{"id":72662,"date":"2021-05-22T11:45:47","date_gmt":"2021-05-22T09:45:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72662"},"modified":"2021-05-22T12:19:00","modified_gmt":"2021-05-22T10:19:00","slug":"des-politmachos-ramponiertes-image","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72662","title":{"rendered":"Des Politmachos ramponiertes Image"},"content":{"rendered":"<p>In der tiefsten Krise ihres 75-j&auml;hrigen Bestehens verfolgt die Republik der Philippinen unter Pr&auml;sident Duterte einen au&szlig;enpolitischen Kurs, der einen manifesten Streit innerhalb des Regimes ausl&ouml;st und die Gesellschaft in Zeiten der Pandemie zus&auml;tzlich polarisiert. Von <b>Rainer Werning<\/b>.<br>\n<!--more--><br>\n<b>Vorbemerkung<\/b><\/p><p>Den Beginn des Wonnemonats Mai hatte sich Rodrigo R. Duterte gewiss anders vorgestellt. Vor f&uuml;nf Jahren fuhr &bdquo;Digong&ldquo;, wie die gl&uuml;henden Anh&auml;nger und Trolls den Pr&auml;sidenten gern nennen, einen fulminanten Wahlsieg ein und trat am 30. Juni 2016 als 16. Pr&auml;sident der Republik der Philippinen offiziell sein Amt an. Und wie!<\/p><p>Bewusst wahrte er dabei jenes Image, das er zuvor w&auml;hrend seiner &uuml;ber 20-j&auml;hrigen T&auml;tigkeit als B&uuml;rgermeister von Davao City, der gr&ouml;&szlig;ten (Hafen-)Stadt im S&uuml;den des Landes, zielstrebig gepflegt hatte. N&auml;mlich als strammer &bdquo;Saubermann&ldquo;, der sich bevorzugt mit einem Kehrbesen oder einem Maschinengewehr im Anschlag ablichten lie&szlig;. Die so transportierte Botschaft in seinem Wahlkampf lautete denn auch klipp und klar: Er werde das &bdquo;Gesindel der Trapos den Fischen in der Manila-Bucht zum Fra&szlig; vorwerfen&ldquo; und deren imperiale Herrschaft ebenso beenden wie die grassierende Korruption und ausufernde Drogensucht. &bdquo;Trapos&ldquo; ist die im Lande gebr&auml;uchliche Bezeichnung f&uuml;r &bdquo;traditionelle Politiker&ldquo;. Aus dem Spanischen &uuml;bersetzt bedeutet das Wort &bdquo;Schmutz-&ldquo; oder &bdquo;Schmierlappen&ldquo;. Womit gleichzeitig und unmissverst&auml;ndlich klar wird, was das &bdquo;gemeine Volk&ldquo; von seinen hoch- und h&ouml;chstrangigen Vertretern in der Exekutive und Legislative h&auml;lt. Ja, so Duterte noch kurz vor seinem Amtsantritt, er gedenke zudem als erster &bdquo;Sozialist&ldquo; und &bdquo;Antiimperialist&ldquo; in die Annalen der Geschichte seines Landes einzugehen.<\/p><p>&bdquo;<b>Dumme Kritiker&ldquo;<\/b><\/p><p>&bdquo;Wo ist unser Pr&auml;sident?&ldquo;, fragten sich verdutzt viele Filipinos, als Duterte im April &uuml;ber zwei Wochen lang nicht in der &Ouml;ffentlichkeit auftauchte. Anfang des Monats dann meldete sich &bdquo;Digong&ldquo; wieder zur&uuml;ck. Und zwar in einem Format, das der durch Krankheit gezeichnete Mann seit dem Jahreswechsel bevorzugt nutzt, um sich an seine Landsleute zu wenden &ndash; qua aufgezeichneter Fernsehsendungen, die meist allmont&auml;glich abends ausgestrahlt werden.