{"id":72429,"date":"2021-05-16T09:00:15","date_gmt":"2021-05-16T07:00:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72429"},"modified":"2021-05-14T15:18:24","modified_gmt":"2021-05-14T13:18:24","slug":"hinweise-der-woche-206","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72429","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72429#h01\">Offener Brief an Bundesau&szlig;enminister a. D. Joschka Fischer zu dessen Russland-&Auml;u&szlig;erungen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72429#h02\">#SaveSheikhJarrah: Eine Ethnische S&auml;uberung <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72429#h03\">Ein neues Leistungseigentum<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72429#h04\">Multimilliard&auml;r vs. Hartz-IV-Empf&auml;nger: Regierung verschleiert ein deutsches Mega-Problem<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72429#h05\">Schule und Corona: Die verachtete Jugend<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72429#h06\">Verantwortung &uuml;bernehmen f&uuml;r Lieferketten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72429#h07\">Merkel sind Patente wichtiger als Menschenleben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72429#h08\">Robert Habeck und DIE LINKE<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72429#h09\">Im Baerbock-Bann: Wie Elite-Journalisten die Gr&uuml;nen ins Kanzleramt zu schreiben versuchen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72429#h10\">Moskauer Freiheit &ndash; Ein Reisebericht in Zeiten der Pandemie<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Offener Brief an Bundesau&szlig;enminister a. D. Joschka Fischer zu dessen Russland-&Auml;u&szlig;erungen<\/strong><br>\nMarco Henrichs ist Extremschwimmer und repr&auml;sentiert als deutscher Athlet und Trainer eine Schwimmliga in der Wolgaregion. Seit Jahren setzt er sich f&uuml;r die deutsch-russische Freundschaft ein. In einem offenen Brief kritisiert er die &Auml;u&szlig;erungen des Au&szlig;enministers a. D. Joschka Fischer zu Russland.<br>\nSehr geehrter Herr Fischer!<br>\nIhr j&uuml;ngstes Interview im Spiegel, in dem Sie erneut in gr&uuml;ner Manier gegen Russland mit dem S&auml;bel rasseln, hat mich motiviert, Ihnen diesen offenen Brief zu schreiben.<br>\nIn Russland wird der heutige 9. Mai als Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus gefeiert. Von Ihnen, Herr Fischer, sowie aus Ihrem Parteilager von B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen kommen gebetsm&uuml;hlenartig S&auml;tze wie, dass &ldquo;jede Art von Faschismus bek&auml;mpft&rdquo; werden muss. Einen Kampf, den ich nur dann bef&uuml;rworte, wenn er ehrlich und aufrichtig ist. Denn was ich nicht f&uuml;r guthei&szlig;en kann, dass u. a. der Holocaust auch aus Ihren gr&uuml;nen Reihen daf&uuml;r missbraucht wird, um sich einerseits besser zu positionieren und andererseits Andersdenkende mundtot zu machen. Erschreckend ist dabei die Entwicklung in meinem Heimatland Deutschland, was und wie schnell mittlerweile schon alles als Faschismus betitelt wird. Teilweise fernab vom gesunden Menschenverstand. Aber kommen wir zum tats&auml;chlichen Faschismus und damit zu Ihnen, Herr Fischer.<br>\nDie deutsche Wehrmacht hatte im Zweiten Weltkrieg &uuml;ber 27 Millionen Tote in der ehemaligen Sowjetunion zu verantworten. Diese war damit die Nation mit der mit Abstand gr&ouml;&szlig;ten Todeszahl. 