{"id":72401,"date":"2021-05-14T09:39:19","date_gmt":"2021-05-14T07:39:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72401"},"modified":"2021-05-14T17:09:22","modified_gmt":"2021-05-14T15:09:22","slug":"gaza-wird-brennen-der-naechste-krieg-in-nahost","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72401","title":{"rendered":"\u201eGaza wird brennen\u201c \u2013 der n\u00e4chste Krieg in Nahost"},"content":{"rendered":"<p>Seit Wochen eskaliert in Israel-Pal&auml;stina die Gewalt. Die Vollstreckung von R&auml;umungsklagen in Ostjerusalem sowie schwere Ausschreitungen in der Al-Aqsa-Moschee mit 300 Verletzten waren der Ausl&ouml;ser. Warnungen und ein Ultimatum der Hamas wurden ausgeschlagen. Es folgten Raketenbeschuss auf Israel und die schwersten Bombardierungen Gazas seit dem letzten gro&szlig;en Krieg 2014. In Israel herrschen vielerorts b&uuml;rgerkriegs&auml;hnliche Zust&auml;nde. Bislang sind in Gaza 119 Menschen get&ouml;tet worden, darunter 29 Kinder. In Israel wurden sieben Menschen get&ouml;tet. Der unter multiplen innenpolitischen Krisen stehende Netanyahu eskalierte vors&auml;tzlich die Gewalt, die uns final an den Rand einer Bodenoffensive in Gaza gebracht hat &ndash; und damit an den Rand des n&auml;chsten gro&szlig;en Krieges. Von <strong>Jakob Reimann<\/strong><\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_9396\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-72401-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210514_Gaza_wird_brennen_der_naechste_Krieg_in_Nahost_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210514_Gaza_wird_brennen_der_naechste_Krieg_in_Nahost_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210514_Gaza_wird_brennen_der_naechste_Krieg_in_Nahost_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210514_Gaza_wird_brennen_der_naechste_Krieg_in_Nahost_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=72401-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210514_Gaza_wird_brennen_der_naechste_Krieg_in_Nahost_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"210514_Gaza_wird_brennen_der_naechste_Krieg_in_Nahost_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Im Israel-Pal&auml;stina-Konflikt ist es stets eine Sache der Unm&ouml;glichkeit, in der Erkl&auml;rung aktueller Ereignisse einen sinnvollen, fairen Anfangspunkt in der Ursache-Wirkungs-Kette auszumachen &ndash; biblische Zeitachsen heranzuziehen, finde ich ebenso wenig &uuml;berzeugend wie die Strategie, pauschal alles immer mit der israelischen Besatzung 1967 oder gar der Staatsgr&uuml;ndung 1948 rechtfertigen zu wollen. Einen sinnvollen Startpunkt f&uuml;r die konkrete Gewalteskalation liefert uns ein Blick auf die j&uuml;ngsten Ereignisse in Sheikh Jarrah &ndash; eine &uuml;berschaubare pal&auml;stinensische Nachbarschaft im illegal besetzten Ostjerusalem.<\/p><p><strong>Die Gewaltspirale beginnt, sich zu drehen<\/strong><\/p><p>Seit Montag vergangener Woche kam es in Sheikh Jarrah zu <a href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/news\/2021\/5\/5\/hamas-commander-warns-israel-over-occupied-east-jerusalem-attacks\">schweren Auseinandersetzungen<\/a>. Anlass waren R&auml;umungsklagen israelischer Gerichte, nach denen im Mai sechs pal&auml;stinensische Familien ihre H&auml;user verlassen m&uuml;ssen, die von Siedlern &uuml;bernommen werden sollten. Im August sollen sieben weitere Familien per Gerichtsurteil vertrieben werden. Ein Video, das die 22-j&auml;hrige Muna al-Kurd zeigt und das die ganze Absurdit&auml;t der Problematik illustriert, ging durch die sozialen Medien und die Weltpresse und lenkte so erst den weltweiten Fokus auf Sheikh Jarrah:<\/p><div class=\"external-2click\" data-provider=\"X (Twitter)\" data-provider-slug=\"twitter\"><div class=\"external-placeholder\"><p><strong>Externer Inhalt<\/strong><\/p><p>Beim Laden des Tweets werden Daten an X (ehemals Twitter) &uuml;bertragen.