{"id":72647,"date":"2021-05-21T11:51:19","date_gmt":"2021-05-21T09:51:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72647"},"modified":"2021-05-21T13:16:00","modified_gmt":"2021-05-21T11:16:00","slug":"die-machenschaften-der-ruestungswirtschaft-dargestellt-an-rheinmetall-mitten-unter-uns","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72647","title":{"rendered":"Die Machenschaften der R\u00fcstungswirtschaft \u2013 dargestellt an Rheinmetall. Mitten unter uns."},"content":{"rendered":"<p>Es ist der 11. Mai 2021. An diesem Dienstag findet in der D&uuml;sseldorfer Konzernzentrale von Rheinmetall die allj&auml;hrliche Hauptversammlung statt. Dieses Jahr wegen Corona nur virtuell. Vor der Konzernzentrale haben sich etwa 60 Aktivisten des Aktionsb&uuml;ndnisses RHEINMETALL ENTR&Uuml;STEN! versammelt, um auf die dubiosen Gesch&auml;fte des R&uuml;stungskonzerns aufmerksam zu machen. RednerInnen waren Kathrin Vogler, MdB (die LINKE), Renate Fest vom D&uuml;sseldorfer Friedensforum, Martin Singe, Sprecher des Aktionsb&uuml;ndnisses &bdquo;Rheinmetall entr&uuml;sten&ldquo; und Tilman Massa von den Kritischen Aktion&auml;ren. Parallel rief die &bdquo;Friedensaktion L&uuml;neburger Heide&ldquo; am gleichen Tag zu einer Protestaktion vor der Rheinmetall-Niederlassung in Unterl&uuml;&szlig; auf. Von <strong>Marco Wenzel<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nDie deutschen R&uuml;stungsausgaben betrugen 2020 insgesamt 52,8 Milliarden &euro;. Im Rahmen der Mahnwache und Kundgebung vor der Konzernzentrale wurden die R&uuml;stungsproduktion und die Waffenexportpolitik von Rheinmetall kritisiert. Von der Bundesregierung wird ein strenges R&uuml;stungsexportkontrollgesetz gefordert, das auch die Schlupfl&ouml;cher f&uuml;r Waffenexporte &uuml;ber Tochterfirmen verhindern soll.<\/p><p>Deutschland ist zum viertgr&ouml;&szlig;ten Exporteur von R&uuml;stungsg&uuml;tern in aller Welt aufgestiegen. Da R&uuml;stungslieferungen in aller Regel an Gro&szlig;auftr&auml;ge gebunden sind, kann der Betrag f&uuml;r das Volumen der Exporte von Jahr zu Jahr betr&auml;chtlich schwanken. Die deutschen Ausfuhren stiegen nach den SIPRI-Zahlen im betrachteten F&uuml;nfjahreszeitraum <a href=\"https:\/\/augengeradeaus.net\/2019\/03\/globaler-ruestungsexport-deutschland-weiter-auf-platz-4-vor-allem-kriegsschiffe\/\">um 13 Prozent<\/a> im Vergleich zu den Jahren 2009 bis 2013. Im vergangenen Jahr belief sich die Summe der erteilten Exportgenehmigungen f&uuml;r die deutsche R&uuml;stungsindustrie auf etwa 5 Milliarden &euro;, im Jahr davor waren es etwa 8 Milliarden.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;&bdquo;Rheinmetall Defence&ldquo; verzeichnete 2020 davon den h&ouml;chsten Umsatz (3,72 Mrd. Euro, + 5,7 %), den h&ouml;chsten Auftragseingang (6,39 Mrd. Euro, + 23 %), den h&ouml;chsten Auftragsbestand (12,94 Mrd., + 24 %), und die h&ouml;chsten Gewinne (414 Mio. Euro, + 21 %) seit dem Zweiten Weltkrieg! Rheinmetall-Chef Papperger peilt f&uuml;r 2025 eine Steigerung des R&uuml;stungsumsatzes um 50 % auf 5,5 Mrd. Euro an.<\/p>\n<p>Eine Fortsetzung des &bdquo;Superzyklus&ldquo; erhofft er sich davon, dass die NATO-Staaten ihre R&uuml;stungsausgaben auf 2 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung steigern. So aus Deutschland, wo Rheinmetall 37 % des Umsatzes macht, aber auch im Ausland, dessen Anteil auf 70 Prozent erh&ouml;ht werden soll.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.friedenskooperative.de\/sites\/default\/files\/datei\/rheinmetall-entruesten-4223.pdf\">Rheinmetall entr&uuml;sten<\/a><\/p><p><strong>Zusammen durch Dick und D&uuml;nn<\/strong><\/p><p>Rheinmetall Landsysteme und Rheinmetall Waffe Munition sind am Standort Unterl&uuml;&szlig; untergebracht. Rheinmetall Landsysteme stellt Panzer her, Rheinmetall Waffe Munition fabriziert Kanonen, Bomben und Munition. In Unterl&uuml;&szlig; betreibt Rheinmetall auf 50 km&sup2; zudem den gr&ouml;&szlig;ten privaten Schie&szlig;&uuml;bungsplatz in ganz Europa. Das Gel&auml;nde wurde bereits 1899 gepachtet. Rheinmetall und der Standort Unterl&uuml;&szlig; haben eine lange Tradition in der Herstellung von Kriegswaffen aller Art. Und auch ihre Beziehungen zur jeweiligen deutschen Regierung waren stets besonders eng. Im Ersten Weltkrieg produzierte Rheinmetall Waffen f&uuml;r den Kaiser, im Zweiten Weltkrieg dann f&uuml;r den F&uuml;hrer. Der wiederum gab sich pers&ouml;nlich die Ehre und stattete Unterl&uuml;&szlig; einen Besuch ab. Zu dieser Zeit wurden die Bomben f&uuml;r die Wehrmacht gerade von Kriegsgefangenen und H&auml;ftlingen aus den Konzentrationslagern hergestellt. Zum Abwurf auf ihre Heimat.