{"id":73287,"date":"2021-06-13T09:00:25","date_gmt":"2021-06-13T07:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73287"},"modified":"2021-06-11T14:45:18","modified_gmt":"2021-06-11T12:45:18","slug":"hinweise-der-woche-210","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73287","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73287#h01\">Bundesrechnungshof: Kritik an Spahns Geldverschwendung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73287#h02\">Einfluss von Umfragen auf Wahl: Demoskopie ist nicht politisch neutral<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73287#h03\">Gr&uuml;ne und SPD sprechen von Vertuschung im Gesundheitsministerium<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73287#h04\">EU macht erste Schritte f&uuml;r mehr Steuertransparenz<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73287#h05\">Gro&szlig;e Mehrheit f&uuml;r Verm&ouml;genssteuern, aber Medien schreiben dagegen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73287#h06\">Die Story im Ersten: Der Milliardenraub<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73287#h07\">Das steckt hinter dem Vorsto&szlig; zur Rente mit 68<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73287#h08\">&ldquo;Fischmarkt-Theorie war Finte&rdquo;: Kekul&eacute; zerpfl&uuml;ckt Chinas Thesen zum Corona-Ursprung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73287#h09\">Lega Ost?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73287#h10\">Lafontaine: &ldquo;Frage mich, ob es nicht besser gewesen w&auml;re, in der SPD zu bleiben&rdquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Bundesrechnungshof: Kritik an Spahns Geldverschwendung<\/strong><br>\nZus&auml;tzlich erhielten die Kliniken 10,2 Milliarden Euro aus Steuermitteln als Ausgleichszahlungen f&uuml;r verschobene oder ausgesetzte Eingriffe. Auch das stellt f&uuml;r den Bundesrechnungshof eine massive &Uuml;berkompensation der Krankenh&auml;user aus Steuermitteln dar. Au&szlig;erdem mahnen die Pr&uuml;fer, dass &ldquo;Unterst&uuml;tzungsleistungen nach dem Gie&szlig;kannenprinzip&rdquo; k&uuml;nftig vermieden werden sollten.<br>\nDas Gesundheitsministerium r&auml;umt in diesem Punkt immerhin ein, von M&auml;rz bis Juli 2020 zu viel Geld ausgegeben zu haben. Seit November erhalten Kliniken die Ausgleichszahlungen nur noch, wenn die freien Intensivbetten in der Region weniger als 25 Prozent betragen, die Auslastung also sehr hoch ist. Hierin sieht der Rechnungshof einen gef&auml;hrlichen Fehlanreiz, die Zahl der freien Intensivbetten k&uuml;nstlich nach unten zu rechnen.<br>\nDer Bericht zitiert in diesem Zusammenhang ein Schreiben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom 11. Januar dieses Jahres ans Gesundheitsministerium. Dabei &auml;u&szlig;erte das RKI die &ldquo;Vermutung, dass Krankenh&auml;user zum Teil weniger intensivmedizinische Behandlungspl&auml;tze meldeten, als tats&auml;chlich vorhanden waren.&rdquo;<br>\nNach Ansicht des RKI seien die ans DIVI-Zentralregister gemeldeten Daten &ldquo;daher nicht mehr f&uuml;r eine Bewertung der Situation geeignet&rdquo;, schreibt der Rechnungshof. Im Klartext hei&szlig;t das: Die Zahlen der freien Intensivbetten k&ouml;nnten tats&auml;chlich h&ouml;her gewesen sein als ausgewiesen. Die Auslastung der Intensivstationen aber war (und ist) neben den Inzidenz-Werten ein magnetisches Kriterium der Bundesregierung daf&uuml;r, wie streng oder locker die Corona-Ma&szlig;nahmen gefasst werden.<br>\nIn einem dritten Punkt analysiert der Bericht die Schaffung neuer Intensivbetten. Von M&auml;rz bis September 2020 habe der Bund jedes neue Intensivbett mit 50.000 Euro zus&auml;tzlich finanziert. Insgesamt wurden von den Krankenh&auml;usern daf&uuml;r knapp 700 Millionen Euro abgerufen. Teilt man die Summe durch den Zuschuss pro Bett m&uuml;sste es jetzt 13.700 neue Intensivbetten in Deutschland geben &ndash; doch die kann der Rechnungshof nicht finden. &ldquo;Ein solcher Kapazit&auml;tszuwachs ist aus den vorliegenden Statistiken indes nicht abzulesen&rdquo;, schreiben die Rechnungspr&uuml;fer.