{"id":73001,"date":"2021-06-02T08:39:59","date_gmt":"2021-06-02T06:39:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73001"},"modified":"2021-06-02T08:39:59","modified_gmt":"2021-06-02T06:39:59","slug":"hinweise-des-tages-3872","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73001","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WM\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73001#h01\">Nato und Russland weiter auf Eskalationskurs<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73001#h02\">Die Eisbrecher<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73001#h03\">Wie h&auml;ltst Du es mit Belarus?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73001#h04\">Voller Todessehnsucht versch&auml;rfen die Sparkassen den Krieg gegen das Bargeld<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73001#h05\">Das verzerrte Menschenbild im Kapitalismus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73001#h06\">Zeitarbeit bringt viele Einwanderer in Arbeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73001#h07\">Wie der Pflegenotstand versch&auml;rft und von Wissenschaftlern legitimiert wird<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73001#h08\">Lohndumping auf Staatskosten?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73001#h09\">Neue Kontroverse um Lohn f&uuml;r Hausarbeit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73001#h10\">Umk&auml;mpfte Patente: Die globale Impfstoff-Apartheid<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73001#h11\">Und was sagen die Qualit&auml;tsmedien? Tausende protestieren in London gegen Corona-Politik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73001#h12\">Der Klimawandel ist schon heute t&ouml;dlich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73001#h13\">Zu hei&szlig; f&uuml;r Pflanzen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73001#h14\">Vu&#269;i&#263;: US-Abh&ouml;rskandal gegen Merkel ist prinzipienlos<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73001#h15\">Ken Jebsen hat uns politisch entfremdet?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73001#h16\">Kolumbien: &bdquo;Die Regierung t&ouml;tet uns&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73001#h17\">Neue Generation schreibt Magna Carta<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73001#h18\">Staatliche Mittel &uuml;bersteigen 200-Millionen-Marke<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Nato und Russland weiter auf Eskalationskurs<\/strong><br>\nFlorian R&ouml;tzer<br>\nVor dem Treffen von Joe Biden und Wladimir Putin schlagen die Wellen noch einmal hoch. Die Nato f&uuml;hrt das in diesem Jahr gr&ouml;&szlig;te Man&ouml;ver Steadfast Defender durch, Russland k&uuml;ndigt an, deswegen 20 Einheiten an die Westgrenze zu verlegen. Man sei bereit, so Nikolai Patrushev, Sekret&auml;r des russischen Sicherheitsrats, auf unfreundliche Aktionen mit Gewalt zu antworten.<br>\nAn Steadfast Defender vom 12. Mai bis 22. Juni nehmen mehr als 9000 Soldaten teil. Der Gro&szlig;teil des Man&ouml;vers wird in Deutschland, Rum&auml;nien und Portugal stattfinden. US-Truppen kommen &uuml;ber den Atlantik und durchqueren Europa, um mit den Alliierten zu zeigen, dass Truppen und Material schnell &uuml;ber den Atlantik und quer durch Europa bis zum Schwarzen Meer verlegt werden k&ouml;nnen, &bdquo;um sich, falls erforderlich, gegenseitig zu sch&uuml;tzen&ldquo;&hellip;<br>\nDer Feind ist, da muss nicht gemutma&szlig;t werden, Russland, der davon beeindruckt werden soll. Allerdings stimmt Nato-Generalsekret&auml;r Jens Stoltenberg die Allianz auf den Hauptgegner China ein, das bald die gr&ouml;&szlig;te &Ouml;konomie sein wird, das zweitgr&ouml;&szlig;te Milit&auml;rbudget hat und in neue milit&auml;rische Techniken wie Hyperschallwaffen und K&uuml;nstliche Intelligenz investiert: &bdquo;China teilt unsere Werte nicht. Sie glauben nicht an die Demokratie. Sie glauben nicht an die Rede- und Pressefreiheit.&ldquo;&hellip;<br>\nUm die Werte wird es weniger gehen, die auch nicht gegen&uuml;ber der T&uuml;rkei verteidigt werden, als um die Interessen, die weltweit milit&auml;risch vertreten werden sollen. Die Nato m&uuml;sse sich auf die Folgen der Klimaerw&auml;rmung einrichten. Das meint aber nur, die Missionen und Operationen an Extremwetter, extreme Hitze und steigende Meeresspiegel anpassen&hellip;<br>\nDer russische Verteidigungsminister Sergey Shoigu sieht die Situation spiegelverkehrt. Der Westen ruiniere das Sicherheitssystem. Die milit&auml;rische Bedrohung w&auml;chst aus russischer Sicht. Es w&uuml;rde die Intensit&auml;t der strategischen Fl&uuml;ge verst&auml;rkt, die Pr&auml;senz von Kampfschiffen mit Langstreckenraketen und die Zahl der &Uuml;bungen nehme zu. Das zwinge Russland zu angemessenen Reaktionen&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/blog\/politik\/nato-und-russland-weiter-auf-eskalationskurs\/\">Buchkomplizen<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Die Eisbrecher<\/strong><br>\nUkrainischer Pr&auml;sident fordert nach Vorsto&szlig; des Gr&uuml;nen-Parteichefs deutsche Waffenlieferungen. Bundeswehr-Dozent warnt vor Kriegseskalation.<br>\n(&hellip;) Die Eisbrecher<br>\nKrieg &ldquo;wegen Auschwitz&rdquo;<br>\nF&uuml;hrende Politiker von B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen hatten sich bereits Anfang 2015 f&uuml;r die Lieferung von Waffen an die Ukraine ausgesprochen &ndash; dies, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel die Forderung mehrfach explizit zur&uuml;ckgewiesen hatte. &ldquo;Deutschland wird die Ukraine mit Waffen nicht unterst&uuml;tzen&rdquo;, hatte Merkel etwa am 2. Februar bekr&auml;ftigt: &ldquo;Ich bin fest davon &uuml;berzeugt, dass dieser Konflikt milit&auml;risch nicht gel&ouml;st werden kann.&rdquo;[1] Widerspruch kam damals vor allem von Marieluise Beck, zu jener Zeit Gr&uuml;nen-Bundestagsabgeordnete, die etwaige Waffenlieferungen ausdr&uuml;cklich mit den deutschen Aggressionsverbrechen im Zweiten Weltkrieg zu legitimieren suchte &ndash; &auml;hnlich dem fr&uuml;heren gr&uuml;nen Au&szlig;enminister Josef Fischer, der den v&ouml;lkerrechtswidrigen &Uuml;berfall auf Jugoslawien im Jahr 1999 unter R&uuml;ckgriff auf die Parole &ldquo;Nie wieder Auschwitz&rdquo; rechtfertigt hatte. Beck &auml;u&szlig;erte am 9. Februar 2015 mit Blick auf die milit&auml;rische Gegenwehr der vom NS-Reich &uuml;berfallenen Staaten und der USA, Deutschland trage &ldquo;schuld daran, dass die Welt lernen musste, sich verteidigen zu k&ouml;nnen und sich verteidigen zu d&uuml;rfen&rdquo;; deshalb solle man der Ukraine Waffen nicht verweigern. Beck erg&auml;nzte dies noch um den Aufruf, &ldquo;Empathie f&uuml;r die Opfer&rdquo; zu zeigen.[2]<br>\nGer&auml;t f&uuml;r den Drohnenkrieg<br>\nAuch diesmal preschen Gr&uuml;nen-Politiker vor. Nach seiner ersten &Auml;u&szlig;erung, man d&uuml;rfe der Ukraine &ldquo;sogenannte Defensivwaffen&rdquo; nicht verweigern&rdquo; [3], hat Gr&uuml;nen-Parteichef Robert Habeck noch vergangene Woche nachgelegt und seine Forderung pr&auml;zisiert&hellip;<br>\n(&hellip;) &ldquo;Der Krieg w&uuml;rde eskalieren&rdquo;<br>\nWozu die Umsetzung dieser Forderungen f&uuml;hren kann, f&uuml;r die sich nun erneut Gr&uuml;nen-Politiker als Eisbrecher bet&auml;tigen, hat vor wenigen Tagen Carlo Masala, Professor f&uuml;r Internationale Politik an der M&uuml;nchener Universit&auml;t der Bundeswehr, beschrieben: &ldquo;Die Gefahr ist eben, dass diese Waffen dorch f&uuml;r offensive Operationen eingesetzt werden&rdquo;, &ldquo;was dann sicherlich eine massivere russische Antwort bedeuten w&uuml;rde&rdquo;: &ldquo;Der Krieg in der Ostukraine w&uuml;rde also nochmals eskalieren. Diese Gefahr ist durchaus existent.