{"id":72633,"date":"2021-05-21T09:00:00","date_gmt":"2021-05-21T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72633"},"modified":"2022-02-14T15:30:45","modified_gmt":"2022-02-14T14:30:45","slug":"das-virus-ist-dasselbe-aber-die-politischen-proteste-gegen-die-corona-massnahmen-sind-deutlich-andere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72633","title":{"rendered":"Das Virus ist dasselbe, aber die politischen Proteste gegen die Corona-Ma\u00dfnahmen sind deutlich andere"},"content":{"rendered":"<p>Nicht erst seit den kreativen Flashmobs unter dem Motto <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=71530\">&bdquo;Danser Encore&ldquo;<\/a> wird auch in Deutschland der Protest der Franzosen gegen die Corona-Ma&szlig;nahmen als wohltuend engagiert empfunden. <strong>Wolf Wetzel<\/strong> hat zum Thema &bdquo;Frankreich in Corona-Zeiten&ldquo; f&uuml;r die NachDenkSeiten ein Interview mit <strong>Sebastian Chwala<\/strong> gef&uuml;hrt. Er ist Politikwissenschaftler und lebt in Marburg. Er hat schwerpunktm&auml;&szlig;ig zur radikalen Rechten in Frankreich und der Bewegung der &ldquo;Gelbwesten&rdquo; publiziert.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_5173\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-72633-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210521_Das_Virus_ist_dasselbe_aber_die_politischen_Proteste_gegen_die_Corona_Massnahmen_sind_deutlich_andere_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210521_Das_Virus_ist_dasselbe_aber_die_politischen_Proteste_gegen_die_Corona_Massnahmen_sind_deutlich_andere_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210521_Das_Virus_ist_dasselbe_aber_die_politischen_Proteste_gegen_die_Corona_Massnahmen_sind_deutlich_andere_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210521_Das_Virus_ist_dasselbe_aber_die_politischen_Proteste_gegen_die_Corona_Massnahmen_sind_deutlich_andere_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=72633-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210521_Das_Virus_ist_dasselbe_aber_die_politischen_Proteste_gegen_die_Corona_Massnahmen_sind_deutlich_andere_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"210521_Das_Virus_ist_dasselbe_aber_die_politischen_Proteste_gegen_die_Corona_Massnahmen_sind_deutlich_andere_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><strong>Ich m&ouml;chte gerne mit Dir zusammen einen Blick &uuml;ber die Grenze werfen, nach Frankreich. Da gibt es allerlei, was verst&ouml;rt (Macronismus), was irritiert (Gelbwesten), was &bdquo;denen&ldquo; einf&auml;llt, inmitten der Pandemie in aller &Ouml;ffentlichkeit zu singen: &bdquo;Dancer encore&ldquo; &ndash; und das auch noch zusammen. Dann besetzen &bdquo;die&ldquo; auch noch &uuml;ber 100 Theater und Kultureinrichtungen, w&auml;hrend &bdquo;wir&ldquo; hier in Deutschland brav zu Hause bleiben und das je nach Grad der &Uuml;bertreibung als &bdquo;Solidarit&auml;t&ldquo; auspreisen.<\/strong><\/p><p><strong>Erz&auml;hle doch bitte erst einmal, welche Ma&szlig;nahmen zur Bek&auml;mpfung der Pandemie in Frankreich getroffen wurden und inwieweit sich diese von Deutschland unterscheiden?<\/strong><\/p><p>Die Reaktion Macrons und der Regierung war bis M&auml;rz 2020 erst einmal abwartend. &Auml;hnlich wie in hier in Deutschland wurde eine gro&szlig;e Bedrohung durch Covid-19 verneint und das franz&ouml;sische Gesundheitssystem als gut vorbereitet bezeichnet. Diese Einsch&auml;tzung &auml;nderte sich in der Folge. Es wurde der &bdquo;Gesundheitspolitische Notstand&ldquo; ausgerufen. Dies bedeutet nicht nur, dass faktisch alle Schulen, Universit&auml;ten und Kinderbetreuungseinrichtungen schlie&szlig;en mussten, sondern auch der Einzelhandel, bis auf die Ausnahme der &bdquo;existenziell wichtigen&ldquo; Unternehmen. Dies war in der Geschichte Frankreichs ein einmaliger Vorgang.