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/ndr\/bundesrechnungshof-corona-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Andr&eacute; Tautenhahn:<\/strong> Bislang werden die brisanten Aussagen des Rechnungshofberichtes von Gesundheitsministerium und RKI heruntergespielt. Auf der gestrigen Bundespressekonferenz konnte sich RKI-Chef Wieler nicht an das Schreiben erinnern, auf das die Pr&uuml;fer Bezug nehmen. Stattdessen gab es Lob, das DIVI-Zentralregister im vergangenen Jahr &uuml;berhaupt aus dem Boden gestampft zu haben. Dabei stellt sich die Frage, welche Qualit&auml;t und Aussagekraft ein Register &uuml;berhaupt hat, wenn wiederholt falsche Zahlen dorthin gemeldet werden. Denn bereits im vergangenen Jahr musste das DIVI seine Angaben korrigieren, weil zu viele Betten von den Kliniken gemeldet worden waren. Auch damals stand der Verdacht im Raum, finanzielle Anreize durch den Bund k&ouml;nnten die Ursache daf&uuml;r sein.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Falsch gemeldete Intensivbetten sind Betrug an der Gesellschaft<\/strong><br>\nDem Bundesrechnungshof zufolge hat ein Teil der Kliniken wohl weniger Intensivbetten gemeldet, als tats&auml;chlich vorhanden waren. Ziel war es offenbar, Ausgleichszahlungen zu bekommen. Das ist auch deshalb brisant, weil damit weitgehende Corona-Ma&szlig;nahmen begr&uuml;ndet wurden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article231736447\/Falsch-gemeldete-Intensivbetten-sind-Betrug-an-der-Gesellschaft.html\">Welt Online<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Einfluss von Umfragen auf Wahl: Demoskopie ist nicht politisch neutral<\/strong><br>\nDer CDU-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt hat &uuml;berrascht, weil Umfragen einen knapperen Ausgang vorhergesehen hatten. Haben sie die Wahl beeinflusst? &hellip; Es war das &bdquo;Desaster der Demoskopen&ldquo;. So schrieb jedenfalls J&uuml;rgen Kaube, einer der vier FAZ-Herausgeber, nach der Sachsen-Anhalt-Wahl. Da hatten sich alle Medien wohlig im m&ouml;glich erscheinenden Durchmarsch der AfD gesuhlt. &hellip;. Dass Wahlumfragen vor allem Einfluss auf das taktische Wahlverhalten der Menschen haben, ist wissenschaftlich belegt. Unklar bleibt, wie gro&szlig; dieser Einfluss werden kann. Die von st&auml;ndigen Prognosen beschallten Wahlb&uuml;rger*in&shy;nen lassen derlei Umfragen nicht kalt. Und allen Menschen war im Vorfeld dieser letzten Wahl am Sonntag klar: In Sachsen-Anhalt geht es um die Wurst. Dazu brauchte es keine Meinungsforschungsinstitute. Und jetzt findet der regelm&auml;&szlig;ig nach solchen Wahlen folgende Sturm im Medien-Wasserglas statt. &hellip;<br>\nDass Demoskopie eben nicht politisch neutral ist, muss in den Fokus und in das Bewusstsein r&uuml;cken. Die meisten Institute haben selbst eine eingebaute politische Unwucht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Einfluss-von-Umfragen-auf-Wahl\/!5773270\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Erstaunlich, wie niedrig die Rolle der Medien sowohl in der taz als auch beim zitierten FAZ-Herausgeber geh&auml;ngt wird. Schlie&szlig;lich erstellen die Institute ihre Umfragen ja nicht zum Spa&szlig; und schon gar nicht f&uuml;r lau. Sie werden vielmehr von Medien beauftragt. Im Falle Sachsen-Anhalt waren es die BILD, die ARD und das ZDF, <a href=\"https:\/\/www.wahlrecht.de\/umfragen\/landtage\/sachsen-anhalt.htm\">die kurz vor der Wahl<\/a> noch Umfragen in Auftrag gaben, &uuml;ber die dann s&auml;mtliche Medien gen&uuml;sslich geschrieben haben. Aber wenn die Demoskopie nicht politisch neutral ist, gilt die f&uuml;r die Medien um so mehr. Doch wer hier nach Selbstkritik sucht, sucht vergebens. <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Gr&uuml;ne und SPD sprechen von Vertuschung im Gesundheitsministerium<\/strong><br>\nJens Spahns Ministerium wollte nutzlose Corona-Masken unter anderem an Obdachlose und Menschen mit Behinderung verteilen. Nachdem der SPIEGEL dies enth&uuml;llt hatte, fordern Politikerinnen Konsequenzen. (&hellip;)<br>\nGl&ouml;ckner emp&ouml;rt