<\/p><p>Was der 76-j&auml;hrige Pr&auml;sident da am 3. und 10. Mai &ndash; inklusive einer kurzfristig angesetzten Sondersendung am 5. Mai &ndash; &uuml;ber TV kundtat, versetzte selbst engste Freunde in helle Aufregung &ndash; und lie&szlig; sie teils sprachlos zur&uuml;ck. &bdquo;Ugok&ldquo; (w&ouml;rtlich: &bdquo;dumm&ldquo;) schalt Duterte alle seine Kritiker, die es gewagt hatten, die zunehmende <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=71843\">Pr&auml;senz chinesischer Schiffe in philippinischen Hoheitsgew&auml;ssern<\/a> als &bdquo;Landesverrat&ldquo; zu bezeichnen. Ja, einer dieser Kritiker, der mittlerweile pensionierte Richter am Obersten Gerichtshof der Philippinen, Antonio Carpio, warf Duterte sogar vor, unt&auml;tig zuzusehen, wie das Land immer mehr Gefahr laufe, zu einer &bdquo;chinesischen Provinz&ldquo; herabgew&uuml;rdigt zu werden.<\/p><p>In der Sondersendung am 5. Mai zeigte sich Duterte derma&szlig;en erregt, dass er Carpio zum &ouml;ffentlichen Streitgespr&auml;ch &uuml;ber die Problematik im S&uuml;dchinesischen\/Westphilippinischen Meer, einer geostrategisch hochsensiblen Region, in der j&auml;hrlich umgerechnet etwa f&uuml;nf Billionen US-Dollar an globalem Handelsverkehr abgewickelt werden, herausforderte. Ein solcher Disput sollte auch &uuml;ber den am 12. Juli 2016 ergangenen Schiedsspruch des St&auml;ndigen Schiedsgerichtshofs in Den Haag gef&uuml;hrt werden, wodurch Manilas Position gegen&uuml;ber der Volksrepublik China in Fragen der Ausschlie&szlig;lichen Wirtschaftszone (AWZ) bekr&auml;ftigt wurde. Diesen Schiedsspruch hat Duterte aber nie als Erfolg, sondern als l&auml;stige B&uuml;rde empfunden, um im Gegensatz zu seinen Vorg&auml;ngerregierungen engere Bande mit Beijing zu kn&uuml;pfen. Am 5. Mai nannte Duterte auch Carpio namentlich &bdquo;ugok&rdquo;, weil dieser den Schiedsspruch begr&uuml;&szlig;te, w&auml;hrend er (Duterte) diesen &ndash; dabei vor der Kamera mit einem Zettel wedelnd &ndash; als &bdquo;nur ein St&uuml;ck Papier&ldquo; bezeichnete, das er &bdquo;in den Papierkorb werfen werde&ldquo;!<\/p><p>Zu Dutertes Verbl&uuml;ffung nahm Carpio die Herausforderung umgehend an. Was den Pr&auml;sidenten im Gegenzug dazu verleitete, seinen Pressesprecher Harry Roque in den Ring zu schicken. Gegen&uuml;ber den Medien hie&szlig; es aus dem Pr&auml;sidentenpalast Malaca&ntilde;ang, ein T&ecirc;te-&agrave;-T&ecirc;te zwischen dem obersten Repr&auml;sentanten des Staates und einem &bdquo;Untergebenen&ldquo; sei unangemessen und schade eher dem Ansehen des Landes.<\/p><p><b>Offener Kabinettsclinch<\/b><\/p><p>&Ouml;l ins lodernde Feuer goss dann ausgerechnet Manilas Chefdiplomat, Au&szlig;enminister Teodoro Locsin, Jr. Am 13. Mai ordnete er erneut das Einreichen eines diplomatischen Protests gegen die Anwesenheit von 287 chinesischen Schiffen im Westphilippinischen Meer &ndash; einschlie&szlig;lich des innerhalb der AMZ liegenden Julian-Felipe-Riffs &ndash; an. Pr&auml;sidentensprecher Roque hatte demgegen&uuml;ber zwei Tage zuvor kategorisch erkl&auml;rt, das Julian-Felipe-Riff sei &bdquo;niemals im Besitz der Philippinen&ldquo; gewesen und man solle die &bdquo;Angelegenheit nicht unn&ouml;tig aufbauschen&ldquo;. Das wiederum brachte Locsin zur Wei&szlig;glut, der am 13. Mai twitterte: &bdquo;Vielleicht haben diese Idioten (gemeint waren Roque und eine eigens eingerichtete Nationale Task Force zum Westphilippinischen Meer &ndash; <i>RW<\/i>) beim n&auml;chsten Mal das Protokoll gelernt. Ich habe das mit dem Pr&auml;sidenten in Davao (City, der gr&ouml;&szlig;ten Stadt im S&uuml;den des Landes, wo Duterte &uuml;ber zwei Jahrzehnte lang als B&uuml;rgermeister amtierte &ndash; <i>RW<\/i>) besprochen. Wir haben eine Krankheit: Jeder und sein Onkel will ein Held sein, der China aus der Anonymit&auml;t einer Einsatzgruppe heraus bek&auml;mpft.