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8616\/\">German Foreign Policy<\/a>\n<p><strong>Dazu: Ukrainischer Pr&auml;sident will nach Habeck-Vorsto&szlig; Waffenlieferungen aus Deutschland<\/strong><br>\nKiew\/Moskau &ndash; Der ukrainische Pr&auml;sident Wolodymyr Selenskyj w&uuml;nscht von Deutschland Unterst&uuml;tzung durch R&uuml;stungslieferungen. &ldquo;Deutschland hat uns keine milit&auml;rische Hilfe geleistet, aber es k&ouml;nnte das tun&rdquo;, sagte er der &ldquo;Frankfurter Allgemeinen Zeitung&rdquo; (Dienstag). Die Ukraine ben&ouml;tige Raketen-Schnellboote, Patrouillenboote, Sturmgewehre, Funkausr&uuml;stung und gepanzerte Milit&auml;rfahrzeuge. Er sei Deutschland zwar dankbar f&uuml;r die geleistete Unterst&uuml;tzung, aber er habe sich mehr erhofft.<br>\n&ldquo;Habeck hat das verstanden&rdquo;, sagte Selenskyj mit Blick auf die &Auml;u&szlig;erungen des Co-Vorsitzenden der Gr&uuml;nen, Robert Habeck, der nach einem Besuch in der Ukraine vor einer Woche f&uuml;r die Lieferung von &ldquo;Defensivwaffen&rdquo; an das Land eingetreten war&hellip;<br>\nDer stellvertretende Vorsitzende der CDU\/CSU-Fraktion, Johann Wadephul, sagte der Zeitung: &ldquo;Die sehr konkreten W&uuml;nsche des ukrainischen Pr&auml;sidenten zeigen, welche Erwartungen die Gr&uuml;nen mit Habecks Einlassungen erweckt haben. Es ist unverantwortlich, vage Waffenlieferungen ins Schaufenster zu stellen. Aus ukrainischer Sicht ist die Forderung nach diesen spezifischen Waffensystemen nachvollziehbar.&rdquo; Aber der Konflikt im Donbass werde sich nicht milit&auml;risch l&ouml;sen lassen. &ldquo;Deshalb sind Waffenlieferungen in diesem Fall der falsche Weg&rdquo;, sagte Wadephul.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.derstandard.at\/story\/2000127069405\/ukrainischer-praesident-will-nach-habeck-vorstoss-waffenlieferungen-aus-deutschland\">Der Standard<\/a><\/p>\n<p><strong>Dazu auch: &Auml;rger wegen Waffen und Moneten: H&ouml;henflug der Gr&uuml;nen vorerst vorbei<\/strong><br>\nVon Claudia Wagnerin<br>\nNachdem mehrere Tage rauf und runter diskutiert wurde, ob die gr&uuml;ne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock sich gem&auml;&szlig; formaler Bildungsabschl&uuml;sse V&ouml;lkerrechtlerin nennen darf und ob sie ohne Bachelor &uuml;berhaupt einen britischen Master-Abschluss erlangen konnte (ja, konnte sie dank Vordiplom), geht es endlich ans Eingemachte: Wie stehen die Gr&uuml;nen wirklich zu Waffenexporten in Krisengebiete, und was halten sie so von Entspannungs- und Friedenspolitik?<br>\nDie Antwort ist ern&uuml;chternd f&uuml;r alle, die aus irgendeinem Grund bis jetzt geglaubt haben, die Gr&uuml;nen seien immer noch die netten &Ouml;kos von nebenan, die sich f&uuml;r gewaltfreie Konfliktl&ouml;sungen einsetzen. Ein bisschen was von diesem Image h&auml;tte Baerbock dann doch gerne behalten, schlie&szlig;lich will sie nicht nur bisherige SPD-, FDP- und CDU-W&auml;hler ansprechen, sondern auch noch das traditionellere Gr&uuml;nen-Spektrum, das vielleicht nach wie vor ein paar Friedensbewegte im Freundeskreis hat. So versuchte sie am Mittwochabend in einer Talkshow zu reparieren, was ihr Ko-Vorsitzender Robert Habeck kurz vor einem Besuch an der Frontlinie der Ostukraine verbockt hatte. So ganz gelang ihr das nicht&hellip;<br>\nDie Obfrau der Linksfraktion im Ausw&auml;rtigen Ausschuss, Sevim Dagdelen, warf Baerbock &ldquo;Wortklaubereien und T&auml;uschungsversuche&rdquo; vor. &ldquo;Statt der Forderung ihres Co-Vorsitzenden Robert Habeck nach milit&auml;rischer Aufr&uuml;stung der Ukraine eine unmissverst&auml;ndliche Absage zu erteilen, verschleiert die Gr&uuml;nen-Kanzlerkandidatin mit frei erfundenen Zitaten ihre grunds&auml;tzliche Bereitschaft, Waffen in Kriegsgebiete wie den Osten der Ukraine zu exportieren.&rdquo;&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Aerger-wegen-Waffen-und-Moneten-Hoehenflug-der-Gruenen-vorerst-vorbei-6056519.html?wt_mc=nl.red.telepolis.telepolis-nl.2021-05-28.link.link\">Telepolis<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Wie h&auml;ltst Du es mit Belarus?<\/strong><br>\nVon Eric Bonse<br>\nDer Ryanair-Vorfall entwickelt sich zum Lackmustest f&uuml;r die europ&auml;ische Au&szlig;enpolitik &ndash; und f&uuml;r die Nach-Merkel-&Auml;ra.<br>\nSchneller, h&auml;rter, weiter! Nach dem brisanten Ryanair-Vorfall in Belarus, bei dem der oppositionelle Blogger Roman Protasewitsch verhaftet wurde, &uuml;berschlugen sich Politik und Medien mit Sanktions-Forderungen. Nicht nur Diktator Alexander Lukaschenko und sein Umfeld, sondern auch die belorussische Wirtschaft und das nationale Finanzsystem m&uuml;ssten hart bestraft werden, hie&szlig; es in Deutschland, Polen und im Baltikum.<br>\nMan k&ouml;nne das Land und seine Banken vom internationalen Finanzdienstleister Swift abklemmen und endlich die umstrittene deutsch-russische Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 lahmlegen, forderten die Hardliner. Doch sie konnten sich nicht durchsetzen. Das liegt, wie so oft, an Kanzlerin Angela Merkel, die beim EU-Sondergipfel am Pfingstmontag auf der Bremse stand und die erhitzte Debatte in sachlichere Bahnen lenkte.<br>\n&ldquo;Was im Kalten Krieg m&ouml;glich war, sollte auch heute m&ouml;glich sein&ldquo;, erwiderte Merkel auf die Frage, ob sich Deutschland noch Gesch&auml;fte mit Russland leisten k&ouml;nne. Die Gasversorgung habe nichts mit dem Ryanair-Vorfall zu tun. Mit dieser Argumentation hat Merkel in Br&uuml;ssel die radikalsten Forderungen abgeblockt.<br>\nDie EU brachte schlie&szlig;lich ein Sanktionspaket auf den Weg, das es in sich hat &ndash; einschlie&szlig;lich der Sperrung des Luftraums f&uuml;r belorussische Flieger. Doch Nord Stream 2 wird nicht gestoppt, Russland ist nicht von den Strafen betroffen&hellip;<br>\nIn Moskau liegt denn auch der Schl&uuml;ssel zur L&ouml;sung der Krise. Um Putin zu beeinflussen, werden sich die Europ&auml;er allerdings mehr einfallen lassen m&uuml;ssen als Sanktionen, Sanktionen und noch mehr Sanktionen. Vielleicht sollten sie es zur Abwechslung einmal mit Diplomatie versuchen. Denn Putin wird nicht nur in Belarus gebraucht. Auch in Syrien, im Nahostkonflikt, in Libyen und Afghanistan m&uuml;ssen sich die Europ&auml;er mit dem Kremlchef verst&auml;ndigen. Ohne Diplomatie wird es nicht gehen&hellip;<br>\nDaran sollte sich die EU ein Beispiel nehmen &ndash; und ebenfalls das Gespr&auml;ch suchen. Doch auf die naheliegende Idee, sich auch einmal mit Putin zusammenzusetzen, ist in Br&uuml;ssel niemand gekommen, nicht einmal Merkel. Stattdessen setzt sich der Prozess der Entfremdung und Abschottung weiter fort. Beim n&auml;chsten EU-Gipfel im Juni soll der Au&szlig;enbeauftragte Josep Borrell ein Strategiepapier zur k&uuml;nftigen Russland-Politik vorlegen.<br>\nNach Lage der Dinge wird es noch mehr Sanktionen enthalten&hellip;<br>\nSchneller, h&auml;rter, weiter! Das haben nicht nur die &uuml;blichen Verd&auml;chtigen gefordert, sondern auch die gr&uuml;ne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Sie rief als eine der Ersten nach harten Sanktionen &ndash; und sie unterst&uuml;tzt auch die Forderung nach einem Stopp von Nord Stream 2. Damit liegt sie auf einer Linie mit dem Chef der gr&ouml;&szlig;ten Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber. Der CSU-Politiker hat Putin beschuldigt, mit Lukaschenko unter einer Decke zu stecken. Auch er fordert bei jeder Gelegenheit das Aus f&uuml;r die umstrittene Gaspipeline.<br>\nWenn es nach der Bundestagswahl im Herbst zu einer schwarzgr&uuml;nen &ndash; oder gr&uuml;nschwarzen &ndash; Regierung kommt, d&uuml;rfte auch die deutsche Russland-Politik auf eine harte Linie einschwenken. Die Reaktionen auf die Belarus-Krise zeigen, was auf Deutschland und die EU zukommt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/makroskop.eu\/19-2021\/wie-haeltst-du-es-mit-belarus\/\">Makroskop<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Dazu von Tobias Riegel gestern auf den Nachdenkseiten: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72979\">Wei&szlig;russland, die Gr&uuml;nen und die Propaganda<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Voller Todessehnsucht versch&auml;rfen die Sparkassen den Krieg gegen das Bargeld<\/strong><br>\nVon Saarbr&uuml;cken bis Buxtehude begl&uuml;cken die Sparkassen derzeit Ihre Kundinnen und Kunden mit dem Gewinnspiel pay &amp; win. Wer dem Bargeld abschw&ouml;rt, kann wertvolle Preise und (Giral-)Geld gewinnen. Wer sich das ausgedacht hat, muss verr&uuml;ckt geworden sein. Die Sparkassen helfen mit, ihr eigenes Grab zu schaufeln.