sich unter anderem dar&uuml;ber, dass die unbrauchbaren Masken in Sonderaktionen an Menschen mit Behinderungen, Hartz-4-Empf&auml;nger und Obdachlose losgeschlagen werden sollten. &raquo;Damit gef&auml;hrdet er willentlich die Gesundheit dieser besonders verwundbaren Gruppen. Das ist ein ungeheuerlicher Vorgang&laquo;, sagt Gl&ouml;ckner. &raquo;Menschen mit Behinderungen sind keine Versuchskaninchen, denen die &Uuml;berbleibsel schlechter Entscheidungen hingeworfen werden d&uuml;rfen&laquo;, so Gl&ouml;ckner. Das Vorhaben zeuge von Spahns Verst&auml;ndnis gegen&uuml;ber Menschen mit Behinderungen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/jens-spahn-nach-planen-zur-maskenvernichtung-in-der-kritik-a-78e50c40-a6e8-49b0-8d10-606605544fb0%20\">Spiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers H.M.:<\/strong> Wann ist Jens Spahn (CDU) f&auml;llig? Die Liste seiner teuren Verfehlungen wird immer l&auml;nger: Der Kauf &uuml;berteuerter und mangelhafter FFP 2 Masken (teils &uuml;ber politische Freunde), die teure Verteilung der Schutzmasken &uuml;ber Apotheken (ohne jede Anweisung zur Handhabung), die grottenschlechte Corona-Testverordnung mit einer Einladung an alle Absahner und Abzocker zur Selbstbedienung und zum Missbrauch. Die Verordnung bringt kaum Nutzen (es gibt viel bessere Alternativen), kostet den Steuerzahler t&auml;glich zig Millionen Euro.<\/em><\/p>\n<p><em>Solange die SPD, die den politischen Murks mitgetragen hat, nicht die Rei&szlig;leine zieht (die Testverordnung geh&ouml;rt ganz fix in den Rei&szlig;wolf) macht sie sich zum Komplizen von Verschwendungminister Jens Spahn. Und CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet muss sich l&auml;ngst fragen, ob er mit Jens Spahn auf den richtigen politischen Kumpel gesetzt hat.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Bis zur Bundestagswahl wird Spahn seinen Posten sicher behalten. Die Union wird nichts riskieren was ihr Wahlergebnis negativ beeinflussen kann. Der Zynismus dabei, jeder der Kritik an der Corona-Politik der Bundesregierung &uuml;bt wird durch die Konzern- und &ouml;ffentlich-rechtlichen Medien sofort in die rechte Ecke gestellt, w&auml;hrend es schwerf&auml;llt beim Gedankengut, das offenbar im Gesundheitsministerium herrscht, nicht an den Begriff Euthanasie zu denken.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: SPD-Chef bringt Rauswurf von Gesundheitsminister Spahn ins Spiel<\/strong><br>\nDer SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans h&auml;lt den Umgang von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit angeblich minderwertigen Corona-Masken f&uuml;r menschenverachtend und fordert Konsequenzen. CDU-Chef Armin Laschet m&uuml;sse &raquo;sich jetzt der Frage stellen, ob dieses skandal&ouml;se Vorgehen von Jens Spahn f&uuml;r eine Partei mit einem christlichen Etikett noch tragbar ist&laquo;, sagte Walter-Borjans der &raquo;Bild am Sonntag&laquo;. &raquo;Die &Ouml;ffentlichkeit hat das Recht auf eine schnelle Antwort.&laquo; (&hellip;)<br>\n&raquo;Es ist unw&uuml;rdig und menschenverachtend, wenn ein Gesundheitsminister Menschen in zwei Klassen einteilt, n&auml;mlich die mit Anspruch auf qualit&auml;tsgepr&uuml;fte Masken und die, f&uuml;r die absolut untaugliche Masken gut genug sind, um ihr Leben eben nicht zu sch&uuml;tzen&laquo;, sagte Walter-Borjans der &raquo;Bild&laquo;-Zeitung. &raquo;Wenn das einem Minister der SPD einfiele, w&uuml;ssten wir, was zu tun ist.&laquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/maskenaffaere-spd-chef-norbert-walter-borjans-bringt-rauswurf-von-gesundheitsminister-spahn-ins-spiel-a-0c42b07b-9ef9-4f6e-a8ee-87445fabb042%20\">Spiegel<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>EU macht erste Schritte f&uuml;r mehr Steuertransparenz<\/strong><br>\nNeben vielen weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen setzt sich das Netzwerk Steuergerechtigkeit seit vielen Jahren f&uuml;r die Einf&uuml;hrung von &ouml;ffentlicher l&auml;nderbezogener Berichterstattung ein (public Country-by-Country Reporting, public