{"id":72667,"date":"2021-05-24T14:00:01","date_gmt":"2021-05-24T12:00:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72667"},"modified":"2021-05-24T15:37:20","modified_gmt":"2021-05-24T13:37:20","slug":"ein-widerstand-gegen-diese-zustaende-ist-moeglich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72667","title":{"rendered":"\u201eEin Widerstand gegen diese Zust\u00e4nde ist m\u00f6glich\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Wie sieht es eigentlich mit unseren Nahrungsmitteln aus und wie gehen wir mit diesen um? Der Schweizer Koch <strong>David H&ouml;ner<\/strong> setzt sich schon lange mit diesen Fragen auseinander und er wei&szlig;, dass man bei ihrer Beantwortung schnell in so manchen Abgrund schaut. &bdquo;Wir werden wie die Schweine zum Futtertrog in die Superm&auml;rkte getrieben, wo wir uns Fett kaufen k&ouml;nnen&ldquo;, sagt H&ouml;ner im Interview mit den NachDenkSeiten. &bdquo;Wir verlieren gerade den Bezug zum elementarsten Bed&uuml;rfnis, zum Essen, zu den Lebensmitteln, lassen uns industriell gefertigte Ware andrehen bis zur Abh&auml;ngigkeit. Und bezahlen teuer daf&uuml;r&ldquo;, so H&ouml;ner weiter. Ein Interview dar&uuml;ber, warum K&ouml;che endlich &bdquo;die Signale&ldquo; h&ouml;ren sollen, &bdquo;verk&uuml;mmerte Sinne&ldquo; und warum das Kochen nach Klima und Jahreszeit eigentlich die Normalit&auml;t sein sollte. Von <strong>Marcus Kl&ouml;ckner<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Herr H&ouml;ner, Sie sind bekannt daf&uuml;r, dass Sie sich als Koch nicht nur auf das Essen als solches konzentrieren. Ihnen geht es um mehr. In Ihrem neuen Buch wenden Sie sich direkt an die K&ouml;che und sagen: &bdquo;H&ouml;rt die Signale!&ldquo;? <\/strong><br>\n<strong>Von welchen &bdquo;Signalen&ldquo; sprechen Sie?<\/strong><\/p><p>Es gibt Signale aller Art, doch in diesem Fall gibt es einige wesentliche, die zu h&ouml;ren sind und deren Lautst&auml;rke st&auml;ndig zunimmt. Das eine sind die Warnsignale, die sich durchs Band weg mit apokalyptischen Weltsichten verkn&uuml;pfen. Die Zunahme der Zivilisationskrankeiten, von Alzheimer &uuml;ber Gicht, zum &Uuml;bergewicht und hin zur Z&ouml;liakie, die Liste kann ins Endlose verl&auml;ngert werden, die st&auml;ndig zunehmen. Unser Immunsystem scheint arg in Bedr&auml;ngnis geraten zu sein. Die Ursachen lassen sich zwar nicht ausschlie&szlig;lich, aber doch &uuml;ber weite Strecken mit der Nahrung, den Lebensmitteln, der industriellen Agrarwirtschaft und deren Produkten, die wir t&auml;glich zu uns nehmen, verkn&uuml;pfen. Ich m&ouml;chte mich hier eingliedern in den anwachsenden Chor von Protesten und Warnungen. Eine andere, positivere Art von Signal ist das Signal zum Aufbruch. Ein Widerstand gegen diese Zust&auml;nde, so wird es immer klarer, ist m&ouml;glich. Sei es &uuml;ber den eigenen Herd, den politischen Protest und vor allem mit der Erkenntnis, dass es sich hier nicht um abstrakte Themen handelt, sondern das gelebte Leben. Kochen oder Gastgeber zu sein, sind nicht nur der Schl&uuml;ssel zu einer besseren Ern&auml;hrung, sondern &ouml;ffnen die T&uuml;r zum &bdquo;guten Leben&ldquo;.<\/p><p><strong>K&ouml;che gibt es viele in unserem Land. Profis, Hobby-K&ouml;che, aber auch letztlich all diejenigen, die eben f&uuml;r ihre Familie oder auch nur f&uuml;r sich alleine &bdquo;kochen&ldquo;.<\/strong><br>\n<strong>Worauf sollten diese K&ouml;che achten? Oder anders gefragt: Was gilt es zun&auml;chst beim Kochen zu beachten?