{"id":72957,"date":"2021-05-31T08:43:34","date_gmt":"2021-05-31T06:43:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72957"},"modified":"2021-05-31T09:19:54","modified_gmt":"2021-05-31T07:19:54","slug":"fuehren-grosse-infrastrukturprojekte-zur-energiewende-ein-blick-nach-norwegen-irland-frankreich-und-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72957","title":{"rendered":"F\u00fchren gro\u00dfe Infrastrukturprojekte zur Energiewende? Ein Blick nach Norwegen, Irland, Frankreich und Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Am vergangenen Donnerstag wurde das Nordlink genannte Unterseekabel f&uuml;r Starkstrom zwischen Deutschland und Norwegen offiziell seiner Bestimmung &uuml;bergeben. Derweil befindet sich die Celtic Interconnector genannte Verbindung zwischen der Republik Irland und der Bretagne noch in der Planungsphase. Beide Kabel sollen laut den Betreibern und Konstrukteuren f&uuml;r mehr Versorgungssicherheit und eine bessere Verteilung des Stroms sorgen und Spitzenlasten bzw. &Uuml;bersch&uuml;sse vermeiden helfen. Laut den Betreibern von Nordlink <a href=\"https:\/\/www.en-former.com\/nordlink-laengstes-offshore-kabel\/\">&bdquo;d&uuml;rfte das zugunsten der Verbraucher sein&ldquo;<\/a>. Nach einem Ortstermin beim geplanten Anlandepunkt im S&uuml;den Irlands, dem Anschauen eines Webinars und Recherchen im Internet bleiben allerdings noch einige, auch grunds&auml;tzliche Fragen offen zu diesem Projekt, welches mit 500 Millionen Euro rund zur H&auml;lfte von der EU finanziert werden soll. Von <strong>Moritz M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nAm Celtic Interconnector sind die staatliche irische Netzbetreibergesellschaft Eirgrid sowie deren franz&ouml;sisches Gegenst&uuml;ck RTE beteiligt. Diese Firmen planen den Bau und w&uuml;rden das Kabel, welches &uuml;ber eine Kapazit&auml;t von 700 MW verf&uuml;gen soll, nach der Fertigstellung auch betreiben. Auf der Webseite von Eirgrid kann man <a href=\"http:\/\/www.eirgridgroup.com\/the-grid\/projects\/celtic-interconnector\/the-project\/\">deren Informationen<\/a> zum Kabel finden.<\/p><p>2009 gab es eine <a href=\"http:\/\/www.eirgridgroup.com\/sitefiles\/library\/EirGrid\/Interconnection_Economic_Feasibility_Report.pdf\">Machbarkeitsstudie<\/a>, die sich mit der Verbindung des Stromnetzes der Insel Irland mit den Nachbarn Gro&szlig;britannien und Frankreich besch&auml;ftigte. Die damals noch nicht Celtic Interconnector genannte Verbindung mit der Bretagne war in der Studie eine von mehreren Optionen.<\/p><p>Es gibt bei Eirgrid mittlerweile eine ganze <a href=\"http:\/\/www.eirgridgroup.com\/the-grid\/projects\/celtic-interconnector\/related-documents\/index.xml\">Seite mit Dokumenten<\/a> zum Interconnector. Dort findet man detaillierte Karten der geplanten Anlandepunkte und wie die Umspannwerke realisiert werden sollen, aber eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse findet sich nicht. Und das legt den Schluss nahe, dass dies entweder nie gemacht wurde oder dass man die Ergebnisse nicht ver&ouml;ffentlichen wollte. Dies ist nat&uuml;rlich nur eine Vermutung, aber auch die Tatsache, dass die mir vorliegenden diesbez&uuml;glichen Anfragen eines Anliegers der geplanten Streckenf&uuml;hrung nicht beantwortet wurden, passt in dieses Bild.<\/p><p>Trotzdem ging die Planung danach richtig los und es sind mittlerweile einige Millionen Euro in diese Planungen geflossen. Dies f&uuml;hrte zu vielf&auml;ltigen Vorschl&auml;gen, wie man die Streckenf&uuml;hrung realisieren k&ouml;nnte. Mittlerweile hat sich Claycastle, zwei Kilometer s&uuml;dlich der Ortschaft Youghal im Osten der Grafschaft Cork, als der Punkt herauskristallisiert, an dem das Kabel nach 500 km unter dem Meer wieder an Land kommen soll. Hier glaubt man gute Bedingungen gefunden zu haben, da es sich nicht um die in der Umgebung vorherrschende Felsenk&uuml;ste, sondern um eine weite Flussebene mit Schwemmland handelt und somit das Kabel verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig leicht unter die Erde zu bringen ist.