{"id":72180,"date":"2021-05-06T09:33:32","date_gmt":"2021-05-06T07:33:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72180"},"modified":"2021-05-06T15:33:40","modified_gmt":"2021-05-06T13:33:40","slug":"covid-19-aus-der-armutsperspektive","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72180","title":{"rendered":"Covid-19 aus der Armutsperspektive"},"content":{"rendered":"<p>Corona und mehr noch die Corona-Ma&szlig;nahmen sind nicht nur ein Thema, das vor allem Alte und Kinder betrifft. Sowohl was die Infektionszahlen als auch was die Sch&auml;den durch die Ma&szlig;nahmen angeht, gibt es zudem eine soziale Komponente. Wer arm ist, infiziert sich und erkrankt h&auml;ufiger. Wer arm ist, leidet auch besonders stark unter den Ma&szlig;nahmen. <strong>Magda von Garrel<\/strong> hat sich f&uuml;r die NachDenkSeiten Gedanken zu diesem Thema gemacht.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_351\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-72180-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210506-Covid19-aus-der-Armutsperspektive-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210506-Covid19-aus-der-Armutsperspektive-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210506-Covid19-aus-der-Armutsperspektive-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210506-Covid19-aus-der-Armutsperspektive-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=72180-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210506-Covid19-aus-der-Armutsperspektive-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"210506-Covid19-aus-der-Armutsperspektive-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><em>Um einen Punkt gleich klarzustellen: Nat&uuml;rlich k&ouml;nnen die Covid-19 ausl&ouml;senden Viren tendenziell alle Menschen infizieren, aber inzwischen ist selbst den Mainstreammedien aufgefallen, dass die intensiv zu behandelnden Patientinnen und Patienten vor allem aus den &auml;rmeren Bev&ouml;lkerungsschichten stammen. Da es sich bei den Betroffenen oft um Migranten handelt, laufen die schnell mitgelieferten Erkl&auml;rungsversuche zumeist auf kulturelle Eigenheiten oder sprachliche Barrieren hinaus, aber das ist allenfalls die halbe Wahrheit. Das Hauptproblem besteht in den armutsbedingten Lebens- und Arbeitsverh&auml;ltnissen, die sich auf dreierlei Ebenen auswirken.<\/em><\/p><ol>\n<li><strong>Ebene: Erh&ouml;hung des Ansteckungsrisikos<\/strong>\n<p>Wie sicherlich noch bekannt sein d&uuml;rfte, stand zun&auml;chst das von gro&szlig;en Freizeitveranstaltungen ausgehende Ansteckungsrisiko im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit (Stichworte: Apr&egrave;s-Ski-Veranstaltungen und Karnevalsfeiern). Doch schon bald nach den hier gemeinten Ereignissen in Ischgl und Heinsberg stellte sich am Beispiel des Fleischverarbeitungsbetriebs T&ouml;nnies heraus, dass auch schlechte Arbeitsbedingungen sehr riskant sein k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Somit w&auml;re es schon fr&uuml;h m&ouml;glich gewesen, die soziale Komponente des Infektionsgeschehens gezielter zu ber&uuml;cksichtigen, aber stattdessen blieb es bei einer blo&szlig;en Fortsetzung der zwischenzeitlich bereits eingef&uuml;hrten Ma&szlig;nahmen und Empfehlungen (Betriebsschlie&szlig;ung, Quarant&auml;ne, Einbau