{"id":72062,"date":"2021-05-02T09:00:44","date_gmt":"2021-05-02T07:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72062"},"modified":"2021-04-30T16:43:06","modified_gmt":"2021-04-30T14:43:06","slug":"hinweise-der-woche-204","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72062","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72062#h01\">#allesdichtmachen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72062#h02\">#allesdichtmachen und das Selberdenken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72062#h03\">Neokolonial, aggressiv und konfrontativ<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72062#h04\">Sondergipfel zu Russland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72062#h05\">Die gro&szlig;e Ungeduld<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72062#h06\">Prantls Blick: Ein infiziertes Gesetz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72062#h07\">Baerbock will &ldquo;einladende Zuwanderungspolitik&rdquo; &ndash; und hat Wirtschaft auf ihrer Seite<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72062#h08\">Mehr als eine Million Menschen verloren wegen Corona den Job<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72062#h09\">Eine Spur f&uuml;hrt ins Querdenker-Milieu<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72062#h10\">Postdemokratischer Kapitalismus<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>#allesdichtmachen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Gu&eacute;rot: &bdquo;Es gibt keinen Raum mehr f&uuml;r legitime Kritik&ldquo;<\/strong><br>\nMit der umstrittenen Aktion #allesdichtmachen h&auml;tten die beteiligten Schauspieler auf die gesellschaftlichen Gefahren der Coronapolitik aufmerksam machen wollen, sagte die Politikwissenschaftlerin Ulrike Gu&eacute;rot im Dlf. Das sei legitim. Doch in der stark polarisierten Debatte gebe es daf&uuml;r keinen Raum. [&hellip;]<br>\nIn diesem Zusammenhang sprach Gu&eacute;rot im Interview auch von einer &bdquo;homogenisierten Medienlandschaft&ldquo; im Hinblick auf die Corona-Berichterstattung. Sie habe das Gef&uuml;hl, &bdquo;die ganze Diskussion ist vermint. Man kann sich eigentlich nur vertun in dem Moment, wo man versucht, begr&uuml;ndet legitime Kritik an den Ma&szlig;nahmen zu machen. So hat man sofort die Vereinnahmung von rechts, und deswegen trauen sich wenige &uuml;berhaupt noch in die &Ouml;ffentlichkeit.&ldquo; Die Politikwissenschaftlerin r&auml;umte allerdings ein, dass es in den Medien mittlerweile einen &bdquo;viel aufgef&auml;cherteren Diskurs&ldquo; gebe als noch vor einem Jahr; es k&auml;men nicht nur Virologen zu Wort, sondern auch P&auml;dagogen und Psychologen. Auch die Meinung von Corona-Kritikern w&uuml;rden abgebildet, aber das spiegele sich nicht in den Ma&szlig;nahmen der Politik wider.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/debatte-um-allesdichtmachen-guerot-es-gibt-keinen-raum-mehr.694.de.html?dram:article_id=496222\">Deutschlandfunk<\/a><\/li>\n<li><strong>Ulrich Tukur<\/strong><br>\nKunst kann kein Arzneimittel sein, sie muss schmerzen. Es ist seit alters her das Privileg des Gauklers, dem Herrscher einen Spiegel vorzuhalten und in seiner (&uuml;berspitzten) Art auf Missst&auml;nde aufmerksam zu machen. Man muss das nicht kommentieren. Meine Kollegen und ich wollten lediglich ein Fenster in diesem tr&auml;gen Haus aufreissen und frische Luft hereinlassen. Und jetzt gehen sich alle gegenseitig an die Gurgel. Schade. Ich h&auml;tte mir eine offene Diskussion um diese erratische und kontraproduktive Corona-Politik gew&uuml;nscht, die ohne Not so viele Existenzen ruiniert. Dass eine Pandemie existiert und Menschen Not leiden und Angst haben und keiner der politisch Verantwortlichen B&ouml;ses will, steht f&uuml;r mich ausser Frage. Es steht f&uuml;r mich allerdings auch ausser Frage, dass es besser ist, sich zur&uuml;ckzuziehen, wenn eine vern&uuml;nftige Auseinandersetzung, von mir aus auch ein z&uuml;nftiger Streit, nicht mehr m&ouml;glich sind.