<br>\nKurzfristig mag es f&uuml;r Sparkassen attraktiv erscheinen, dem Bargeld den Garaus zu machen. Denn Bargeldversorgung ist eine Dienstleistung, die mehr kostet als sie einbringt, ganz im Gegensatz zu digitalen Bezahlverfahren, bei denen man Geb&uuml;hren und Daten bekommt.<br>\nUnd so mag es wie eine clevere Idee erscheinen, eine Lotterie mit dem sch&ouml;nen angels&auml;chsischen Namen pay &amp; win auszuschreiben, bei der Kunden, die naiv genug sind, sich registrieren und ihr Finanzgebaren fortan intensiv &uuml;berwachen zu lassen, f&uuml;r jeden digitalen Bezahlvorgang ein Los mit Gewinnchance bekommen. Das hat man wohl von Italien abgeschaut, wo Regierung und Notenbank so eine Anti-Bargeld-Aktion veranstalten.<br>\nAber was denken diese Leute eigentlich, welchen Stich die Sparkassen in einer k&uuml;nftigen durchdigitalisierten Welt noch machen werden, gegen Datengiganten aus dem Silicon Valley mit eigenen Bezahll&ouml;sungen wie Apple und Google. Im digitalen Bezahlgesch&auml;ft setzt sich der Gr&ouml;&szlig;te durch. Hier entscheiden Skalenertr&auml;ge und Netzwerkeffekte.<br>\nIn der analogen Welt dagegen haben die Sparkassen den unsch&auml;tzbaren Vorteil, vor Ort bei den Menschen zu sein. Indem sie voll Verachtung f&uuml;r alles Analoge das digitale Bezahlen bewerben und das Barzahlen immer schwieriger machen, heben sie ihr eigenes Grab aus. Und ihre Kunden ver&auml;rgern sie gleich mit. Prof. Franz Schneider, der mir das entsprechende Angeobt der Sparkasse Saarbr&uuml;cken zusandte, schrieb dazu: &bdquo;Ich leite Ihnen diese Mitteilung meiner Sparkasse weiter. Ich halte sie f&uuml;r eine Unversch&auml;mtheit, eine Frechheit, die mir die Worte raubt.&ldquo;<br>\nDossier zum Krieg gegen das Bargeld<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/bargeld-widerstand\/pay-win\/\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Das verzerrte Menschenbild im Kapitalismus<\/strong><br>\nWas ist der Mensch?&ldquo; So lautet eine der zentralen philosophischen Fragen. Vieles deutet darauf hin, dass heute die meisten Menschen davon &uuml;berzeugt sind, der Mensch sei von Natur aus egoistisch, konkurrenzorientiert, materialistisch und faul. So sind beispielsweise in Deutschland knapp 70 Prozent &uuml;berzeugt, die junge Generation sei egoistisch, und mehr als drei Viertel sehen den Grund f&uuml;r den schwindenden Zusammenhalt in der Gesellschaft in dem grassierenden Egoismus. Diese Vorstellung nenne ich der Einfachheit halber das &bdquo;kapitalistische Menschenbild&ldquo;. Denn aufgrund dieser Annahme erscheint der Kapitalismus als die Wirtschaftsform, die der menschlichen Natur am besten entspricht. Aus dieser &Uuml;berzeugung heraus betont beispielsweise der US-amerikanische Sachbuchautor Dinesh D&rsquo;Souza: &bdquo;Einige Kritiker werfen dem Kapitalismus vor, ein egoistisches System zu sein. Aber der Egoismus ist nicht im Kapitalismus &ndash; er ist in der Natur des Menschen.&ldquo;<br>\nTats&auml;chlich durchzieht die &Uuml;berzeugung, der Mensch sei von seinem Wesen aus egoistisch und m&uuml;sste erst zum Guten erzogen und zivilisiert werden, die westliche Ideengeschichte seit Jahrhunderten. So verschiedene Denker und Wissenschaftler wie Thomas Hobbes, Niccolo Machiavelli, Sigmund Freud, James M. Buchanan, Richard Dawkins, Ayn Rand und Milton Friedman, um nur einige zu nennen, waren vom naturgegebenen Egoismus des Menschen &uuml;berzeugt. Und so verschiedene Wissenschaftszweige wie Evolutionsbiologie, Psychologie, P&auml;dagogik und nicht zuletzt die Wirtschaftswissenschaft sind zum Teil von der Vorstellung des egoistischen Menschen bestimmt.<br>\n&bdquo;Wenn der Glaube vorherrscht, dass die anderen kooperieren, dann ist die Kooperation jedes Einzelnen hoch; wenn der Glaube vorherrscht, dass die anderen nicht kooperieren, dann kooperiert tats&auml;chlich keiner&ldquo;, fasst der Wirtschaftswissenschaftler Erich Fehr eine wichtige Erkenntnis der Forschung zusammen. Sie belegt ganz im Sinne des sogenannten Thomas-Theorems (&bdquo;Wenn die Menschen Situationen als wirklich definieren, sind sie es in ihren Konsequenzen wirklich&ldquo;), welche praktischen Konsequenzen sich aus dem jeweiligen Menschenbild ergeben.<br>\nUntersucht man aber, auf welches wissenschaftliche Fundament sich eigentlich die &Uuml;berzeugung des kapitalistischen Menschenbildes st&uuml;tzt, so erstaunt, dass die Belege hierf&uuml;r eher d&uuml;nn sind. Hingegen weisen die j&uuml;ngsten Erkenntnisse von Psychologie, Biologie, Arch&auml;ologie, Anthropologie, Soziologie und Geschichtswissenschaft sowie insbesondere zahlreiche Experimente mit Kleinkindern tats&auml;chlich in eine andere Richtung&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/blog\/thema-der-woche\/das-verzerrte-menschenbild-im-kapitalismus\/\">Buchkomplizen<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Zeitarbeit bringt viele Einwanderer in Arbeit<\/strong><br>\nMehr als 40 Prozent der Zeitarbeiter sind Ausl&auml;nder. Die Branche sieht sich damit als Mehr als 40 Prozent der Zeitarbeiter sind Ausl&auml;nder. Die Branche sieht sich damit als Integrationsmotor &ndash; und dar&uuml;ber hinaus als Sprungbrett f&uuml;r Berufseinsteiger.<br>\nF&uuml;r Migranten und Bewerber ohne Berufsabschluss sind die H&uuml;rden auf dem Weg in Arbeit oft besonders hoch. Das gilt erst recht in der Corona-Krise. Der Anteil der Arbeitslosen in diesen Personengruppen ist laut amtlicher Statistik drei- bis viermal so hoch wie in der Gesamtbev&ouml;lkerung. Eine Branche aber erweist sich immer st&auml;rker als Besch&auml;ftigungsmotor f&uuml;r sie: die Zeitarbeit. Mehr als 40 Prozent der Besch&auml;ftigten dort sind mittlerweile ausl&auml;ndische Staatsb&uuml;rger, fast 30 Prozent sind Besch&auml;ftigte ohne Berufsabschluss. Und selbst im Krisenjahr 2020 sind diese Anteile weiter gewachsen. Das zeigen aktuelle Auswertungen des Bundesarbeitgeberverbands der Personaldienstleister (BAP), die der F.A.Z. vorliegen.<br>\nDer Anteil der Arbeitnehmer mit ausl&auml;ndischem Pass unter den Zeitarbeitskr&auml;ften in Deutschland hat sich demnach von unter 20 Prozent im Jahr 2013 auf 42,2 Prozent im September 2020 mehr als verdoppelt. Ein Jahr zuvor, also vor der Pandemie, waren es noch knapp unter 40 Prozent gewesen. Insgesamt sind derzeit rund 650.000 Menschen &uuml;ber Zeitarbeitsfirmen angestellt. Einen H&ouml;chststand von rund einer Million Besch&auml;ftigten hatte die Branche im Jahr 2018 erreicht. Im gesamten Arbeitsmarkt sind rund 13 Prozent der Arbeitnehmer Ausl&auml;nder (2013: 8 Prozent). Das Gastgewerbe hatte bis 2017 mit einem Drittel den im Branchenvergleich h&ouml;chsten Ausl&auml;nderanteil gehabt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/karriere-hochschule\/buero-co\/branchenauswertung-zeitarbeit-bringt-viele-einwanderer-in-arbeit-17365950.html\">FAZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Die Arbeitgeberseite dreht sich die Argumentation immer gerade so, wie es passt. Sonst wird nicht nur permanent &uuml;ber den angeblichen Fachkr&auml;ftemangel gejammert (<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/arbeitsmarkt-immer-mehr-firmen-melden-akuten-fachkraefte-mangel-a-36e8034a-979b-4310-bd14-516f9aa61d61\">heute schon wieder, noch mitten in Pandemie und Massenarbeitslosigkeit<\/a>) und behauptet, Deutschland gingen die Arbeitskr&auml;fte aus. Unter diesen Umst&auml;nden m&uuml;sste jeder junge Mensch und jeder Einwanderer, der auf den Arbeitsmarkt str&ouml;mt, umworben und mit Kusshand genommen werden. Stattdessen sollen laut Zeitarbeitsbranche die Jugendlichen und die Ausl&auml;nder doch froh sein, dass sie einen &ndash; unterbezahlten, wie zwischen den Zeilen durchschimmert &ndash; Job in der Zeitarbeitsbranche ergattern k&ouml;nnen, denn f&uuml;r &ldquo;richtige&rdquo;, feste und halbwegs ordentlich bezahlte Jobs sind sie ja zu schlecht. Im Grunde genommen ist die Ausbeuterbranche Zeitarbeit, die gar nicht genug Zuwanderer zum Ausbeuten kriegen kann, also ein &ldquo;Integrationsmotor&rdquo; und ein Hort der Menschenfreundlichkeit. So viel L&uuml;gerei ist nicht mehr zu ertragen.