<\/strong><\/p><p>Wir alle m&uuml;ssen wieder lernen, unseren Sinnen zu vertrauen. Sehen, h&ouml;ren, riechen, schmecken und anfassen, das sind die f&uuml;nf Sinne, die wir einsetzen k&ouml;nnen. Dann kommt der Rest fast von selbst. Einen Apfel riechen, h&ouml;ren wie der Wind durch ein Maisfeld rauscht, die Brombeeren sehen im Dornengestr&uuml;pp, die einen beim Pfl&uuml;cken stechen, ein lebendiges Huhn aufheben und festhalten, wenn es mit den Fl&uuml;geln schl&auml;gt. Diese, und tausend andere, einfache Dinge, die mit Essen und Trinken zu tun haben, sind immer weniger auf dem Bildschirm der urbanen Gesellschaft. Wir verlieren gerade den Bezug zum elementarsten Bed&uuml;rfnis, zum Essen, zu den Lebensmitteln, lassen uns industriell gefertigte Ware andrehen bis zur Abh&auml;ngigkeit. Und bezahlen teuer daf&uuml;r. Wer beim Kochen versucht, an das &bdquo;Eigene&ldquo; anzukn&uuml;pfen, ist schon auf dem richtigen Weg. Und wer damit beginnt, wird feststellen, dass es gar nicht mehr so einfach ist, das &bdquo;Eigene&ldquo; hinter all dem Schwurbel in bunten T&uuml;tchen und S&auml;ckchen zu finden.<\/p><p><strong>Worauf achten Sie als n&auml;chstes?<\/strong><\/p><p>Die unverfrorene Respektlosigkeit, die sich manifestiert in der Tatsache, und das geht wahrscheinlich fast Jede und Jeden an, mit der wir in den Industriestaaten das Essen wegwerfen, ist an &Ouml;bsz&ouml;nit&auml;t kaum zu &uuml;berbieten. Es ist Alltag. Vermehrt bin ich der Meinung, das ist kein Zufall, sondern Absicht. Wir werden wie die Schweine zum Futtertrog in die Superm&auml;rkte getrieben, wo wir uns fettkaufen d&uuml;rfen. Aber das Yoghurt ist gerade mal drei Tage frisch, dann muss es weggeworfen werden, damit man wieder Neues in den K&uuml;hlschrank schichten kann. Brot ist nach einem Tag bereits in den Abfalleimern, eine Banane mit ein paar braunen Flecken wirft man in den &ndash; getrennten &ndash; M&uuml;ll. Diese Tendenz, immer zu viel zu kaufen, ist sehr archaisch, &Uuml;berf&uuml;lle ist Konzept. Das geht auch anders.<\/p><p><strong>Sie sprechen in Ihrem Buch von den &bdquo;elementaren S&uuml;nden&ldquo; unserer Zeit im Hinblick auf die Nahrungszubereitung. Was meinen Sie damit genau?<\/strong><\/p><p>Neben den verk&uuml;mmerten Sinnen sind es die falsch gesetzten Werte. Sorry, aber noch vor 50 Jahren wurde in praktisch jedem Haushalt gekocht, ein Viertel des Einkommens verbrauchte eine Familie f&uuml;r die Lebensmittel. Heute sind es zwischen 10 und 14 Prozent.<\/p><p>Nun, gut Ding will Weile haben. Offenbar ist mittlerweile die mehrst&uuml;ndige Pr&auml;senzzeit vor dem Bildschirm oder mit dem Smartphone es wert, daf&uuml;r eine Tiefk&uuml;hlpizza in den Ofen zu schieben, die einem all das abnimmt, was man eh schon verlernt hat.<\/p><p>Der kochenden Hausfrau hat man t&uuml;chtig den Garaus gemacht. Nicht zuletzt, weil man sie nicht respektiert hat. Heute hat man zwar Wichtsackk&uuml;chen, die 50.000 Euro kosten mit allem Drum und Dran, aber kochen tut darin kaum jemand. Die Mikrowelle macht&rsquo;s.<\/p><p><strong>Wenn man auf die Speisekarte in Restaurants blickt, liest man immer wieder von &bdquo;saisonaler&ldquo; und &bdquo;regionaler&ldquo; K&uuml;che. Das ist doch ein guter Ansatz. Oder st&ouml;rt Sie daran etwas?