{"id":72565,"date":"2021-05-19T10:00:01","date_gmt":"2021-05-19T08:00:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72565"},"modified":"2021-05-19T16:43:06","modified_gmt":"2021-05-19T14:43:06","slug":"schweden-am-ende-der-dritten-corona-welle-eine-zwischenbilanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72565","title":{"rendered":"Schweden am Ende der dritten Corona-Welle \u2013 eine Zwischenbilanz"},"content":{"rendered":"<p>Die dritte Welle ist gebrochen. Nicht nur in Deutschland, auch in Schweden. Der Fr&uuml;hling kommt langsam auch im hohen Norden an und ein saisonaler Effekt wird ja kaum noch bestritten und so gaben die schwedischen Gesundheitsbeh&ouml;rden nun, nach zweimaliger Verschiebung, auch die Lockerungspl&auml;ne ab Juni bekannt. Zeit f&uuml;r eine ausf&uuml;hrliche Bilanz, denn fatale Auswirkungen dieser dritten Welle gibt es in Schweden nicht. Diese hohe Fall-Welle wird weder als Corona-Todeswelle noch in der aktuellen Gesamtsterblichkeit Schwedens abgebildet, was die Untauglichkeit der Inzidenz als alleiniges Ma&szlig; f&uuml;r Ma&szlig;nahmen einmal &ouml;fter unter Beweis stellt. Und noch viel interessanter: Trotz &bdquo;Rekordfallzahlen&ldquo; und damit Inzidenz sind im Jahr 2021 bisher bev&ouml;lkerungsbereinigt sechs Prozent weniger Schweden gestorben, als statistisch zu erwarten gewesen w&auml;re. Demgegen&uuml;ber wurden aber 5621 neue &bdquo;Corona-Tote&ldquo; seit Neujahr gez&auml;hlt. Von <b>Henning Rosenbusch<\/b>.<br>\n<!--more--><br>\nDabei bleiben die Unterschiede zwischen Schweden und Deutschland im Umgang mit der Corona-Pandemie bestehen. Nicht nur in Sachen Ma&szlig;nahmen, denn trotz der erneuten Verabschiedung eines Pandemiegesetzes (es gab ein &auml;hnliches Gesetz f&uuml;r Stockholm w&auml;hrend der ersten Welle, das ebenfalls nicht f&uuml;r h&auml;rtere Ma&szlig;nahmen genutzt wurde) zu Beginn des Jahres 2021 gibt und gab es (wieder) weder einen Lockdown, noch Maskenpflicht, noch komplette Schulschlie&szlig;ungen: &bdquo;Wir glauben, wir erreichen mit Freiwilligkeit genauso viel, wie andere L&auml;nder mit Restriktionen&ldquo;, wiederholte Staatsepidemiologe Anders Tegnell erst k&uuml;rzlich wieder sein Mantra seit Beginn der Pandemie. Und die Zahlen, zumindest diejenigen abseits der Inzidenzen und Neuinfektionen, geben ihm immer mehr recht.<\/p><p><b>Die Freiheitsbewegung &bdquo;Frihetsrorelsen&ldquo;<\/b><\/p><p>Darum soll es hier auch ausf&uuml;hrlich gehen, aber dazu sp&auml;ter, bleiben wir zuerst bei Unterschieden: Es formiert sich in Schweden langsam, aber stetig auch eine neue Opposition, sowohl gegen die bestehenden Ma&szlig;nahmen und Empfehlungen als auch gegen die Massenimpfung. Aber diese Kritiker kommen &ndash; wie zuvor auch schon die der anderen Seite, die sch&auml;rfere Ma&szlig;nahmen einfordern &ndash; relativ ungehindert und oft auch ohne moderierte Abwertungen zu Wort. Selbst mit Filip Sj&ouml;str&ouml;m, der als Anf&uuml;hrer der <a href=\"https:\/\/linktr.ee\/Frihetsrorelsen\">&bdquo; Frihetsrorelsen (Freiheitsbewegung) &ndash; f&uuml;r Freiheit und Wahrheit<\/a>&ldquo; gilt, werden regelm&auml;&szlig;ig in unterschiedlichen Medien Wortlautinterviews gef&uuml;hrt, wobei er selten als &bdquo;Foliehatt&ldquo; (Aluhut) vorgestellt wird. Und auch Demonstrationen finden statt, obwohl sie verboten sind, worauf Sj&ouml;str&ouml;m bei entsprechenden Anmeldungen auch immer wieder hingewiesen wird. Im &ouml;ffentlichen Raum, also auch an der frischen Luft, d&uuml;rfen sich seit Oktober und weiterhin nicht mehr als acht Personen treffen. Darauf angesprochen antwortete Anders Tegnell f&uuml;r die Gesundheitsbeh&ouml;rden: &bdquo;Da m&uuml;ssen Sie die Regierung fragen, diese Einschr&auml;nkung kommt nicht von uns.