<br>\nSo haben wir immerhin gezeigt, dass sich unsere Gesellschaft in einer erschreckenden Schieflage befindet und politische Inkompetenz wie ein Spaltkeil wirken kann. Darf die Satire nicht mehr alles, und schlimmer noch, wird sie &uuml;berhaupt nicht mehr verstanden, muss der Hofnarr schweigen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/nzzas.nzz.ch\/international\/tatort-schauspieler-ulrich-tukur-zu-allesdichtmachen-jetzt-gehen-sie-sich-alle-an-die-gurgel-schade-\">NZZ<\/a><\/li>\n<li><strong>&bdquo;Ich habe in dieser &ouml;ffentlichen Figur, die ich auch bin, irgendwann nichts mehr verloren, wenn ich nicht sagen darf, was ich denke.&ldquo;<\/strong><br>\nWas passieren kann, wenn man sich als Person des &ouml;ffentlichen Lebens kritisch &auml;u&szlig;ert? Dass man keine Jobs mehr bekommt, dass man nicht mehr angestellt wird, dass man diskreditiert wird. Dass man in irgendwelche Ecken geschoben wird, rechts oder Aluhut. Und auf einmal steht das in Wikipedia. Und selbst wenn man es zur&uuml;ckverfolgt und es revidiert wird, hat man es trotzdem an sich kleben und wird es auch nicht mehr los. Davor haben sicher viele erschreckenderweise sogar berechtigte Angst. Aber wenn ich zu lange nichts sage, habe ich das Gef&uuml;hl, dass ich dem zustimme, was aktuell der Konsens ist&hellip;&rdquo;<br>\nVolker Bruch ist deutsch-&ouml;sterreichischer Schauspieler. Er studierte am Kunst am Max-Reinhardt-Seminar in Wien und konzentrierte sich danach fast ausschlie&szlig;lich auf die Filmbranche. Mit Rollen wie in &ldquo;Der Baader Meinhof Komplex&rdquo; und &ldquo;Unsere M&uuml;tter, unsere V&auml;ter&rdquo; wurde er bekannt. In der Fernsehserie &ldquo;Babylon Berlin&rdquo;, die auf den historischen Kriminalromanen von Volker Kutscher basiert, spielt er die Hauptrolle des Kommissars Gereon Rath und erhielt daf&uuml;r 2018 die Goldene Kamera als bester deutscher Schauspieler.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/1bis19.de\/gesellschaft\/ich-habe-in-dieser-oeffentlichen-figur-die-ich-auch-bin-irgendwann-nichts-mehr-verloren-wenn-ich-nicht-sagen-darf-was-ich-denke\/?fbclid=IwAR2XLhYddn75ZBCsXnKhZNKrN4cvAm5d--M38xhZ2ucDdTJq10b2Xj1IuN0\">1bis19<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>#allesdichtmachen und das Selberdenken<\/strong><br>\nVergessen wir nicht, dass die Gefahr vom Virus ausgeht. Und vergessen wir auch nicht, wie oft die regierenden Politiker schon auf dem falschen Fu&szlig; erwischt wurden: Trotz vorliegender Berichte hatte man sich nicht ausreichend vorbereitet; die Pl&auml;ne mit der Corona-App waren keine Glanzleistung; die Beschaffung von Schutzmasken f&uuml;hrte zum Debakel; und die Organisation der Schutzimpfungen ist ein europ&auml;isches Drama.<br>\nEs war vorhersehbar, dass im Superwahljahr die Schutzma&szlig;nahmen f&uuml;r politische Interessen verwendet w&uuml;rden. Es war allenfalls zu bef&uuml;rchten, dass sich einige Abgeordnete pers&ouml;nlich an der Krise bereichern werden. Das Ausma&szlig;, in dem das (bisher) ans Tageslicht kam, ist dennoch schockierend. Weder die Gef&auml;hrlichkeit des Virus noch das Versagen der Politik ist aber den Schauspielern anzulasten.<br>\nWenn jetzt, wie ebenfalls zu erwarten, Schauspielerin El Ouassil und andere der Aktion vorwerfen, &ldquo;rechte Resonanzr&auml;ume offenzulassen&rdquo;, dann kann ich mich dar&uuml;ber nur wundern. Wie ausdr&uuml;cklich muss man sich denn noch von rechten Bewegungen distanzieren, damit es auch beim letzten Kommentator ankommt?<br>\nDas Bequeme an der Verwendung von Etiketten wie &ldquo;Querdenker&rdquo;, &ldquo;Troll&rdquo; oder &ldquo;Verschw&ouml;rungstheoretiker&rdquo; ist, dass man sich mit dem Anderen nicht mehr argumentativ auseinanderzusetzen braucht. Bedeutende Medienmacher scheinen zudem erfahrungsresistent zu sein: Als die Linkspartei neu war, hat man sie jahrelang als &ldquo;Verfassungsfeinde&rdquo; dargestellt. Was ist passiert? Sie wurde st&auml;rkste Oppositionsfraktion. Jahre sp&auml;ter wurden AfD-W&auml;hler kategorisch als Rechte oder Neonazis dargestellt. Was ist passiert? Sie ist st&auml;rkste Oppositionsfraktion.