27 Millionen tote Sowjetb&uuml;rger, die bei Ihnen und Ihren Parteigenossen beim Kampf gegen den Faschismus keinen Platz finden. Im Gegenteil sind es gerade Sie und Ihre Parteispitze, die keine Gelegenheit auslassen, Russland als Feind zu stigmatisieren. In meinen Augen ist das t&auml;glich gelebter gr&uuml;ner Faschismus gegen&uuml;ber Russland&hellip;<br>\nAber bleiben wir bei den Fakten. Man muss nicht viel von Politik verstehen, um zu erkennen, dass Deutschland, Sie, Ihre Kanzlerkandidatin Frau Baerbock im Abh&auml;ngigkeitsverh&auml;ltnis zu den USA stehen und als deren Vasall agieren. Ein Blick auf die Landkarte zeigt auch, dass durch die scheinbar unaufh&ouml;rbare NATO-Osterweiterung die USA seit Jahren Russland und auch China einkreisen. Es sollte sich jeder mit einem gesunden Menschenverstand die Frage stellen, wie lange das gut gehen kann&hellip;<br>\nWer einen Krieg oder besser gesagt eine Eroberung Russlands herbeisehnt, der hat in der &Ouml;ffentlichkeit nichts verloren. Er ist in meinen Augen ebenso ein Faschist wie diejenigen, die Sie scheinheilig gebetsm&uuml;hlenartig verurteilen. Krieg ist die Widerlegung aller Werte. Werte wie Frieden, die Sie als Faschist gegen&uuml;ber Russland mit F&uuml;&szlig;en treten, Herr Fischer&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/117219-offener-brief-an-bundesaussenminister-ad\/\">RT<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>#SaveSheikhJarrah: Eine Ethnische S&auml;uberung <\/strong><br>\nSpotlight zu den aktuellen Ereignissen in Jerusalem<br>\n#SaveSheikhJarrah: Eine Ethnische S&auml;uberung &mdash; Spotlight zu den aktuellen Ereignissen in Jerusalem<br>\nSheikh Jarrah erkl&auml;rt: Was gerade in dem Ost-Jerusalemer Viertel passiert, welches nach dem Arzt des Feldherrn Saladin, der sich dort im 12. Jh. niedergelassen haben soll, benannt ist. Ein Paradebeispiel ethnischer S&auml;uberung &amp; israelischer Besatzungsgewalt, das gleichfalls Israels Apartheidscharakter offenbart.<br>\nSeit Dienstagabend, 04.05.2021, st&uuml;rmt immer wieder die israelische Milit&auml;rpolizei das Viertel in Sheikh Jarrah &amp; greift die pal&auml;stinensischen Bewohner*innen sowie Solidarit&auml;tsaktivist*innen an. Schlagst&ouml;cke, Stinkwasser, Blendgranaten &amp; berittene Pferde werden eingesetzt. In die Familienh&auml;user warfen Besatzungskr&auml;fte zudem immer wieder Tr&auml;nengaskanister. Der Rote Halbmond berichtet von zahlreichen verletzten Pal&auml;stinenser*innen in den vergangenen Tagen, einige mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Sowohl die Gewalt der Besatzungskr&auml;fte als auch die Proteste gegen die Zwangsvertreibung der pal. Einwohner*innen Sheikh Jarras halten bis jetzt an, die Zahl der Verletzten steigt.<br>\nDie Familien rufen internationale &amp; pal&auml;stinensische Aktivist*innen dazu auf, die R&auml;umung zu stoppen &amp; sich gegen die israelischen Siedler &amp; Polizei zu stellen. Am Sonntag ordnete der Oberste Gerichtshof Israels an, dass die Familien Iskafi, Kurd, Jaouni &amp; Qasim &mdash; bestehend aus 30 Erwachsenen &amp; 10 Kindern &mdash; ihre H&auml;user bis zum 6. Mai r&auml;umen m&uuml;ssen. Das gleiche Gericht gab den Familien Hammad, Dagani &amp; Daoudi, die im gleichen Viertel leben, bis zum 1. August Zeit, um zu evakuieren. Laut Hammad, Leiter des Nachbarschaftskommites in Sheikh Jarrah, haben insgesamt 169 Bewohner*innen des Viertels Anordnungen erhalten, ihre H&auml;user im Laufe des Jahres zu r&auml;umen, darunter 46 Kinder&hellip;<br>\nSeit Anfang 2020 haben israelische Besatzungsgerichte die R&auml;umung von 13 pal&auml;stinensischen Familienh&auml;usern in Sheikh Jarrah angeordnet. Die Familien sollen nun ein zweites Mal zu Gunsten j&uuml;discher Siedler*innen vertrieben werden&hellip; daf&uuml;r terminiert sind der diesj&auml;hrige Mai &amp; August. Die Bewohner*innen &amp; zahlreiche Solidarische protestieren seit dieser Woche gegen ihre Vertreibung &mdash; die Besatzung schl&auml;gt diese brutal nieder&hellip;<br>\nEs ist klar, dass das Rechtssystem rassistisch voreingenommen ist, da es f&uuml;r Pal&auml;stinenser*innen kein israelisches Gesetz gibt, das ihnen erlaubt, ihr w&auml;hrend der Nakba verlorenes Eigentum zur&uuml;ckzufordern (obwohl die UN genau dieses Recht f&uuml;r sie garantiert). Israel versucht eindeutig, mehr Land durch ethnische S&auml;uberung pal&auml;stinensischer Viertel &amp; L&auml;ndereien zu beschlagnahmen&hellip;<br>\nEs ist auch wichtig, darauf hinzuweisen, dass das, was mit den Bewohnern von Sheikh Jarrah