{"id":72413,"date":"2021-05-18T13:30:25","date_gmt":"2021-05-18T11:30:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72413"},"modified":"2021-05-20T07:21:10","modified_gmt":"2021-05-20T05:21:10","slug":"schmerzlichen-glueckwunsch-20-jahre-riester-rente-waren-20-jahre-zu-viel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72413","title":{"rendered":"Schmerzlichen Gl\u00fcckwunsch: 20 Jahre Riester-Rente waren 20 Jahre zu viel"},"content":{"rendered":"<p>Vor zwei Dekaden erblickte die kapitalgedeckte, staatlich gef&ouml;rderte Altersvorsorge namens Riester das Licht der Welt. Gezeugt und gep&auml;ppelt von Sozialdemokraten machte sie fortan die Versicherungsindustrie froh und den von sogenannten Rentenreformen gebeutelten &bdquo;kleinen Mann&ldquo; noch kleiner und &auml;rmer als zuvor. Jetzt steht das Konzept vorm Aus und Verbrauchersch&uuml;tzer dringen auf Besserung. Eine echte Umkehr zum Guten sollte man nicht erwarten. Von <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>. <\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_8494\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-72413-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210517-Schmerzlichen-Glueckwunsch-20-Jahre-Riester-Rente-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210517-Schmerzlichen-Glueckwunsch-20-Jahre-Riester-Rente-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210517-Schmerzlichen-Glueckwunsch-20-Jahre-Riester-Rente-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210517-Schmerzlichen-Glueckwunsch-20-Jahre-Riester-Rente-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=72413-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210517-Schmerzlichen-Glueckwunsch-20-Jahre-Riester-Rente-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"210517-Schmerzlichen-Glueckwunsch-20-Jahre-Riester-Rente-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Die Riester-Rente wird 20 Jahre alt. Oder sollte man sagen: jung? 20 Lenze machen ja noch keinen Methusalem. So alt wie der biblische Urvater sehen mithin aber diejenigen aus, die sich auf das private Alterssparen mit staatlicher Unterst&uuml;tzung eingelassen haben und jetzt, wo es Richtung Lebensende geht, am Hungertuch nagen, weil das mit der versprochenen Rendite irgendwie nicht hingehauen hat. Und weil sie dem netten Onkel Walter Riester vertraut haben, dem Sch&ouml;pfer der sogenannten Reform der gesetzlichen Rentenversicherung, die der Bundestag 2001 in Gestalt des Altersverm&ouml;gensgesetzes (AVmg) im Verbund mit dem Altersverm&ouml;genserg&auml;nzungsgesetz (AVmEG) beschlossen hatte. Wobei deren Kernbestimmung, die Absenkung des Nettorentenniveaus von seinerzeit 70 auf 67 Prozent, r&uuml;ckblickend die wohl &bdquo;gr&ouml;&szlig;te&ldquo; Leistung des damaligen Bundesarbeits- und Sozialministers war. <\/p><p>Der viel beschworene Paradigmenwechsel markierte: den Bruch mit der parit&auml;tischen Rentenfinanzierung, den Vorlagengeber f&uuml;r immer wieder neue Rentenk&uuml;rzungsformeln, die Ankopplung der Renten an die Bruttol&ouml;hne, den Abschied vom Prinzip &bdquo;Erhalt des Lebensstandards&ldquo; zugunsten von &bdquo;Beitragsstabilit&auml;t&ldquo; und, summa summarum, den Dammbrecher f&uuml;r das, was heute f&uuml;r viele und zunehmend mehr &bdquo;Normalit&auml;t&ldquo; im letzten Lebensabschnitt ist: Altersarmut. Den Lohn daf&uuml;r hat sich der fr&uuml;here IG-Metall-Arbeiterf&uuml;hrer verdient, etwa mit Vortr&auml;gen bei Carsten Maschmeyers AWD-Konzern oder mit einem Aufsichtsratsposten bei Union Investment, dem gr&ouml;&szlig;ten Anbieter von Riester-Vertr&auml;gen. Nach dem <a href=\"https:\/\/lobbypedia.de\/wiki\/Walter_Riester\">bitteren Geschm&auml;ckle<\/a> gefragt, befand er seinerzeit: &bdquo;Ich finde interessant, dass die einen Unabh&auml;ngigen (&hellip;) wollen&ldquo;. Und dass er zuvor sein Bundestagsmandat abgab, verstand sich f&uuml;r ihn von selbst: &bdquo;F&uuml;r mich war es eine Frage politischer Hygiene, das ganz klar zu trennen.