CbCR). Das Konzept sieht vor, dass multinationale Unternehmen verpflichtet werden, zentrale &ouml;konomische Daten (z. B. Ums&auml;tze, Gewinne, Mitarbeiter*innenzahl und Steuerzahlungen) aufgegliedert nach L&auml;ndern zu ver&ouml;ffentlichen. (Details dazu hier: &Ouml;ffentlich l&auml;nderbezogene Berichterstattung &ndash; warum die typischen Gegenargumente nicht &uuml;berzeugen). Die verabschiedete Richtlinie ist ein erster Schritt f&uuml;r mehr Steuertransparenz in der EU, sie enth&auml;lt jedoch gro&szlig;e L&uuml;cken:<br>\nLaut der Richtlinie m&uuml;ssen multinationale Konzerne nur Daten &uuml;ber Steuerzahlungen und Gewinne in EU-Staaten und einigen wenigen von der EU gelisteten L&auml;ndern (graue und schwarze EU-Liste) ver&ouml;ffentlichen. Diese Liste der nicht-kooperativen Steuerjurisdiktionen ist jedoch politisch motiviert und enth&auml;lt kaum relevante Steueroasen.<br>\nDamit bleiben die &uuml;brigen weltweiten Konzern-Aktivit&auml;ten intransparent, z. B. in den drei wichtigsten Steuers&uuml;mpfen f&uuml;r Konzerne: den Britischen Jungferninseln, den Kaimaninseln und Bermuda. Die l&uuml;ckenhafte Richtlinie k&ouml;nnte dazu f&uuml;hren, dass Konzerne ihre Gewinne noch st&auml;rker in Gebiete au&szlig;erhalb der EU verschieben, um Offenlegungspflichten zu umgehen. Missbr&auml;uchliche Steuerkonstruktionen w&auml;ren so kaum zu analysieren und bek&auml;mpfen.<br>\nDar&uuml;ber hinaus enth&auml;lt die Richtlinie ein weiteres Schlupfloch, dass es Konzernen erlaubt, Informationen bis zu f&uuml;nf Jahre zur&uuml;ckzuhalten, wenn sie als kommerziell sensibel angesehen werden. Dies erm&ouml;glicht beispielsweise, Daten zu Gewinnverschiebung in Niedrigsteuerl&auml;nder zur&uuml;ckzuhalten.<br>\nIn einem offenen Protest-Brief sprach sich Transparency International mit 62 weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen (darunter das Netzwerk Steuergerechtigkeit) f&uuml;r echte Steuertransparenz aus, welche nur durch weltweite Berichtspflichten erzielt werden kann.<br>\nDie getroffene Vereinbarung sieht eine &Uuml;berpr&uuml;fung der Richtlinie nach vier Jahren vor. Angesichts der Tatsache, dass viele gro&szlig;e multinationale Konzerne Rekordgewinne einfahren, w&auml;hrend die Corona-Pandemie soziale Ungleichheiten weiter versch&auml;rft, d&uuml;rfte der Druck der Zivilgesellschaft f&uuml;r echte Steuertransparenz weiter steigen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.netzwerk-steuergerechtigkeit.de\/eu-macht-erste-schritte-fuer-mehr-steuertransparenz\/%20\">Netzwerk Steuergerechtigkeit<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Gro&szlig;e Mehrheit f&uuml;r Verm&ouml;genssteuern, aber Medien schreiben dagegen<\/strong><br>\nForscherInnen des sozialliberalen Momentum Instituts haben die Medienberichte der letzten f&uuml;nfzehn Jahre &uuml;ber Verm&ouml;genssteuern analysiert und sind zu einem erstaunlichen Ergebnis gekommen: 69% der JournalistInnen-Kommentare in &Ouml;sterreichs Tageszeitungen lehnen Verm&ouml;genssteuern ab. Das steht im Widerspruch zur Meinung der Bev&ouml;lkerung: Tats&auml;chlich gibt es seit mehr als zehn Jahren eine deutliche Mehrheit f&uuml;r Verm&ouml;genssteuern.<br>\nDie Autoren der Studie &bdquo;Die Verm&ouml;genssteuer-Debatte in &ouml;sterreichischen Tageszeitungen&ldquo; Quirin Dammerer und Georg Hubmann haben sich 1.045 Kommentare in f&uuml;nf Tageszeitungen angesehen. Untersucht wurden Kommentare in &bdquo;Der Standard&ldquo;, &bdquo;Die Presse&ldquo;, &bdquo;Kleine Zeitung&ldquo; &bdquo;Ober&ouml;sterreichische Nachrichten&ldquo; und &bdquo;Tiroler Tageszeitung&ldquo; aus den Jahren 2005 bis 2020. In 69% dieser Kommentare werden Verm&ouml;genssteuern ablehnend beurteilt.<br>\nMehrheit der Menschen ist f&uuml;r Verm&ouml;genssteuern in &Ouml;sterreich<br>\n&bdquo;Es ist interessant, dass wir auf der einen Seite sehen, dass es Mehrheiten f&uuml;r eine Verm&ouml;genssteuer in der Bev&ouml;lkerung gibt und gleichzeitig diese ver&ouml;ffentlichte Meinung stark von dieser bef&uuml;rwortenden Haltung abweicht&ldquo;, sagt Studienautor Dammerer.