&ldquo;<\/p><p>Sj&ouml;str&ouml;m lie&szlig; es bisher darauf ankommen, obwohl ihm mehrfach Strafen im vierstelligen Euro-Bereich angedroht wurden. Zuletzt waren am 1. Mai je nach Sch&auml;tzung zwischen 1000 und mehr als 2000 Menschen in Stockholm auf der Stra&szlig;e. Die Polizei versuchte die Versammlung schnell aufzul&ouml;sen, aber von entsprechenden Durchsagen lie&szlig;en sich die Protestierenden nicht abhalten. Einzelne Teilnehmer wurden daraufhin abgef&uuml;hrt, zu Gewalt kam es jedoch nicht. Kein Pfefferspray, keine Wasserwerfer. Solche Bilder gegen eine friedliche Protestbewegung will man in Schweden ganz offensichtlich nicht produzieren. Auf die Frage von Medien und Beh&ouml;rden, ob er Zusammenst&ouml;&szlig;e mit der Polizei verantworten k&ouml;nne, antwortet Sj&ouml;str&ouml;m immer gleich: &bdquo;Meine Linie gegen&uuml;ber der Polizei ist klar: Nach dem Polizeigesetz soll der Aufwand der Polizei in einem angemessenen Verh&auml;ltnis zum Nutzen stehen. Ein Eingriff, der keinen gesellschaftlichen Nutzen schafft, sollte einfach vermieden werden.&ldquo; Vielleicht auch, weil Sj&ouml;str&ouml;m gute Argumente auf seiner Seite hat, was die Corona-Bilanz Schwedens mit seinem auf Freiheit und Eigenverantwortung basierenden Weg angeht.<\/p><p>&bdquo;<b>Corona-Zahlen&ldquo; nur, wenn sie ins Narrativ passen<\/b><\/p><p>Und damit kommen wir zu den &bdquo;Corona-Zahlen&ldquo;, aber nicht wie die <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/schweden-corona-lockdown-101.html\">Tagesschau am 5. Mai<\/a>, die sich ganz &auml;hnlich wie in der Berichterstattung &uuml;ber Deutschland momentan auf zwei Zahlen beschr&auml;nkt: die kumulierten Toten seit &uuml;ber einem Jahr als absolute Zahl (14000), ohne in ein Verh&auml;ltnis, beispielsweise zur Bev&ouml;lkerung, gesetzt zu werden, und nat&uuml;rlich die Inzidenz, die in Schweden seit 2. November &uuml;ber den kompletten Winter hinweg <a href=\"https:\/\/ourworldindata.org\/explorers\/coronavirus-data-explorer?zoomToSelection=true&amp;time=2020-06-30..latest&amp;pickerSort=desc&amp;pickerMetric=total_cases&amp;Metric=Confirmed+cases&amp;Interval=7-day+rolling+average&amp;Relative+to+Population=true&amp;Align+outbreaks=false&amp;country=DEU~SWE\">doppelt bis dreifach<\/a> so hoch war wie in Deutschland. Bis dahin waren die beiden L&auml;nder, was Fallzahlen angeht, in etwa auf einem Niveau. Die Entwicklung der Corona-Toten im Vergleich zu Deutschland wird ebenso wenig thematisiert wie ein Blick auf die Gesamtsterblichkeit der beiden L&auml;nder. In diesem Zusammenhang sei ein wichtiges Zitat eines Gesundheitswissenschaftlers, von Martin Sprenger, Autor und Mediziner an der Medizinischen Universit&auml;t Graz mit den Schwerpunkten Public Health, Prim&auml;rversorgung und Pr&auml;vention bei <a href=\"https:\/\/www.servustv.com\/ein-jahr-corona-keine-alternativen-zum-aktuellen-weg\/\">Talk im Hangar 7 (Servus TV) &uuml;ber Alternativen zum Lockdown<\/a> wiederholt: &bdquo;Die &Uuml;bersterblichkeit ist der h&auml;rteste Parameter, den wir haben, weil man eben nicht mehr dar&uuml;ber diskutieren muss, ob mit oder an Covid-19 verstorben.&ldquo; Und die &Uuml;bersterblichkeit, oder auch Untersterblichkeit, die gab es 2020 offensichtlich <a href=\"https:\/\/www.cebm.net\/covid-19\/excess-mortality-across-countries-in-2020\/\">beispielsweise in L&auml;ndern wie Finnland oder D&auml;nemark<\/a>, wird auch in Zukunft vielleicht der wichtigste Parameter bleiben, denn sie bezieht die gesundheitlichen, oft aber langfristigen Nebenwirkungen und Kollateralsch&auml;den von Lockdown, Ausgangssperren und Schulschlie&szlig;ungen ein.<\/p><p><b>Doppelt und dreifach so hohe Testzahlen wie Deutschland<\/b><\/p><p>Da Schweden sich an die weltweiten WHO-Vorgaben h&auml;lt, wird jeder, der 28 Tage vor seinem Tod positiv auf Corona getestet wird, als Corona-Toter gez&auml;hlt und nat&uuml;rlich wird auch in Schweden jeder Krankenhauspatient (mehrfach) getestet. Deshalb macht es immer Sinn, auch einen Blick auf die Testzahlen zu werfen, denn am positiven Test h&auml;ngt auch in Schweden sowohl die Einsch&auml;tzung der Gefahrenlage als auch alle weiteren Zahlen wie Krankenhauseinweisungen mit positivem Test, Intensivbelegung mit positivem Test und auch Tote