geschieht, keine rechtliche Grundlage auf internationaler Ebene hat. Israel hatte seit dem ersten Teilungsbeschluss der UN von 1947 nie ein Anrecht auf irgendeinen Teil von Jerusalem. Als zionistische Milizen 1948 diese Stadt angriffen &amp; letztlich Israel illegal nach West-Jerusalem ausdehnte, wurde Israels Souver&auml;nit&auml;t &uuml;ber den Westteil der Stadt nicht anerkannt. Sp&auml;ter nahm es jedoch die Internationale Gemeinschaft einfach hin&hellip;<br>\nDie j&uuml;ngsten R&auml;umungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Spannungen in Jerusalem in den letzten Wochen zugenommen haben. Rechtsextreme Israelis veranstalteten M&auml;rsche, bei denen sie &ldquo;Tod den Arabern&rdquo; riefen, inmitten der langj&auml;hrigen Bem&uuml;hungen der israelischen Beh&ouml;rden, die Siedlungen &mdash; die nach internationalem Recht illegal sind &mdash; in Ost-Jerusalem zu erweitern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/occupied-news.medium.com\/savesheikhjarrah-eine-ethnische-s%C3%A4uberung-spotlight-zu-den-aktuellen-ereignissen-in-jerusalem-e04ae8839fae\">Occupied News<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/strong> Jenseits der Aufmerksamkeit der Welt&ouml;ffentlichkeit passiert Schreckliches. Unrecht. Gewalt.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Ein neues Leistungseigentum<\/strong><br>\nEchtes Leistungseigentum muss Unternehmern das Leben erleichtern und Kapitalisten die M&ouml;glichkeit nehmen, Firmen ihre Logik aufzuzwingen. Die alte Rechtsform der Kapitalgesellschaft leistet das nicht.<br>\nWenn unsere Wirtschaft wieder produktiv und innovativ werden soll, wenn wir die gro&szlig;en technologischen Fragen in &uuml;berschaubarer Zeit l&ouml;sen und eine echte Leistungsgesellschaft werden wollen, die jedem ein gutes Leben und Aufstieg erm&ouml;glicht, m&uuml;ssen wir Grundlegendes ver&auml;ndern. Privates Eigentum und Gewinnstreben kann nur da den technologischen Fortschritt voranbringen und damit die Wohlstandspotenziale der Wirtschaft erh&ouml;hen, wo der Wettbewerb funktioniert und klare Regeln und Gesetze daf&uuml;r sorgen, dass Kosten nicht zulasten von Besch&auml;ftigten und Umwelt gesenkt werden k&ouml;nnen.<br>\nDienstleistungsbranchen, in denen Marktmacht strukturell angelegt ist oder Kommerzialisierung zu falschen Anreizen f&uuml;hrt &ndash; etwa in Krankenh&auml;usern, in denen Kranke und Behandlungsmethoden dann nach ihrem Ertragspotenzial ausgew&auml;hlt werden &ndash;, geh&ouml;ren nicht in die H&auml;nde kommerzieller Investoren, sondern in gemeinwohlorientiertes Eigentum. Erst recht gilt das f&uuml;r die digitale Infrastruktur unserer Gesellschaft.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/spotlight\/wahlbarometer-die-wahl-der-qual\/ein-neues-leistungseigentum\/\">Sahra Wagenknecht auf Makroskop<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Multimilliard&auml;r vs. Hartz-IV-Empf&auml;nger: Regierung verschleiert ein deutsches Mega-Problem<\/strong><br>\nDer 6. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung dokumentiert die soziale Ungleichheit &ndash; und doch verschweigt er einiges. Sehr wenige besitzen fast alles. Und viele besitzen wenig oder nur Schulden: Tendenz zunehmend. Kurz vor der Wahl kommt der Armutsbericht f&uuml;r die GroKo zur Unzeit.<br>\nDieser Armuts- und Reichtumsbericht ist der erste, den die Bundesregierung nach seiner Beinahe-Fertigstellung nicht wegen Meinungsverschiedenheiten zwischen den Koalitionspartnern, sondern deshalb ein Jahr lang auf Eis legte, weil klar war, dass die Covid-19-Pandemie erhebliche Auswirkungen auf die Einkommens- und Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse in Deutschland haben w&uuml;rde. Inzwischen gibt es zwar mehr als genug Untersuchungen, die den sozialen Polarisierungseffekt der Pandemie belegen, die Bundesregierung tut aber immer noch so, als seien die &bdquo;langfristigen Folgen&ldquo; auf die Verteilung noch &bdquo;nicht vorhersagbar&ldquo;, wie es im Bericht hei&szlig;t.