{"id":7221,"date":"2010-10-29T09:22:28","date_gmt":"2010-10-29T07:22:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7221"},"modified":"2010-10-29T14:18:20","modified_gmt":"2010-10-29T12:18:20","slug":"hinweise-des-tages-1259","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7221","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Arbeitsmarkt; getarnte Werbung; Wirtschaftskrise kostet NRW-Kommunen 2010 drei Milliarden Euro; Deutsche Bank auf Expansionskurs; Abkommen mit der Schweiz legalisiert Steuerflucht; Roland Kochs lohnender Wechsel; Pfeffersprayer war ein Agent Provocateur; Lobbypedia; wer bleiben will, muss arbeiten; Hetzer Wilders lobt Merkel und Seehofer; Gesetz hilft gegen Zwangsheirat nicht;  Nahles will Laizisten in der SPD ausbremsen; vom Schlachtfeld zum Bildungsidyll; Bachelor im Niemandsland; M&uuml;llhalde des Nordens; blo&szlig; nicht zum Griechen; Haiti in den Zeiten der Cholera; Rezension vonHeiner Flassbecks &bdquo;Die Marktwirtschaft des 21. Jahrhunderts&ldquo;; Atomdebatte im Bundestag. (WL)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Arbeitsmarkt im Oktober 2010<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Getarnte Werbung: Die fragw&uuml;rdigen PR-Kampagnen der Bundesregierung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">IMK: Wirtschaftskrise kostet NRW-Kommunen 2010 drei Milliarden Euro Einnahmen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Ulrike Herrmann: Deutsche Bank auf Expansionskurs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Abgeltungssteuer: Abkommen mit der Schweiz legalisiert Steuerflucht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Bund der Steuerzahler in der Kritik: &ldquo;Die haben sich unglaubw&uuml;rdig gemacht&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Roland Koch: Lohnender Wechsel<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Stuttgart 21: Pfeffersprayer war ein Agent Provocateur<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Lobbypedia<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Wer bleiben will, muss arbeiten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Hetzer Wilders lobt Merkel und Seehofer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Gesetz hilft gegen Zwangsheirat nicht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Genossin Nahles will Laizisten in der SPD ausbremsen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Ehemalige R&uuml;tli-Schule: Vom Schlachtfeld zum Bildungsidyll<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Bachelor im Niemandsland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">GEW: Ohne Wehrpflicht fehlen 70.000 Studienanf&auml;ngerpl&auml;tze<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Die Schuldenbremse als Bildungsbremse<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Der furchteinl&ouml;sende Stachel des Gesetzes<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">M&uuml;llhalde des Nordens<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Blo&szlig; nicht zum Griechen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Haiti in den Zeiten der Cholera<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">Die EU schafft sich ab &ndash; Rezension vonHeiner Flassbecks &bdquo;Die Marktwirtschaft des 21. Jahrhunderts&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">Zu guter Letzt: Atomdebatte im Bundesrat<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=7221&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Arbeitsmarkt im Oktober 2010<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Arbeitsmarktzahlen <\/strong><br>\n5,507 Millionen &ldquo;Arbeitslosengeld-Empf&auml;nger\/innen&rdquo; (SGB III und SGB II)<br>\n4,767 Millionen Arbeitslosengeld II-Empf&auml;nger\/innen &ndash; 129.000 (2,6%) weniger als im Oktober 20092<br>\n2,945 Millionen registrierte Arbeitslose &ndash; 283.000 (8,8%) weniger als im Oktober 2009<br>\nVer&auml;nderungsraten (registrierte Arbeitslose) in den L&auml;ndern (Oktober 2009 &ndash; Oktober 2010):<br>\nM&auml;nner und Frauen: &ndash;18,1% in Th&uuml;ringen bis +1,0% in Bremen<br>\nFrauen: &ndash;16,8% in Th&uuml;ringen bis +2,6% in Bremen<br>\nM&auml;nner: -19,2% in Th&uuml;ringen bis &ndash;0,2% in Bremen<br>\nunter 25 Jahre: -29,3% in Th&uuml;ringen bis &ndash;2,7% in Bremen<br>\n69,2% der Arbeitslosen sind im Rechtskreis SGB II (Hartz IV) registriert (Oktober. 2009: 66,7%)<br>\nIm Oktober 2010 wurden von der Statistik der BA insgesamt 2,945 Millionen Arbeitslose registriert, 283.000 bzw. 8,8% weniger als im Oktober 2009.<br>\nVon diesen 2,945 Millionen Arbeitslosen waren 0,909 Millionen (30,8%) im Rechtskreis SGB III und 2,037 Millionen (69,2%) im Rechtskreis SGB II (Hartz IV) registriert.<br>\nAls Arbeitsuchende waren im Oktober 2010 insgesamt 5,472 Millionen Frauen und M&auml;nner<br>\nregistriert, 485.000 (8,1%) weniger als im Oktober 2009. Die von der Statistik der BA ermittelte<br>\n&bdquo;Unterbesch&auml;ftigung ohne Kurzarbeit&ldquo; betrug im Oktober 2010 4,060 Millionen, 383.000 (8,6%)<br>\nweniger als im Oktober 2009.<br>\nNach vorl&auml;ufigen, hochgerechneten Daten hatten 0,826 Millionen (arbeitslose und nicht arbeitslose) Frauen und M&auml;nner Anspruch auf das beitragsfinanzierte Arbeitslosengeld (SGB III) und 4,767 Millionen Anspruch auf Arbeitslosengeld II. Bereinigt um die Zahl der etwa 86.000 sog. Aufstocker (gleichzeitiger Bezug von Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II) hatten im Oktober 2010 etwa 5,507 Millionen erwerbsf&auml;hige Frauen und M&auml;nner Anspruch auf Arbeitslosengeld (SGB III) bzw. Arbeitslosengeld II, 339.000 weniger als vor einem Jahr (BA-Monatsbericht, S. 18).<br>\nQuelle: <a href=\"\/upload\/pdf\/101029_arbeitosigkeit_oktober.pdf\">Bremer Institut f&uuml;r Arbeitsmarktforschung und Jugend berufshilfe e.V. (BIAJ) [PDF &ndash; 463 KB]<\/a><\/li>\n<li><strong>Arbeitslosenzahl sinkt unter drei Millionen<\/strong><br>\nEs ist soweit: Der Wirtschaftsaufschwung sorgt daf&uuml;r, dass die Marke von drei Millionen Arbeitslosen f&auml;llt. Die tolle Nachricht wollte Arbeitsministerin Ursula von der Leyen nicht f&uuml;r sich behalten, br&uuml;skierte damit die Bundesagentur &ndash; und patzte auch noch.<br>\nN&auml;chster Durchbruch auf dem Arbeitsmarkt: Die Zahl der Arbeitslosen ist im Oktober auf 2,945 Millionen gesunken. Das teilte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Mittwoch in Berlin mit. Dies sei der niedrigste Wert seit 1991, sagte die Ministerin. Sp&auml;ter musste sich ihr Ministerium z&auml;hneknirschend korrigieren. Ein Blick in die Allzeit-Statistik der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit offenbarte: Im Oktober &rsquo;91 waren es zwar 2,647 Millionen Arbeitslose &ndash; aber auch der Oktober &rsquo;92 war mit 2,927 Millionen besser als der aktuelle Kalendermonat. Das letzte Mal unter drei Millionen lag die Zahl im November 2008.