von Luftfiltern sowie Einhaltung der Abstandsregeln im Arbeits- und Aufenthaltsbereich). <\/p>\n<p>Wegen der bis heute andauernden Ausblendung der sozialen Komponente sind die unterschiedlichen Voraussetzungen auch im Privatbereich nie ernsthaft ber&uuml;cksichtigt worden. Dabei bedarf es keiner allzu gro&szlig;en Fantasie, um sich vorstellen zu k&ouml;nnen, welche Folgen zu erwarten sind, wenn h&auml;usliche Quarant&auml;ne, Homeschooling und Ausgangssperren in einem daf&uuml;r v&ouml;llig ungeeigneten Umfeld zusammenkommen. <\/p>\n<p>Menschen, die in ohnehin viel zu kleinen Wohnungen leben, m&uuml;ssen in Befolgung der Ma&szlig;nahmen ziemlich lange und in noch gr&ouml;&szlig;erer Zahl als zuvor aufeinander hocken  und sind somit einer erh&ouml;hten Ansteckungsgefahr ausgesetzt. Trotzdem ist es bei dieser Art von &ldquo;Vorsorge&rdquo; auch dann noch geblieben, als eine Gruppe von Aerosolforschern darauf aufmerksam gemacht hat, dass ein Aufenthalt in Innenr&auml;umen weitaus riskanter als ein Aufenthalt im Freien ist.<\/p>\n<p>Als genau so kontraproduktiv haben sich die in den Alten- und Pflegeheimen praktizierten monatelangen Zwangsisolierungen erwiesen und zwar vor allem dann, wenn es sich um &ldquo;kosteng&uuml;nstige&rdquo; Alten- und Pflegeheime handelte, denen schon allein aus zeitlichen Gr&uuml;nden keine Alternativen zur Verhinderung der aus Einsamkeit und Bewegungsmangel resultierenden Schw&auml;chung des Immunsystems der Bewohner*innen zur Verf&uuml;gung standen. Das bedeutet, dass im Namen des Gesundheitsschutzes die Krankheitsanf&auml;lligkeit der unter solchen Bedingungen eingekerkerten und darunter schwer leidenden alten Menschen sogar noch erh&ouml;ht worden ist.<\/p>\n<p>Zum Vergleich sei darauf hingewiesen, dass die finanziell gut abgesicherten Teile der Bev&ouml;lkerung den verordneten Stillstand mit seinem pl&ouml;tzlichen Wegfall zahlreicher Termine vor allem anf&auml;nglich geradezu genie&szlig;en und von Entschleunigung schw&auml;rmen konnten. Dabei d&uuml;rfte das Zusammensein mit Freunden und Bekannten in gro&szlig;z&uuml;gig bemessenen Wohnungen und\/oder G&auml;rten erheblich zu einer Stabilisierung ihres Immunsystems beigetragen haben.<\/p>\n<p>Zum Kummer vieler Eltern treffen die je nach Lebensbedingungen h&ouml;chst unterschiedlichen Auswirkungen der Ma&szlig;nahmen auch auf die Kinder und Jugendlichen zu. Zwar m&uuml;ssen sie &ndash; mit Ausnahme der ganz Kleinen &ndash; Maskierung und r&auml;umliche Isolierung gleicherma&szlig;en ertragen, aber sp&auml;testens beim homeschooling treten krasse Unterschiede zutage. Kinder armer Eltern k&ouml;nnen nun einmal nicht so einfach am digitalen Fernunterricht teilnehmen, wenn es zu Hause keinen Drucker gibt oder die einzige f&uuml;r die Erledigung von Hausaufgaben vorhandene Arbeitsfl&auml;che mit mehreren Geschwistern geteilt werden muss. Da hilft es auch nur wenig, wenn die bed&uuml;rftigen Kinder und Jugendlichen ein neues Tablet in die Hand gedr&uuml;ckt bekommen.<\/p>\n<p>Noch schlimmer ergeht es denjenigen Kindern und Jugendlichen, die bislang mit einem kostenlosen Mittagessen versorgt worden sind und zudem die M&ouml;glichkeiten hatten, die ebenfalls kostenlosen Freizeitangebote wahrzunehmen. Am schrecklichsten sieht die Lage f&uuml;r die von h&auml;uslicher Gewalt betroffenen Kinder und Jugendlichen aus, denen jeglicher Zugang zu den darauf spezialisierten Notdiensten versperrt worden ist.