mit positivem Test: Zum gleichen Zeitpunkt, am 2. November, als sich die Fallzahlen\/Einwohner in Schweden vom deutschen Niveau entkoppelten, verdoppelten die Skandinavier auch ihre Tests\/Einwohner im Vergleich zu Deutschland. Fortan und bis heute verlaufen die Kurven sowohl der Tests als auch der F&auml;lle auff&auml;llig parallel, wobei <a href=\"https:\/\/ourworldindata.org\/explorers\/coronavirus-data-explorer?zoomToSelection=true&amp;pickerSort=desc&amp;pickerMetric=total_cases&amp;Metric=Tests&amp;Interval=7-day+rolling+average&amp;Relative+to+Population=true&amp;Align+outbreaks=false&amp;country=DEU~SWE\">Schweden fast durchweg mindestens doppelt so viel testete, zuletzt wieder mit zunehmendem Abstand zu Deutschland.<\/a> Eine diesbez&uuml;gliche Einordnung der vergleichsweise hohen Inzidenzen, die bei der Berichterstattung etablierter deutscher Medien nicht stattfindet, da wird dann nur getitelt <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2021\/04\/15\/vermeiden-sie-soziale-kontakte-schweden-besorgt-uber-rekordinzidenz\">&bdquo;Schweden besorgt &uuml;ber Rekordinzidenz&ldquo; und &bdquo;trauriger Rekord in Europa&ldquo;<\/a>.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/210519_swebilanz_03.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/210519_swebilanz_03.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Immerhin eine wichtige Tatsache &ndash; und das ist, siehe zuvor Tagesschau, keine Selbstverst&auml;ndlichkeit &ndash; wird im Nebensatz genannt: &bdquo;Tats&auml;chlich bleibt die Zahl der Todesf&auml;lle relativ niedrig. Dies ist den Beh&ouml;rden zufolge auch der Impfung der besonders gef&auml;hrdeten Bev&ouml;lkerungsgruppen zu verdanken.&ldquo; Moment! Bedeutet dies nicht, dass die zuvor genannte und als Katastrophe beschriebene Rekordinzidenz Schwedens sp&auml;testens w&auml;hrend der dritten Welle nicht mehr mit den fatalen, den schlimmsten Auswirkungen einer Pandemie, den Todesf&auml;llen korreliert? Schon w&auml;hrend der zweiten Welle ab November hatten die Schweden trotz doppelt so hoher Inzidenzen leicht weniger Corona-Tote im Verh&auml;ltnis zur Einwohnerzahl zu beklagen als Deutschland. Alleine diese Tatsache stellt die Inzidenz als ma&szlig;gebliche Zahl f&uuml;r die Schwere von Lockdowns und Ma&szlig;nahmen doch sehr in Frage. Schweden liegt mit seiner Strategie &bdquo;Risikogruppen zuerst&ldquo; im &Uuml;brigen in Sachen Impfquote <a href=\"https:\/\/ourworldindata.org\/explorers\/coronavirus-data-explorer?zoomToSelection=true&amp;pickerSort=desc&amp;pickerMetric=total_cases&amp;Metric=Vaccine+doses&amp;Interval=Cumulative&amp;Relative+to+Population=true&amp;Align+outbreaks=false&amp;country=DEU~SWE\">knapp hinter Deutschland<\/a>.<\/p><p>Dabei bleiben Betrachtungen der Gesamtsterblichkeit, gerne auch &uuml;ber verschiedene Zeitr&auml;ume, doch eher eine Seltenheit und dabei sollte das doch, gerade wenn es um L&auml;nder wie Schweden geht, interessant sein, weil mehr Freiheit, Freiwilligkeit und Eigenverantwortung, also offene Schulen und Gesch&auml;fte, <a href=\"https:\/\/collateralglobal.org\/\">erhebliche Kollateralsch&auml;den an Demokratie, Gesellschaft, Wirtschaft und nicht zuletzt auch psychischer und physischer Gesundheit<\/a> ersparen. Kinder stehen dabei weiterhin im Zentrum der Debatte in Schweden (neu dazu kam in den letzten Tagen die Impffrage) und das Vermeiden von Schulschlie&szlig;ungen wird von den Gesundheitsbeh&ouml;rden Schwedens vehement verteidigt.<\/p><p>Vor dem Jahreswechsel wurden die Regeln zwar etwas versch&auml;rft, doch Staatsepidemiologe Anders Tegnell setzt weiterhin vor allem auf (oftmals auch lokal beschr&auml;nkte) Empfehlungen, etwa was das Tragen von Masken betrifft. Caf&eacute;s und Lokale, Friseure, Einkaufszentren und Fitnessstudios sind in Schweden mit wenigen Einschr&auml;nkungen weiterhin ge&ouml;ffnet, auch Kinderg&auml;rten, und in Schulen bis zur neunten bzw. zehnten Klasse wird fast durchweg vor Ort unterrichtet.