<br>\nDenn seit 2009 spricht sich die Mehrheit der Bev&ouml;lkerung in Umfragen mehrheitlich f&uuml;r Verm&ouml;genssteuern aus. Die Zustimmung liegt bei bis zu 70 Prozent, aber niemals nur bei 22 Prozent wie in den Kommentaren der JournalistInnen im Untersuchungszeitraum. Und die Ablehnung der Verm&ouml;genssteuern in &Ouml;sterreichs Tageszeitungen ist nicht sehr differenziert:<br>\nIn 93% der ablehnenden Kommentare findet sich kein einziges Pro-Argument, sondern ausschlie&szlig;lich negative Argumente. (&hellip;)<br>\nDie Kluft zwischen der &ouml;ffentlichen Meinung und der ver&ouml;ffentlichten Meinung zeigt sich nicht nur in &Ouml;sterreich: &Auml;hnliche Resultate finden vergleichbare Studien auch f&uuml;r andere europ&auml;ische L&auml;nder.<br>\nStudienautor Hubmann f&uuml;hrt das auf den Einfluss von finanzstarken Akteuren zur&uuml;ck: &bdquo;Argumente gegen Verm&ouml;genssteuern haben R&uuml;ckenwind, von kapitalnahen Lobby-Organisationen genauso wie im Mainstream der &Ouml;konomie. Das schl&auml;gt sich auch in der medialen Berichterstattung nieder.&ldquo; &Ouml;sterreichs Medien sind nicht nur stark von Inseraten gro&szlig;er Firmen abh&auml;ngig, deren Eigent&uuml;mer h&auml;ufig gegen Verm&ouml;genssteuern sind. Ihre Herausgeber sind auch oft Verm&ouml;gende, die sich nicht &uuml;ber Verm&ouml;genssteuern freuen w&uuml;rden.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/kontrast.at\/vermoegenssteuern-mehrheit-oesterreich\/%20\">Kontrast.at<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Die Story im Ersten: Der Milliardenraub<\/strong><br>\nAls die K&ouml;lner Staatsanw&auml;ltin Anne Brorhilker den ersten Fall auf den Schreibtisch bekommt, ahnt sie nicht, dass es sich um den gr&ouml;&szlig;ten Steuerraub der deutschen Geschichte handelt: CumEx.<br>\nNiemand rechnet zu diesem Zeitpunkt damit, dass sie mit ihrem Team in den folgenden acht Jahren zigtausende Akten durcharbeiten, weltweit Razzien durchf&uuml;hren und gegen mehr als 1.000 Beschuldigte ermitteln wird. Darunter m&auml;chtige Manager, Verantwortliche in Gro&szlig;banken und Anw&auml;lte renommierter Kanzleien. &hellip;<br>\nDie Fahnderin und ihr Team schaffen es schlie&szlig;lich, T&auml;ter zu dr&auml;ngen, reinen Tisch zu machen. Hunderte Stunden verh&ouml;ren sie die Kronzeugen. Ans Tageslicht kommt eine Branche, die jahrelang Einfluss nehmen konnte &ndash; auf Parlamente, die Justiz, auf Universit&auml;ten, die &ouml;ffentliche Meinung. Und: auf den Gesetzgeber. So konnte der Steuerraub unbehelligt weitergehen. Strafverfolger kannten so etwas bislang nur aus der organisierten Kriminalit&auml;t. Doch wie konnte sich der Staat derma&szlig;en t&auml;uschen lassen?<br>\nBrorhilker st&ouml;&szlig;t auch auf eine unheilvolle N&auml;he der Finanzverwaltung und der milliardenschweren Industrie. W&auml;hrend ihre Ermittlungen bislang vor allem die CumEx-Akteure im Visier hatten, stellt sich jetzt die Frage, ob tats&auml;chlich alle beteiligten Beh&ouml;rden ebenso an der Aufkl&auml;rung interessiert sind, wie sie selbst.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.daserste.de\/information\/reportage-dokumentation\/dokus\/sendung\/der-milliardenraub-100.html\">ARD<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Das steckt hinter dem Vorsto&szlig; zur Rente mit 68<\/strong><br>\nBerater der Bundesregierung haben Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vorgeschlagen, das Renteneintrittsalter in mehreren Schritten zu erh&ouml;hen. Demnach soll es bis zum Jahr 2042 auf 68 Jahre angehoben werden &ndash; ansonsten k&ouml;nne schon bald ein Finanzierungsschock drohen.<br>\nDie Regierungsberater berufen sich bei ihrer Empfehlung auf ein Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats im Bundeswirtschaftsministerium. Diesem zufolge drohen bereits ab dem Jahr 2025 &bdquo;schockartig steigende Finanzierungsprobleme in der gesetzlichen Rentenversicherung.