<\/p><button type=\"button\" class=\"external-load\">Inhalt von X (Twitter) zulassen<\/button><\/div><div class=\"external-content\"><blockquote class=\"external-2click-target twitter-tweet\">\n<p lang=\"en\" dir=\"ltr\">This doesn't describe the Israeli occupier's logic only; it also describes the rudeness of those who support the Israeli colonial policies of expropriating the Palestinian occupied lands. <a href=\"https:\/\/t.co\/OSB0QejwCT\">pic.twitter.com\/OSB0QejwCT<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Ramy Abdu| &#1585;&#1575;&#1605;&#1610; &#1593;&#1576;&#1583;&#1607; (@RamAbdu) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/RamAbdu\/status\/1388520211574317057?ref_src=twsrc%5Etfw\">May 1, 2021<\/a><\/p><\/blockquote><\/div><div class=\"external-optout\"><a href=\"#\" data-revoke=\"twitter\">Inhalte von X (Twitter) nicht mehr zulassen<\/a><\/div><\/div><p> <\/p><p>&Uuml;bersetzung:<\/p><blockquote><p>&bdquo;Jacob, du wei&szlig;t, dass das nicht dein Haus ist.&ldquo;<br>\n&bdquo;Ja, aber wenn ich jetzt gehe, kehrst du doch nicht zur&uuml;ck. Wo ist also das Problem? Warum schreist du mich an?&ldquo; &hellip;<br>\n&bdquo;Du stiehlst mein Haus!&ldquo;<br>\n&bdquo;Wenn ich es nicht stehle, wird es eben jemand anderes stehlen.&ldquo;<br>\n&bdquo;Nein, nein. &Uuml;berhaupt niemandem darf es stehlen!&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Die R&auml;umungsurteile sollten nun von israelischen Sicherheitskr&auml;ften exekutiert werden. Die Versammlungen dagegen blieben zun&auml;chst friedlich, wurden dann jedoch immer h&auml;ufiger gewaltt&auml;tig, nachdem Siedler und Polizei gemeinsam begannen, die pal&auml;stinensischen Einwohner zu vertreiben. Mehrere Pal&auml;stinenserinnen und Pal&auml;stinenser wurden verletzt und verhaftet. Wohl dem internationalen Aufschrei &uuml;ber Sheikh Jarrah geschuldet, entschieden israelische Gerichte zun&auml;chst, <a href=\"https:\/\/www.middleeasteye.net\/news\/israel-palestine-sheikh-jarrah-supreme-court-ruling-postponed\">die R&auml;umungen aufzuschieben<\/a>. Nichtsdestotrotz wurde Muna al-Kurd, die junge Frau aus dem Video, am Mittwoch von bewaffneten Soldaten aus Sheikh Jarrah <a href=\"https:\/\/twitter.com\/JalalAK_jojo\/status\/1392535895769767941\">vertrieben<\/a>, ebenso ihr Bruder <a href=\"https:\/\/twitter.com\/JalalAK_jojo\/status\/1392534796191031301\">Mohammed<\/a>.<\/p><p>Die israelische Rechte und ihre Advokaten im Westen berufen sich bei der Eskapade um Sheikh Jarrah darauf, dass einige der Grundst&uuml;cke vor der Staatsgr&uuml;ndung 1948 in j&uuml;dischem Besitz waren und erst unter jordanischer Kontrolle &ndash; Ostjerusalem und das Westjordanland waren ab 1948 bis zum Sechstagekrieg 1967 von Jordanien besetzt &ndash; von im Zuge der israelischen Staatsgr&uuml;ndung vertriebenen Pal&auml;stinensern besiedelt wurden. Sich auf historische Eigentumstitel zu berufen, ist ohne Frage eine legitime Argumentation &ndash; nur stellt sich eine zentrale Frage: Wenn wir das Argument f&uuml;r j&uuml;dischen Besitz in Sheikh Jarrah akzeptieren, m&uuml;ssen wir es dann nicht auch f&uuml;r historischen pal&auml;stinensischen Besitz im heutigen Israel akzeptieren? In dem, was der weltbekannte israelische Historiker Ilan Pappe wasserdicht als &bdquo;<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/The_Ethnic_Cleansing_of_Palestine\">ethnische S&auml;uberung Pal&auml;stinas<\/a>&ldquo; nachgewiesen hat, wurden zur Staatsgr&uuml;ndung 1948 rund 750.000 Pal&auml;stinenserinnen und Pal&auml;stinenser vertrieben und ihr Besitz enteignet &ndash; gilt der Grundsatz also auch f&uuml;r diese Personen und deren Nachkommen? Die De-facto-Antwort, die wir alle kennen, illustriert die ethnischen Doppelstandards im israelischen Rechtssystem, illustriert: Apartheid.<\/p><p>Doch wir sollten nicht die israelischen Narrative &uuml;bernehmen und so tun, als ginge es in Sheikh Jarrah um Eigentumstitel und rechtliche Formalit&auml;ten, deren Kl&auml;rung unabh&auml;ngigen Gerichten unterliegt. Die politische Analystin Nour Odeh erkl&auml;rt im Gespr&auml;ch mit Al Jazeera zutreffend: &bdquo;In Jerusalem geht es nicht um einen Immobilienstreit. Es geht um <a href=\"https:\/\/youtu.be\/5tdpvxqsfTc?t=1059\">die koloniale Besatzung<\/a>. Es gibt den Besatzer &ndash; und es gibt die Besetzten.