<\/p><p>Doch dieser neu geschaffene Notstandsgrund (die Ausrufung des Notstandes an sich l&auml;sst die &bdquo;gaullistische&ldquo; Verfassung aus den sp&auml;ten 1950er Jahren zu) war auch ein faktisches Erm&auml;chtigungsgesetz f&uuml;r die Exekutive. So kann die Regierung alle pandemiebezogenen Verordnungen und Gesetze ohne Zustimmung des Parlaments verabschieden. Dies wurde nur von links in der Nationalversammlung kritisiert. Die entsprechende Vorlage wurde dann auch von diesen Fraktionen abgelehnt. Zwar ist das franz&ouml;sische Parlament nach der aktuell geltenden Verfassung in erster Linie ein Gremium, das eigentlich nur Regierungsvorlagen durchwinken soll, da der Exekutive etliche M&ouml;glichkeiten zur Verf&uuml;gung stehen, die Kammer bei drohenden Widerworten kaltzustellen. Doch die Parlamentarier auch formal auszuschlie&szlig;en, hatte eine neue Qualit&auml;t. Das Pandemiemanagement wurde sogar in ein eigenes Sondergremium verlagert, das sich aber eher dadurch auszeichnete, mehr Milit&auml;rs in seinen Reihen zu haben als Fachleute f&uuml;r Gesundheitsfragen. Dieser &bdquo;Verteidigungsrat&ldquo; sollte schlie&szlig;lich auch einen &bdquo;Krieg&ldquo; gegen das Virus f&uuml;hren und Macron die Aura eines starken handlungsf&auml;higen Staatspr&auml;sidenten geben.<\/p><p>Dieser Regierungsstil hat aber nicht mit der Covid-19-Pandemie begonnen. Schon vorher hatte sich Staatspr&auml;sident Macron und die von ihm ernannte Regierung dadurch ausgezeichnet, m&ouml;glichst schnell &bdquo;Reformen&ldquo; durchzupeitschen. Ziel war es, gesellschaftlichen Protest von vornherein auszuschalten. Demokratische Debatten empfanden die Macroniten zudem als nicht effektiv und wirtschaftlich sch&auml;dlich f&uuml;r den Standort. Top-Down-Entscheidungen pr&auml;gten daher die Amtszeit seit 2017.<\/p><p><strong>Eine Zusatzfrage, da ja immer vom &bdquo;harten&ldquo; und &bdquo;weichen&ldquo; Lockdown gesprochen wird. Wurde in Frankreich auch der Produktions-\/Arbeitsbereich in die Ma&szlig;nahmen einbezogen oder beziehen sich diese ausschlie&szlig;lich auf den Privat-\/Freizeitbereich?<\/strong><\/p><p>In Frankreich gab und gibt es eine &auml;hnlich ungleiche Art und Weise der umgesetzten Ma&szlig;nahmen gegen Covid-19 wie in Deutschland. W&auml;hrend die Unternehmen weitgehend weiterliefen, wurden Grundrechte in Frankreich vollst&auml;ndig au&szlig;er Kraft gesetzt. Dies galt auch phasenweise f&uuml;r das Arbeitsrecht. So wurde die 48-Stunden-Woche erlaubt und der gesetzliche Urlaub gek&uuml;rzt. Es wurde Unternehmen sogar erlaubt, Mitarbeiter w&auml;hrend des ersten &bdquo;confinement&ldquo; (&bdquo;Lockdown&ldquo; auf franz&ouml;sisch) gegen ihren Willen in den Zwangsurlaub zu schicken. Diese Ma&szlig;nahmen stie&szlig;en auf die Ablehnung aller relevanten Gewerkschaften. Der Vorsitzende Philippe Martinez forderte im M&auml;rz 2020 dagegen einen Stopp der Produktion in f&uuml;r die R&uuml;stungsproduktion relevanten Unternehmen. Die Macron-Administration kam zwar den Gewerkschaften entgegen und baute die M&ouml;glichkeit des Kurzarbeitergeldes aus, setzte aber beispielsweise St&auml;dte und Gemeinden unter Druck, dass auf Baustellen unbedingt weitergearbeitet werden m&uuml;sse und diese Besch&auml;ftigten kein Anrecht auf Kurzarbeitergeld bekommen werden. Erst als sich der zust&auml;ndige Unternehmerverband weigerte, gab das Arbeitsministerium klein bei. <\/p><p>Sofern es die Bewegungsfreiheit der B&uuml;rger im Privaten betraf, agierte Staatspr&auml;sident Macron allerdings hart. So wurde von M&auml;rz bis in den Mai hinein eine fast vollst&auml;ndige Ausgangssperre (Ausnahmen waren der Weg zur Arbeit und dringende famili&auml;re Angelegenheiten) verh&auml;ngt. Zwar waren kurze Spazierg&auml;nge erlaubt, man durfte sich aber nicht mehr als einen Kilometer von der eigenen Wohnung entfernen. Als Legitimation mussten die Franzosen selbst ausgedruckte und ausgef&uuml;llte Bescheinigungen mit sich tragen, die manche Karikaturisten an die deutsche Besatzungszeit zur&uuml;ckerinnerten. Der mehrfache Versto&szlig; gegen diese Ausgangssperre wurde zu einem Straftatbestand erkl&auml;rt, was eine Gef&auml;ngnisstrafe von mindestens drei Jahren zur Folge hat.