{"id":7243,"date":"2010-11-03T09:30:48","date_gmt":"2010-11-03T08:30:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7243"},"modified":"2010-11-03T14:27:39","modified_gmt":"2010-11-03T13:27:39","slug":"hinweise-des-tages-1261","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7243","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Wahlen in USA; Arbeitsmarktreformen leisteten kaum einen Beitrag; Schuldenfalle trotz Sparzwang; Ackermann warnt G 20 vor strengeren Kapitalregeln; B&uuml;rger sollen f&uuml;r neues &Ouml;kostrom-Netz zahlen; Ein Zahnarzt-Termin? 2011 dann wieder; der &ldquo;freie Markt&rdquo; im Berliner Wasser gespiegelt; Grundst&uuml;cksdeal in Brandenburg;  Lobbyaktivit&auml;ten von Koch bis R&ouml;sler; Teure Redner mit Amtsbonus; Aus Athen nach Berlin; Paketbomben aus dem Jemen; CDU r&uuml;ckt S-21-Gegner in Nazi-N&auml;he; Parteiausschlussverfahren &ndash; Fall Sarrazin; Arme Hiwis; Offene und verdeckte Privatisierung im Bildungssystem; ausl&auml;ndische Sch&uuml;ler haben im Durchschnitt schlechtere Schulabschl&uuml;sse; Fake: WDRPrint &ndash; Auferstanden von den Quoten; Rezension: Florence Aubenas, Putze. Mein Leben im Dreck; Unter der Oberfl&auml;che brodelt es; Herbstproteste 2010; Verm&ouml;gensteuer jetzt; Volker Pispers  macht sich Gedanken &uuml;ber den Rechtsstaat. (JB\/WL)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Midterm-Elections<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Arbeitsmarktreformen leisteten kaum einen Beitrag<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Europa &ndash; Schuldenfalle trotz Sparzwang<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Ackermann warnt G 20 vor strengeren Kapitalregeln<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">B&uuml;rger sollen f&uuml;r neues &Ouml;kostrom-Netz zahlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Ein Zahnarzt-Termin? 2011 dann wieder<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Der &ldquo;freie Markt&rdquo; im Berliner Wasser gespiegelt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Grundst&uuml;cksdeal in Brandenburg: Schmu unter Sportsfreunden nun amtlich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Lobbyaktivit&auml;ten von Koch bis R&ouml;sler&hellip;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Teure Redner mit Amtsbonus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Aus Athen nach Berlin &ndash; ohne Liebe, aber mit explosivem Inhalt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Paketbomben aus dem Jemen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">CDU r&uuml;ckt S-21-Gegner in Nazi-N&auml;he<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Parteiausschlussverfahren &ndash; Fall Sarrazin: SPD feilt an ihrer Begr&uuml;ndung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Arme Hiwis?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Auf dem Weg zur kommunalen Schule &ndash; Offene und verdeckte Privatisierung im Bildungssystem<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Ausl&auml;ndische Sch&uuml;ler haben im Durchschnitt schlechtere Schulabschl&uuml;sse<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Fake: WDRPrint &ndash; Auferstanden von den Quoten<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Rezension: Florence Aubenas, Putze. Mein Leben im Dreck <\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">Unter der Oberfl&auml;che brodelt es<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h21\">Herbstproteste 2010: Termine<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h22\">Aufruf: Verm&ouml;genssteuer jetzt!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h23\">Zu guter Letzt: Volker Pispers  macht sich Gedanken &uuml;ber den Rechtsstaat<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=7243&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Midterm-Elections<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Weder Tsunami noch Erdbeben<\/strong><br>\nDer republikanische Tsunami ist &uuml;ber die demokratische Partei hereingebrochen. Ein Erdbeben ersch&uuml;ttert die politische Landschaft der Vereinigten Staaten. So oder so &auml;hnlich titulierten Medien vom Schlage von Rupert Murdochs Fox News die Wahlen zum Senat, zum House of Representatives und f&uuml;r manche Gouverneursposten. Medien spitzen zu, verwenden schnell Superlative, geben sich der Emotion des Augenblicks hin. Was aber bleibt wirklich von den Midterm Elections? Es war nat&uuml;rlich ein Sieg der Republikaner. Im Vorfeld hatten alle relevanten Umfragen &ndash; wie etwa jene von Gallup oder der Huffington Post &ndash; dasselbe Ergebnis: Ein grandioser Sieg der Republikaner war zu erwarten. Ganz so ist es dann doch nicht gekommen. Die Zugewinne f&uuml;r die konservative Partei sind hoch, aber nicht so hoch wie erwartet. Die Demokraten konnten die Mehrheit im Senat halten. Der Machtzuwachs der Republikaner kann auch als St&auml;rkung der Demokratie interpretiert werden, weil nun nicht mehr eine Partei allein den Ton angibt. Auch der Aufstieg der Tea Party-Bewegung verlief nicht so rasant wie vermutet.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1288659403279\/Midterm-Elections-Weder-Tsunami-noch-Erdbeben\">Der Standard<\/a><\/li>\n<li><strong>Die amerikanischen Midterm-Elections 2010<\/strong><br>\nDer Verlust der Mehrheit im Repr&auml;sentantenhaus wird das Reformprojekt Obamas noch einmal deutlich behindern. Dies liegt allerdings nicht so sehr am Verlust der Mehrheit per se. Bill Clinton verlor bei den Midterms 1994 beide H&auml;user des Kongresses und regierte trotzdem recht erfolgreich bis 2000 mit einer republikanischen Mehrheit weiter. Dies ist m&ouml;glich, weil in der amerikanischen politischen Tradition die Zusammenarbeit der beiden Parteien in der praktischen Politik eng verkn&uuml;pft ist. Im Normalfall macht man sich gegenseitig eben Zugest&auml;ndnisse, und dann stimmt der Kongress f&uuml;r die dann eben verw&auml;sserten Reformvorhaben. Das ist auch in Deutschland und anderen Demokratien Standard, obwohl der Eindruck immer ein anderer ist, da die Medien besonders gerne die Konflikte herausstreichen. Nur bei sehr kontroversen Themen &ndash; f&uuml;nf, maximal zehn Prozent der Gesetzesvorhaben &ndash; kommt es zu ernsthaftem Streit. Nur wenige Phasen der Totalopposition sind bekannt, in Deutschland etwa 1969 bis 1971\/72 und dann wieder 1996 bis 1998. Oftmals schadet Totalopposition der Opposition in den Augen des W&auml;hlers mehr.