<\/strong><\/p><p>Nein, es st&ouml;rt mich daran &uuml;berhaupt nichts, es ist die beste, einfachste und ges&uuml;ndeste Ern&auml;hrung. Was mich st&ouml;rt, ist das Ged&ouml;hns von regional und saisonal, als ob man jetzt etwas Neues, ganz Tolles herausgefunden h&auml;tte. Und bei den Gro&szlig;verteilern kommen die mexikanischen Avocados, die Himbeeren von irgendwo und der Spargel aus Peru auf die Ladentheke. Nach Klima und Jahreszeiten zu kochen, ist nicht das neuerfundene Rad, es ist das, was man gesunde Normalit&auml;t nennt. Wenn man es ernst nehmen will, und da werden wir auf die Dauer nicht drumherum kommen, kostet dann in nicht allzu ferner Zukunft eine Tafel Schokolade 30 Euro, den Kaffee gibt es f&uuml;r 12 Euro &ndash; pro Tasse. Und da wir das billige Qu&auml;lschwein auch nicht mehr in der Blutwurst haben wollen, kostet auch diese dann das Dreifache. Und das ist richtig so!<\/p><p><strong>Was ist Ihr Eindruck: Wie k&ouml;nnte man die Grundhaltung vieler K&ouml;che, ob nun Profi oder einfach nur der Koch zu Hause am Herd, beschreiben?<\/strong><\/p><p>Es ist ihnen unwichtig, was sie tun. Man muss sehen, dass der Profikoch, der nicht gleichzusetzen ist mit den Stars aus den Kochshows, einen sehr harten Beruf aus&uuml;bt. Meist ist er auch schlecht bezahlt, leidet unter seinen unregelm&auml;&szlig;igen Arbeitszeiten und steht auf der sozialen Skala ziemlich weit unten. Die Stimmung in diesen K&uuml;chen ist dementsprechend. Man hat kaum Zeit, sich mit dem Einkauf auseinanderzusetzen. Das machen die, die nicht kochen, sondern wirtschaften studiert haben. So kaufen sie auch ein. Billig eben. Der Starkoch, der morgens auf den Markt geht und mit der Gem&uuml;sefrau sch&auml;kert, ist ein Bild aus vergangenen Zeiten.<\/p><p>Das f&uuml;hrt auch zu einer Resignation. Der Koch l&auml;sst den Kopf h&auml;ngen und wird Polizist.<\/p><p>Wer zuhause noch kocht, steht auch unter Zeitdruck. Also kauft er oder sie Convenience-Produkte. Das f&auml;ngt bei der Babynahrung an. Der Schaden, der dadurch angerichtet wird, ist schleichend. Haushalt f&uuml;hren ist kein Beruf. Egal ob Mann oder Frau. Das hat man aus unserem Leben weggemobbt. So sind Profis und Nichtprofis in der K&uuml;che gleicherma&szlig;en Opfer einer verfehlten Lebensmittelpolitik.<\/p><p><strong>Woher kommt diese Haltung?<\/strong><\/p><p>Achtstundentag, zehn Stunden mit Arbeitsweg, in der Familie arbeiten beide Elternteile, der Single arbeitet auch wie bl&ouml;d. Da geht&rsquo;s noch um eine Stunde Ruhe auf der Couch, etwas Sport am Wochenende und die Social Media frisst den Rest der Zeit. Kochen k&ouml;nnen tun auch immer weniger Leute. Ja, wann denn? Es ist zu etwas L&auml;stigem degradiert worden. Wozu gibt es <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Uber_Eats\">Uber Eats<\/a>? Dazu das st&auml;ndige Bombardement mit Billigprodukten, die schreien, &bdquo;Kauf mich, kauf mich!&ldquo;<\/p><p><strong>Was m&uuml;sste sich in der Gastronomie &auml;ndern?<\/strong><\/p><p>Die Grundbedingungen m&uuml;ssen neu gedacht werden. Ein selbstst&auml;ndiger Gastronom, oder Wirt, ist Milchkuh f&uuml;r ganz viele. Die Personalkosten, welche den gr&ouml;&szlig;ten Teil seines Budgets verschlingen, sind enorm, der h&ouml;chste Posten in der Buchhaltung. Die Mieten sind hoch, die Arbeitszeiten lang, der Beh&ouml;rdendschungel undurchdringlich, die Auflagen immer komplizierter. Die Konkurrenz aus der Systemgastronomie ist billiger und kommt f&uuml;r seine Angebote mit ungelernten Kr&auml;ften aus. Jetzt, Coronazeit, werfen die selbstst&auml;ndigen Wirte das Handtuch reihenweise. Um Polizist zu werden, sind sie jetzt zu alt, Sozialfall sein ist kein Beruf. In den Startl&ouml;chern stehen schon die Wirtschaftler von McDonald&rsquo;s, Nordsee, Subway und Marengo, kaufen sich die verlumpten Gastst&auml;tten. Und bunt und sch&ouml;n wird&rsquo;s neu. Es muss eine subventionierte Gastronomie angedacht werden. Die Gasth&auml;user, die fr&uuml;her auf dem Land das Vereins- und Kulturleben mitgetragen haben, sind zu wichtig, als dass sie einfach auf dem neoliberalen Amboss zu Coca-Cola-Automaten umgeschmiedet werden.