{"id":7233,"date":"2010-11-02T10:38:27","date_gmt":"2010-11-02T08:38:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7233"},"modified":"2010-11-02T10:38:27","modified_gmt":"2010-11-02T08:38:27","slug":"hinweise-des-tages-1260","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7233","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Schafft den Stabilit&auml;tspakt endlich ab; Kehrseite der Arbeitsmarktbilanz; 15,5% der Bev&ouml;lkerung im Jahr 2008 armutsgef&auml;hrdet; Althaus &bdquo;B&uuml;rgergeld&ldquo;; Deutsche geben trotz Aufschwung weniger aus; die Restauration der Arbeitsgesellschaft; Berliner Wasserbetriebe: Gewinne marsch; die Deutsche Bank ist zu gro&szlig;; Schweiz f&uuml;r Firmen fast ein Steuerparadies; 25 000 Steuerfl&uuml;chtige erstatten Selbstanzeige; nuklearer Scheinsieg; schmutzige Tricks von Eon und Co; Egon Bahr zu Nazis im AA; Gr&uuml;ne als Lieblinge der Saison; Kampagnenjournalismus; Kochs Kapital; Lobbyw&auml;chter; geheime Bildungsmacher; Kampf um Rohstoffe; Asylrecht- Grundrecht dritter Klasse; Sarrazins Statistiken; Suche nach Opfern linker Gewalt; Chinas Blase; in Afghanistan sind Milliarden versickert; neu in Sozialpolitik aktuell. (WL\/MB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Schafft den Stabilit&auml;tspakt endlich ab<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Kehrseite der Arbeitsmarktbilanz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">15,5% der Bev&ouml;lkerung im Jahr 2008 armutsgef&auml;hrdet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Althaus &bdquo;B&uuml;rgergeld&ldquo;: Wahnsinn mit Methode<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Deutsche geben trotz Aufschwung weniger aus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Die Restauration der Arbeitsgesellschaft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Privatisierung der Berliner Wasserbetriebe: Gewinne marsch!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Robert von Heusinger: Die Deutsche Bank ist zu gro&szlig;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Schweiz f&uuml;r Firmen fast ein Steuerparadies<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">25 000 Steuerfl&uuml;chtige erstatten Selbstanzeige<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Der nukleare Scheinsieg<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Schmutzige Tricks von Eon und Co<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Egon Bahr : &ldquo;Wir waren doch keine Toren&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Die Gr&uuml;nen &ndash; Liebling der Saison<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Meinungsmache: Wie Kampagnenjournalismus unsere Gesellschaft pr&auml;gt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Kochs Kapital<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Lobbyw&auml;chter k&auml;mpfen gegen m&auml;chtige Strippenzieher<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Private Stiftungen &ndash; Die geheimen Bildungsmacher<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Rohstoffinitiative des BDI: Dramatische Gedankenarmut<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Heribert Prantl: Asylrecht in Deutschland: Das Grundrecht dritter Klasse<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Sarrazins Statistiken<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">Opfer linker Gewalt wird noch gesucht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">China: Gefahr des Platzens der Blase ist sehr gro&szlig;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h24\">Milliarden an Hilfsgeldern in Afghanistan versickert<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h25\">Neu eingestellt auf Sozialpolitik aktuell<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=7233&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Zeise &ndash; Schafft den Stabilit&auml;tspakt endlich ab<\/strong><br>\nDie EU ist kein Staat. Die EU-B&uuml;rger sind nicht B&uuml;rger einer Nation, sondern vieler Nationen. Das Minimum an staatlich verordneter Solidarit&auml;t, wonach die Infrastruktur gebaut, die &ouml;ffentliche Ordnung erhalten, die Arbeitskr&auml;fte ausgebildet und die Lebensbedingungen aller einigerma&szlig;en ertr&auml;glich gestaltet werden und das Ganze durch progressive Besteuerung finanziert wird, es fehlt auf EU-Ebene fast komplett. Der Euro h&auml;tte ein Einfallstor f&uuml;r rudiment&auml;re Staatlichkeit sein k&ouml;nnen.<br>\nDas gemeinsame Auftreten der Euro-Staaten als Schuldner am Kapitalmarkt h&auml;tte einen Schritt durch dieses Tor bedeutet. Es wurde vom st&auml;rksten und, dank seiner hohen und darum liquiden Schulden, wettbewerbsf&auml;higsten Schuldner Deutschland abgelehnt. Stattdessen haben wir nun die Karikatur eines solchen gemeinsamen Schuldeninstruments: eine Zweckgesellschaft, die nur dank einer Garantie&uuml;berabdeckung durch die starken EU-L&auml;nder ein &ldquo;AAA&rdquo;-Rating erh&auml;lt, den schwachen EU-L&auml;ndern keine g&uuml;nstige Finanzierung bietet und m&ouml;glichst nicht zum Einsatz kommen soll. Hat diese Notkonstruktion schon keine Vorteile, so doch wenigstens einen Nachteil: Schl&uuml;ssig wird vorgef&uuml;hrt, dass die schwachen L&auml;nder auf die Garantie der starken angewiesen sind, die Haftung also nicht ausgeschlossen, sondern der Standardfall ist. Ohne das Schattenboxen um den Stabipakt, noch besser ganz ohne diesen Pakt, w&auml;ren die Aussichten f&uuml;r die W&auml;hrungsunion weit besser.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/maerkte\/marktberichte\/:kolumne-zeise-schafft-den-stabilitaetspakt-endlich-ab\/50186876.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Kehrseite der Arbeitsmarktbilanz<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>An der magischen Grenze<\/strong><br>\nDie Arbeitslosenzahlen sinken, weil der Export boomt, Kinder und alte Leute immer mehr Betreuung brauchen und die Erwerbslosen auch unattraktive Jobs annehmen. Doch es gibt eine Kehrseite<br>\nMehr Jobs zu eher wenig Geld, das trifft auch auf viele Jobs im Gesundheits- und Sozialwesen zu. Dort gab es im August &ndash; neuere Zahlen liegen nicht vor &ndash; im Vergleich zum Vorjahresmonat 117.000 mehr Besch&auml;ftigte. &ldquo;Der Ausbau der Kinderbetreuung und die Alterung der Bev&ouml;lkerung f&uuml;hren zu Stellenzuw&auml;chsen&rdquo;, sagt Wolfgang Braun, Sprecher des N&uuml;rnberger Instituts f&uuml;r Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. &ldquo;Fachkr&auml;fte in der Pflege werden dringend gesucht&rdquo;, sagt Rosemarie Derkau vom DRK Bildungswerk Nord in Berlin.<br>\nEs gibt also Arbeit, die Frage stellt sich, welche. &Auml;hnlich wie die Zeitarbeit sorgen auch die Arbeits- und Entgeltbedingungen in der Pflege f&uuml;r st&auml;ndigen Diskussionsstoff. Denn die Besch&auml;ftigten bekommen f&uuml;r verschlei&szlig;ende Jobs eher wenig Geld und wenig soziale Sicherheit, vor allem f&uuml;r das Alter. Es k&ouml;nnte sein, dass sich die Entgelt- und Arbeitsbedingungen wieder mehr zum politischen Ma&szlig;stab entwickeln f&uuml;r Wohlergehen als die nackten Arbeitslosenzahlen selbst.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=in&amp;dig=2010%2F10%2F29%2Fa0084&amp;cHash=cd3e6618cb\">taz<\/a><\/li>\n<li><strong>Grafik zur Problematik der Aufstocker<\/strong>\n<p><a href=\"upload\/bilder\/abbIV81.jpg\" title=\"Erwerbsta&#776;tigkeit und Leistungsbezug nach dem SGB II, 2007 - 2010\"><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/abbIV81_th.jpg\" alt=\"Erwerbsta&#776;tigkeit und Leistungsbezug nach dem SGB II, 2007 - 2010\" title=\"Erwerbsta&#776;tigkeit und Leistungsbezug nach dem SGB II, 2007 - 2010\"><\/a><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/tl_files\/sozialpolitik-aktuell\/_Politikfelder\/Arbeitsmarkt\/Datensammlung\/PDF-Dateien\/abbIV81.pdf\">Sozialpolitik-aktuell [PDF &ndash; 102 KB]<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>15,5% der Bev&ouml;lkerung im Jahr 2008 armutsgef&auml;hrdet<\/strong><br>\nWie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren im Jahr 2008 durchschnittlich 15,5% der Bev&ouml;lkerung Deutschlands armutsgef&auml;hrdet. Das Armutsge&shy;f&auml;hrdungsniveau blieb damit gegen&uuml;ber dem Jahr 2007 (15,2%) nahezu konstant. Dieses Ergebnis wurde aus der Erhebung LEBEN IN EUROPA 2009 ermittelt.