<br>\nObama aber sieht sich mit einer solchen Totalopposition konfroniert. Nach seinem Wahlsieg 2008 machte er der republikanischen Partei das gro&szlig;z&uuml;gige Angebot der &ldquo;Bipartisanship&rdquo; (Zweiparteilichkeit), also der gedeihlichen Zusammenarbeit, obwohl er in beiden H&auml;usern die Mehrheit besa&szlig;. Vermutlich stand er unter Eindruck des Wahlkampfs gegen John McCain, der seine Anh&auml;nger in seiner Abschlusskundgebung nach Verk&uuml;ndung des Ergebnisses genau dazu aufgefordert hatte &ndash; und daf&uuml;r ausgebuht worden war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/4435\/die-amerikanischen-midterm-elections-2010\">Spiegelfechter<\/a><\/li>\n<li><strong>Abgeordnetenhaus wird republikanisch &ndash; Senat bleibt demokratisch<\/strong><br>\nNur zwei Jahre nach seinem triumphalen Einzug ins Wei&szlig;e Haus haben Amerikas W&auml;hler dem amerikanischen Pr&auml;sidenten Barack Obama einen Denkzettel verpasst. Seine Demokratische Partei wird nach ersten Ergebnissen und Prognosen von Fernsehsendern nach vier Jahren die Kontrolle &uuml;ber das Abgeordnetenhaus verlieren. Im Senat hingegen beh&auml;lt die Obama-Partei nach Prognosen des Fernsehsenders CNN trotz Einbu&szlig;en die Mehrheit. Auch der demokratische Fraktionschef im Senat, Harry Reid, verteidigte in einem spannenden Rennen seinen Sitz.<br>\nDas Regieren wird f&uuml;r den Pr&auml;sidenten nach dem Verlust des Repr&auml;sentantenhauses erheblich schwerer. Die Republikaner k&ouml;nnen dort k&uuml;nftig alle Gesetzesinitiativen von Obama torpedieren. Allerdings ist es in der Vergangenheit schon h&auml;ufig vorgekommen, dass die Partei des Pr&auml;sidenten bei den &bdquo;Zwischenwahlen&ldquo; die Kontrolle &uuml;ber den Kongress einb&uuml;&szlig;t, so etwa die Republikaner 2006 oder die Demokraten unter Bill Clinton 1994.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0\/Doc~E1510778A67214BEE88D7ECF347F2C328~ATpl~Ecommon~Sspezial.html\">FAZ<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Arbeitsmarktreformen leisteten kaum einen Beitrag <\/strong><br>\n3,1 Millionen Arbeitspl&auml;tze sind in Deutschland &uuml;ber die Finanz- und Wirtschaftskrise gerettet worden, weil die Arbeitszeiten reduziert wurden und Unternehmen in der Hoffnung auf eine relativ rasche wirtschaftliche Erholung Besch&auml;ftigte gehalten haben. Das waren 7,7 Prozent aller Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisse. Im internationalen und im historischen Vergleich hat sich der deutsche Arbeitsmarkt damit als au&szlig;erordentlich flexibel und erfolgreich bei der Krisenbew&auml;ltigung erwiesen &ndash; mit positiven makro&ouml;konomischen Folgen, weil drastische Nachfrageausf&auml;lle als Folge eines starken Anstiegs der Arbeitslosigkeit verhindert wurden. Die Arbeitsmarktreformen des vergangenen Jahrzehnts haben zu diesem &ldquo;Besch&auml;ftigungswunder&rdquo; hingegen allenfalls einen geringen Beitrag geleistet. Auch die ausgepr&auml;gte Lohnmoderation seit der Jahrtausendwende hat Wirtschaftswachstum und Besch&auml;ftigungsentwicklung in Deutschland eher geschw&auml;cht als gest&auml;rkt. Zu diesem Ergebnis kommen Arbeitsmarktexperten des Instituts f&uuml;r Makro&ouml;konomie und Konjunkturforschung (IMK) und des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung. Ihre neue Studie erscheint heute als IMK Report.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/320_109773.html\">Hans-B&ouml;ckler-Stiftung<\/a>\n<p><strong>Dazu:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vom Krisenherd zum Wunderwerk? Der deutsche Arbeitsmarkt im Wandel<\/strong><br>\nDas vergangene Jahrzehnt war f&uuml;r den Arbeitsmarkt in Deutschland turbulent. Nachdem lange Zeit dessen vermeintliche Rigidit&auml;ten f&uuml;r die z&auml;he wirtschaftliche Stagnation nach der Jahrtausendwende und die hohe Arbeitslosigkeit verantwortlich gemacht worden waren, kam es in der gr&ouml;&szlig;ten Wirtschaftskrise seit dem 2. Weltkrieg anscheinend zu einem regelrechten Arbeitsmarktwunder: Die Besch&auml;ftigung ist in der Krise kaum gefallen und liegt mittlerweile sogar &uuml;ber Vorkrisenniveau, die Arbeitslosigkeit ist inzwischen auf dem niedrigsten Niveau seit der deutschen Vereinigung. Wie kam es zu dieser au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Entwicklung? In welchem Zusammenhang steht sie mit der Arbeitsmarktderegulierung und der Lohnzur&uuml;ckhaltung der 2000er Jahre sowie mit der Ausrichtung der makro&ouml;ko- nomischen Politik? Welche Lehren k&ouml;nnen aus den Erfahrungen des letzten Konjunkturzyklus f&uuml;r die Weiterentwicklung des deutschen Wachstums- und Arbeitsmarktmodells mit Blick auf den sich nun ab- zeichnenden Aufschwung gezogen werden?<\/p>\n<p>Der wirtschaftliche Einbruch in Deutschland war im internationalen Vergleich besonders stark. Das BIP schrumpfte um dramatische 6,5%. Allerdings war auch die Erholung seit Beginn 2009 kr&auml;ftiger als in den anderen L&auml;ndern. Bis zum zweiten Quartal 2010 ist das BIP wieder um 3,8% gewachsen, liegt aber noch 2,7% unterhalb der Wirtschaftsleistung bei Beginn des Abschwungs. Im Euroraum sank das BIP bis zum Tiefpunkt um 5,3%, in Frankreich sogar nur um 3,8%. Die Erholung setzte aber in allen Vergleichsl&auml;ndern deutlich zaghafter ein als in Deutschland. Am Ende des Beobachtungszeitraums liegt das BIP im Euroraum noch 3,5% unterhalb des Niveaus zu Beginn der Gro&szlig;en Rezession, in Frankreich noch 2,1%.<br>\nDas deutsche Arbeitsmarktwunder in der Gro&szlig;en Rezession zeigt sich in der ungew&ouml;hnlichen Entwicklung der Erwerbst&auml;tigkeit, die besonders im internationalen Vergleich heraussticht: Trotz des massiven BIP-Einbruchs blieb diese &uuml;berraschend konstant. Die Zahl der Erwerbst&auml;tigen sank im gesamten Zeitraum nie unter das Niveau vom ersten Quartal 2008 und nahm &uuml;ber die gesamte Periode sogar um 0,4% zu. Im Gegensatz dazu begann die Erwerbst&auml;tigkeit in den Vergleichsl&auml;ndern mit einem &uuml;blichen zeitlichen Abstand deutlich zu sinken &ndash; wie es eigentlich auch f&uuml;r Deutschland zu erwarten gewesen w&auml;re. Im zweiten Quartal 2010 ist die Erwerbst&auml;tigkeit im Euroraum 2,5% unterhalb des Niveaus vom ersten Quartal 2010, in Frankreich sind es 1,4%. &Ouml;sterreich ist hier eine Ausnahme. Gegen Ende des Beobachtungszeitraums entspricht nicht nur der Wachstumseinbruch in etwa jenem Deutschlands, sondern auch die Entwicklung der Erwerbst&auml;tigkeit.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/101103_boeckler_01.png\" alt=\"Die gro&szlig;e Rezession\"><\/p>\n<p>Insgesamt zeigt sich, dass in Deutschland sowohl der R&uuml;ckgang der Arbeitszeit sehr schnell und ausgepr&auml;gt war, als auch die Stundenproduktivit&auml;t deutlicher als in anderen L&auml;ndern zur&uuml;ckging. Allerdings erlaubt die bisherige Betrachtung keine Aussage dar&uuml;ber, inwieweit die konjunkturell bedingte Reaktion von Arbeitszeit und -produktivit&auml;t in der Gro&szlig;en Rezession f&uuml;r Deutschland tats&auml;chlich au&szlig;ergew&ouml;hnlich war.