<\/p><p>Zwischen 1945 und 1955 gab es eine Zwangspause f&uuml;r Rheinmetall. Nach der Gr&uuml;ndung der Bundesrepublik, der Aufnahme in die Nato 1955 und dem Aufbau der neuen Bundeswehr kam Rheinmetall erneut ins Gesch&auml;ft. In den 1960er Jahren belieferte die Firma die Bundeswehr bereits wieder mit Kanonen, Panzern und Munition.<\/p><p>Und auch die alten Beziehungen wurden wieder reaktiviert. Man kannte sich ja noch aus alten Zeiten, als der F&uuml;hrer noch lebte. Viele Altnazis waren inzwischen wieder zu Amt und Ehren in der Verwaltung der jungen Bundesrepublik gekommen. Deutschland durfte jetzt wieder eine Armee haben und Waffen bestellen und man bestellte vorzugsweise bei den alten Freunden. Die Kungelei zwischen Rheinmetall, der Bundeswehr und der Bundesregierung h&auml;lt bis heute an.<\/p><p><strong>Standort Unterl&uuml;&szlig;<\/strong><\/p><p>Unterl&uuml;&szlig; ist ein kleiner Ort in der Gemeinde S&uuml;dheide mit knapp 3.500 Einwohnern. Hier laufen die F&auml;den der Gesch&auml;fte von Rheinmetall mit Bomben und Munition zusammen. Die Region ist strukturarm, Arbeit ist rar. Rheinmetall ist der gr&ouml;&szlig;te Arbeitgeber weit und breit.<\/p><p>Der Pastor von Unterl&uuml;&szlig;, Wilfried Manneke, jetzt im Ruhestand, sieht ein ethisches Problem mit dem t&ouml;dlichen Gesch&auml;ft. &bdquo;Wenn wir etwas f&uuml;r falsch halten, dann m&uuml;ssen wir doch auch Konsequenzen ziehen&ldquo;, so predigt er seiner Gemeinde. Will wohl sagen, sollten wir nicht die Fabrik zumachen? Aber das wagt in Unterl&uuml;&szlig; so keiner zu sagen, auch nicht der Pastor. Pastor Manneke, der sich auch in der Bewegung gegen rechts engagiert, spricht sich gegen R&uuml;stungsexporte und gegen den Bau einer Panzerfabrik in der T&uuml;rkei durch Rheinmetall aus.<\/p><p>Den B&uuml;rgermeister von S&uuml;dheide, Axel Flader, CDU, interessieren dagegen nur der Wirtschaftsstandort und die Arbeitspl&auml;tze. So lange sich alles &bdquo;im rechtlichen Rahmen h&auml;lt&ldquo;, ist f&uuml;r ihn und f&uuml;r die meisten Politiker vor Ort das Thema Rheinmetall kein Problem. Seit Februar hat Unterl&uuml;&szlig; eine neue B&uuml;rgermeisterin, ebenfalls von der CDU. Kritik an Rheinmetall hat man auch von ihr noch nicht geh&ouml;rt.<\/p><p>Aber h&auml;lt sich im R&uuml;stungsgesch&auml;ft wirklich alles im &bdquo;rechtlichen Rahmen&ldquo;, so wie die Politik es suggeriert?<\/p><p><strong>Tochterfirmen in aller Welt<\/strong><\/p><p>Rheinmetall ist der gr&ouml;&szlig;te Waffen- und Munitionshersteller in der BRD, der Branchenprimus, und verkauft seine Produkte weltweit, auch in Krisengebiete und an kriegsf&uuml;hrende L&auml;nder. Aber das ist doch verboten, oder etwa nicht?<\/p><p>F&uuml;r Exportgenehmigungen ist der Bundessicherheitsrat zust&auml;ndig. Der entscheidet in geheimer Sitzung nach dem Kriegswaffengesetz. Wenn exportierte R&uuml;stungsg&uuml;ter zu friedensst&ouml;renden Aktionen oder zu Angriffskriegen verwendet werden k&ouml;nnten, ist ihre Ausfuhr verboten. Lieferungen von Kriegswaffen in L&auml;nder, die in bewaffnete Auseinandersetzungen verwickelt sind oder wo eine solche droht, d&uuml;rfen nicht genehmigt werden. Ob die Einschr&auml;nkungen zutreffen, liegt im Ermessen des Bundessicherheitsrates.<\/p><p>Um die t&ouml;dlichen Produkte im Zweifelsfall trotzdem weltweit zu verkaufen, muss Rheinmetall die Bestimmungen gegebenenfalls umgehen. Und das gelingt vortrefflich: Rheinmetall verlagert einfach die Produktion in L&auml;nder mit weniger strengen Regeln und wickelt seine Gesch&auml;fte &uuml;ber das Ausland ab. R&uuml;stungsg&uuml;ter, die in anderen L&auml;ndern produziert werden, unterliegen nicht der deutschen R&uuml;stungsexport-Kontrolle.