<\/p><p>Die ersten Kilometer der Strecke verlaufen durch ein als Vogelschutzgebiet ausgewiesenes Moor. Das ist wahrscheinlich billiger, als wenn man Milchbauern f&uuml;r ihre Weiden entsch&auml;digen m&uuml;sste. Danach soll die Trasse der Nationalstra&szlig;e N25 folgen, die hierf&uuml;r aufgegraben werden m&uuml;sste.<\/p><p>Um zwei Ortschaften herum ist die Planung noch nicht ganz so klar. Es wird auch eine Konverterstation ben&ouml;tigt, in der der Gleichstrom des Unterseekabels in Wechselstrom umgewandelt wird. Von dort soll der Wechselstrom nach einigen weiteren unterirdischen Kilometern in Knockraha in das irische Netz eingespeist werden.<\/p><p>Ein offizieller Bauantrag f&uuml;r diese Arbeiten ist noch nicht gestellt worden.<\/p><p>Es gab auch diverse Anh&ouml;rungen, in denen es zumeist um Fragen des lokalen Baumanagements und des Naturschutzes ging, und ob von der Leitung eine Gefahr durch Elektrosmog ausgeht. Fragen zum &ouml;konomischen Sinn des Gesamtprojekts wurden in dem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Lq0iSwuyQwA\">Webinar<\/a>, das ich mir anschaute, nicht behandelt.<\/p><p>Was mir auch auffiel, war die Gegenwartsform, welche alle Planer bei dem Webinar benutzten. Durchgehend h&ouml;rte man S&auml;tze wie: &bdquo;dann graben wir&ldquo;, &bdquo;dann stellen wir es wieder her&ldquo;. Im Englischen, wo man auf die jeweilige Zeitform sehr achten muss, klang dieses Weglassen von Futur oder Konditional sehr merkw&uuml;rdig, als sei die Realisierung des Projektes schon eine ausgemachte Sache und der noch nicht einmal eingereichte Bauantrag nur eine Formalit&auml;t. Mit Planen, Projektieren und dem Erstellen von Studien l&auml;sst sich nat&uuml;rlich auch schon Geld ausgeben und verdienen.<\/p><p>Nun neugierig geworden, machte ich mich auf nach Youghal, wo mir ein Ortskundiger bei einem l&auml;ngeren Strandspaziergang die Details zeigte. <a href=\"http:\/\/www.eirgridgroup.com\/site-files\/library\/EirGrid\/Celtic_Interconnector_CLAYCASTLE_Discovery.jpg\">Der Strand<\/a> ist fast 5 km lang und an manchen Stellen so breit, dass er fast wie eine Wattlandschaft anmutet (siehe Titelfoto).<\/p><p>Als Erstes fallen einem die derzeit verwaisten L&auml;den und Restaurants an der Promenade auf, die nach einigen hundert Metern aus Beton und Asphalt als 1,7 km langer, erh&ouml;hter Weg aus Tropenholz weiterf&uuml;hrt. Auch die in regelm&auml;&szlig;igen Abst&auml;nden hinauff&uuml;hrenden Treppen sind aus diesem Holz.<\/p><div class=\"imagewrap\"><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/210520_IMG_3056.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/bilder\/210520_IMG_3056.jpg\" alt=\"\" title=\"\"><span><\/span><\/a><\/div><p>Laut meinem Begleiter handelt es sich um als unbedenklich zertifiziertes <a href=\"https:\/\/www.biologie-seite.de\/Biologie\/Lophira_alata\">Bongossi-Holz<\/a>, aber man fragt sich bei der schieren Menge schon, ob die Erbauer sich mit der Frage von Regenwaldschutz oder Klimawandel auseinandergesetzt haben.<\/p><p>Auch dass der Weg so nah am st&uuml;rmischen Atlantik entlangf&uuml;hrt und Teile des D&uuml;nenbewuchses f&uuml;r den Bau weichen mussten, stimmt nachdenklich. Ich frage mich, wie lange diese H&ouml;lzer hier <a href=\"https:\/\/www.irishexaminer.com\/news\/arid-20321057.html\">den Elementen standhalten<\/a> werden und ob sie als lebende B&auml;ume in Afrika nicht einen besseren Zweck erf&uuml;llt haben. Pikanterweise nennt sich das Bauwerk auch noch <a href=\"https:\/\/www.sorensen.ie\/project\/youghal-eco-boardwalk-phase-2\/\">&Ouml;ko-Strandpromenade (Eco Boardwalk)<\/a>. Eine vorbildliche Nutzung von George Orwells Neusprech. Man sagt etwas, was aber das genaue Gegenteil bedeutet.