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Wie der Pflegenotstand versch&auml;rft und von Wissenschaftlern legitimiert wird<\/strong><br>\nPrivate Investoren machen sich im Gesundheitswesen breit und trimmen es gnadenlos auf Rendite. Das versch&auml;rft den Pflegenotstand, vor allem zu Lasten der Frauen, kritisiert Uta Meier-Gr&auml;we in diesem Gastbeitrag. Wissenschaftler sind unterdessen nicht um windige Rechtfertigungen f&uuml;r die schlechte Bezahlung von Frauenberufen verlegen.<br>\nIm August 2020 &ndash; also nach der ersten Coronawelle &ndash; legte die Bundes&auml;rztekammer einen Zehnpunkteplan f&uuml;r ein effektives Krisenmanagement vor. Dort hei&szlig;t es, dass Kliniken Einrichtungen der Daseinsvorsorge und keine Industriebetriebe seien, die sich ausschlie&szlig;lich an Rentabilit&auml;tszahlen ausrichten k&ouml;nnten. Krankenh&auml;user m&uuml;ssten den Patienten dienen, nicht dem Profit. Gleiches gilt selbstverst&auml;ndlich auch f&uuml;r andere Einrichtungen der &ouml;ffentlichen Daseinsvorsorge, zum Beispiel f&uuml;r Altenpflegeheime.<br>\nObwohl diese Position der Spitzenorganisation der &Auml;rzteschaft bundesweit auf eine breite Zustimmung trifft, l&auml;uft unter dem Radar und kaum bemerkt von der &Ouml;ffentlichkeit eine ganz andere Nummer: Private-Equity-Firmen haben auch im Corona-Jahr 2020 mit dem Geld zahlungskr&auml;ftiger Investoren kleinere Krankenh&auml;user, Rehabilitationskliniken und Altenpflegeheime aufgekauft und zu gr&ouml;&szlig;eren Einheiten fusioniert &ndash; mit dem Ziel, sie bald mit hohem Gewinn weiterzuverkaufen.<br>\nSie erzeugen gnadenlosen Kostendruck und verhindern damit gute Arbeitsbedingungen im Gesundheits- und Pflegesektor. Inzwischen befinden sich 44 Prozent der Altenpflegeheime in privater Tr&auml;gerschaft. Demgegen&uuml;ber sinkt der Anteil der freigemeinn&uuml;tzigen Tr&auml;ger, zu denen auch Caritas und Diakonie geh&ouml;ren. Kommunale Altenheime haben mit 3,5 Prozent bereits &bdquo;Orchideenstatus&ldquo;.<br>\n&hellip; der Bundesverband der privaten Anbieter sozialer Dienste, hat begr&uuml;&szlig;t, dass die Dienstgeberseite der Caritas einen allgemeinen Tarifvertrag in der Pflege abgelehnt hat. Warum aber lie&szlig; sich die Caritas f&uuml;r das schmutzige Gesch&auml;ft des renditeorientierten Gesch&auml;ftsgebarens in der Pflege einspannen? Man wolle am &bdquo;Wettbewerb der Tarifwerke&ldquo; festhalten. Was f&uuml;r ein Zynismus! Und wie weit weg ist das von der Idee der &bdquo;katholischen Soziallehre&ldquo;?<br>\nNicht zuletzt durch diese Fehlentscheidung, die auch innerhalb der Caritas f&uuml;r Emp&ouml;rung gesorgt hat, spitzt sich die Carekrise in Deutschland weiter zu. 9.000 Pflegekr&auml;fte haben im letzten Jahr gek&uuml;ndigt; bundesweit fehlen 200.000. Wen es vor allem trifft? 83 Prozent aller Altenpflegekr&auml;fte sind Frauen und sieben von zehn Bewohnern sind weiblich. So viel zum Thema Geschlechtergerechtigkeit.<br>\nFrauen in Care-Berufen vom Wohlstand abgekoppelt<br>\nWissenschaftler rechtfertigen den Lohnr&uuml;ckstand von Frauen mit ihrer Arbeit in angeblich unproduktiven Berufen. Die Bertelsmann-Stiftung ver&ouml;ffentlichte im Dezember eine Studie zur Lohneinkommensentwicklung bis 2025. Das Fazit ist brisant: Berufe, die in der zweiten Welle der Corona-Pandemie erneut als &bdquo;systemrelevant&ldquo; ins Blickfeld ger&uuml;ckt sind, werden bei Gehaltserh&ouml;hungen bis 2025 das Nachsehen haben.<br>\n(&hellip;) Es geht nicht l&auml;nger an, dass vor allem Frauen, die mit ihren umf&auml;nglichen Zeitbindungen f&uuml;r un- und unterbezahlte Carearbeit das Fundament jeder Geld- und Volkswirtschaft generieren, vom gesellschaftlichen Wohlstand abgekoppelt bleiben. Orthodoxe Wachstumsmodelle, die das legitimieren, geh&ouml;ren auf den Pr&uuml;fstand.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/gastbeitrag\/meier-graewe-pflegenotstand\/\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<p><strong>Dazu: Pflege durch Pflegevollversicherung finanzieren<\/strong><br>\nDie Pr&auml;sidentin des Sozialverbandes VdK, Verena Bentele, fordert zur Finanzierung der Pflege h&ouml;here Steuern f&uuml;r Verm&ouml;gende. Im Dlf sagte sie, es brauche mehr Finanzmittel, um die Pflege auf solide Beine zu stellen. Bentele schlug eine Pflegevollversicherung &auml;hnlich der Krankenversicherung vor.<br>\nDer von der Bundesregierung vorgesehene j&auml;hrliche Zuschuss zur Finanzierung der Pflege von einer Milliarde Euro werde nicht reichen, sagte Verena Bentele weiter. Deshalb dr&auml;nge ihr Verband auf eine Verm&ouml;gensabgabe, eine Erh&ouml;hung des Spitzensteuersatzes oder eine Verm&ouml;genssteuer.<br>\nDie Pr&auml;sidentin des Sozialverbandes VdK schlug erneut eine Pflegevollversicherung &auml;hnlich der Krankenversicherung vor. Derzeit m&uuml;ssen Pflegebed&uuml;rftige f&uuml;r einen Heimplatz durchschnittlich mehr als 2.000 Euro Eigenanteil pro Monat zuzahlen. Dieser steige immer weiter und erdr&uuml;cke die Menschen, sagte sie.<br>\n(&hellip;) Der durchschnittliche Preis f&uuml;r eine Pflege im Monat ist bei &uuml;ber 2.000 Euro in Deutschland. Das ist f&uuml;r viele Menschen auch ein Schreckgespenst, wenn sie auf ihren Rentenbescheid schauen oder das, was ihnen die Rentenversicherung prognostiziert f&uuml;r die Zukunft, und wenn sie dann &uuml;berlegen, was habe ich an Geld zur Verf&uuml;gung und was kostet mich eine gute Pflege&hellip;<br>\nSie haben eben die Kosten selber schon erw&auml;hnt und Sie haben vor einiger Zeit bereits eine Pflege-Vollversicherung gefordert. Dabei ist der Gedanke, dass der Eigenanteil wegfallen w&uuml;rde und der Staat voll f&uuml;r die Kosten aufkommen w&uuml;rde. Halten Sie daran fest und wenn ja, wie wollen Sie das finanzieren?<br>\nBentele: Genau! Wir halten daran fest und sagen ganz klar, dass die Pflege selber, der Eigenanteil f&uuml;r die Pflege funktionieren m&uuml;sste wie die Krankenversicherung, kann man sagen, dass dann die Kosten mit der Pflege-Vollversicherung auch abgedeckt sind. Wir sehen ja heute schon, dass die Zahl derer, die Hilfe zur Pflege beantragen, Sozialhilfe, um die Pflege zu finanzieren beantragen m&uuml;ssen, deren eigenes Geld nicht ausreicht f&uuml;r die Pflege, die Zahl steigt auch immer weiter. Sprich: Dann springt eh der Steuerzahler ein. Da, sagen wir, w&auml;re es die faire L&ouml;sung und eine gute, dass wir wirklich die Pflege finanzieren durch die Pflege-Vollversicherung.<br>\nWie wir das finanzieren wollen, w&uuml;rde mich der Finanzminister jetzt auch fragen? &ndash; Wir sagen, daf&uuml;r braucht es auch eine gerechte Steuerpolitik. Das hei&szlig;t zum Beispiel, wie jetzt auch angedacht ist, dass Kinderlose zum Beispiel mehr Pflegeversicherung zahlen. Da sagen wir, die Spaltung in der Gesellschaft ist jetzt nicht zwingend Kinderlose und Menschen mit Kindern, sondern Arm und Reich. Wenn Menschen viel Geld haben, dann fordern wir auch, dass da an der Steuerschraube gedreht wird. Wir fordern im Moment eine Verm&ouml;gensabgabe f&uuml;r alle, die mehr als eine Million Einkommen oder Verm&ouml;gen haben, um auch die Kosten der Pandemie ein bisschen zu begrenzen. Und wir fordern nat&uuml;rlich auch, dass am Spitzensteuersatz und an der Verm&ouml;genssteuer und weitere Themen mehr &ndash; das w&uuml;rde jetzt den Rahmen sprengen &ndash;, dass wir damit auch wirklich noch mal mehr Geld generieren, das dann f&uuml;r die solidarische Gesellschaft, also f&uuml;r alle Menschen zur Verf&uuml;gung steht&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/vdk-praesidentin-verena-bentele-pflege-durch.694.de.html?dram:article_id=498130\">Deutschlandfunk<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.H:<\/strong> Klare Worte der VdK-Vorsitzende Frau Bentele!  Danke und Bravo daf&uuml;r!