<\/p><p>Rheinmetall &uuml;bernahm zu diesem Zweck etwa eine Fabrik in der Region Domusnovas\/Iglesias auf Sardinien, die fr&uuml;her Sprengstoff f&uuml;r umliegende Bergwerke herstellte. Sie wurde 2010 von Rheinmetall &uuml;bernommen und zur Herstellung von Bomben und Munition um- und ausgebaut. 2012 begannen die Exporte. RWM (Rheinmetall Waffe Munition) Italia ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen von Rheinmetall, eine deutsche Fabrik f&uuml;r die Herstellung und den Export von Waffen und Munition auf italienischem Boden.<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Seit 2018 wurden ein gigantischer Investitionsplan, die Vergr&ouml;&szlig;erung der Anlage und die Produktion von noch mehr t&ouml;dlichen Sprengk&ouml;rpern auf Schiene gebracht. Der Investitionsplan umfasst etwa 20 Einzelprojekte, die allesamt im Schnellverfahren eingereicht und bereits von den Gemeindeverwaltungen von Domusnovas und Iglesias durchgewunken wurden. Die zust&auml;ndige Beh&ouml;rde in Iglesias genehmigte das Herzst&uuml;ck der Expansion: die Verdoppelung der Produktionsanlage, die eine Verdreifachung der Sprengk&ouml;rperproduktion erm&ouml;glicht &hellip; und den neuen &Uuml;bungsplatz f&uuml;r Testsprengungen&hellip;&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Quelle: <a href=\"https:\/\/stoprwm.wordpress.com\/spendenaktion-fur-ausgaben\/\">Stop RWM<\/a><\/p><p>Die Fabrik in Sardinien steht in einer armen Region mit hoher Arbeitslosigkeit. Die Politik freut sich &uuml;ber die Investitionen aus Deutschland und mit Geld und Arbeitspl&auml;tzen wird die Kritik an den hergestellten Bomben zum Verstummen gebracht. Keiner fragt, was mit den Bomben passiert, die dort hergestellt werden. Man stellt sie dort ja nur her, was andere dann damit machen, ist nicht unser Bier.<\/p><p><strong>Deutsche Bomben im Jemen abgeworfen<\/strong><\/p><p>2016 dann der Skandal. Auf dem Flughafen und im Seehafen von Sardinien wurden Bomben im Wert von 411 Millionen Euro f&uuml;r den Export an die saudische Armee verladen, Fliegerbomben f&uuml;r den Abwurf im Jemen, gegen den Saudi-Arabien bereits damals den heute noch andauernden v&ouml;lkerrechtswidrigen Angriffskrieg f&uuml;hrte. Tr&uuml;mmer der Bomben wurden dann auch im Jemen gefunden und es konnte anhand der Seriennummern der Nachweis erbracht werden, dass diese in der Fabrik in Domusnovas hergestellt worden waren, was Rheinmetall auch best&auml;tigte.<\/p><p>Der Verkauf von Bomben an Saudi-Arabien ist auch nach italienischem Recht verboten, da sie an ein Land im Kriegszustand geliefert wurden. Alles klar also, die Bomben d&uuml;rfen da gar nicht hin geliefert werden. Alles illegal also?<\/p><p>Mitnichten. Die italienische Regierung redet sich damit heraus, dass die Bomben keine italienischen Bomben seien, sondern von einer deutschen Firma hergestellt wurden. Also sei Italien hier nicht zust&auml;ndig. Die deutsche Regierung redet sich damit heraus, dass der Verkauf von einer Firma in Italien ausging. Sie sei nicht zust&auml;ndig, von Deutschland aus sei nichts exportiert worden. Die Italiener sagen, die Bomben seien deutsche Produkte und die Deutschen sagen, es seien italienische. So umgehen beide L&auml;nder ihre eigenen Waffenexportbeschr&auml;nkungen. Keine Regierung will damit zust&auml;ndig sein. Saudi-Arabien bombardiert, Rheinmetall kassiert, der Jemen ist weit weg.<\/p><p>Nach jahrelanger Kampagnenarbeit, zahlreichen Petitionen, Demonstrationen, Blockadeaktionen und Gerichtsverfahren hat die italienische Regierung <a href=\"https:\/\/www.imi-online.de\/2021\/02\/08\/ein-etappensieg-gegen-rheinmetall\/\">im Februar 2021 doch noch beschlossen<\/a>, die bereits in den letzten Jahren erteilten Genehmigungen von Waffenexporten nach Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabische Emirate nicht nur auszusetzen, sondern ganz zu widerrufen. Zudem werden weiterhin keine neuen Lizenzen f&uuml;r diese Staaten von der italienischen Regierung erteilt.