<br>\nIhren &bdquo;umfangreichen Ma&szlig;nahmen zur St&uuml;tzung der Einkommen&ldquo; schreibt sie gar &bdquo;eine ungleichheitsmindernde Wirkung&ldquo; zu. Man ist mehr als vorsichtig, wenn es um die Beurteilung der momentanen Situation geht, wie das folgende Zitat zeigt: &bdquo;Das m&ouml;glicherweise h&ouml;here Risiko f&uuml;r eine COVID-19-Erkrankung und einen schweren klinischen Verlauf bei Menschen mit niedrigerem sozio&ouml;konomischen Status k&ouml;nnte sich aus sozialen Ungleichheiten im Infektionsrisiko ergeben, die durch die unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen bedingt werden.&ldquo;<br>\nIn den f&uuml;nf bisherigen Regierungsberichten hat der Reichtum ein Nischendasein gefristet, weshalb das Bem&uuml;hen positiv hervorzuheben ist, ihn diesmal st&auml;rker zu ber&uuml;cksichtigen. Fragw&uuml;rdig ist allerdings, dass man den Einkommensreichtum bei einem monatlichen Nettoeinkommen von 3894 Euro und den Verm&ouml;gensreichtum bei einem Nettoverm&ouml;gen von 500.000 Euro beginnen l&auml;sst.<br>\nDenn auch wer kein Multimillion&auml;r ist, d&uuml;rfte es kurios finden, dass ein Oberstudienrat wegen seines Gehalts f&uuml;r einkommensreich und der Besitzer einer kleinen Eigentumswohnung in einer bevorzugten Gro&szlig;stadtlage f&uuml;r verm&ouml;gensreich erkl&auml;rt wird. Wenn man einen Gro&szlig;teil der Bev&ouml;lkerung als reich begreift, ger&auml;t der wirkliche Reichtum aus dem Blickfeld. Verloren geht etwa die Erkenntnis, dass Hochverm&ouml;gende nicht blo&szlig; mehr Geld als &bdquo;Normalb&uuml;rger&ldquo; haben, sondern auch einen gr&ouml;&szlig;eren politischen Einfluss.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/kultur\/gesellschaft\/analyse-des-armuts-und-reichtumsbericht-wahre-ungleichheit-der-vermoegensverteilung-wird-verschleiert_id_13285221.html\">Christoph Butterwegge auf Focus Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Schule und Corona: Die verachtete Jugend<\/strong><br>\nWer eine Vorstellung davon bekommen m&ouml;chte, welchen &bdquo;Wert&ldquo; die Regierenden Kinder und Jugendlichen beimessen, bl&auml;ttere nur mal rein in das zwei Milliarden schwere &bdquo;Aktionsprogramm Aufholen nach Corona&ldquo;, das vergangene Woche vorgestellt wurde. Schon der Name deutet an, worum es geht: um den Abbau &bdquo;pandemiebedingter Lernr&uuml;ckst&auml;nde&ldquo;, um das Aufholen, das Anschlussfinden, das Wettmachen eines R&uuml;ckstands, also wirtschaftlich gesprochen: um die Rekapitalisierung eines schw&auml;chelnden Staatsinvestments.<br>\nOffenbar k&ouml;nnen sich Familienministerin Franziska Giffey (SPD) und Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) Heranwachsende im 15. Monat der Coronapandemie nurmehr als faule Kredite und defizit&auml;re Assets am Standort Deutschland vorstellen &ndash; als Leerbeh&auml;lter, die seit M&auml;rz 2020 nicht ganz so intensiv mit Einmaleins und Integralen druckbetankt werden konnten wie sonst &uuml;blich, um sie als Humankapital m&ouml;glichst zeitnah dem Arbeitsmarkt zuf&uuml;hren zu k&ouml;nnen. Jeder wei&szlig;: Das lag nicht an den Kindern und Jugendlichen, sondern an der mangelnden Digitalkompetenz und -infrastruktur vieler Bildungspolitiker, Schulen und Lehrer und am ausgepr&auml;gten Willen der Kultusministerinnen und Kultusminister, die &bdquo;Jahrhundertaufgabe&ldquo; unbearbeitet zu lassen. Aber hey, das bedeutet ja nicht, dass man die Kinder und Jugendlichen erst 14 Monate im Dauerregen eines On-Off-Unterrichts stehen lassen kann, um ihnen anschlie&szlig;end in &bdquo;Sommercamps&ldquo; und &bdquo;Lernwerkst&auml;tten&ldquo; auch noch die Ferien zu verhageln. Mit Verlaub: Dieser Umgang des Landes mit seinen Kindern ist eine Schande.