearwaffen&ldquo;, ger&auml;t.<\/p><p><strong>Moskau droht mit schnellem, hartem Vorgehen bei Angriff auf Volksrepubliken<\/strong><\/p><p>Obwohl die russischen Milit&auml;rman&ouml;ver offiziell beendet sind, ist die Lage zwischen der Ukraine und Russland weiterhin angespannt und kann sich jederzeit zu einem milit&auml;rischen Konflikt zwischen den beiden Staaten entwickeln. <\/p><p>Dass die Geduld Moskaus mit Kiew allm&auml;hlich zu Ende geht, zeigen die Erkl&auml;rungen russischer Spitzenbeamter und Politologen in den letzten Wochen. <\/p><p>Am 8. April hatte der stellvertretende Leiter der russischen Pr&auml;sidialverwaltung, Dmitri Kosak, <a href=\"https:\/\/www.kommersant.ru\/doc\/4762951?query=%D0%BA%D0%BE%D0%B7%D0%B0%D0%BA\">erkl&auml;rt<\/a>, wenn Kiew die Kriegshandlungen im Donbass aufnehme, sei das &bdquo;der Anfang vom Ende&ldquo; f&uuml;r die Ukraine. Russland sei in diesem Fall gezwungen, seine B&uuml;rger zu sch&uuml;tzen. <\/p><p>Bis Februar 2021 hatten mehr als 600.000 Einwohner der Volksrepubliken russische P&auml;sse erhalten. <\/p><p>Der russische Pr&auml;sident Wladimir Putin erkl&auml;rte am 21. April in seiner Rede vor der F&ouml;deralen Versammlung zum Verh&auml;ltnis Russlands zum Westen, wenn &bdquo;eine rote Linie &uuml;berschritten wird, die wir selbst festlegen, wird die Antwort asymmetrisch, schnell und hart sein&ldquo;. <\/p><p>Auf die Realit&auml;t in der Ost-Ukraine &uuml;bertragen, bedeuten diese Worte mindestens die Anerkennung der Volksrepubliken Donezk und Lugansk durch Russland, worauf vermutlich eine Eingliederung der beiden Subjekte in die Russische F&ouml;deration folgen wird. <\/p><p>Nicht auszuschlie&szlig;en w&auml;re bei einem gr&ouml;&szlig;eren Konflikt auch ein Vorsto&szlig;en der russischen Streitkr&auml;fte in weitere s&uuml;d&ouml;stliche Gebiete der Ukraine. &Auml;hnlich hatten die russischen Streitkr&auml;fte 2008 im georgisch-russischen Krieg um die abtr&uuml;nnige georgische Provinz S&uuml;dossetien agiert. Russische Panzer waren damals bis kurz vor Tbilissi gekommen, waren dann aber umgekehrt. Die seit 1991 abtr&uuml;nnigen georgischen Provinzen S&uuml;dossetien und Abchasien erkannte Russland 2008 als unabh&auml;ngige Staaten an. <\/p><p>Deutsche Politiker erregen sich &uuml;ber die &bdquo;Selbsterm&auml;chtigung&ldquo; und das Ignorieren internationaler Vereinbarungen durch den russischen Pr&auml;sidenten. &Uuml;ber das Verhalten der USA und ihrer westlichen Verb&uuml;ndeten wird dagegen stillschweigend hinweggegangen. <\/p><p>Wenn man &uuml;ber Selbsterm&auml;chtigung spricht, dann m&uuml;sste man zuerst die USA nennen, die seit 2001 Schritt f&uuml;r Schritt alle R&uuml;stungskontrollvertr&auml;ge aufk&uuml;ndigte, die Nato nach Osten ausdehnte und den Staatsstreich in Kiew politisch unterst&uuml;tzte.  <\/p><p>Es gibt in Russland auch Stimmen, die ein schnelles Zuschlagen in der Ukraine fordern, weil die Situation jetzt noch strategisch g&uuml;nstig sei. So empfiehlt etwa der russische Politologe und Ukraine-Experte Rostislaw Istschenko <a href=\"https:\/\/ukraina.ru\/opinion\/20210424\/1031228888.html\">in einer Analyse<\/a>, nicht lange zu warten, sondern jetzt milit&auml;risch zu handeln. &bdquo;Solange die Ukraine existiert &ndash; so lange gibt es ein Aufmarschgebiet f&uuml;r antirussische Provokationen.