<\/p><p>Aber RWMI hat Klage gegen diesen Beschluss eingereicht und f&uuml;hrt heuchlerisch die Gefahr f&uuml;r rund zweihundert Arbeitspl&auml;tze in der strukturschwachen Region an. Es steht zu bef&uuml;rchten, dass der Beschluss von einer neuen italienischen Regierung wieder gekippt wird. Das Netzwerk Frieden und Abr&uuml;stung fordert, den Exportstopp von R&uuml;stungsg&uuml;tern auf alle neun Mitglieder der von Saudi-Arabien angef&uuml;hrten Milit&auml;rkoalition gegen Jemen auszuweiten. (Die USA, Gro&szlig;britannien und Frankreich unterst&uuml;tzen die Kriegskoalition zus&auml;tzlich zu diesen neun, ohne aber aktiv einzugreifen.)<\/p><p><strong>Rheinmetall liefert Waffenfabriken in alle Welt<\/strong><\/p><p>Wenn der Trick, die Exporte von eigenen Firmen im Ausland aus zu t&auml;tigen, auch nicht mehr geht, dann gibt es noch einen dritten Weg, um trotzdem Gesch&auml;fte mit fragw&uuml;rdigen Waffenkunden zu machen: Rheinmetall verkauft einfach eine komplette Munitionsfabrik an das Zielland. Man verkauft kein Kriegsger&auml;t mehr, sondern stellt ihnen gleich eine ganze Fabrik hin, dann k&ouml;nnen die vor Ort selber produzieren, was sie brauchen. Daf&uuml;r ist Rheinmetall eigens eine Partnerschaft mit einem s&uuml;dafrikanischen Staatskonzern eingegangen: Denel, mit dem Rheinmetall 2008 ein Joint-Venture-Abkommen schloss, die RDM (Rheinmetall-Denel Munition). Was von hier nach Saudi-Arabien verkauft wird, unterliegt den Exportgesetzen S&uuml;dafrikas. Auch in S&uuml;dafrika sind die Investitionen des deutschen R&uuml;stungskonzerns hochwillkommen. Auch hier sieht man nur die Arbeitspl&auml;tze.<\/p><p>Denel lieferte den Saudis eine schl&uuml;sselfertige Munitionsfabrik. Saudi-Arabien kann dort herstellen, was es will, und alle waschen sich ihre H&auml;nde in Unschuld. Laut eigenen Aussagen hat RDM (Rheinmetall-Denel Munition) bisher 39 schl&uuml;sselfertige Munitionsfabriken in alle Welt geliefert, keiner wei&szlig; so genau, wo &uuml;berall hin. Staatspr&auml;sident Zuma jedenfalls flog pers&ouml;nlich nach Saudi-Arabien zur Einweihung der Waffenfabrik und zum Bruderkuss mit Mohammed bin Salman. So weit ist es mit dem ANC von Nelson Mandela bereits gekommen, aber das ist eine andere traurige Geschichte.<\/p><p>Andrew Feinstein, ein ehemaliger s&uuml;dafrikanischer Abgeordneter, meint zum Deal mit S&uuml;dafrika: &bdquo;Die Urspr&uuml;nge von Denel waren kriminell und das Gesch&auml;ftsgebaren ist bis heute kriminell geblieben.&ldquo;<\/p><p>Italien und S&uuml;dafrika sind Schl&uuml;sselstandorte f&uuml;r Rheinmetall Defense f&uuml;r die Umgehung der deutschen R&uuml;stungsexportbestimmungen.<\/p><p>Daneben plante Rheinmetall 2017 den Bau einer Panzerfabrik in der T&uuml;rkei. 2019 wurde das brisante Projekt vorl&auml;ufig auf Eis gelegt. Aber das bedeutet nicht, dass Rheinmetall das Projekt ganz aufgegeben hat. Man schickt dann einfach nur Fachleute als Berater in die T&uuml;rkei, die den Bau der Fabrik beaufsichtigen. Das ist nicht genehmigungspflichtig.<\/p><p>Besonders problematisch daran ist erstens die Menschenrechtslage in der T&uuml;rkei. Die Panzer, besonders die leichtgepanzerten Mannschaftswagen, eignen sich gut f&uuml;r die Aufstandsbek&auml;mpfung im Land, aber kaum f&uuml;r Zwecke der Landesverteidigung. Zweitens ist auch die T&uuml;rkei am Krieg gegen Jemen auf Seiten Saudi-Arabiens eingebunden. Die nach der T&uuml;rkei gelieferten Waffen oder die dort mit deutschem Knowhow hergestellten Waffen w&uuml;rden mit Sicherheit auch im Jemen zum Einsatz kommen. (Wie Rheinmetall trotz Exportkontrollen die t&uuml;rkische Armee ausr&uuml;sten will &ndash; <a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/ard\/video\/report-muenchen\/wie-rheinmetall-trotz-exportkontrollen-die-tuerkische-armee-ausruesten-will\/das-erste\/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3JlcG9ydCBtw7xuY2hlbi9mMjQ0NDU1NS0xNGJmLTQyMWItOTA4OC0zNjdiYjZkNDUwYjQ\/\">ARD report M&uuml;nchen<\/a>)<\/p><p>Wer einem Verbrecher illegal die Tatwaffe verkauft, landet daf&uuml;r im Gef&auml;ngnis. Rheinmetall verkauft seine Waffen formal rechtlich gesehen nicht illegal, aber zumindest unter fragw&uuml;rdigen Umst&auml;nden. Oft aber kann man ihnen aber auch krumme Gesch&auml;fte nicht nachweisen. Wie lange verschlie&szlig;en die Regierungen noch ihre Augen? Hinter dem Management von Rheinmetall steckt viel kriminelle Energie. Die Kungelei mit der R&uuml;stungsindustrie ist offensichtlich: von der Politik in die Wirtschaft. Dirk Niebel, ehemaliger Entwicklungsminister, ist jetzt Leiter f&uuml;r Internationale Strategieentwicklung und Regierungsbeziehungen und Cheflobbyist bei Rheinmetall. Franz-Josef Jung, ehemaliger Verteidigungsminister, ist dort Aufsichtsratsmitglied.