<\/em><\/p>\n<p><em>Der Abgeordnetenschaft im Bundestag ist diese Finanzierungsm&ouml;glichkeit &ndash;h&ouml;here Steuern f&uuml;r Verm&ouml;gende- nat&uuml;rlich nicht in den Sinn gekommen, steht doch da die Selbstversorgung, gerade auch im Wahljahr, an erster Stelle; siehe Erh&ouml;hung Parteienfinanzierung, Postengeschachere f&uuml;r verdiente Parteimitglieder zum Ende der Legislaturperiode, und horrende Honorare in Bezug auf Covid Maskenbeschaffung.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Lohndumping auf Staatskosten?<\/strong><br>\nLufthansa wickelt Konzerngesellschaften wie Germanwings ab, w&auml;hrend es eine neue Airline gr&uuml;ndet: Eurowings Discover. Dort wird nach Recherchen von Report Mainz zum Teil weniger Gehalt bezahlt &ndash; trotz Milliarden an Corona-Hilfen&hellip;<br>\nVorwurf des Lohndumpings<br>\nSunExpress Deutschland ist nicht das einzige Unternehmen im Lufthansa-Konzern, das mitten in der Corona-Krise abgewickelt wird. Auch bei der Germanwings ist der Passagierbetrieb mittlerweile eingestellt. Trotz der umfangreichen Rettungshilfen durch den deutschen Staat.<br>\n&ldquo;Der Lufthansa Gruppe werden neun Milliarden Euro an Staatsgeldern zur Verf&uuml;gung gestellt, dazu kamen noch Gelder aus Kurzarbeit&rdquo;, sagt Stefan Sell, Professor f&uuml;r Volkswirtschaft und Sozialwissenschaften an der Hochschule Koblenz. &ldquo;Und jetzt geht man hin und unterst&uuml;tzt, weil man auf jede Bedingung verzichtet, einen harten Sanierungskurs, der auf dem R&uuml;cken der Besch&auml;ftigten ausgetragen wird. Der Konzern wird massiv umgebaut. Kostensenkungen verbunden mit Lohndumping bei den Besch&auml;ftigten, um dort Kosten zu sparen.&rdquo;&hellip;<br>\nDeutlich niedrigeres Gehalt<br>\nKonfrontiert mit diesem Vorwurf erkl&auml;rt die Lufthansa auf Anfrage, die Arbeitsbedingungen seien auf dem Niveau vergleichbarer Flugbetriebe. &ldquo;Ab dem 1. Juni werden bei Neueinstellungen ausschlie&szlig;lich Vollzeitvertr&auml;ge vergeben und bestehende Teilzeitvertr&auml;ge auf 100 Prozent aufgestockt&rdquo;, so der Konzern&hellip;<br>\n&Uuml;ber 200 Klagen vor den Arbeitsgerichten<br>\nDie Umstrukturierung im Konzern besch&auml;ftigt jetzt auch die Arbeitsgerichte. &Uuml;ber 200 Klagen liegen nach Report-Mainz-Recherchen allein bei den Arbeitsgerichten in K&ouml;ln und Frankfurt&hellip;<br>\nBundesregierung f&uuml;hlt sich nicht zust&auml;ndig<br>\nDie Bundesregierung hat trotz allem nicht eingegriffen und das obwohl sie Milliarden an Hilfen gew&auml;hrte, sogar am Unternehmen beteiligt ist. Gegen&uuml;ber Report Mainz erkl&auml;rt das Bundeswirtschaftsministerium: &ldquo;Die Bundesregierung kann keinen Einfluss auf die operative Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der Deutschen Lufthansa AG nehmen.&rdquo;<br>\nF&uuml;r Stefan Sell ist die Lufthansa damit ein gro&szlig;er Profiteur der Corona-Krise. &ldquo;Das hei&szlig;t, die Verluste wurden sozialisiert und die m&ouml;glichen Gewinne, die jetzt realisiert werden, die privatisiert die Lufthansa-Gruppe&rdquo;, sagt er. &ldquo;F&uuml;r alles muss man einen Preis zahlen. Und der Preis, den zahlen jetzt die Besch&auml;ftigten.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/report-mainz\/lufthansa-791.html\">tagesschau<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Neue Kontroverse um Lohn f&uuml;r Hausarbeit<\/strong><br>\nBarbara Marti<br>\nLohn f&uuml;r Hausarbeit zementiere alte Geschlechterrollen, sagen Kritikerinnen. Das Gegenteil sei der Fall, sagen Bef&uuml;rworterinnen.<br>\nIn der Schweiz verlangt das Bundesgericht neu von M&uuml;ttern, nach der Scheidung finanziell f&uuml;r sich selber zu sorgen. Die unbezahlte Haus- und Betreuungsarbeit, die immer noch &uuml;berwiegend Frauen leisten, hat also auch nach einer Scheidung keinen Wert. Viele halten die neue Rechtsprechung unter den heutigen Gegebenheiten f&uuml;r realit&auml;tsfern. Einige schlagen deshalb vor, Hausarbeit zu entl&ouml;hnen.<br>\nKontroverse unter Feministinnen<br>\nDie unbezahlte Haus- und Betreuungsarbeit hat f&uuml;r Frauen bis ins Rentenalter negative finanzielle Folgen. Ein Hausfrauenlohn k&ouml;nne dies &auml;ndern, meinen einige. Dieser Vorschlag hat eine jahrzehntealte Kontroverse wiederbelebt. Im Zentrum der Diskussionen steht die Frage, ob ein solches Gehalt Frauen diskriminiert oder emanzipiert.<br>\n&laquo;Herdpr&auml;mie&raquo;<br>\nDie Kritikerinnen sprechen von einer &laquo;Herdpr&auml;mie&raquo;, welche Hausarbeit als Frauenarbeit zementiere und Frauen vom Arbeitsmarkt verdr&auml;nge. Zudem k&ouml;nnte ein Hausfrauenlohn ein Anlass f&uuml;r den Staat sein, familienexterne Kinderbetreuungsm&ouml;glichkeiten nicht mehr zu finanzieren.<br>\nEs sei zwar wichtig, &uuml;ber den Wert der unbezahlten Hausarbeit zu sprechen und dar&uuml;ber, wer sie leistet. Doch Ziel m&uuml;sse es sein, bezahlte Erwerbs- und unbezahlte Hausarbeit partnerschaftlich aufzuteilen. Wer einen Hausfrauenlohn fordere, mache gemeinsame Sache mit Konservativen, die weltweit auf dem Vormarsch sind. Diese propagieren traditionelle Geschlechterrollen, weil sie bezahlte Arbeit und Macht nicht mit den Frauen teilen wollen.<br>\n&laquo;Befreiungsschlag&raquo;<br>\nDie Bef&uuml;rworterinnen dagegen argumentieren, ein Hausfrauenlohn sei ein emanzipatorischer Befreiungsschlag. Frauen m&uuml;ssten nicht mehr jeden bezahlten Job annehmen. Und sie w&auml;ren in einer besseren Position, um mit ihren Partnern auszuhandeln, wie sie die Haus- und Betreuungsarbeit teilen. Heute seien zwar mehr Frauen erwerbst&auml;tig, aber trotzdem finanziell nicht unabh&auml;ngig, weil sie Teilzeit besch&auml;ftigt sind und tiefere L&ouml;hne erhalten.<br>\nEin Hausfrauenlohn werte Hausarbeit auf und mache diese sichtbar. Nur eine Bezahlung zeige, dass Hausarbeit einen Wert habe und nichts mit der Natur der Frau zu tun habe. Einen Hausfrauenlohn k&ouml;nnten n&auml;mlich auch M&auml;nner beziehen und damit ihre Erwerbsarbeitszeit reduzieren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/frau-mann\/unbezahlte-arbeit\/neue-kontroverse-um-lohn-fuer-hausarbeit\/\">Infosperber<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Umk&auml;mpfte Patente: Die globale Impfstoff-Apartheid<\/strong><br>\nvon Andreas Zumach<br>\nAls Mitte Mai 2020 die Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen der Coronapandemie erstmals seit ihrer Gr&uuml;ndung im Jahr 1948 nur virtuell stattfinden konnte, versprachen die Regierungen der reichen Industriestaaten dem &bdquo;Rest&ldquo; der Welt ihre Solidarit&auml;t bei der Bek&auml;mpfung von Covid-19 und eine globale gerechte Verteilung von Impfstoffen. Auf einem nachfolgenden Gipfeltreffen der EU bekr&auml;ftigte Kommissionschefin Ursula von der Leyen mit vielen hehren Worten dieses Versprechen. Schon damals stie&szlig;en diese Ank&uuml;ndigungen bei manchen Beobachter*innen auf gro&szlig;e Skepsis, weil die konkret beschlossenen Ma&szlig;nahmen zu ihrer Umsetzung h&ouml;chst unzureichend erschienen.<br>\nDie Skepsis war leider nur zu berechtigt: Im Sp&auml;therbst 2020 wurden f&uuml;r die ganze Welt der Egoismus und Nationalismus offensichtlich, mit dem die G&thinsp;7-Staaten und die EU bei der Produktion, Beschaffung und (Nicht-)Verteilung von Impfstoffen bis heute vorgehen. Bis zum 15. Mai dieses Jahres &ndash; genau ein Jahr nach der WHO-Generalversammlung von 2020 &ndash; hatten sich die G&thinsp;7-Staaten inklusive der EU &uuml;ber die H&auml;lfte aller bis dato verf&uuml;gbaren Impfdosen gesichert, obwohl sie nur 13 Prozent der Weltbev&ouml;lkerung ausmachen. Auch &uuml;ber die H&auml;lfte aller bereits verabreichten Impfungen erfolgte in diesen L&auml;ndern, w&auml;hrend in 130 der 194 UNO-Staaten noch keine einzige Person geimpft wurde.