<\/p><\/li>\n<li><strong>Ebene: Zunahme der Armut<\/strong>\n<p>Ob nun Lohnsklaven, Saisonarbeiter*innen, am Rande des Existenzminimums lebende K&uuml;nstler*innen, Bezieher*innen kleiner Renten, Erwerbslose, Solo- und Scheinselbstst&auml;ndige, Gef&auml;ngnisinsassen, alleinerziehende M&uuml;tter und V&auml;ter oder Sozialhilfeempf&auml;nger*innen &ndash; sie alle sind in besonderem Ma&szlig;e gef&auml;hrdet. F&uuml;r die zuvor schon ganz Armen gilt das gleich in zweierlei Hinsicht: Zum einen unterliegen sie &ndash; wie bereits angesprochen &ndash; einem erh&ouml;hten Ansteckungsrisiko und zum anderen m&uuml;ssen sie als Folge der mangelhaft konzipierten Unterst&uuml;tzungsma&szlig;nahmen nun auch noch mit einer dauerhaften Verschlechterung ihrer ohnehin k&auml;rglichen Lebensgrundlagen rechnen.<\/p>\n<p>Das betrifft nicht zuletzt die Wohnungssituation: Wenn der beschlossene K&uuml;ndigungsschutz erst einmal ausgelaufen ist, m&uuml;ssen sich viele der Betroffenen auf einen Rauswurf gefasst machen, der in Ermangelung eines anderweitig vorhandenen bezahlbaren Wohnraums geradewegs in die Obdachlosigkeit f&uuml;hren kann.<\/p>\n<p>Dar&uuml;ber hinaus ist absehbar, dass zu der sich versch&auml;rfenden &ldquo;alten Armut&rdquo; auch noch eine ganz &ldquo;neue Armut&rdquo; hinzukommen wird, die sich aus dem Untergang zahlreicher kleiner mittelst&auml;ndischer Betriebe ergibt. Die zur Abfederung der &ldquo;ewigen&rdquo; Lockdowns in Aussicht gestellten &Uuml;berbr&uuml;ckungshilfen werden sich insbesondere dann als wirkungslos herausstellen, wenn &ndash; als Folge der sehr b&uuml;rokratischen Handhabung &ndash; die Auszahlung zu einem Zeitpunkt erfolgt, zu dem die Eigenmittel zur Deckung der st&auml;ndig weiterlaufenden Kosten schon l&auml;ngst aufgebraucht worden sind.<\/p>\n<p>Und selbst dann, wenn es den kleinen und mittleren Betrieben tats&auml;chlich gelingen sollte, sich wieder zu &ldquo;berappeln&rdquo;, hei&szlig;t das noch lange nicht, dass sie auch in der Lage sein werden, ihr Personal, das sie aus Kostengr&uuml;nden in die Kurzarbeit oder gleich ganz entlassen haben, wieder vollumf&auml;nglich einstellen zu k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Mit Blick auf die drohenden Folgen der Ma&szlig;nahmen hat sich auch der damalige Mittelstandspr&auml;sident Mario Ohoven in einer verbandseigenen Pressemitteilung vom 29.10.2020 zu Wort gemeldet, indem er unter anderem feststellte: &ldquo;Bei den getroffenen Ma&szlig;nahmen geht es aber um nicht weniger als die wirtschaftliche Existenz von ganzen Berufsgruppen, Millionen von Selbstst&auml;ndigen und deren Familien.&rdquo; Der Vollst&auml;ndigkeit halber soll hinzugef&uuml;gt werden, dass Ohoven kurze Zeit sp&auml;ter bei einem Autounfall unter bislang ungekl&auml;rten Umst&auml;nden ums Leben gekommen ist.