<br>\nAls gebildeter Mensch muss man doch irgendwann einmal begreifen, dass Demokratie so nicht funktioniert: Man kann gro&szlig;e Bev&ouml;lkerungsgruppen nicht auf Dauer verh&ouml;hnen und ausgrenzen. Und das ausgerechnet von denen, die sich sonst gerne den Anschein der Meinungsvielfalt geben. Wer setzt sich denn heute noch daf&uuml;r ein, dass Europas Demokratien nicht bald eine Mischung aus George Orwells &ldquo;Animal Farm&rdquo;, &ldquo;1984&rdquo; und Juli Zehs &ldquo;Corpus Delicti&rdquo; werden?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/allesdichtmachen-und-das-Selberdenken-6028945.html?seite=all\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers W.K.:<\/strong> Ein wunderbar unaufgeregter und differenzierter Beitrag zu dem Thema.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Neokolonial, aggressiv und konfrontativ<\/strong><br>\nDas Gr&uuml;nen-Wahlprogramm zur Au&szlig;enpolitik<br>\nDie Gr&uuml;nen haben sich positioniert. Nicht nur mit Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin, sondern auch mit dem Programmentwurf zur Bundestagswahl. Es gilt, insbesondere die au&szlig;enpolitischen Positionen wahrzunehmen. Denn diese gehen einen weiteren Schritt nach rechts.<br>\nvon Gert Ewen Ungar<br>\nEnde M&auml;rz legte der Bundesvorstand der Gr&uuml;nen seinen Programmentwurf zur Bundestagswahl vor. Von besonderem Interesse sind die Teile, in denen sich die Gr&uuml;nen au&szlig;enpolitisch positionieren. Hier l&auml;sst sich die inzwischen durchweg neokonservative Grundhaltung gr&uuml;ner Au&szlig;enpolitik ablesen. Der weichgesp&uuml;lte Ton kann im Bereich der internationalen Programmatik kaum dar&uuml;ber hinwegt&auml;uschen: Gr&uuml;ne Politik ist neoimperial, neokolonial, aggressiv und konfrontativ. Die Gr&uuml;nen behaupten in allen politischen Bereichen eine &Uuml;berlegenheit, an der sich die Welt auszurichten hat. Es ist eine erschreckende Entwicklung, welche die Gr&uuml;nen genommen haben.<br>\nZentral fehlt gr&uuml;ner Politik ein grundlegendes, reflexives Element, das sie zur tats&auml;chlichen Diplomatie und zu einer tats&auml;chlichen Gestaltungsmacht auf internationalem Parkett bef&auml;higen w&uuml;rde. Es fehlt der Blick und das Verst&auml;ndnis f&uuml;r historische Prozesse, Entwicklungen in anderen L&auml;ndern und Kulturen. Es fehlt, das mag &uuml;berraschen, der Blick f&uuml;r die Diversit&auml;t und Vielfalt in der Welt.<br>\nDiversit&auml;t ist den Gr&uuml;nen nur auf der individuellen Ebene ein Wert. Zwischen Staaten und Kulturen gilt dieses Prinzip des Respekts vor Unterschiedlichkeit nicht. Da gilt der westliche F&uuml;hrungsanspruch und das westliche Wertesystem &ndash; und zwar ausschlie&szlig;lich. Bem&uuml;hen um Verstehen und Verst&auml;ndnis gilt den Gr&uuml;nen als Schw&auml;che.<br>\nDie allen Themenkreisen zu internationaler Politik unterliegende These ist ebenso schlicht, wie sie voraufgekl&auml;rt und damit letztlich reaktion&auml;r ist: Wir sind die Guten. Wir sind das Beispiel f&uuml;r die Welt. Aus dieser schlichten These leitet sich der missionarische Ton und der Wille ab, die Welt nach deutschem und westlichem Vorbild zu formen. Ja, mehr noch. Hier zeigt sich der Wille, die Welt in westliche Gestalt zu zwingen. So wie es bei uns ist, so muss es &uuml;berall sein.<br>\nDer Programmentwurf atmet in seinen au&szlig;enpolitischen Teilen den Geist einer dunklen Vergangenheit&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/116278-nach-rechts-gerutscht-grunes-wahlprogramm\/\">RT<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Sondergipfel zu Russland<\/strong><br>\nWochenlang waren die Beziehungen mit Russland extrem angespannt. Doch nun stehen die Zeichen auf Entspannung. US-Pr&auml;sident Joe Biden hat seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin zu einem Gipfel eingeladen. Er k&ouml;nnte im Juni in Europa stattfinden. Auch der ukrainische Pr&auml;sident Wolodymyr Selenskyj plant ein Treffen mit Putin. &ldquo;Mir scheint, dass dieses Treffen stattfinden wird&rdquo;, sagte Selenskyj am Montag.<br>\nDoch aus Br&uuml;ssel kommen keine Entspannungs-Signale. Im Gegenteil: EU-Ratspr&auml;sident Charles Michel hat f&uuml;r den 25. Mai einen Sondergipfel einberufen.