<br>\nInsgesamt hatten bis Mitte Mai dieses Jahres 820 Millionen Menschen weltweit zumindest den ersten sch&uuml;tzenden Stich in den Oberarm bekommen. Davon leben 88 Prozent in den Industriestaaten des Nordens und nur 0,2 Prozent in den 50 nach UNO-Definition &auml;rmsten, weil nach UN-Definition &bdquo;am wenigsten entwickelten&ldquo; L&auml;ndern. Bleibt es bei dieser globalen Impfstoff-Apartheid k&ouml;nnen alle Menschen in den G&thinsp;7-Staaten sowie in Israel, Australien und Neuseeland bis sp&auml;testens Ende des Jahres vollst&auml;ndig geimpft sein, im &bdquo;Rest&ldquo; der Welt jedoch maximal ein F&uuml;nftel der Bev&ouml;lkerung.<br>\nWeil sie genau diese Situation bef&uuml;rchteten, hatten Indien und S&uuml;dafrika bereits im September 2020 bei der Welthandelsorganisation (WTO) die vor&uuml;bergehende Aussetzung der Patentrechte der gro&szlig;en Pharmakonzerne beantragt, um so eine deutlich erh&ouml;hte globale Produktion und beschleunigte gerechte Verteilung von Impfstoffen zu erm&ouml;glichen&hellip; Der indisch-s&uuml;dafrikanische Antrag wird zwar von &uuml;ber 120 WTO-Mitgliedstaaten unterst&uuml;tzt, wurde jedoch von den G7-Staaten, der EU sowie Australien, Norwegen und Brasilien in sechs Beratungs- und Verhandlungsrunden seit September 2020 blockiert&hellip;<br>\nDie Patentierung von &uuml;berlebenswichtigen Medikamenten und Impfstoffen ist der politisch und moralisch skandal&ouml;seste Ausdruck der Umwandlung des &ouml;ffentlichen Gutes Gesundheit zu einer privatwirtschaftlich gehandelten, rein profitorientierten Ware. Diese Umwandlung begann sp&auml;testens in den 1980er Jahren&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.blaetter.de\/ausgabe\/2021\/juni\/umkaempfte-patente-die-globale-impfstoff-apartheid\">Bl&auml;tter<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Und was sagen die Qualit&auml;tsmedien? Tausende protestieren in London gegen Corona-Politik<\/strong><br>\nBeobachter mutma&szlig;en, dass die Berichterstattung &uuml;ber Proteste vor allem davon abh&auml;ngt, inwieweit diese der Regierung als &ldquo;politisch korrekt&rdquo; gelten. J&uuml;ngstes Beispiel sollen die Proteste gegen die Corona-Politik in London vom Wochenende gewesen sein.<br>\nWer etwa auf die Tagesschau als wichtige Informationsquelle vertraut, erfuhr in den vergangenen Tagen vor allem einiges &uuml;ber den Kampf der transatlantischen Gemeinschaft f&uuml;r Freiheit und Demokratie in Wei&szlig;russland, oder, wie hier auf tagesschau.de, von den Demonstrationen gegen den brasilianischen Pr&auml;sidenten Bolsonaro &ndash; wegen &ldquo;seines Umgangs mit der Corona-Pandemie&rdquo;.<br>\nWas die j&uuml;ngsten Proteste in London anbelangt, muss man in den sogenannten Qualit&auml;tsmedien jedoch nach Berichten suchen wie nach der N&auml;hnadel im Heuhoaufen. Unter dem Motto #uniteforfreedom fanden am Wochenende in London u.a. Proteste gegen das Maskenmandat, das sgenannte &ldquo;Social Distancing&rdquo; und die m&ouml;gliche Einf&uuml;hrung eines Impfpasses statt. Mutma&szlig;lich auch aufgrund des &ldquo;Drucks der Stra&szlig;e&rdquo; herrscht &uuml;ber letzteres Vorhaben auch in den Reihen der britischen Regierung l&auml;ngst kein Konsens mehr.<br>\nAnders als etwa in Deutschland &auml;u&szlig;erten sowohl die Konservative Partei Gro&szlig;britanniens als auch oppositionelle Abgeordnete und B&uuml;rgerrechtsgruppen zuletzt ihre zunehmende Besorgnis &uuml;ber die Aussicht auf sogenannte Impfstoffzertifikate. Bereits im April deutete auch der britische Premierminister Boris Johnson an, dass die Ausstellung der Zertifikate ethische Fragen aufwerfe.<br>\nAuch wenn in Gro&szlig;britannien unl&auml;ngst Gesch&auml;fte und Pubs unter Corona-Auflagen wieder &ouml;ffnen durften, gingen die Menschen gegen die mutma&szlig;liche &ldquo;neue Normalit&auml;t&rdquo; auf die Stra&szlig;e. (&hellip;)<br>\nDerweil hat sich l&auml;ngst eine breite zivilgesellschaftliche Front gebildet, f&uuml;r die die Corona-Politik der Regierung und die Ausweitung polizeilicher Befugnisse demselben, mutma&szlig;lich &ldquo;totalit&auml;ren&rdquo; Geist entspringen. Am Wochenende fand man auf den Stra&szlig;en Londons zusammen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.rt.com\/europa\/118375-und-was-sagen-qualitatsmedien-tausende-demonstrieren-in-london-gegen-corona-politik\/\">RT DE<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Der Klimawandel ist schon heute t&ouml;dlich<\/strong><br>\nHitzewellen kosten im Sommer viele Menschen das Leben. Eine internationale Studie hat jetzt versucht, genau zu ermitteln, wie viele es sind. Laut den Daten aus mehr als 740 St&auml;dten weltweit l&auml;sst sich jeder dritte Todesfall bei Hitze dem Klimawandel zuschreiben. Deutschland ist besonders betroffen.<br>\n37 Prozent aller Hitzetoten in den letzten drei Jahrzehnten h&auml;tte es ohne den Klimawandel nicht gegeben &ndash; das ist die Kernaussage der neuen Untersuchung. Sie st&uuml;tzt sich auf Daten aus &uuml;ber 730 St&auml;dten in 42 L&auml;ndern der Erde. F&uuml;r Ana Maria Vicedo-Cabrera sind die 37 Prozent eine Zahl, die jeden aufr&uuml;tteln sollte. Die spanische Gesundheitswissenschaftlerin initiierte die erste so umfangreiche Studie dieser Art. Sie forscht an der Universit&auml;t Bern: &bdquo;Man kann auch sagen: Jeder dritte Todesfall, der im Zusammenhang mit Hitze steht, kann dem menschlichen Einfluss auf das Klima zugeschrieben werden. Das, finde ich, ist ein sehr frappierendes Ergebnis!&ldquo;<br>\n(&hellip;) &bdquo;Das ist ja nicht so, dass sich sozusagen nur der Mittelwert der Temperatur verschiebt. Da w&uuml;rde man vielleicht sagen: Na ja, dann ist es jetzt im Mittel ein Grad w&auml;rmer, ist ja vielleicht ganz nett! Aber es verschieben sich eben vor allem die Extremwerte. Also, es werden ja immer mehr Hitzewellen, die Hitzewellen werden l&auml;nger und eben auch wesentlich extremer als fr&uuml;her.&ldquo;<br>\nW&uuml;rde man die Ergebnisse der Studie auf alle L&auml;nder und Gro&szlig;st&auml;dte der Welt &uuml;bertragen, k&auml;me man im Schnitt auf &uuml;ber 100.000 Hitzetote durch den Klimawandel pro Jahr, hei&szlig;t es in der Ver&ouml;ffentlichung&hellip;<br>\n2018 gab es demnach rund 20.000 hitzebedingte Todesf&auml;lle in Deutschland. Ohne den Klimawandel w&auml;ren es deutlich weniger gewesen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/hitzetote-der-klimawandel-ist-schon-heute-toedlich.676.de.html?dram:article_id=498150\">Deutschlandfunk<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Zu hei&szlig; f&uuml;r Pflanzen<\/strong><br>\nHitzewelle zerst&ouml;rt Teile der Reisernte in Bangladesch und ist eine Menetekel f&uuml;r die Zukunft der Weltern&auml;hrung<br>\nAus Bangladesch erreichen uns Nachrichten &uuml;ber gr&ouml;&szlig;ere Ernteverluste aufgrund von Hitzestress. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat Anfang April eine zweit&auml;gige Hitzewelle in Verbindung mit Trockenheit in &uuml;ber 36 Distrikten des Landes vor allem Reisfelder zerst&ouml;rt. Betroffen waren im geringeren Umfang auch Mais- und Erdnusspflanzen sowie Bananenpalmen.<br>\nF&uuml;r zwei Tage seien die H&ouml;chsttemperaturen in trockener Luft auf durchschnittlich bis zu 36 Grad geklettert, was auch f&uuml;r das teils subtropische, teils tropische Land zu dieser Jahreszeit au&szlig;ergew&ouml;hnlich ist. Vielen Nutzpflanzen war die Hitze offensichtlich zu viel&hellip;<br>\nAnsonsten ist diese Geschichte nat&uuml;rlich ein Hinweis auf die vielen Wege, wie in einem w&auml;rmeren Klima die Weltern&auml;hrung gef&auml;hrdet sein wird. Denn wenn die globale Durchschnittstemperatur zunimmt, werden auch Hitzewellen wie diese h&auml;ufiger und auch intensiver.<br>\nZahlreiche Wissenschaftler haben dies in den letzten beiden Jahrzehnten bereits unter anderem an den westeurop&auml;ischen und russischen Hitzewellen nachgewiesen und auch auf die damit verbundenen Gesundheitsgefahren hingewiesen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/news\/Zu-heiss-fuer-Pflanzen-6059707.html\">Telepolis<\/a>\n<p><strong>Dazu: Was uns die D&uuml;rre in Kalifornien &uuml;ber den Klimawandel verr&auml;t<\/strong><br>\nines der wichtigsten Agrargebiete der USA sieht sich erneut mit einer Wasserkrise konfrontiert. Es drohen massive Ernteverluste<br>\nDie Schneeschmelze in den Bergen der Sierra Nevada, dem &ldquo;verschneiten Gebirgszug&rdquo; Kaliforniens, bildet eine der wichtigsten Wasserquellen des westlichen Bundeslandes der Vereinigten Staaten. Doch dieses Jahr scheint die allj&auml;hrliche, im Fr&uuml;hling einsetzende Wasserzufuhr g&auml;nzlich auszubleiben, wie die Los Angeles Times k&uuml;rzlich warnte.