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/wirtschaft\/news\/oktober-bilanz-arbeitslosenzahl-sinkt-unter-drei-millionen-1618138.html\">stern.de<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Ein viel gravierenderer &ldquo;Patzer&rdquo; unserer Bundesarbeitsministerin ist, dass sie &uuml;berhaupt die Behauptung aufstellt, die heutige Arbeitslosigkeit sei niedriger als zu Beginn der 90er Jahre. Und da ist es v&ouml;llig gleichg&uuml;ltig, ob sie f&uuml;r diesen Vergleich den Oktober 1991 oder den Oktober 1992 heranzieht, denn beides l&auml;uft auf einen Vergleich von &Auml;pfeln mit Birnen hinaus:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Seit dem Beginn der 90er Jahre wurde die Arbeitslosenstatistik mehrmals &ldquo;bereinigt&rdquo;. Allein in den vergangenen Jahren wurden z.B. folgende statistische &ldquo;Bereinigungen&rdquo; (treffender: Manipulationen) vorgenommen: Gro&szlig;e Teile der 58 j&auml;hrigen und &auml;lteren Arbeitslosen wurden aus der Statistik entfernt, kranke Arbeitslose und von privaten Arbeitsvermittlern betreute Arbeitslose werden ebenfalls nicht mehr in der offiziellen Arbeitslosenstatistik ausgewiesen.<\/em><\/li>\n<li><em>Beim Vergleich mit den Arbeitslosenzahlen zu Beginn der 90er Jahre wirkt sich besonders gravierend aus, dass sich der Anteil der Vollzeitarbeitspl&auml;tze reduziert und im Gegenzug der Anteil der zumeist prek&auml;ren, nicht vollzeitbesch&auml;ftigten Arbeitnehmer drastisch ausgeweitet hat.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Diese Entwicklung spiegelt sich in der starken Zunahme der Teilzeitarbeitspl&auml;tze, Mini-\/Midijobs und 1-Euro-Jobs wider. Dies f&uuml;hrte zu einer deutlichen Aufh&uuml;bschung sowohl der Arbeitslosenstatistik als auch der Besch&auml;ftigungsstatistik: Obwohl die Zahl der von den Besch&auml;ftigten abgeleisteten Arbeitsstunden von 52 Milliarden Stunden in 1991 um 7,7 Prozent auf 48 Milliarden Stunden in 2008 (dem Jahr vor dem Abschwung) abgesunken ist, hat sich die Zahl der Besch&auml;ftigten in diesem Zeitraum von 35,1 Millionen auf 35,9 Millionen (+2,3 Prozent) erh&ouml;ht.<br>\nFAZIT:<br>\nMinisterin von der Leyen und nahezu s&auml;mtliche Mainstreammedien streuen der Bev&ouml;lkerung Sand in die Augen, wenn sie behaupten, die Arbeitslosigkeit sei auf dem niedrigsten Stand seit Anfang der 90er Jahre. Wegen der seit ca. 20 Jahren betriebenen Manipulationen an der Arbeitslosenstatistik sowie wegen der in diesem Zeitraum eingetretenen deutlichen Reduzierung des Anteils der vollzeitbesch&auml;ftigten Arbeitnehmer (was auch zum starken Anstieg prek&auml;rer Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse mit beitrug) ist dieser Vergleich &auml;u&szlig;erst unseri&ouml;s.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Was die offizielle Statistik verbirgt<\/strong><br>\nMillionen Menschen in Deutschland sind arbeitslos. Die genaue Zahl ver&ouml;ffentlicht die Bundesagentur f&uuml;r Arbeit jeden Monat. Doch nicht jeder Erwerbsf&auml;hige, der einen Job sucht, taucht in der Statistik auf. tagesschau.de erkl&auml;rt in Fragen und Antworten, wer aus welchen Gr&uuml;nden fehlt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/tagesthemen.de\/wirtschaft\/hintergrundarbeitslosenzahlen100.html%20\">ARD Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Ein interessanter &Uuml;berblick aus einer gewiss ausgewognen Quelle.<br>\nErg&auml;nzende Anmerkung unseres Lesers V.W.: In der Realit&auml;t sieht die Zahl der Arbeitslosen (und das &Uuml;berangebot an Arbeitskr&auml;ften) lt. Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (aktuellster offizieller Monatsbericht, September 2010) wie folgt aus:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>In Sperrzeiten gem&auml;&szlig; &sect;144 SGBIII (ALGI): 61.930 Menschen<\/em><\/li>\n<li><em>Teilnehmer an &bdquo;ausgew&auml;hlten Ma&szlig;nahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik&ldquo;: 1.430.234 Menschen<\/em><\/li>\n<li><em>1-&euro;-Zwangsarbeit nach &sect;16d SGB II: 324.238 Menschen<\/em><\/li>\n<li><em>Leistungsempf&auml;nger ALGI: 866.000 Menschen<\/em><\/li>\n<li><em>Leistungsempf&auml;nger ALGII: 4.832.000 Menschen (ohne Angeh&ouml;rige) <\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Das sind 7.514.402 Menschen. Von dieser Statistik abzuziehen sind (je nach Ansicht) 1.396.000 Millionen zu Niedrigl&ouml;hnen arbeitende ALG II-Bezieher (&bdquo;Aufstocker&ldquo;), die durch den von den Argen mit verursachten Druck auf die L&ouml;hne weniger als ALG II verdienen.<br>\nDie tats&auml;chliche Arbeitslosigkeit liegt also lt. Bundesagentur bei mindestens 6.118.402 Menschen.<br>\nHinzu kommen Arbeitsuchende\/Erwerbsf&auml;hige, die keinen Anspruch auf Leistungen des SGB haben, z.B. mehrere Millionen (in keiner Statistik erfasste) erwerbsf&auml;hige Lebenspartner und Kinder, die mit &uuml;ber den ALG II-S&auml;tzen verdienenden Erwerbst&auml;tigen zusammenleben. Ebenfalls mitz&auml;hlen m&uuml;&szlig;te man mehrere Millionen in den Vorruhestand gedr&auml;ngte Fr&uuml;hrentner (&bdquo;58er-Regelung&ldquo; gem&auml;&szlig; &sect; 53a Abs. 2 SGB II.).<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Stefan Sell: Tats&auml;chlich 4,4 Millionen Arbeitslose<\/strong><br>\nArbeitslose im engeren Sinne haben nicht etwa unter 2 Millionen sondern &uuml;ber 4 Millionen.<br>\nDie Stellenreserve umfasst &uuml;ber 800.000 Menschen. Wir haben eine Unterausweisung von Arbeitslosigkeit, das zeigt die Gegen&uuml;berstellung von unter 3 Millionen zu tats&auml;chlich 4,4 Millionen, wenn man richtig rechnet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.daserste.de\/mediathek_blank\/play.asp?cid=153044\">ARD Morgenmagazin<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Getarnte Werbung: Die fragw&uuml;rdigen PR-Kampagnen der Bundesregierung<\/strong><br>\n&ldquo;Gar nicht weggeduckt hat sich, wenn es darum ging die eigenen Erfolge unters Volk zu bringen, das Ministerium dieser Dame. Teure Werbekampagnen von Ministerien kennen wir ja. Doch der Familienministerin hat das nicht gereicht. Nein, Zeitungsartikel und H&ouml;rfunkbeitr&auml;ge wurden produziert und gesendet, beziehungsweise abgedruckt.<br>\nIm Klartext: Wir h&ouml;ren Radio oder lesen Zeitung, denken, hier waren unabh&auml;ngige Journalisten am Werk. In Wirklichkeit aber reinste Eigenwerbung, direkt aus dem Ministerium der Frau von der Leyen.