<br>\nDie Themen: Corona, Klimapolitik &ndash; und Russland. Das Format: &ldquo;physisch&rdquo; &ndash; das hei&szlig;t, dass Beschl&uuml;sse gefasst werden sollen.<br>\nUrspr&uuml;nglich war das schon im M&auml;rz geplant, eine neue Russland-Strategie stand auf dem Programm. Doch wegen der dritten Corona-Welle gab es nur einen Videogipfel.<br>\nNun ist es also soweit. Noch ist unklar, was Michel zu Russland vorschlagen wird. Klar ist nur, dass Michel es eilig hat, Pfl&ouml;cke einzuschlagen &ndash; deshalb der Sondergipfel.<br>\nDer liberale Belgier steht unter Druck &ndash; aus den USA, die gerade erst Sanktionen gegen Russland erlassen haben, die auch Europa treffen k&ouml;nnten. Und aus Tschechien und Osteuropa, wo neue EU-Ma&szlig;nahmen gefordert werden.<br>\nMaas gegen Baerbock<br>\nOffenbar will Michel aber auch versuchen, das Thema aus dem deutschen Wahlkampf herauszuhalten. Am Wochenende gab es schon ein erstes Scharm&uuml;tzel.<br>\nDie gr&uuml;ne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock forderte einen h&auml;rteren Kurs gegen Moskau, Au&szlig;enminister Heiko Maas warnte vor &ldquo;Konfrontationsgeschrei&rdquo;.<br>\nWie k&ouml;nnte vor diesem Hintergrund eine europ&auml;ische Linie aussehen? W&uuml;nschenswert w&auml;re es, die M&ouml;glichkeiten f&uuml;r eine Entspannung auszuloten.<br>\nMichels Agenda<br>\nMit dem Ende des Milit&auml;rman&ouml;vers an der Grenze zur Ukraine und den Gespr&auml;chsangeboten an Biden und Selenskyj hat Putin diese Option geschaffen.<br>\nDoch Michels au&szlig;enpolitische Agenda spricht eine andere Sprache. Er betonte die Treue zur Ukraine, reiste nach Georgien und unterst&uuml;tzte die Reformen in Moldawien.<br>\nWenn er Entspannung wollte, w&auml;re er wohl eher nach Moskau geflogen. Aber vielleicht kommt das ja noch? Schlechter als Josep Borrell kann er es ja nicht machen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/lostineu.eu\/neu-hier\/\">Lost in europe<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Die gro&szlig;e Ungeduld<\/strong><br>\nWir leben in einer Gesellschaft, die stets um den besten Weg ringen sollte. Da ist Gehorsam keine Tugend, sondern eine Gefahr<br>\nHier ein &Uuml;berblick &uuml;ber die neuen Corona-Verordnungen: &bdquo;Ab null Uhr herrscht Maskenpflicht f&uuml;r die Sternzeichen Jungfrau, Waage und Wassermann und f&uuml;r alle Volvo-Fahrer, au&szlig;er wenn sie gr&uuml;ne Socken tragen. Die Ma&szlig;nahme gilt nur von 18.00 Uhr bis 21.30 Uhr, vorausgesetzt, Sie fahren einen Audi mit einer 17 im Kennzeichen. Wenn Ihre Hausfarbe gelb ist, dann d&uuml;rfen Sie nicht aus dem Haus, au&szlig;er es steht auf der rechten Stra&szlig;enseite. Die Ausnahme entf&auml;llt jedoch, wenn ein Parkplatz davor ist.&ldquo;<br>\nDer &ouml;sterreichische TV-Journalist Ferdinand Wegscheider hat die Lage im vergangenen Oktober so zusammengefasst. Man sieht, sehr viel weiter sind wir seitdem nicht gekommen &ndash; abgesehen davon, dass wir nun in weiten Teilen des Landes zwischen 22 Uhr abends und 5 Uhr morgens nicht mehr aus dem Haus d&uuml;rfen, es sei denn, man ist allein, dann darf man bis Mitternacht drau&szlig;en sein, aber nur, wenn man spazieren geht oder joggt. Wer noch sp&auml;ter rauswill, braucht einen Hund. Wer das nicht lustig findet, ist selber schuld.<br>\nSo wie die 53 SchauspielerInnen, die die &Ouml;ffentlichkeit unter dem Hashtag #allesdichtmachen auf den Humorpr&uuml;fstand gestellt haben, wo dann alle durchgefallen sind &ndash; Schauspieler und Publikum. Die einen waren nicht lustig, den anderen war nicht zum Lachen. Dabei f&auml;ngt Humor doch da an, wo der Spa&szlig; aufh&ouml;rt. Zum Beispiel bei der Corona-Politik. Hilflos und &uuml;berfordert zeigt sich die Kanzlerin am Ende ihrer Amtszeit. Aber so widerspr&uuml;chlich die von ihr favorisierten Ma&szlig;nahmen auch sind &ndash; die meisten Medien halten zu ihr.