{"id":72326,"date":"2021-05-12T09:00:22","date_gmt":"2021-05-12T07:00:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72326"},"modified":"2021-05-12T17:02:39","modified_gmt":"2021-05-12T15:02:39","slug":"russland-und-die-eu-in-den-schuetzengraeben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72326","title":{"rendered":"Russland und die EU: In den Sch\u00fctzengr\u00e4ben"},"content":{"rendered":"<p>Der Journalist Hubert Seipel kann in seinem Buch &bdquo;Putins Macht &ndash; Warum Europa Russland braucht&ldquo; mit Insiderkenntnissen und einem globalen Blick &uuml;berzeugen. Seipel stellt wichtige Fragen: Wie war das mit der angeblichen russischen Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Trump? Was geschah in der Ukraine? Wieso ist Europa so tief gespalten? Warum setzt Merkel die Beziehungen zu Russland aufs Spiel? Eine Rezension von <strong>Irmtraud Gutschke<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_2636\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-72326-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210512_Russland_und_die_EU_In_den_Schuetzengraeben_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210512_Russland_und_die_EU_In_den_Schuetzengraeben_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210512_Russland_und_die_EU_In_den_Schuetzengraeben_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210512_Russland_und_die_EU_In_den_Schuetzengraeben_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=72326-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210512_Russland_und_die_EU_In_den_Schuetzengraeben_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"210512_Russland_und_die_EU_In_den_Schuetzengraeben_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Getreu dem bekannten Bild mit Marx, Engels, Lenin sind auf dem Umschlag dieses Buches Merkel, Macron und Putin zusammenmontiert. Als ob &bdquo;Putins Macht&ldquo; in solcher Dreieinigkeit best&uuml;nde. Dabei scheinen im Gegenteil die Beziehungen zwischen der EU und Russland auf einem Tiefpunkt angelangt zu sein. Russland im Allgemeinen und sein Pr&auml;sident insbesondere sind medial in einem Ma&szlig;e d&auml;monisiert, dass sich auf dieser Klaviatur der Gef&uuml;hle wirkm&auml;chtig spielen l&auml;sst. Insofern suggeriert der Titel  &bdquo;Putins Macht&ldquo;, marketingtechnisch geschickt, sogar etwas, das der Autor gar nicht ausdr&uuml;cken wollte: eine St&auml;rke, vor der man sich f&uuml;rchten soll.<\/p><p>&bdquo;Kaum jemand kennt die russische Politik und Wladimir Putin so gut wie Hubert Seipel&ldquo;, wirbt der Verlag im Klappentext. Nach seinen Jahren bei &bdquo;Stern&ldquo; und &bdquo;Spiegel&ldquo; hat sich der inzwischen 71-J&auml;hrige als investigativer Fernsehreporter einen Namen gemacht. 2011 und 2012 konnte er als erster westlicher Journalist &uuml;ber Monate Wladimir Putin begleiten. Auf ARD, NDR, MDR, rbb und Servus TV wurde 2012 sein Film &bdquo;Ich, Putin &ndash; ein Portr&auml;t&ldquo; gesendet. 