<\/p>\n<p><strong>Keine positiven Besch&auml;ftigungseffekte durch die Arbeitsmarktderegulierung<\/strong><\/p>\n<p>Oft wird in der wirtschaftspolitischen Debatte die Vermutung ge&auml;u&szlig;ert, die robuste Verfassung des deutschen Arbeitsmarkts in der Krise sei auch Resultat indirekter Effekte der Arbeitsmarktderegulierung insbesondere im Zuge der Hartz-Reformen, wie der hier- durch bef&ouml;rderten Lohnzur&uuml;ckhaltung in den Jahren vor der Krise (&hellip;)<br>\nZwar profitierte die exportorientierte deutsche Wirtschaft im Aufschwung von 2005 bis 2008 &uuml;berdurchschnittlich vom starken weltwirtschaftlichen Wachstum und dem deswegen lang anhaltenden Aufschwung. Aber sowohl im Vergleich mit fr&uuml;heren Aufschwungphasen als auch im internationalen Vergleich war der Besch&auml;ftigungsaufbau in Deutschland keineswegs au&szlig;ergew&ouml;hnlich stark. Wird die unterschiedliche L&auml;nge der beiden Aufschwungphasen vor und nach den Reformen (1999-2001 und 2005-2008) ber&uuml;cksichtigt, so wurde im Aufschwung vor der aktuellen Krise nicht mehr Besch&auml;ftigung geschaffen als im Aufschwung um die Jahrtausendwende. Dabei ist der st&auml;rkere R&uuml;ckgang der Arbeitslosigkeit im letzten Aufschwung in erster Linie auf die schw&auml;chere Entwicklung des Arbeitsangebots zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. In anderen L&auml;ndern des Euroraums, in denen keine vergleichbare Deregulierung des Arbeitsmarkts vorgenommen worden war, entwickelten sich sowohl Arbeitsvolumen als auch Besch&auml;ftigung im Aufschwung vor der Krise (also nach den Reformen) besser als in Deutschland. Eine eindeutige Reformdividende auf dem Arbeitsmarkt war also bereits im letzten Aufschwung nicht erkennbar.<br>\nZudem ist die Besch&auml;ftigungssicherung w&auml;hrend der Krise, wie gesehen, zu einem gro&szlig;en Teil durch den &ndash; von den Tarifparteien schon zuvor vereinbarten &ndash; verbreiteten Einsatz von Arbeitszeitkonten und der Variation der betrieblichen Regelarbeitszeit sowie durch die extensive Nutzung der ausgeweiteten Kurzarbeiterregelung gelungen. Diese Ma&szlig;nahmen haben mit der Arbeitsmarktderegulierung der 2000er Jahre nichts zu tun.<br>\nVor allem aber blendet die oben skizzierte positive Bewertung der Arbeitsmarktderegulierung die negativen makro&ouml;konomischen Folgen der Lohnmoderation sowohl f&uuml;r die Entwicklung der deutschen Binnenwirtschaft wie f&uuml;r die gesamtwirtschaftliche Stabilit&auml;t der Europ&auml;ischen W&auml;hrungsunion aus. (&hellip;)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/101103_boeckler_02.png\" alt=\"Entwicklung im Zyklus 2000\/2001\"><\/p>\n<p>Trotz der gr&ouml;&szlig;ten Wirtschaftskrise nach dem Zweiten Weltkrieg ist die Besch&auml;ftigung in Deutschland nicht gefallen. Im Gegenteil, w&auml;hrend in vielen anderen L&auml;ndern der Welt die Besch&auml;ftigung massiv abgebaut wurde, ist sie in Deutschland leicht gestiegen. Das ist eine Sensation. Die Ursachen daf&uuml;r waren die Verk&uuml;rzung der Arbeitszeit pro Kopf und das Horten von Arbeitskr&auml;ften. Dabei hat die Verk&uuml;rzung der Arbeitszeit an die 1,1 Millionen Jobs erhalten, die Hortung von Arbeitskr&auml;ften durch die Hinnahme einer geringeren Stundenproduktivit&auml;t etwa 2 Millionen.<br>\nDie schnelle und gezielte Reduzierung der Arbeitsstunden im Abschwung ist Ausdruck einer hohen internen Flexibilit&auml;t innerhalb der Unternehmen. Neben der wieder entdeckten Kurzarbeit halfen besonders Arbeitszeitkonten und die M&ouml;glichkeit der betrieblichen Arbeitszeitverk&uuml;rzung bei der Reduzierung der Arbeitszeit. Beide Instrumente der internen Flexibilit&auml;t sind im Dialog zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern entstanden. Die Erfahrung Deutschlands in der Krise und die Besch&auml;ftigungsentwicklung im internationalen Vergleich haben gezeigt, dass interne Flexibilit&auml;t auf starke Tarifpartner und einen Schutz der Besch&auml;ftigten &ndash; etwa durch den K&uuml;ndigungsschutz &ndash; angewiesen ist. International haben gerade L&auml;nder mit einer hohen externen Flexibilit&auml;t &ndash; mit einem geringeren K&uuml;ndigungsschutz und einem gr&ouml;&szlig;eren Anteil befristeter Besch&auml;ftigung &ndash; besonders viel Besch&auml;ftigung verloren. Indem interne Flexibilit&auml;t bei der Sicherung von Besch&auml;ftigung in der Gro&szlig;en Rezession geholfen hat, hat sie auch vermieden, dass sich Arbeitslosigkeit nach dem Abschwung langfristig verfestigt. Die Arbeitsmarktreformen des vergangenen Jahrzehnts k&ouml;nnen die gute deutsche Arbeitsmarktentwicklung in der Gro&szlig;en Rezession nicht erkl&auml;ren. Denn die Reformen waren darauf gerichtet, etwa durch die Leiharbeit die externe Flexibilit&auml;t zu erh&ouml;hen. H&auml;tten die Unternehmen in der Gro&szlig;en Depression st&auml;rker auf diese Instrumente zur&uuml;ckgegriffen, w&auml;re die Besch&auml;ftigung in Deutschland stark gefallen und die Arbeitslosigkeit gestiegen.<br>\nAber auch im Aufschwung vor der Gro&szlig;en Rezession hat die Deregulierung des deutschen Arbeitsmarktes und die von ihr verst&auml;rkte Lohnmoderation die Besch&auml;ftigungsentwicklung per saldo nicht bef&ouml;rdert. Im Aufschwung von 2005 bis 2008 ist die Besch&auml;ftigung trotz der Reformen im internationalen Vergleich nicht besonders stark gestiegen; und im Abschwung von 2001 bis 2005 hat die Lohnmoderation die Besch&auml;ftigungsentwicklung deutlich belastet&hellip;<br>\nDie Instrumente der internen Flexibilit&auml;t haben es erm&ouml;glicht, eine antizyklische Arbeitszeitpolitik zu betreiben, die Besch&auml;ftigung sichern und Arbeitslosigkeit vermeiden kann. Diese Instrumente sollten im Dialog zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern im Hinblick auf ein tragf&auml;higes Arbeitszeitmodell weiterentwickelt werden, das neben der Besch&auml;ftigungssicherung auch die Anforderungen st&auml;rker ber&uuml;cksichtigt, die sich aus altersgerechtem Arbeiten, au&szlig;erbetrieblichen, vor allem familialen Zeitanforderungen und der Geschlechtergerechtigkeit ergeben.<br>\nDar&uuml;ber hinaus sollten die Lohnsteigerungen den Verteilungsspielraum von Trendproduktivit&auml;t und der Zielinflation der EZB aussch&ouml;pfen. Dadurch k&ouml;nnte die deutsche Binnenwirtschaft gest&auml;rkt und der Aufschwung verstetigt werden. Dabei sollte die Politik helfen, indem sie mit Mindestl&ouml;hnen den Druck auf die L&ouml;hne vermindert. Insgesamt lie&szlig;e sich mit einer Strategie zur St&auml;rkung der Binnenwirtschaft und der kooperativen Seite des deutschen Arbeitsmarktmodells die sozialen Verwerfungen der letzten Jahre ausgleichen, mehr Besch&auml;ftigung schaffen und der Euroraum stabilisieren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/p_imk_report_56_2010.pdf\">IMK-Report [PDF &ndash; 231 KB]<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Europa &ndash; Schuldenfalle trotz Sparzwang<\/strong><br>\nDer Geist von Deauville vernebelt die triviale Erkenntnis bei Merkel, Sarkozy und dem Europ&auml;ischen Rat, dass Ausgabenk&uuml;rzungen in der Krise Wachstum kostet und eine h&ouml;here Verschuldung verursacht. Schon heute leiden die meisten europ&auml;ischen L&auml;nder unter schwachem Wachstum. Die geplante Halbierung der Neuverschuldung w&uuml;rde die Konjunktur zus&auml;tzlich abw&uuml;rgen und die Steuereinnahmen mindern.