<\/p><p><strong>Rheinmetall auf Expansionskurs<\/strong><\/p><p>Das Gesch&auml;ft von Rheinmetall ist auf Expansionskurs: Der Umsatz des Gesamtkonzerns mit Gesch&auml;ftszentrale in D&uuml;sseldorf belief sich im Jahr 2016 auf fast 3 Milliarden &euro;, letztes Jahr waren es schon 6,26 Milliarden.<\/p><p>Das Gesch&auml;ft mit dem Tod l&auml;uft gut: die Rheinmetall-Aktie entwickelt sich pr&auml;chtig, von 65 &euro; im Januar 2017 auf 86 &euro; heutzutage. Die Dividende ist gut, den Anlegern ist es egal, womit sie ihr Geld verdienen, zumal die Rheinmetallaktie oft auch in Aktienfonds versteckt ist. Viele Anleger wissen noch nicht einmal, dass sie in Aktien von Kriegswaffenherstellern investieren. Und Rheinmetall schmei&szlig;t die Bomben ja nicht selber, da ist es dann auch nicht so schlimm, die Aktie im Portfolio zu haben.<\/p><p>Und die Arbeiter? K&uuml;mmert es die Besch&auml;ftigten, dass sie Mordwaffen herstellen? Die meisten verdr&auml;ngen es wohl, sie m&uuml;ssen ja ihr Geld verdienen. Aber die Arbeitspl&auml;tze bei Rheinmetall sind mit Blut besudelt. Mit den Waffen von Rheinmetall wurden in aller Welt bereits weit mehr Menschen get&ouml;tet, als Rheinmetall jemals Arbeitspl&auml;tze geschaffen hat.<\/p><p>Die Waffen von Rheinmetall t&ouml;ten nicht nur, sie zerst&ouml;ren die Infrastruktur, legen ganze Wohnviertel in Schutt und Asche, zerst&ouml;ren das Leben und die Zukunft ganzer V&ouml;lker, weit weg von D&uuml;sseldorf und Unterl&uuml;&szlig;.<\/p><p>Und so ist scheinbar alles in Ordnung: Die Politik ist nicht zust&auml;ndig, die Aktion&auml;re legen nur ihr Geld an und die Arbeiter tun nur ihre Arbeit. &bdquo;Das dreckige Gesch&auml;ft mit Diktatoren, Despoten und Kriegsverbrechern &ndash; Rheinmetall ist ganz vorne mit dabei. &hellip; Rheinmetall umgeht deutsche Gesetze, indem es seine todbringenden Waffen vom Ausland in die Krisenregionen der Welt liefert. Moral scheint ein Fremdwort f&uuml;r diesen R&uuml;stungsgiganten zu sein &ndash; alles was z&auml;hlt, ist der shareholder-value. Auch wenn daf&uuml;r im Nahen Osten immer schlimmere Kriege und immer mehr Tote zu beklagen sind.&ldquo; (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=mlRT9ITkm7E&amp;ab_channel=Vegan-Opa1965\">ARD: Rheinmetall &ndash; das skrupellose Gesch&auml;ft mit dem Tod!<\/a>)<\/p><p>Besonders bei R&uuml;stungsexporten sind erh&ouml;hte Anforderungen an die politische Situation im Empf&auml;ngerland und an die dortige Menschenrechtslage gefordert. Die Bundesregierung hat die Situation offensichtlich weder im Griff, noch will sie sie in den Griff bekommen. Mit dubiosen Strategien und Gesch&auml;ftskonstruktionen werden die Bestimmungen f&uuml;r R&uuml;stungsexporte umgangen. Die Bundesregierung l&auml;sst es trotz besseren Wissens geschehen. Gute Beziehungen zur einheimischen R&uuml;stungsindustrie sind ihr wichtiger. Die geforderten Endverbleibserkl&auml;rungen des Empf&auml;ngerlandes von R&uuml;stungsg&uuml;tern sind ein stumpfes Instrument, bestenfalls ein Alibi f&uuml;r ein gutes Gewissen bei verwerflichen, unmoralischen und halbkriminellen Gesch&auml;ften.<\/p><p>Denn es ist es kaum zu pr&uuml;fen, ob die gelieferten Waffen nicht doch weiterverkauft werden oder zu Zwecken genutzt werden, die in der Erkl&auml;rung anders angegeben wurden. Es stellt sich auch die Frage, wer das denn vor Ort &uuml;berpr&uuml;fen soll und wie lange. Bis zur Zerst&ouml;rung der gelieferten Waffen etwa? Das kann Jahrzehnte dauern. Und wer haftet und wie, wenn die Waffen dann doch weiterverkauft werden? Die Lieferung von Waffen in Krisengebiete ist immer problematisch, aber dort sitzen oft die besten Kunden. Was, wenn, wie zuletzt in Libyen geschehen, die Regierung gest&uuml;rzt wird und die Waffen in die H&auml;nde des Islamischen Staates oder &auml;hnlicher Gruppen gelangen?