<\/p><p><b>Die Gesundheitsfolgenabsch&auml;tzung<\/b><\/p><p>Grund daf&uuml;r ist der von Beginn an &bdquo;ganzheitliche&ldquo; Ansatz der schwedischen Gesundheitspolitik: Der Schutz vor Krankheiten wird immer auch im Zusammenspiel mit anderen Risiken f&uuml;r die Gesundheit bedacht. So betonte Chefvirologe Tegnell wiederholt, dass ein Lockdown gro&szlig;e psychologische Sch&auml;den anrichten k&ouml;nne, die etwa zu Alkoholmissbrauch oder Depressionen f&uuml;hren. Des Weiteren h&auml;tten die Kinder ein Recht auf Bildung. Auch der Chef der schwedischen Gesundheitsbeh&ouml;rden, Johan Carlson, unterst&uuml;tzte Tegnell immer wieder mit diesen Argumenten. Was in Schweden stattfand und weiterhin stattfindet, nennen Gesundheitswissenschaftler wie Sprenger &bdquo;Gesundheitsfolgenabsch&auml;tzung&ldquo; und er wunderte sich schon als Mitglied (er trat sp&auml;ter aus eigenem Antrieb zur&uuml;ck) der &ouml;sterreichischen Coronavirus-Taskforce, warum diese nicht gar fortlaufend stattfindet:<a href=\"https:\/\/www.sozialministerium.at\/Themen\/Gesundheit\/Gesundheitsfoerderung\/Gesundheitsfolgenabsch%C3%A4tzung.html\"> &bdquo;Die Gesundheitsfolgenabsch&auml;tzung erkennt fr&uuml;hzeitig positive und negative gesundheitliche Auswirkungen von Projekten und politischen Ma&szlig;nahmen.&ldquo;<\/a> International oder bei der <a href=\"#tab=tab_1\">WHO<\/a> ist die Gesundheitsfolgenabsch&auml;tzung als &bdquo;Health Impact Assessment&rdquo; bekannt. Man k&ouml;nnte es auch G&uuml;terabw&auml;gung oder Risiko-Nutzen-Rechnung nennen. Wir erinnern uns, Stephan Kohn (SPD) soll so etwas im Fr&uuml;hjahr 2020 versucht haben. Der Cicero <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/innenpolitik\/Innenministerium-papier-referatsleiter-stephan-kohn-kritik-zahlen-tote-kollateralschaeden\/plus\">schrieb im Mai 2020<\/a> in einem Interview mit Matthias Schrappe (ehem. stellvertretender Vorsitzender des Sachverst&auml;ndigenrats zur Begutachtung im Gesundheitswesen): &bdquo;Der Referent im Innenministerium wirft der Regierung vor, der Lockdown sei ein Fehlalarm gewesen. Die Kollateralsch&auml;den seien gr&ouml;&szlig;er als der Nutzen. Der Mann wurde beurlaubt. Doch renommierte Wissenschaftler geben ihm in einigen Punkten Recht.&ldquo;<\/p><p>Und somit kommen wir zum &bdquo;h&auml;rtesten Parameter, den wir haben&ldquo; (Sprenger), zur &Uuml;bersterblichkeit oder Gesamtsterblichkeit w&auml;hrend der Pandemie, die eben jeden Todesfall erfasst, auch durch gesundheitliche Kollateralsch&auml;den von Ma&szlig;nahmen &ndash; und wer will hier schon Unterschiede machen? In einem <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=70449\">fr&uuml;heren Artikel<\/a> haben wir die von verschiedenen Universit&auml;ten berechnete Gesamtsterblichkeit f&uuml;r das Jahr 2020 betrachtet, wobei Schweden, ganz gleich welche Quelle, immer im hinteren Drittel der EU landete, was die &Uuml;bersterblichkeit betrifft. Dabei ist der Vergleichszeitraum wohl der wichtigste Faktor: Im vergangenen Jahr hatte Schweden um diese Zeit im April und Mai aufgrund mit oder an Corona Verstorbener eine hohe &Uuml;bersterblichkeit vorzuweisen und sp&auml;ter dann im Sommer Untersterblichkeit, aber beispielsweise im vorletzten Jahr, 2019, gab es insgesamt eine Rekorduntersterblichkeit in Schweden. Der Durchschnitt der Jahre 2015-2019 unter Einbezug des Bev&ouml;lkerungswachstums hat sich bei den meisten Medizinstatistikern durchgesetzt.<\/p><p>Und hier sind die so berechneten schwedischen Zahlen f&uuml;r 2021:<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/210519_swebilanz_01.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/210519_swebilanz_01.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/210519_swebilanz_02.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/210519_swebilanz_02.