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/jaugstein\/die-grosse-ungeduld\">Jakob Augstein in der Freitag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Prantls Blick: Ein infiziertes Gesetz<\/strong><br>\nDie Corona-Bek&auml;mpfung hat ein besseres Recht verdient als das neue Infektionsschutzgesetz. Darf man ein ganzes Land nachts einsperren? [&hellip;]<br>\nBedeutsam aber sind die Rechtsfolgen dieser gew&auml;hlten Rechtskonstruktion: Gegen die Eingriffe unmittelbar durch Gesetz besteht kein klassischer Rechtsschutz. Man kann gegen die quasi auf Knopfdruck ausgel&ouml;sten Ma&szlig;nahmen nicht klagen &ndash; jedenfalls nicht vor den Verwaltungsgerichten. Art. 19 Abs. 4 GG, der den Rechtsweg gegen Rechtsverletzungen durch die &ouml;ffentliche Gewalt garantiert, wird auf diese Weise quasi ausgehebelt. Es bleibt einzig und allein die Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe (und die in letzter Minute ins Gesetz eingef&uuml;gte, aber wenig aussichtsreiche M&ouml;glichkeit einer Klage auf Feststellung, nicht von der Regelung erfasst zu werden). Der Staats- und Verfassungsrechtler Christoph M&ouml;llers von der Berliner Humboldt-Uni bemerkte dazu als Sachverst&auml;ndiger im Gesundheitsausschuss des Bundestages ebenso trocken wie richtig, der Gesetzgeber bringe damit das Bundesverfassungsgericht in eine problematische Situation: &ldquo;Es ist nun erste und einzige Instanz und muss die Gesamtverantwortung f&uuml;r die gerichtliche Kontrolle &uuml;bernehmen. Institutionell kann es dabei nur verlieren.&rdquo; Was der Gesetzgeber dem Verfassungsgericht zumutet &ndash; es geht &uuml;ber dessen Kr&auml;fte; quasi ultra vires. Und es verschenkt und missachtet die kl&auml;rende wie befriedende Wirkung, die die klassischen Fachgerichtsverfahren haben.<br>\nRegul&auml;r klagen kann man nach der neuen Rechtslage erst dann, wenn man gegen die gesetzliche Vorgabe verst&ouml;&szlig;t &ndash; wenn man sich also nicht an sie h&auml;lt und wenn deswegen eine Sanktion, ein Bu&szlig;geld oder eine Strafe verh&auml;ngt wird. Das Gesetz mutet den B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger zu, das Gesetz erst zu brechen, um sich dann gegen die Sanktion ordentlich wehren zu k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/prantls-blick-coronavirus-infektionsschutzgesetz-ausgnagssperren-1.5275601\">Heribert Prantl in der S&uuml;ddeutschen<\/a>\n<p><strong>dazu auch: Die &lsquo;Bundesnotbremse&rsquo; ist nicht zustande gekommen<\/strong><br>\nDer Reform des Infektionsschutzgesetzes fehlt die Zustimmung des Bundesrates<br>\nDie fein ziselierte Unterscheidung von Einspruchs- und Zustimmungsgesetzen wird gemeinhin nicht zu den aufregendsten Gegenst&auml;nden des Verfassungsrechts gez&auml;hlt. Zu Unrecht, wie sich in diesen Tagen einmal mehr zeigt. Sie ist nichts weniger als das Herzst&uuml;ck der f&ouml;deralen Gewaltenteilung. Aller Orten war in den letzten Tagen von der mutma&szlig;lichen materiellen Verfassungswidrigkeit des neuen &sect; 28b IfSG, der &bdquo;Bundesnotbremse&ldquo;, und insbesondere der dort vorgesehen n&auml;chtlichen Ausgangssperre zu lesen und zu h&ouml;ren. Angesichts der gro&szlig;en Aufmerksamkeit muss verwundern, dass die offenkundige formelle Verfassungswidrigkeit der Norm bislang nicht thematisiert wurde. Bei der &bdquo;Bundesnotbremse&ldquo; handelt es sich um ein gleich in zweifacher Hinsicht zustimmungsbed&uuml;rftiges Gesetz, dem die Zustimmung des Bundesrats fehlt und das daher nicht gem&auml;&szlig; Art. 78 GG zustande gekommen ist. Eine Umdeutung der Nichtanrufung des Vermittlungsausschusses in eine Zustimmung scheidet aus.<br>\nEntgegen der urspr&uuml;nglichen Rechtsauffassung insbesondere des Bundesrates (sog. Mitverantwortungstheorie) ist es zwar inzwischen gefestigte Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, dass nicht jede &Auml;nderung eines urspr&uuml;nglich zustimmungsbed&uuml;rftigen Gesetzes zustimmungsbed&uuml;rftig ist, doch d&uuml;rfen inzwischen vier Fallgruppen der Zustimmungsbed&uuml;rftigkeit von &Auml;nderungsgesetzen als gesichert gelten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/verfassungsblog.de\/die-bundesnotbremse-ist-nicht-zustande-gekommen\/\">Verfassungsblog<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Baerbock will &ldquo;einladende Zuwanderungspolitik&rdquo; &ndash; und hat Wirtschaft auf ihrer Seite<\/strong><br>\nDie Gr&uuml;nen um Kanzlerkandidatin Baerbock fordern ein neues Einwanderungsgesetz, um mehr ausl&auml;ndische Arbeitskr&auml;fte nach Deutschland zu holen. Die Kritik in den Medien folgte prompt. Doch Wirtschaft und Wissenschaft geben den Gr&uuml;nen recht: Arbeitsmarkt und Sozialsystem ben&ouml;tigen dringend Zuwanderung. Eine Bestandsaufnahme.