<br>\nZwar erreichte die Schneedecke in diesem Jahr nur 59 Prozent des langj&auml;hrigen Durchschnittswertes, doch hofften die Hydrologen des Bundesstaates, in dem sich eines der wichtigsten landwirtschaftlichen Anbaugebiete der USA befindet, dass die Schneeschmelze dennoch die Wasserreservoirs zumindest etwas auff&uuml;llen werde. Doch dem war nicht so: Das im Fr&uuml;hjahr in der Sierra sich bildende Schmelzwasser kam zumeist gar nicht mehr an den Gebirgsausl&auml;ufern an, da es sofort in der ausged&ouml;rrten Erde versickerte, oder in der trockenen, warmen Luft verdunstete.<br>\n73 Prozent der Fl&auml;che von &ldquo;schwerer oder extremer&rdquo; D&uuml;rre betroffen<br>\nWenn der Schnee der Sierra &ldquo;im Boden versickert oder verdunstet, bevor er in die Reservoirs flussabw&auml;rts flie&szlig;en&rdquo; k&ouml;nne, dann sei klar, dass Kalifornien sich wieder in einer schweren D&uuml;rre befinde, erl&auml;uterte die Los Angeles Times. Dabei sieht sich nahezu der gesamte Westen der Vereinigten Staaten seit Jahren mit einer schweren Trockenperiode konfrontiert&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Was-uns-die-Duerre-in-Kalifornien-ueber-den-Klimawandel-verraet-6058783.html\">Telepolis<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Vu&#269;i&#263;: US-Abh&ouml;rskandal gegen Merkel ist prinzipienlos<\/strong><br>\n(&hellip;) Der serbische Pr&auml;sident Aleksandar Vu&#269;i&#263; hat das Abh&ouml;ren der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und anderer europ&auml;ischer Politiker durch US-amerikanische und d&auml;nische Geheimdienste als skandal&ouml;s und prinzipienlos bezeichnet. Er erkl&auml;rte am Montag in einer Live&uuml;bertragung des TV-Senders Cirilica TV HAPPY:<br>\n&ldquo;Das ist skandal&ouml;s! Stellen Sie sich vor, dass Serbien oder Wei&szlig;russland das getan h&auml;tten, was f&uuml;r Sanktionen w&auml;ren dann verh&auml;ngt worden! Was w&auml;re, wenn Lukaschenko mit Russlands Hilfe Angela Merkel abgeh&ouml;rt h&auml;tte, was h&auml;tte man dann Russland und Wei&szlig;russland angetan! Aber es stellte sich heraus, dass Angela Merkel von den Amerikanern mit Hilfe D&auml;nemarks abgeh&ouml;rt wurde. Und nichts passiert, denn es gelten keine Prinzipien, keine Moral, kein internationales Recht mehr. Nur wir und einige wenige L&auml;nder in der Welt k&ouml;nnen uns darauf berufen, da dies schon seit l&auml;ngerer Zeit niemanden mehr interessiert.&rdquo;&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.rt.com\/international\/118390-vucic-us-abhoerskandal-merkel\/\">RT<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Ken Jebsen hat uns politisch entfremdet?<\/strong><br>\nKen Jebsen soll die politische Entfremdung im Land vorangetrieben haben. Daher kniet sich nun der Verfassungschutz hinein und beobachtet den Journalisten und seine Plattform. Dieser Schritt zeigt, wie sehr sich M&auml;chtige von unabh&auml;ngigen Medienangeboten f&uuml;rchten &ndash; und wie tief der Medienbetrieb mit drin steckt.<br>\nDenn der Journalist habe die &raquo;Entfremdung&laquo; im Lande vorangetrieben. Dieser Vorwurf ist grotesk. Selbst wenn er stimmte, kann man ihn nicht heranziehen, um eine solche Beobachtung zu rechtfertigen.<br>\nDenn damit wirft man Ken Jebsen vor, er h&auml;tte unwahre Verschw&ouml;rungstheorien unter die Leute gebracht, mit dem genannten Resultat. Anders gesagt: Er soll gelogen haben. Wenn jetzt schon die L&uuml;ge ein Aufh&auml;nger f&uuml;r den Verfassungsschutz sein soll, m&uuml;sste dieser ja auch gegen die Bildzeitung, den Spiegel und gegen manche fremdgehenden Ehepartner ermitteln.<br>\nReporter mit Grenzen<br>\nNach diesem Argumentationsmuster w&auml;ren auch unsere etablierten Medien potenzielle Beobachtungsziele des Staatsschutzes. Die Zeiten, da Claas Relotius mit falschen Stories ein v&ouml;llig falsches Bild von Deutschland und der Welt vermittelte, sind noch gar nicht so lange vorbei. Wenn es also gen&uuml;gt, durch falsche Behauptungen die Stabilit&auml;t des Landes zu untergraben, dann m&uuml;ssen wir &uuml;ber den Spiegel reden. Und nat&uuml;rlich auch &uuml;ber die Rolle fast aller Medien in der Corona-Krise. Denn von Anfang an wurden die B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger unter Dauerbeschuss genommen, jede Meldung, die sich f&uuml;r das Thema ausschlachten lie&szlig;, wurde aufgeblasen.<br>\nDas hat die gesellschaftliche Spaltung beg&uuml;nstigt. Der Medienbetrieb ist in eine tiefe Sinnkrise geschlittert, die schon vor der Pandemie augenf&auml;llig wurde. Sachliche Berichterstattung verkauft sich schlechter, N&uuml;chternheit ist Kassengift. Die Schnelllebigkeit in den Netzwerken forciert die Aufl&ouml;sung des journalistischen Berufsethos.<br>\nUnd nun, da einer aus der Branche aus einem fadenscheinigen Grund zum Staatsfeind verkl&auml;rt wird, wo er so ziemlich der einzige deutschsprachige Alternativjournalist ist, der es in die Tagesschau schafft, hat die Anteilnahme der Branche Grenzen. Jeder Journalist, der im Ausland in einem Knast sitzt, erf&auml;hrt mehr Solidarit&auml;t und Zuspruch, als Berufskollege Jebsen.<br>\nGanz im Gegenteil, die Bericherstattung zur Beobachtung durch den Verfassungsschutz wurde recht wohlwollend begleitet und mit Kommentaren ausgeschm&uuml;ckt, die die dunkle Seite Jebsens betonten. Die Argumentation, wonach er die Entfremdung im Lande angeschoben h&auml;tte, wurde kritiklos &uuml;bernommen. Der Medienbetrieb steckt so tief in dieser ganzen Misere, er hat sich selbst auf eine Zahnlosigkeit abgerichtet, die nicht mehr m&ouml;glich macht, die Schritte der M&auml;chtigen aus Wirtschaft und Politik kritisch und bissig zu begleiten. Der medial-politische Komplex kreiert Feindbilder und wundert sich, dass sich das Land von seinen Entscheidern entfremdet&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.neulandrebellen.de\/2021\/05\/ken-jebsen-wie-in-der-despotie-einer-bananenrepublik\/\">Neulandrebellen<\/a>\n<p><em>Lesen Sie dazu auf den NachDenkSeiten: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=72856\">Die rote Linie ist &uuml;berschritten<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Kolumbien: &bdquo;Die Regierung t&ouml;tet uns&ldquo;<\/strong><br>\nPolitische Morde h&auml;ufen sich, Korruption und Corona-Ma&szlig;nahmen verschlimmern die Armut und es gibt keine Arbeit in Kolumbien. Der Bev&ouml;lkerung reicht es, seit Ende April protestiert sie gegen den Zustand des Landes. Die Regierung antwortet mit Milit&auml;r- und Polizeigewalt.<br>\n&bdquo;Die Regierung t&ouml;tet uns.&ldquo; Das ist der Schlachtruf kolumbianischer Jugendlicher an die Regierung, gegen deren Repression sich die Protestbewegung seit ihrem Entstehen am 28. April zur Wehr setzt. Damals riefen alle Gewerkschaftsverb&auml;nde zu einem landesweiten Streik auf. Die Bev&ouml;lkerung str&ouml;mte in der Nacht auf die Stra&szlig;e und errichtete Barrikaden in der Stadt. Die Polizei antwortete mit Sch&uuml;ssen auf Protestierende. Der Terror sollte die Bewegung entmutigen.<br>\n(&hellip;) Was hat die Proteste in Kolumbien ausgel&ouml;st?