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Januar: +10%; Februar: -8 Prozent; M&auml;rz 2021: -13 Prozent; April 2021: -13 Prozent. Insgesamt ergibt das nach den Zahlen der schwedischen Statistikbeh&ouml;rde SCB eine Untersterblichkeit f&uuml;r die ersten vier Monate des Jahres 2021 von sechs Prozent im Vergleich mit dem Zeitraum von 2016-19, wobei hier dann die zahlreichen Corona-Toten aus dem Januar, der ja noch zur zweiten Welle gez&auml;hlt wird, miteinberechnet sind. W&auml;hrend der sogenannten dritten Welle weist Schweden aber aktuell weiterhin eine signifikante Untersterblichkeit aus. Das relativiert die zuletzt &bdquo;katastrophale Rekordinzidenz&ldquo; Schwedens doch stark. Die offiziellen Gesamt-Todeszahlen sind eher erfreulich niedrig.<\/p><p>Und selbst der Einwand &bdquo;Longcovid&ldquo; l&auml;sst sich mit schwedischen Zahlen zum ausbezahlten Krankengeld entkr&auml;ften, laut Inzidenz und PCR-Tests war der Erreger in Schweden ja weit verbreitet: <a href=\"https:\/\/www.forsakringskassan.se\/omfk\/vart_uppdrag\/vagen_till_9_0\">&bdquo;Die Anzahl der Krankheitsausf&auml;lle ist gestiegen, aber die meisten Krankheitszeitr&auml;ume waren kurz, was trotz der anhaltenden Pandemie zu einer niedrigeren Krankengeldquote f&uuml;hrte. Die Krankengeldquote sinkt seit Juli 2020 langsamer, ist aber in den letzten drei Monaten im Wesentlichen unver&auml;ndert.&ldquo;<\/a> Und weiter hei&szlig;t es da: &bdquo;Seit M&auml;rz 2020 h&auml;lt die Corona-Pandemie im Lande an. Nach einem dreimonatigen Anstieg, als die Pandemie Schweden erreichte, begann der Krankenstand im Juli wieder zu sinken und ging seitdem langsam weiter zur&uuml;ck.&ldquo; Der hauseigenen Grafik der schwedischen Sozialversicherungsbeh&ouml;rde &bdquo;F&ouml;rs&auml;kringskassan&ldquo; zufolge hatte die Pandemie jedenfalls kaum Auswirkungen auf die Entwicklung der Krankheitstage insgesamt.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/210519_swebilanz_04.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/210519_swebilanz_04.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p><i>Krankheitstage pro Mitarbeiter und Jahr im Schnitt. Quelle: Schwedische Sozialversicherungsbeh&ouml;rde<\/i><\/p><p>Tegnell, der selbst kaum bis gar nicht mit diesen Zahlen und Betrachtungen hausieren geht, warnte vor der dritten Welle und behielt recht, was die Inzidenz betrifft. Auf den Intensivstationen kamen dabei jedoch selbst in Stockholm, wo es zuletzt wieder brenzlig geworden sein soll, beim Vergleich der zweiten und dritten zur ersten Welle im Fr&uuml;hjahr 2020 ein Drittel weniger F&auml;lle an und in der Gesamtsterblichkeit werden die Corona-Toten momentan gar nicht abgebildet. <\/p><p>Weil sowohl Intensiveinweisungen als auch Inzidenz in den letzten drei Wochen stabil fallen, wurden nun auch, nach zweimaliger Verschiebung, die ersten &Ouml;ffnungsschritte verk&uuml;ndet: Ab Juni d&uuml;rfen Restaurants und Bars wieder bis 22.30 Uhr statt bis 20 Uhr &ouml;ffnen und auch Alkohol ausschenken. Die Einschr&auml;nkung der Versammlungsfreiheit und &uuml;berhaupt alle Ma&szlig;nahmen k&ouml;nnen, so empfehlen es die Gesundheitsbeh&ouml;rden um Tegnell und Carlson, aufgehoben werden, wenn beispielsweise in ganz Schweden unter 100 positiv getestete Patienten in Krankenh&auml;usern liegen, unter 25 auf Intensivstationen, mindestens 70 Prozent der Erwachsenen (!) die erste Impfdosis erhalten haben und die 14(!)-Tages-Inzidenz unter 50 liegt. Nachdem auch die schwedische Impfkampagne nicht wie zuerst erhofft vorankommt, d&uuml;rften diese Ziele alleine deshalb fr&uuml;hestens im Sp&auml;tsommer erreichbar sein. Wenn &uuml;berhaupt. Denn Schweden testet weiterhin sehr viel, findet dabei aber immer weniger Menschen, deren positiver Test letztlich schwere gesundheitliche oder gar fatale Auswirkungen f&uuml;r sie hat.