&ldquo;<\/p><p><strong>Rendite mau, Geb&uuml;hren satt<\/strong> <\/p><p>So gesellte sich also der Macher der Riester-Rente zum Kreis der Gewinner der Riester-Rente, ganz weit weg von denen, die ihm als Sozialdemokrat eigentlich am Herzen liegen sollten, die &bdquo;einfachen Leute&ldquo;. Die sind seit jetzt zwei Jahrzehnten angehalten, ihre qua Gesetz gek&uuml;rzten Altersbez&uuml;ge mit einer kapitalgedeckten Zusatzrente aufzustocken, was aber l&auml;ngst nicht jeder kann, weil das Heer der Dumpingl&ouml;hner, das auf das Konto von Agenda-2010-Vollstrecker Gerhard Schr&ouml;der geht (noch so ein Sozialdemokrat), keinen Groschen zum Ansparen &uuml;brig hat. Und die, die doch etwas auf die hohe Kante legen konnten, hat die Versicherungsindustrie sauber &uuml;ber den Tisch gezogen. Denn was auf der einen Seite die Sparer mit k&uuml;mmerlichen Ertr&auml;gen bek&uuml;mmert, macht im Gegenzug die Anbieter mit fetten Provisionen froh (und fett).  <\/p><p>Die B&uuml;rgerbewegung Finanzwende hat die Unwuchten Ende 2020 anhand einer <a href=\"https:\/\/www.finanzwende.de\/themen\/verbraucherschutz\/riester-viel-gebuehren-wenig-rente\/\">Auswertung<\/a> von 65 am Markt g&auml;ngigen Produkten aufgezeigt. Demnach wird im Schnitt jeder vierte &uuml;ber Beitr&auml;ge und Zulagen eingezahlte Euro von Geb&uuml;hren aufgefressen. Im Fall einer Police der Alten Leipziger sind es sogar 38 von 100 Euro. Der Verein verwies auf das Beispiel eines Mitstreiters, dessen staatliche Zulage von 175 Euro vollst&auml;ndig f&uuml;r Betriebs- und Verwaltungskosten draufging &ndash; &bdquo;und er noch 55 Euro obendrauf legen musste&ldquo;. Im zw&ouml;lften Vertragsjahr &uuml;berstiegen die &bdquo;summierten Spesen seiner fondsgebundenen Riester-Rente mit gut 5.000 Euro die bisherigen Ertr&auml;ge immer noch deutlich&ldquo;. Die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/sparen-die-riester-rente-macht-sparern-immer-weniger-spass-1.5290390\">&bdquo;S&uuml;ddeutsche Zeitung&ldquo;<\/a> rechnete dieser Tage einen anderen Fall vor: Dabei betrug das Guthaben eines HDI-Vertragnehmers 7.960 Euro am Jahresende 2018 und &bdquo;vermehrte&ldquo; sich bis Ende 2019 auf 8.750 Euro. Der Betroffene hatte jedoch selbst 645 Euro eingezahlt, dazu kamen 175 Euro vom Staat, zusammen als 820 Euro. Faktisch hat der Kontrakt in einem Jahr ein Minus von 30 Euro generiert. <\/p><p><strong>Dumm und doppelt gezahlt<\/strong><\/p><p>Dumm gelaufen? Sicher, aber eben nur f&uuml;r die &bdquo;dummen&ldquo; Kunden, die mit den tollsten Verhei&szlig;ungen in die Falle gelockt wurden. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums (BMF) sind seit 2002 rund 35 Milliarden Euro aus der Staatskasse in die vermeintlichen Zulagen f&uuml;r die Riester-Vertr&auml;ge geflossen, von denen bei den Versicherten aber kaum oder gar nichts h&auml;ngenbleibt. Unterm Strich zahlen die Leidtragenden mitunter sogar doppelt: Mit Minuserl&ouml;sen und als Steuerzahler, zwecks &bdquo;F&ouml;rderung&ldquo; der Finanzindustrie. So funktioniert Umverteilung, von unten nach oben, versteht sich. Und die Bundesregierung markiert bei all dem selbst noch den Dummen. Im Rentenversicherungsbericht 2020 