&ldquo; <a href=\"https:\/\/youtu.be\/5tdpvxqsfTc?t=987\">Und weiter<\/a>: &bdquo;Die israelischen Gerichte sind ein integraler Teil des Regimes der Kolonialbesatzung. Und Bericht um Bericht, Studie um Studie, haben gezeigt, dass sie blo&szlig;e Instrumente sind, um die Enteignung und die systematische Diskriminierung von Pal&auml;stinensern zu decken.&ldquo;<\/p><p><strong>Alles dreht sich um Jerusalem<\/strong><\/p><p>All die Eskalationen, die folgen sollten &ndash; und uns bis Freitagmorgen an den Rand der n&auml;chsten gro&szlig;en Invasion f&uuml;hrten &ndash; waren keine unkontrollierten Ausbr&uuml;che im Eifer des Gefechts, sondern bewusste Entscheidungen zum politischen Vorteil der Netanyahu-Regierung, wohlgesetzte kumulative Nadelstiche: &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.972mag.com\/israel-chooses-violence\/\">Israel entscheidet sich f&uuml;r die Gewalt<\/a>&ldquo;, zeichnet das pal&auml;stinensisch-israelische +972-Magazin diesen Weg im gleichnamigen Aufsatz exzellent nach. Besonders verwerflich: Netanyahu spielt exzessiv die pal&auml;stinensische Liebe zu Jerusalem aus.<\/p><p>Schon zu Beginn des Ramadans blockierten israelische Sicherheitskr&auml;fte den Zugang zum weltber&uuml;hmten Damascus Gate am Rande der Jerusalemer Altstadt, einem beliebten Punkt, an dem sich Menschen zum abendlichen Fastenbrechen treffen. Die Gl&auml;ubigen, die sich doch trafen, wurden angegriffen, verpr&uuml;gelt und <a href=\"https:\/\/www.palestinechronicle.com\/israeli-forces-attack-palestinian-worshipers-at-damascus-gate-injure-nine-video\/\">mit Blendgranaten und Tr&auml;nengas<\/a> beschossen. In der Zwischenzeit eskalierte die Polizeigewalt auch auf dem Tempelberg rund um die Al-Aqsa-Moschee &ndash; nach Mekka und Medina die drittheiligste St&auml;tte im Islam. Die Polizei provoziert, versperrt Zug&auml;nge, Handgemenge werden zu Ausschreitungen, Steine fliegen, die Polizei setzt brutale Gewalt gegen Gl&auml;ubige ein. In wenigen Tagen werden an diesem heiligen Ort &uuml;ber 300 Menschen verwundet. Die Polizei dringt ins Innere der Al-Aqsa-Moschee vor, feuert Blendgranaten in Gebetsr&auml;ume: &bdquo;Die Symbolik bewaffneter Polizisten, die an einem der heiligsten Orte des Islam, w&auml;hrend seines heiligsten Monats &uuml;ber Gebetsteppiche rennen und Betende attackieren, sprang allen ins Auge&ldquo;, schreibt das +972-Magazin. Diese Symbolik, f&uuml;r alle Welt sichtbar, war keine Affekthandlung, sondern Ergebnis politischer Entscheidungen. Auch wurden Busse mit Tausenden Muslima und Muslimen, die zum Ramadan ihre Al-Aqsa besuchen wollten, blockiert, was auch vor den Toren Jerusalems neue Gewalt provozierte.<\/p><p>Zum Jerusalem-Tag vom 9. auf den 10. Mai entfachte sich aus ungekl&auml;rten Gr&uuml;nden ein Feuer auf dem Tempelberg. <a href=\"https:\/\/theintercept.com\/2021\/05\/11\/not-fine-video-ultranationalist-frenzy-jerusalem-unsettling\/\">Die apokalyptischen Bilder<\/a> des lichterloh brennenden Baumes im Nachthimmel gehen um die Welt &ndash; die Videos dazu feiernder ultranationalistischer Israelis, die zu einem Rocksong der Kahane-Terrororganisation tanzen, sind verst&ouml;rend. Der Jerusalem-Tag erinnert traditionell an die Eroberung Ost-Jerusalems im Zuge des Sechstagekriegs 1967 von Jordanien, das den historisch so wichtigen Stadtteil vorher zur Staatsgr&uuml;ndung Israels 1948 besetzte. Nach 70 n. Chr. stand die weltber&uuml;hmte Jerusalemer Altstadt, mit Tempelberg und Klagemauer, ab 1967 damit erstmals wieder unter j&uuml;discher Kontrolle. Zum Jerusalem-Tag wird in Umz&uuml;gen und Feiern dessen gedacht. Dass rechte israelische Nationalisten auch in der von Pal&auml;stinensern bewohnten muslimisch-arabischen Altstadt Fahnen schwenken, wird als gr&ouml;&szlig;tm&ouml;gliche Provokation aufgefasst &ndash; schlie&szlig;lich wurde Ostjerusalem als Hauptstadt Pal&auml;stinas versprochen.