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/politik\/deutschland\/tauchsieder-die-verachtete-jugend\/27172164.html\">WirtschaftsWoche<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Verantwortung &uuml;bernehmen f&uuml;r Lieferketten<\/strong><br>\nWir m&uuml;ssen uns f&uuml;r soziale und &ouml;kologische Mindeststandards entlang der Wertsch&ouml;pfungsketten und damit f&uuml;r eine gerechte globale Wirtschaft einsetzen. Denn nur so k&ouml;nnen wir die eigene oder die Ausbeutung der n&auml;chsten Generation verhindern. Bei uns und f&uuml;r die Arbeitenden entlang der Lieferketten.<br>\n(&hellip;) Industriel&auml;nder sind extrem abh&auml;ngig von Lieferketten, wie die Corona-Krise zeigt<br>\nUnz&auml;hlige Frauen, M&auml;nner und Kinder arbeiten entlang von Lieferketten. Sie pflanzen Nahrung an, schrauben Konsumg&uuml;ter zusammen oder s&auml;ubern soziale Medien von digitalem M&uuml;ll. In Europa profitieren fast alle von dieser globalen Arbeitsteilung: Unternehmen sowie deren Eigent&uuml;mer durch hohe Gewinne, qualifizierte Besch&auml;ftigte durch hohe L&ouml;hne und die Konsumenten in Form niedriger Preise. Jetzt aber droht mit dem Vormarsch digitaler Wertsch&ouml;pfungsketten eine weitere gewaltige Zerst&ouml;rung von Sozial- und Umweltkapital. Und immer mehr Menschen auch in den wohlhabenden L&auml;ndern werden einer m&ouml;rderischen Konkurrenz ausgesetzt. Wie reimte ein Manager in einem meiner Interviews: &ldquo;Je weiter nach Osten, desto niedriger die Kosten.&rdquo; Heute kommen der Westen, S&uuml;den und Norden hinzu.<br>\nBislang ergattern die Industriestaaten den L&ouml;wenanteil der Wertsch&ouml;pfung aus den globalen Lieferketten: 67 Prozent der Wertsch&ouml;pfung entfallen auf die 37 Industriestaaten der OECD und nur 33 Prozent auf die restlichen 154 Schwellen- und Entwicklungsl&auml;nder, einschlie&szlig;lich China. Gleichzeitig sind die Industriel&auml;nder extrem abh&auml;ngig von Lieferketten, wie das rohstoffarme Europa vom Rohstoffimport, aber auch schon vom Import von beispielsweise Atemschutzmasken, Desinfektionsmitteln oder Antibiotika, wie w&auml;hrend der Corona-Pandemie offenkundig wurde.<br>\nManche Unternehmen haben sich mittlerweile vollst&auml;ndig aus der eigenen Fertigung und damit ihrer diesbez&uuml;glichen Verantwortung verabschiedet. Von den weltweiten Belegschaften der 50 gr&ouml;&szlig;ten Unternehmen sind 94 Prozent der Arbeitenden in Lieferketten versteckt, &ldquo;in denen die Undurchsichtigkeit von Gesch&auml;ftsvertr&auml;gen diese Ausbeutung und allzu oft eine entmenschlichende Unterdr&uuml;ckung beg&uuml;nstigt&rdquo;&hellip;<br>\nWer nicht direkt als Arbeitender von der Ausbeutung entlang der Lieferketten betroffen ist, ist h&auml;ufig indirekt betroffen, beispielsweise als indigener Bewohner einer Region, in der Rohstoffe ausgebeutet werden und dabei die Umwelt zerst&ouml;rt wird, oder als B&uuml;rger eines Gemeinwesens, welches kaum Steuern generieren kann, um Sozialleistungen und Infrastruktur aufzubauen. Alleine um die eigene oder die Ausbeutung der n&auml;chsten Generation zu verhindern, sollte sich jeder f&uuml;r soziale und &ouml;kologische Mindeststandards entlang der Wertsch&ouml;pfungsketten und damit f&uuml;r eine gerechte globale Wirtschaft einsetzen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/gegenblende.dgb.de\/artikel\/++co++9a8f0d5a-af18-11eb-9535-001a4a160123\">Gegenblende<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Merkel sind Patente wichtiger als Menschenleben<\/strong><br>\nBeim Patentschutz h&ouml;rt der Spa&szlig; auf. &ldquo;Der Schutz von geistigem Eigentum ist Quelle von Innovation und muss es auch in Zukunft bleiben&rdquo;, sagte eine Sprecherin der Bundeskanzlerin der &bdquo;S&uuml;ddeutschen Zeitung&ldquo;. Damit ist klar: Die Bundesregierung bleibt bei ihrem Nein zur Freigabe von Patenten f&uuml;r Corona-Impfstoffe. &ldquo;Der limitierende Faktor bei der Herstellung von Impfstoffen sind die Produktionskapazit&auml;ten und die hohen Qualit&auml;tsstandards, nicht die Patente&rdquo;, behauptete die Sprecherin. Das sieht US-Pr&auml;sident Joe Biden offenbar anders. Er fordert, den Patentschutz f&uuml;r Corona-Impfstoffe aufzuheben. (&hellip;)<br>\nDamit