<\/p><p>Die Claycastle genannte Stelle am Strand f&auml;llt eigentlich nur dadurch auf, dass auch die dahinterliegende Ballyvaughan-Marsch sehr tief liegt, wie es sich f&uuml;r ein Feuchtgebiet geh&ouml;rt. Neben der St&ouml;rung der dortigen V&ouml;gel ist eine weitere Bef&uuml;rchtung der Kritiker des Projektes, dass die Betonprofile, in denen die Kabel verlaufen, nicht zu 100 Prozent dicht sein bzw. bleiben werden. Dies w&uuml;rde einerseits zur Folge haben, dass das Moor an den undichten Stellen austrocknet, weil die R&ouml;hre wie eine Drainage wirkt, und dass andererseits bei hohen Fluten Salzwasser tief in das Moor eindringen kann.<\/p><p>Bei unserer Wanderung sprachen wir dann nat&uuml;rlich &uuml;ber den Celtic Interconnector und welchen Effekt diese Leitung auf die beteiligten L&auml;nder haben wird. Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/System_Average_Interruption_Duration_Index\">Versorgungssicherheit<\/a> ist in Frankreich und Irland eigentlich &auml;hnlich, auch wenn nicht nur die irischen Angaben aus dem Jahr 2010 etwas alt sind. Somit stellt sich die Frage, ob ein an einem Punkt ankommendes Kabel, welches als solches einem Kraftwerk von 700 MW &auml;hnlich ist, sofern auf der anderen Seite die entsprechenden Stromkapazit&auml;ten vorhanden sind, hier einen gro&szlig;en Unterschied machen w&uuml;rde.<\/p><p>Die Stromerzeugungskapazit&auml;ten sind im Fall von Irland und der Bretagne zurzeit recht unterschiedlich gelagert. Irland hat in den letzten Jahren sehr viel auf Windenergie gesetzt und plant, diese vor allem vor der K&uuml;ste weiter auszubauen. Es sind auch schwimmende Windenergieparks vor der Westk&uuml;ste geplant. Einer davon soll seinen Strom beim derzeit gr&ouml;&szlig;ten irischen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kraftwerk_Moneypoint\">Kohlekraftwerk Moneypoint<\/a>, welches 2025 vom Netz gehen soll, einspeisen. Die franz&ouml;sische Elektrizit&auml;tsgesellschaft EDF hat sich schon <a href=\"https:\/\/www.rte.ie\/news\/business\/2020\/0211\/1114651-edf-buys-stake-in-irish-wind-energy-project\/\">Anteile am irischen Windenergiesektor gesichert<\/a>.<\/p><p>In der Bretagne, die nicht &uuml;ber ein eigenes Atomkraftwerk verf&uuml;gt, m&uuml;ssen gerade weitere Kapazit&auml;ten geschaffen werden, um mit dem Bedarf Schritt zu halten, und es wird deshalb ein <a href=\"https:\/\/press.siemens.com\/global\/de\/pressemitteilung\/siemens-errichtet-neues-gas-und-dampfturbinen-kraftwerk-frankreich\">neues Gaskraftwerk<\/a> gebaut, welches auch mit allem m&ouml;glichen &Ouml;len befeuert werden kann. Der Strom aus diesem Kraftwerk wird auch aufgrund von CO&sup2;-Aufschl&auml;gen wohl teurer werden als der irische Strom aus erneuerbaren Energien.<\/p><p>In der Machbarkeitsstudie von 2009 wird auch erw&auml;hnt, dass Frankreich Nettostromexporteur ist und es viel vorhersehbaren und billigen Grundlaststrom aus den franz&ouml;sischen Atomkraftwerken gebe, und dass dieser dann durch den Celtic Interconnector nach Irland flie&szlig;en k&ouml;nne. Wie man <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article173279982\/Atomkraft-Enthuellungsbuch-bezweifelt-Zustand-von-franzoesischen-AKW.html\">dieser Buchbesprechung<\/a> zumindest tendenziell entnehmen kann, ist dies aber auch mit Vorsicht zu genie&szlig;en. Es hat den Anschein, als seien die franz&ouml;sischen Reaktoren eher marode, was ja auch kein Wunder ist, wenn bei vielen die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_der_Nuklearanlagen_in_Frankreich\">geplante Betriebsdauer<\/a> von 40 Jahren bald erreicht ist.