<\/p><p>Die Verordnungen, welche die rechtlichen Rahmengrundlagen definieren sollten, blieben aber immer schwammig und unklar, weshalb es im Ermessen der scharf kontrollierenden Polizei lag zu beurteilen, ob eine &Uuml;bertretung vorlag. Dies konnte dazu f&uuml;hren, dass zum Beispiel das Tragen der &bdquo;falschen&ldquo; Kleidung beim Joggen zu einem Bu&szlig;geld f&uuml;hren konnte. Auch vor Obdachlosen machte man nicht halt. Diese &uuml;berstanden diese erste harte Phase nur, weil Aktivisten (oft aus der linksradikalen Szene) nachts heimlich Lebensmittel verteilten. Die meisten Einspr&uuml;che der betroffenen B&uuml;rger blieben ohne Erfolg.<\/p><p>Diese harte Linie lie&szlig; sich der franz&ouml;sische Staat Sonderzuwendungen von 12,5 Millionen Euro an die Streifenpolizisten kosten. Diese durften sich auch aller Formen der &Uuml;berwachungstechnik erfreuen. Mit Drohnen und W&auml;rmebildkameras suchten Einsatzstaffeln auch noch die unzug&auml;nglichsten Winkel der St&auml;dte nach Menschen ab, die sich vermeintlich illegaler Weise auf den Stra&szlig;en aufhielten. Inzwischen sind immer noch n&auml;chtliche Ausgangssperren in Kraft, die von vielen (jungen) Menschen in Frankreich aber nur noch bedingt ernst genommen werden, weil die Angst vor eventuellen Strafen deutlich abgenommen hat.<\/p><p>Besonders problematisch war allerdings die Situation in den migrantisch gepr&auml;gten Vorst&auml;dten. Hier haben s&auml;mtliche staatlichen &Uuml;berwachungsstrategien des franz&ouml;sischen Staates ihren Ursprung. Schlie&szlig;lich galt es seit jeher, diese als billige Arbeitskr&auml;fte ins Land geholten Menschen gezielt von der wei&szlig;en Arbeiterschaft getrennt zu halten, soweit es m&ouml;glich war. Allerdings galt es auch, der legitimen Unzufriedenheit Einhalt zu gebieten, die sich ab den 1980er Jahren in vermehrter Erwerbs- und Perspektivlosigkeit, verbunden mit der Verwahrlosung der Quartiere, entwickelte. Die Einkommensverluste durch das &bdquo;confinement&ldquo; waren hier am gr&ouml;&szlig;ten und durch die strikten Ausgangssperren konnten g&uuml;nstige Einkaufsm&ouml;glichkeiten nicht erreicht werden. Im &auml;rmsten kernfranz&ouml;sischen D&eacute;partement Seine-Saint-Denis vor den Toren von Paris herrschte im Fr&uuml;hjahr 2020 phasenweise sogar Hunger, wie der zust&auml;ndige Pr&auml;fekt Staatspr&auml;sident Macron mitteilte. Da nun aber auch kein Protest mehr gegen strikte Polizeikontrollen legitim schien, nahmen die willk&uuml;rlichen Kontrollen und &Uuml;bergriffe gegen die Einwohner noch zu. Gegen Ende April 2020 gab es deshalb wieder die ersten kleinen Revolten in den &bdquo;Banlieues&ldquo;. <\/p><p><strong>In Deutschland werden auch von der Linken (selbst den au&szlig;erparlamentarischen) die Ma&szlig;nahmen im Gro&szlig;en und Ganzen begr&uuml;&szlig;t und die Gegner dieser Grundrechtseinschr&auml;nkungen als &bdquo;Egoisten&ldquo; und &bdquo;Sozialdarwinisten&ldquo; angegriffen und in den meisten F&auml;llen mit Nazis gleichgesetzt bzw. in deren N&auml;he ger&uuml;ckt. Gibt es solche Spaltungslinien auch in Frankreich?