schlie&szlig;en sich die USA einer Initiative Indiens und S&uuml;dafrikas an. Beide Staaten hatten schon 2020 bei der Welthandelsorganisation eine Initiative f&uuml;r die Aussetzung der Patente eingebracht. Unterst&uuml;tzt wird diese Initiative von etwa 100 Regierungen. K&uuml;rzlich haben sich auch etwa 170 fr&uuml;here Staats- und Regierungschefs sowie Nobelpreistr&auml;ger &ndash; darunter Michail Gorbatschow und Fran&ccedil;ois Hollande &ndash; direkt an US-Pr&auml;sident Joe Biden gewandt mit der Forderung, die Patente auf Covid-19-Impfstoffe aufzuheben. &bdquo;Die Initiative in der WTO scheiterte bislang am Widerstand einiger Big-Pharma-Staaten, darunter die USA, die Schweiz und Deutschland&ldquo;, so der LINKEN-Abgeordnete Fabio De Masi. Zumindest die USA haben nun eingelenkt. (&hellip;)<br>\nUnion und SPD signalisierten in der Bundestagsdebatte am Donnerstag, dass sie diesem Antrag keine Chance geben. Bereits im Gesundheitsausschuss, der sich mit der Sache befasst hatte, lie&szlig;en beide Fraktionen den Antrag durchfallen. Der CDU-Abgeordnete Michael Hennrich rechtfertige das in seiner Rede am Donnerstag und pl&auml;dierte f&uuml;r &bdquo;freiwillige Kooperation&ldquo;. Man k&ouml;nne &bdquo;die Probleme nicht mit staatlicher Zwangswirtschaft l&ouml;sen&ldquo;, so Henrich. Bei der Abstimmung votierten nicht nur Union und SPD gegen den Antrag, sondern auch FDP und AfD. (&hellip;)<br>\nAngesichts dieses Versagens ist es bezeichnend, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Lockerung des Patentschutzes mit der Begr&uuml;ndung ablehnt, dass der Ausbau von Produktionsst&auml;tten und mehr Exporte wichtiger seien. Gerade da aber versagen die Pharmakonzerne.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.links-bewegt.de\/de\/article\/308.merkel-sind-patente-wichtiger-als-menschenleben.html\">Links bewegt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Robert Habeck und DIE LINKE<\/strong><br>\nRobert Habeck geh&ouml;rt f&uuml;r mich zu den sympathischeren Politikern der Gr&uuml;nen. Im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern seiner Partei ist er kein Bellizist. Jetzt hat er zwei Bedingungen genannt, zu denen er bereit w&auml;re, mit der LINKEN eine Regierung zu bilden: Eine Klarstellung der LINKEN, &bdquo;dass der industrielle Kern dieser Republik nicht zerst&ouml;rt wird&ldquo; und &bdquo;ein Bekenntnis zur Nato&ldquo;.<br>\nWie Robert Habeck auf die Idee kommt, dass DIE LINKE den industriellen Kern zerst&ouml;ren wolle, erschlie&szlig;t sich mir nicht. In den 90er Jahren haben wir im Saarland die Stahlindustrie durch ein Stiftungsmodell gerettet, nachdem sie von den privaten Eigent&uuml;mern ruiniert worden war. Was private Eigent&uuml;mer in der Stahlindustrie angerichtet haben, kann man heute bei Thyssen-Krupp studieren. Der industrielle Kern ist eher durch die Politik der Gr&uuml;nen gef&auml;hrdet. Ihre Vorstellungen zur Energiepolitik sind aus technologischen Gr&uuml;nden nicht realistisch und w&uuml;rden die deutsche Industrie erheblich gef&auml;hrden.<br>\nInteressant ist da eher der Vorschlag, die Eigentumsstruktur der deutschen Wirtschaft zu ver&auml;ndern durch &bdquo;ein neues Verantwortungseigentum&ldquo;, was Habeck in seinem neuen Buch &bdquo;Von hier an anders&ldquo; bef&uuml;rwortet und was in Teilen der LINKEN schon l&auml;nger gefordert wird, um die Machtstrukturen der Wirtschaft grundlegend zu ver&auml;ndern. Ob er die Gr&uuml;nen davon &uuml;berzeugen kann?<br>\nSeine Aufforderung, DIE LINKE solle sich zur Nato bekennen, &uuml;bersieht, dass wir seit 2005 die Nato in ein kollektives Sicherheitsb&uuml;ndnis unter Einschluss Russlands umwandeln wollen. Dass die Gr&uuml;nen im Gefolge der USA einen Konfrontationskurs gegen&uuml;ber Russland bef&uuml;rworten und in ihrem Programm v&ouml;lkerrechtswidrige Kriege ohne UNO-Mandat erm&ouml;glichen wollen, ist f&uuml;r DIE LINKE ein Hindernis, mit den Gr&uuml;nen in einer Regierung zusammenzuarbeiten. V&ouml;lkerrechtswidrige Kriege wird es mit der LINKEN nicht geben, und es w&auml;re gut, wenn Robert Habeck die Gr&uuml;nen davon &uuml;berzeugen k&ouml;nnte, dass Kriege auch kein Beitrag zum Klimaschutz sind.