veranschlagt sie f&uuml;r einen fiktiven Riester-Vertrag Kosten von zehn Prozent des Sparbetrags, untersch&auml;tzt die Belastungen also um L&auml;ngen. Nicht wenige in der Branche brummen ihren &bdquo;Opfern&ldquo; das Dreifache auf. &bdquo;Das eigentliche Ziel &ndash; die Altersvorsorge der B&uuml;rger aufzubessern &ndash; wird so vielfach verfehlt&ldquo;, folgerte die Finanzwende aus ihrer Untersuchung. Bei all dem muss man fragen: War das tats&auml;chlich das Ziel? <\/p><p>Zugegeben: Eine Mitschuld an der Abzockerei haben auch die anhaltenden Null- und Niedrigzinsen. Was die Anbieter nicht an den Finanzm&auml;rkten an Profit erwirtschaften, m&uuml;ssen sie sich eben anders hereinholen. Und dabei sind Kreativit&auml;t und Verschlagenheit keine Grenzen gesetzt. Vor einem Jahr hatte der Versicherungsmathematiker und Vorstandschef beim Bund der Versicherten (BdV), <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=61094\">Axel Kleinlein<\/a>, im Interview mit den NachDenkSeiten von der Masche des Gewerbes berichtet, die Kundschaft ins Zeitlose zu entgrenzen. Nach seinen Recherchen kalkulieren die Unternehmen bei Produkten der Sorte Riester und R&uuml;rup mit &uuml;bernat&uuml;rlichen Lebenserwartungen in der Gr&ouml;&szlig;enordnung zwischen 100 bis 150 Jahren, um so die Rentenfaktoren und damit die monatlichen Auszahlungen zu Lebzeiten zu minimieren. Segnet der Kunde Jahrzehnte fr&uuml;her das Zeitliche, worauf Verlass ist, schlagen die nicht ausgezahlten Renten als &bdquo;Risikogewinne&ldquo; [sic] beim Versicherer zu Buche. So schmeckt der Leichenschmaus. <\/p><p><strong>Todessto&szlig; f&uuml;r Abzocker?<\/strong> <\/p><p>Besonders dreist geht der Branchenprimus Allianz vor, in deren Diensten Kleinlein selbst einmal gestanden hatte. Der Konzern hantiere mit unterschiedlichen Faktoren und unterstelle zum Teil ein Erdendasein von &uuml;ber 140 Jahren. Zum Beispiel bekomme auf dieser Basis ein heute 37-J&auml;hriger bei Abschluss einer Privatrente sp&auml;ter &bdquo;erb&auml;rmliche&ldquo; 15,21 Euro auf 10.000 Euro eingesetztes Kapital garantiert. Damit h&auml;tten die Rentenfaktoren deutlich mehr Einfluss auf den Erfolg oder Misserfolg einer Riester-Rente als die H&ouml;he der Einzahlungen, bilanzierte Kleinlein und weiter: &bdquo;Eine rentable Altersvorsorge ist so unm&ouml;glich.&ldquo; Aber einmal mehr schaut die Regierung dem &uuml;blen Treiben taten- und angeblich ahnungslos zu. Auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion lie&szlig; sie wissen, dass sie keine &Uuml;bersicht &uuml;ber die Verrentungskonditionen bei staatlich gef&ouml;rderten Renten habe. <\/p><p>Immerhin hat es den Anschein, als s&auml;ge die gro&szlig;e Koalition nun endlich am Ast der Riesterei-Profiteure. Gerade erst hat das BMF den H&ouml;chstrechnungszins wegen der niedrigen Kapitalmarktzinsen von 0,9 auf 0,25 Prozent gesenkt. Ab Januar 2022 d&uuml;rfen Lebensversicherer ihren Kunden damit h&ouml;chstens ein viertel Prozent an Verzinsung garantieren. Experten erachten dies als Todessto&szlig; f&uuml;r das Modell nach bisherigem Zuschnitt. Bei einer so niedrigen Obergrenze w&auml;re es nur bei einem drastisch dezimierten Kostenansatz m&ouml;glich, die sogenannte Beitragsgarantie zu erwirtschaften. Laut Gesetz sind die Anbieter n&auml;mlich verpflichtet, dass das eingezahlte Geld samt staatlicher F&ouml;rderung bei Renteneintritt zu 100 Prozent f&uuml;r die Verrentung zur Verf&uuml;gung steht. Da aber die Geb&uuml;hren den Haupterl&ouml;s beim Gesch&auml;ft mit Riester ausmachen, k&ouml;nnte sich das Ganze demn&auml;chst nicht mehr lohnen.