<\/p><p><strong>Wie sieht es denn in der Kochausbildung aus? Wo liegen da, Ihrer Meinung nach, die Schwachstellen?<\/strong><\/p><p>K&ouml;che werden schlecht ausgebildet, weil sie im eigentlichen Sinne gar keine K&ouml;che mehr sind, sondern unterbezahlte Industriearbeiter. Das &Uuml;berangebot an Halbfertig- und Fertigprodukten ist da keine Hilfe. Auch hier m&uuml;ssen die Weichen wieder zur&uuml;ckgestellt werden. Das hei&szlig;t eben, wieder K&ouml;che ausbilden, die auch ein Tier zerlegen k&ouml;nnen, die mit den Landwirten direkt arbeiten, die keinen Seehecht aus dem Nordatlantik als Fischst&auml;bchen kaufen.<\/p><p>Kochen muss ein ganzheitliches Konzept sein, vom Einkauf bis zur Buchhaltung, das geh&ouml;rt alles zusammen. Es w&auml;re w&uuml;nschenswert, in einer gastronomischen Ausbildung verschiedenste Module anzubieten. Verschiedene Richtungen. Nicht alle Betriebe haben die gleichen Anforderungen, eine Spitalk&uuml;che ist keine Werkskantine, ein Ausflugsrestaurant kein Gourmettempel.<\/p><p>Vor allem muss das berufliche Umfeld auch attraktiver werden. Wer nichts wird, wird Wirt? Ja, danke f&uuml;r die ermunternde Volksweisheit.<\/p><p><strong>Sollte man eine Art neues Bewusstsein f&uuml;r unsere Nahrung und den Umgang damit entwickeln?<\/strong><\/p><p>Man kann die Zeit nicht zur&uuml;ckdrehen, muss es auch nicht. Doch es ist wichtig, sich gerade in der Gastronomie nicht zu l&ouml;sen von dem Althergebrachten. Die Werte, die in einem gut gemachten Suppenhuhn, das auf der Wiese gepickt hat, stecken, Tradition, Identit&auml;t, Wissen, lassen sich, wenn sie verloren sind, nicht einfach zur&uuml;ckholen. Eine ganze Reihe von Fehlentwicklungen, die als modern gelten, m&uuml;ssen auch nicht beibehalten werden. Eine Welt ohne Coca-Cola ist m&ouml;glich.<\/p><p><strong>Welche Rolle spielt die Lebensmittelindustrie? Die d&uuml;rfte wohl kaum ein Interesse an dieser Grundhaltung haben, oder?<\/strong><\/p><p>Interessanterweise haben die vielen Proteste und die heftige Kritik, die an Nestl&eacute; und Konsorten herangetragen wurden, dort zu einem teilweisen Umdenken gef&uuml;hrt. In einer Gesellschaft, deren Mehrheit sich kaum mit Ern&auml;hrungssouver&auml;nit&auml;t besch&auml;ftigt, braucht es Verteiler. Wenn dann noch eine klima- und umweltbewusste Grundhaltung, eine menschenfreundliche Politik im Umgang mit den Bauern, Fischern und Entwicklern dazuk&auml;me und ein Handels- und Gesch&auml;ftskonzept ohne neoliberale Klammern &hellip; dann sehe ich nicht ein, wieso diese Strukturen verschwinden sollten. Auch hier geht es um einen Systemwandel. Man kann auch auf anst&auml;ndige Weise Geld verdienen.<\/p><p><strong>Ich denke gerade an den Zucker. Zucker ist in unz&auml;hligen Lebensmitteln enthalten und l&auml;ngst nicht nur in S&uuml;&szlig;igkeiten. Was l&auml;uft da schief?<\/strong><\/p><p>Da steckt eine lange Geschichte von Kolonialismus, Kapitalismus und Ausbeutung dahinter. Raffinierter, wei&szlig;er Zucker w&uuml;rde heute als Lebensmittel und nach eingehaltenen Vorschriften wahrscheinlich gar nicht mehr zugelassen. Ein Suchtmittel mit heftigen Nebenwirkungen. Zucker ist als Konservierungsstoff in unz&auml;hligen &bdquo;salzigen&ldquo; Produkten ebenfalls vorhanden. Aber wenn allein die Coca-Cola Company zehn Prozent der weltweiten Zuckerproduktion ben&ouml;tigt, hat man eine Vorstellung davon, was da f&uuml;r eine Lobby dahintersteckt.