<\/p><\/li>\n<li><strong>Ebene: Ausbleiben der Ursachenbek&auml;mpfung<\/strong>\n<p>Die hier auf den ersten beiden Ebenen vorgestellten Entwicklungen und &Uuml;berlegungen lassen sich dahingehend zusammenfassen, dass im Zusammenhang mit Covid-19 die h&ouml;chste Gef&auml;hrdung nicht alters-, sondern armutsbedingt ist. Dabei haben etliche der von der Regierung verordneten Ma&szlig;nahmen auch noch zu einer Versch&auml;rfung der Bedrohungslage beigetragen, weil die reale Lebenssituation vieler der am Rande der Gesellschaft lebenden Menschen &uuml;berhaupt nicht ins Kalk&uuml;l einbezogen worden ist.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass es sich bei den meisten Ma&szlig;nahmen um blo&szlig;e Eind&auml;mmungsversuche handelt, denen allenfalls kurzfristige Erfolge beschieden sein k&ouml;nnen. Das gilt auch f&uuml;r die jetzt als Allheilmittel gepriesenen Impfungen, da die seinerzeit auf diese Weise gelungene Ausrottung der Pockenviren in einer inzwischen globalisierten Welt nicht wiederholbar ist.<\/p>\n<p>Schon allein deshalb m&uuml;ssten wir uns viel intensiver mit den f&uuml;r das vermehrte Auftreten neuartiger Viren verantwortlichen Gr&uuml;nden befassen. Engagierte Menschen wie David Wallace-Wells oder Rob Wallace haben uns mit teils drastischen Beispielen vor Augen gef&uuml;hrt, was es bedeutet, wenn ein ausschlie&szlig;lich an Profitmaximierung interessierter Kapitalismus die Pl&uuml;nderung des Planeten permanent vorantreibt.<\/p>\n<p>So werden die f&uuml;r unser &Uuml;berleben absolut notwendigen Waldfl&auml;chen immer kleiner und der Mensch r&uuml;ckt immer n&auml;her an bislang verborgen gebliebene Wildtiere und damit an potenzielle &Uuml;bertr&auml;ger neuartiger Viren heran. <\/p>\n<p>Aus schierer Not heraus sind die Ausf&uuml;hrenden dieses Zerst&ouml;rungswerks zumeist sehr arme Menschen, die zudem schlecht versorgt und untergebracht werden. Das bedeutet, dass sich ein einmal &uuml;bergesprungenes Virus relativ schnell unter ihnen ausbreiten kann, sodass sie zu unwissentlichen Krankheits&uuml;bertr&auml;gern werden, wenn sie nach Beendigung der Arbeiten in ihre ebenfalls &auml;rmlichen und damit &ldquo;virenfreundlichen&rdquo; Heimatregionen zur&uuml;ckkehren.<\/p>\n<p>Doch damit nicht genug. Neben dem zerst&ouml;rerischen Raubbau gibt es auch noch viele andere in Frage kommende Ursachen (Massentierhaltung, Monokulturen oder zunehmende Wetterextreme als Folge des Klimawandels) f&uuml;r das Auftauchen bislang unbekannter Viren.<\/p>\n<p>Auf jeden Fall werden die zahlreichen auf die Menschheit zukommenden Ver&auml;nderungen gewaltig sein, wobei schon jetzt klar ist, dass das auch f&uuml;r die daraus resultierenden Folgen gilt. Angesichts der zu erwartenden Zunahme an Versteppungen, Hitzewellen, &Uuml;berschwemmungen und Kriegen um die wenigen noch verbliebenen Ressourcen wird weltweit sowohl die Zahl der Toten als auch die Zahl der Umweltfl&uuml;chtlinge enorm ansteigen.<\/p>\n<p>Vermutlich waren es Aussichten dieser Art, die auch die von den Reichen und M&auml;chtigen dieser Welt gegr&uuml;ndeten Gespr&auml;chszirkel veranlasst haben, verst&auml;rkt &uuml;ber zuk&uuml;nftige Szenarien nachzudenken. Den in diesem Zusammenhang bekannt gewordenen Vorschl&auml;gen ist gemeinsam, dass es dabei nicht um eine Abschaffung des Kapitalismus geht, sondern vielmehr um dessen &ldquo;Transformation&rdquo;, die auf einer Verwirklichung zahlreicher technokratischer Ans&auml;tze beruhen soll.