<\/p><p>Es ist kompliziert, westlichen Leserinnen und Lesern die Bedeutung der Stadt f&uuml;r die pal&auml;stinensische Seele ad&auml;quat nahezubringen: die Liebe und Leidenschaft, die die Menschen f&uuml;r Jerusalem, f&uuml;r ihre Old City, empfinden. Wer schon einmal eine in der Jerusalemer Altstadt aufgewachsene Person &uuml;ber ihre vor Historie und Kultur nur so triefenden Viertel hat schw&auml;rmen h&ouml;ren, wei&szlig; vielleicht, was ich meine. Das Arabische ist eine sehr lyrische, blumige Sprache. Die &Uuml;bertragung dieser das S&uuml;&szlig;holz einer Stadt raspelnden Liebeslyrik ins Englische wirkt in westlichen Ohren wie nicht von dieser Welt. Die Leute atmen Jerusalem, die Stadt flie&szlig;t durch ihre Herzen und Adern. Sie begreifen sich als organische, symbiotische Einheit mit Jerusalem, wie es vielleicht an keinem anderen Ort der Welt der Fall ist. &bdquo;N&auml;chstes Jahr in Jerusalem&ldquo; hei&szlig;t es sprichw&ouml;rtlich zum Sederabend das Pessach-Fest einl&auml;utend auch von J&uuml;dinnen und Juden in aller Welt. Die Sehnsucht und Anziehung, die diese Stadt aus&uuml;bt, ist f&uuml;r die j&uuml;dische Identit&auml;t ebenso sinnstiftend wie f&uuml;r die pal&auml;stinensische.<\/p><p>Der historisch blutgetr&auml;nkte Boden dieser Stadt mit ihrer jahrtausendealten Geschichte aus Blutb&auml;dern &ndash; Netanyahu missbraucht die f&uuml;r beide Seiten identit&auml;tsstiftende Aura ihrer Stadt f&uuml;r seine politischen Zwecke und nimmt daf&uuml;r das n&auml;chste Blutbad in Kauf.<\/p><p><strong>Der Krieg beginnt<\/strong><\/p><p>Netanyahu ist derzeit geplagt von multiplen internen Krisen: Erstmals steht mit Bibi ein amtierender israelischer Ministerpr&auml;sident vor Gericht, im Mai 2020 begann das Verfahren gegen ihn wegen mehrerer F&auml;lle von Korruption und Bestechung, erst Ende April begannen die Zeugenanh&ouml;rungen. Au&szlig;erdem war er auch nach der vierten Wahl innerhalb von zwei Jahren nicht imstande, eine halbwegs stabile Regierung zu bilden. Das absurde Links-Mitte-Rechts-Rechtsau&szlig;en-B&uuml;ndnis, das sich zweckverheiratete, um ihn zu st&uuml;rzen, wird als entscheidende S&auml;ule auch von der arabisch-islamistischen Ra`am getragen. Wie zu erwarten war, feiern die rechtsextremen Kr&auml;fte dieser skurrilen Koalition die j&uuml;ngste Gewalt und fordern ein noch brutaleres Durchgreifen des Staates. Ebenfalls erwartbar: Da die islamistische Ra`am ihren Anh&auml;ngern nur schwerstens vermitteln kann, mit Rechtsextremen zu koalieren, die es lieben, wenn Polizisten in der Al-Aqsa auf Muslime schie&szlig;en, legte die Partei am Montag <a href=\"https:\/\/www.jpost.com\/israel-news\/politics-and-diplomacy\/yair-lapid-calls-on-party-heads-to-compromise-in-coalition-talks-667762\">die Koalitionsverhandlungen auf Eis<\/a>. Netanyahu &ndash; der sich liebend gern als &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.al-monitor.com\/originals\/2020\/10\/israel-gaza-strip-hezbollah-hamas-benjamin-netanyahu-bennett.html\">Mr. Security<\/a>&ldquo; darstellt &ndash; wei&szlig; genau, dass den breiten rechten, jedoch heterogenen Block nichts besser hinter ihm vereinen kann als eine Gewalteskalation. Bibis Plan scheint vorerst aufzugehen. Doch das, was folgen sollte, hatte auch Netanyahu &ndash; entgegen aller kursierenden Verschw&ouml;rungstheorien &ndash; nicht vorhersehen k&ouml;nnen.