2015 erschien sein Bestseller &bdquo;Putin. Innenansichten der Macht&ldquo;. Er hat das weltweit erste Fernsehinterview mit Edward Snowden gef&uuml;hrt, zu brisanten Themen wie China, Afghanistan, Syrien ebenso recherchiert wie zur Bankenrettung, dem NSA-Skandal. &hellip; Aus einem weiten geopolitischen Horizont heraus genau zu argumentieren und packend zu formulieren &ndash; zu dieser seiner St&auml;rke kommt hier hinzu, dass er das Vertrauen des russischen Pr&auml;sidenten gewann und behielt. Wom&ouml;glich hat Angela Merkel &ouml;fter mit Putin telefoniert, als wir wissen, aber Hubert Seipel sa&szlig; mit ihm am 6. Januar 2020 im Flugzeug nach Syrien, wo ein Treffen mit Baschar al-Assad verabredet war. Am Abend zuvor, nach dem traditionellen Weihnachtsgottesdienst in St. Petersburg, hatte der Pr&auml;sident ihn kurzfristig eingeladen, ihn zu begleiten, sodass er danach mit ihm &uuml;ber Syrien und Irak sprechen konnte. Die russische Maschine flog weiter nach Ankara zu einem Treffen mit Erdogan. Keinen ausl&auml;ndischen Politiker habe Putin in den vergangenen zw&ouml;lf Monaten h&auml;ufiger getroffen als ihn, hei&szlig;t es. Und was mir schon nicht mehr klar war: dass es, wie aus diesem Buch zu erfahren, die T&uuml;rkei gewesen ist, die 2015 dem Fl&uuml;chtlingsstrom nach Europa den Weg freigemacht hat.<\/p><p><strong>Weltpolitik und Diplomatie: Alles steht miteinander im Zusammenhang <\/strong><\/p><p>Warum Angela Merkel darauf reagierte, wie sie es tat, und was die Folgen waren &ndash; in welcher politischen Zwickm&uuml;hle sich politische Akteure immer wieder befinden, ja, wie Politik &uuml;berhaupt ein schwieriges Ausbalancieren ist zwischen &auml;u&szlig;eren und inneren Verh&auml;ltnissen, aber auch zwischen unterschiedlichen Interessen und einzelnen Personen, Hubert Seipel macht das auf eine Weise sinnf&auml;llig, wie es in einer Atmosph&auml;re schneller Urteile eine Seltenheit ist. Sein Blick auf die Weltpolitik ist alles andere als eindimensional und ber&uuml;cksichtigt zudem, dass die Akteure zwar nicht nur aus sich selbst heraus entscheiden, dass sie aber auch ihre pers&ouml;nlichen Pr&auml;gungen haben. Die US-Politik wird man, nach seinen Worten, zum Beispiel nicht verstehen ohne den Traum von der amerikanischen Einzigartigkeit, &bdquo;jener evangelikalen Vorstellung der wei&szlig;en Siedler in der Neuen Welt, in einem H&ouml;heren Auftrag zu handeln&ldquo;. Und wir Deutschen haben einstigen Chauvinismus ebenso nicht ganz abgelegt. Hinter jedem Staat steht eine lange Geschichte von K&auml;mpfen und Dem&uuml;tigungen. Eigentlich muss Diplomatie aus diesem Wissen heraus auch eine Einf&uuml;hlung in die Situation des jeweils Anderen entwickeln, was umso schwieriger ist, wenn unterschiedliche Interessen zusammensto&szlig;en. <\/p><p>Dieses komplizierte Gef&uuml;ge anhand konkreter weltpolitischer Situationen nachvollziehbar zu machen, macht dieses Buch so wichtig. Alles steht miteinander im Zusammenhang. Der Irak-Krieg, das ber&uuml;chtigte Gef&auml;ngnis Abu-Ghraib und der IS, der Syrien-Krieg und die Interessen, die einzelne L&auml;nder damit verbinden: Saudi-Arabien, Quatar, T&uuml;rkei, Iran &hellip; Und au&szlig;erdem gibt es noch &Ouml;lvorkommen und Milit&auml;rst&uuml;tzpunkte. Wie war das mit der angeblichen russischen Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Trump? Was geschah in der Ukraine? Warum hat sich Wolodymyr Selenskyj, der nach der Abwahl Poroschenkos doch zuweilen als Hoffnungstr&auml;ger gehandelt wurde, zum Scharfmacher gemausert? Wieso ist Europa so tief gespalten? Welche Bedeutung haben Lubliner Dreieck und Vi&scaron;egrad-Gruppe? Polens Tragik, Russlands Stolz und Schmerz, Deutschlands &Uuml;berlegenheitskomplex &ndash; wie soll es da Verst&auml;ndigung  geben? <\/p><p><strong>Warum setzt Merkel die Beziehungen zu Russland aufs Spiel?