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/report\/-\/id=233454\/did=2521146\/pv=video\/nid=233454\/o677fk\/index.html%20\">SWR Report<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"\/upload\/pdf\/101029_pr_kampagnen_der_bundesregierung.pdf\">SWR Report Textfassung [PDF &ndash; 45 KB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung M.H.:<\/strong> Propaganda bezahlt vom Steuerzahler. Wenn man nicht w&uuml;sste, dass dieser investigative Beitrag von &ldquo;Report Mainz&rdquo; zu den &ldquo;PR-Kampagnen der Bundesregierung&rdquo; &uuml;ber drei Jahre alt ist, m&uuml;sste man sagen, &ldquo;aktueller geht&rsquo;s nicht&rdquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>IMK: Wirtschaftskrise kostet NRW-Kommunen 2010 drei Milliarden Euro Einnahmen &ndash; Unterst&uuml;tzung notwendig<\/strong><br>\nDer geplante nordrhein-westf&auml;lische Nachtragshaushalt und die &Auml;nderung des Gemeindefinanzierungsgesetzes sind notwendig und grunds&auml;tzlich dazu geeignet, die vorliegende St&ouml;rung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts im gr&ouml;&szlig;ten Bundesland abzuwehren. Daher ist es akzeptabel, dass die vorgesehenen zus&auml;tzlichen Ausgaben &uuml;ber Schulden finanziert werden. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung.<br>\nAuch wenn sich die Wirtschaft derzeit erhole, habe die globale Finanz- und Wirtschaftskrise eine eklatante St&ouml;rung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts ausgel&ouml;st, die weder in Nordrhein-Westfalen noch in der Bundesrepublik insgesamt &uuml;berwunden sei. &ldquo;Eine solche St&ouml;rung l&ouml;st sich nicht binnen eines halben Jahres in Luft auf&rdquo;, schreiben Prof. Dr. Gustav A. Horn und Dr. Achim Truger in ihrer Stellungnahme zur Anh&ouml;rung, die der Haushalts- und Finanzausschuss des Landtages heute abh&auml;lt.<br>\nDie Krise habe insbesondere die Kommunalfinanzen &ldquo;dramatisch&rdquo; getroffen, so die Wissenschaftler. Das IMK beziffert die von der Krise verursachten Einnahmeverluste bei den St&auml;dten und Gemeinden in NRW f&uuml;r dieses Jahr auf mindestens drei Milliarden Euro. Neben konjunkturbedingten Mindereinnahmen und Mehrausgaben sind in dieser Summe auch die Auswirkungen der verschiedenen Steuersenkungen der vergangenen beiden Jahre enthalten. So reduzieren allein die in den Konjunkturpaketen, im Wachstumsbeschleunigungsgesetz und im B&uuml;rgerentlastungsgesetz enthaltenen Steuererm&auml;&szlig;igungen die Einnahmen der NRW-Kommunen 2010 um mehr als eine Milliarde Euro. In den kommenden Jahren ist mit &auml;hnlich hohen Ausf&auml;llen zu rechnen.<br>\n&ldquo;Vor diesem Hintergrund ist eine St&uuml;tzung der nordrhein-westf&auml;lischen Kommunen zur Sicherstellung der kommunalen Handlungsf&auml;higkeit dringend erforderlich&rdquo;, fassen die Forscher zusammen. H&ouml;here Schl&uuml;ssel- und Investitionszuweisungen h&auml;tten auch einen positiven Effekt auf die Gesamtwitschaft, weil Investitionen und konsumtive Ausgaben der Kommunen besonders effektiv die Binnenachfrage st&auml;rkten. Die Verschuldungssituation des Landes lasse es zu, den Kommunen die notwendige Unterst&uuml;tzung zu gew&auml;hren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_imk_pb_4_2010.pdf\">Die Stellungnahme steht als IMK Policy Brief zum Download bereit [PDF &ndash; 60 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Ulrike Herrmann: Deutsche Bank auf Expansionskurs<\/strong><br>\nDie Deutsche Bank macht alles richtig. Sie kauft andere Banken, baut ihre Marktmacht und ihre Margen aus. Zudem arbeitet sie an der &ldquo;Diversifizierung&rdquo;, wie es so sch&ouml;n im Betriebsdeutsch hei&szlig;t. Nicht nur das Investmentgesch&auml;ft soll Gewinne bringen, man will auch bei den Verm&ouml;genden und den Privatkunden zum unumstrittenen Marktf&uuml;hrer aufsteigen. Wer wissen will, wer zu den Gewinnern der Finanzkrise geh&ouml;rt, ist an dieser Adresse ganz richtig: die Deutsche Bank, gef&uuml;hrt von Josef Ackermann. Und so bleibt als einzige Folge der Expansionsstrategie: Die Deutsche Bank w&auml;chst immer weiter und ist erst Recht &ldquo;too big to fail&rdquo;, falls es zu einer neuen Finanzkrise kommen sollte. Womit ja zu rechnen ist bei diesem umtriebigen Investmentbanking.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2010%2F10%2F28%2Fa0145&amp;cHash=a2b8eafaa5\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Abgeltungssteuer: Abkommen mit der Schweiz legalisiert Steuerflucht<\/strong><br>\nAufgrund der zu erwarteten unterschiedlichen H&ouml;he der Steuerlast bleibt die Schweiz als Anlageort zwecks Steuervermeidung au&szlig;erordentlich attraktiv. Durch das Abkommen wird Steuerhinterziehung teilweise sogar legalisiert. Kein Wunder, dass sich auch der Schweizer Bankenverband sehr zufrieden zeigt.<br>\nDas gemeinsame Vorgehen gegen Steuerflucht innerhalb der EU wird durch die Herangehensweise der Bundesregierung untergraben. Effektiv bek&auml;mpft werden kann Steuerflucht nur durch einen automatischen Informationsaustausch, der eine Besteuerung aller Verm&ouml;gensertr&auml;ge nach dem am Wohnsitz geltenden Steuerrecht gew&auml;hrleistet. Dieses Instrument ist mit dem neuen Abkommen aber auf absehbare Zeit vom Tisch.<br>\nBesonders problematisch ist zudem die r&uuml;ckwirkende, anonyme Abgeltungssteuer, die ebenfalls Bestandteil des Abkommens ist und faktisch auf eine Amnestie hinausl&auml;uft. Steuerhinterziehung in Millionenh&ouml;he ist aber kein Kavaliersdelikt, sondern ein schweres Verbrechen, das erheblichen Schaden f&uuml;r die Allgemeinheit bedeutet. Entsprechend muss sie auch behandelt werden. Durch das laxe Vorgehen gegen Steuerflucht gehen dem Fiskus j&auml;hrlich zweistellige Milliardenbetr&auml;ge verloren. Reiche Privatpersonen und gro&szlig;e Unternehmen k&ouml;nnen sich so systematisch ihrer Verantwortung f&uuml;r die Finanzierung staatlicher Leistungen entziehen. Einspringen m&uuml;ssen jene, die diese M&ouml;glichkeiten nicht haben, also Arbeitnehmer und Empf&auml;nger staatlicher Transferleistungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.attac.de\/aktuell\/neuigkeiten\/detailansicht\/datum\/2010\/10\/28\/abgeltungssteuerabkommen-mit-der-schweiz-legalisiert-steuerflucht\/?no_cache=1%20\">attac<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Bund der Steuerzahler in der Kritik: &ldquo;Die haben sich unglaubw&uuml;rdig gemacht&rdquo;<\/strong><br>\nMit dem j&auml;hrlich erscheinenden Schwarzbuch &uuml;ber den &ldquo;sorglosen Umgang mit dem Geld der Steuerzahler&rdquo; prangert der Verband in &uuml;ber hundert kleinen Geschichten die &Uuml;beltaten vom Stadtk&auml;mmerer bis zum Bundesfinanzminister an. Am Donnerstag erscheint die mittlerweile 38. Ausgabe.<br>\nDoch der Dauerbrenner ist zugleich Sinnbild f&uuml;r den Verband selbst. So vorhersehbar wie die ewig wiederkehrenden Episoden &uuml;ber teure Dienstreisen und Fehlplanungen ist auch der Ruf des Pr&auml;sidenten Karl Heinz D&auml;ke nach Ausgabenk&uuml;rzungen und Steuersenkungen&hellip;<br>\nUnd auch beim Schwarzbuch scheint es der Steuerzahlerbund offenbar nicht immer ganz genau zu nehmen. Seit Jahren schon beklagt sich der Bundesrechnungshof dar&uuml;ber, dass sich nicht immer alle Vorw&uuml;rfe auch durch Fakten erh&auml;rten lie&szlig;en. &ldquo;Die Milliardensummen, die angeblich verschleudert werden, sind hochgerechnete Zahlen und nur zu einem sehr geringen Teil belegt&rdquo;, sagt Bundesrechnungshof-Pr&auml;sident Dieter Engels.