<br>\nDie Gr&uuml;nen haben mit ihrer Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock viel vor. Den Klimawandel wollen sie stoppen, eine kapitalgedeckte Rente einf&uuml;hren, Cannabis legalisieren und Europa zu einem Bundesstaat machen. Doch die Gr&uuml;nen wollen auch Deutschlands Grenzen f&uuml;r Migranten weiter &ouml;ffnen, eine &bdquo;einladende Zuwanderungspolitik&ldquo; f&uuml;r &bdquo;gering- und unqualifizierte Arbeitskr&auml;fte&ldquo; durchsetzen und diesen nach f&uuml;nf Jahren die Einb&uuml;rgerung anbieten. Der Aufschrei in manchen Medien war gro&szlig;. FOCUS Online hat die gr&uuml;nen Vorschl&auml;ge zur Arbeitsmigration unter die Lupe genommen.<br>\nDie Forderung der Gr&uuml;nen nach einem Einwanderungsgesetz mit vergleichsweise niedrigschwelligem Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt ist nicht neu. Bereits im April 2017 legte die gr&uuml;ne Bundestagsfraktion einen Gesetzentwurf vor: [&hellip;]<br>\nDie Gr&uuml;nen nennen dies eine angebotsorientierte Zuwanderung. &bdquo;Damit kommen wir den Bed&uuml;rfnissen mittelst&auml;ndischer und kleiner Unternehmen entgegen, die keine eigenen Rekrutierungsb&uuml;ros im Ausland betreiben k&ouml;nnen&ldquo;, erl&auml;uterten damals die gr&uuml;nen Autoren Katrin G&ouml;ring-Eckardt und Volker Beck. [&hellip;]<br>\nKritik kam nicht nur von den Gr&uuml;nen. Auch Arbeitsmarktpolitiker wie der FDP-Abgeordnete Johannes Vogel halten das Gesetz nicht gerade f&uuml;r einen &bdquo;gro&szlig;en Wurf&ldquo;. Die Union habe &bdquo;viel zu lange gebraucht, um sich von ihrer Lebensl&uuml;ge zu verabschieden, dass Deutschland kein Einwanderungsland sei&ldquo;, so Vogel: &bdquo;Trotz aller Bitten aus der Wirtschaft und trotz aller Warnungen von Experten, dass wir einfach viel mehr Fachkr&auml;fteeinwanderung brauchen, ist nur ein Ref&ouml;rmchen rausgesprungen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/bundestagswahl\/analyse-gruene-einwanderungspolitik-baerbock-will-einladende-zuwanderungspolitik-und-hat-wirtschaft-auf-ihrer-seite_id_13235006.html\">FOCUS<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Nat&uuml;rlich haben die Gr&uuml;nen &ldquo;die Wirtschaft auf ihrer Seite&rdquo;, wenn sie eine m&ouml;glichst unbegrenzte Zuwanderung fordern &ndash; &ldquo;angebotsorientiert&rdquo; wie auch gro&szlig;e Teile ihrer sonstigen Politikvorschl&auml;ge. Mehr Arbeitskr&auml;fte bedeuten noch mehr Lohndruck und noch mehr Arbeitslosigkeit &ndash; bezeichnend, dass die Gr&uuml;nen an die schon in Deutschland vorhandenen <a href=\"https:\/\/www.die-linke.de\/themen\/arbeit\/tatsaechliche-arbeitslosigkeit\/2021\/\">3,6 Millionen Arbeitslosen<\/a> keine &ldquo;Einladung&rdquo; aussprechen. Ebenfalls nicht vorgesehen sind h&ouml;here L&ouml;hne, bessere Arbeitsbedingungen oder ein verbindlicher Schl&uuml;ssel in der Pflege; stattdessen sollen offensichtlich weiterhin Menschen in Pflegejobs verheizt werden, demn&auml;chst eben noch mehr Ausl&auml;nder. Alles das spart der &ldquo;Wirtschaft&rdquo; Kosten, n&auml;mlich Sozialversicherungsbeitr&auml;ge, genauso wie der vorgesehene Ausbau der kapitalgedeckten Rente (blo&szlig; kein Zur&uuml;ck zur arbeitgeberfinanzierten Umlagerente!). Logisch, dass im Artikel parallel die analogen Forderungen der FDP erw&auml;hnt werden; beide Parteien sind sich in ihrer kompromisslosen Orientierung an Unternehmerinteressen &auml;hnlich. Sch&ouml;n, dass noch mal die Bertelsmann Stiftung erw&auml;hnt wird: wenn nicht&hellip;, dann wird Deutschland im Jahr 2060 praktisch keine Arbeitskr&auml;fte mehr haben. Was die Glaskugel, die die seit Jahrzehnten anhaltende Massenarbeitslosigkeit und das Lohndumping leider nicht sieht, halt so hergibt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Mehr als eine Million Menschen verloren wegen Corona den Job<\/strong><br>\nWie sehr die Pandemie soziale Unterschiede versch&auml;rft, zeigen Zahlen der Bundesregierung. Demnach sind mehr als eine Million Menschen wegen Corona arbeitslos geworden. Eine Gruppe von Arbeitnehmern trifft es besonders hart.