&ldquo;<br>\n(&hellip;) Rente nicht von ver&auml;nderter Lebenserwartung abkoppeln<br>\nDer Beirat fordert, dass die Lebensphase, in dem ein Mensch Rentenbez&uuml;ge erh&auml;lt, auf Dauer nicht von der allgemeinen Entwicklung der Lebenserwartung abgekoppelt werden d&uuml;rfe. Mit Blick auf die steigende Lebenserwartung m&uuml;ssten die zus&auml;tzlichen Lebensjahre &bdquo;nach einer klaren Regel&ldquo; zwischen &sbquo;mehr arbeiten&lsquo; und &sbquo;l&auml;nger Rente beziehen&lsquo; aufgeteilt werden&hellip;<br>\nKritiker des Vorsto&szlig;es<br>\nBundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat sich gegen den Vorschlag des Renteneintritts mit 68 ausgesprochen. Wie eine Sprecherin mitteilte, mache sich der Minister die Schlussfolgerungen des Beirats nicht zwingend zu eigen. Altmaier selbst stellte klar, das Rentenalter sei auf Vorschlag des damaligen Arbeitsministers M&uuml;ntefering auf 67 Jahre festgesetzt worden. Dabei solle es bleiben&hellip;.<br>\nBundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sprach angesichts des Vorsto&szlig;es sogar von einem Horrorszenario, das dazu dienen solle, Rentenk&uuml;rzungen durchzusetzen. Johannes Geyer, Rentenexperte des Deutschen Instituts f&uuml;r Wirtschaftsforschung, stellte im Dlf-Interview klar, dass die Gruppe der Beitragszahler in das umlagenfinanzierte System vergr&ouml;&szlig;ert werden m&uuml;sse, um das Rentenniveau langfristig zu halten&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/regierungsberater-plaene-das-steckt-hinter-dem-vorstoss-zur.2897.de.html?dram:article_id=498511\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers M.H.:<\/strong> Wieder einmal wird auf die Rentnerschaft allgemein und die k&uuml;nftigen Rentner eingedroschen! Die demografische Bev&ouml;lkerungsentwicklung ist mal wieder einer der Hauptgr&uuml;nde um ein Horrorszenario abzuliefern. Wie w&auml;re es einmal, wenn die Abgeordnetenschaft sich statt von Lobbygruppen einlullen l&auml;sst, den Blick &uuml;ber den &bdquo;Zaun&ldquo; nach &Ouml;sterreich zu riskieren, die ihre Rentnerrinnen und Renten in vielem diesbez&uuml;glich deutlich besser bedient?!    Aber halt: nicht nur in Berlin &ndash;seit Schr&ouml;der, SPD-  nein auch in Br&uuml;ssel wird das Soziale nicht mehr gerade GRO&szlig; geschrieben, schlie&szlig;lich m&uuml;ssen ja Gelder f&uuml;r die Europ&auml;ische Armee bereitgestellt werden, da sonst eine russische Bedrohung droht.<\/em><\/p>\n<p><em>Selbstverst&auml;ndlich wurde das Beratergutachten, das schon l&auml;nger in Berlin vorlag, nach der Sachsen-Anhaltinischen Landtagswahl publik gemacht; es h&auml;tte ja sonst ein Wahlergebnisschock eintreten k&ouml;nnen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Dazu: Senkung des Renteneintrittsalters auf 65 Jahre w&auml;re finanzierbar<\/strong><br>\nPressemitteilung von Matthias W. Birkwald,<br>\n&bdquo;Die Drohszenarien, dass die Rente langfristig nicht finanzierbar sei, sind komplett unseri&ouml;s. Im neuen EU-Altersreport vom Mai 2021 steht klipp und klar: Die Rentenausgaben in Deutschland steigen bis 2045 moderat von zehn auf zw&ouml;lf Prozent des Bruttoinlandsprodukts, und bis 2070 bleiben sie konstant. Das ist EU-Durschnitt und verkraftbar. &Ouml;sterreich gibt heute schon 13 Prozent f&uuml;r eine sehr gute Rente aus&ldquo;, erkl&auml;rt Matthias W. Birkwald, rentenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, zu Forderungen, das Renteneintrittsalter auf 68 Jahre heraufzusetzen. Birkwald weiter:<br>\n&bdquo;Die Rente erst ab 68 hie&szlig;e f&uuml;r viele &sbquo;Arbeiten bis zum Umfallen&lsquo;, denn jeder f&uuml;nfte Mensch stirbt hierzulande vor seinem 69. Geburtstag. Bei den Niedrigverdienenden sieht es noch schlimmer aus. DIE LINKE lehnt deshalb jede Anhebung der Regelaltersgrenze ab. Die R&uuml;ckkehr zur Rente ab 65 w&auml;re nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung mit einer moderaten Beitragssatzerh&ouml;hung von 0,5 Prozentpunkten finanzierbar. Der steuerfinanzierte Bundeszuschuss w&uuml;rde um gut eine Milliarde Euro steigen. Dazu m&uuml;sste nur die f&uuml;r das kommende Jahr geplante Erh&ouml;hung des Verteidigungshaushalts um 2,4 Milliarden Euro gestrichen werden.