<br>\nUnter Politikern hat der Steuerzahlerbund deshalb kein hohes Ansehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,724006,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es ist klar, dass Politiker allergisch reagieren, wenn ihnen die Verschleuderung von Steuergeldern vorgeworfen wird. Auf die entscheidende Kritik am Steuerzahlerbund geht jedoch auch der Spiegel nicht ein: In dem sich selbst als Interessenvertretung der Steuerzahler aufschwingenden Bund kommen die Steuerzahler zu 60 bis 70 Prozent aus Unternehmen und gewerblichen Mittelstand. Kein Wunder also, dass dieser Bund st&auml;ndig den &bdquo;schlanken&ldquo;, um nicht zu sagen den ausgehungerten Staat propagiert. Dem Steuerzahlerbund geht es auch nicht um Steuergerechtigkeit, so war er immer mit dabei, wenn es um die Senkung von Gewinn- und Verm&ouml;genssteuern ging. Er k&auml;mpft f&uuml;r Privatisierung und danach statt f&uuml;r (sozial gestaffelte) Steuern f&uuml;r gleiche Geb&uuml;hren f&uuml;r die privatisierten Leistungen der Daseinsvorsorge. Vor allem aber geht es dem Steuerzahlerbund um die Senkung oder besser gleich Abschaffung der Sozialabgaben, die privat finanziert werden sollen und am besten mit einer f&uuml;r alle gleich hohen Kopfpauschale. Er geh&ouml;rt zu den sozialstaatsfeindlichen Lobbygruppen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Roland Koch: Lohnender Wechsel<\/strong><br>\nEin Ministerpr&auml;sident von Hessen verdient rund 176.000 Euro plus Spesen (Sachbez&uuml;ge) und Altersversorgung. Ex-Ministerpr&auml;sident Roland Koch (CDU) hat aus seiner Meinung nie einen Hehl gemacht: &bdquo;Politiker verdienen zu wenig &ldquo;, erkl&auml;rte er vor der Landtagswahl Anfang 2008. Zuvor hatte er in seiner Funktion als Aufsichtsratschef des Flughafenbetreibers Fraport das Grundgehalt des Vorstandsvorsitzenden und seines Kassenwarts von 550.000 auf 700.000 Euro erh&ouml;ht. M&ouml;glicherweise mit Blick auf eine dann doch gescheiterte eigene Managert&auml;tigkeit bei Fraport. Jetzt ist ihm vielleicht der gro&szlig;e Sprung gelungen &ndash; ungef&auml;hr eine Verzehnfachung seines Gehalts. Sofern er, wie vermutet, Vorstandsvorsitzender des Baukonzerns Bilfinger und Berger werden sollte. Der Verg&uuml;tungsbericht 2009 gibt Auskunft, was der scheidende Chef Herbert Bodner so 2009 kassierte. So bekommt Bodner ein Grundgehalt von 674.000 Euro, Tantiemen von zuletzt 770.000 Euro, Sachbez&uuml;ge von 50.000 Euro, eine Altersversorgung von 270.000 Euro sowie die PSU. Das steht f&uuml;r Performance Share Unit und ist eine auf k&uuml;nftige Kursgewinne Anreizende Geste der Aktion&auml;re f&uuml;r die Profit puschende Politik des Vorstandes.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/rhein-main\/lohnender-wechsel\/-\/1472796\/4783478\/-\/view\/printVersion\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> Welche Interessenskollisionen &ndash; um ausdr&uuml;cklich das b&ouml;se K-Wort zu vermeiden &ndash; es im Baugesch&auml;ft und insbesondere in der Privatisierungsvariante PPP (Private Public Partnership) gibt, beschreibt Jens <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/4396\/vom-schwarzen-landesfursten-zum-mietkoch\">Berger im Spiegelfechter<\/a>: &bdquo;Bilfinger Berger sieht seine Zukunft vor allem als Dienstleister und PPP-Auftragnehmer zulasten des Steuerzahlers, Roland Koch ist ein bekennender Fan der Privatisierung zulasten des Steuerzahlers. Hier findet zusammen, was zusammen geh&ouml;rt&ldquo;.<br>\nDamit Private Public Partnership in Hessen noch mehr gef&ouml;rdert wird, gibt es dort ein <a href=\"http:\/\/www.hessen.de\/irj\/HMdF_Internet?cid=a9990424ad196fd614c4049f351bec4c\">PPP-Kompetenzzentrum<\/a> (in anderen Bundesl&auml;ndern gibt es so etwas oder so etwas &auml;hnliches auch); dieses Kompetenzzentrum ist dem hessischen Finanzministerium angegliedert und hat einen <a href=\"http:\/\/www.hessen.de\/irj\/HMdF_Internet?cid=d02ea09c7f2e732a47cf09a7dfd11f65\">Beirat<\/a> und einen <a href=\"http:\/\/www.hessen.de\/irj\/HMdF_Internet?cid=6f32a22fd1621c15c59ffae094e5e1bf\">F&ouml;rderverein<\/a>.<br>\nDas Kompetenzzentrum soll an der Realisierung der folgenden Ziele mitwirken:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Definition und Optimierung der PPP-Bedingungen f&uuml;r das Land und die Kommunen<\/em><\/li>\n<li><em>Behebung des kommunalen Investitionsstaus<\/em><\/li>\n<li><em>Belebung des Baumarktes mit besonderem Augenmerk auf mittelst&auml;ndige Unternehmen<\/em><\/li>\n<li><em>Schaffung eines Netzwerks der im PPP-Markt t&auml;tigen Unternehmen, Verb&auml;nde und Institutionen<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Dem Beirat des Kompetenzzentrums geh&ouml;ren u.A. an: Bankenverband Hessen e.V., Bauindustrieverband Hessen\/Th&uuml;ringen e.V., Verband Baugewerblicher Unternehmer Hessen e.V. und die Vereinigung hessischer Unternehmerverb&auml;nde.<br>\nUnd dem F&ouml;rderverein &bdquo;PPP in Hessen&ldquo; (Der Verein &bdquo;PPP in Hessen&ldquo; soll allen am PPP-Prozess Interessierten eine Plattform bieten, sich aktiv an der Entwicklung und Gestaltung von PPP in Hessen zu beteiligen. Wir hoffen, dass der Vereins regen Zuspruch finden wird und das Geschehen rund um Public Private Partnership beleben und voranbringen wird.) geh&ouml;rt u.A. Herr Detlev Knop, Bilfinger Berger AG an.<br>\nZum Thema Interessenkonflikte im kommunalen Dienstleistungssektor Private Public Partnership s. auch &bdquo;<a href=\"\/wp-print.php?p=3460\">PPP und andere Grausamkeinten<\/a>&ldquo;<\/em>.<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Stuttgart 21: Pfeffersprayer war ein Agent Provocateur<\/strong><br>\nDie erste gr&ouml;&szlig;ere Falschbehauptung aus Polizeipr&auml;sidium und Innenministerium, wonach am 30.09.2010 Pflastersteine geflogen seien, musste schein-souver&auml;n zur&uuml;ckgenommen werden&hellip;<br>\nEs gibt gl&uuml;cklicherweise Filmaufnahmen von VersammlungsteilnehmerInnen, die die Abl&auml;ufe nach Ende des offiziellen Videos darstellen. Sie zeigen deutlich, wie der &bdquo;Pfeffer&ldquo;sprayer nach seinem Angriff auf die PolizeibeamtInnen und nach Abtauchen von anderen Vermummten an den Weg geleitet wird. Und wohin wird der T&auml;ter gebracht? Richtig: Zu PolizeibeamtInnen. Mitten in die Reihen der Polizei hinein. War dies gar eine durchgef&uuml;hrte Festnahme? Nat&uuml;rlich nicht. Diese Vorgehensweise dient lediglich der Sicherung des T&auml;ters. Er wurde von seinen KollegInnen zu seinem Schutz in einen Schutzraum geleitet, weil er nur so tat, als w&uuml;rde er den Widerstand gegen &bdquo;Stuttgart 21&ldquo; unterst&uuml;tzen wollen. In Wahrheit<br>\nhandelt es sich um einen von Steuergeldern finanzierten Agent Provocateur, der sogar noch selbst zum T&auml;ter