<br>\nIm Zuge der Corona-Krise haben im vergangenen Jahr mehr als eine Million Menschen ihre Arbeit verloren. Mehr als die H&auml;lfte davon waren Minijobber, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.<br>\n477.000 sozialversicherungspflichtig Besch&auml;ftigte verloren demnach ihren Job. F&uuml;r die geringf&uuml;gige Besch&auml;ftigung schlug Corona im vergangenen Jahr mit einem Minus von 526.000 Jobs zu Buche.<br>\nBesonders betroffen sind diese Branchen<br>\nDemnach waren besonders Arbeitskr&auml;fte aus dem Gastgewerbe betroffen, also etwa aus den Bereichen der Hotellerie und der Gastronomie. Das waren bei Minijobs und regul&auml;ren Jobs rund 398.000 Menschen.<br>\nMit etwa 128.000 entlassenen regul&auml;r Besch&auml;ftigten machte das verarbeitende Gewerbe einen weiteren gro&szlig;en Block aus. Die meisten der hier Betroffenen arbeiteten in der Metall- und Elektroindustrie. Dabei m&uuml;sse aber beachtet werden, dass diese Branche bereits vor der Corona-Pandemie von einem strukturellen Wandel gezeichnet gewesen sei, hie&szlig; es in dem Schreiben.<br>\nAuch viele Menschen aus der Kunst-, Unterhaltungs- und Erholungsbranche sind arbeitslos geworden: Betroffen waren hier etwa 78.000 Minijobber.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article230629109\/Neue-Zahlen-Ueber-eine-Million-Menschen-verloren-wegen-Corona-den-Job.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Die Menschen verloren ihren Job nat&uuml;rlich nicht &bdquo;wegen Corona&ldquo;, sondern wegen der Corona-Ma&szlig;nahmen; auch wenn es banal ist, diese Unterscheidung sollte man machen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Eine Spur f&uuml;hrt ins Querdenker-Milieu<\/strong><br>\nAuch wenn es anfangs wie eine dezentrale Bewegung aussah: #allesdichtmachen hatte einen Kopf. Und sie war professionell geplant. Das ergibt eine Spurensuche, eine Woche nachdem die Aktion online ging. Dabei tauchen immer neue Unstimmigkeiten auf. (&hellip;)<br>\nAuff&auml;llig ist die Zahl der TV-Kommissar:innen, die bei #allesdichtmachen dabei sind. Aber kein Zufall. Hinter der Kampagne stecken zwei gestandene &bdquo;Tatort&ldquo;-Regisseure, neben Br&uuml;ggemann (drei Episoden) auch Thomas Bohn, der in seinem Portfolio 20 Episoden vorzuweisen hat, davon neun mit Ulrike Folkerts.<br>\nDie Dichte an &bdquo;Tatort&ldquo;-Ermittlern l&auml;sst also weniger auf ein Querdenker-Problem bei den &Ouml;ffentlich-Rechtlichen schlie&szlig;en. Es legt vielmehr den Verdacht nahe, dass Br&uuml;ggemann und Bohn im erweiterten Bekanntenkreis Mitstreiter:innen rekrutierten. 14 Beteiligte haben in der Vergangenheit mit Br&uuml;ggemann gearbeitet.<br>\nDie als repr&auml;sentatives Statement aus der deutschen Fernseh&ouml;ffentlichkeit angek&uuml;ndigte Kunstaktion entpuppt sich bei genauerem Hinsehen eher als die Kampagne einer kleinen Gruppe &ndash; mit undurchsichtiger Agenda. (&hellip;)<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/wer-steckt-hinter-allesdichtmachen-eine-spur-fuehrt-ins-querdenker-milieu\/27140704.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Tobias Riegel:<\/strong> Gleich vier Autoren haben sich an diesem pseudo-investigativen Beitrag versucht. Der durch die vielen K&ouml;che nach einer &bdquo;Spurensuche&rdquo; aufgedeckte Skandal ist nach Sicht des &bdquo;Tagesspiegel&ldquo;, dass der Dreh zu #allesdichtmachen nicht in anarchischer Einzelperformance zustande kam, wie das anscheinend im R&uuml;ckschluss beim t&auml;glichen Produkt &bdquo;Tagesspiegel&ldquo; der Fall ist. Statt dessen gab es doch tats&auml;chlich Menschen, die das Projekt organisiert haben &ndash; &bdquo;in klandestinen Strukturen&ldquo; nat&uuml;rlich. Alles h&ouml;chst verd&auml;chtig jedenfalls.