<\/p><p>Bereits in der Mitte der Sheikh-Jarrah-Krise warnte der h&ouml;chste Hamas-Milit&auml;r Mohammed Deif, Israel werde &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.aljazeera.com\/news\/2021\/5\/5\/hamas-commander-warns-israel-over-occupied-east-jerusalem-attacks\">einen hohen Preis zahlen<\/a>, wenn die Aggression gegen unser Volk im Viertel Sheikh Jarrah nicht sofort beendet wird&ldquo;. Und Tage darauf stellte die Hamas-F&uuml;hrung ein Ultimatum, das den R&uuml;ckzug der israelischen Polizei vom Tempelberg und aus Sheikh Jarrah forderte &ndash; sonst w&uuml;rde &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/ausland\/israel-und-gaza-ultimatum-der-hamas-und-netanjahus-rote-linie-17336274.html\">gehandelt<\/a>&ldquo;. Erwartbar ignorierte Netanyahu Drohung und Ultimatum, schlie&szlig;lich hatte niemand mit einer mehr als nur symbolhaften Vergeltung seitens der Hamas gerechnet. Doch Minuten nach Verstreichen des Ultimatums begannen Hamas und Islamischer Dschihad mit massivem Raketenbeschuss auf Israel, auf den ebenso massive Luftschl&auml;ge der israelischen Armee folgten.<\/p><p>Beides h&auml;lt seit nunmehr f&uuml;nf Tagen an und wuchs sich <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/middle-east\/israel-fires-artillery-into-gaza-amid-persistent-palestinian-rocket-attacks-2021-05-13\/\">zur blutigsten Gewaltepisode<\/a> seit dem Gaza-Krieg von 2014 aus. Laut israelischem Milit&auml;r wurden seit Montag rund 1.750 Raketen aus Gaza Richtung Israel abgefeuert. Die meisten landeten in unbewohnten Arealen in Israel, 300 in Gaza selbst. Die, die bewohntes Terrain getroffen h&auml;tten, wurden zu 90 Prozent vom Raketenabwehrschirm Iron Dome vom Himmel geholt. Doch viele trafen St&auml;dte wie Ashkelon und Sderot. 15 gingen in der <a href=\"https:\/\/www.aa.com.tr\/en\/middle-east\/hamas-armed-wing-strikes-israeli-cities-of-dimona-ashdod\/2239007\">Stadt Dimona nieder<\/a> &ndash; dem Ort, an dem sich Israels Atomreaktor befindet und seine Atombomben lagern. Viele weitere Raketen trafen die Metropolen Tel Aviv und gar die Heilige Stadt Jerusalem &ndash; zu deren Verteidigung jene Raketen doch vermeintlich dienen sollten. Ungeachtet jeder politischen Bewertung sind all diese Raketen aufs Sch&auml;rfste zu verurteilen. Auch der militante Fl&uuml;gel des pal&auml;stinensischen Widerstands badet sich gerne in einer Aura moralischer &Uuml;berlegenheit. Doch wer wahllos Raketen auf Zivilisten abfeuert, begeht schwere Kriegsverbrechen und hat jede Moral lange verloren.<\/p><p>Die zu erwartende Reaktion lie&szlig; nicht lange auf sich warten. Die israelische Luftwaffe begann mit schweren Bombardements des Gazastreifens. Netanyahu gibt an, dass knapp 1.000 Ziele in Gaza bombardiert wurden. Darunter mehrere Hochh&auml;user und eine Vielzahl ziviler Einrichtungen. Mehrere hochrangige Hamas-Funktion&auml;re wurden get&ouml;tet, was die Gruppe best&auml;tigte. Seit Montag wurden in Gaza nach Angaben des pal&auml;stinensischen Gesundheitsministeriums mindestens 119 Menschen get&ouml;tet, darunter 29 Kinder. Allein am Donnerstag stieg die Zahl der Toten um 52. Mehr als 400 weitere Menschen wurden verletzt. In Israel wurden laut Beh&ouml;rden sieben Personen get&ouml;tet: ein Soldat, sechs Zivile, darunter zwei Kinder. Mehr als 200 weitere Personen wurden verletzt. Seit der Nacht zu Freitag bombardieren nun auch Panzer und Artillerie den Gazastreifen.<\/p><p><strong>B&uuml;rgerkriegs&auml;hnliche Gewalt<\/strong><\/p><p>In Folge der K&auml;mpfe auf dem Al-Aqsa-Gel&auml;nde und der fortw&auml;hrenden Bombardierung Gazas kam es vielerorts in Israel zu Solidarit&auml;tskundgebungen der pal&auml;stinensischen Bev&ouml;lkerung &ndash; teils blieben diese friedlich, teils eskalierten sie in einer Gewalt, wie wir sie seit vielen Jahren nicht erlebt haben. Israelische Polizei griff oft mit massiver Brutalit&auml;t ein, um die Menschen auseinanderzutreiben. Eine Quelle aus Haifa schickte den NachDenkSeiten mehrere selbstgefilmte Videos, auf denen der Einsatz von berittener Polizei und Blendgranaten zu sehen war, um die auf den Videos friedlichen Demonstranten zu zerstreuen. Auch berichtet die Quelle, dass sogenanntes &bdquo;skunk water&ldquo; auf die Menschen abgefeuert wurde &ndash; mit Chemikalien angereichertes Abwasser &ndash; was auch aus vielen anderen St&auml;dten berichtet wurde. Arabische Randalierer z&uuml;ndeten in einem von Ultra-Orthodoxen bewohnten Viertel Haifas Autos in einer Tiefgarage an, woraufhin <a href=\"https:\/\/www.timesofisrael.com\/liveblog-may-13-2021\/#liveblog-entry-2543100\">60 Menschen<\/a> wegen Rauchvergiftungen behandelt werden mussten.