geworden ist, aber straffrei bleiben &bdquo;muss&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nrhz.de\/flyer\/beitrag.php?id=15793%20\">Neue Rheinische Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Mit der Lobbypedia startet heute Deutschlands erstes Online-Verzeichnis mit dem Ziel, Licht in das Dickicht des Lobbyismus zu bringen<\/strong><br>\nLobbypedia ist ein Medium, das auf der selben Software wie die Wikipedia basiert, das in der Startphase allerdings redaktionell betreut wird. Wir haben formal &auml;hnliche Beitr&auml;ge wie die Wikipedia, aber mit einem kritischeren Blick und richten unseren Fokus auf die Verflechtungen von Geld, Macht und Politik. Das ist nat&uuml;rlich ein weites Feld. Wir versuchen daher, dieses Feld h&auml;ppchenweise zu erschlie&szlig;en. Daf&uuml;r haben wir zun&auml;chst drei Themenportale, Bau- und Immobilienlobby und Stuttgart 21, Finanzlobby und Seitenwechsler aufgestellt, die wir nun relativ umfassend erschlie&szlig;en wollen. Wir hoffen, dass wir im n&auml;chsten halben Jahr bei den f&uuml;r uns wichtigen Themen bei Google in die Top 10 kommen, wie es beispielsweise unsere britischen Kollegen von powerbase.info geschafft haben. Wir sind nicht Wikileaks und es ist sicher keine gro&szlig;e Sensation, was wir hier pr&auml;sentieren. Aber wir bem&uuml;hen uns, eine Chronologie [eher: ein kritisches Ged&auml;chtnis?] zu erstellen, in der der Nutzer auch Informationen findet, auf die er woanders nicht ohne weiteres st&ouml;&szlig;t.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/33\/33567\/1.html\">Telepolis<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.lobbypedia.de\/index.php\/Hauptseite\">Lobbypedia<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Wer bleiben will, muss arbeiten<\/strong><br>\nNach Deutschland kommen immer weniger Menschen, nach Spanien immer mehr. In allen L&auml;ndern steht eines im Mittelpunkt: die Arbeit. Zahlen, Gesetze, Politik und Selbstverst&auml;ndnis der europ&auml;ischen L&auml;nder mit den gr&ouml;&szlig;ten Wanderungsbewegungen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2010%2F10%2F27%2Fa0097&amp;cHash=ec63449f87\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Hetzer Wilders lobt Merkel und Seehofer <\/strong><br>\nAusgerechnet der Rechtspopulist und Islamhasser Geert Wilders lobte Merkel und Seehofer daf&uuml;r, &ldquo;die F&uuml;hrung auf dem Gebiet der Islamkritik&rdquo; &uuml;bernommen zu&nbsp;haben.<br>\nIn einer Rede vor dem Parlament in Den Haag bezog sich Wilders auf die &Auml;u&szlig;erungen Seehofers und Merkels zu Problemen bei der Integration von Zuwanderern, die auch in Deutschland bisweilen hitzige Debatten zur Folge hatten. &ldquo;Frau Merkel, Sie haben recht&rdquo;, sagte Wilders in seiner an diesem Mittwoch von der Partei f&uuml;r die Freiheit (PVV) ver&ouml;ffentlichten&nbsp;Rede.<br>\n&ldquo;Wenn selbst die Bundeskanzlerin sagt, dass die multikulturelle Gesellschaft vollkommen gescheitert ist, dann will das etwas hei&szlig;en&rdquo;, sagte Wilders bei einer Parlamentsdebatte &uuml;ber das Programm der von seiner Partei gest&uuml;tzten Minderheitsregierung aus Rechtsliberalen und&nbsp;Christdemokraten.<br>\n&ldquo;Die wichtigste Politikerin der Christdemokraten im wichtigsten Land Europas durchbricht ein Tabu und sagt, wie es ist. Und sie sagt, was Millionen Menschen&nbsp;denken.&rdquo;<br>\nUmgehend lie&szlig; die Kanzlerin &uuml;ber Regierungssprecher Steffen Seibert erkl&auml;ren, sie habe sich nicht &ldquo;islamkritisch&rdquo; ge&auml;u&szlig;ert. Seibert sagte w&ouml;rtlich: &ldquo;Das ist nicht wahr. Man wird die Kanzlerin nicht als Islamkritikerin interpretieren k&ouml;nnen, weil sie nat&uuml;rlich vor einer wichtigen Weltreligion Respekt&nbsp;hat.&rdquo;<br>\nMerkel kritisiere keine Religion, sondern konkretes Fehlverhalten Einzelner. Seibert betonte: &ldquo;Die Bundeskanzlerin &auml;u&szlig;ert ihre &Uuml;berzeugung unabh&auml;ngig davon, wer ihr im In- und Ausland beipflichtet oder widerspricht. Mit Sicherheit macht sie keine &Auml;u&szlig;erungen, um genau aus dieser Ecke Beifall zu&nbsp;bekommen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/geert-wilders-merkel-und-seehofer-lob-vom-hetzer-1.1016645%20\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Zuerst versucht man mit populistischen Stammtischparolen, wie &bdquo;Multikulti ist gescheitert&ldquo; oder wer des &bdquo;christliche Menschenbild&ldquo; nicht akzeptiere, &bdquo;<a href=\"?p=7119%20\">der ist bei uns fehl am Platz<\/a>&ldquo;  den rechtsradikalen Rand in der Gesellschaft zu bedienen und dann, wenn man sich dort auf Merkel oder Seehofer bezieht, um seine ausl&auml;nderfeindlichen Parolen zu propagieren, dann spielt man den Unschuldsengel, wenn man von dieser Seite Beifall erh&auml;lt. Dann war alles anders gemeint. Man z&uuml;ndelt herum und wundert sich, dass Feuer ausbricht und Schuld sind dann die Anderen. Das nennt man &uuml;blicherweise scheinheilig.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Gesetz hilft gegen Zwangsheirat nicht<\/strong><br>\nZwar wei&szlig; man auch nach jahrelangen aufgeregten Debatten noch immer wenig &uuml;ber das wirkliche Ausma&szlig; dieser Menschenrechtsverletzung. Dennoch wird die Union in dieser Frage gern aktiv. So will sie zeigen: Wir tun etwas gegen Parallelgesellschaften, f&uuml;r die unterdr&uuml;ckte muslimische Frau! Das kostet nicht viel, bedient das gern genutzte Bild von den r&uuml;ckst&auml;ndigen Muslimen und lenkt wunderbar ab von anderen Vers&auml;umnissen. Die Koalition will Zwangsheirat als eigenst&auml;ndigen Straftatbestand definieren, der mit bis zu f&uuml;nf Jahren Haft geahndet werden kann. Diese Strafe aber kann bereits heute f&uuml;r eine Zwangsehe verh&auml;ngt werden.<br>\nPositiv ist allein, dass die Union ihre jahrelange Blockade gegen ein l&auml;ngeres R&uuml;ckkehrrecht von zwangsverheirateten Frauen endlich fallen l&auml;sst. Frauen, die in Deutschland gelebt haben und gegen ihren Willen im Ausland festgehalten werden, sollen k&uuml;nftig nach Deutschland zur&uuml;ckkommen k&ouml;nnen. Diesen Fortschritt aber konterkariert die Koalition durch eine gravierende Verschlechterung an anderer Stelle: Aus dem Ausland nachgezogene EhepartnerInnen m&uuml;ssen k&uuml;nftig wieder drei statt bislang zwei Jahre verheiratet sein, um ein eigenst&auml;ndiges Aufenthaltsrecht zu bekommen. F&uuml;r Frauen, die nach Deutschland zwangsverheiratet werden, hei&szlig;t das: ein Jahr l&auml;nger in einer Ehe, die bestenfalls ungewollt, schlimmstenfalls massiv gewaltt&auml;tig ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=a1&amp;dig=2010%2F10%2F28%2Fa0083&amp;cHash=b027051b3e\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Genossin Nahles will Laizisten in der SPD ausbremsen<\/strong><br>\nVor zwei Wochen hat sich in Berlin ein &raquo;Arbeitskreis Laizistinnen und Laizisten in der SPD&laquo; konstituiert. 