&ldquo; &bdquo;Fr&uuml;her oder sp&auml;ter&ldquo; w&uuml;rden die USA &bdquo;Kiew zwingen, gegen Russland zu k&auml;mpfen&ldquo;, aber dann werde &bdquo;die Situation f&uuml;r Russland nicht so g&uuml;nstig sein wie jetzt&ldquo;. <\/p><p>Ziel der von den USA gesteuerten Provokationen in der Ukraine sei der Stopp von North Stream 2. <\/p><p><strong>Die LINKE &ndash; nicht kalt, nicht hei&szlig;<\/strong><\/p><p>Was mich an der Rede von Heike H&auml;nsel (Die Linke) in der &bdquo;Aktuellen Stunde&ldquo; wunderte, war Folgendes: Gleich im ersten Satz ihrer Rede forderte die Abgeordnete im Namen ihrer Partei den R&uuml;ckzug der Truppen von beiden Seiten der Grenze, also auch der russischen Truppen, die sich auf russischem Territorium befinden. <\/p><p>Ist das nicht Merkel &bdquo;light&ldquo;? Die Bundeskanzlerin <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/article\/russland-putin-merkel-idDEKBN2BV1QR\">forderte<\/a> am 8. April in einem Telefongespr&auml;ch mit Wladimir Putin den Abzug der russischen Truppen im Bereich der russischen Grenze, womit ja unterstellt wird, Russland heize den Konflikt mit Truppenverlegungen auf dem eigenen Gebiet an.<\/p><p>Ist etwa auch die Partei Die LINKE der Meinung, dass Russland mit Truppenbewegungen auf dem eigenen Gebiet den Konflikt im Donbass sch&uuml;rt? <\/p><p>Die Forderung vom Truppenabzug auf beiden Seiten vernebelt, worum es im Donbass geht: Um eine von der ukrainischen Armee seit Februar 2021 ausgehende Eskalation gegen die Volksrepubliken und eine Reaktion von russischer Seite, die Truppen konzentriert, f&uuml;r den Fall, dass die Ukraine in den Volksrepubliken einmarschiert. <\/p><p><strong>Ukrainische Milit&auml;rf&uuml;hrung bereitet Angriff vor<\/strong><\/p><p>Dass sich Kiew auf einen Einmarsch in die Volksrepubliken vorbereitet, wurde vom ukrainischen Oberbefehlshaber Ruslan&nbsp;Chomtschak am 30. M&auml;rz in einem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=9BJhZ6YHse0\">Interview<\/a> mit der Journalistin Alesija Bazman ohne Umschweife verk&uuml;ndet.&nbsp;Chomtschak erkl&auml;rte:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Nat&uuml;rlich bereiten wir uns auf einen Angriff vor. Wir haben Erfahrung in der F&uuml;hrung des Krieges im Osten der Ukraine.&ldquo; Weiter sagt Chomtschak, &bdquo;wenn wir heute gegen die k&auml;mpfen, die dort sind, dann haben wir nat&uuml;rlich viele Chancen, die Ziele zu erreichen. Wir wissen, wer gegen uns k&auml;mpfen wird. Wir haben das 2014 gesehen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Staatsminister Michael Roth verschwieg die aggressiven Absichten der Ukraine gegen die Volksrepubliken in seiner Bundestagsrede komplett. Stattdessen bezeichnete der Staatssekret&auml;r Russland als den Alleinschuldigen an der gef&auml;hrlichen Lage. Roth erkl&auml;rte:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Es gibt keine Hinweise auf ukrainische Planungen f&uuml;r eine Offensive gegen&uuml;ber den abtr&uuml;nnigen Gebieten im Donbass. Ukrainische Regierungsvertreter, aber auch der Generalstabschef, haben wiederholt klargestellt: Die Ukraine plant keine milit&auml;rischen Aktionen, sondern sie arbeitet weiter an einer diplomatischen L&ouml;sung des Konflikts.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Doch das Gegenteil ist der Fall. Der Oberkommandierende der ukrainischen Streitkr&auml;fte hatte am 30. M&auml;rz in dem erw&auml;hnten Interview gesagt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die ukrainischen Streitkr&auml;fte bereiten sich auf verschiedene Varianten vor, auch auf einen Angriff. Wir bilden Trainingsbasen, Partner helfen uns. Anders geht es nicht. Wenn sie mich heute fragen, ob wir bereit sind? Wir sind bereit.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>F&uuml;r den Plan eines Angriffs auf den Donbass g&auml;be es einen Befehl des Pr&auml;sidenten, aber man m&uuml;sse die Folgen und die M&ouml;glichkeiten des Staates berechnen. <\/p><blockquote><p>\n&ldquo;F&uuml;r ihn (den Pr&auml;sidenten) gibt es kein Problem, den Einsatzbefehl zu geben. Man muss nur die Folgen, die Kr&auml;fte, die Reserven und die M&ouml;glichkeiten des Staates berechnen. Donezk ist eine Stadt mit mehreren Millionen Einwohnern, wenn wir zum Angriff &uuml;bergehen. Das hei&szlig;t, es gibt das Risiko, das viele Zivilisten sterben. Man muss die Risiken absch&auml;tzen, wer gegen uns k&auml;mpfen wird.