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/oskarlafontaine\/photos\/a.198567656871376\/4072029346191835\/\">Oskar Lafontaine via facebook<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Im Baerbock-Bann: Wie Elite-Journalisten die Gr&uuml;nen ins Kanzleramt zu schreiben versuchen<\/strong><br>\nGinge es nach den Medien, kann auf die Bundestagswahl getrost verzichtet werden. Ich glaube, viele Redakteure bedauern insgeheim, dass man auch Leute an die Wahlurne l&auml;sst, von denen man wei&szlig;, dass sie die v&ouml;llig falschen Ansichten vertreten. W&auml;re das Wahlvolk doch nur so weitsichtig wie die Journalisten, dann m&uuml;sste man ihm auch nicht st&auml;ndig vorkauen, wie es zu w&auml;hlen hat.<br>\nDass Journalisten zum Fantum neigen, ist keine ganz neue Erkenntnis. Das Praktische bei der medialen Befassung mit den Gr&uuml;nen ist, dass die Fans gleich die Berichterstattung &uuml;bernehmen. Vergangene Woche setzte ein regelrechtes Wettrennen ein, wer die gef&uuml;hlvollste Hymne anl&auml;sslich der Kanzlerkandidatur verfasst.<br>\nDer &bdquo;Tagesspiegel&ldquo; ging mit der Zeile &bdquo;Und wenn Deutschland noch nicht reif ist f&uuml;r Annalena Baerbock?&ldquo; ins Rennen. Dass sich der Reifegrad der Deutschen danach bemisst, mit welcher Prozentzahl sie die Kandidatin der Herzen ins Kanzleramt w&auml;hlen, darauf w&auml;re nicht mal der &bdquo;Bayernkurier&ldquo; verfallen, und der hat sich einiges geleistet.<br>\nDie &bdquo;Zeit&ldquo; trumpfte mit der &Uuml;berschrift &bdquo;Eine wie keine&ldquo; auf: &bdquo;Mit Annalena Baerbock k&ouml;nnte erstmals eine Mutter Bundeskanzlerin werden. Schon ihre Kandidatur macht Millionen Eltern Hoffnung.&ldquo; Sie m&uuml;ssen zugeben, da h&ouml;rt man die Geigen im Hintergrund.<br>\nDen Vogel abzuschie&szlig;en gelang allerdings dem &bdquo;Stern&ldquo;, der Baerbock auf dem Titel umstandslos zur Hoffnung per se k&uuml;rte: &bdquo;Endlich anders&ldquo;. Dagegen wirkte der &bdquo;Spiegel&ldquo; mit seinem Baerbock-Cover geradezu lahm, obwohl man sich bei der Auswahl des Titelfotos die gr&ouml;&szlig;te M&uuml;he gegeben hatte, die Kandidatin zupackend und optimistisch, gleichzeitig aber auch seri&ouml;s und vertrauensw&uuml;rdig erscheinen zu lassen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/schwarzer-kanal\/die-focus-kolumne-von-jan-fleischhauer-im-baerbock-bann-warum-sich-viele-journalisten-wuenschen-nur-sie-duerften-waehlen_id_13250779.html\">Jan Fleischhauer auf Focus Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Moskauer Freiheit &ndash; Ein Reisebericht in Zeiten der Pandemie<\/strong><br>\nDann kam Corona &ndash; die umfassende, weltweite Z&auml;sur. &Uuml;ber ein Jahr war ich nicht in Russland. Jetzt hatte ich wieder die M&ouml;glichkeit. Ich war neugierig, wie Russland mit der Pandemie umgeht, wie es sich lebt, welche Einschr&auml;nkungen es gibt. Um es vorweg zu nehmen: Es ist, als w&uuml;rde man in eine andere, freiere Welt reisen. Der Lockdown h&auml;lt Deutschland fest im Griff, ein gro&szlig;er Teil der Nachrichten dreht sich um Inzidenzen, Verbote und Reglementierungen. Es gibt Ausgangssperren, umfassende Schlie&szlig;ungen, Demonstrationen gegen die Ma&szlig;nahmen und Demonstrationen, die gegen die Ma&szlig;nahmen-Gegner protestieren.<br>\nDie Corona-Krise hat Deutschland tief gespalten. In Gespr&auml;chen kommt man nahezu unweigerlich darauf, wie man es h&auml;lt mit dem Impfen, wie man zur Maske steht, zu den Ma&szlig;nahmen, ob man nicht f&uuml;r Lockerungen oder nicht doch f&uuml;r noch weitere Einschr&auml;nkungen eintritt, um danach ein h&ouml;heres Ma&szlig; an Freiheit genie&szlig;en zu k&ouml;nnen.