<\/strong><\/p><p>Hubert Seipel braucht nicht dauernd zu betonen, wie wichtig gute Beziehungen zu Russland sind. Der Untertitel &bdquo;Warum Europa Russland braucht&ldquo; zielt auf Leser, die in dieser Hinsicht mit ihm einig sind, und das sind mehr, als man in den Machtetagen meint. Diese Menschen k&ouml;nnen mit deutscher und europ&auml;ischer Au&szlig;enpolitik immer weniger anfangen. Etwas geht &uuml;ber ihren Kopf hinweg. Dass die Berliner Wirtschaftssenatorin Ramona Popp (Gr&uuml;ne) sich Ende April im Kabinett des Regierenden B&uuml;rgermeisters Michael M&uuml;ller (SPD) mit einem Veto gegen Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) durchsetzte, die vor dem Hintergrund des Impfstoffmangels gr&uuml;nes Licht f&uuml;r Verhandlungen mit dem russischen Hersteller von &bdquo;Sputnik V&ldquo; wollte &ndash; ist nicht nur f&uuml;r mich emp&ouml;rend. Was von der Gr&uuml;nen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock zu erwarten w&auml;re &ndash; die US-Administration k&ouml;nne sich auf sie &bdquo;verlassen&ldquo;, um Sanktionen durchzusetzen &ndash; hat auch Hubert Seipel bemerkt. Aber die Hitze der Aufregungsproduktion ist seine Sache weniger als rational-k&uuml;hle   Analyse dessen, was in den internationalen Beziehungen so schwierig ist.<\/p><p>Immer wieder st&ouml;&szlig;t man beim Lesen auf zeitliche Zusammenh&auml;nge, die aufmerken lassen. Gerade scheint sich etwas zu normalisieren, da geschieht etwas, das alles zunichtemacht. Dass Angela Merkel seit 2018 einen neuen au&szlig;enpolitischen Berater hat, erfahre ich aus diesem Buch. Jan Hecker, ein ehemaliger Richter, habe den &bdquo;russophoben Transatlantiker Christoph Heusgen abgel&ouml;st, der f&uuml;r die harte Politik der Kanzlerin gegen&uuml;ber Moskau mitverantwortlich war&ldquo;. Aber der &bdquo;Kurswechsel&ldquo;, auch im Zusammenhang mit Macrons Politik, mehr auf europ&auml;ische Souver&auml;nit&auml;t zu setzen, hielt nicht lange vor. &bdquo;Seit dem Anschlag auf Nawalny haben die deutsch-russischen Beziehungen einen neuen Tiefpunkt erreicht&ldquo;, konstatiert Seipel und widmet dem Thema 29 Seiten voller aufschlussreicher Informationen: Wie ist der umtriebige Oppositionelle einzusch&auml;tzen? Spricht es f&uuml;r Angela Merkels schwache Position im letzten Amtsjahr, dass sie mit ihrem Agieren im &bdquo;Fall Nawalny&ldquo; die Beziehungen zu Russland aufs Spiel setzte? Und wieso hat Putin Nawalnys Verlegung nach Deutschland zugestimmt? Dessen politische Instrumentalisierung d&uuml;rfte f&uuml;r ihn doch keine &Uuml;berraschung gewesen sein. Wer sind Nawalnys Hinterm&auml;nner? <\/p><p><strong>Russland und die deutschen Medien<\/strong><\/p><p>Ja, &uuml;berhaupt, welche Personen stehen hinter welchen Politikern? Und welche Rolle spielen die Medien? Erst j&uuml;ngst blendete die &bdquo;Tagesschau&ldquo; kommentarlos jenen angeblichen &bdquo;Putin-Palast&ldquo; am Schwarzen Meer ein, von dem man inzwischen wei&szlig;, dass es eine Computer-Animation ist. Aber Nawalnys Film-Machwerk, das er in Deutschland drehte und im Internet ein millionenfaches Publikum fand, hat ja tats&auml;chlich in Russland f&uuml;r Demonstrationen gesorgt. Sein Hungerstreik hatte Wirkung bis nach Br&uuml;ssel und nach Washington. &bdquo;Putin ist eine destruktive Kraft der Weltpolitik&ldquo;, titelte der Spiegel am 28.8.2020 und kn&uuml;pfte daran weitreichende Forderungen: &bdquo;Keine Macron-Alleing&auml;nge mehr, keine Projekte &agrave; la Nordstream, daf&uuml;r eine einheitliche Position zu den Sanktionen und den Konfliktherden Libyen, Syrien und T&uuml;rkei.