<br>\nDer Druck zur Neuverschuldung und weiteren Sozialk&uuml;rzungen w&uuml;rde steigen &ndash; f&uuml;r den Meistersch&uuml;ler, aber erst recht f&uuml;r die Krisenl&auml;nder der Eurozone. Ihnen st&uuml;nde der sichere Weg in die Schuldenfalle bevor &ndash; allen Haushaltskonsolidierungen zum Trotz.<br>\nEuropa befindet sich auf dem fiskalpolitischen Holzweg. Der Wachstums- und Stabilit&auml;tspakt muss &uuml;berarbeitet und an die volkswirtschaftliche und soziale Wirklichkeit angepasst werden. Merkels Damoklesschwert macht aus Sparschweinen Scherbenhaufen und aus Europa einen Ort der sozialen K&auml;lte.<br>\nQuelle: <a href=\"\/upload\/pdf\/101103_klartext_34_2010.pdf\">DGB Klartext [PDF &ndash; 152 KB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Ackermann warnt G 20 vor strengeren Kapitalregeln<\/strong><br>\nIn einer Woche werden die G-20-L&auml;nder &uuml;ber die Banken-Regulierung verhandeln. Im Vorfeld warnt Ackermann: Es stehe &ldquo;viel auf dem Spiel&rdquo;.<br>\nDeutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat die 20 f&uuml;hrenden Industrienationen (G 20) davor gewarnt, auf ihrem Gipfel in Seoul sch&auml;rfere Regeln f&uuml;r die Banken zu beschlie&szlig;en. Die G 20 m&uuml;ssten davon absehen, die Fristen zur Umsetzung der im September in Basel beschlossenen neuen Finanzregeln (&ldquo;Basel III&ldquo;) vorzuziehen. Auch d&uuml;rfe es keine zus&auml;tzlichen Kapitalanforderungen f&uuml;r die Banken geben, sagte Ackermann in seiner Funktion als Pr&auml;sident des Internationalen Bankenverbandes IIF in Peking. Ackermann warnte vor negativen Auswirkungen auf die konjunkturelle Erholung nach der Krise und die Schaffung von Arbeitspl&auml;tzen. &bdquo;Es steht viel auf dem Spiel.&ldquo; Den G-20-F&uuml;hrern m&uuml;ssten der Gesamtkosten der Reform der Finanzvorschriften bewusst sein. Die in Basel beschlossenen Regeln seien bereits eine &bdquo;ziemliche Herausforderung&ldquo; f&uuml;r die Banken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article10689507\/Ackermann-warnt-G-20-vor-strengeren-Kapitalregeln.html\">WELT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Und t&auml;glich gr&uuml;&szlig;t das Murmeltier. Gibt es eigentlich einen denkbaren Moment, in dem nicht &ldquo;viel auf dem Spiel steht&rdquo; und aus Sicht der Banken-Lobby nichts dagegen spricht, demokratisch legitimierte Regulierungen auf den Weg zu bringen? Die Methoden sind dabei immer dieselben: Zun&auml;chst warnt man vor nationalen Alleing&auml;ngen, da dies die jeweilige Volkswirtschaft irreparabel sch&auml;digen und die lokalen Finanzpl&auml;tze ruinieren w&uuml;rde. Wenn sich dann doch einmal auf internationalem Parkett auf Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners und nach Verw&auml;sserung der Lobbyisten ein &ldquo;Ref&ouml;rmchen&rdquo; durchsetzen kann, so malt man den Untergang des Abendlandes an die Wand und verweist auf die angespannte Lage und den falschen Zeitpunkt. Vielleicht sollte die Politik sich besser nach dem Sprichwort &ldquo;Wer den Sumpf trockenlegen will, sollte nicht die Fr&ouml;sche fragen&rdquo; handeln. Daf&uuml;r fehlt ihr aber offensichtlich der Mut.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>B&uuml;rger sollen f&uuml;r neues &Ouml;kostrom-Netz zahlen<\/strong><br>\nDie EU-Kommission wird Mitte November einen Entwurf pr&auml;sentieren, der in ganz Europa gro&szlig;e Auswirkungen auf die Strompreise haben k&ouml;nnte. Nach WELT-ONLINE-Informationen will Energiekommissar G&uuml;nther Oettinger die nationalen Regulierer in den 27 Mitgliedstaaten zu R&uuml;ckstellungen verpflichten, wenn sie ihren Kunden Durchgangsgeb&uuml;hren berechnen. Diese Gelder sollen dann gezielt in die Instandhaltung, vor allem aber in den Neubau der Elektrizit&auml;ts-Infrastruktur flie&szlig;en.<br>\nDas Infrastrukturpaket ist Teil des Energie-Aktionsplans 2020 der EU-Kommission. &ldquo;Unser Aktionsplan soll helfen, dass die in Europa dringend n&ouml;tigen Investitionen in die Strom-Infrastruktur schneller kommen&rdquo;, sagte EU-Kommissar Oettinger WELT ONLINE. &ldquo;Die Frage der Investitionen in die Infrastruktur ist auch eine, die f&uuml;r die Verbraucher gilt. Deshalb wollen wir, dass die Energieanbieter EU-weit die n&ouml;tige Finanzierung in die Preisbildung einkalkulieren.&rdquo;<br>\nDer Ausbau der Strom-Infrastruktur in Europa ist dringend erforderlich, um die Klimaziele der Union zu erreichen. So kann wegen fehlender Leitungen beispielsweise mit Windkraft erzeugte Energie am Ende vom Verbraucher nicht genutzt werden, weil die Netze nur unzureichend ausgebaut sind. &ldquo;Off-shore-Strom aus der Nordsee nach K&ouml;ln oder Stuttgart zu bringen kostet Geld, das muss von uns allen bezahlt werden. Wir haben nur Gott und die B&uuml;rger, und Gott zahlt nichts&rdquo;, so Oettinger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/energie\/article10680569\/Buerger-sollen-fuer-neues-Oekostrom-Netz-zahlen.html\">WELT<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Ein Zahnarzt-Termin? 2011 dann wieder<\/strong><br>\nWie die Bild-Zeitung unter Berufung auf die Kassenzahn&auml;rztliche Bundesvereinigung (KZBV) berichtet, m&uuml;ssen zahlreiche Mediziner die Behandlung ihrer Patienten auf 2011 verschieben. Die Budgets f&uuml;r Zahnbehandlungen seien bereits aufgebraucht.<br>\nDer KZBV-Vorsitzende J&uuml;rgen Fedderwitz sagte der Zeitung, viele &Auml;rzte arbeiteten bereits auf eigene Kosten. Demnach m&uuml;ssen gesetzlich Versicherte bei bestimmten Kassen &ldquo;in fast allen Bundesl&auml;ndern&rdquo; bis Jahresende mit Einschr&auml;nkungen rechnen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/geld\/gesetzliche-krankenversicherungen-naechster-zahnarzttermin-in-zwei-monaten-1.1018335\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Der &ldquo;freie Markt&rdquo; im Berliner Wasser gespiegelt <\/strong><br>\nDie Geheimvertr&auml;ge enth&uuml;llen genau den Skandal, den man hinter der Berliner Privatisierung der Wasserversorgung vermutet hatte: Gewinngarantien auf Kosten der Steuerzahler, ohne dass ihnen daraus nennenswerte Vorteile erwachsen.