<\/p><p>Zwar wird &uuml;ber eine Verl&auml;ngerung der Laufzeiten um weitere 10 Jahre gesprochen, aber nach Ansicht der Buchautoren w&uuml;rde dies Investitionen von 100 Milliarden Euro erforderlich machen. Allerdings hat die franz&ouml;sische Atomaufsicht am Donnerstag eine Verl&auml;ngerung der jeweiligen Laufzeiten auf mehr als 50 Jahre <a href=\"https:\/\/www.montelnews.com\/fr\/story\/asn-alerte-contre-le-prolongement-des-racteurs-aprs-50-ans\/1224913\">abgelehnt<\/a>. Das 1999 in Betrieb genommene Atomkraftwerk Civaux 2 hat damit aber noch nicht einmal die H&auml;lfte seiner Laufzeit erreicht und k&ouml;nnte theoretisch noch bis 2049 in Betrieb bleiben.<\/p><p>Die Kosten f&uuml;r den R&uuml;ckbau und die Lagerung des Atomm&uuml;lls &uuml;ber Generationen sind in den 100 Milliarden Euro nicht enthalten. Ob man sich mittels eines Verbindungskabels an dieser Misere moralisch, aber auch finanziell beteiligen will, ist auch eine Frage, die Eirgrid zumindest er&ouml;rtern sollte.<\/p><p>In der Bretagne ist sicher auch viel Potential f&uuml;r Windenergie vorhanden, aber die w&uuml;rde dann wohl auch zu &auml;hnlichen Zeiten erzeugt wie die Windenergie in Irland. Generell kann man sagen, dass der Strom auf dem liberalisierten Strommarkt von billig nach teuer flie&szlig;t. Es ist also wahrscheinlich, dass Elektrizit&auml;t f&uuml;r den irischen Verbraucher aus diesem Grund, und weil die langen Leitungen bezahlt werden m&uuml;ssen, teurer wird.<\/p><p>In S&uuml;dnorwegen sind die Strompreise seit der praktischen Inbetriebnahme von Nordlink <a href=\"https:\/\/www.montelnews.com\/en\/story\/new-cables-behind-price-jump-in-southern-norway--analysts\/1211557\">angestiegen<\/a> und auf dieser Karte sieht man gut das <a href=\"https:\/\/www.nordpoolgroup.com\/maps\/#\/nordic\">Preisgef&auml;lle in den unterschiedlichen Regionen<\/a>.<\/p><p>Was sich auch auf die Preise auswirken wird, ist eine Regel der EU, nach der bis 2025 70 Prozent der grenz&uuml;berschreitenden Stromlieferungen f&uuml;r den gewerblichen Handel verf&uuml;gbar sein m&uuml;ssen. <a href=\"https:\/\/www.montelnews.com\/en\/story\/europes-70-rule-may-not-come-cheap\/1178810\">Dieser Artikel<\/a> besch&auml;ftigt sich mit dieser Tatsache und kommt zu dem Schluss, dass auch dies den Strom f&uuml;r die Verbraucher um 6 Prozent teurer machen wird.<\/p><p>Im Grunde geht es hier um die alte Frage, ob man gro&szlig;e Infrastrukturen in &ouml;ffentlicher und hoffentlich demokratisch kontrollierter Hand baut und beh&auml;lt oder ob man dem Glaubenssatz des &bdquo;freien&ldquo; Marktes folgt und diese Einrichtungen f&uuml;r Handel und Spekulation &ouml;ffnet. Die Bef&uuml;rworter der Privatisierung sprechen von Wettbewerb und Effizienz, aber private Gewinne m&uuml;ssen auch von jemandem, in diesem Fall den Verbrauchern, finanziert werden. Die Riester-Rente ist so ein Beispiel, wo das Umlageverfahren, welches mit wenigen Prozenten Verwaltungskosten auskam, teilweise aufgegeben wurde zugunsten privater Versicherungen, die ein Mehrfaches an &bdquo;Betriebskosten&ldquo; ben&ouml;tigen.<\/p><p>Bei der fast 600 km langen Leitung zwischen Frankreich und Irland kommen auch noch Leitungsverluste hinzu, welche am geringsten sind, wenn das Kabel mit der vollen Leistung von 700 MW betrieben wird. Es ist aber eher unwahrscheinlich, dass sowohl auf der einen Seite 700 MW gebraucht werden, w&auml;hrend auf der anderen Seite 700 MW &Uuml;berschuss zur Verf&uuml;gung stehen, oder umgekehrt. Nur in diesen beiden F&auml;llen l&auml;uft die Verbindung mit voller Effizienz.<\/p><p>Dies sind vor allem Fragen und wir Strandwanderer m&ouml;gen mit unserer Skepsis danebenliegen. Sind wir oder die Bef&uuml;rworter des Celtic Interconnector auf dem (Tropen-)Holzweg? Dass diese Fragen anscheinend entweder nicht gestellt wurden oder nicht richtig geh&ouml;rt oder beantwortet wurden, ist bei einem so gro&szlig;en Projekt allerdings schwer verst&auml;ndlich.