<\/p><p><strong>Modell gescheitert!<\/strong> <\/p><p>F&uuml;r den einfachen Arbeitnehmer galt das ohnehin vom ersten Tag an. Gerade Kleinsparer mit kleinem Einkommen machen beim Riestern einen schlechten Schnitt, zumal sie jahrelang, wie bei der Allianz, von einer Beteiligung an den Konzern&uuml;bersch&uuml;ssen ausgeschlossen wurden. Das alles hat sich herumgesprochen: Von den einst &uuml;ber 20 Millionen Vertr&auml;gen bestehen aktuell noch sch&auml;tzungsweise 16,5 Millionen, davon ein F&uuml;nftel ruhend gestellt, sprich nicht mehr aktiv bespart. Und die Zahl der K&uuml;ndigungen stellt die der Neuabschl&uuml;sse weit in den Schatten. Die Flucht aus Riester bezahlt man freilich mit noch herberen Verlusten. Wer vor dem Tag der Verrentung aus dem Vertrag aussteigt, muss s&auml;mtliche Zulagen und Steuernachl&auml;sse zur&uuml;ckerstatten. Kleinlein spricht deshalb auch von &bdquo;Zwangsverrentung&ldquo;. Aber selbst wer durchh&auml;lt, ist weit davon entfernt, dass ihm das eingezahlte Geld am Ende auch zugutekommt, bei kleinem Rentenfaktor und entsprechend hoch kalkulierter Lebenserwartung mitunter etliche Jahrzehnte. &bdquo;Dann hat man praktisch keine realistische Aussicht, das Angesparte zu Lebzeiten zur&uuml;ckzuerhalten.&ldquo; <\/p><p>Zum Geburtstag w&uuml;nscht Kleinlein dem Jubilar nur das Schlechteste: &bdquo;Schluss mit der teuren und unrentablen Riester-Rente!&ldquo; Passend dazu hat der BdV gemeinsam mit der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und der Initiative Finanzwende eine <a href=\"https:\/\/www.finanzwende.de\/presse\/kampagnenstart-stoppt-die-riester-rente\/\">Kampagne<\/a> gestartet. Zum Auftakt am letzten Mittwoch vor dem Bundeskanzleramt in Berlin posierten die drei Verbandsvorsitzenden vor Plakaten mit den greisenhaft anmutenden Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl Armin Laschet (CDU), Annalena Baerbock (Gr&uuml;ne) und Olaf Scholz (SPD), getreu dem Motto: Weg mit Riester, &bdquo;sonst sehen wir alt aus&ldquo;. Das Konzept sei &bdquo;gescheitert&ldquo;, 20 Jahre lang wurde damit &bdquo;Rentenpolitik f&uuml;r die Versicherungslobby gemacht&ldquo;, erkl&auml;rte Finanzwende-Chef Gerhard Schick. &bdquo;Nicht reformierbar&ldquo;, sekundierte Klaus M&uuml;ller vom vzbv. &bdquo;Wir brauchen endlich einen Neuanfang zugunsten der Verbraucher.&ldquo; <\/p><p><strong>Rentenroulette<\/strong> <\/p><p>In einem <a href=\"https:\/\/www.bundderversicherten.de\/fbfiles\/2021-05-11-Positionspapier-Verbraucherallianz.pdf\">Positionspapier<\/a> stellt das B&uuml;ndnis drei Forderungen auf: &bdquo;Klarer Schlussstrich&ldquo;, daf&uuml;r brauche es ein unmissverst&auml;ndliches Bekenntnis der Kanzlerkandidaten. &bdquo;Neues Qualit&auml;tsversprechen: F&uuml;r eine echte Altersvorsorge m&uuml;ssen sich die Parteien f&uuml;r eine g&uuml;nstige und einfache Zusatzvorsorge stark machen&ldquo;. Nach dem Willen der Initiatoren sollte dies ein &bdquo;&ouml;ffentlich organisiertes Vorsorgeangebot&ldquo; sein. Und drittens: &bdquo;Unbedingter Vertrauensschutz: Laufende Riester-Vertr&auml;ge m&uuml;ssen Vertrauensschutz genie&szlig;en und weiter wie bisher gef&ouml;rdert werden&ldquo;. Au&szlig;erdem sollten Kunden kostenfrei aus einem Riester-Vertrag in das neu zu schaffende System wechseln k&ouml;nnen. Flankierend haben die Verb&auml;nde eine <a href=\"https:\/\/www.finanzwende.de\/index.php?id=795\">Petition<\/a> ins Leben gerufen, die binnen 24 Stunden schon &uuml;ber 10.000 Mal gezeichnet wurde. <\/p><p>Ein rascher Kurswechsel steht derweil nicht zu erwarten. Der Austausch mit den unterschiedlichen