<br>\nAnschauliche Aufkl&auml;rung &uuml;ber das Prinzip, wie Wasser f&uuml;r Kommunen zu Gold f&uuml;r private Unternehmen verwandelt wird, liefert der Dokumentarfilm Water makes Money. Wie das im aktuellen Einzelfall konkret aussieht, davon zeugen die Entwicklungen bei der Berliner Wasserversorgung. Er folgt weitgehend dem Schema, das im Film vorgestellt wird. Die Versorgung mit einem zum Leben notwendigen Gemeingut wird &ndash; zumindest zu einem beachtlichen Anteil &ndash; privaten Unternehmen anvertraut mit der Folge, dass das Wasser teurer wird und die versprochenen Nebeneffekte (nicht unwesentlich: &ldquo;mehr Arbeitspl&auml;tze&rdquo;) ausbleiben. Die B&uuml;rger bezahlen mehr, ohne mehr zu bekommen. Lukrativ ist der Handel vor allem f&uuml;r die Unternehmen. Noch nicht klar ist, wie der gro&szlig;e Hebel f&uuml;r solche skandal&ouml;s einseitigen Wertsch&ouml;pfungen zuungunsten der zahlenden B&uuml;rger in Berlin aussieht: die Korruption. Man ist in dieser Beziehung in Berlin ja ge&uuml;bt.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/blogs\/8\/148656\">Telepolis<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/blogs.taz.de\/rechercheblog\/\">Die geheimen Wasservertr&auml;ge<\/a> \n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Davon abgesehen, dass die Privatisierung der Versorgungsstruktur immer problematisch ist, sollte man jedoch vor allem in diesem Fall die Schuldigen beim Namen nennen: Wenn die Politik denn unbedingt die Wasserversorgung privatisieren will, so gibt es &uuml;ber das Vertragsrecht unz&auml;hlige M&ouml;glichkeiten, negative Auswirkungen f&uuml;r den B&uuml;rger, die Natur, die Infrastruktur und auch die Kommune selbst zu minimieren. Preissteigerungsklauseln, Investitionszusagen oder Besch&auml;ftigungsgarantien sind nun wahrlich kein &ldquo;sozialistisches Teufelszeugs&rdquo; und es gibt nur einen denkbaren Grund, warum in vielen Privatisierungsvertr&auml;gen darauf verzichtet wird oder &ndash; wie im Beispiel Berlin &ndash; sogar Gewinngarantien vertraglich zugesichert werden. Ab wann kann man eigentlich von Untreue sprechen, wenn Politiker sich nicht mehr dem Allgemeinwohl, sondern den finanziellen Interessen einiger Konzerne verpflichtet f&uuml;hlen?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Grundst&uuml;cksdeal in Brandenburg: Schmu unter Sportsfreunden nun amtlich <\/strong><br>\nDer Brandenburger Landesrechnungshof best&auml;tigt Recherchen von stern.de: Beim Verkauf eines &uuml;ber 100 Hektar gro&szlig;en Kasernengel&auml;ndes in Potsdam lie&szlig; sich der damalige Finanzminister Rainer Speer (SPD) von dubiosen Investoren &uuml;bervorteilen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.stern.de\/politik\/deutschland\/grundstuecksdeal-in-brandenburg-schmu-unter-sportsfreunden-nun-amtlich-1619919-print.html\">Stern<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Lobbyaktivit&auml;ten von Koch bis R&ouml;sler&hellip;<\/strong><br>\nIn den letzten Wochen ist viel passiert. Nicht nur, dass die Worst EU Lobbying Awards starteten und unsere Lobbypedia seit gestern online ist &ndash; nein, auch die Tagespresse bot wieder einige interessante Lobby-Neuigkeiten. Der aktuelle Blog mit diesen Themen: Bundesverband Deutscher Banken schwadroniert; R&ouml;sler entmachtet das IQWiG; Eon und Co. unterst&uuml;tzen amerikanische Klimaskeptiker; &Ouml;kosteuer wird aufgeweicht; bald neuer ChefKoch bei Bilfinger Berger.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.lobbycontrol.de\/blog\/index.php\/2010\/10\/lobbyaktivitaten-von-koch-bis-rosler\/\">LobbyControl<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Teure Redner mit Amtsbonus<\/strong><br>\nPeer Steinbr&uuml;ck gilt als wortgewandter Redner &ndash; und liegt unter seinesgleichen weit vorn. Der fr&uuml;here Bundesfinanzminister hat allein in diesem Jahr mindestens 25 bezahlte Vortr&auml;ge gehalten; bei der Volksbank Geest, bei dem Versorger Gelsenwasser, bei der Wirtschaftpr&uuml;fungsgesellschaft KPMG. Die Firmen rei&szlig;en sich um ihn und bezahlen seine Vortr&auml;ge f&uuml;rstlich: Das Redehonorar des SPD-Politikers wird von Branchenkennern auf bis zu 20.000 Euro gesch&auml;tzt. Vor Parteizirkeln macht es Steinbr&uuml;ck nat&uuml;rlich weiterhin umsonst.<br>\nOb Peer Steinbr&uuml;ck, Roland Koch, Joschka Fischer &ndash; Politiker, die einst ein hohes Amt bekleidet haben, sind auf dem Markt der Redneragenturen hei&szlig;e Ware. Am besten: Sie sind gerade erst ausgeschieden. &ldquo;Die Halbwertszeit eines Bundespolitikers liegt bei etwa zwei bis vier Jahren&rdquo;, sagt Torsten Fuhrberg, Chef der Agentur Celebrity Speakers (CSA) in D&uuml;sseldorf. In dieser kurzen Zeit k&ouml;nnen sie als Redner auf Fachkongressen, bei Firmenjubil&auml;en oder in Expertenrunden pr&auml;chtig verdienen.<br>\nIn der Steinbr&uuml;ck&rsquo;schen Preiskategorie liegen auch M&auml;nner wie Ex-BDI-Pr&auml;sident Hans-Olaf Henkel oder der fr&uuml;here Bundesumweltminister Klaus T&ouml;pfer. Zum Vergleich: Das Einsteigerhonorar f&uuml;r einen No-Name-Parlamentarier oder den Empork&ouml;mmling aus der Wirtschaft liegt bei 1500 Euro.<br>\nRichtig kostspielig wird es, wenn ein Unternehmen einen Politiker vom Format eines Joschka Fischer anheuert: Etwa 35.000 bis 50.000 Euro koste ein Vortrag des ehemaligen Bundesau&szlig;enministers, verraten Insider. Das wird nur vom Altkanzler Gerhard Schr&ouml;der &uuml;bertroffen &ndash; sein Honorar soll etwa doppelt so hoch sein wie das seines einstigen Stellvertreters.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2010-11\/politiker-redner\">Die Zeit<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Es ist ja l&ouml;blich, dass die ZEIT sich einmal Gedanken &uuml;ber die Nebeneink&uuml;nfte ehemaliger Spitzenpolitiker macht. Noch l&ouml;blicher w&auml;re es allerdings, wenn man auch <a href=\"http:\/\/blog.abgeordnetenwatch.de\/2010\/08\/17\/ein-buch-29-vortrage-und-einige-hunderttausend-euro-die-nebeneinkunfte-des-peer-steinbruck\/\">erw&auml;hnt h&auml;tte<\/a>, dass Peer Steinbr&uuml;ck nicht nur bei der Volksbank Geest, sondern auch bei der Deutschen Bank, BNP Paribas, KPMG, Union Investment und diversen Interessenverb&auml;nden der Finanzbranche gegen eine f&uuml;rstliche Entlohnung Vortr&auml;ge gehalten hat. Im aktuellen Kalenderjahr d&uuml;rften sich diese Honorare bereits auf rund 580.000 Euro <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/3931\/steinbruck-und-der-offenbarungseid-der-politischen-klasse\">summieren<\/a>. Anscheinend scheint jedoch kein Kommentator Probleme damit zu haben, dass ein ehemaliger Finanzminister, der eine halbe Billionen Euro Steuergelder f&uuml;r die Rettung der Finanzbranche aktivierte kurz nach seinem Ausscheiden aus dem Amt von den Profiteuren &uuml;ppig entlohnt wird. Da spielt es schon beinahe keine Rolle mehr, dass Peer Steinbr&uuml;ck sein Bundestagsmandat nur noch sporadisch wahrnimmt: Bei den 19 wichtigen Bundestagsabstimmungen, die von Dezember 2009 bis September 2010 vorgenommen wurden, fehlte Steinbr&uuml;ck zw&ouml;lfmal. Am Rednerpult des Deutschen Bundestags hat man Peer Steinbr&uuml;ck in diesem Jahr noch kein einziges Mal gesehen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Aus Athen nach Berlin &ndash; ohne Liebe, aber mit explosivem Inhalt<\/strong><br>\nInternationalisierung des griechischen Problems durch Bomben?