<br>\nLEBEN IN EUROPA stellt die amtlichen Sozialindikatoren zu Armut und sozialer Ausgrenzung f&uuml;r Deutschland (&bdquo;Bundesindikatoren&ldquo;) bereit. Die Indikatoren sind EU-weit vergleichbar. Im Jahr 2009 wurden f&uuml;r die Erhebung 13&nbsp;087 Haushalte mit insgesamt 23&nbsp;832 Personen ab 16 Jahren zu ihren Einkommen und Lebensbedingungen befragt. Armutsgef&auml;hrdet war, wer nach Einbeziehung staatlicher Transferleistungen ein Einkommen von weniger als 11&nbsp;151 Euro im Jahr (929 Euro monatlich) zur Verf&uuml;gung hatte. Bezugszeitraum f&uuml;r die Erhebung der Einkommen war das Vorjahr (2008).<br>\n&nbsp;Arbeitslose waren im Jahr 2008 am st&auml;rksten armutsgef&auml;hrdet (62,0%). Aber auch Menschen in Arbeit waren betroffen: im Jahr 2008 war etwa jede\/r f&uuml;nfzehnte Erwerbst&auml;tige (6,8%) armutsgef&auml;hrdet (&bdquo;Arbeitsarmut&ldquo;). Ruhest&auml;ndler\/innen lagen mit 14,9% knapp unter dem Durchschnittswert f&uuml;r Deutschland insgesamt.<br>\nIn Haushalten von allein Erziehenden lag bei mehr als jeder dritten Person (37,5%) im Jahr 2008 eine Armutsgef&auml;hrdung vor. 29,3% der allein lebenden Menschen verf&uuml;gten im Jahr 2008 &uuml;ber ein Einkommen unterhalb des Schwellenwertes. Dagegen waren lediglich 7,7% der Personen in Haushalten von zwei Erwachsenen mit zwei Kindern armutsgef&auml;hrdet.<br>\nFrauen (16,3%) waren h&auml;ufiger armutsgef&auml;hrdet als M&auml;nner (14,7%), das galt insbesondere in der Altersklasse ab 65 Jahren (Frauen: 17,0%; M&auml;nner: 12,9%).<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2010\/10\/PD10__395__634,templateId=renderPrint.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Jens Berger zu Althaus &bdquo;B&uuml;rgergeld&ldquo;: Wahnsinn mit Methode<\/strong><br>\nB&uuml;rgergeld&rdquo; rund um den ehemaligen th&uuml;ringischen Ministerpr&auml;sidenten Dieter Althaus der Parteispitze ihre gro&szlig;e Vision vor: Hartz IV soll abgeschafft und durch ein B&uuml;rgergeld in H&ouml;he von 600 Euro f&uuml;r jedermann ersetzt werden. Dies ist eine der vielen Versionen des &ldquo;bedingungslosen Grundeinkommens&rdquo;, das in Teilen von CDU, FDP und Gr&uuml;nen, aber auch in Teilen der Linken sehr beliebt ist. Dennoch ist wohl keine andere Vision derart umstritten wie das Grundeinkommen. Norbert Bl&uuml;m nennt es &ldquo;Wahnsinn mit Methode&rdquo; und wer das Modell des B&uuml;rgergeldes konsequent zu Ende denkt, kann zu keinem anderen Ergebnis kommen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/4413\/wahnsinn-mit-methode\">Spiegelfechter<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers G.K.:<\/strong> Die bei der Umsetzung des von der CDU-Arbeitsgruppe geforderten &ldquo;B&uuml;rgergelds&rdquo; zu erwartende Ausweitung des Niedriglohnsektors sowie die in dem CDU-Modell vorgesehene Entlastung der Arbeitgeber bei den Lohnnebenkosten w&uuml;rde in der Tat zu einer zus&auml;tzlichen Belastung des Staatshaushalts f&uuml;hren. Es ist jedoch keineswegs sicher, dass in Folge dessen lediglich die von Jens Berger genannten Arbeitnehmergruppen (er nennt als Beispiele die Krankenschwester und den Tischler) steuerlich st&auml;rker belastet w&uuml;rden. Vielmehr ist zu vermuten, dass Schwarz-Gelb in konsequenter Umsetzung der neoliberalen Steuerideologie sowie der Klientelpolitik zu Gunsten der gesellschaftlichen &ldquo;Eliten&rdquo; zur Schlie&szlig;ung der Haushaltsl&uuml;cke die Verbrauchssteuern (insbesondere die Mehrwertsteuer) anheben w&uuml;rde. Dies w&uuml;rde jedoch neben dem Tischler und der Krankenschwester auch die Arbeitnehmer des Niedriglohnsektors, die Rentner sowie die Arbeitslosen wegen deren hoher Konsumquote besonders stark belasten, w&auml;hrend bei den Spitzenverdienern die steuerliche Mehrbelastung anteilig zum Einkommen am niedrigsten w&auml;re. Mit anderen Worten: Der auf den ersten Blick geringe finanzielle Vorteil des &ldquo;B&uuml;rgergelds&rdquo; f&uuml;r die Arbeitnehmer des Niedriglohnsektors w&uuml;rde &uuml;ber h&ouml;here Verbrauchssteuern wieder zunichte gemacht. Die Krankenschwester und der Tischler w&uuml;rden sich noch schlechter stellen. Die einzigen Nutznie&szlig;er w&auml;ren jene Unternehmen, die sich die Ausweitung des Lohndumping staatlich subventionieren lie&szlig;en sowie die an diesen Unternehmen direkt oder z.B. &uuml;ber Aktien beteiligten Bezieher von Gewinn- und Verm&ouml;genseinkommen.<br>\nDar&uuml;ber hinaus w&uuml;rde die Senkung der Lohnnebenkosten zu Gunsten der Arbeitgeber sowie die staatliche Subventionierung des Niedriglohnsektors das von Deutschland seit der Euro-Einf&uuml;hrung betriebene Lohndumping gegen&uuml;ber den &uuml;brigen Staaten der Europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion weiter anheizen. Einerseits m&ouml;chte die schwarz-gelbe Bundesregierung den unter dem Lohndumping leidenden Staaten und den dort lebenden Menschen harte Daumenschrauben anlegen (bis hin zum dem&uuml;tigenden und allen demokratischen Spielregeln Hohn sprechenden Entzug des Stimmrechts), andererseits w&uuml;rde das von der CDU-Arbeitsgruppe geforderte &ldquo;B&uuml;rgergeld&rdquo; die &ouml;konomischen Schieflagen innerhalb der Europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion weiter versch&auml;rfen. Man muss Norbert Bl&uuml;m uneingeschr&auml;nkt zustimmen: Der Plan der CDU-Arbeitsgruppe ist &ldquo;Wahnsinn mit Methode&rdquo;.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Umsatz im Einzelhandel: Deutsche geben trotz Aufschwung weniger aus<\/strong><br>\nDie Wirtschaft boomt, die Zahl der Arbeitslosen sinkt &ndash; doch die Deutschen halten ihr Geld beisammen: Die Ums&auml;tze im Einzelhandel sind im September sogar um 2,3 Prozent gefallen. Es ist das bisher gr&ouml;&szlig;te Minus in diesem Jahr, &Ouml;konomen sprechen von einer Entt&auml;uschung.<br>\nPreisbereinigt nahmen die H&auml;ndler 2,3 Prozent weniger ein als im Vormonat. Es war der zweite R&uuml;ckgang in Folge und zugleich der st&auml;rkste in diesem Jahr, teilte das Statistische Bundesamt mit.<br>\nImmerhin: Im Vorjahresvergleich erzielten die H&auml;ndler ein kleines Plus. Gegen&uuml;ber September 2009 stieg der preisbereinigte Umsatz um 0,4 Prozent. W&auml;hrend der Textilhandel mit plus 5,3 Prozent und die Kaufh&auml;user mit plus 4,7 Prozent kr&auml;ftig zulegten, schrumpfte der Lebensmittelhandel um 3,5 Prozent.<br>\nCarsten Brzeski von der ING-Bank wertete die Zahlen als &ldquo;klare Entt&auml;uschung&rdquo;. Der Weg zu einem selbsttragenden Aufschwung werde nicht leicht. Der Konsum sei noch nicht zur tragenden S&auml;ule der Konjunktur geworden. Ralph Solveen von der Commerzbank sieht das &auml;hnlich: &ldquo;Das ist ein sehr schwaches Ergebnis.&rdquo;<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,726040,00.html\">Spiegel Online<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.destatis.de\/jetspeed\/portal\/cms\/Sites\/destatis\/Internet\/DE\/Presse\/pm\/2010\/10\/PD10__393__45212,templateId=renderPrint.psml\">Statistisches Bundesamt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> &bdquo;Verbraucher entwickeln sich zum Wachstumsmotor&ldquo;, so lauteten noch vor wenigen Tagen die Schlagzeilen &uuml;ber die neuesten Befunde der <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/home\/verbraucher-entwickeln-sich-zum-wachstumsmotor\/-\/1472778\/4777000\/-\/view\/asTicker\/-\/index.html\">Gesellschaft f&uuml;r Konsumforschung<\/a>, Inlandsnachfrage &bdquo;im Aufwind&ldquo; verk&uuml;ndet das <a href=\"?p=7093\">Herbstgutachten der Konjunkturforschungsinstitute<\/a>, der &bdquo;Privatkonsum wird stabilisiert&ldquo; behauptete der DIHK in seiner <a href=\"?p=7153\">Konjunkturumfrage<\/a>. &bdquo;Auch der private Konsum wird nach dem schwachen Jahreseinstieg erheblich an Fahrt gewinnen&ldquo;, erz&auml;hlt Br&uuml;derle bei der Vorstellung der <a href=\"http:\/\/www.bmwi.de\/BMWi\/Navigation\/Presse\/pressemitteilungen,did=364336.html\">Herbstprojektion der Bundesregierung<\/a>.