&ldquo;&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/senkung-des-renteneintrittsalters-auf-65-jahre-waere-finanzierbar\/\">Die Linke<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>&ldquo;Fischmarkt-Theorie war Finte&rdquo;: Kekul&eacute; zerpfl&uuml;ckt Chinas Thesen zum Corona-Ursprung<\/strong><br>\nWoher kommt Corona? Dar&uuml;ber r&auml;tselt die Wissenschaft immer noch. War es ein Laborunfall, die Pelzindustrie oder der fr&uuml;h verd&auml;chtigte Fischmarkt in Wuhan? Virologe Alexander Kekul&eacute; &uuml;ber die Wahrscheinlichkeit der Theorien &ndash; und warum es f&uuml;r neue Pandemien wohl das Beste ist, wenn der Ursprung unklar bleibt.<br>\nJe schwerer das Verbrechen, desto gr&ouml;&szlig;er ist das menschliche Bed&uuml;rfnis, daf&uuml;r einen Schuldigen zu finden. Da verwundert es nicht, dass sich um die Ursache der Corona-Pandemie besonders viele Theorien ranken, sowohl realistische als auch ziemlich phantastische. Wissenschaftlich haltlos ist die Behauptung, der t&ouml;dliche Krankheitserreger sei vors&auml;tzlich konstruiert worden, sei es in einem chinesischen Schurkenlabor oder im Auftrag von Bill Gates. Ebenso abwegig ist das Pekinger Staatsm&auml;rchen, wonach das Coronavirus auf Tiefk&uuml;hlware aus dem Westen ins Reich der Mitte gelangte.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/gesundheit\/coronavirus\/neue-kolumne-des-top-virologen-chinas-thesen-zum-corona-ursprung-welche-rolle-spielte-bat-woman-aus-wuhan_id_13374307.html\">Alexander Kekul&eacute; auf Focus Online<\/a>\n<p><em>Lesen Sie dazu auf den NachDenkSeiten: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73236\">Woher kommt das SARS-CoV-2? Das Revival der Laborhypothese<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Lega Ost?<\/strong><br>\nDie Wahl in Sachsen-Anhalt hat gezeigt, dass sich die Rechte im Osten halten kann. Die politische Linke verliert dagegen krachend. Sie verkennt systematisch das Mobilisierungspotenzial im Osten. [&hellip;]<br>\nBesonders vorm Erstarken der AfD stehen die Parteien &ndash; und nicht zuletzt die LINKE &ndash; wie das Kaninchen vor der Schlange. Seit Jahren verfolgt man den Trend einer sich radikalisierenden Rechten im Osten &ndash; doch der reflexhafte Antifaschismus ist bislang hohl geblieben: Es wurde keine Alternative zur Alternative ausgebildet, sondern sich insbesondere zum Ende des Wahlkampfs nur noch am &raquo;Gegen rechts&laquo;-Sein abgearbeitet. Nach der Wahl sind sich einige Sozialdemokraten und Linke nicht zu schade, der CDU nicht nur zu gratulieren, sondern sie auch als demokratisches Bollwerk gegen die AfD zu bezeichnen. Karl Lauterbach etwa machte aus dem Sieg Rainer Haseloffs kurzerhand einen &raquo;Sieg f&uuml;r uns alle&laquo;. Indem man die Politik auf einen Kampf zwischen Demokraten und Antidemokraten verengt, befeuert man allerdings nur das Au&szlig;enseiter-Narrativ, das der AfD von Beginn an in die H&auml;nde gespielt hat. In Sachen &raquo;Bollwerk gegen rechts&laquo; an einen der rechtesten Landesverb&auml;nde der CDU zu appellieren, ist au&szlig;erdem machtpolitisch naiv.<br>\nAuch Teile der LINKEN stimmten ein in den Lobgesang auf &raquo;die Demokraten&laquo;, wenn auch zur&uuml;ckhaltender. Die Spitzenkandidatin Eva von Angern begl&uuml;ckw&uuml;nschte Haseloff nach der Wahl und freute sich &uuml;ber das vergleichsweise schlechte Ergebnis f&uuml;r die AfD. Der von Umfrageinstituten gepushte Zweikampf habe den kleineren Parteien geschadet. Man w&auml;hnt sich auf der Seite der Guten gegen die B&ouml;sen, au&szlig;erdem beruhigt man sich mit dem Glauben aufgrund einer Dynamik verloren zu haben, auf die man keinen Einfluss hatte. Die bittere Wahrheit aber ist, dass man in der Bev&ouml;lkerung schlichtweg nicht die Erwartung wecken konnte, sozialpolitisch und wirtschaftlich etwas f&uuml;r den Osten bewegen zu k&ouml;nnen. SPD und LINKEN fehlten das glaubw&uuml;rdige Spitzenpersonal und das Vertrauen der Bev&ouml;lkerung, tats&auml;chlich f&uuml;r soziale Gerechtigkeit einzustehen, obwohl soziale Sicherheit sogar ganz oben auf der Liste der Themen stand, die die Menschen bewegt.