50 Sozialdemokraten, darunter Ingrid Matth&auml;us-Maier und Rolf Schwanitz, der ehemalige Staatsminister im Kanzleramt, beschlossen zehn Forderungen f&uuml;r eine konsequente Trennung von Staat und Kirche. Einer der in Berlin gew&auml;hlten Sprecher der Gruppe ist Michael Bauer aus N&uuml;rnberg. Er ist seit 1993 SPD-Mitglied und seit 2000 Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Humanistischen Verbands N&uuml;rnberg:<br>\n&ldquo;Es gibt in der SPD Arbeitskreise von Christinnen und Christen, von j&uuml;dischen Mitgliedern, vielleicht wird es irgendwann auch mal einen f&uuml;r Muslime geben, und da hat sich eine Gruppe von Sozialdemokraten gesagt: Alles sch&ouml;n und gut, aber die Interessen der nichtreligi&ouml;sen, der konfessionsfreien Menschen in der Partei m&uuml;ssen auch Geh&ouml;r finden.&nbsp; Wir fordern die Trennung von Staat und Kirche mit dem Ziel, dass endlich &uuml;ber eine Neuformulierung des Verh&auml;ltnisses zwischen dem Staat und den Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften diskutiert wird. Zu unserem Ansatz der Trennung von Staat und Kirche geh&ouml;ren zwei Grundforderungen. Zum einen fordern wir, bei bestimmten Themen eine negative Gleichbehandlung von allen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften. Denn angesichts bestimmter Kirchenprivilegien, die sich &uuml;ber die Jahrhunderte aufgebaut haben, kann man sich nur an den Kopf fassen. Dazu geh&ouml;rt, dass deutsche Bisch&ouml;fe nicht etwa von den Kirchen oder von Kirchensteuereink&uuml;nften bezahlt werden, sondern vom Steuerzahler aus dem Staatshaushalt. In Bayern werden sowohl der evangelische Landeskirchenrat mit dem Landesbischof an seiner Spitze als auch s&auml;mtliche katholischen Bisch&ouml;fe und au&szlig;erdem Domdignit&auml;re, -kapitulare, Pfarrh&auml;user und so weiter aus dem Staatshaushalt aus allgemeinen Steuermitteln &shy;finanziert. Was hat so eine Regelung im 21.&thinsp;Jahrhundert noch zu suchen? &hellip;<br>\nAber es stimmt, dass die Generalsekret&auml;rin Andrea Nahles, die ja selbst ein Buch geschrieben hat &uuml;ber ihre katholische Fr&ouml;mmigkeit, uns untersagt hat, den Namen SPD zu verwenden, ebenso wie den Begriff &raquo;sozialdemokratisch&laquo;. Anscheinend versucht die Genossin Nahles &uuml;ber den Weg des Markenrechts Dinge auszubremsen, die ihr nicht gefallen. Das nehme ich mit einem gewissen Am&uuml;sement zur Kenntnis. Wir haben die Homepage darum umbenannt in &raquo;laizistische-sozis.de&laquo; und sind auf eine andere Domain umgezogen. &hellip;&nbsp; Wir wollen ja nicht die Kirchen abschaffen oder den Leuten ihren Glauben ausreden. Und wir sagen auch nicht, das habe alles keinen Platz in der SPD. Aber es kann ja wohl auch nicht sein, dass andersherum nichtreligi&ouml;se Menschen keinen Platz in der SPD haben sollen. Die SPD ist eine Volkspartei, die das gesamte Spektrum der Gesellschaft repr&auml;sentieren sollte. Und 40 Prozent der Menschen in Deutschland sind nun mal nicht religi&ouml;s. &hellip; Nat&uuml;rlich gibt es christlich-j&uuml;dische Werte, die in die Tradition unserer Kultur eingeflossen sind, das ist selbstverst&auml;ndlich. Es sind aber nicht die einzigen Werte, die unsere Gesellschaft ausmachen. Dazu geh&ouml;ren auch Werte aus Humanismus und Aufkl&auml;rung, wie Selbstbestimmung und Toleranz. Abgesehen davon w&uuml;rde es mich interessieren, was genau solch ein &raquo;christlich-j&uuml;discher Wert&laquo; sein soll. Wenn damit die Menschenw&uuml;rde und die Menschenrechte gemeint sind, dann muss man darauf hinweisen, dass der Vatikan, als Repr&auml;sentant der katholischen Kirche, die entsprechende europ&auml;ische Charta bis heute nicht anerkannt hat.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2010\/43\/41979.html\">Jungle-World<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Ehemalige R&uuml;tli-Schule: Vom Schlachtfeld zum Bildungsidyll<\/strong><br>\nEingetretene T&uuml;ren, Attacken auf Lehrer, Chaos im Unterricht &ndash; die R&uuml;tli-Schule galt jahrelang als Inbegriff von Schulterror. Das &auml;ndert sich: Im Problembezirk Berlin-Neuk&ouml;lln entsteht eine vorbildliche Bildungsoase. Die benachbarten Schulen dagegen darben weiter.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/schulspiegel\/wissen\/0,1518,724761,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> So bedauerlich es ist, dass nur einer, vor allem durch die Medien bekannt gewordenen Schule geholfen wurde und anderen Schulen nicht die gleiche Therapie zuteil wird, eines wurde klar demonstriert: Es geht. Wer meint, dass vor allem Migranten eine Bringschuld h&auml;tten &ndash; Sarrazin fordert eine klare &bdquo;Erwartungskultur&ldquo; gegen&uuml;ber Migranten &ndash; , wird im Fall der R&uuml;tlischule eines anderen belehrt. Es ist unser Einsatz, der der Nicht-Migranten, in der Hauptsache der Berliner Senat also der Staat, der diesen Jugendlichen neue Perspektiven er&ouml;ffnet. Festangestellte Schulsozialarbeiter und interkulturelle Moderatoren halten Kontakt zu den meist t&uuml;rkischen und arabischen Eltern und &uuml;bersetzen f&uuml;r die Lehrer bei Hausbesuchen, wenn die Eltern nicht gut Deutsch sprechen. Neue Freizeitangebote wurden geschaffen. Um Problemsch&uuml;ler k&uuml;mmert sich ein Netz von Schulpsychologen, Mitarbeitern des Jugendamtes und der Polizei. Es liegt an uns, den Wahlb&uuml;rgern, von der Politik zu verlangen, die Mittel f&uuml;r solche Programme zur Verf&uuml;gung zu stellen, damit dieses Geschw&auml;tz von der &bdquo;Selbstabschaffung&ldquo; verschwindet. Die Erfolge an der ehemaligen R&uuml;tlischule mit 90 Prozent Sch&uuml;lern aus nichtdeutschen Familien lassen sich auf viele Schulen in sozialen Brennpunkten der Republik &ndash; nicht mit Migrationshintergrund &ndash; &uuml;bertragen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Bachelor im Niemandsland<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Hartz IV statt Master-Studium<\/strong><br>\nBald k&ouml;nnten es zehntausende Studierende sein, die keinen Master-Studienplatz mehr bekommen, prophezeit Florian Keller, Sprecher der Studierendenvertretungen. Denn in diesem Semester konkurrieren nur die ersten Bachelor-Absolventen um einen Master-Platz. Die Masse der Bachelor-Studenten werde erst n&auml;chstes Jahr fertig, sagt GEW-Vorstand Keller. Er fordert daher, das Bildungsministerium solle mit einem Bundesgesetz f&uuml;r das Recht auf ein Master-Studium sorgen. Das Ministerium wies diese Forderung auf Anfrage der Berliner Zeitung gestern zur&uuml;ck. Ihm sei von einem bundesweiten Mangel an Masterstudienpl&auml;tzen nichts bekannt. Es sei auch nicht seine Aufgabe, dar&uuml;ber Statistik zu f&uuml;hren. Ein Gesetz auf Bundesebene &ldquo;steht nicht zur Debatte&rdquo;, so eine Sprecherin. Ein solches liege nicht in der Zust&auml;ndigkeit des Bundes.