<br>\nRegelm&auml;&szlig;ig werden die Jubelmeldungen &uuml;ber den &bdquo;Kaufrausch&ldquo; der Deutschen von der n&uuml;chternen Statistik des Statistischen Bundesamtes eingeholt.<br>\nZugegeben die Einzelhandelsums&auml;tze sind nur ein Indikator f&uuml;r den Konsum, aber eben ein wichtiger. Man fragt sich, ob die Euphoriker unter den Prognostikern sich nicht allm&auml;hlich l&auml;cherlich vorkommen m&uuml;ssen und warum solche Wusch-Phantasien von den Medien &uuml;berhaupt noch ernst genommen werden.<br>\nDass z.B. Br&uuml;derle als Lachnummer dasteht, w&auml;re ja nicht so schlimm, das wusste jeder einigerma&szlig;en Eingeweihte schon immer, schlimm ist, dass die gesamten Konjunkturprognosen, die ja auf den privaten Konsum im n&auml;chsten Jahr setzen, auf Sand gebaut sind. Da nach aller Voraussicht der Export als Wachstumsmotor schw&auml;cheln wird, sind wohl auch die Hoffnungen dass der private Konsum diesen R&uuml;ckgang der Exporte kompensieren k&ouml;nnte, reine Wunschvorstellungen, mit beunruhigenden Aussichten f&uuml;r die Konjunktur im kommenden Jahr.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Die Restauration der Arbeitsgesellschaft<\/strong><br>\nDie Erh&ouml;hung der Hartz-IV-S&auml;tze um ganze f&uuml;nf Euro wurde von der Regierung Merkel vor allem mit dem Lohnabstandsgebot und der Notwendigkeit begr&uuml;ndet, den Arbeitslosen Arbeit zu vermitteln, statt ihnen Hartz IV zu zahlen. Dieser vollmundigen Ank&uuml;ndigung stehen jedoch unver&auml;ndert strukturelle Massenarbeitslosigkeit, wachsende Armut, soziale Exklusion und gesellschaftliche Spaltung gegen&uuml;ber. Faktisch erleben wir derzeit eine erstaunliche Akkumulation der Krisen. Die diesen insgesamt zugrunde liegende Krise der Arbeitsgesellschaft als solcher muss, jedenfalls in einem demokratischen Rechts- und Sozialstaat, entweder zu einer Revision der geltenden gesellschaftlichen Basisinstitutionen f&uuml;hren &ndash; oder zu wachsenden sozialen Ungleichheiten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2010\/november\/die-restauration-der-arbeitsgesellschaft\">Bl&auml;tter f&uuml;r deutsche und internationale Politik<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Privatisierung der Berliner Wasserbetriebe: Gewinne marsch!<\/strong><br>\nBislang geheime Vertr&auml;ge zeigen: Berlin hat bei der Privatisierung seiner Wasserbetriebe den K&auml;ufern hohe Gewinne garantiert &ndash; auf Kosten der Verbraucher. Die Geschichte einer r&auml;uberischen Privatisierung<br>\nMehr als 280.000 Berliner haben ein Volksbegehren unterschrieben, um diese Dokumente zu sehen: die Vertr&auml;ge, mit denen das Bundesland vor zehn Jahren seine Wasserbetriebe privatisierte. Denn seither stiegen die Tarife deutlich an. Die vertragliche Grundlage der Preissteigerungen hielten das Land Berlin und die privaten K&auml;ufer unter Verschluss. Jetzt liegen die brisanten Papiere der taz exklusiv vor. Sie zeigen, wie die Landesregierung den privaten Anteilseignern eine Gewinngarantie einger&auml;umt hat, die selbst das Landesverfassungsgericht nicht kippen konnte. Sie zeigen, auf welcher Grundlage RWE und der franz&ouml;sische Konzern Veolia in der Hauptstadt j&auml;hrlich dreistellige Millionenbetr&auml;ge mit Wasser verdienen.<br>\nDer Fall verdeutlicht, wohin ein Monopol auf ein lebensnotwendiges Gut wie Wasser f&uuml;hren kann. Rund 40 Prozent des Trinkwassers in Deutschland wird inzwischen von Unternehmen verkauft, die ganz oder teilweise in privater Hand sind. Dazu geh&ouml;ren etwa die Wasserwerke von Bremen, Essen, H&ouml;xter, Gelsenkirchen, Dresden, Schwerin, Goslar, Cottbus oder Rostock. Bisher wurden noch nirgends alle Vertr&auml;ge zu den lukrativen Gesch&auml;ften ver&ouml;ffentlicht.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=hi&amp;dig=2010%2F10%2F30%2Fa0019&amp;cHash=592b697e2e\">taz<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/wasservertrag\">Die geheimen Wasservertr&auml;ge zum Download, taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Robert von Heusinger: Die Deutsche Bank ist zu gro&szlig;<\/strong><br>\nZwar ist die Deutsche Bank vorsichtiger als andere Institute, doch stellt die Bank dennoch eine Problem f&uuml;r Deutschland dar. Sie ist schlicht zu gro&szlig;. Wo bleibt die deutsche Regierung mit ihren Vorschriften f&uuml;r die Gro&szlig;banken? Der Sinn dahinter: Gr&ouml;&szlig;e muss f&uuml;r die Banken so teuer werden, dass sie sich nicht mehr lohnt. Dann spalten sich die Gro&szlig;en auf, ihr Erpressungspotenzial schwindet und wir Steuerzahler k&ouml;nnen aufatmen. Wo bleibt die deutsche Regierung mit ihren Vorschriften f&uuml;r die Gro&szlig;banken?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/die-deutsche-bank-ist-zu-gross\/-\/1472780\/4782116\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Sicherlich war die Deutsche Bank auch vorsichtiger als andere Banken, was sie vor allem Greg Lippman, Chef der Derivate-Abteilung der Deutschen Bank in New York, zu verdanken hat, der fr&uuml;hzeitig realisierte, dass die amerikanischen Immobilienpreise im Subprime-Segment <a href=\"http:\/\/www.gazette.de\/Archiv2\/Gazette21\/Anatol.pdf\">nicht ewig steigen w&uuml;rden [PDF &ndash; 695 KB]<\/a>.<br>\nNat&uuml;rlich musste sich die Deutsche Bank ganz vorsichtig aus den um die Subprime-Hypothekenkredite herum konstruierten Produkte zur&uuml;ckziehen. Dennoch jubelte sie ihren Kunden, wie z.B. der IKB, noch allerlei Ramsch unter, allerdings durften die anderen Markteilnehmer nichts merken. Die Deutsche Bank war 2007 immer an noch siebter Stelle im weltweiten Handel mit Subprime-Krediten. Der n&auml;chste Schritt war noch viel entscheidender. Lippman wettete auf einen Ausfall der Hypotheken. Eine Abteilung der Bank verkauft, eine andere wettet dagegen.<br>\nEs gibt da eine bezeichnende Situation, als Lloyd Blankfein, Vorstandschef von Goldman Sachs, zu solchen Praktiken vom US-Senatsausschuss befragt wurde. Als Blankfein in verschiedenen Varianten immer wieder behauptete, eine Bank m&uuml;sse nicht offenlegen, wenn sie im Handel auf eigene Rechnung eine Wette gegen ein Papier eingehe, das ihre Verk&auml;ufer gleichzeitig Kunden anb&ouml;ten, platzte dem Vorsitzenden Carl Levin der Kragen: &bdquo;Und Sie wollen, dass die Menschen Ihnen vertrauen?&ldquo; Blankenfein: <a href=\"http:\/\/www.brandeins.de\/archiv\/magazin\/auf-sicht\/artikel\/die-schrott-haendler.html\">&bdquo;Ich glaube, wir leben in einem anderen Kontext.&ldquo;<\/a><br>\n&nbsp;&ndash; Wir warten immer noch auf den Tag, an dem die Bundesregierung Herrn Ackermann, die Deutsche Bank u.a. in unseren &bdquo;Kontext&ldquo; zur&uuml;ckholt. Wir warten immer noch vergeblich darauf, dass wie Goldman Sachs in den USA auch die Deutsche Bank einmal auf die Anklagebank gesetzt wird. Auch wenn sich Goldman Sachs letztlich mit 550 Millionen Dollar (150 Mio. erhielt die IKB) vom Betrugsverdacht freikaufen konnte, hat die Anklage die Gesch&auml;ftspraktiken von Goldman Sachs &ouml;ffentlichkeitswirksam an den Pranger gestellt. Dass die Praxis der Deutschen Bank nicht viel anders aussah, w&auml;re ein Aufkl&auml;rungsziel, aufs innigste zu w&uuml;nschen.<br>\nWenn die Deutsche Bank heute gut dasteht, sollte nicht verschwiegen werden, dass sie dies tut, weil sie mit ihren Wetten gegen Ramschpapiere gut verdient hat und dies immer noch tut mit der Emission von Staatsanleihen, die durch die Finanzkrise, u.a. mit ihren milliardenschweren Bankenrettungen, n&ouml;tig wurden.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Schweiz f&uuml;r Firmen fast ein Steuerparadies<\/strong><br>\nDie Schweiz ist f&uuml;r Firmen weiterhin attraktiv. F&uuml;nf Kantone figurieren im europ&auml;ischen Vergleich sogar in Spitzenr&auml;ngen: Appenzell Ausserrhoden, Obwalden, Schwyz, Appenzell Innerrhoden und Nidwalden besetzen die Pl&auml;tze f&uuml;nf bis acht, wie es in einer Studie des Wirtschaftspr&uuml;fungs- und Beratungsinstituts KPMG vom Donnerstag hei&szlig;t. Nur die britischen Kanalinseln, die Isle of Man, Zypern, Irland sowie einige ost- und s&uuml;dosteurop&auml;ische Staaten sind f&uuml;r Firmen steuerlich noch attraktiver. In den europ&auml;ischen &laquo;Top 20&raquo; der Standorte mit den tiefsten Unternehmenssteuern sind 14 Kantone vertreten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/wirtschaft\/aktuell\/schweiz_fuer_firmen_fast_ein_steuerparadies_agenx_1.8177439.