<\/strong><\/p><p>Allein die Amtszeit von Staatspr&auml;sident Macron hat sich durch eine unheimliche Zunahme der repressiven Akte gegen gesellschaftlichen Protest ausgezeichnet. Emp&ouml;rt hat viele Menschen der staatliche Umgang mit der Gelbwestenbewegung. Dass Demonstrierende, die eine sozial angemessenere Wirtschaftspolitik fordern, als Antwort daf&uuml;r mit Gummigeschossen und Granaten beschossen werden, hat viele Menschen in Frankreich entsetzt. Man muss sich die Zahlen vor Augen halten: Tausende Menschen wurden verletzt, manche verst&uuml;mmelt und f&uuml;r den Rest ihres Lebens traumatisiert.<\/p><p>Freilich militarisiert sich Frankreich schon lange. Erst ging es gegen Migranten, dann gegen Studierende und Sch&uuml;ler sowie die &uuml;blich verd&auml;chtigen linken Gewerkschafter. Mit den Angriffen auf die Gelbwesten wurde aber eine bisher eher politisch passivere, wei&szlig;e Arbeiterklasse in die Auseinandersetzungen mit einbezogen. Politischer Protest wurde auch in Frankreich schon vor Macron kriminalisiert und Aktivisten als gemeine Straft&auml;ter verunglimpft. Man denke an den erkl&auml;rten Notstand nach den Terroranschl&auml;gen 2015 durch Pr&auml;sident Hollande, dessen Regelungen zum Teil in normale Gesetzgebung &uuml;berf&uuml;hrt wurden (Hausdurchsuchungen ohne Richtervorbehalt), oder die Anti-Gelbwestengesetze, die verdachtsunabh&auml;ngige Kontrollen im Umfeld von Demonstrationen erlauben und sogar Verurteilungen allein auf den Verdacht einer potenziellen Straftat hin erlauben. Nicht zuletzt deswegen wurden &uuml;ber 3.000 Gelbwesten verurteilt. Ein Drittel der Urteile war mit Haftstrafen verbunden. Jetzt kommt noch das j&uuml;ngst verabschiedete Gesetz &bdquo;zur globalen Sicherheit&ldquo; dazu, das allen &ouml;ffentlichen wie privaten Akteuren Personenkontrollen erlaubt. Ein Verbot von Aufnahmen und Fotos von Polizeibeamten im Dienst wurde nur durch Massenproteste verhindert. Au&szlig;erdem trat ein &bdquo;Gesetz gegen den Separatismus&ldquo; in Kraft, dass &bdquo;antirepublikanische&ldquo; Vereine leichter verbieten kann. Was das im Einzelnen hei&szlig;t, definiert das Innenministerium selbst. In erster Linie richtet sich das Gesetz gegen das muslimische Vereinswesen, kann sich aber auch gegen linke Strukturen wenden, wenn diese zu sehr den strukturellen Rassismus im Lande thematisieren. <\/p><p>Die St&auml;rkung der autorit&auml;ren Elemente der franz&ouml;sischen Republik durch die jeweiligen Regierungen, verbunden mit dem Versprechen, wieder Ordnung im Land zu schaffen, war in den letzten Jahren auch immer eine erfolgreiche Strategie der Rechtsparteien, um Stimmen zu gewinnen. Nachdem im letzten Fr&uuml;hjahr Macrons Partei LREM eine Bruchlandung bei den Kommunalwahlen erlebte, setzt man jetzt auch ganz offen auf die fremdenfeindliche Rhetorik von Rechtsau&szlig;en. Da schon aus der Tradition der franz&ouml;sischen Linken und ihrem Bezug zur Franz&ouml;sischen Revolution Freiheit genauso wichtig ist wie soziale Gerechtigkeit, l&auml;uft hier keine argumentative Trennungslinie zwischen den Fraktionen. Zumal traditionellere Parteien, wie die Kommunistische Partei, die eher auf ein durchweg kollektives Modell setzten, an Einfluss verloren haben. Mehr und mehr wird die Forderung nach vollst&auml;ndiger Basisdemokratie und wirtschaftlicher Selbstorganisierung laut. Die Distanz zu einem Staat, der progressiven Bewegungen immer kritisch gegen&uuml;berstand, kann demzufolge auch kein unkritisches Bekenntnis zu dessem Handeln zur Folge haben. Macrons Zustimmungsraten waren auch zum H&ouml;hepunkt der ersten Restriktionswelle im letzten Fr&uuml;hjahr immer die niedrigsten in Europa.<\/p><p><strong>In Deutschland glaubt man &ndash; bis in die Linke hinein &ndash; dass das Schutznarrativ der Bundesregierung echt ist (von kleinen Wahnsinnigkeiten abgesehen). Ist das in Frankreich &auml;hnlich?