<\/p><p>In mehreren anderen St&auml;dten in Israel kam es seit Montag zu heftigen Gewaltausbr&uuml;chen, insbesondere in Gemeinden mit gemischt j&uuml;disch-arabischer Bev&ouml;lkerung, mehrere F&auml;lle <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2021\/may\/13\/israel-gaza-airstrikes-rockets-hamas\">versuchter Lynchmorde<\/a> auf beiden Seiten wurden berichtet. Exemplarisch sollen an dieser Stelle die <a href=\"https:\/\/www.middleeasteye.net\/news\/israel-palestine-armed-settlers-lod-mosque-attacked-night-curfew\">besonders blutigen Ereignisse in Lod<\/a> geschildert werden, einer mittleren Gro&szlig;stadt s&uuml;d&ouml;stlich von Tel Aviv, in der b&uuml;rgerkriegs&auml;hnliche Gewalt w&uuml;tet. Pal&auml;stinensische Israelis setzten hier unz&auml;hlige Autos und j&uuml;dische Gesch&auml;fte in Brand und griffen Sicherheitskr&auml;fte an. Schwerbewaffnete israelische Ultranationalisten schossen willk&uuml;rlich auf eine Gruppe pal&auml;stinensischer Demonstranten und t&ouml;teten dabei einen Mann, woraufhin mehrere der Angreifer festgenommen wurden. Netanyahus Minister f&uuml;r &Ouml;ffentliche Sicherheit, Amir Ohana, nannte die Festnahme der mutma&szlig;lichen T&auml;ter eine &bdquo;schreckliche Sache&ldquo; und forderte deren Freilassung. Nach der Beerdigung des get&ouml;teten Demonstranten setzten Pal&auml;stinenser &ndash; besonders abscheulich &ndash; eine Synagoge in Brand. Protestm&auml;rsche beider Seiten eskalierten immer wieder, so dass die Beh&ouml;rden schlie&szlig;lich den Ausnahmezustand &uuml;ber Lod verh&auml;ngten &ndash; das erste Mal seit 1966, dass &uuml;ber pal&auml;stinensische Communities in Israel Notstandserm&auml;chtigungen verh&auml;ngt wurden.<\/p><p>Yair Revivo, der B&uuml;rgermeister von Lod, spricht &uuml;ber die Ereignisse der letzten Tage als &bdquo;Kristallnacht&ldquo; und Israels Pr&auml;sident Reuven Rivlin von &bdquo;Pogromen [&hellip;] eines blutr&uuml;nstigen arabischen Mobs&ldquo;. Die Gewalt beider Seiten rei&szlig;t nicht ab. Am Donnerstagmorgen wurde ein Mann von &bdquo;einer Gruppe Arabern, die &sbquo;Allahu akbar&lsquo; schrien&ldquo;, mit Steinen <a href=\"https:\/\/www.timesofisrael.com\/liveblog_entry\/wife-of-man-stabbed-in-lod-group-of-arabs-yelled-allahu-akbar-and-attacked-him\/\">angegriffen, verpr&uuml;gelt und niedergestochen<\/a>, wie seine Frau erz&auml;hlt. Der Mann liegt schwerverletzt im Krankenhaus. Am Mittwochabend griffen bewaffnete j&uuml;dische Nationalisten eine Moschee an und warfen mehrere Scheiben ein. Lod illustriert schmerzlich, wie politische Konflikte in sinnlose religi&ouml;s aufgeladene Gewalt umschlagen und wie schnell Nachbarn zu M&ouml;rdern werden k&ouml;nnen.<\/p><p>Beim Anblick der brennenden Synagoge in Lod lief es mir als Antifaschisten, der sein Leben lang gegen Antisemitismus gek&auml;mpft hat, kalt den R&uuml;cken herunter. Ebenso unertr&auml;glich waren darauffolgende Ereignisse in Europa. Am Dienstag wurde <a href=\"https:\/\/ga.de\/bonn\/stadt-bonn\/angriff-auf-synagoge-in-bonn-verdaechtige-gestehen-und-nennen-motiv_aid-58086505\">die Synagoge in Bonn mit Steinen angegriffen<\/a> und davor eine Israel-Flagge verbrannt. Die syrischen Festgenommenen gestanden die Tat; die aktuellen Ereignisse in Israel h&auml;tten sie dazu animiert. In M&uuml;nster gr&ouml;lte eine Gruppe vor der Moschee Parolen und verbrannte ebenfalls eine Israel-Flagge. Eine Synagoge im spanischen Ceuta wurde mit &bdquo;Free Palestine&ldquo; und einem Akronym f&uuml;r &bdquo;Allahu akbar&ldquo; <a href=\"https:\/\/forward.com\/fast-forward\/469438\/israeli-flags-burned-outside-2-german-synagogues-free-palestine-spray\/\">beschmiert<\/a>.<\/p><p>Alle Kr&auml;fte, denen ein Frieden in Nahost am Herzen liegt, m&uuml;ssen eines unmissverst&auml;ndlich klarmachen: Wer unter vermeintlicher Pal&auml;stina-Solidarit&auml;t nur seinem sch&auml;ndlichen Antisemitismus freien Lauf lassen will, soll sich zum Teufel scheren. Mit Judenhassern werden wir niemals f&uuml;r die gemeinsame Sache k&auml;mpfen.