<\/p><p><strong>In Ihrem Buch hei&szlig;t es zum Ende hin, wir Menschen sollten einfach aufh&ouml;ren &bdquo;mitzumachen&ldquo;, &bdquo;unser Hirn anschalten&ldquo; und uns &bdquo;aus der Knechtschaft derer befreien, die unser Blut saugen&ldquo;. Das sind klare, aber auch drastische Worte. Wer &bdquo;saugt&ldquo; unser Blut? Und wie k&ouml;nnen sich Menschen davon befreien?<\/strong><\/p><p>Ich gebe zu, es ist etwas plakativ. Doch wir haben es in der Hand, das nicht mitmachen. Augen auf beim Einkauf. Blut saugen? Vielleicht nicht direkt, aber das Wasser saugen sie uns weg. Und nat&uuml;rlich bezahlen wir dann an der Tankstelle f&uuml;r ein PET-Fl&auml;schchen &bdquo;stilles Wasser&ldquo;, welches noch nicht mal eine bessere Qualit&auml;t hat als das, was zuhause aus dem Hahn flie&szlig;t, 3 Euro f&uuml;r drei Deziliter. Durch unsere Schw&auml;chen, die sie hegen und pflegen, konstruieren sie die Knechtschaft, in die wir uns freiwillig begeben haben. Und wer sind sie? Gro&szlig;konzerne im Verbund mit einer neoliberalen Wirtschaftspolitik, die den Mitb&uuml;rger nur noch als Konsumenten  wahrnehmen. Unterdessen pressen sie ganz ungeniert das Geld aus dem Mittelstand, aus den unteren Klassen und geradezu gnadenlos aus der Dritten Welt. Angst zu machen, geh&ouml;rt dazu. Sinnlose Kriege zu f&uuml;hren, bringt auch Geld. Es sind dieselben, die die Umwelt und das Essen vergiften, jeden Bezug zur Wirklichkeit verloren haben, so lange nur die Kasse stimmt. Das Essen geh&ouml;rt da zu den sichersten Einkommensquellen.<\/p><p>Titelbild: KarepaStock\/shutterstock.com<\/p><p><em>Lesetipp: H&ouml;ner, David: <a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/buecher-mehr\/koeche-hoert-die-signale.html\">K&ouml;che h&ouml;rt die Signale. Ein kulinarisches Manifest<\/a>. Westend. M&auml;rz 2021. 176 Seiten. 18 Euro.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie sieht es eigentlich mit unseren Nahrungsmitteln aus und wie gehen wir mit diesen um? Der Schweizer Koch <strong>David H&ouml;ner<\/strong> setzt sich schon lange mit diesen Fragen auseinander und er wei&szlig;, dass man bei ihrer Beantwortung schnell in so manchen Abgrund schaut. &bdquo;Wir werden wie die Schweine zum Futtertrog in die Superm&auml;rkte getrieben, wo wir<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72667\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":72668,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[150,161],"tags":[2854,2674,2884,849,2264],"class_list":["post-72667","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-verbraucherschutz","category-wertedebatte","tag-gastronomie","tag-konsumismus","tag-lebensmittelindustrie","tag-nahrungsmittel","tag-regionalisierte-wirtschaft"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/shutterstock_1188599263.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/72667","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=72667"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/72667\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":72726,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/72667\/revisions\/72726"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/72668"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=72667"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=72667"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=72667"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}