<\/strong><\/p><p>Hier sehe ich den gr&ouml;&szlig;ten Unterschied. Der Beginn der Covid-19-Pandemie fiel in Frankreich mit einer Phase gro&szlig;er sozialer Bewegtheit zusammen. Seit dem Jahr 2018 verging kaum ein Monat, in dem nicht hunderttausende Menschen auf die Stra&szlig;e gingen. Angefangen hat dieser Zyklus schon 2016 mit &bdquo;Nuit Debout&ldquo; und den Protesten gegen Arbeitsmarktreformen. Macrons Versuch, blitzartig in allen Bereichen neoliberale Reformen zu starten, blieb nicht ohne Gegenwehr. Wir erinnern uns, die Staatsbahn sollte privatisiert werden, das Arbeitsrecht weiter liberalisiert, eine Rentenreform, die das Rentenalter erh&ouml;hen soll, steht vor der Verabschiedung. Reden sollte man auch &uuml;ber die Reform der Arbeitslosenversicherung, die im Schnitt eine Leistungssenkung von 25 Prozent zur Folge haben wird. F&uuml;r Teilzeitbesch&auml;ftigte wird diese sogar noch h&ouml;her ausfallen, weil nun nur noch die gearbeiteten Stunden angerechnet werden, und nicht mehr, wie bisher, eine durchschnittliche monatliche Stundenzahl. Gegen diese &bdquo;Reform&ldquo; protestieren die nicht selten als Freiberufler t&auml;tigen Kulturschaffenden, die es kaum schaffen, durch die Schlie&szlig;ungen aller Kultureinrichtungen seit M&auml;rz 2020 die notwendigen 509 Stunden pro Jahr zu arbeiten, um einen Anspruch auf Arbeitslosengeld zu erhalten.<\/p><p>Doch auch die junge Generation traf es hart. Der Universit&auml;tszugang wurde erschwert und eine Reform der Oberschulen durchgef&uuml;hrt, die gerade die sozialwissenschaftlichen F&auml;cher in Frage stellte, und mit Personalabbau verbunden. Gleichzeitig steigt das Bildungsniveau immer weiter, aber die Arbeitsmarktsituation ist schlecht. Besonders Jobs f&uuml;r Studierende fallen weg und die Selbstmorde haben sich unter Studierenden deutlich erh&ouml;ht. Isolation und Existenz&auml;ngste wurden von den Studierenden inzwischen laut artikuliert, verbunden mit der Forderung nach einer Wieder&ouml;ffnung der Hochschulen.<\/p><p>Zuletzt sei erw&auml;hnt, dass sich die Besch&auml;ftigten seit Jahren in &ouml;ffentlich sichtbarer Form gegen die Einsparungen im Gesundheitssystem wehren. Noch im Sommer 2019 hatte es gro&szlig;e Proteste gegen die Zust&auml;nde in den chronisch &uuml;berlasteten Notaufnahmen gegeben. Dass eine &Uuml;berlastung der Intensivstationen der Kliniken, von denen viele auch weiterhin wegrationalisiert werden sollen, im Winter 2020\/2021 stattfinden w&uuml;rde, war eigentlich eine logische Folge, die sich in den Jahren davor auch gezeigt hatte. So sind in den letzten zwanzig Jahren zehntausende Betten verschwunden, die Anzahl der Intensivbetten betr&auml;gt gerade einmal 5.500 auf 67 Millionen Einwohner. Das Narrativ einer Naturkatastrophe geht hier nat&uuml;rlich ins Leere. Mit der Folge, dass sich Pfleger und &Auml;rzte nicht gegen andere Gruppen instrumentalisieren lie&szlig;en. Es waren Besch&auml;ftige der Kliniken, die letztes Fr&uuml;hjahr die ersten, noch verbotenen Demonstrationen durchf&uuml;hrten und vor Gericht gezerrt wurden. In Frankreich ist also der Gegner klar. Es ist die Politik des Sozialabbaus, die es zu bek&auml;mpfen gilt, und nicht Menschen, die das Krisenmanagement infrage stellen.<\/p><p><strong>Du hast die Proteste in Frankreich angef&uuml;hrt, die lange vor Corona recht stark waren, sowohl in ihrer Dynamik als auch, was die massive Repression angeht. Ich kann mich beim Aufkommen der &bdquo;Gelbwesten&ldquo; noch sehr gut an Reaktionen aus der deutschen Linken erinnern, die oft ziemlich abweisend bis geringsch&auml;tzig waren. &Auml;hnlich wie jetzt bei den Querdenkern behauptete man, die &bdquo;Gelbwesten&ldquo; seien Egoisten, nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht und seien auch f&uuml;r rechte L&ouml;sungen offen. Soweit ich wei&szlig;, war das auch in Frankreich zu Beginn recht &auml;hnlich, denn pl&ouml;tzlich geht die &bdquo;wei&szlig;e Arbeiterklasse&ldquo; auf die Stra&szlig;e und macht der Linken unter anderem die Militanz streitig. Ganz abgesehen von der Ausdauer, die im Gegensatz zu den meist kurzen Revolten doch bemerkenswert ist. Komm, lass uns also dieses Pulver-Fass zum Schluss aufmachen.