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/wahlen-sachsen-anhalt-lega-ost-flugel-afd-hocke-osten\/\">Jacobin<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Lafontaine: &ldquo;Frage mich, ob es nicht besser gewesen w&auml;re, in der SPD zu bleiben&rdquo;<\/strong><br>\nHerr Lafontaine, in einer Umfrage hat die SPD zuletzt wieder an Zustimmung eingeb&uuml;&szlig;t und lag gleichauf mit der FDP. Was halten Sie von Ihrer alten Partei?<br>\nOskar Lafontaine: Die Antwort, warum sie seit der letzten Bundestagswahl und bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt noch einmal viele Stimmen verloren hat, ist ganz einfach: Die SPD macht keine Politik mehr, die ihre fr&uuml;heren W&auml;hlerinnen und W&auml;hler anspricht. Das ist so eindeutig, dass es mich wundert, dass die f&uuml;hrenden Sozialdemokraten bis heute keine Konsequenzen ziehen.<br>\nWas m&uuml;sste die SPD &auml;ndern, um ihr W&auml;hlerpotenzial auszusch&ouml;pfen?<br>\nSie m&uuml;sste ihre Sozialabbau-Entscheidungen r&uuml;ckg&auml;ngig machen. Es w&auml;re Aufgabe der SPD, daf&uuml;r zu sorgen, dass nicht mehr Millionen Menschen Niedrigl&ouml;hne bekommen und sp&auml;ter nicht von ihrer Rente leben k&ouml;nnen. Es wird immer wieder von der neoliberalen Propaganda die Parole ausgegeben, man wolle nicht zur&uuml;ck in die 80er Jahre. Und viele fallen darauf herein. Aber das Problem ist doch: Die Menschen, die &auml;lter werden, wollen tats&auml;chlich zur&uuml;ck in die 80er; in eine Zeit, als es nach einem langen Arbeitsleben noch eine ordentliche Rente gab.<br>\nIhre eigene Partei findet in Umfragen auch kaum Zuspruch. Warum kann die Linke nicht von der Schw&auml;che der SPD profitieren?<br>\nWenn man die aktuellen Zahlen und das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ansieht, haben wir uns seit der Bundestagswahl 2009 fast halbiert. Die Probleme der Partei Die Linke sind die gleichen wie die der SPD. Sie hat die Zustimmung der Arbeiter und Arbeitslosen verloren. Diese Menschen haben keine Partei mehr, von der sie sich vertreten f&uuml;hlen. Deshalb w&auml;hlen sie entweder gar nicht oder aus Protest die AfD.<br>\nWas muss die Linke tun, um diesen Menschen ein Angebot zu machen?<br>\nZentral w&auml;re eine Neuausrichtung der Migrationspolitik. Das aktuelle und von fast allen Parteien in Deutschland proklamierte Modell stellt die soziale Gerechtigkeit auf den Kopf. Wir ziehen gute Leute aus Afrika oder aus wirtschaftlich schw&auml;cheren Regionen Europas ab und besch&auml;ftigen sie in L&auml;ndern, die einen h&ouml;heren Wohlstand haben &ndash; und halten das f&uuml;r eine soziale Migrationspolitik. Dabei ist das Neo-Kolonialismus. Diese Politik schadet nicht nur den Herkunftsl&auml;ndern dieser Menschen, sondern auch den Schw&auml;chsten hier in Deutschland. Sie sind die Leidtragenden, wenn Mieten steigen und L&ouml;hne sinken. Mit den vielen Milliarden, die wir in Deutschland ausgeben, um die Migration zu erm&ouml;glichen, k&ouml;nnten wir vor Ort viel mehr helfen &ndash; wie es im &Uuml;brigen auch die Migrationsforschung r&auml;t.<br>\nDas sehen viele Ihrer Parteifreunde anders.<br>\nLeider begreifen viele nicht, dass bei der H&ouml;he von L&ouml;hnen und Mieten das Prinzip von Angebot und Nachfrage gilt. Wenn Migranten bereit sind, f&uuml;r Niedrigl&ouml;hne zu arbeiten, entsteht automatisch Lohndumping. Engagierte Linke w&uuml;rden jetzt antworten: &ldquo;Aber das ist doch nicht die Schuld der Migranten!&rdquo; Das stimmt, &auml;ndert aber nichts daran, dass durch die Migrationspolitik der letzten Jahre in bestimmten Bereichen ein unmenschlich niedriges Lohnniveau entstanden ist. Denken Sie beispielsweise an die Fleischindustrie. Die Migranten leben aber immer noch besser als in ihren Heimatl&auml;ndern, deshalb kommen sie.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/web.de\/magazine\/politik\/oskar-lafontaine-frage-besser-spd-bleiben-interview-35884328\">Web.de<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lohnenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. 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