&ldquo;<\/p><p>Der CDU-Abgeordnete Norbert R&ouml;ttgen &ndash; zum Gl&uuml;ck nicht Kanzler-Kandidat, aber immerhin Vorsitzender des Ausw&auml;rtigen Ausschusses im Bundestag &ndash; legte nach: &bdquo;Wir m&uuml;ssen eine Sprache sprechen, die Putin versteht&ldquo;, forderte er am 3. September 2020 in der &bdquo;S&uuml;ddeutschen Zeitung&ldquo;. &bdquo;Die des Geldes, des Gases und der Macht. Sonst nimmt er uns nicht ernst.&ldquo; Wer es l&auml;cherlich findet, wie da gleichsam ein Mops einen Elefanten anbellt, der wei&szlig; nicht, wie solche despektierlichen &Auml;u&szlig;erungen einen Mann treffen, der unter seinen Mitstreitern und Widersachern als germanophil bekannt ist. Nat&uuml;rlich wird im Buch auch die Rede erw&auml;hnt, die der damals noch junge Pr&auml;sident am 25. September 2001 vor dem Plenum des Deutschen Bundestages hielt &ndash; wissend, &bdquo;dass wir uns bis jetzt noch nicht endg&uuml;ltig von vielen Stereotypen und ideologischen Klischees des Kalten Krieges befreit haben&ldquo;, aber voller Hoffnung auf die Zukunft. &bdquo;Unter allem schl&auml;gt das starke und lebendige Herz Russlands, welches f&uuml;r eine vollwertige Zusammenarbeit und Partnerschaft ge&ouml;ffnet ist.&ldquo; Deutschland hat Russland nicht nur einmal aufs Herz getreten.<\/p><p><strong>Deutschland vor dem Karren von US-Interessen <\/strong><\/p><p>Von Merkels &bdquo;unbegr&uuml;ndeten Anklagen&ldquo; im Fall Nawalny sei Putin &bdquo;pers&ouml;nlich getroffen gewesen&ldquo;, schreibt Hubert Seipel. &bdquo;Die Diskussionen innerhalb des Kremls werden sch&auml;rfer, Vorw&uuml;rfe werden laut, man habe viel zu lange auf Deutschland gesetzt &ndash; ausgehend von der Vorstellung, die russische Zustimmung zur deutschen Wiedervereinigung sei der Auftakt zu einer historischen Vers&ouml;hnung mit den Deutschen, die einst Millionen von Menschen in der Sowjetunion umbrachten.&ldquo; Russland und der Westen seien &bdquo;einander nicht mehr wichtig&ldquo;, wird im Buch die Zeitschrift &bdquo;Russia in Global Affairs&ldquo; zitiert. Es mehren sich die Stimmen, die eher in Asien die Perspektiven des Landes sehen.  Welche M&ouml;glichkeiten verspielt werden, indem sich Deutschland vor den Karren US-amerikanischer Herrschaftsinteressen spannen l&auml;sst (zitiert wird beispielweise eine Studie der RAND-Corporation, um &bdquo;Russland zu destabilisieren&ldquo; und &bdquo;&Auml;ngste zu sch&uuml;ren&ldquo;), l&auml;sst mit Wehmut an den Moskauer Vertrag vom 12. August 1970 denken, der unter der Regierung von Willy Brandt geschlossen wurde, der f&uuml;r den heutigen Au&szlig;enminister Heiko Maas allerdings nur noch &bdquo;politische Folklore&ldquo; ist. &bdquo;F&uuml;r ihn sind die USA noch immer so etwas wie ein Traumland&ldquo;, so Seipels Urteil.