<br>\nDie am heutigen Nachmittag im Bundeskanzleramt entsch&auml;rfte Briefbombe stammt nach Angaben der griechischen Antiterrorbeh&ouml;rde aus Athen. Sie ist baugleich mit anderen Bomben, die derzeit fast dutzendweise bei ausl&auml;ndischen Botschaften in Athen gefunden werden.<br>\nOffizielle Mitteilungen sprechen von einer zuf&auml;lligen Verhaftung von zwei Tatverd&auml;chtigen. Diese verweigern stur die Aussage und beschimpften bei ihrer Vorf&uuml;hrung am Athener Gericht lautstark die anwesenden Journalisten.<br>\nWie kam es zu dem Zufall? Das fragt sich unter anderem die Kommunistische Partei Griechenlands, die hinter der gesamten Aktion eine Provokation vermutet. Kurz nach der Aufdeckung der vereitelten Al-Qaida-Paketbombenaktion startete in Athen eine Briefbombenserie nach &auml;hnlichem Muster. Direkt nach Abgabe der ersten Bombensendungen gingen der Polizei am Montag bei einer Personenkontrolle zwei dringend Terrorverd&auml;chtige M&auml;nner ins Netz. Dieser Zufall mag f&uuml;r Au&szlig;enstehende ungew&ouml;hnlich erscheinen, ist jedoch aus einem Athener Blickwinkel verst&auml;ndlich.<br>\nSeit mehreren Monaten patrouillieren mobile Einsatzeinheiten der griechischen Polizei auf Motorrollern durch die Gro&szlig;st&auml;dte. Diese &ldquo;DIAS&rdquo;-Gruppe kontrolliert dabei alle ihr verd&auml;chtig erscheinenden Personen. Verd&auml;chtig erscheint bereits, wer den im Ortsbereich operierenden Beamten nicht bekannt vorkommt. Fast jeder Passant griechischer Gro&szlig;st&auml;dte ist bereits in derartige Kontrollen geraten.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/33\/33599\/1.html\">Telepolis<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Es ist wirklich schlimm, wenn irgendwelche Spinner Sprengstoffpakete verschicken, aber ich kann die Hysterie und die Betroffenheits-Rhetorik nur schwer ertragen.<br>\nDass Irregeleitete oder irgendwelche politische Sektierer Gewaltakte &uuml;ben oder zu &uuml;ben versuchen hat es schon eh und je gegeben. Auch unter meinem B&uuml;ro in der D&uuml;sseldorfer Staatskanzlei wurde einmal eine T&uuml;te mit einem Brandbeschleuniger deponiert. Das war eine kleine Meldung zur damaligen Zeit. Was mich an der derzeitigen Berichterstattung st&ouml;rt, ist, dass dies nicht mehr als kriminelle Tat eingeordnet wird, sondern dazu benutzt wird, &Auml;ngste in der Bev&ouml;lkerung zu erzeugen und dass diese &Auml;ngste nicht auf irgendwelche Straft&auml;ter gerichtet werden, sondern politisch genutzt werden, um allgemeine Terrorgefahren sei es aus dem arabischen Raum oder sei es &ndash; wie hier &ndash; auf Gegner der europ&auml;ischen und deutschen Politik gegen&uuml;ber Griechenland zu lenken. Dies, um Stimmung zu machen gegen die muslimische Welt oder &ndash; wie in diesem Fall &ndash; gegen Kritiker des massiven Spardrucks auf Griechenland. Das alles dient dann nicht mehr der Aufkl&auml;rung von Straftaten, sondern der Legitimation des eigenen politischen Vorgehens. Motto: Da k&ouml;nnt ihr sehen, mit welchen Schurken wir es zu tun haben, die unsere Politik kritisieren.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Paketbomben aus dem Jemen<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Pakete!&nbsp;<\/strong><br>\nIm Pr&auml;teritum? Was manches Blatt da meldet, mag man sich vielleicht emotional in die Vergangenheit bannen, realistisch ist es aber weiterhin Gegenwart. Weshalb zum Teufel berichtet man pl&ouml;tzlich in der ersten Vergangenheit? Terrorpaket bedrohte auch Deutschland! Bedrohte nicht bedroht! Hat die Bedrohung kapituliert? Ist sie vom Tisch? Wurde medial unterschlagen, dass das Terrorpaket doch nicht von Merkels Konsorten verabschiedet wurde?<br>\nDoch Moment! Es wurde leider verabschiedet &ndash; es bedrohte nicht, es bedroht den sozialen Frieden in Deutschland. Erst bei genauerem Dechiffrieren der Zeitungen wurde fragrant, dass nicht das Terrorpaket der Bundesregierung gemeint ist, das sie den Mittellosen angedeihen lassen will &ndash; es ist ein Paket gemeint, in dem eine Bombe, ein explosiver Sprengsatz gewickelt war. Leibhaftiger, nicht metaphorischer Terror war damit gemeint &ndash; wobei, auch aus dem metaphorischen kann k&ouml;rperlicher Terror aufbrechen. Wenn man auf der falschen Seite der Sparbem&uuml;hungen sitzt, dann ist auch das Sparpaket ein terrorisierender Akt. Weshalb ein Terrorpaket ganz Deutschland bedrohte (jetzt ist bedrohte im Konjunktiv gemeint!), ist nicht ersichtlich. Ein Flugzeug h&auml;tte es bedroht oder die arme Sau, die das Ding ausgepackt h&auml;tte &ndash; aber doch nicht ein ganzes Land, jedenfalls nicht unmittelbar physisch; das w&auml;re erst sp&auml;ter gekommen, wenn der Freiheit gesetzlich das Absterben verordnet w&uuml;rde, damit die Sicherheit leben k&ouml;nne &ndash; ja dann w&auml;re der Terror k&ouml;rperlich geworden. Das andere Paket aber, das Terrorpaket aus Berlin, das bedroht Deutschland allerdings ganz sicher, ganz direkt &ndash; und das im Pr&auml;sens!<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/ad-sinistram.blogspot.com\/2010\/11\/pakete.html\">ad-sinistram<\/a><\/li>\n<li><strong>Der Paketbomben-Hype. Wem nutzt die neueste Terrordiskussion?<\/strong><br>\nWer h&auml;tte das gedacht: Seit neun Jahren t&uuml;fteln Regierungen, Sicherheitsexperten und Geheimdienste des Westens an immer neuen Ma&szlig;nahmen zum Schutz ihrer Bev&ouml;lkerung vor dem &bdquo;internationalen Terrorismus&ldquo;, werden Passagiere auf den Flugh&auml;fen allt&auml;glich drangsaliert und durchk&auml;mmen Spezialeinheiten der NATO noch das verborgenste Bergdorf am Hindukusch nach b&auml;rtigen M&auml;nnern, die von dort aus angeblich die Sicherheit Deutschlands bedrohen. Und am Ende stellt sich heraus, dass potentielle Anschl&auml;ge auf den internationalen Flugverkehr oder j&uuml;dische Einrichtungen in den USA bis jetzt ganz einfach per Luftpaket h&auml;tten bewerkstelligt werden k&ouml;nnen.<br>\nDas scheinen uns jedenfalls gerade jene Politiker weismachen zu wollen, die in den angeblich vereitelten Paketbombenanschl&auml;gen vom Wochenende L&uuml;cken in der weltweiten Terrorabwehr erkennen wollen, die es nun zu schlie&szlig;en gelte.