<\/p><p>Es steht zu bef&uuml;rchten, dass, wenn diese grunds&auml;tzlichen Fragen nicht ausreichend er&ouml;rtert werden, der mit einer Milliarde Euro nicht billige Celtic Interconnector so eine Eigendynamik entwickelt, dass er dann einfach gebaut werden &bdquo;muss&ldquo;, auf Kosten der EU-Steuerzahler und Stromkunden. Oftmals verteuern sich Gro&szlig;projekte auch noch erheblich, in Irland z.B. die Dubliner Stra&szlig;enbahn, oder der Flughafen Berlin-Brandenburg oder das Paradebeispiel Stuttgart 21. Dann wandert noch mehr Geld vom Kunden zum Dienstleister.<\/p><p>Das nun offiziell in Betrieb genommene Nordlink-Kabel zwischen Norwegen und Deutschland wird auch in diesem <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/klima-energie-und-umwelt\/stromkabel-zwischen-deutschland-und-norwegen-ab-heute-in-betrieb-17356597.html\">Artikel der FAZ<\/a> nicht nur positiv gesehen. In dem Text wird allerdings die These aufgestellt, dass Norwegen neben Gas nun auch Strom nach Deutschland exportieren wird und somit die Vorteile auf der norwegischen Seite liegen. Das mag f&uuml;r die Stromerzeuger gelten, aber f&uuml;r die Stromkunden wirkt sich ins Ausland verkaufter Strom als Verknappung aus, die sich wie oben erw&auml;hnt dann als Verteuerung bemerkbar macht.<\/p><p>Hierzu passt auch die <a href=\"https:\/\/www.en-former.com\/nordlink-laengstes-offshore-kabel\/\">Bemerkung des Sprechers des Netzbetreibers Tennet<\/a>: &bdquo;Insgesamt d&uuml;rfte das zugunsten der Verbraucher sein&ldquo;. Man fragt sich wirklich, wie es sein kann, dass man ein Stromkabel f&uuml;r 2 Milliarden Euro baut und danach erscheinen bei den Betreibern die Worte &bdquo;d&uuml;rfte &hellip; sein&ldquo; in ihren Prognosen, wenn es um die Verbraucher geht.<\/p><p>Insgesamt stellt sich die Frage, ob die Energiewende &ndash; und eigentlich m&uuml;sste es Umweltschutzwende hei&szlig;en &ndash; mit solchen Gro&szlig;projekten &uuml;berhaupt zu schaffen ist. Vielleicht liegt die Zukunft doch eher in intelligenterer Nutzung unserer Ressourcen und dezentralen Strukturen. Alles, was weit transportiert werden muss, erzeugt auf die eine oder andere Art und Weise Druck auf unser &Ouml;kosystem.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am vergangenen Donnerstag wurde das Nordlink genannte Unterseekabel f&uuml;r Starkstrom zwischen Deutschland und Norwegen offiziell seiner Bestimmung &uuml;bergeben. Derweil befindet sich die Celtic Interconnector genannte Verbindung zwischen der Republik Irland und der Bretagne noch in der Planungsphase. Beide Kabel sollen laut den Betreibern und Konstrukteuren f&uuml;r mehr Versorgungssicherheit und eine bessere Verteilung des Stroms sorgen<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72957\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":72958,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[164,20,178],"tags":[1754,2182,1043,1494,691,727,694,2934,2312],"class_list":["post-72957","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-energiewende","category-landerberichte","category-ressourcen","tag-energieversorgung","tag-erneuerbare-energie","tag-frankreich","tag-infrastruktur","tag-irland","tag-laufzeitverlaengerung","tag-milliardengrab","tag-naturzerstoerung","tag-norwegen"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/IMG_3044.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/72957","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=72957"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/72957\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":72961,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/72957\/revisions\/72961"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/72958"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=72957"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=72957"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=72957"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}