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Wenn eine Schweizer Zeitung schreibt, fast ein Steuerparadies, dann k&ouml;nnen wir ruhig davon ausgehen, dass die Schweiz f&uuml;r Firmen ein Steuerparadies ist. Zwar m&ouml;gen auf einigen Inseln &uuml;berhaupt keine Steuern zu zahlen sein oder in einigen osteurop&auml;ischen Staaten etwas weniger, aber dank seiner hochmodern Infrastruktur ist die Schweiz ein weitaus g&uuml;nstigerer Standort f&uuml;r ausl&auml;ndische Firmen. Bislang stand vielerorts die Hinterziehung von Einkommensteuern an im Mittelpunkt der Berichterstattung. Unsere Steuerbeh&ouml;rden sollten bei international t&auml;tigen Unternehmen nicht nur strenger pr&uuml;fen, inwiefern hierzulande erwirtschaftete Gewinne in die Schweiz transferiert werden, sondern uns in Zeiten knapper Kassen wie in den USA Gedanken dar&uuml;ber machen, wie Steuereffekte aus Tiefsteuerl&auml;ndern f&uuml;r unser transnationalen Konzerne aufgehoben werden k&ouml;nnen und\/oder in dieser Frage eine neue OECD-Runde einl&auml;uten.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Steuerhinterziehung: 25 000 Steuerfl&uuml;chtige erstatten Selbstanzeige<\/strong><br>\nDer Trend zur R&uuml;ckkehr in die Steuerehrlichkeit h&auml;lt an. Nach einer Umfrage des Handelsblatts in den Finanzministerien der L&auml;nder nutzten bis gestern gut 25 000 Steuerhinterzieher mit Schweizer Schwarzgeldkonten die M&ouml;glichkeit, sich selbst anzuzeigen, die hinterzogenen Steuern plus Zinsen nachzuzahlen und so straffrei auszugehen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/steuerhinterziehung-25-000-steuerfluechtige-erstatten-selbstanzeige;2681997\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Aber unsere Politiker und Medien haben nichts besseres zu tun, als Hatz-IV- Missbrauch anzuprangern.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Der nukleare Scheinsieg<\/strong><br>\nIn einer putschartigen Hauruck-Aktion ist die Laufzeitverl&auml;ngerung der Atomkraftwerke beschlossen worden.<br>\nTrotzdem spricht vieles daf&uuml;r, dass die Stromf&uuml;rsten und ihre Gehilfen in Kanzleramt, Wirtschaftsministerium und Bundestag mit ihrem kompromisslosen Einsatz f&uuml;r den Fortbetrieb der nuklearen Gelddruckmaschinen einen strategischen Fehler begehen, der letztlich auch die vermeintlich beg&uuml;nstigten Aktion&auml;re der vier Unternehmen teuer zu stehen kommen wird &hellip;<br>\nK&auml;me es noch einmal zu einem solchen St&ouml;rfall, w&uuml;rden die politischen Folgen aber dieses Mal mit Sicherheit wesentlich radikaler ausfallen, weil die vorangegangene Entscheidung schon so umstritten war. Unter dem Druck ihrer W&auml;hler m&uuml;ssten die Regierenden gleich welcher Couleur die Sicherheitsauflagen drastisch erh&ouml;hen. &Uuml;ber Nacht w&uuml;rden sich die erhofften Extragewinne in enorme Verluste verwandeln &hellip;<br>\nMit der nun eingeleiteten Eskalation riskieren die Unternehmen aber auch den Verlust vieler ihrer Kunden, die bisher nur zu bequem waren, den Versorger zu wechseln. Dass nun selbst in jeder Tschibo-Filiale der Umstieg auf &Ouml;kostrom verkauft wird, ist ein sicheres Zeichen f&uuml;r das Anschwellen einer Kundenbewegung, die mit der Initiative &bdquo;Atomausstieg selber machen&ldquo; gerade erst begonnen hat.<br>\nVor allem aber &ndash; und das unterscheidet die Lage gr&uuml;ndlich von den fr&uuml;heren Wellen des Atomstreits &ndash; stehen heute Tausende von Unternehmern, Investoren und auch gro&szlig;e Konzerne auf der anderen Seite der Barrikade. Nicht nur die vielen Stadtwerke, die jetzt in Br&uuml;ssel Klage angek&uuml;ndigt haben, auch die vielen Anleger und Manager der neuen Branche f&uuml;r die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen sehen sich geprellt, weil sie im Vertrauen auf das vereinbarte Verschwinden der nuklearen Konkurrenz Milliarden in neue Anlagen und Fabriken investiert haben, deren Gewinnaussichten nun in den Sternen stehen. Die Schlachtordnung hei&szlig;t also nicht mehr, hier das Kapital und die Gro&szlig;industrie, dort die technikfeindlichen Protestierer. Vielmehr stehen sich nun zwei unternehmerische Lager gegen&uuml;ber, die h&ouml;chst gegens&auml;tzliche Entwicklungspfade verfolgen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/der-nukleare-scheinsieg\/1969592.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Schmutzige Tricks von Eon und Co<\/strong><br>\nEurop&auml;ische Gro&szlig;konzerne wie Eon, BP, Bayer, BASF oder GDF-Suez geh&ouml;ren nicht nur zu den gr&ouml;&szlig;ten CO2-Emittenten Europas. Sie sind auch ma&szlig;gebliche Finanziers von Klimaskeptikern der konservativen Tea-Party-Bewegung in den USA. Dies geht aus einem Bericht des Climate Action Network Europe (Cane) hervor: Demnach setzen sich die gleichen Unternehmen, die in Europa mit Verweis auf die z&ouml;gerliche Haltung der USA ein strengeres Klimaziel blockieren, in den USA gegen die dortige Bem&uuml;hung der Regierung von Pr&auml;sident Barack Obama f&uuml;r ein Klimagesetz ein.<br>\nDer Energiekonzern Eon und der Chemiekonzern BASF haben die Vorw&uuml;rfe zur&uuml;ckgewiesen. Spenden seien lediglich von einzelnen Mitarbeitern gemacht worden und nicht auf energiepolitische Positionen der Kandidaten ausgerichtet. Die Behauptungen, Klimaschutzgegner zu finanzieren, seien &ldquo;absurd&rdquo;. Die Klimasch&uuml;tzer wiederholten am Donnerstag allerdings ihre Vorw&uuml;rfe: &ldquo;Diese faulen Ausreden sind wenig &uuml;berzeugend, das Ganze hat System&rdquo;, betont Regine G&uuml;nther vom WWF Deutschland. Dies zeige vor allem das Beispiel BASF: Das Unternehmen lie&szlig; zum Beispiel vor wenigen Tagen seine internationalen F&uuml;hrungskr&auml;fte von Bj&ouml;rn Lomborg, einem der f&uuml;hrenden Klimaskeptiker, schulen. F&uuml;hrungskr&auml;fte von BASF seien die gr&ouml;&szlig;ten Spender im Rahmen der sogenannten Political Action Committees (PAC) aus dem Unternehmen, die dann vor allem an klimaskeptische Kandidaten f&uuml;r den US-Senat gespendet haben. Die Argumentation von BASF, man habe keinen Einfluss auf die Spenden dieser Komitees, sei heuchlerisch.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2010%2F10%2F30%2Fa0192&amp;cHash=dace0c91cd\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Egon Bahr : &ldquo;Wir waren doch keine Toren&rdquo;<\/strong><br>\nWir waren doch keine Toren. Wir wussten, dass es keine Institution im Dritten Reich gegeben hat, die nicht dem Regime gedient hat und in das Nazisystem eingeschmolzen worden ist. Aber 1966 sollte eine Regierung zur Vers&ouml;hnung des Landes gebildet werden. Das hei&szlig;t, ein altes Mitglied der NSDAP aus dem Ausw&auml;rtigen Amt, Kurt Georg Kiesinger, wurde Bundeskanzler, und der Emigrant Willy Brandt wurde Au&szlig;enminister und Vizekanzler. Und der ehemalige Kommunist Herbert Wehner wurde Mitglied der Bundesregierung. Die SPD hatte die Kr&ouml;te Strau&szlig; zu schlucken.<br>\nSelbstverst&auml;ndlich wussten wir, dass der h&ouml;chste Beamte im Staat, Globke, Kommentator der N&uuml;rnberger Gesetze, von Adenauer geholt worden war. Und wir wussten, wie viele Nazis auf Grund des Artikels 131 im Grundgesetz wieder eingestellt wurden, wie viele Rente bekamen, auch die Witwe Roland Freislers.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=ku&amp;dig=2010%2F10%2F29%2Fa0101&amp;cHash=26517ff91d\">taz<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Liebling der Saison<\/strong><br>\nDie St&auml;rke der Gr&uuml;nen ist der Schw&auml;che der Konkurrenz geschuldet. Denn politisch steht die Partei heute nur f&uuml;r einen profillosen Pragmatismus. Analysen der letzten Bundestagswahl zeigen, dass die gr&uuml;ne W&auml;hlerschaft aus &uuml;berdurchschnittlich gebildeten und wirtschaftlich abgesicherten Menschen besteht. Die mittleren und unteren Schichten geh&ouml;ren eher nicht zur Klientel der Gr&uuml;nen. Ihnen hat die Partei auch wenig zu bieten au&szlig;er Fritz Kuhns legend&auml;rer Phrase: &ldquo;Den Leuten gute Botschaften plakativ vortragen&rdquo;. Das saturierte und liberale Justemilieu wiederum w&auml;hlt gr&uuml;n statt FDP, weil es, wohl aus einem diffusen Restgef&uuml;hl f&uuml;r soziale und politische Verantwortung, vom bornierten &ldquo;Leistungstr&auml;ger&rdquo;-Ged&ouml;ns von Westerwelle bis Sarrazin angeekelt ist.