<br>\nDer britische Premier David Cameron sagte schon am Samstagabend: &bdquo;Ein Paket, das im Jemen auf den Weg gebracht wurde, in Deutschland landete, dann in Gro&szlig;britannien landete, bestimmt f&uuml;r Amerika; das zeigt, wie stark wir zusammenstehen und wie entschlossen wir sein m&uuml;ssen, um den Terrorismus zu besiegen&ldquo;. Der deutsche Bundesinnenminister Thomas de Maizi&egrave;re (CDU) bem&auml;ngelte dann am Sonntag, dass Luftfracht noch &bdquo;relativ wenig&ldquo; kontrolliert werde. Die Terroristen h&auml;tten diese L&uuml;cke erkannt. Er best&auml;tigte, dass eines der f&uuml;r die USA bestimmten Sprengstoffpakete &uuml;ber den Flughafen K&ouml;ln\/Bonn nach Gro&szlig;britannien ging.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.hintergrund.de\/201011011220\/globales\/terrorismus\/der-paketbomben-hype-wem-nutzt-die-neueste-terrordiskussion.html\">Hintergrund<\/a><\/li>\n<li><strong>Landesminister fordert Not-Abschuss von Frachtflugzeugen<\/strong><br>\nSicherheitspolitiker fordern Konsequenzen aus den gerade noch verhinderten Anschl&auml;gen mit Paketbomben aus dem Jemen: Niedersachsens Innenminister Uwe Sch&uuml;nemann (CDU) pl&auml;diert daf&uuml;r, endlich zu einer Einigung im Umgang mit m&ouml;glichen Terror-Flugzeugen zu kommen. &ldquo;Die Pl&auml;ne sind auf dem Tisch, jetzt muss nur noch entschieden werden&rdquo;, sagte er &ndash; und forderte eine Verfassungs&auml;nderung. &ldquo;Wir brauchen rasch Klarheit, dass die Bundeswehr Frachtflugzeuge mit einer Bombe an Bord notfalls auch abschie&szlig;en darf, wenn die Maschine von Terroristen als Waffe missbraucht wird.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/0,1518,726840,00.html\">Spiegel Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Man h&auml;tte die Uhr danach stellen k&ouml;nnen, dass sp&auml;testens einen Tag nach der n&auml;chsten Bedrohung des Luftverkehrs ein CDU-Hardliner wieder einmal sch&auml;rfere Gesetzen und eine Verfassungs&auml;nderung fordert. Dabei war das diesbez&uuml;gliche <a href=\"http:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/entscheidungen\/rs20060215_1bvr035705.html\">Urteil<\/a> des Bundesverfassungsgerichts doch eigentlich nicht sonderlich interpretationsf&auml;hig. Die Verfassungsrichter erteilten den Wunsch der Union, &ldquo;Terror-Flugzeuge&rdquo; abzuschie&szlig;en eine klare Absage, da ein solches Gesetz gegen Art. 1 des Grundgesetzes versto&szlig;e. Artikel 1 ist durch die Ewigkeitsklausel gesch&uuml;tzt und kann auch durch die Bundesregierung nicht ge&auml;ndert werden. Wem ist damit geholfen, wenn ein Herr Sch&uuml;nemann nun dieses Thema abermals aufs politische Tableau heben will? Etwa den Zustimmungswerten der Union?<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>CDU r&uuml;ckt S-21-Gegner in Nazi-N&auml;he<\/strong><br>\nDer baden-w&uuml;rttembergische CDU-Generalsekret&auml;r Thomas Strobl hat mit einem NS-Vergleich &uuml;ber den Schauspieler und &ldquo;Stuttgart 21&rdquo;-Gegner Walter Sittler Emp&ouml;rung ausgel&ouml;st. Am Dienstagabend folgte der R&uuml;ckzieher.<br>\nDer CDU-Politiker hatte die NS-Vergangenheit von Sittlers Vater in einer Ausgabe seines Newsletters &ldquo;Berlin Aktuell&rdquo; vom 29. Oktober mit dem Engagement Sittlers gegen das umstrittene Bahnprojekt &ldquo;Stuttgart 21&rdquo; in Verbindung gebracht. Eine Bildunterschrift unter einem Foto Sittlers lautete: &ldquo;Sein Vater war Nazi-Funktion&auml;r und arbeitete f&uuml;r Reichspropagandaminister Joseph Goebbels: Walter Sittler, Propagandist der S21-Bewegung&rdquo;.<br>\nStrobl r&auml;umte am Dienstag Fehler ein. Er sei &ldquo;in der Hitze des Gefechts&rdquo; mit der Bildunterschrift und dem Hinweis auf die NS-Vergangenheit von Edward Sittler beim Reichspropagandaministerium &ldquo;&uuml;ber das Ziel hinausgeschossen&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/cdu-rueckt-s-21-gegner-in-nazi-naehe\/1972776.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Parteiausschlussverfahren &ndash; Fall Sarrazin: SPD feilt an ihrer Begr&uuml;ndung <\/strong><br>\nIm Verfahren gegen den Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin soll auf den Rassismus-Vorwurf verzichtet werden &ndash; stattdessen hat sich die SPD in ihrer Begr&uuml;ndung auf einen anderen Begriff geeinigt.<br>\nDie SPD wird in ihrem Parteiausschlussverfahren gegen den fr&uuml;heren Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin auf den Vorwurf des Rassismus verzichten. Stattdessen werde man sich in dem Ordnungsverfahren auf die umstrittenen Thesen des langj&auml;hrigen Berliner Finanzsenators zu den Genen von Ausl&auml;ndern konzentrieren und ihm anlasten, mit einer Art &ldquo;Sozial-Darwinismus&rdquo; gegen die Grunds&auml;tze sozialdemokratischer Politik zu versto&szlig;en, verlautete aus Parteikreisen. Die Berliner Sozialdemokraten und die Bundes-SPD h&auml;tten sich auf eine entsprechende gemeinsame Formulierung verst&auml;ndigt. Auf den urspr&uuml;nglich einmal vom Bundesvorsitzenden Sigmar Gabriel erhobenen Vorwurf des Rassismus wurde offenkundig auch deshalb verzichtet, weil ein erstes Ausschlussverfahren gegen Sarrazin in Berlin an eben diesem Vorhalt gescheitert&nbsp;war.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/parteiausschlussverfahren-fall-sarrazin-spd-feilt-an-ihrer-begruendung-1.1018344\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a>\n<p><strong>Dazu:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ein Baby verz&ouml;gert Sarrazins Parteiausschluss<\/strong><br>\nDie unerfreulich lange Trennungsphase ergibt sich zum einen aus den Parteistatuten, die hohe H&uuml;rden vor einem Rausschmiss aufrichten, und zum anderen aus einem ausnahmsweise freudigen Ereignis: SPD-Generalsekret&auml;rin Andrea Nahles, die Verfahrensbevollm&auml;chtigte der Partei, erwartet ein Baby und wird deshalb von Mitte Januar bis Mitte M&auml;rz in Mutterschutz gehen. Einen Stellvertreter gibt es nicht. De facto ruht in dieser Zeit das Verfahren.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/ein-baby-verzoegert-sarrazins-parteiausschluss\/-\/1472596\/4797978\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Arme Hiwis?