<\/p><p>Wenn in einem Land wie Schweden, das ja aufgrund seines Sonderweges beachtenswert sein muss, w&auml;hrend einer Pandemie &uuml;ber vier Monate seit Januar sechs Prozent weniger Menschen starben, als statistisch zu erwarten gewesen w&auml;re. Wenn es in einem solchen Land ohne Lockdown, ohne komplette Schulschlie&szlig;ungen und ohne Maskenpflicht im gesamten Zeitraum der Pandemie von &uuml;ber einem Jahr mittlerweile weniger Corona-Tote pro Einwohner als im Schnitt aller EU-L&auml;nder gibt. Dann ist es mindestens irref&uuml;hrend, dies weiterhin als &bdquo;Versagen&ldquo; oder &bdquo;Katastrophe&ldquo; zu verkaufen. <\/p><p>Sebastian Rushworth, der Arzt aus einer Notaufnahme in Stockholm, der hier auf den NachDenkSeiten schon mehrfach zu Wort kam und k&uuml;rzlich sein in Schweden in Rezensionen &uuml;berwiegend (hoch-) gelobtes <a href=\"https:\/\/sebastianrushworth.com\/2021\/03\/11\/covid-why-most-of-what-you-know-is-wrong\/\">Buch<\/a> (Amazon hatte sich zuerst geweigert, das Buch zu vertreiben, verkauft es nun aber doch: mehr im Link) zur Pandemie ver&ouml;ffentlichte, kommt auch immer mehr in schwedischen Gastbeitr&auml;gen, wie zuletzt zusammen mit 28 weiteren praktizierenden &Auml;rzten im <a href=\"https:\/\/www.gp.se\/debatt\/vaccinera-endast-riskgrupper-inte-unga-och-friska-1.45879543\">G&ouml;teborgs-Posten<\/a> gegen weitere Ma&szlig;nahmen oder gar Lockdowns und f&uuml;r einen vorsichtigen Umgang mit den neuartigen Impfungen, zu Wort. Sowohl im Buch als auch immer wieder zuletzt in Interviews fordert Rushworth f&uuml;r jede Ma&szlig;nahme eine &bdquo;Kosten-Nutzen-Rechnung&ldquo;, eine Gesundheitsfolgenabsch&auml;tzung. Er sagt zur Auslastung der Krankenh&auml;user im vergangenen Winter in Stockholm S&auml;tze, die man zuletzt immer wieder auch in Deutschland vernommen hat: <\/p><blockquote><p>&bdquo;Die schwedischen Intensiv- oder auch Beatmungskapazit&auml;ten haben aufgrund von Einsparungen in den vergangenen Jahrzehnten stark abgenommen. Die Intensivstationen sind heutzutage immer nahezu voll, das ist der Normalzustand w&auml;hrend der Saison.&ldquo;<\/p><\/blockquote><p>Filip Sj&ouml;str&ouml;m, der ungekr&ouml;nte Anf&uuml;hrer der Freiheitsbewegung, kennt die Argumente der kritischen schwedischen &Auml;rzte nur zu gut. Auch das Buch <a href=\"https:\/\/www.albertbonniersforlag.se\/bocker\/278063\/flocken\/\">&bdquo;Flocken&ldquo;<\/a> vom bekannten schwedischen Journalisten Johan Anderberg gibt der Protestbewegung mit seiner guten Bilanz des schwedischen Sonderweges Auftrieb. So hat die &bdquo;Frihetsrorelsen&ldquo; ganz selbstbewusst schon die n&auml;chsten Demonstrationen &bdquo;f&uuml;r Freiheit und Wahrheit&ldquo; f&uuml;r den 6. Juni angek&uuml;ndigt.<\/p><p>Titelbild: &copy; Henning Rosenbusch<\/p><p><b>Anhang I:<\/b><br>\n<b>Exkurs: Ein weiterer Sonderweg &ndash; der Umgang mit dem PCR-Test in Schweden<\/b><\/p><p>Auf der Webseite von Folkh&auml;lsomyndigheten, der schwedischen Gesundheitsbeh&ouml;rde, findet sich eine sehr interessante Anleitung, wie mit einem positiven PCR-Test umzugehen ist: Die Tests k&ouml;nnten nicht verwendet werden, um festzustellen, ob jemand infekti&ouml;s ist, daher gibt es auch keine strikte Quarant&auml;neverordnung: &bdquo;Die Gesundheitsbeh&ouml;rde hat nationale Kriterien zur Beurteilung der Infektionsfreiheit bei Covid-19 entwickelt.<\/p><p>Die PCR-Technologie, die in Tests zum Nachweis von Viren verwendet wird, kann nicht zwischen Viren unterscheiden, die in der Lage sind, Zellen zu infizieren, und Viren, die vom Immunsystem unsch&auml;dlich gemacht wurden, und daher k&ouml;nnen diese Tests nicht verwendet werden, um festzustellen, ob jemand infekti&ouml;s ist oder nicht.<\/p><p>RNA von Viren kann oft noch Wochen (manchmal Monate) nach der Infektion nachgewiesen werden, das bedeutet aber nicht, dass eine Person noch infekti&ouml;s ist. Es gibt auch mehrere wissenschaftliche Studien, die darauf hindeuten, dass die Infektiosit&auml;t von Covid-19 zu Beginn der Krankheitsperiode am h&ouml;chsten ist.