<\/strong><\/p><p>Nun, nat&uuml;rlich ist die &bdquo;Gelbwesten&ldquo;-Bewegung bei weitem nicht mehr so stark, wie sie es zwischen Herbst 2018 und Sommer 2019 war. Der massive staatliche Druck, denn ich ja schon erw&auml;hnt hatte, hat dann doch dazu gef&uuml;hrt, dass sich viele der Beteiligten wieder in die Anonymit&auml;t zur&uuml;ckgezogen haben. Bis heute sind aber immer noch lokale Gruppen aktiv. In den letzten Monaten stieg das Aktivit&auml;tslevel wieder leicht an. Denn die Debatte &uuml;ber die weitere St&auml;rkung des Polizeiapparats ging gerade an den besonders von Polizeigewalt betroffenen &bdquo;Gelbwesten&ldquo; nicht vorbei. Dass diese Gruppen au&szlig;erdem sp&auml;testens seit dem Herbst 2020 Macrons Krisenmanagement der Covid-19-Pandemie und seine Beschr&auml;nkung auf Grundrechtseinschr&auml;nkungen offen kritisierten, wundert auch nicht. Es wird tats&auml;chlich auch Ende Juni 2021 wieder eine nationale Zusammenkunft der Gruppen geben. In welcher Form, ist noch nicht klar.<\/p><p>Sicherlich l&auml;sst sich nicht negieren, dass die &bdquo;Gelbwesten&ldquo; aus einer Abwehrhaltung gegen&uuml;ber den gegenw&auml;rtigen Strukturen des politischen Systems und seinen Entscheidungstr&auml;gern agieren. Das daher Fragen wie nationale Souver&auml;nit&auml;t oder EU-Kritik diskutiert werden, ist klar. Auch kritische Stimmen zur Migrationspolitik gibt es. Die &bdquo;Gelbwesten&ldquo; haben aber immer die Thematisierung der sozialen Ungleichheit sowie ihre Versch&auml;rfung durch die ungleiche Lastenverteilung durch die Macron-Administration in den Fokus genommen. So fordert man explizit die Wiedereinf&uuml;hrung der Verm&ouml;genssteuer. Auch die Demokratiefrage brennt den Aktivisten unter den N&auml;geln. <\/p><p>Dabei steht immer noch die Aufwertung der Beteiligungsm&ouml;glichkeiten der B&uuml;rger an der politischen Entscheidungsfindung durch die massive Ausweitung von Volksabstimmungen ganz oben auf der Agenda. Auch die Forderung, Parlamentarier abberufen zu k&ouml;nnen, existiert. Die repr&auml;sentative Demokratie wird zwar nicht in seiner G&auml;nze in Frage gestellt. Allerdings wird die professionelle Politik als eine Ebene wahrgenommen, wo es nur um Macht und Geld geht. Die Korrumpierbarkeit der Volksvertreter wird als derart unvermeidbar angesehen, dass die Gr&uuml;ndung einer politischen Partei abgelehnt und als Verrat an den Idealen der Bewegung betrachtet wird. Die Zusammenk&uuml;nfte der &bdquo;Gelbwesten&ldquo;, die im Gegensatz zu den formalisierten Strukturen der Parteien und Gewerkschaften auf ein famili&auml;res, lockeres Miteinander setzten, haben viele Menschen (besonders Frauen) aus der sozialen Vereinzelung geholt und eine neue Form der Identit&auml;t geschaffen. Die Diskussionen in den Gruppen und die Erfahrungen mit der Staatsmacht haben auf allen Ebenen eine &Ouml;ffnung hin zur gesellschaftlichen Linken erm&ouml;glicht. Die wichtigsten K&ouml;pfe, sofern sie noch aktiv sind, zeigen sich im Kontext der verschiedenen Mobilisierungen und grenzen sich auch nach rechts ab, sofern es Vereinnahmungsversuche aus dieser Richtung gibt. <\/p><p>Die Linke wird allerdings als etabliert und eingehegt wahrgenommen. Ereignisse wie am 1. Mai dieses Jahres, als auch &bdquo;Gelbwesten&ldquo; an einem &Uuml;bergriff auf den Ordnerdienst der CGT-Gewerkschaft, die der Kommunistischen Partei Frankreichs nahesteht, teilnahmen, sind dann die logische Folge. So wurde der CGT vorgeworfen, sie habe versucht, die 1.