<\/strong><br>\nEs ist mittlerweile der K&ouml;nigsweg in den wissenschaftlichen Beruf. Eine Stelle als studentische Hilfskraft &ndash; kurz &ldquo;Hiwi&rdquo; &ndash; &ouml;ffnet T&uuml;ren und erm&ouml;glicht den direkten Kontakt zu Dozenten. Eine neue Studie von zwei Freiburger Soziologen spricht aber auch von &ldquo;Lohndumping&rdquo; und &ldquo;Selbstausbeutung&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dlf\/sendungen\/campus\/1309198\/\">DLF<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Jens Wernicke: Auf dem Weg zur kommunalen Schule &ndash; Offene und verdeckte Privatisierung im Bildungssystem<\/strong><br>\n<img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/101103_wernicke_01.png\" alt=\"Anteil der &ouml;fftl. Ausgaben f&uuml;r &ouml;fftl. Bildungsinstitute\"><br>\n<img decoding=\"async\" src=\"\/upload\/bilder\/101103_wernicke_02.png\" alt=\"Beispiel Hochschulfinanzierung\">\n<p>Jens Wernicke, Powerpointpr&auml;sentation eines Vortrags auf der 66. P&auml;dagogishen Woche des GEW-Bezirksverbandes L&uuml;neburg in Cuxhaven am 3.11.2010<br>\nQuelle 1: <a href=\"\/upload\/pdf\/101103_vortrag_paedagogische_woche_final_stand_03112010.pdf\">PDF-Version [3 MB]<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"\/upload\/ppt\/101103_vortrag_paedagogische_woche_final_Stand_03112010.pptx\">Powerpoint-Version [4,9 MB]<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Ausl&auml;ndische Sch&uuml;ler haben im Durchschnitt schlechtere Schulabschl&uuml;sse<\/strong><br>\nAusl&auml;ndische Sch&uuml;ler weisen nach Angaben der Bundesregierung durchschnittlich schlechtere Schulabschl&uuml;sse auf als deutsche und erreichen seltener h&ouml;here Abschl&uuml;sse. Dies geht aus dem als Unterrichtung durch die Bundesregierung (17\/3276) vorgelegten bundesweiten Integrationsprogramm hervor. Danach erreichten 40 Prozent der ausl&auml;ndischen Absolventen 2008 einen Hauptschul- und knapp 33 Prozent einen Realschulabschluss sowie 12 Prozent die Fach-\/Hochschulreife. Dagegen verlie&szlig;en den Angaben zufolge nur 21 Prozent der deutschen Absolventen die Schule mit einem Hauptschulabschluss, aber 32 Prozent mit der Fach\/Hochschulreife.<br>\nAuch verf&uuml;gen laut Unterrichtung nur 1,8 Prozent der Menschen ohne Migrationshintergrund &uuml;ber keinen allgemeinen Schulabschluss, aber 14,2 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund. Dabei seien die geringeren Bildungserfolge von Jugendlichen mit Migrationshintergrund &rdquo;prim&auml;r auf soziale Faktoren und nur sekund&auml;r auf migrationsspezifische Faktoren zur&uuml;ckzuf&uuml;hren&ldquo;, hei&szlig;t es in der Vorlage weiter. Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund lebten &bdquo;&uuml;berproportional h&auml;ufig in Familien in schwierigen sozio&ouml;konomischen Verh&auml;ltnissen, die es Eltern &ndash; unabh&auml;ngig vom Migrationshintergrund &ndash; oft erschweren, ihre Kinder in der Schule zu unterst&uuml;tzen&ldquo;. Das deutsche Bildungssystem tue &bdquo;sich schwer damit, dies auszugleichen&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2010_11\/2010_355\/03.html\">Deutscher Bundestag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Fake: WDRPrint &ndash; Auferstanden von den Quoten<\/strong><br>\nEine Zukunftsausgabe f&uuml;r gutes Programm<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freienseiten.de\/images\/stories\/WDR_Print_2011_11_72dpi.pdf\">freie Seiten [PDF &ndash; 2,6 MB]<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung WL:<\/strong> Viel Spa&szlig; beim Lesen. <\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Rezension: Florence Aubenas, Putze. Mein Leben im Dreck <\/strong><br>\nMit einer erfundenen Geschichte meldet sie sich Anfang 2009, mitten in der Finanzkrise, in Caen arbeitslos: Hausfrau Mitte vierzig, keine Berufsausbildung, verlassen vom Lebensgef&auml;hrten, v&ouml;llig abgebrannt. Von einem Moment auf den anderen wurde sie Teil einer anonymen Masse, die an den R&auml;ndern der Gesellschaft ums &Uuml;berleben k&auml;mpft &ndash; auf den Namen achtet da keiner mehr.<br>\nDas auch hierzulande gebetsm&uuml;hlenartig vorgetragen Diktum, wer wirklich will, findet auch Arbeit, ist schnell widerlegt. Eine Zeitarbeitsfirma nach der anderen weigert sich, auch nur Aubenas&rsquo; Daten aufzunehmen. Als sie die vielbeschworene Eigeninitiative zeigt und in einem Gartencenter vorspricht, erntet sie fassungslose Blicke. Der Zust&auml;ndige ringt um Worte. Warum die ausgeschriebene Stelle nicht f&uuml;r sie in Frage komme? &ldquo;Weil Sie eher Bodensatz sind, Madame.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/putze-mein-leben-im-dreck-sie-sind-bodensatz-madame-1.1018466\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>Interview mit dem Sozialwissenschaftler Werner Seppmann &uuml;ber Realit&auml;t und Potential des sozialen Widerstands in Deutschlands: &ldquo;Unter der Oberfl&auml;che brodelt es&rdquo;<\/strong><br>\nDie Ungleichbehandlung der Menschen durch den Staat nimmt immer drastischere und absurdere Formen an. Dennoch bleibt die Reaktion der unter dieser Entwicklung Darbenden im Vergleich zum Nachbarland Frankreich relativ zahm. In seinem Buch &bdquo;Krise ohne Widerstand?&ldquo; hat sich Werner Seppmann mit den Gr&uuml;nden daf&uuml;r besch&auml;ftigt. Telepolis sprach mit dem Autor.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/bin\/tp\/issue\/r4\/dl-artikel2.cgi?artikelnr=33570&amp;mode=print\">Telepolis<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h21\"><\/a><strong>Herbstproteste 2010: Termine<\/strong><br>\nDer Bundesregierung wollen wir einen hei&szlig;en Herbst bereiten. Hier findest du eine &Uuml;bersicht der wichtigsten Termine.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/die-linke.de\/nc\/politik\/themen\/sparpaket_und_krise\/termine\/%20\">Die Linke<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h22\"><\/a><strong>Aufruf: Verm&ouml;genssteuer jetzt!<\/strong><br>\nEine Steuer von einem Prozent auf das Nettoverm&ouml;gen (nach Abzug von Schulden) oberhalb eines Freibetrags von 500.000 Euro f&uuml;r einen Familienhaushalt w&uuml;rde etwa 20 Milliarden Euro im Jahr einbringen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.vermoegensteuerjetzt.de\/\">vermoegensteuerjetzt<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h23\"><\/a><strong>Zu guter Letzt: Volker Pispers  macht sich Gedanken &uuml;ber den Rechtsstaat<\/strong><br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.wdr.de\/radio\/wdr2\/westzeit\/detail.phtml?id=493439\">WDR2<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: Wahlen in USA; Arbeitsmarktreformen leisteten kaum einen Beitrag; Schuldenfalle trotz Sparzwang; Ackermann warnt G 20 vor strengeren Kapitalregeln; B&uuml;rger sollen f&uuml;r neues &Ouml;kostrom-Netz zahlen; Ein Zahnarzt-Termin? 2011 dann wieder; der &ldquo;freie Markt&rdquo; im Berliner Wasser gespiegelt; Grundst&uuml;cksdeal in Brandenburg; Lobbyaktivit&auml;ten von Koch bis R&ouml;sler; Teure Redner mit Amtsbonus; Aus<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7243\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-7243","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7243","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7243"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7243\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7249,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7243\/revisions\/7249"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7243"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7243"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7243"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}