<br>\nVon hier aus, von Russland aus wirkt das alles bizarr &ndash; Deutschland, ein Narrenschiff. In Moskau ist alles ge&ouml;ffnet, die Pandemie gilt als &uuml;berwunden, die Ma&szlig;nahmen wurden nach einem ersten, harten Lockdown im April 2020 nach und nach zur&uuml;ckgefahren und nie wieder versch&auml;rft. Die Infektionszahlen stiegen im Herbst an und fallen seit einigen Monaten ab. Die Inzidenz liegt aktuell bei etwas &uuml;ber 40. (&hellip;)<br>\nOffiziell gilt auch in Moskau noch Maskenpflicht im &ouml;ffentlichen Nahverkehr und auch Handschuhe sind vorgeschrieben. Insbesondere an die Pflicht zum Tragen von Handschuhen h&auml;lt sich praktisch niemand mehr. Masken bedecken bei Einigen Mund und Nase, bei anderen nur den Mund, bei dritten h&auml;ngt sie unter dem Kinn und vielfach fehlt sie ganz. Anlass zum Streit bietet das nicht. (&hellip;)<br>\nWer m&ouml;chte, kann sich impfen lassen. In den gro&szlig;en Einkaufszentren gibt es die M&ouml;glichkeit, das unkompliziert zu tun. Man braucht etwa eine Stunde Zeit. Etwa f&uuml;nf Prozent der Russen haben bereits beide, acht Prozent die erste Impfung erhalten. Das erscheint wenig. Doch die Inzidenz geht seit Monaten zur&uuml;ck. (&hellip;)<br>\nWir &uuml;berlegen, ein Bier zu trinken. In der N&auml;he ist ein Restaurant, ich &ouml;ffne die T&uuml;r. Das Restaurant ist gut besucht, es gibt keine besonderen Ma&szlig;nahmen, au&szlig;er dass die Angestellten Masken und Handschuhe tragen. Wir bekommen lediglich Pl&auml;tze an der Bar. Alle Tische sind belegt. In diesen Tagen wirkt Russland wie der freiheitliche Gegenentwurf zur EU und zu Deutschland, wo die B&uuml;rger in ihren Grundrechten massiv beschnitten werden.<br>\nDabei ist diese Reduktion auf ein lediglich funktionierendes Objekt in einem &ouml;konomischen Ablauf &ndash; auf Arbeit und die Wiederherstellung der Arbeitskraft in Isolation &ndash; f&uuml;r die die deutschen Ma&szlig;nahmen stehen, psychisch enorm belastend und insgesamt ungesund. Alles Soziale ist in Deutschland seit &uuml;ber einem Jahr eingeschr&auml;nkt und f&auml;llt seit November nahezu komplett aus. Begleitet wird das von einer Berichterstattung, welche die Ma&szlig;nahmen nicht grundlegend in Zweifel zieht, daf&uuml;r aber alle, die sie kritisieren, pauschal als Coronaleugner, Covidioten und Nazis verunglimpft.<br>\nAuch &ouml;konomisch kommt Russland besser durch die Krise. Der Einbruch des BIP war geringer als in Deutschland, der W&auml;hrungsunion und der EU. In der Moskauer Innenstadt gibt es Leerstand. Einige L&auml;den sind geschlossen. Verglichen mit Berlin erscheint es unglaublich wenig. In diesem einem Jahr hat sich in Moskau viel getan. Stra&szlig;en sind renoviert, ganze Viertel wurden versch&ouml;nert, die Gegend um den Kiewer Bahnhof und der Metro-Station Studentscheskaja wurden geradezu malerisch und pittoresk.<br>\nAuch das ist eine Entwicklung, die gegenl&auml;ufig zur Entwicklung in Deutschland steht. In Berlin werden Armut und Obdachlosigkeit immer st&auml;rker sichtbar. W&auml;hrend in Deutschland &uuml;ber Erleichterungen f&uuml;r einzelne Gruppen gesprochen wird, wird dieser Unterschied in Russland nicht gemacht. Restaurants, Bars, Theater, Museen sind f&uuml;r alle offen, nicht nur f&uuml;r Getestete und Geimpfte. Es gibt auch keine Pflicht zur Registrierung, keine QR-Codes, keine Listen. Auch gibt es keine &Uuml;berlegung, einen Impfausweis einzuf&uuml;hren, mit dem man Privilegien genie&szlig;t. Es gibt keine die Gesellschaft spaltenden Ma&szlig;nahmen. Ich glaube, dies ist der zentrale Unterschied zwischen Deutschland und Russland.<br>\nVon hier aus erscheinen die Ma&szlig;nahmen in Deutschland als absurd und in ihrer Rigorosit&auml;t als unn&ouml;tig die Freiheit einschr&auml;nkend, zudem am Ziel vorbei, daf&uuml;r aber f&uuml;r die Gesellschaft gef&auml;hrlich. Sie spalten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/116999-moskau-reisebericht-in-zeiten-pandemie\/\">Gert Ewen Ungar in RT DE<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. 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