-Mai-Demonstration im Konsens mit den Polizeikr&auml;ften durchzuf&uuml;hren, weshalb der Ordnerdienst die militanteren Aktivisten nicht vor Polizei&uuml;bergriffen gesch&uuml;tzt h&auml;tte. Der stille Widerspruch zwischen &bdquo;Gelbwesten&ldquo; und CGT, der seit 2018 sichtbar ist, wird so wieder einmal greifbar. Der programmatisch und organisatorisch klar durchstrukturierten CGT steht eine gewerkschaftsferne und nicht diskursiv klassenk&auml;mpferische Arbeitergruppe entgegen, die auf die Durchsetzung konkreter materieller Verbesserungen setzt und sich von allzu theoretischen Debatten eher abgesto&szlig;en f&uuml;hlt. Zudem hat besonders die einst einflussreiche CGT durch die Erosion der Industriegesellschaft an Kampfkraft verloren, weshalb sich CGT-Gewerkschafter und &bdquo;Gelbwesten&ldquo;, die in kleinen und mittleren Unternehmen arbeiten, die h&auml;ufig keine Produktionsbetriebe sind, im realen Leben schlicht nicht begegnen. Es ist deshalb nur logisch, dass die gewerkschaftliche Linke von den &bdquo;Gelbwesten&ldquo; organisationstechnisch wie inhaltlich nicht profitiert. <\/p><p><strong>Meine letzte Frage betrifft die &uuml;ber 100 besetzten Theater und Kultureinrichtungen. Kannst Du sagen, wer die Akteure dabei sind? Bespielen sie die geschlossenen R&auml;ume und &ouml;ffnen sie so zum Beispiel f&uuml;r notwendige Diskussionen und Foren? Eingangs habe ich das wunderbare Lied &bdquo;danser encore&ldquo; erw&auml;hnt, das mit vielen in aller &Ouml;ffentlichkeit aufgef&uuml;hrt wird. Gibt es innere, politische Verbindungen bzw. gibt es Versuche, die verschiedenen Protestbewegungen zusammenzubringen?<\/strong><\/p><p>&bdquo;Danser encore&ldquo; von H.K. (Kaddour Hadadi) steht tats&auml;chlich im unmittelbaren Zusammenhang mit den Protesten der Kulturschaffenden. Dieses Lied entstand im Herbst als Reaktion auf die andauernde Abwertung der Kultur zu einem angeblich &bdquo;nicht lebenswichtigen&ldquo; Gut. Gerade in Frankreich, wo die Kulturproduktion sonst gerne als Staatsreligion vor sich hergetragen wird, war dies ein gro&szlig;er Affront gegen&uuml;ber dem Kultursektor. Als schlie&szlig;lich &uuml;ber Monate weiterhin keine beruflichen Perspektiven f&uuml;r die vielen prek&auml;ren Kulturschaffenden geschaffen wurden, begann von Paris aus, wo am 5. M&auml;rz das Th&eacute;&acirc;tre de l&rsquo;Od&eacute;on nach einer Demonstration gegen die wachsende Prekarisierung in der Kulturbranche besetzt wurde (dieses prestigereiche Haus war schon im Mai &rsquo;68 &uuml;ber Wochen besetzt worden), eine Welle von Okkupationen von Theatern, Opern, aber auch Ballett- und Schauspielschulen. Aktuell sind 107 Einrichtungen besetzt. Was vor Ort im Einzelnen passiert, kann man schwer beurteilen. Allerdings gibt es in der Regel &ouml;ffentliche Versammlungen, die dann neben Reden von Gewerkschaftsvertretern der CGT und der Kollektive, welche die Besetzungen koordinieren, auch Freilichtkonzerte, die mitunter ein gro&szlig;es Ausma&szlig; annehmen, beinhalten. Nicht selten ist H.K. samt seiner Band mit dabei.<\/p><p>Veranstaltungen vor dem Th&eacute;&acirc;tre de l&rsquo;Od&eacute;on sahen sich immer wieder dem Versuch vonseiten der Pariser Polizeipr&auml;fektur ausgesetzt, diese zu verbieten, denn Kulturveranstaltungen f&uuml;hrten ja zu gesundheitsgef&auml;hrdenden Zusammenrottungen. Dies best&auml;rkte die Aktivisten aber nur, die tats&auml;chlich versuchen, f&uuml;r alle Prekarisierten und besonders Freiberufler zu sprechen. Die Bewegung, die unter dem Namen &bdquo;<em>OccupationPartout<\/em>&ldquo; (alles besetzen) m&ouml;chte gerne eine vernetzende Kraft sein. Allerdings dominieren nat&uuml;rlich die berechtigten Existenz&auml;ngste der