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Das ist eine Anspielung darauf, dass der ukrainischen Armee au&szlig;er den 28.000 Soldaten der Volksrepubliken (ukrainische Sch&auml;tzung) m&ouml;glicherweise auch eine unbekannte Zahl russischer Soldaten gegen&uuml;berstehen werden. <\/p><p><strong>Aufr&uuml;stung der Ukraine durch westliche Staaten<\/strong><\/p><p>Statt einen beiderseitigen Truppenabzug zu fordern, w&auml;re es besser gewesen, wenn die Rednerin der Partei Die LINKE aufgezeigt h&auml;tte, dass&nbsp;die USA und andere Nato-Staaten&nbsp;die Ukraine als Aufmarschgebiet&nbsp;gegen Russland aufbauen. <\/p><p>Daf&uuml;r gibt es ja zahlreiche Belege: Der vom Westen 2014 politisch unterst&uuml;tzte Staatsstreich in der Ukraine, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Manoever-mit-Nato-Soldaten-in-der-Westukraine-ohne-Ende-3376813.html\">Man&ouml;ver<\/a> von Nato-L&auml;ndern mit ukrainischen Truppen&nbsp;seit 2014 und die Lieferung von Javelin-Panzerabwehrraketen und Hummer-Jeeps aus den USA.<\/p><p>Die ukrainische Internetplattform Zensor.net berichtete, dass die Ukraine 2020 Vertr&auml;ge und Memoranden &uuml;ber den Kauf von zahlreichen Marine-Schiffen mit einer Summe von 3,7 Milliarden Dollar abgeschlossen hat. Dabei geht es um f&uuml;nf Korvetten, acht Raketen-Boote, 39 Patrouillen-Boote und eine Anti-Schiffsrakete. Lieferanten sind die USA, Frankreich, T&uuml;rkei und Gro&szlig;britannien. <\/p><p>Von der T&uuml;rkei kaufte die Ukraine bereits 2019 die ersten vier Bayraktar-B2- Kampfdrohnen. Insgesamt will man 48 dieser Drohnen anschaffen oder in Lizenz bauen. Die Bayraktar-Drohnen waren im Krieg um Berg-Karabach entscheidend f&uuml;r den Sieg von Aserbaidschan &uuml;ber Armenien. <\/p><p>Auch die Bundeswehr ist in der Ukraine aktiv, indem sie seit Jahren ukrainische Soldaten &ndash; darunter auch Rechtsradikale &ndash; mit hochmodernen Lazarettflugzeugen zur Behandlung aus der Ukraine nach Deutschland ausfliegt. Ich frage mich, warum werden nicht auch Soldaten der Volksrepubliken zur Behandlung nach Berlin ausgeflogen?<\/p><p><strong>Kramp-Karrenbauer und R&ouml;ttgen f&uuml;r Waffenlieferungen an die Ukraine<\/strong><\/p><p>Unterdessen <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/russlands-truppenaufmarsch-ukraine-will-deutsche-defensivwaffen-17309012.html\">meldete<\/a> die F.A.S, die Ukraine habe um deutsche Waffen zur Verteidigung gebeten. Man w&uuml;nsche sich Flugabwehr, Teile von Schiffsabwehr-Raketen und Minenr&auml;umger&auml;t. Kiew habe auch um gebrauchte deutsche Korvetten gebeten.<\/p><p>Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer habe sich f&uuml;r den Wunsch &bdquo;offen&ldquo; gezeigt. Der Vorsitzende des Ausw&auml;rtigen Ausschusses des Bundestages, Norbert R&ouml;ttgen, sagte der Zeitung, &bdquo;da Russland mit Krieg droht, w&auml;re es falsch, die Lieferung rein defensiver Waffensysteme jetzt auszuschlie&szlig;en.&ldquo; <\/p><p><strong>Warum macht man um die Volksrepubliken einen Bogen?