<\/p><p><strong>Auf alles schie&szlig;en, was sich bewegt<\/strong><\/p><p>In der deutschen &Ouml;ffentlichkeit erleben wir im Israel-Pal&auml;stina-Kontext jedes Mal das groteske Ph&auml;nomen, dass wie bei einem Fu&szlig;ballspiel Mannschaften ausgew&auml;hlt und diese dann bis aufs Blut verteidigt werden. Der Pro-Pal&auml;stina-Block ist unf&auml;hig, die Panik der vor Hamas-Raketen in Bunker fliehenden Menschen auch nur anzuerkennen, und f&uuml;r den Pro-Israel-Block ist jede get&ouml;tete Zivilistin in Gaza ohnehin nur das Hirngespinst von Hamas-Propaganda. Wir instrumentalisieren diese oder jene Toten f&uuml;r unsere eigenen Absichten, Ideologien und Narrative. Politische Bewertungen einmal au&szlig;er Acht gelassen: Wir scheinen zunehmend unf&auml;hig zu echter Anteilnahme und Menschlichkeit.<\/p><p>Mein Freund und Kollege Jules El-Khatib <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ju_khatib\/status\/1392362777457610752\">schrieb dazu auf Twitter<\/a>: &bdquo;Menschen in Gaza haben Angst, Menschen in Tel Aviv haben Angst. Wir sollten verstehen, dass die Zivilbev&ouml;lkerung auf beiden Seiten leidet. Wer in Deutschland sitzt und nur die Toten einer Seite betrauert, dem geht es nicht um Frieden, nicht um die L&ouml;sung des Konfliktes.&ldquo;<\/p><p>Das Gesagte ist ein bedingungsloses Pl&auml;doyer f&uuml;r Empathie, Humanismus und Mitgef&uuml;hl f&uuml;r die &Auml;ngste der einfachen Menschen. Es darf nat&uuml;rlich nicht als politische Neutralit&auml;t missverstanden, nicht als jenes Narrativ ausgelegt werden, nach dem &bdquo;beide Seiten&ldquo; im gleichen Ma&szlig;e schuld am Konflikt seien. Denn im Israel-Pal&auml;stina-Konflikt haben wir es mit einer exorbitanten Machtasymmetrie zu tun, bei der der Neutrale &ndash; frei nach Desmond Tutu &ndash; eben nicht neutral ist, sondern sich auf die Seite des Unterdr&uuml;ckers schl&auml;gt. Auf der einen Seite haben wir die m&auml;chtigste Milit&auml;rmacht der gesamten Region, die einzige auch, die &uuml;ber Atomwaffen verf&uuml;gt, und auf der anderen Seite schlecht ausger&uuml;stete Terroristen mit oft selbst zusammengebauten Raketen. Wir haben eine Regierung, die &uuml;ber Millionen Menschen ein <a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/report\/2021\/04\/27\/threshold-crossed\/israeli-authorities-and-crimes-apartheid-and-persecution\">Apartheidsystem<\/a> verh&auml;ngt hat &ndash; wie es zuletzt Human Rights Watch verurteilte &ndash; und jeden Aspekt ihres Lebens dominiert: zwei Millionen im Freiluftgef&auml;ngnis Gaza und drei weitere Millionen unter einer brutalen Milit&auml;rbesatzung im Westjordanland. Wie lange, denkt sich die israelische Regierung, bis das Kartenhaus zusammenst&uuml;rzt? Wie lange kann Apartheid aufrechterhalten bleiben, bis das Pulverfass vollends in die Luft fliegt?<\/p><p>Mehrere internationale Medien berichteten am Donnerstag, das israelische Milit&auml;r arbeite an Pl&auml;nen f&uuml;r eine Bodenoffensive in Gaza. &bdquo;Zus&auml;tzliche Truppen, darunter Infanterie und Panzerbrigaden, wurden in Gebiete an der Grenze zum Gazastreifen verlegt [&hellip;]&sbquo; um sich <a href=\"https:\/\/www.independent.co.uk\/news\/world\/middle-east\/israel-military-gaza-invasion-violence-b1846821.html\">f&uuml;r eine Bodenoperation in Stellung zu bringen<\/a>&lsquo;&ldquo;, zitiert der britische Independent zwei Sprecher des israelischen Milit&auml;rs. Verteidigungsminister Benny Gantz <a href=\"https:\/\/www.cnbc.com\/2021\/05\/13\/israel-calls-up-9000-reservists-amid-fighting-with-hamas.html\">mobilisierte 9.000 weitere Reservisten<\/a> f&uuml;r einen m&ouml;glichen Krieg in Gaza. Mittwochabend erkl&auml;rte Netanyahu, er habe offiziell ein von Russland mediiertes <a href=\"https:\/\/www.ynetnews.com\/article\/ryHhosK00u\">Waffenstillstandsangebot der Hamas abgelehnt<\/a>. Die Hamas war bereit, den Raketenbeschuss einzustellen, wenn