&rdquo;<\/p><p>Derweil mokierten sich die beiden Senatoren Francis Pangilinan und Risa Hontiveros dar&uuml;ber, wessen Interessen eigentlich der Pr&auml;sidentensprecher in dieser so sensiblen au&szlig;en- und sicherheitspolitischen Frage vertritt. &bdquo;Bezieht Roque sein Gehalt aus China?&ldquo;, wurde Pangilinan Mitte Mai in den philippinischen Medien zitiert. Hontiveros bem&auml;ngelte indes die widerspr&uuml;chlichen &Auml;u&szlig;erungen seitens der Exekutive als Ausdruck daf&uuml;r, dass offensichtlich niemand die Verantwortung tr&auml;gt oder &uuml;bernehmen will.<\/p><p>F&uuml;r das Kabinettsmitglied Locsin steht au&szlig;er Frage, wer in dieser brisanten au&szlig;enpolitischen Angelegenheit das letzte Wort hat &ndash; n&auml;mlich er selbst. Die Tageszeitung <i>Philippine Daily Inquirer <\/i>zitiert den Au&szlig;enminister in ihrer Ausgabe vom 12. Mai wie folgt: &bdquo;Es gibt nur eine Stimme &uuml;ber das, was uns geh&ouml;rt: meine. Punkt. Nicht einmal das Milit&auml;r hat ein Mitspracherecht. (&hellip;) Lassen Sie (gerichtet an Roque &ndash; <i>RW<\/i>) das Thema fallen und &uuml;berlassen Sie es ganz dem Au&szlig;enministerium (DFA) unter mir, dem einzigen Experten auf diesem Gebiet, ohne Ausnahme.&ldquo;<\/p><p>&bdquo;<b>Dummes Wahlvolk&ldquo;<\/b><\/p><p>Es war dies nicht die erste &ouml;ffentliche Br&uuml;skierung des Pr&auml;sidenten durch seinen Au&szlig;enminister. Locsin, den der gl&uuml;hende Duterte-Verehrer und Kolumnist der <i>Manila Times<\/i>, Rigoberto D. Tiglao, wiederholt einen &bdquo;eitlen Twitter-K&ouml;nig noch vor Trump&ldquo; gescholten und als &bdquo;Schwachkopf&ldquo; bezeichnet hatte, war bereits am 3. Mai mit folgendem an die Adresse Beijings gerichteten Tweet angeeckt:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;China, mein Freund, wie h&ouml;flich kann ich es ausdr&uuml;cken? Mal sehen &hellip; Oh &hellip; VERPISS DICH. Was tust du unserer Freundschaft an? Du. Nicht wir. Wir versuchen es. Du. Du bist wie ein h&auml;sslicher Flegel, der seine Aufmerksamkeit einem gutaussehenden Kerl aufzwingt, der ein Freund sein will; aber nicht um eine chinesische Provinz zu gr&uuml;nden.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Zwar entschuldigte sich Locsin wenig sp&auml;ter f&uuml;r diesen Fauxpas. Doch geblieben ist ein immenser Imageschaden der gesamten Regierung. Am meisten davon betroffen ist der Pr&auml;sident selbst. Der n&auml;mlich hatte ja als eines seiner zentralen Anliegen im Wahlkampf 2016 versprochen, als &bdquo;erster Antiimperialist&ldquo; in die Annalen der Geschichte seines Landes einzugehen. Mit Blick auf die Pr&auml;senz chinesischer Schiffe in philippinischen Hoheitsgew&auml;ssern prahlte Duterte damals, er werde notfalls mit einem Jet-Ski in der Konfliktregion aufkreuzen und dort die philippinische Flagge hissen. Duterte hatte diese Prahlerei w&auml;hrend einer im Fernsehen &uuml;bertragenen Wahlkampfdebatte als Antwort auf die Frage eines Fischers kundgetan, der wissen wollte, was die Kandidaten als Pr&auml;sident denn unternehmen w&uuml;rden, um philippinische Fischer davor zu sch&uuml;tzen, von Chinas K&uuml;stenwache bedr&auml;ngt und am Fischen gehindert zu werden.<\/p><p>In seiner Fernsehansprache am 10. Mai dazu nunmehr der lapidare Hinweis des Pr&auml;sidenten: &bdquo;Wenn Sie das wirklich glauben (&hellip;) w&uuml;rde ich sagen, dass Sie wirklich dumm sind.