<\/strong><\/p><p>Merkw&uuml;rdig fand ich, dass die Rednerin der Partei Die LINKE in der Bundestagsdebatte zwar vom berechtigten Sicherheitsbed&uuml;rfnis Russlands sprach, aber mit keinem Wort das Sicherheitsbed&uuml;rfnis der Menschen in den Volksrepubliken erw&auml;hnte. <\/p><p>Leider ist dieses &bdquo;Aussparen&ldquo; der Volksrepubliken mit ihren 3,6 Millionen Einwohnern nicht neu. Offenbar f&uuml;rchten die Abgeordneten der LINKEN, wieder in das Schussfeld deutscher Medien zu kommen, die jede bekannte Person, welche die Krim oder die Volksrepubliken besucht, als Unterst&uuml;tzer des &bdquo;Putin-Regimes&ldquo; und der &bdquo;Warlords im Donbass&ldquo; an den Pranger stellt. <\/p><p>Ebenso erging es den Abgeordneten Wolfgang Gehrke und Andrej Hunko, als sie 2015 LKWs mit von Deutschen gespendeten medizinischen Hilfsg&uuml;tern f&uuml;r ein Kinderkrankenhaus in die Volksrepublik Donezk begleiteten. Dass Gehrke und Hunko auf einem Foto mit dem Oberhaupt von Donezk, Aleksandr Sachartschenko, zu sehen waren, war nach Meinung des <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/wolfgang-gehrcke-und-andrej-hunko-in-der-ostukraine-linken-abgeordnete-auf-abenteuertour-im-kriegsgebiet\/11400156.html\">&bdquo;Tagesspiegel&ldquo;<\/a> der Beweis, dass die Partei Die LINKE &bdquo;Warlords&ldquo; unterst&uuml;tzt.<\/p><p>Seit dieser Attacke der Mainstream-Medien hat es keine Besuche von Bundestagsabgeordneten mehr in den Volksrepubliken gegeben. Dabei w&auml;ren Besuche von Bundestagsabgeordneten in den Volksrepubliken ein ganz realer Schutz f&uuml;r die Menschen vor Ort. So ein Besuch w&uuml;rde &Ouml;ffentlichkeit schaffen. Die Abgeordneten k&ouml;nnten aus eigener Anschauung berichten, was sie in den Volksrepubliken gesehen haben und was die einfachen Menschen erz&auml;hlen. <\/p><p>Die deutschen Hilfsorganisationen Friedensbr&uuml;cke e.V. und &bdquo;Aktionsb&uuml;ndnis Zukunft Donbass&ldquo; liefern seit mehreren Jahren mit Lastern ausrangierte Krankenhausausr&uuml;stung und andere humanit&auml;re Hilfe in die Volksrepubliken. Auch diese humanit&auml;re Hilfe, &uuml;ber welche die gro&szlig;en Medien nicht berichten, verdient die Aufmerksamkeit und Unterst&uuml;tzung durch die Partei Die LINKE.<br>\n&nbsp;<br>\nTitelbild: Juergen Nowak \/ Shutterstock<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der russische Verteidigungsminister Sergej Schojgu hat die Man&ouml;ver an der russisch-ukrainischen Grenze am 22. April zwar f&uuml;r beendet erkl&auml;rt, doch unter russischen Spitzenbeamten und Politologen mehren sich die Stimmen, die Kiew mit einer schnellen und harten Ma&szlig;nahme drohen, sollte die ukrainische Armee die Volksrepubliken Donezk und Lugansk angreifen. Ebenfalls am 22. April gab es im<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=71919\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":71920,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[169,187],"tags":[3004,2424,2301,2277,1937,466,726,2799,259,260,1556,2377],"class_list":["post-71919","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aussen-und-sicherheitspolitik","category-bundestag","tag-donbass","tag-haensel-heike","tag-konfrontationspolitik","tag-kramp-karrenbauer-annegret","tag-militaermanoever","tag-nato","tag-roettgen-norbert","tag-roth-michael","tag-russland","tag-ukraine","tag-usa","tag-waffenlieferungen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/shutterstock_1916600081.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/71919","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=71919"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/71919\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":71944,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/71919\/revisions\/71944"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/71920"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=71919"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=71919"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=71919"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}