<br>\nEs sieht seine Interessen und vor allem die seines Nachwuchses bei den Gr&uuml;nen bestens aufgehoben. Deshalb nimmt es auch hin, dass das gr&uuml;ne F&uuml;hrungspersonal gelegentlich noch leise rot-gr&uuml;n vor sich hin s&auml;uselt, sich in Wahlk&auml;mpfen aber am liebsten &ldquo;nach allen Seiten offen&rdquo; (Renate K&uuml;nast) zeigt. Das hei&szlig;t, nach links blinken, um nach rechts abzubiegen, wie zuletzt in Hamburg und im Saarland und voraussichtlich im Fr&uuml;hjahr in Baden-W&uuml;rttemberg der Fall. Der gr&uuml;ne Fraktionsvorsitzende dort, Winfried Kretschmann, und T&uuml;bingens gr&uuml;ner Oberb&uuml;rgermeister Boris Palmer lassen die schwarz-gr&uuml;ne Option ausdr&uuml;cklich offen. Und das, obwohl die historische Chance besteht, die schwarze Dauerherrschaft im S&uuml;dwesten zu beenden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2010%2F10%2F30%2Fa0201&amp;cHash=02a9e292f1\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Viel Neues bietet Rudolf Walther zwar nicht, aber es liest sich ganz nett und bietet die Basis f&uuml;r politischen Small Talk. Der Mann hat ja so recht &hellip;&nbsp; Reden wir wieder ernsthaft &uuml;ber die Gr&uuml;nen, wenn sie auch in der Bundespolitik nicht mehr nur Projektionsfl&auml;che sondern handelnde Akteure sind.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Meinungsmache: Wie Kampagnenjournalismus unsere Gesellschaft pr&auml;gt<\/strong><br>\nKritiker vermuten mittlerweile hinter vielem, was aus der Hauptstadt an die &Ouml;ffentlichkeit dringt, ein abgekartetes Spiel. Wo bleibt die seri&ouml;se Recherche? Missbrauchen die Medien das Vertrauen der B&uuml;rger?<br>\nAndererseits: Kann Berichterstattung &uuml;berhaupt funktionieren, ohne dass man sich kennt und vertraut? Au&szlig;erdem blasen doch niemals alle Medien in dasselbe Horn. Gerade die Pressevielfalt ist ein Garant f&uuml;r Meinungsvielfalt. Und h&auml;ufig schreien doch diejenigen besonders laut &ldquo;Kampagnenjournalismus&rdquo;, die bis zu ihrem Karriereknick gut mit den Medien konnten.<br>\n&Uuml;ber das N&auml;he-Distanz-Problem im Journalismus und die Frage, wer mit welchen Interessen Themen auf die Medienagenda setzt, diskutieren:\n<ul>\n<li>Manfred Bissinger, Publizist<\/li>\n<li>Tissy Bruns, Leitende Redakteurin, Tagesspiegel<\/li>\n<li>Hans Janke, ehemaliger stv. ZDF- Programmdirektor und Fernsehspielchef<\/li>\n<li>Albrecht M&uuml;ller, Publizist, nachdenkseiten.de<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/aodflash\/player.php?station=1&amp;broadcast=727303&amp;datum=20101029&amp;playtime=1288372515&amp;fileid=caa39c96&amp;sendung=727303&amp;beitrag=1290072&amp;\/\">DLF<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Von der Politik in die Wirtschaft: Kochs Kapital<\/strong><br>\nEs spricht nichts dagegen, Geld verdienen zu wollen &ndash; im Gegenteil. Es muss auch niemand lebenslang Politiker bleiben. Und der Chefposten bei einem gro&szlig;en Konzern ist ganz sicher ein interessanter, aufregender Job. Trotzdem ist der Wechsel des CDU-Politikers Roland Koch an die Spitze des zweitgr&ouml;&szlig;ten deutschen Baukonzerns Ausdruck einer skandal&ouml;sen Unverfrorenheit. Was ist denn das Kapital des Roland Koch? Was macht ihn f&uuml;r Bilfinger Berger attraktiv? Nicht seine Branchenkenntnisse (auch wenn die Firma gerade eine Landebahn in Frankfurt baut), nicht seine Managementexpertise (selbst wenn er CEO von Hessen war), sondern vor allem sein Netzwerk aus potenziellen &ouml;ffentlichen Auftraggebern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/kochs-kapital\/1970078.html;jsessionid=99CD74ED3F5465414BA05ED3C4E2B7B8\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em>Dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Roland Koch wechselt zu Bilfinger Berger<\/strong><br>\nRoland Koch wird neuer Vorstandsvorsitzender des Baukonzerns Bilfinger Berger. Das gab das Mannheimer Unternehmen am Freitag bekannt. W&auml;hrend sich der ehemalige Ministerpr&auml;sident auf seinen neuen Job freut, gab es von der Opposition scharfe Kritik.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hr-online.de\/website\/fernsehen\/sendungen\/index.jsp?key=standard_document_40068209&amp;jmpage=1&amp;type=v&amp;rubrik=5300&amp;jm=1&amp;mediakey=fs\/hessenschau\/20101029_1930_koch\">Hessenschau<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Als am 21. August um 0:02 Uhr von BILD.de gemeldet wurde <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/2010\/08\/21\/roland-koch-ministerpraesident-hessen\/wird-vorstands-chef-bilfinger-berger.html\">&bdquo;Exklusiv! Roland Koch wird Vorstandschef&ldquo;<\/a> dementierte die hessische Staatskanzlei am fr&uuml;hen Morgen. Roland Koch sagte an diesem Tag in der Hessenschau (hier im Video zu sehen) selbst &bdquo;Diese Meldung stimmt nicht&ldquo;. Es war die letzte bedeutende L&uuml;ge in seiner Amtszeit, aber nicht die erste. Wir erinnern uns ungerne an die <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/empoerung-ueber-angebliche-juedische-vermaechtnisse-hessens-ministerpraesident-roland-koch-entschuldigt-sich-fuer-die-legende\/117086.html;jsessionid=F8C28C265B01408EE3622B1AEFF3EBDB?view=print\">&bdquo;j&uuml;dischen Verm&auml;chtnisse&ldquo;<\/a>, die Vorw&uuml;rfe der politischen <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/online\/2006\/46\/Koch-Kommentar?page=all&amp;print=true\">N&ouml;tigung gegen&uuml;ber den Freien W&auml;hlern 2006<\/a> oder das <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article1474148\/Koch_bricht_Versprechen_zum_Nachtflugverbot.html?print=true#reqdrucken\">gebrochene Versprechen vom Nachtflugverbot am Rhein-Main-Flughafen<\/a>.<br>\nWenn man den <a href=\"http:\/\/www.hr-online.de\/website\/fernsehen\/sendungen\/index.jsp?key=standard_document_40068209&amp;jmpage=1&amp;type=v&amp;rubrik=5300&amp;jm=2&amp;mediakey=fs\/hessenschau\/20101029_1930_koch_kommentar\">Kommentar<\/a> dazu von Thomas Kreutzmann, Leiter des hr-Landesstudios in Wiesbaden (und sicher kein Depp), h&ouml;rt, kann man nur den Kopf sch&uuml;tteln. Warum Koch dem Baul&ouml;wen so viel wert sei, k&ouml;nne man nicht wissen, meint er, tr&auml;gt aber immerhin die Spekulationen Anderer vor.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Lobbyw&auml;chter k&auml;mpfen gegen m&auml;chtige Strippenzieher<\/strong><br>\nEs ist eine neue Offensive gegen dreiste Lobbyisten: Die Organisation LobbyControl startet ein Web-Portal, auf dem Nutzer Verstrickungen von Politik und Konzernen anklagen k&ouml;nnen. Doch gerade wegen des hehren Anspruchs ist fraglich, ob die Initiatoren ihren Ambitionen gerecht werden k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,725741,00.html\">Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung MB:<\/strong> &bdquo;Hier steckt allerdings schon das gr&ouml;&szlig;te Problem der Web-Seite. Angesichts der gro&szlig;en Ank&uuml;ndigung, Missst&auml;nde aufdecken zu wollen und das Geflecht von Geld, Macht und Politik durchleuchten zu wollen, stellt sich die Frage, wie ein gemeinn&uuml;tziger Verein mit vier Mitarbeitern diesem Anspruch gerecht werden will.&ldquo; formuliert der Spiegel-Autor. Das Problem, dass der Kommentator hier beschreibt, ist das Problem der Presse. Eigentlich sollte und m&uuml;sste es Aufgabe und Ambition der Presse &ndash; <a href=\"?p=2288\">einschlie&szlig;lich Spiegel<\/a> &ndash; sein, solche Missst&auml;nde aufzudecken. Ein Grund, warum Initiativen wie LobbyControl und die NachDenkSeiten existieren und mit ihren bescheidenen personellen und finanziellen Mitteln versuchen, Missst&auml;nde aufzudecken, ist, dass die Presse dieser Aufgabe nur noch sehr beschr&auml;nkt nachkommt.