&ldquo; Was den Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses im Senat, Panfilo Lacson, sowie zahlreiche Kommentatoren in den Print- und Funkmedien in Rage versetzte. Sie warfen Duterte vor, bewusst get&auml;uscht und einen Gro&szlig;teil seiner W&auml;hler offen betrogen und nunmehr auch noch zutiefst verh&ouml;hnt zu haben. Was offensichtlich die vernagelte Fan- und Trollgemeinde Dutertes nicht daran hinderte, ihrem Idol fortgesetzt ungeniert Beifall zu zollen. Schlie&szlig;lich nennen sie sich selbst ja DDS &ndash; das steht f&uuml;r &bdquo;diehard Duterte sympathizers&ldquo; (&bdquo;knallharte Duterte-Sympathisanten&ldquo;).<\/p><p><b>Bizarre Kehrtwenden<\/b><\/p><p>Unmittelbar nach seiner Amtseinf&uuml;hrung am 30. Juni 2016 erfolgte Dutertes erste bizarre Kehrtwende. Statt der traditionell engen Bindung an die USA (diese beherrschten die Inseln als einzige Kolonie in Asien von 1898 bis zum 4. Juli 1946), so der frischgek&uuml;rte Pr&auml;sident, propagierte er die neue &bdquo;Achse Manila-Beijing-Moskau&ldquo;. Wenngleich davon heute so gut wie keine Rede mehr ist und das Verh&auml;ltnis zu Moskau ohnehin nicht in der urspr&uuml;nglich gew&uuml;nschten Form zustande kam, vertrat Duterte als Pr&auml;sident einen betont chinafreundlichen Kurs, der seitens Beijings unter anderem mit Kreditzusagen in H&ouml;he von umgerechnet ann&auml;hernd 24 Mrd. US-Dollar honoriert wurde.<\/p><p>Was den verschlagenen Duterte nicht davon abhielt, die Beziehungen zu Washington zu keinem Zeitpunkt ernsthaft auf die Probe zu stellen. Als Duterte nun merkte, dass seine letzten &ouml;ffentlichen Auftritte nicht nach seinem Gusto verliefen, schwenkte er pl&ouml;tzlich um und erkl&auml;rte Mitte des Monats, er sei nicht gewillt, die mittlerweile in die Konfliktregion entsandten Schiffe der philippinischen Marine &bdquo;auch nur Zentimeter zur&uuml;ckweichen&ldquo; oder gar &bdquo;abziehen zu lassen&ldquo;. Plumper h&auml;tte Duterte die Au&szlig;enpolitik Manilas nicht selbst desavouieren und ad absurdum f&uuml;hren k&ouml;nnen.<\/p><p>Des Pr&auml;sidenten j&auml;mmerliche Performance bot offensichtlich den Hintergrund daf&uuml;r, dass pensionierte Milit&auml;r- und Polizeioffiziere Duterte und sein Kabinett Mitte Mai aufforderten, endlich Differenzen &uuml;ber die &bdquo;anhaltende Aggression Chinas im Westphilippinischen Meer zur&uuml;ckzustellen&ldquo;. In einer Erkl&auml;rung sagten die <i>Advocates for National Interest (ANI)<\/i> unter dem Vorsitz des pensionierten Generals und fr&uuml;heren Generalstabschefs Edilberto Adan, es sei an der Zeit, &bdquo;endlich &uuml;ber parteipolitische Grenzen hinweg den Schutz und die Verteidigung unserer Souver&auml;nit&auml;t und unseres Territoriums als eine nationale Verpflichtung zu betrachten.&ldquo; Da sich Duterte vis-&agrave;-vis Beijing trotz wiederholter diplomatischer Proteste meist freundlich verhalten habe, &bdquo;sollten wir uns endlich auf die Seite des philippinischen Volkes stellen. Unsere B&uuml;rger d&uuml;rfen sich nicht unwissentlich auf die Seite Chinas begeben&ldquo;, hei&szlig;t es weiter in der Erkl&auml;rung der ANI.