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/archiv\/.bin\/dump.fcgi\/2010\/1027\/politik\/0042\/index.html%20\">Berliner Zeitung<\/a><\/li>\n<li><strong>Da bleiben massenhaft Leute auf der Strecke<\/strong><br>\nDer &raquo;Bachelor&laquo;-Hochschulabschluss wird f&uuml;r viele zur Sackgasse: Der &raquo;Master&laquo; ist oft nicht m&ouml;glich. Ein Gespr&auml;ch mit Florian Keller, Vorstandsmitglied beim &raquo;freien zusammenschlu&szlig; von studentInnenschaften&laquo; (fzs), dem bundesweiten Dachverband von Studierendenvertretungen:<br>\n&ldquo;Gegenw&auml;rtig schlie&szlig;en noch sehr viele Studierende mit Diplom oder Magister ab. Erst im n&auml;chsten Jahr wird das Gros der ersten Generation von Bachelor-Studierenden fertigwerden und in gro&szlig;er Zahl einen Master anstreben. Dann wird der Mangel auf alle F&auml;lle zum Massenph&auml;nomen. Wir rechnen mit Zehntausenden, die gezwungenerma&szlig;en zun&auml;chst kein Master-Studium aufnehmen k&ouml;nnen. &hellip; Wer Lehrer im geregelten Schuldienst werden will, braucht einen Master. Mit dem Bachelor kann man vielleicht einen Volkshochschulkurs leiten, letztlich steht da f&uuml;r viele eine berufliche Umorientierung an. Und trotzdem bekommen die Absolventen reihenweise den Weg zum Master verbaut, selbst jene mit besten Noten. Das ist hochgradig ungerecht und f&uuml;hrt au&szlig;erdem zu einer grotesken Situation: &Uuml;berall in Deutschland wird &uuml;ber akuten Lehrermangel geklagt, und jene, die Lehrer werden wollen, hindert man daran. Hier hakt es im System. &hellip; Der Bachelor h&auml;lt einfach nicht das, was seine Verfechter versprochen haben. Er taugt oft nicht zum berufsqualifizierenden Regelabschluss. Das belegen auch die Befunde der angesprochenen Studie des Internationalen Zentrums f&uuml;r Hochschulforschung in Kassel: Die Chancen, einen Job zu finden, stehen vergleichsweise schlecht, und auch die Bezahlung f&auml;llt deutlich geringer aus, verglichen mit Absolventen der klassischen Studienabschl&uuml;sse.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/10-29\/056.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>GEW: Ohne Wehrpflicht fehlen 70.000 Studienanf&auml;ngerpl&auml;tze<\/strong><br>\nDie Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat Bund und L&auml;nder gemahnt, das &bdquo;Programm zur Aufnahme zus&auml;tzlicher Studienanf&auml;nger (Hochschulpakt 2020)&ldquo; schnellstm&ouml;glich aufzustocken. &bdquo;Wenn die Wehrpflicht zum 1. Juli 2011 wie angek&uuml;ndigt ausgesetzt wird, brauchen wir 70.000 zus&auml;tzliche Studienanf&auml;ngerpl&auml;tze. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und L&auml;ndern muss daher in ihrer heutigen Sitzung die Weichen f&uuml;r einen entsprechenden Ausbau der Studienkapazit&auml;ten stellen&ldquo;, unterstrich das f&uuml;r Hochschulen verantwortliche GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gew.de\/GEW_Ohne_Wehrpflicht_fehlen_70.000_Studienanfaengerplaetze.html\">GEW<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Die Schuldenbremse als Bildungsbremse<\/strong><br>\nAnfang Juni hat die Bundesregierung ein Sparpaket vorgelegt, um damit den Vorgaben der im Grundgesetz verankerten &bdquo;Schuldenbremse&ldquo; nachzukommen. Unter dem Motto &ldquo;Wir leben &uuml;ber unsere Verh&auml;ltnisse!&rdquo; wird bei den Ausgaben der Rotstift angesetzt. In Hessen hat dies bereits zu K&uuml;rzungen im Bildungsbereich gef&uuml;hrt. Wer aber genauer hinsieht, stellt fest, dass die Ausgabenentwicklung keineswegs dramatisch ist. Und ein kritischer Blick auf Einnahmenseite zeigt: In Wirklichkeit ist das Haushaltsdefizit die Folge drastischer Steuersenkungen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.gew.de\/Binaries\/Binary67213\/Flugi_A3_web.pdf\">GEW [PDF &ndash; 106 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Der furchteinl&ouml;sende Stachel des Gesetzes <\/strong><br>\nAus den USA wird erneut eine &raquo;sting operation&laquo; des FBI gemeldet. Gemeint ist eine von Agenten der Bundespolizei in Szene gesetzte &raquo;terroristische Verschw&ouml;rung&laquo;. Der Begriff kommt vom Wort &raquo;sting&laquo;, das als Substantiv Stachel und als Verb anstacheln, jemanden zu etwas veranlassen, bedeutet. Solche Operationen, bei denen naive Menschen von Agenten in angebliche Anschlagpl&auml;ne verwickelt und manchmal sogar mit nicht funktionsf&auml;higen &raquo;Bomben&laquo; ausger&uuml;stet werden, finden in den Vereinigten Staaten regelm&auml;&szlig;ig statt. Sie sollen die Furcht sch&uuml;ren und wach halten, dass eine zunehmende Zahl von Einwohnern der USA bereit sei, sich am &raquo;weltweiten Dschihad&laquo; zu beteiligen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/10-29\/036.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>M&uuml;llhalde des Nordens<\/strong><br>\nGlobalisierung konkret: In immer gr&ouml;&szlig;eren Mengen wird Elektronikschrott aus Industriestaaten in Armutsregionen der Welt &raquo;entsorgt&laquo;. In den Industrienationen gibt es genaue Vorschriften und Entsorgungswege. Doch es mangelt immer wieder an der Durchsetzung der Gesetze und an Kontrollen. Ungeachtet des Basler Rahmenabkommens schippern ganze M&uuml;llflotten &uuml;ber die Weltmeere, um die ausgeworfenen Reste einer wachstumsorientierten Welt&ouml;konomie bei den Schw&auml;chsten abzuladen. Der aktuelle Fall best&auml;tigt zudem, da&szlig; Nigeria neben Indien und China zu einem bevorzugten Zielort der &raquo;schwarzen Entsorgung&laquo; geworden ist. Gesundheitsgef&auml;hrdend bis hochgiftig ist vieles, was an einzelnen Stoffen in der modernen Elektronik verbaut ist. Blei in den Bildschirmen von Computern, in den &auml;lteren Modellen auch noch Arsen. Im PC selbst stecken Kadmium, Selen oder Chrom. Mobiltelefone bestehen gar aus bis zu 45 chemischen Elementen. Darunter befinden sich die bei direktem Kontakt mit dem menschlichen Organismus besonders gef&auml;hrlichen Blei, Beryllium und Antimon. W&auml;hrend die Giftstoffe zum Teil als f&uuml;r die technische Funktionalit&auml;t unabdingbar gelten und im Ger&auml;t in der Regel gut gesch&uuml;tzt verbaut sind, kann jede unqualifizierte Demontage sie freisetzen. Dies ist nicht nur f&uuml;r die Umwelt, sondern auch f&uuml;r die Menschen, die dies ohne Schutz tun, eine erhebliche Gef&auml;hrdung. Denn in L&auml;ndern wie Indien oder Nigeria wird oft unter primitivsten (billigsten) Bedingungen versucht, das zu gewinnen, was noch wertvoll ist.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/10-29\/026.