Akteuren und Gruppen habe bislang ergeben, dass es zur Zukunft von Riester &bdquo;noch sehr unterschiedliche Auffassungen und Vorschl&auml;ge gibt&ldquo;, richtete die <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/sonst-sehen-wir-alt-aus-verbraucherbuendnis-fordert-ende-der-riester-rente\/27181374.html\">BMF-Pressestelle<\/a> dem Berliner &bdquo;Tagesspiegel&ldquo; aus. Vor Ende der Legislaturperiode sei eine Reform nicht mehr zu schaffen, beschied SPD-Finanzexperte Lothar Binding. Selbst eine Teilreform sei nicht mehr m&ouml;glich. <\/p><p>Vielleicht erledigt sich das Problem demn&auml;chst ja von selbst. Viele Anbieter &bdquo;werden sich ab 2022 vom Markt zur&uuml;ckziehen&ldquo;, weil sie den 100-Prozent-Beitragserhalt nicht mehr garantieren k&ouml;nnten, gab J&ouml;rg Asmussen, Hauptgesch&auml;ftsf&uuml;hrer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), zu Protokoll. &bdquo;Das f&uuml;hrt zu einer De-facto-Beerdigung der Riester-Rente.&ldquo; &Auml;hnlich sieht das Herbert Schneidemann, Vorstandschef des M&uuml;nchener Versicherers Bayerische. Schon vor der Entscheidung zur Absenkung des H&ouml;chstrechnungszinses h&auml;tten viele Gesellschaften kaum noch Riester-Vertr&auml;ge verkauft. Schneidemann hat aber bereits eine Idee parat: Die Reduzierung der Beitragserhaltsgarantie auf 80 Prozent. Damit w&auml;re der Kunde schon vor der Auszahlungsphase 20 Prozent seiner Einzahlungen los &ndash; nat&uuml;rlich mit dem Versprechen, dass sich mit den gr&ouml;&szlig;eren Spielr&auml;umen gr&ouml;&szlig;ere Ertr&auml;ge an den Finanzpl&auml;tzen erzielen lie&szlig;en. Wenn nicht, hei&szlig;t es einmal mehr: Pech gehabt. <\/p><p>Titelbild: Animaflora PicsStock\/shutterstock.com<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/01c794c981664cebab0dc537aeeb02b3\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor zwei Dekaden erblickte die kapitalgedeckte, staatlich gef&ouml;rderte Altersvorsorge namens Riester das Licht der Welt. Gezeugt und gep&auml;ppelt von Sozialdemokraten machte sie fortan die Versicherungsindustrie froh und den von sogenannten Rentenreformen gebeutelten &bdquo;kleinen Mann&ldquo; noch kleiner und &auml;rmer als zuvor. Jetzt steht das Konzept vorm Aus und Verbrauchersch&uuml;tzer dringen auf Besserung. Eine echte Umkehr zum<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72413\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":72414,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,212,127,40,150],"tags":[635,2584,1216,273,1912,346,221],"class_list":["post-72413","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-gedenktagejahrestage","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-riester-ruerup-taeuschung-privatrente","category-verbraucherschutz","tag-altersarmut","tag-kleinlein-axel","tag-petitionen","tag-privatvorsorge","tag-rentenniveau","tag-riester-walter","tag-versicherungswirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/shutterstock_1487462744.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/72413","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=72413"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/72413\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":72597,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/72413\/revisions\/72597"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/72414"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=72413"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=72413"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=72413"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}