<\/p><p>Die Gruppe f&uuml;gte hinzu, Filipinos sollten wissen, dass ein &bdquo;Informationskrieg&ldquo; im Gange sei, der psychologische, propagandistische und mediale Mittel einsetzt, um Chinas unrechtm&auml;&szlig;ige Handlungen im Westphilippinischen Meer zu rechtfertigen und somit Beijings Narrativ zu bef&ouml;rdern. Schlie&szlig;lich wandten sich die ANI gegen die von Duterte stets vehement verfochtene Version, ein aktives Engagement im Westphilippinischen Meer zur Wahrung der eigenen Souver&auml;nit&auml;t w&uuml;rde unweigerlich &bdquo;zu einem Krieg f&uuml;hren&ldquo;. Bei Redaktionsschluss dieses Beitrags schwenkte Duterte erneut um und beschied China, die &bdquo;innige Freundschaft&ldquo; k&ouml;nne ein Ende haben, w&auml;hrend er an die Adresse Washingtons die Message richtete, &bdquo;uns (die Philippinen &ndash; <i>RW<\/i>) in Ruhe zu lassen.&ldquo;<\/p><p><b>Veritable Probleme<\/b><\/p><p>Derweil dauert die wirtschaftliche und soziale Malaise infolge der COVID-19-Pandemie unvermindert an und nach wie vor bilden die Philippinen mit Abstand das Schlusslicht in der gesamten Region Ostasien\/Pazifik. &bdquo;Erh&ouml;hte Inflation, eine gro&szlig;e Produktionsl&uuml;cke, ein neuerliches Auftreten von COVID-19-Infektionen und die begrenzte Verf&uuml;gbarkeit von Impfstoffen sind alles Gr&uuml;nde zur Besorgnis&ldquo;, schrieb Katrina Ell, &Ouml;konomin im Sydney-B&uuml;ro der Ratingagentur <i>Moody&rsquo;s Analytics<\/i>, in ihrem Bericht vom 25. M&auml;rz mit dem Titel &bdquo;Die Philippinen bereiten Sorgen&ldquo; (im Original: &bdquo;<i>Asia-Pacific Daily Briefing: The Philippines Is a Worry&ldquo;<\/i>). Allein im vergangenen Jahr sackte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um ann&auml;hernd zehn Prozent ab &ndash; der dramatischste Wirtschaftseinbruch in der knapp 75-j&auml;hrigen Geschichte der am 4. Juli 1946 von den USA in die Unabh&auml;ngigkeit entlassenen Republik der Philippinen.<\/p><p>Im ersten Quartal dieses Jahres ging das BIP um 4,2 Prozent zur&uuml;ck, w&auml;hrend die Inflationsrate auf 4,5 Prozent anstieg. Neben Millionen vernichteten Arbeitspl&auml;tzen, Tausenden stillgelegter Unternehmen und extrem schleppenden Impfungen (bis dato lediglich 1,3 Prozent des 108 Millionen Einwohner z&auml;hlenden Landes) grassiert erstmals in der Geschichte der Republik vielerorts Hunger. Eine &bdquo;katastrophale&ldquo; Situation, von der Analysten der in Manila beheimateten Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) sowie Aaditya Mattoo, Chef&ouml;konom der Weltbank f&uuml;r Ostasien und den Pazifikraum, meinen, dass sie bis mindestens Fr&uuml;hjahr 2023 anh&auml;lt.<\/p><p>Titelbild: hyotographics\/shutterstock.com<\/p><p><b>Quellenhinweis<\/b><\/p><p>Die im Text verwendeten Zitate stammen ausschlie&szlig;lich aus folgenden philippinischen Quellen, die im Zeitraum vom 1. bis zum 15. Mai 2021 ausgewertet wurden: <i>Manila Bulletin; Manila Times, Philippine Star, Philippine Daily Inquirer<\/i> sowie aus den beiden Online-Portalen <i>Rappler<\/i> &amp; <i>Bulatla<\/i>t.<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/194c6c0b7b0b4de0b85314b0ffbe15b1\" alt=\"\" title=\"\" width=\"1\" height=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der tiefsten Krise ihres 75-j&auml;hrigen Bestehens verfolgt die Republik der Philippinen unter Pr&auml;sident Duterte einen au&szlig;enpolitischen Kurs, der einen manifesten Streit innerhalb des Regimes ausl&ouml;st und die Gesellschaft in Zeiten der Pandemie zus&auml;tzlich polarisiert. 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