<\/p><p>Die empfohlenen Kriterien f&uuml;r die Beurteilung der Infektionsfreiheit basieren daher auf einer stabilen klinischen Verbesserung mit Fieberfreiheit f&uuml;r mindestens zwei Tage und mindestens sieben Tage seit Beginn der Symptome. Bei ausgepr&auml;gteren Symptomen mindestens 14 Tage seit Krankheitsbeginn und bei den kr&auml;nksten Personen eine individuelle Beurteilung durch den behandelnden Arzt. Die Kriterien wurden in Zusammenarbeit mit Vertretern der Fachgesellschaften f&uuml;r Infektionskrankheiten, klinische Mikrobiologie, Hygiene und Infektionskontrolle entwickelt. Sie wurden von der Gruppe zuletzt in ihrer Sitzung am 19. April 2021 im Hinblick auf die neuen Virusvarianten diskutiert. Die Einsch&auml;tzung war dann, dass keine Aktualisierung erforderlich ist. Die Empfehlungen werden aktualisiert, sobald neue Erkenntnisse &uuml;ber die Infektiosit&auml;t von Covid-19 verf&uuml;gbar sind.&ldquo;<\/p><p><b>Anhang II<\/b><br>\n<b>Exkurs: Zur Vergleichbarkeit Schwedens mit den Nachbarn oder Deutschland<\/b><\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/210519_swebilanz_05.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/210519_swebilanz_05.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/210519_swebilanz_06.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/210519_swebilanz_06.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Als deutsches Bundesland im hohen Norden mit durchaus vergleichbarer eher mitteleurop&auml;ischer Bev&ouml;lkerungsstruktur in Sachen Urbanisierungsgrad und bev&ouml;lkerungsbezogene Dichte w&uuml;rde sich Schweden relativ unauff&auml;llig im L&auml;ndervergleich der Corona-Toten einreihen. Sachsen (2277 Corona-Tote\/1 Millionen Einwohner), Th&uuml;ringen (1857), Brandenburg (1440) und zuletzt auch Sachsen-Anhalt (1438) sind l&auml;ngst an Schweden (1385, Zahlen vom 10.Mai) vorbeigezogen. Der gerne vorgebrachte Vergleich Schwedens mit seinen skandinavischen Nachbarn alleine kann der Sache, wie auch Tegnell schon mehrfach dargelegt hat, aus mehreren Gr&uuml;nden nicht gerecht werden:<\/p><ol>\n<li>Schweden hat im Vergleich zu den Nachbarn mit Malm&ouml;, G&ouml;teborg und Stockholm gleich mehrere Metropolregionen, wo die Menschen auch enger zusammenleben, siehe u.a. Grafik &bdquo;population weighted density&ldquo;.<\/li>\n<li>Schweden (16,8 Prozent) hat eine &auml;hnliche Einwandererquote wie Deutschland (14,9) und nach 2015 sogar mehr Fl&uuml;chtlinge pro Million Einwohner aufgenommen. Und die Coronakrise hat gerade nicht-westliche Einwanderer viel st&auml;rker getroffen als in Schweden geborene Personen oder Europ&auml;er, nicht <a href=\"https:\/\/www.luzernerzeitung.ch\/international\/ubersterblichkeit-von-200-prozent-in-schweden-trifft-corona-einwanderer-viel-harter-als-einheimische-ld.1234275\">zuletzt eine Studie der Uni G&ouml;teborg hat dies herausgefunden: auch Tegnell gab sich im letzten Jahr &uuml;berrascht davon, dass sich das Virus in &auml;rmeren Vororten,<\/a> wo manchmal mehrere Familien und Generationen auf wenigen Quadratmetern zusammenleben, viel schneller verbreitete. Die skandinavischen Nachbarn haben niedrigere Anteile dieser besonderen Risikogruppe oder es handelt sich wie im Falle Norwegens um mehrheitlich europ&auml;ische Einwanderer. Und das hat durchaus Relevanz: Im Rahmen von <a href=\"https:\/\/cordis.europa.eu\/article\/id\/25439-more-than-half-of-eu-over60s-are-deficient-in-vitamin-d\/de\">Forschungen<\/a> hat sich gezeigt, dass &ndash; in Europa &ndash; vor allem &auml;ltere Menschen und Einwanderer mit dunkleren Hauttypen besonders h&auml;ufig einen Mangel an Vitamin D aufweisen. <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/wissen\/vitamin-d-mangel-corona-verlauf-infektion-covid-19-coronavirus-folgen-90096863.html\">Diverse Studien<\/a> sprechen von enormen Auswirkungen auf den Verlauf einer Covid-19-Erkrankung, sobald zu wenig Vitamin D im Organismus vorhanden ist. So auch eine Studie der Universit&auml;t Cantabria aus Santander (Spanien). Das Forschungsteam um Studienleiter Jos&eacute; L. Hernandez wies in einer Klinik nach, dass 80 Prozent aller behandelten Covid-19-Patienten einen Vitamin-D-Mangel hatten.