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Blo&szlig; nicht zum Griechen<\/strong><br>\nDie EU zwingt Griechenland die alleinige Verantwortung f&uuml;r zehntausende Fl&uuml;chtlinge auf. Das Land ist &uuml;berfordert, die humanit&auml;ren Zust&auml;nde sind katastrophal. Nach dem Wahlsieg der sozialdemokratischen Pasok im Herbst 2009 besuchte der neue stellvertretende Innenminister Spyros Vouyia das Lager Pagani und fand es &ldquo;schlimmer als Dantes Inferno&rdquo;. Doch erst als die zu jenem Zeitpunkt schon seit Wochen anhaltenden Revolten fortdauerten und die Gefangenen aus Verzweiflung Br&auml;nde in ihren Zellen legten, schloss die Regierung das Lager vorl&auml;ufig. K&uuml;rzlich besuchten Aktivisten von Welcome to Europa mit ehemaligen Gefangenen den heute leer stehenden Komplex. Unter ihnen ist der junge Afghane Aziz Sultani. Als er eine der Fabrikhallen aus grauem Beton betritt, geht er zielstrebig auf eines der Doppelstockbetten aus rostigem Metall zu. &ldquo;Das war meins&rdquo;, sagt er. Wochenlang hat er darin geschlafen. Und damit hatte er noch Gl&uuml;ck. &ldquo;Wir haben es gez&auml;hlt: An einem Tag waren 254 Leute hier drin&rdquo;, sagt Sultani. F&uuml;r sie gab es 39 Stockbetten aus Metall, darin d&uuml;nne, zerschlissene Matratzen. In einer Ecke sind zwei mit Seitenblechen verdeckte L&ouml;cher im Boden, die Toiletten. Daneben eine kleine Zelle, die einzige Dusche. Jedem Gefangenen standen 2,5 Quadratmeter zur Verf&uuml;gung &ndash; wegen der doppelten Zellengr&ouml;&szlig;e haben H&auml;ftlinge in Deutschland schon Schadenersatz zugesprochen bekommen. &ldquo;Die Toiletten sind st&auml;ndig &uuml;bergelaufen, dann floss das Wasser &uuml;ber den Boden, auf dem die Menschen lagen, f&uuml;r die es keine Betten mehr gab&rdquo;, erz&auml;hlt Sultani. &ldquo;Es war unertr&auml;glich hei&szlig;, viele wurden krank. Niemand wusste, wie lange wir hier bleiben sollten und was danach mit uns passieren w&uuml;rde.&rdquo;<br>\n&ldquo;Angesichts des akuten Geldmangels ist es unwahrscheinlich, dass sich die Situation der Fl&uuml;chtlinge in Griechenland verbessert&rdquo;, glaubt&nbsp; Migrationsforscher Kasparek. &ldquo;Die neue Regierung hat mehrfach solche Absichtserkl&auml;rungen abgegeben, tats&auml;chlich hat sich die Lage aber weiter verschlechtert.&rdquo; Die neuen Pl&auml;ne sollen &ldquo;lediglich der EU und den Gerichten signalisieren, dass sich etwas bewegt&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2010%2F10%2F28%2Fa0137&amp;cHash=93fbe1c3bb\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Haiti in den Zeiten der Cholera<\/strong><br>\nDer Mangel an Trinkwasser und verunreinigtes Wasser, erkl&auml;ren Helfer vor Ort, seien nach wie vor eines der gro&szlig;en Probleme Haitis. Gem&uuml;se liege in den M&auml;rkten regelrecht im Dreck und werde nur unzureichend erhitzt konsumiert. Ein 16-Liter-Kanister mit Trinkwasser kostet inzwischen 200 Gourdes, umgerechnet etwas mehr als vier Euro. Das ist unerschwinglich f&uuml;r den Gro&szlig;teil der Bev&ouml;lkerung, die zu vier F&uuml;nftel mit durchschnittlich 77 Eurocent am Tag ihren Lebensunterhalt bestreiten muss. Viele Menschen sind daher regelrecht gezwungen, kontaminiertes Wasser aus dem Fluss zu nutzen &ndash; nicht nur f&uuml;r die W&auml;sche und zum Baden, sondern auch f&uuml;rs Kochen und zum Trinken.<br>\nDiese Probleme h&auml;tten sich seit dem Erdbeben vom Januar, das rund 300.000 Tote forderte, noch versch&auml;rft, sagt der Hospitalmanager des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Haiti, Andreas Fabricius. Das DRK betreibt seit dem Erdbeben ein gro&szlig;es Behelfskrankenhaus in Carrefour. Eine der Ursachen f&uuml;r den Ausbruch der Cholera sieht Fabricius in den schweren Regenf&auml;llen der letzten Wochen, die zu &Uuml;berschwemmungen gef&uuml;hrt h&auml;tten und auch dazu, dass Latrinen &uuml;bergelaufen seien. Die Koordinatorin der deutschen Hilfsorganisation Humedica, Caroline Klein, warnt davor, von einer Eind&auml;mmung der Suche zu reden. Das Gegenteil sei der Fall: &ldquo;Wir wissen, dass die Cholera sich im Norden weiter ausbreitet und es einen gro&szlig;en Bedarf an Hilfe gibt. Die Situation ist definitiv nicht unter Kontrolle und es gibt noch immer betroffene Orte, die komplett ohne medizinische Versorgung sind&rdquo;, hei&szlig;t es in einer Erkl&auml;rung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=au&amp;dig=2010%2F10%2F28%2Fa0117&amp;cHash=719cf7aeba\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Die EU schafft sich ab &ndash; Rezension vonHeiner Flassbecks &bdquo;Die Marktwirtschaft des 21. Jahrhunderts&ldquo;<\/strong><br>\nBei seinem neuesten Buch &bdquo;Die Marktwirtschaft des 21. Jahrhunderts&ldquo; handelt es sich weniger um einen Beitrag zur aktuellen Finanzkrise, wenngleich diese nat&uuml;rlich auch behandelt wird, sondern vielmehr um einen makro&ouml;konomischen Blick auf die sowohl in Deutschland wie auch global (vor-)herrschende Wirtschaftspolitik und ihre theoretischen Grundlagen. Solle der &bdquo;Traum, Europa auf Dauer zu einem funktionierenden Wirtschafts- und Politikgebilde zu formen&ldquo;, nicht schon bald zum Alptraum werden, bed&uuml;rfe es einiger Einsichten, die in fundamentale wirtschaftspolitische Neuausrichtungen m&uuml;nden m&uuml;ssten.<br>\nZentral f&uuml;r Flassbecks Analyse ist die Zur&uuml;ckweisung der einzelwirtschaftlichen beziehungsweise unternehmerischen Sicht in Fragen der Volkswirtschaft und in Fragen des internationalen Handels. Denn was f&uuml;r einen Unternehmer betriebswirtschaftlich sinnvoll sei, k&ouml;nne makro&ouml;konomisch und global sch&auml;dlich sein. Er attestiert dem neoliberalen Mainstream-Diskurs, diesen Unterschied weitestgehend misszuverstehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.literaturkritik.de\/public\/rezension.php?rez_id=14924\">Literaturkritik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Atomdebatte im Bundesrat<\/strong>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/101029_atomdebatte_im_bundesrat.jpg\" alt=\"Atomdebatte im Bundesrat\"><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.harmbengen.de\/Zeitungscartoons.html\">Harm Bengen<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Arbeitsmarkt; getarnte Werbung; Wirtschaftskrise kostet NRW-Kommunen 2010 drei Milliarden Euro; Deutsche Bank auf Expansionskurs; Abkommen mit der Schweiz legalisiert Steuerflucht; Roland Kochs lohnender Wechsel; Pfeffersprayer war ein Agent Provocateur; Lobbypedia; wer bleiben will, muss arbeiten; Hetzer Wilders lobt Merkel und Seehofer; Gesetz hilft gegen Zwangsheirat nicht; Nahles will Laizisten<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7221\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-7221","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7221","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7221"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7221\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7231,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7221\/revisions\/7231"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7221"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7221"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7221"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}