<\/p><p>Mit den Endverbleibserkl&auml;rungen ist es wie mit den Steuererkl&auml;rungen der Gro&szlig;konzerne. Alles wird verschleiert, zu versteuernde Gewinne fallen in der BRD kaum an, das Geld ist l&auml;ngst in Steueroasen verschwunden und niemand wei&szlig; genau, was damit passiert. Der Staat hat das Nachsehen, die Konzerne reiben sich die H&auml;nde, das Volk wird betrogen.<\/p><p>Wir sind l&auml;ngst wieder zwei Schritte zur&uuml;ck von dort, wo wir schon mal in den Zeiten des Kalten Krieges waren. Lagerdenken &uuml;berall. Der Freund meines Feindes ist mein Feind, der Feind meines Feindes ist mein Freund. Nutzt etwas dem &bdquo;Westen&ldquo; oder nutzt es den Russen oder den Chinesen? Der b&auml;rtige Iwan steht wieder vor der T&uuml;r, diesmal zusammen mit den smarten Schlitzaugen aus China und sie wollen die ganze Welt erobern. Da hilft nur noch Abschreckung, ein neues Gleichgewicht des Schreckens muss her. Ein Dritter Weltkrieg aber wird der letzte Weltkrieg sein, es werden noch nicht einmal Geschichtsschreiber &uuml;brigbleiben, die aufschreiben k&ouml;nnten, wie es zu all dem gekommen ist. Niemand wird dabei gewinnen, alle werden verlieren, ob Kriegspartei oder neutral, der Planet wird dann nicht mehr bewohnbar sein.<\/p><p><strong>Propaganda, R&uuml;stung und Kapitalverwertung<\/strong><\/p><p>Auf allen Kan&auml;len des &ouml;ffentlichen Rundfunks und Fernsehens, in allen Pressebl&auml;ttern des sogenannten Mainstreams &auml;u&szlig;ern sich immer wieder Politiker aller Parteien und erkl&auml;ren, man m&uuml;sse jetzt eine h&auml;rtere Gangart gegen Russland und China einlegen. Das Gegenteil ist der Fall. Gr&ouml;&szlig;te Kriegstreiber sind eindeutig die NATO und ihre Verb&uuml;ndeten. Ihnen gegen&uuml;ber muss man eine h&auml;rtere Gangart einlegen, mit ihnen muss man endlich Tacheles reden und ihnen sagen, dass es so nicht mehr geht.<\/p><p>Die deutsche Regierung sollte endlich das machen, wovor sich die USA am meisten f&uuml;rchten: die Ann&auml;herung an Russland suchen. Gleichzeitig sollte die BRD aus der NATO austreten und den Vertrag mit den USA &uuml;ber die Nutzung von Ramstein unverz&uuml;glich k&uuml;ndigen. Der Vertrag sieht eine K&uuml;ndigungsfrist von einem Jahr vor, Ende 2022 k&ouml;nnten die USA also Deutschland endg&uuml;ltig verlassen haben. Tacheles reden hie&szlig;e auch, die USA zu zwingen, s&auml;mtliche St&uuml;tzpunkte in der BRD zu r&auml;umen und ihre Raketen abzuziehen, insbesondere und zuallererst nat&uuml;rlich die Atomsprengk&ouml;pfe in B&uuml;chel. Man muss den USA weiter klarmachen, dass sie sich in die Politik der L&auml;nder Europas nicht einzumischen haben und dass wir Waren aus anderen L&auml;ndern kaufen, wie wir m&ouml;chten, das betrifft auch &Ouml;l und Gas aus Russland, dass wir bei uns zu Hause Pipelines bauen, wo wir es f&uuml;r richtig halten und dass es die USA auch nichts angeht, wem wir was verkaufen.<\/p><p>F&uuml;r Eugen Drewermann sind Kapitalismus und Krieg untrennbar miteinander verbunden. Kapitalistische Systeme brauchen aufgrund ihres st&auml;ndigen Dranges nach Expansion immer mehr den Zugang zu Rohstoffen und M&auml;rkten. Den sichern sie sich entweder mit Erpressung oder mit Gewalt. Die westlichen &bdquo;Demokratien&ldquo;, insbesondere jedoch die USA, sind l&auml;ngst in den H&auml;nden der Gro&szlig;konzerne und des von ihnen geschaffenen tiefen Staates. Die Gro&szlig;konzerne haben das Sagen &uuml;bernommen, der Staat ist nur noch ausf&uuml;hrendes Organ und demokratisches Feigenblatt nach innen. Die Au&szlig;enpolitik wird von den Interessen und Gel&uuml;sten der nationalen Gro&szlig;konzerne bestimmt. Die R&uuml;stungsindustrie ist Teil des tiefen Staates. Ohne die Armee und die R&uuml;stungsindustrie ist die Expansion der Kapitalismus, insbesondere in seiner westlichen neoliberalen Auspr&auml;gung, nicht m&ouml;glich.<\/p><p>Besonders seit 1990, seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Aufl&ouml;sung des Warschauer Paktes, haben sich die neoliberale Elite und ihre politischen F&uuml;hrer in den USA, zusammen mit ihren transatlantischen Vasallen in Europa und dem Kriegsb&uuml;ndnis NATO, als der Haupt-Kriegstreiber weltweit erwiesen.