\n<p>Der offensichtlich hohe Anteil nicht-europ&auml;ischer Einwanderer auf den Intensivstationen Schwedens, aber auch Deutschlands ist ein politisches Minenfeld, denn obwohl Staatsepidemiologe Tegnell ja Selbstkritik &uuml;bte, wurde ihm in den Mund gelegt, er h&auml;tte Einwanderer f&uuml;r die Ausbreitung des Virus beschuldigt. Dabei zeigt sich, dass es in Sachen Covid-19 auch in Deutschland zumindest <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/panorama\/corona-intensivstation-patienten-migrationshintergrund-100.html\">einen Armutseffekt<\/a> gibt. Und schon sind wir auch bei weiteren Risikofaktoren f&uuml;r schwere Covid-19-Verl&auml;ufe: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/gesellschaft\/gesundheit\/uebergewicht-armut-macht-dick-unbeweglich-und-abhaengig-1516070.html\">&ldquo;Armut macht dick, unbeweglich und abh&auml;ngig&rdquo;<\/a> (FAZ)&ldquo;. Bewegungsarmut gilt sogar als <a href=\"https:\/\/www.t-online.de\/gesundheit\/krankheiten-symptome\/id_89842186\/corona-studie-bewegungsarmut-erhoeht-risiko-fuer-schwere-covid-19-verlaeufe.html\">h&ouml;heres Risiko f&uuml;r Covid-19<\/a> als Fettleibigkeit, Bluthochdruck oder Rauchen. Und so spielen hier mehrere Faktoren ineinander.<\/p><\/li>\n<li>Schweden oder hier vor allem Stockholm hatte zu Beginn der Pandemie einen entscheidenden Nachteil zu verkraften: Ischgl gilt bis heute als der Ort, von wo aus sich das Coronavirus in Europa im M&auml;rz 2020 verbreitete, und genau in dieser Woche nutzten viele Familien die Winterferien in Stockholm l&auml;n f&uuml;r einen Flug in die Alpen. Die schwedische Hauptstadt entwickelte sich in den folgenden Wochen zum Zentrum des Corona-Sturms und in den vor allem in Sachen Fachpersonal schlecht ausgestatteten Pflegeheimen starben viele Menschen. Die skandinavischen Nachbarn hatten zu diesem Zeitpunkt keine Ferien. Und nein: &bdquo;Auch w&auml;hrend der Coronapandemie wurde &auml;lteren Menschen in Schweden die Intensivpflege nicht verweigert &ndash; wie beispielsweise an <a href=\"https:\/\/taz.de\/Richtigstellung\/!5678480\/\">dieser<\/a> Stelle irrt&uuml;mlich dargestellt.&ldquo;<\/li>\n<li>Im Vergleich zu seinen Nachbarn blieb Schweden 2019 mit Rekorduntersterblichkeit von einer Grippewelle komplett verschont, was sich in Folgejahren oft ausgleicht. Der &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.aier.org\/article\/swedens-high-covid-death-rates-among-the-nordics-dry-tinder-and-other-important-factors\/\">Dry Tinder-Effekt<\/a>&ldquo;<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die dritte Welle ist gebrochen. Nicht nur in Deutschland, auch in Schweden. Der Fr&uuml;hling kommt langsam auch im hohen Norden an und ein saisonaler Effekt wird ja kaum noch bestritten und so gaben die schwedischen Gesundheitsbeh&ouml;rden nun, nach zweimaliger Verschiebung, auch die Lockerungspl&auml;ne ab Juni bekannt. Zeit f&uuml;r eine ausf&uuml;hrliche Bilanz, denn fatale Auswirkungen dieser<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72565\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":72566,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[149,20],"tags":[282,1112,2857,1163,2453,1398,2997,2834,3050],"class_list":["post-72565","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gesundheitspolitik","category-landerberichte","tag-buergerproteste","tag-buergerrechte","tag-lockdown","tag-meinungspluralismus","tag-mortalitaet","tag-schweden","tag-tegnell-anders","tag-virenerkrankung","tag-virentest"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/210519_titel.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/72565","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=72565"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/72565\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":72589,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/72565\/revisions\/72589"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/72566"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=72565"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=72565"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=72565"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}