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Postdemokratischer Kapitalismus<\/strong><br>\nZum Zusammenhang von Korruption und Ungleichheit<br>\nDass man sich mit Geld politischen Einfluss kaufen kann, ist ein zentrales Problem f&uuml;r die Demokratie. Hinsichtlich ihres Stimmrechts sind alle B&uuml;rger gleich, nicht aber hinsichtlich ihres Verm&ouml;gens &ndash; das ist eine der gro&szlig;en ungel&ouml;sten Herausforderungen liberaler Regierungssysteme. Solange sich die &ouml;konomische Ungleichheit im Rahmen h&auml;lt oder gar zur&uuml;ckgeht &ndash; und solange sie in politischen Prozessen keine gro&szlig;e Rolle spielt &ndash;, ist die Spannung, die sich daraus ergibt, ertr&auml;glich. Doch der Neoliberalismus, der heute in den meisten Volkswirtschaften dominiert, hat das Problem in zweierlei Hinsicht versch&auml;rft: Zum einen ist er f&uuml;r den signifikanten Anstieg der materiellen Ungleichheit verantwortlich, zum anderen hat er den Einsatz von Reichtum zur politischen Einflussnahme legitimiert. Und mit Letzterem geht ein weiteres gro&szlig;es Problem einher: das der Korruption.<br>\nGrunds&auml;tzlich ist kein politisches und kein Wirtschaftssystem gegen Korruption immun. In nichtdemokratischen Systemen, in denen eine Regierung weitgehend hinter verschlossenen T&uuml;ren agieren kann und Kritiker verfolgt werden, ist Korruption sogar an der Tagesordnung. Wenn man ohne jedes Risiko die Macht der Staatsorgane nutzen kann, um f&uuml;r sich selbst, seine Freunde und Verwandten Geld herauszuschlagen, warum sollte man es dann nicht tun? Das Verfahren funktioniert in jedem diktatorischen Regime, ob es wie eine Monarchie von einer herrschenden Familie, von Milit&auml;rs oder von einer kommunistischen Partei angef&uuml;hrt wird, deren Vorsitzendem s&auml;mtliche Ressourcen eines allm&auml;chtigen Staatsapparats zur Verf&uuml;gung stehen. (&hellip;)<br>\nDer postdemokratische Kapitalismus bedarf also ebenso wenig einer formellen Abkehr von der Demokratie wie der konzernaffine Neoliberalismus einer Verdammung des Marktes. Tats&auml;chlich dienen Marktwirtschaft und Demokratie nach wie vor zur Legitimation des entstehenden politischen Systems einer Vorherrschaft der Konzerne, da Letztere von sich aus &uuml;ber keinerlei Legitimation verf&uuml;gen. Die Elemente f&uuml;r eine solche Legitimation sind zwar vorhanden, werden aber derzeit nur auf Nebenschaupl&auml;tzen verwendet.[5] So haben die konzernfreundlichen Neoliberalen eine Rechtfertigung daf&uuml;r entwickelt, dass marktbeherrschende Unternehmen von den Einschr&auml;nkungen des Wettbewerbs- und Kartellrechts ausgenommen sind. Die Theorie des NPM wiederum rechtfertigt die Aufhebung der f&uuml;r eine liberale Wirtschaftspolitik einst unverzichtbaren Barrieren zwischen Beh&ouml;rdenmitarbeitern und Firmenvertretern.<br>\nWeitet man den Blick &uuml;ber das bisher Diskutierte hinaus, so verleiht das Konzept der &bdquo;Corporate Social Responsibility&ldquo;, also der gesellschaftlichen Verantwortung eines Unternehmens, den Unternehmensf&uuml;hrungen nicht nur eine &uuml;ber ihre Aufgabe der Profitmaximierung hinausreichende soziale Legitimation, sondern suggeriert auch, dass es zur Bek&auml;mpfung von Marktversagen der Politik letztlich gar nicht mehr bed&uuml;rfe. Und da eine keynesianische Nachfragesteuerung weithin abgelehnt wird, genie&szlig;en die Konzerninteressen aufgrund des allgemeinen Wunschs nach hohen Besch&auml;ftigungszahlen in der Politik uneingeschr&auml;nkten Vorrang.<br>\nGewiss, bislang ist es noch nicht so weit, dass die Konzerne die Politik vollst&auml;ndig dominieren; ansonsten w&auml;ren Verbraucherschutz und Arbeitnehmerrechte schon auf ein Minimum reduziert. Das allerdings ist die Richtung, in die die Reise geht &ndash; und die massiv bef&ouml;rdert wird durch die stete Zunahme der Ungleichheit und die wechselseitige Verst&auml;rkung politischer und wirtschaftlicher Macht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/ausgabe\/2021\/april\/postdemokratischer-kapitalismus\">Colin Crouch in Bl&auml;tter<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. 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