<\/p>\n<p>Um nur einige Beispiele zu nennen: Elon Musk strebt eine Mars-Besiedlung und eine Art partielle Sonnenverdunkelung an, die auf dem Aerosol-Ansatz von Wally Broecker zur&uuml;ckgehen d&uuml;rfte. Danach soll ein F&uuml;nftel des Horizonts verschleiert werden, indem sich das in die Atmosph&auml;re gegebene Schwefeldioxid in Schwefels&auml;ure umwandelt.<\/p>\n<p>Von Bill Gates wissen wir, dass er eine Reduzierung der Weltbev&ouml;lkerung anstrebt und am liebsten alle Menschen dieser Erde impfen lassen m&ouml;chte. Demgegen&uuml;ber vertritt Klaus Schwab (Gr&uuml;nder des Weltwirtschaftsforums) in seinem Buch &ldquo;The Great Reset&rdquo; einen deutlich &ldquo;gr&uuml;neren&rdquo; Ansatz, der aber ein einsichtsvolles Verhalten der Menschheit voraussetzt, die zu diesem Zweck mit Hilfe von Mini-Computern kontrolliert und gelenkt werden soll. Der mit dem vorgeschlagenen Neustart geplante Abschluss dieses Prozesses besteht in einer Art &ldquo;Verschmelzung&rdquo; von Mensch und Maschine und soll mit einer Abschaffung des Bargeldes und des pers&ouml;nlichen Besitzes einhergehen.<\/p>\n<p>Ob sich mit dieser Strategie auch die weltweite Armut bek&auml;mpfen l&auml;sst, steht auf einem ganz anderen Blatt. Sicher ist nur, dass sich unsere derzeitige Bundesregierung im Zuge der zur Eind&auml;mmung von Covid-19 ergriffenen Ma&szlig;nahmen schon l&auml;ngst auf den technokratischen Weg begeben hat. <\/p>\n<p>Ausgehend von einer Erweiterung der Zugriffsm&ouml;glichkeiten auf unsere ganz pers&ouml;nlichen Gesundheitsdaten soll es demn&auml;chst um eine Umwandlung der urspr&uuml;nglich nur f&uuml;r die Finanz&auml;mter vorgesehenen Identifikationsnummer in eine allen Beh&ouml;rden zug&auml;ngliche Identifikationsnummer gehen. Das bedeutet, dass &uuml;ber den Gesundheits- und Finanzbereich hinaus alle der bislang an unterschiedlichen Stellen &uuml;ber uns gesammelten Daten zuk&uuml;nftig &uuml;ber die Eingabe einer einzigen Nummer abrufbar sein werden.<\/p><\/li>\n<\/ol><p><strong>Abschlie&szlig;ende &Uuml;berlegungen<\/strong><\/p><p>Unter bewusster Ausblendung zahlreicher anderer Schwachstellen des &ldquo;Corona-Managements&rdquo; der Bundesregierung ist hier versucht worden, den Blick auf die besonderen H&auml;rten zu lenken, denen arme Menschen durch die symptomfixierte Gestaltung der Corona-Ma&szlig;nahmen ausgesetzt sind. Unter diesem speziellen Blickwinkel ist im weiteren Verlauf der Betrachtungen auch deutlich geworden, dass wir uns in einer globalisierten Welt den Verzicht auf eine Ursachenbek&auml;mpfung gar nicht mehr leisten k&ouml;nnen. Dieses Vorhaben muss von Anfang an mit weltweiten Anstrengungen verkn&uuml;pft werden, wenn wir sowohl den viralen als auch den klimatischen Bedrohungen ernsthaft etwas entgegensetzen wollen. <\/p><p>Kurzum: Eine auf Armutsbek&auml;mpfung bedachte Politik, die nicht mit der jetzt angelaufenen Impfkampagne in den so genannten sozialen Brennpunkten verwechselt werden darf, sondern stattdessen auf eine baldige Beendigung der Ausbeutung von Mensch und Natur ausgerichtet ist, liegt in unser aller Interesse.