<br>\nLetztes Jahr konnte LobbyControl mit seinen bescheidenen personellen und finanziellen Mitteln der Deutschen Bahn nachweisen, dass sie <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/erfolge\/\">die &Ouml;ffentlichkeit manipulierte<\/a>, um die umstrittene Privatisierung durchzusetzen. F&uuml;r &uuml;ber 1,5 Millionen Euro hatte die Deutsche Bahn AG die verdeckte Meinungsmache 2007 bei der Lobby-Agentur EPPA GmbH in Auftrag gegeben. Die Agentur und Denkfabrik Berlinpolis mischte sich daraufhin mit Umfragen, Meinungsbeitr&auml;gen in Zeitungen, Leserbriefen und Blogeintr&auml;gen z.B. auf Spiegel-Online in die Privatisierungsdebatte ein. Was aussah wie Expertenmeinungen oder Beitr&auml;ge privatisierungsfreundlicher B&uuml;rger war tats&auml;chlich eine bezahlte Auftragsarbeit. Die herk&ouml;mmlichen &bdquo;professionellen&ldquo; Medien musste man dagegen zum Jagen tragen; insofern sollte sich das damals infiltrierte Spiegel-Online etwas bescheidener in der <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/374\/beta-journalisten-und-beta-blogger\">Kommentierung<\/a> geben, wenn es um die Ambitionen von ehrenamtlichen Polit-Initiativen geht.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Private Stiftungen &ndash; Die geheimen Bildungsmacher<\/strong><br>\nAllen Stiftern ist dabei gemein, dass sie ihr Geld nach eigenem Gusto einsetzen k&ouml;nnen, sei es f&uuml;r ein Sprachf&ouml;rderprogramm oder ein Beratungsangebot f&uuml;r Hochbegabte. Sie m&uuml;ssen sich keinen Wahlen stellen und keine Rechenschaft ablegen. Und genau da liegt das Problem.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wissenschaft\/die-geheimen-bildungsmacher\/-\/1472788\/4785770\/-\/view\/printVersion\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<p><em>Siehe dazu auch:<\/em><\/p>\n<p><strong>Heimliche Privatisierung der &ouml;ffentlichen Bildung<\/strong><br>\nA range of policy tendencies that can be understood as forms of privatisation are evident in the education policies of diverse national governments and international agencies. Some of these forms are named as privatisation but in many cases privatisation remains hidden, whether as a consequence of educational reform, or as a means of pursuing such reform.<br>\nIn some instances, forms of privatisation are explicitly pursued as effective solutions to the perceived inadequacies of public service education. However, in many cases the stated goals of policy are articulated in terms of &lsquo;choice&rsquo;, &lsquo;accountability&rsquo;, &lsquo;school improvement&rsquo; &lsquo;devolution&rsquo;, &lsquo;contestability&rsquo; or &lsquo;effectiveness&rsquo;.<br>\nSuch policies often are not articulated in terms of privatisation but nonetheless draw on techniques and values from the private sector, introduce private sector participation and\/or have the effect of making public education more like a business.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/download.ei-ie.org\/docs\/IRISDocuments\/Research%20Website%20Documents\/2009-00034-01-E.pdf\">Education International [PDF &ndash; 1.2 MB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Rohstoffinitiative des BDI: Dramatische Gedankenarmut<\/strong><br>\nWenn es einen Preis f&uuml;r die erfolgreichste Lobbykampagne der vergangenen f&uuml;nf Jahre geben w&uuml;rde &ndash; die Rohstoffinitiative des Bundesverbands der Deutschen Industrie w&auml;re ein hei&szlig;er Anw&auml;rter daf&uuml;r. So wirkungsvoll haben die Industrievertreter &ouml;ffentlich und heimlich unsere angeblich &ldquo;dramatische Unterversorgung&rdquo; mit Hochtechnologie-Metallen beklagt, dass der aufmerksame Fernsehgucker schon Angst um seine Unterhaltungselektronik bekommen konnte. Dramatisch ist weniger die Unterversorgung mit Rohstoffen. Sondern die Ideenlosigkeit, mit der diese Regierung zu den Rezepten vergangener Jahrhunderte greift.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=me&amp;dig=2010%2F10%2F27%2Fa0104&amp;cHash=f6e7608119\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Heike Holdinghausen verkennt ein wenig, dass der durchaus w&uuml;nschenswerte Vorschlag, &ldquo;ein internationales Regime zu errichten&rdquo;, das Menschen und Umwelt zugute k&auml;me, in anderen Zusammenh&auml;ngen gescheitert ist. So konnten bis heute unter dem Regime der WTO Sozialpolitik, Arbeitsschutz oder Umweltschutz nicht verankert werden. Die Vorstellung,&rdquo; Rohstoffe so abzubauen und zu verteilen, dass die produzierenden wie auch die konsumierenden L&auml;nder etwas davon haben, ohne die Natur zu sch&auml;digen und auch die Ressourcen zur Entsorgung nicht &uuml;berzustrapazieren&rdquo;, d&uuml;rfte eine Wunschvorstellung bleiben. Hinzukommt, dass nicht nur der Bundesverband der Deutschen Industrie sich einem Tatbestand n&auml;hert, den Chinas Politiker wohl als erste begriffen haben &ndash; jenseits der Frage, ob sie dabei besonders geschickt agieren: Wir leben in einem Zeitalter der Rohstoffknappheit. Und nat&uuml;rlich wird das zun&auml;chst an den knappsten Rohstoffen ersichtlich. Es sind Metalle mit so exotischen Namen wie Promethium, Europium, Neodym, Gadolinium oder Yterbium. Jenseits des Ausfuhrembargos gegen&uuml;ber Japan hat China schon 2005 verk&uuml;ndet, dass es seine Vorkommen m&ouml;glichst f&uuml;r den Aufbau der heimischen High-Tech-Industrie einsetzen m&ouml;chte und&nbsp; Ausfuhrobergrenzen festgesetzt. D.h. China ist, wie auch in anderen Belangen der nachholenden Industrialisierung, nicht bereit, bei der Knappheit von Rohstoffen nur auf Marktmechanismen zu vertrauen. Wenn aber der Markt nicht mehr alles regelt, beginnt eine ganz andere Art von Kampf um Rohstoffe &ndash; siehe auch die Afrikapolitik nicht nur Chinas. Nicht nur der BDI verweist auf ein reales Problem f&uuml;r das High-Tech-Land Deutschland. &bdquo;Es ist ein ganz neues Ph&auml;nomen&ldquo;, erkl&auml;rt z.B. der Geologe Harald Elsner von der Bundesanstalt f&uuml;r Geowissenschaften und Rohstoffe: &bdquo;Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg erreichen bestimmte Rohstoffe Deutschland nicht &ndash; egal wie viel sie bezahlen.&ldquo; Anders als etwa beim &Ouml;l: Das bekommt man, es wird nur immer teurer.<\/em><\/p>\n<p><em>Siehe dazu:<\/em><\/p>\n<p><strong>Paul Krugman: Der h&auml;ssliche Monopolist<\/strong><br>\nIm vergangenen Monat stie&szlig; ein chinesischer Fischkutter in japanischen Gew&auml;ssern mit zwei Schiffen der japanischen K&uuml;stenwache zusammen. Die Japaner nahmen den Kapit&auml;n des Kutters fest. China lieferte daraufhin Japan keine Seltenen Erden mehr. 97 Prozent dieser Mineralien, die man f&uuml;r die Produktion von Hightech-Ger&auml;ten braucht, stammen aus China. Kein Wunder, dass die Japaner den Kapit&auml;n bald freilie&szlig;en. Nimmt man das Verhalten Pekings in anderen Fragen dazu &ndash; staatliche Unterst&uuml;tzung f&uuml;r heimische Firmen bei Ausschreibungen, Druck auf ausl&auml;ndische Gesellschaften, ihre Produktion nach China zu verlagern, und vor allem die W&auml;hrungspolitik &ndash; dann hat man das Bild einer &ouml;konomischen Supermacht, die sich nicht an die Regeln h&auml;lt. Und die Frage ist, wie wir damit umgehen wollen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/der-haessliche-monopolist\/-\/1472602\/4771218\/-\/index.html\">FR<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Heribert Prantl: Asylrecht in Deutschland: Das Grundrecht dritter Klasse<\/strong><br>\nSeit 17 Jahren, seit 1993, l&uuml;gt sich das neue deutsche Asylrecht die Welt zurecht. Dieses Asylrecht verspricht, was es nicht h&auml;lt. Es gaukelt Schutz vor, den es nicht gibt. Es definiert andere Staaten als sicher, auch wenn sie es nicht sind. Die Richter wollten, wie das Gros der B&uuml;rger und wie die Parteien, nach langen hitzigsten Debatten nichts mehr h&ouml;ren vom Leid der Welt. Schnelle Abschiebung, ohne Rechtsschutz, war ihnen damals wichtiger als das h&ouml;chste Grundrecht, wichtiger als die Menschenw&uuml;rde, wichtiger als der Grundsatz des fairen Verfahrens.<br>\nHeute sind die Asylbewerberzahlen geschrumpft, auf sechs Prozent von damals. Nun sinnen die h&ouml;chsten Richter auf Wiedergutmachung f&uuml;r damals; nun ist ihnen das Urteil von damals peinlich. Die Richter wollen den gnadenlosen Mechanismus des Asylrechts nicht mehr l&auml;nger akzeptieren, der es erlaubt, Fl&uuml;chtlinge an der Grenze zur&uuml;ckzuschicken; die Richter wollen den Rechtsweg wieder &ouml;ffnen. Das wurde soeben in der m&uuml;ndlichen Verhandlung deutlich.