<\/p><p>1991 w&auml;re ein guter Zeitpunkt gewesen, die NATO aufzul&ouml;sen und weltweit Frieden zu schlie&szlig;en. Das h&auml;tte auch die M&ouml;glichkeit gegeben, die riesigen Summen, die j&auml;hrlich f&uuml;r R&uuml;stung verschleudert werden, daf&uuml;r zu nutzen, den Wohlstand der arbeitenden Menschen weltweit zu f&ouml;rdern und die Umwelt zu sch&uuml;tzen. Was aber haben die Politiker der westlichen Demokratien aus der Friedensdividende von 1990 gemacht? Sie haben das Ende des Kalten Krieges ausschlie&szlig;lich daf&uuml;r genutzt, die Vorherrschaft des Westens, allen voran der USA, voranzutreiben und die Umverteilung des gesellschaftlich erzeugten Reichtums von unten nach oben noch zu versch&auml;rfen. Die Emp&ouml;rung und die Wut unter der Bev&ouml;lkerung wachsen. Um zu verhindern, dass die Bauern wieder einmal mit Mistgabeln vor den Villen der Herrschenden stehen, um sie da herauszuholen, wird in allen Staaten auch verst&auml;rkt im Innern aufger&uuml;stet. Auch daran verdienen Konzerne wie Rheinmetall. Sie stellen Mittel der &Uuml;berwachung, wie Drohnen, her, aber auch gepanzerte Mannschaftswagen, Maschinenpistolen f&uuml;r die Polizei sowie Tr&auml;nengas- und Blendgranaten zur Abschreckung von Aufst&auml;ndischen.<\/p><p>Zu allem kommt noch die Zerst&ouml;rung der Umwelt hinzu. In diesen Zeiten der drohenden Klimakatastrophe ist die weltweite Erh&ouml;hung der R&uuml;stungsproduktion doppelt problematisch. Die Schiffe, Flugzeuge und Panzer der Armee sto&szlig;en Unmengen von Auspuffgasen aus. Auf einer Wiese, wo ein Panzer dr&uuml;bergefahren ist, w&auml;chst buchst&auml;blich kein Gras mehr. Unz&auml;hlige &Uuml;bungsman&ouml;ver weltweit verschmutzen die Umwelt, das Milit&auml;r ist der gr&ouml;&szlig;te Klimakiller &uuml;berhaupt. Sch&auml;tzungsweise rund ein Drittel der Treibhausgase werden vom Milit&auml;r verursacht. Hinzu kommen noch die Zerst&ouml;rungen in den Kriegsgebieten, Wasserverschmutzungen, Feinstaub, Verstrahlungen durch die Verwendung von Uranmunition, vors&auml;tzliche Vergiftung von Fl&uuml;ssen oder Entlaubung von W&auml;ldern.<\/p><p>Und die Arbeitspl&auml;tze? Ach ja, die Arbeitspl&auml;tze, das heuchlerische Totschlagargument gegen die Begrenzung der R&uuml;stungsindustrie. Niemand hat etwas gegen die Schaffung von Arbeitspl&auml;tzen, die Menschen m&uuml;ssen ja ihren Lebensunterhalt verdienen, aber nicht egal welche Arbeitspl&auml;tze. Sozial ist eben nicht immer, was Arbeit schafft, man kann auch asoziale Arbeitspl&auml;tze schaffen, wie in der R&uuml;stungsindustrie oder auf den Finanzm&auml;rkten. Wenn des einen Arbeit bedeutet, dass andere daf&uuml;r ihrer Lebensgrundlage beraubt werden oder sogar ihr Leben verlieren, dann ist das alles andere als sozial. Wer Arbeitspl&auml;tze schaffen will, der sollte mit einer allgemeinen Arbeitszeitverk&uuml;rzung anfangen und daf&uuml;r sorgen, dass die Menschen einen anst&auml;ndigen Lohn f&uuml;r ihre Arbeit erhalten, damit sie sich die Produkte auch kaufen k&ouml;nnen, die sie selbst herstellen. Die Arbeiter sind n&auml;mlich nicht nur Lohnempf&auml;nger, sondern auch Kunden. Rheinmetall besch&auml;ftigt etwa 25.000 Arbeiter, Deutschland hat offiziell etwa drei Millionen Arbeitslose, nur um die &bdquo;gef&auml;hrdeten Arbeitspl&auml;tze&ldquo; einmal ins Verh&auml;ltnis zu setzen.<\/p><p>Laut den kapitalistischen Gesetzen der Kapitalverwertung und des Shareholder-Value kann es den Betreibern einer Firma egal sein, was in ihrer Fabrik hergestellt wird. Die Kapitaleigner und die Anleger schauen nur darauf, wie hoch die Rendite ist. Was f&uuml;r die Aktion&auml;re gewinnbringend ist, ist f&uuml;r Mensch und Natur t&ouml;dlich. Hier m&uuml;sste der Staat, wenn er denn das Wohl der Allgemeinheit im Auge h&auml;tte, einem solchen Gesch&auml;ftsmodell das Handwerk legen. Wenn eine Gesellschaft sich f&uuml;r den Unterhalt einer Armee entscheidet, dann sollte sie auch die ben&ouml;tigten Waffen selber, in Eigenregie und nur f&uuml;r ihren eigenen Bedarf herstellen und nicht bei Privatfirmen kaufen. R&uuml;stungsfirmen, wenn man sie denn &uuml;berhaupt wirklich zur Verteidigung des Landes braucht, m&uuml;ssen unter der Kontrolle des Staates stehen und direkt dem Volk verantwortlich sein.