Israel gleichzeitig die Luftschl&auml;ge beende. Doch die Zeiger stehen auf Krieg. In der Nacht zum Freitag wurde weiteres Milit&auml;r in Richtung Gaza verschoben, Luftschl&auml;ge wurden verst&auml;rkt, auch Bodentruppen und Panzer schie&szlig;en nun erstmals &uuml;ber die Grenze hinweg, Anwohner im Norden und Osten &ndash; der gesamte Gazastreifen hat kaum die Gr&ouml;&szlig;e Bremens &ndash; berichten von &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/middle-east\/israel-fires-artillery-into-gaza-amid-persistent-palestinian-rocket-attacks-2021-05-13\/\">schwerem Artilleriefeuer<\/a>&ldquo;. Eine Bodeninvasion, so scheint es, steht kurz bevor. Verteidigungsminister Gantz prahlte in einem Pressestatement, &bdquo;Gaza versucht noch immer, sich zu erholen&ldquo;, vom Krieg 2014, als er noch h&ouml;chster Milit&auml;r im Land war, doch &bdquo;heute bin ich Verteidigungsminister und wenn die Hamas-Gewalt nicht aufh&ouml;rt, wird der Schlag von 2021 noch viel h&auml;rter und schmerzhafter sein als der von 2014.&ldquo; &ndash; &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.timesofisrael.com\/6-year-old-critically-hurt-dozens-others-injured-as-gaza-rockets-pound-israel\/\">Gaza wird brennen<\/a>&ldquo;.<\/p><p>Beim Krieg 2014, den Gantz anspricht, wurden laut einem Bericht des UN-Menschenrechtsrats 2.251 Pal&auml;stinenserinnen und Pal&auml;stinenser get&ouml;tet, darunter <a href=\"https:\/\/undocs.org\/pdf?symbol=en%2FA%2FHRC%2F29%2FCRP.4\">551 Kinder<\/a>. Bei einer Bodenoffensive in Gaza gibt die israelische Milit&auml;rf&uuml;hrung die oberste Pr&auml;misse aus, auf alles zu schie&szlig;en, was sich bewegt, wie eine Vielzahl ehemaliger Soldatinnen und Soldaten gegen&uuml;ber der israelischen Friedensorganisation <a href=\"https:\/\/www.breakingthesilence.org.il\/inside\/protective-edge-press-release\/\">Breaking the Silence<\/a> offenbart. Ein Ex-Soldat erz&auml;hlte mir in einer Bar in Tel Aviv, er habe 2014 in Gaza 19 Menschen erschossen. Bei keinem einzigen (!) war er sich sicher, ob es ein Zivilist oder ein K&auml;mpfer war.<\/p><p>Titelbild: Abed Rahim Khatib\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Wochen eskaliert in Israel-Pal&auml;stina die Gewalt. Die Vollstreckung von R&auml;umungsklagen in Ostjerusalem sowie schwere Ausschreitungen in der Al-Aqsa-Moschee mit 300 Verletzten waren der Ausl&ouml;ser. Warnungen und ein Ultimatum der Hamas wurden ausgeschlagen. Es folgten Raketenbeschuss auf Israel und die schwersten Bombardierungen Gazas seit dem letzten gro&szlig;en Krieg 2014. In Israel herrschen vielerorts b&uuml;rgerkriegs&auml;hnliche Zust&auml;nde.<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72401\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":72402,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[88,107,20,171],"tags":[2580,2745,302,2564,822,1557,304,1926,303,421,2039,2376,2360],"class_list":["post-72401","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-antisemitismus","category-audio-podcast","category-landerberichte","category-militaereinsaetzekriege","tag-apartheid","tag-gantz-benny","tag-gaza","tag-gewalt","tag-hamas","tag-israel","tag-kriegsverbrechen","tag-netanjahu-benjamin","tag-palaestina","tag-polizei","tag-siedlungspolitik","tag-waffenstillstandsabkommen","tag-zivile-opfer"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/shutterstock_1462627076.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/72401","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=72401"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/72401\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":72450,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/72401\/revisions\/72450"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/72402"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=72401"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=72401"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=72401"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}