<br>\nEin Fl&uuml;chtling, der auf der Flucht auch nur einen Fu&szlig; auf einen anderen als den deutschen, also einen Drittstaat gesetzt hat, ist in Deutschland chancenlos. Er gilt in Deutschland nicht mehr als politisch verfolgt, selbst wenn er noch so glaubhaft von seiner Folter berichtet. Es z&auml;hlt nur der Weg, auf dem er gekommen ist; auf diesen Weg wird er sofort und ohne weitere Pr&uuml;fung zur&uuml;ckgeschickt; er hat auch nicht die Chance, darzulegen, dass er in dem Land, in das er zur&uuml;ckgeschickt wird, nicht sicher ist. Man w&auml;scht die H&auml;nde in Unschuld und schiebt Fl&uuml;chtlinge so rigoros ab wie Sarkozy die Roma. Zum Beispiel von Deutschland nach Griechenland &ndash; obwohl es dort keinen Schutz f&uuml;r Fl&uuml;chtlinge gibt. Das Asylverfahren in Griechenland ist kein Schutz-, sondern ein Jagdrecht. Aber das deutsche Asylrecht nimmt das nicht zur Kenntnis. Was realiter in Griechenland (oder anderswo) passiert, interessiert nicht: Man schaut in die Listen, da steht &ldquo;sicher&rdquo; &ndash; und man schiebt ab. Man nennt das &ldquo;normative Vergewisserung&rdquo;; die Realit&auml;t ist egal, der Buchstabe des Gesetzes alles.- Die Verfassungsrichter besinnen sich nun, nachdem viele untere Gerichte das zynische Spiel nicht mehr mitmachen, eines Besseren. Die Politik nicht. Sie will das Asylrecht weiterhin als Grundrecht dritter Klasse betrachten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/asylrecht-in-deutschland-das-grundrecht-dritter-klasse-1.1017760\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Mag sein, dass wir unsere Roma nicht so rigoros wie Sarkozy abschieben, dennoch stehen wir im Vergleich nicht viel besser da. Im Fr&uuml;hjahr haben die Innenminister der Bundesrepublik und des Kosovo ein R&uuml;cknahmeabkommen unterschrieben, wonach in den n&auml;chsten Jahren ca. 13.000 Roma in den Kosovo abgeschoben werden. Die kosovarische Regierung tat dies in der Hoffnung, damit die Aufnahme in die EU beschleunigen zu k&ouml;nnen, was allerdings angesichts der mafi&ouml;sen Strukturen dieses Staates noch sehr lange dauern kann. Man muss sich klarmachen, dass sich viele Roma seit 1991 in der Bundesrepublik aufhalten, als die serbische Aggression auf dem Balkan einsetzte, d.h. dass viele Jugendliche neben romanes besser deutsch als albanisch sprechen.&nbsp; Nicht nur dass diese Menschen in das Armenhaus Europas zur&uuml;ckgeschickt werden, sondern sie werden von den Kosovaren mit gro&szlig;er Feindseligkeit behandelt. Im Kosovo werden sie weiter in ihre Heimatgemeinden abgeschoben, welche selbst mit den wenigen Hundert, die bisher abgeschoben wurden, vollkommen &uuml;berfordert sind. In einer UNICEF-Studie hei&szlig;t es: &ldquo;Kinder aus Familien der Roma, Ashkali und Kosovo-&Auml;gypter, die in den kommenden Jahren aus Deutschland in den Kosovo abgeschoben werden sollen, haben dort kaum eine Perspektive auf Schulbildung, medizinische Hilfe und gesellschaftliche Integration. Das Wohl der Kinder spielt in den politischen und gesetzlichen Vorgaben auf deutscher und kosovarischer Seite praktisch keine Rolle, obwohl fast <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/deutschland-roma-werden-abgeschoben-gestrandet-in-einer-schrecklichen-heimat-1.1015220\">die H&auml;lfte der Betroffenen Kinder sind<\/a>.&rdquo; Siehe auch <a href=\"http:\/\/www.unicef.de\/presse\/pm\/2010\/roma-studie-2010\/\">Unicef<\/a> und auch <a href=\"http:\/\/www.amnesty.de\/2009\/1\/28\/roma-droht-abschiebung-den-kosovo\">Amnesty International<\/a>.<\/em> <\/p>\n<p><em>Dazu passt:<\/em><\/p>\n<p><strong>Abschiebung: Mit dem Sturmgewehr ins Kinderzimmer<\/strong><br>\nDer Mensch kann nicht klein genug sein, um nicht als illegal zu gelten: &Ouml;sterreichs Regierung l&auml;sst mittlerweile auch S&auml;uglinge abschieben. Eine humanit&auml;re Intervention von Doron Rabinovici:<br>\n&ldquo;Asyl ist die letzte Sicherheitsgarantie menschlichen Seins. Dieses Recht fordern jene ein, denen alle anderen Garantien bereits verweigert wurden. Es gilt dem Individuum, das vom eigenen Staat nicht mehr gesch&uuml;tzt wird. Es macht den B&uuml;rger erst zum Menschen. Asyl ist Ausfallshaftung und Grundlage aller Menschenrechte. Wird dieses Recht in Europa abgew&uuml;rgt, verliert die Union jene Eigenschaft, der sie sich so gerne r&uuml;hmt. Sie gibt damit den hehren Anspruch preis, ein Festland der Freiheit zu sein.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/print\/die_welt\/kultur\/article10607389\/Mit-dem-Sturmgewehr-ins-Kinderzimmer.html\">Welt.de<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Sarrazins Statistiken<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Auf Meinungsfreiheit kann sich Sarrazin nicht berufen<\/strong><br>\nBerliner Anwalt stellte Anzeige wegen Volksverhetzung gegen den ehemaligen Bundesbanker. Ein Gespr&auml;ch mit Hans-Eberhard Schultz:<br>\nIn der S&uuml;ddeutschen Zeitung war zu lesen, dass er die Zahlen zum Beleg seiner zentralen These, dass 70 Prozent der t&uuml;rkischen und 90 Prozent der arabischen Bev&ouml;lkerung in Berlin vom Staat leben, diesen aber ablehnen und &raquo;st&auml;ndig neue kleine Kopftuchm&auml;dchen produzieren&laquo;, frei erfunden hat. Er habe zugegeben, hei&szlig;t es, dass es hierzu keinerlei Statistiken gibt. Wenn man keine Zahl habe, so wird er zitiert, m&uuml;sse man &raquo;eine sch&ouml;pfen, die in die richtige Richtung weist, und wenn sie keiner widerlegen kann, dann setze ich mich mit meiner Sch&auml;tzung durch&laquo;. &hellip; Das ist kein eigener Straftatbestand. Aber es ist nat&uuml;rlich ein Beleg daf&uuml;r, dass seine angeblich wissenschaftlich begr&uuml;ndeten Thesen v&ouml;llig unhaltbar sind und er dies auch wei&szlig;. Er hat also die muslimischen Migranten bewusst und gezielt diskriminiert. Somit kann er sich auch nicht ernsthaft auf die Meinungsfreiheit berufen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/10-30\/027.php\">junge Welt<\/a><\/li>\n<li><strong>Sarrazins geschichtsvergessene Statistik<\/strong><br>\nWenn es noch eines Beweises bedarf, wie unseri&ouml;s der &bdquo;Bildungsb&uuml;rger&ldquo; (so das Pr&auml;dikat von Frank Schirrmacher) Dr. rer. pol. Thilo Sarrazin mit Statistiken arbeitet, hat er ihn im Interview mit der Bild am vergangenen Sonntag <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/2010\/10\/31\/thilo-sarrazin\/woher-nehmen-sie-so-viel-zorn-herr-sarrazin.html\">geliefert<\/a>.<br>\nAuf die Aussage des Bundespr&auml;sidenten angesprochen, dass das Christentum Teil der T&uuml;rkei sei, antwortet Sarrazin: &bdquo;Die Zahlen sprechen da eine deutliche Sprache: Gab es 1914 noch 25 Prozent Christen in der T&uuml;rkei, sind es heute gerade noch 0,2 Prozent.&ldquo;<br>\nSarrazin vergleicht also die T&uuml;rkei heute mit der von 1914. Mit diesem Vergleich begeht Sarrazin gleich zwei schwerwiegende Fehler. Oder darf man ihm als geschultem Volkswirt hier getrost gezielte Manipulation unterstellen?<br>\n1914 war &bdquo;die T&uuml;rkei&ldquo; noch das Osmanische Reich. Es reichte im Westen &uuml;ber Damaskus, Jerusalem, Medina und Mekka hinunter bis zum Golf von Aden; im Osten erstreckte es sich &uuml;ber Bagdad und Basra weit hinunter an den Persischen Golf. Die heutigen Staaten Syrien, Libanon, Israel, Saudi Arabien, Jemen, Iran, Irak und Kuwait geh&ouml;rten 1914 teilweise oder zur G&auml;nze zum Osmanischen Reich, das Sarrazin zum Vergleich mit der heutigen T&uuml;rkei heranzieht.<br>\nDer zweite Fehler, bzw. die zweite Manipulation: Sarrazin blendet bewusst oder unbewusst &ndash; beides ist gleicherma&szlig;en erschreckend &ndash; den 1915 begangenen V&ouml;lkermord an den christlichen Armeniern aus, dem Studien zufolge 600.000 bis 1,5 Millionen Menschen, zwei Drittel (!) der auf dem Gebiet des Osmanischen Reiches lebenden Armenier, zum Opfer fielen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wirtschaftundgesellschaft.de\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=88&amp;Itemid=2\">Wirtschaft und Gesellschaft<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Opfer linker Gewalt wird noch gesucht<\/strong><br>\nSeit Anfang des Jahres gibt es auf dem Formular des Bundesamts f&uuml;r Justiz in Bonn mehrere K&auml;stchen. Eines f&uuml;r Opfer eines rechtsextremistischen oder antisemitischen &Uuml;bergriffs. Und je eines f&uuml;r Opfer eines islamistisch oder linksextremistisch motivierten &Uuml;bergriffs. Mit dem Formular k&ouml;nnen Opfer extremistischer Gewalt Soforthilfe beantragen. 