<br>\nDie Vorgeschichte der Proteste reicht bis in den November 2019 zur&uuml;ck. Damals riefen Gewerkschaftsverb&auml;nde, soziale, indigene und afro-kolumbianische Organisationen zu einem Streik auf. Dazu kamen Studierendengruppen. In der Nacht des 21. Novembers schuf die Regierung eine Atmosph&auml;re der Angst. Ger&uuml;chte gingen um, die besagten, dass bewaffnete Gruppen, von Ausl&auml;nder*innen angef&uuml;hrt, in der ganzen Stadt versuchten, in H&auml;user einzudringen und zu pl&uuml;ndern. Schon damals versuchte die Regierung damit den Einsatz der Exekutive zu rechtfertigen&hellip;<br>\nDie Bev&ouml;lkerung mobilisierte gegen &bdquo;Duque&lsquo;s paquetazo&ldquo;: eine Reihe von &ouml;konomischen Reformen. Darunter fiel die Senkung des Mindestlohns f&uuml;r Menschen unter 25 um drei Viertel, eine Steuerreform, die vor allem gro&szlig;en und internationalen Unternehmen zu Gute kommen sollte, die Privatisierung von Kernindustrien und des Finanzsektors, eine Erh&ouml;hung des Pensionsantrittsalters und die Privatisierung der Pensionskassen. Die Leute gingen au&szlig;erdem f&uuml;r den Friedensvertrag mit der FARC und gegen Korruption auf die Stra&szlig;e&hellip;<br>\nDie Protagonist*innen: Junge Frauen und M&auml;nner<br>\nJunge Leute f&uuml;hrten den Streik am 28, April an. Jene jungen Leute, die keine M&ouml;glichkeit haben, zu studieren oder einen ordentlichen Job zu finden. Diese Generation ist w&auml;hrend der 40-j&auml;hrigen Herrschaft des Neoliberalismus in Kolumbien geboren. Sie leben, ohne Tr&auml;umen zu k&ouml;nnen, von einen Tag zum n&auml;chsten. Diese jungen Leute stehen in der ersten Reihe der Auseinandersetzungen, sie verteidigen die Barrikaden mit ihrem Leben. Und sie sind es, die den Gro&szlig;teil der Toten ausmachen.<br>\nDer Jugend reicht es: Als sie studieren wollte, war das nicht m&ouml;glich. Als sie arbeiten wollte, gab es keine Jobs. Sie m&uuml;ssen ihren Lebensunterhalt mit Schwarzarbeit verdienen. Sie putzen Windschutzscheiben an Ampeln und werden unentwegt beleidigt. Versichert sind sie nicht. Zu Hause fehlt ihnen alles. Ein junger Protestierender sagte, so gut gegessen wie w&auml;hrend dem Streik h&auml;tte er noch nie. Trotz allem ist es diese Generation, die nicht aufgibt, f&uuml;r den Wandel und f&uuml;r ein w&uuml;rdevolles Leben zu k&auml;mpfen.<br>\nJunge M&auml;nner und Frauen ganz verschiedener Herkunft, Kollektive, K&uuml;nster*innen, Frauen, LGBTQI-Gruppen, Lehrer*innen, Studierende, Hausfrauen, Fu&szlig;ballfans, Afro-Communities, Indigene, Arbeitslose, Schwarzarbeiter*innen dominieren die M&auml;rsche in Kolumbien. Das ganze Land geht auf die Stra&szlig;e. Die Regierung bietet ihnen Repression und den Tod.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/mosaik-blog.at\/kolumbien-protest-regierung-gewalt\/#\">Mosaik<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Neue Generation schreibt Magna Carta<\/strong><br>\n&raquo;Chile ist aufgewacht!&laquo; Bei der Abstimmung &uuml;ber die verfassunggebende Versammlung machten die Chilenen den Weg frei f&uuml;r mehr soziale Grundrechte. Linke und unabh&auml;ngige Delegierte stellen nach der Wahl der 155 Mitglieder der Constituyente am 15. und 16. Mai die Mehrheit&hellip;<br>\nDamit kann die neue Magna Carta des s&uuml;damerikanischen Landes von einer neuen politischen Generation &ndash; von Aktivist:innen der Zivilgesellschaft und der Linken &ndash; geschrieben werden.<br>\nDas ist ein gewaltiger Demokratisierungsschub. Dazu geh&ouml;rt auch, dass zum ersten Mal im Verfassungskonvent eine gleiche Anzahl von Frauen und M&auml;nnern vertreten ist, was in der nach wir vor stark von M&auml;nnern dominierten Politik fast schon revolution&auml;r daherkommt. In der Constituyente sind zudem 17 Delegierte der anerkannten indigenen V&ouml;lker Chiles vertreten, deren Rechte in der bisher g&uuml;ltigen Verfassung nicht anerkannt werden. Bis sp&auml;testens Mitte 2022 sollen die gew&auml;hlten Delegierten einen neuen Verfassungsentwurf vorlegen, &uuml;ber den die Bev&ouml;lkerung in einem Referendum abstimmen wird&hellip;<br>\nDie jahrelangen Proteste von Studierenden, Gewerkschaften und sozialen Bewegungen, Feministinnen, und jenen, die mit miserablen L&ouml;hnen und Renten einfach nicht &uuml;ber die Runden kommen, waren die Basis f&uuml;r die Sozialrevolte, die am 18. Oktober 2019 nach einer Fahrpreiserh&ouml;hung im &ouml;ffentlichen Nahverkehr ausbrach. &raquo;Es geht nicht um 30 Pesos, es geht um 30 Jahre!&laquo;, wurde skandiert. Also nicht prim&auml;r um die Fahrpreiserh&ouml;hung des U-Bahn-Tickets, sondern um die Tatsache, dass die Verfassung, die von der Pinochet-Diktatur (1973-1990) dem Land aufgeherrscht wurde, auch 30 Jahre nach deren Ende noch immer in Kraft ist. &raquo;Der Neoliberalismus wurde in Chile geboren und muss auch hier sterben&laquo;, lautete ein weiterer Slogan der Demonstrierenden. Die nun gew&auml;hlte Constituyente ist der sichtbare Erfolg der massenhaften Proteste &ndash; trotz schwerer Menschenrechtsverletzungen der chilenischen Sicherheitskr&auml;fte, Dutzenden Toten und erblindeter Opfer.<br>\n(&hellip;) Eine staatliche Rentenversicherung, ein &ouml;ffentliches Bildungs- und Gesundheitssystem, eine &ouml;ffentliche Trinkwasserversorgung, die Erh&ouml;hung des Mindestlohns auf 500.000 Pesos (etwa 600 Euro), die Anerkennung von Gewerkschaftsfreiheit und Tarifverhandlungen nach Branchen, Schutz von Menschenrechten, indigenen V&ouml;lkern und der Natur, mehr demokratische Teilhabe sowie der Zugang zu w&uuml;rdigem Wohnraum wurden als Themen benannt, die in der neuen Verfassung verankert werden sollen. &raquo;Wir wollen das vorherrschende Paradigma Chiles ver&auml;ndern: das neoliberale, kapitalistische, individualistische und patriarchale Paradigma&laquo;&hellip;<br>\nDoch bereits heute steht fest: Die Verfassung, mit der Pinochet das neoliberale System in Chile f&uuml;r alle Zeiten festschreiben wollte, ist bald Geschichte. &raquo;Fr&uuml;her oder sp&auml;ter werden sich erneut die Alleen &ouml;ffnen, auf denen der w&uuml;rdige Mensch dem Aufbau einer besseren Gesellschaft entgegengeht&laquo;, hatte Salvador Allende in seiner letzten Rede im September 1973 im Pr&auml;sidentenpalast Moneda gesagt. Jetzt besteht die begr&uuml;ndete Hoffnung, dass sich seine Prophezeiung erf&uuml;llen k&ouml;nnte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.sozialismus.de\/kommentare_analysen\/detail\/artikel\/neue-generation-schreibt-magna-carta\/\">Sozialismus aktuell<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Staatliche Mittel &uuml;bersteigen 200-Millionen-Marke<\/strong><br>\nDie staatlichen Mittel f&uuml;r die in Deutschland t&auml;tigen Parteien steigen in diesem Jahr aller Voraussicht nach erstmals &uuml;ber die Marke von 200 Millionen Euro.<br>\nIn der sogenannten Unterrichtung von Bundestagspr&auml;sident Sch&auml;uble hei&szlig;t es, durch eine Anpassung an die Preisentwicklung um 1,3 Prozent steige die bisher bei rund 197,5 Millionen Euro liegende absolute Obergrenze an. Diese beschreibt das j&auml;hrliche Gesamtvolumen staatlicher Mittel, das allen Parteien h&ouml;chstens ausgezahlt werden darf. Die Obergrenze wird regelm&auml;&szlig;ig &uuml;ber einen Preisindex der f&uuml;r Parteien typischen Ausgaben angepasst, die sich hierzulande vor allem durch Mitgliedsbeitr&auml;ge, Geld vom Staat und Spenden finanzieren. Grunds&auml;tze und Umfang der staatlichen Zuwendungen sind im Parteiengesetz festgelegt.<br>\nAuch die Mittel, die die Parteien je W&auml;hlerstimme erhalten, werden erh&ouml;ht. Sie steigen f&uuml;r die ersten vier Millionen W&auml;hlerstimmen von 1,05 auf 1,06 Euro und f&uuml;r alle weiteren Stimmen von 0,86 auf 0,87 Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/parteienfinanzierung-staatliche-mittel-uebersteigen-200.1939.de.html?drn:news_id=1265222\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.H.:<\/strong> W&auml;hrend die Parteien sich aus dem Steuers&auml;ckel bedienen, werden die Rentnerinnen und Rentner mit Hinweis auf Corona gezwungen Ma&szlig; zu halten und den G&uuml;rtel enger zu schnallen, da die Rentenanpassung an die gestiegenen Lebenshaltungskosten  Mieten und deren Nebenkosten z.B.!   im Bundestagswahljahr ausf&auml;llt.<\/em><br>\n<em>Wetten, da&szlig; f&uuml;r die Bundestagsabgeordneten auch noch eine Di&auml;tenerh&ouml;hung in diesem Jahr drin ist?!  Aber dar&uuml;ber, da inzwischen ja die Debatten dazu im Bundestag nicht mehr gef&uuml;hrt werden, f&auml;llt die Berichterstattung in den Leit-Medien aus; ausgenommen in den NachDenkSeiten, so erhoffe ich doch von diesen hierzu eine Stellungnahme.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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