<\/p><p>Parallel dazu aber, und das ist das Wichtigste, m&uuml;ssen wieder vertrauensbildende Ma&szlig;nahmen und intensive Verhandlungen &uuml;ber R&uuml;stungskontrolle zwischen allen L&auml;ndern aufgenommen werden. Das vorrangigste Ziel muss nat&uuml;rlich die Abschaffung aller Atomwaffen und aller chemischen und biologischen Waffen sein. Das Endziel aber ist das Verbot aller Kriegswaffen weltweit, dazu geh&ouml;ren Kriegsschiffe, Flugzeuge, Panzer, Kanonen bis hin zu automatischen Gewehren. Maschinenpistolen und Sturmgewehre eignen sich nicht f&uuml;r die Jagd auf Kaninchen, also braucht sie auch kein Mensch.<\/p><p>Weil R&uuml;stungsg&uuml;ter nur vom Staat gekauft und mit Steuergeldern bezahlt werden, ist die Abnahme der Produkte schon im Voraus gesichert, auch wenn kein Mensch sie sonst kaufen w&uuml;rde. Wer w&uuml;rde sich schon eine Haubitze f&uuml;r den Gebrauch zu Hause kaufen? Die Produkte landen nicht auf dem Markt, bestenfalls werden sie nach ein paar Jahren wieder verschrottet, schlimmstenfalls werden sie zum T&ouml;ten eingesetzt. Die R&uuml;stungsindustrie ist tendenziell inflation&auml;r f&uuml;r eine Volkswirtschaft, weil den L&ouml;hnen keine Waren auf dem Markt gegen&uuml;berstehen. Die R&uuml;stungskonzerne, allen voran der Branchenprimus Rheinmetall, sollen entweder n&uuml;tzliche Produkte f&uuml;r den Alltagsgebrauch herstellen oder sie m&uuml;ssen geschlossen werden, damit sie keinen Schaden mehr anrichten k&ouml;nnen.<\/p><p>Deutsche Bomben, produziert in Sardinien, von dort frei Haus nach Jeddah geliefert, abgeworfen im Jemen. Was hat der deutsche Michel damit zu tun? Viel, sehr viel sogar.<\/p><p>Erst kommt das Fressen, dann die Moral, meinte einst Brecht. Wie lange k&ouml;nnen wir uns eine solche Einstellung noch leisten? Systemver&auml;nderung geht nicht ohne Zivilcourage. Und auch nicht ohne eine politische Zukunftsvision, die &uuml;ber den neoliberalen Tellerrand hinausblickt.<\/p><p>So weiterzumachen wie bisher, das wird in die Hose gehen. Konzerne wie Rheinmetall helfen dabei, den totalen Kollaps zu beschleunigen.<\/p><p>Titelbild: Flying Camera\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist der 11. Mai 2021. An diesem Dienstag findet in der D&uuml;sseldorfer Konzernzentrale von Rheinmetall die allj&auml;hrliche Hauptversammlung statt. Dieses Jahr wegen Corona nur virtuell. Vor der Konzernzentrale haben sich etwa 60 Aktivisten des Aktionsb&uuml;ndnisses RHEINMETALL ENTR&Uuml;STEN! versammelt, um auf die dubiosen Gesch&auml;fte des R&uuml;stungskonzerns aufmerksam zu machen. RednerInnen waren Kathrin Vogler, MdB (die<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72647\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":72648,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[172,170,161],"tags":[294,1519,2020,379,577,1573,909,466,1367,906,3070,259,1054,1438,950,1314,2061,1556,2639,1122,2377],"class_list":["post-72647","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aufruestung","category-friedenspolitik","category-wertedebatte","tag-aktienkurse","tag-atomwaffen","tag-biochemische-waffen","tag-china","tag-italien","tag-jemen","tag-kapitalismus","tag-nato","tag-ruestungsausgaben","tag-ruestungsindustrie","tag-rheinmetall","tag-russland","tag-saudi-arabien","tag-suedafrika","tag-tuerkei","tag-tiefer-staat","tag-umweltverschmutzung","tag-usa","tag-vergesellschaftung","tag-waffenexporte","tag-waffenlieferungen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/shutterstock_1976158529.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/72647","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=72647"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/72647\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":72651,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/72647\/revisions\/72651"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/72648"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=72647"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=72647"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=72647"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}