Kulturschaffenden. Immerhin hat die Bewegung erreicht, dass Macron die Spielst&auml;tten ab dem 19. Mai wieder &ouml;ffnen wird und, wie es aktuell aussieht, keine drakonischen Hygienekonzepte umgesetzt werden m&uuml;ssen, denn inzwischen erkennt die franz&ouml;sische Staatsf&uuml;hrung Kultur wieder als emanzipatorisches Grundbed&uuml;rfnis an. Die Protestbewegung wird trotzdem erst einmal weitergehen, denn die &ouml;konomische Situation der Kulturschaffenden bleibt unsicher, denn die Reform der Arbeitslosenversicherung, gegen die sich der Protest in erster Linie richtete, soll weiterhin umgesetzt werden. Zudem droht die Absage vieler Kulturveranstaltungen in diesem Sommer in Frankreich, welche f&uuml;r das wirtschaftliche &Uuml;berleben der Kulturschaffenden existentiell sind. Entweder lassen die Beh&ouml;rden angepasste Konzepte zu oder aber der Staat muss endlich konsequente wirtschaftliche Hilfen f&uuml;r die vielen Freiberufler der Branche bereitstellen, so die Betroffenen. Es wird also ein politisch bewegtes Jahr in Frankreich bleiben. <\/p><p>Titelbild: NeydtStock\/shutterstock.com<\/p><p><strong>Quellen und Hinweise:<\/strong><\/p><p>Wer Interesse daran hat, &uuml;ber die Ereignisse in Frankreich, gerade auch was die &sbquo;Gelbwesten&lsquo; angeht, gut informiert zu werden, dem empfehle ich <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/people\/Sebastian-Chwala\/100006703337622\/\">die Facebook-Seite von Sebastian Chwala<\/a>.<\/p><p>Au&szlig;erdem erschien 2015 im PapyRossa Verlag sein Buch: <em>Der Front National, Geschichte, Programm, Politik und W&auml;hler<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht erst seit den kreativen Flashmobs unter dem Motto <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=71530\">&bdquo;Danser Encore&ldquo;<\/a> wird auch in Deutschland der Protest der Franzosen gegen die Corona-Ma&szlig;nahmen als wohltuend engagiert empfunden. <strong>Wolf Wetzel<\/strong> hat zum Thema &bdquo;Frankreich in Corona-Zeiten&ldquo; f&uuml;r die NachDenkSeiten ein Interview mit <strong>Sebastian Chwala<\/strong> gef&uuml;hrt. Er ist Politikwissenschaftler und lebt in Marburg. Er hat schwerpunktm&auml;&szlig;ig zur<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72633\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":72635,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[107,35,126,60,209,20],"tags":[2851,2169,2938,1112,1904,1043,2545,1678,289,2857,2066,633,312,309,291,2834,2037],"class_list":["post-72633","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-audio-podcast","category-aufbau-gegenoeffentlichkeit","category-erosion-der-demokratie","category-innere-sicherheit","category-interviews","category-landerberichte","tag-ausgangssperre","tag-ausnahmezustand","tag-autoritarismus","tag-buergerrechte","tag-direkte-demokratie","tag-frankreich","tag-gelb-westen","tag-kuenstler","tag-kurzarbeit","tag-lockdown","tag-macron-emmanuel","tag-politikerverdrossenheit","tag-reformpolitik","tag-repressionen","tag-verteilungsgerechtigkeit","tag-virenerkrankung","tag-zukunftsangst"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/shutterstock_1944622456.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/72633","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=72633"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/72633\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":80814,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/72633\/revisions\/80814"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/72635"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=72633"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=72633"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=72633"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}