<\/p><p>Auch Angela Merkel, zwar Siegerin in einer Russisch-Olympiade  in der DDR, mochte dem Mythos USA verfallen gewesen sein. Und doch sei dem aus Bayern stammenden Autor dieses Buches hinzugef&uuml;gt, wie die &Uuml;berheblichkeit aus Berliner Regierungsetagen gerade Ostdeutschen auf die Nerven geht, die historisch viel engere Beziehungen zu Russland haben und nun mit einem Personal konfrontiert sind, dem sie nicht vertrauen und &uuml;ber dessen Unkenntnis bez&uuml;glich Russland sie den Kopf sch&uuml;tteln. Russland-Spezialisten aus der DDR wurden im Zuge der deutschen Vereinigung zur Seite geschoben. Mit einem eisernen Besen wurde in den Universit&auml;ten und Schulen ausgekehrt, was auch nur an die deutsch-sowjetische Freundschaft erinnern konnte. Der Sieg im Kalten Krieg ging mit einem Elitenwechsel einher.<\/p><p><strong>Raus aus den Sch&uuml;tzengr&auml;ben<\/strong><\/p><p>Dem s&auml;chsischen Ministerpr&auml;sidenten Michael Kretschmer ist in der &bdquo;S&uuml;ddeutschen Zeitung&ldquo; ein &bdquo;fehlendes Gesp&uuml;r f&uuml;r Unrecht&ldquo; vorgeworfen worden, weil er Ende April nach Moskau reiste, um &bdquo;den Dialog zu suchen und miteinander zu reden&ldquo;. Andere Medien verwiesen darauf, dass er der AfD den Wind aus den Segeln nehmen wollte, die gerade im Osten mit russlandfreundlichen &Auml;u&szlig;erungen zu punkten versucht. Wie auch immer, die Spaltung innerhalb Deutschlands wird  auch durch die engstirnige Russland-Politik vertieft, zu der &bdquo;journalistische Missionare&ldquo; das Ihre beitragen.<\/p><p>Die Schwarzmalerei gegen&uuml;ber Russland ist in deutschen Medien Methode. Die Peinlichkeit europ&auml;ischer Sanktionspolitik wird fast schon zur Normalit&auml;t. Putin, vom Autor dieses Buches befragt, reagiert sarkastisch: &bdquo;Wer Sanktionen verh&auml;ngt, erspart sich immerhin die Kriegserkl&auml;rung&ldquo;. Aber wenn das so weitergeht, so Hubert Seipels Kommentar, wird &bdquo;Europa da stehen bleiben, wo wir schon nach dem Ersten Weltkrieg standen &ndash; in den Sch&uuml;tzengr&auml;ben&ldquo;. <\/p><p>Titelbild: photocosmos1 \/ Shutterstock<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><em>Hubert Seipel: Putins Macht. Warum Europa Russland braucht. Hoffmann und Campe, 352 S., geb., 24 &euro;.<\/em><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Informationen zur Autorin:<\/strong> Dr. <strong>Irmtraud Gutschke<\/strong>, Literaturkritikerin und Autorin mehrerer B&uuml;cher, hat Slawistik studiert; das Russlandthema liegt ihr am Herzen. Lange war sie Literaturredakteurin in der sozialistischen Tageszeitung &bdquo;Neues Deutschland&ldquo;. Inzwischen arbeitet sie freiberuflich f&uuml;r mehrere Zeitungen und schreibt zunehmend zu brisanten politischen Themen.  <a href=\"http:\/\/www.irmtraud-gutschke.de\">irmtraud-gutschke.de<\/a> \/ <a href=\"http:\/\/www.literatursalon.online\">literatursalon.online<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Journalist Hubert Seipel kann in seinem Buch &bdquo;Putins Macht &ndash; Warum Europa Russland braucht&ldquo; mit Insiderkenntnissen und einem globalen Blick &uuml;berzeugen. Seipel stellt wichtige Fragen: Wie war das mit der angeblichen russischen Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Trump? Was geschah in der Ukraine? Wieso ist Europa so tief gespalten? 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