1 Million Euro sind hierf&uuml;r im Haushalt in diesem Jahr vorgesehen. Das sind 700.000 Euro mehr als 2009. Daf&uuml;r hat die schwarz-gelbe Bundesregierung den Kreis der Antragsberechtigten ausgeweitet: Fr&uuml;her konnten nur Opfer rechter Gewalt den Antrag auf H&auml;rteleistungen stellen, jetzt eben auch Opfer linksextremer oder islamistischer Gewalt. Ein Brief von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) an den Vorsitzenden des Rechtsausschusses, Siegfried Kauder (CDU), l&auml;sst allerdings stark an dem Schwenk der Bundesregierung zweifeln. Laut dem Schreiben, das der taz vorliegt, gab es in den ersten acht Monaten bereits 71 Antr&auml;ge von Opfern rechtsextremistischer Straftaten (2009: 125). Antr&auml;ge von &ldquo;Opfern sonstiger extremistischer Straftaten&rdquo; gab es demnach dagegen bislang noch nicht. &ldquo;Die Gleichsetzung von Rechtsextremismus und Linksextremismus durch die Bundesregierung ist reine Symbolpolitik und geht an der Wirklichkeit vorbei&rdquo;, folgert der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy aus den Zahlen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=in&amp;dig=2010%2F10%2F30%2Fa0169&amp;cHash=0c2ed99734\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Welch ein Gl&uuml;ck, dass die Regierung einige recht unpopul&auml;re Ma&szlig;nahmen getroffen hat, und somit die Polizei bei vergangenen und den anstehenden Demonstrationen &ldquo;linksextreme&rdquo; Gewalt registrieren darf. In der Gesellschaft angekommen ist allerdings die Bedrohung der B&uuml;rger durch rechtsextreme Gewalt. Man fragt sich angesichts von rechtsextrem beherrschten No-go-Areas, bei wem Familienministerin Kristina K&ouml;hler und Innenminister Thomas de Maizi&egrave;re (beide CDU) mit ihren Warnungen vor der unterbewerteten linken Gewalt noch punkten wollen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>China: Gefahr des Platzens der Blase ist sehr gro&szlig;<\/strong><br>\nWann platzt die Immobilienblase in China? Was f&uuml;r Auswirkungen wird dies haben? Der Sinologe Christopher Detweiler, Wellershoff &amp; Partners, zeigt sich im Interview mit NZZ Online &uuml;berzeugt, dass die Blase in den n&auml;chsten 24 Monaten platzen wird:<br>\nWas w&auml;ren die Auswirkungen des Platzens? Muss man sich dies &auml;hnlich wie in den USA vorstellen?<br>\nIch sch&auml;tze, dass die Situation eine andere ist. Chinesische Kommerzbanken haben gesetzliche Mindestreserven von 17,5 Prozent, was deutlich h&ouml;her ist als 2007 bei den US-Banken. Zudem sind auch die Hypothekaranzahlungen viel h&ouml;her, was die Verlustrisiken f&uuml;r die Banken verringert. Dass es zu Rettungspaketen kommen kann, ist zwar durchaus vorstellbar, aber wohl nicht so schlimm wie in den USA.<br>\nF&uuml;r die chinesische Bev&ouml;lkerung selbst kann dies hingegen zu einer sehr ernsthaften Situation werden, wenn diese pl&ouml;tzlich ihre eigenen Ersparnisse &ndash; oder was sie daf&uuml;r hielt &ndash; schwinden sieht. Das ist eine Bedrohung. &hellip; Die kommunistische Partei hat schon viel Schlimmeres &uuml;berlebt als das Platzen einer Immobilienblase. Solche Krisenzeiten kann sie sehr gut durchstehen. &hellip;. Wenn die Blase platzt, wird es zu weniger Wirtschaftswachstum kommen, weil derzeit viel zu viele Ressourcen dem Immobilienmarkt zugeordnet sind. Es wird Zeit brauchen, diese Ressourcen neu zu verteilen. In dieser &Uuml;bergangsfrist wird es eine Zeit mit weniger Wirtschaftswachstum geben &ndash; bis hin zu einer m&ouml;glichen Rezession.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/finanzen\/nachrichten\/autx_die_gefahr_des_platzens_der_chinesischen_immobilienblase_ist_sehr_gross_1.8176351.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> In letzterem Fall muss der gerade ver&ouml;ffentlichte F&uuml;nfjahresplan umgeschrieben werden. Auch ansonsten ein interessantes Interview.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h24\"><\/a><strong>Milliarden an Hilfsgeldern in Afghanistan versickert<\/strong><br>\nDie USA haben in den Jahren 2007 bis 2009 Hilfsgelder in H&ouml;he von 17,7 Milliarden Dollar an zahlreiche Auftragnehmer in Afghanistan vergeben. Wie diese Mittel verwendet wurden, kann jedoch nicht mehr zur&uuml;ckverfolgt werden. Dies ergab eine Pr&uuml;fung in Washington.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/international\/agenx_milliarden_an_hilfsgeldern_in_afghanistan_versickert_1.8187593.html\">NZZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Orlando Pascheit:<\/strong> Es scheint nicht beim milit&auml;rische Desaster zu bleiben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h25\"><\/a><strong>Neu eingestellt auf Sozialpolitik aktuell:<\/strong>\n<ul>\n<li>GKV-Finanzierungsgesetz: Stellungnahmen von Verb&auml;nden und Experten<br>\nKontrovers &ndash; Das aktuelle Thema: GKV-Finanzierung 2010\/11 &ndash; Kopfpauschale<\/li>\n<li>Infografik des Monats: Erwerbst&auml;tigkeit und Leistungsbezug nach dem SGB II &ndash; Anstieg der Aufstockung von Niedrigl&ouml;hnen<\/li>\n<li>Berechnung der finanziellen Wirkungen verschiedener Varianten einer B&uuml;rgerversicherung in der Gesetzlichen Krankenversicherung (B&uuml;ndnis 90\/ Die Gr&uuml;nen)<br>\nKontrovers &ndash; Das aktuelle Thema: GKV-Finanzierung 2010\/11 &ndash; Kopfpauschale<\/li>\n<li>Ist Europa auf dem Weg zum &ldquo;Turbo-Arbeitsmarkt&rdquo;? (IAB)<br>\nKontrovers &ndash; Das aktuelle Thema: Prek&auml;re Besch&auml;ftigung<\/li>\n<li>Bedarfsbemessung bei Hartz IV &ndash; Zur Ableitung von Regelleistungen auf der Basis des &ldquo;Hartz-IV-Urteils&rdquo; des Bundesverfassungsgerichts (FES)<\/li>\n<li>Kontrovers &ndash; Das aktuelle Thema: Grundsicherungsniveau Hartz IV<br>\nDeutschland im Aufschwung &ndash; Gemeinschaftsdiagnose der wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsinstitute<\/li>\n<li>Datensammlung zur Steuerpolitik 2010 (Bundesfinanzministerium)<\/li>\n<li>Statistisches Taschenbuch: Arbeits- und Sozialstatisitk 2010 (Bundesministerium f&uuml;r Arbeit und Soziales)<\/li>\n<li>Datensammlung Finanzierung: 50 aktualisierte und erg&auml;nzte Infografiken mit Kommentierung<\/li>\n<li>&Uuml;berg&auml;nge zwischen Schule, Ausbildung und Beruf (IAT)<\/li>\n<li>Anmerkungen zum geplanten Sozialausgleich in der gesetzlichen Krankenversicherung (IGKE)<\/li>\n<li>Nachhaltige Finanzierung des Gesundheitssystems ohne Kopfpauschalen (WSI)<\/li>\n<li>Infografik des Monats: Finanzierungsstruktur der Sozialleistungen 1991 &ndash; 2009: Entlastung der Arbeitgeber<br>\nu.v.a.m.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sozialpolitik-aktuell.de\/\">Sozialpolitik aktuell<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Schafft den Stabilit&auml;tspakt endlich ab; Kehrseite der Arbeitsmarktbilanz; 15,5% der Bev&ouml;lkerung im Jahr 2008 armutsgef&auml;hrdet; Althaus &bdquo;B&uuml;rgergeld&ldquo;; Deutsche geben trotz Aufschwung weniger aus; die Restauration der Arbeitsgesellschaft; Berliner Wasserbetriebe: Gewinne marsch; die Deutsche Bank ist zu gro&szlig;; Schweiz f&uuml;r Firmen fast ein Steuerparadies; 25 000 Steuerfl&uuml;chtige erstatten Selbstanzeige; nuklearer<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7233\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-7233","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7233","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7233"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7233\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7236,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7233\/revisions\/7236"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7233"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7233"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7233"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}