<\/p><p>Hinsichtlich der Ausgestaltung dieses Ziels muss vorab die Frage gekl&auml;rt werden, ob wir den von den Milliard&auml;ren vorgezeichneten technokratischen (&Uuml;berwachungs-)Weg mitgehen wollen oder ob wir nicht doch lieber auf Umverteilung, Reduzierung der Milit&auml;rausgaben und finanzielle Beteiligung der &ldquo;Krisengewinnler&rdquo; setzen, um daran anschlie&szlig;end konkrete Vorhaben wie diese finanzieren zu k&ouml;nnen:<\/p><p>Rekommunalisierung aller Bereiche der &ouml;ffentlichen Daseinsvorsorge, Verbot von Leiharbeit und anderen prek&auml;ren Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen zugunsten der (Wieder-)Einf&uuml;hrung von Festanstellungen und Tarifl&ouml;hnen, Aufstockung des Pflege-, Kranken- und Kinderbetreuungspersonals, Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus in Verbindung mit staatlichen Eingriffen in die Mietpreisgestaltung, staatliche &Uuml;bernahme schlecht gef&uuml;hrter Alten- und Pflegeheime in privater Tr&auml;gerschaft, deutliche Erh&ouml;hung der Bildungsausgaben, Abschaffung der interessegeleiteten Drittmittelforschung an den Universit&auml;ten, Schaffung neuer Freizeit- und Hilfsangebote f&uuml;r Kinder und Jugendliche sowie das Angehen &uuml;berregionaler Aufgaben wie Deindustrialisierung der Landwirtschaft, Aufhebung von Medizin- und Nahrungsmittelpatenten, Beteiligung an globalen Wiederaufforstungsprogrammen oder die Ingangsetzung eines umfassenden klimafreundlichen Strukturwandels auf nationaler und internationaler Ebene.<\/p><p>Auch wenn es sich bei diesen Vorschl&auml;gen nur um erste Beispiele handelt, lassen sie sich dennoch in einem Satz zusammenfassen: An die Stelle des zerst&ouml;rerischen Kapitalismus muss wieder die Gemeinwohlorientierung treten.<\/p><p>Titelbild: Thanumporn Thongkongkaew\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Corona und mehr noch die Corona-Ma&szlig;nahmen sind nicht nur ein Thema, das vor allem Alte und Kinder betrifft. Sowohl was die Infektionszahlen als auch was die Sch&auml;den durch die Ma&szlig;nahmen angeht, gibt es zudem eine soziale Komponente. Wer arm ist, infiziert sich und erkrankt h&auml;ufiger. Wer arm ist, leidet auch besonders stark unter den Ma&szlig;nahmen.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72180\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":72181,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,149,165,132,161],"tags":[881,2097,1581,1903,2625,2857,2855,2762,748,2988,2834],"class_list":["post-72180","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-gesundheitspolitik","category-innen-und-gesellschaftspolitik","category-ungleichheit-armut-reichtum","category-wertedebatte","tag-armut","tag-big-data","tag-gates-bill","tag-gemeinwohl","tag-home-office","tag-lockdown","tag-morbiditaet","tag-musk-elon","tag-rettungsschirm","tag-schwab-klaus","tag-virenerkrankung"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/shutterstock_1683617704.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/72180","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=72180"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/72180\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":72202,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/72180\/revisions\/72202"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/72181"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=72180"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=72180"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=72180"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}