{"id":73344,"date":"2021-06-15T09:10:53","date_gmt":"2021-06-15T07:10:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73344"},"modified":"2021-06-16T07:25:22","modified_gmt":"2021-06-16T05:25:22","slug":"deutsche-kaltschnaeuzigkeit-der-80-jahrestag-des-ueberfalls-auf-die-sowjetunion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73344","title":{"rendered":"Deutsche Kaltschn\u00e4uzigkeit: Der 80. Jahrestag des \u00dcberfalls auf die Sowjetunion."},"content":{"rendered":"<p>Die Verweigerung eines offiziellen Gedenkens an den 22. Juni 1941 entspricht einer k&uuml;hlen Siegermentalit&auml;t, ist Abweisung deutscher Schuld an diesem Vernichtungsfeldzug. Und der Akt offenbart ein Dilemma der Bundesrepublik. Von <strong>Irmtraud Gutschke<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7091\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-73344-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210615_Deutsche_Kaltschnaeuzigkeit_Der_80_Jahrestag_des_Ueberfalls_auf_die_Sowjetunion_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210615_Deutsche_Kaltschnaeuzigkeit_Der_80_Jahrestag_des_Ueberfalls_auf_die_Sowjetunion_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210615_Deutsche_Kaltschnaeuzigkeit_Der_80_Jahrestag_des_Ueberfalls_auf_die_Sowjetunion_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210615_Deutsche_Kaltschnaeuzigkeit_Der_80_Jahrestag_des_Ueberfalls_auf_die_Sowjetunion_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=73344-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210615_Deutsche_Kaltschnaeuzigkeit_Der_80_Jahrestag_des_Ueberfalls_auf_die_Sowjetunion_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"210615_Deutsche_Kaltschnaeuzigkeit_Der_80_Jahrestag_des_Ueberfalls_auf_die_Sowjetunion_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Am 22. Juni j&auml;hrt sich zum 80. Mal der &Uuml;berfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion. Die Fraktion &bdquo;Die Linke&ldquo; hatte dazu eine Gedenksitzung im Parlament beantragt. Bundestagspr&auml;sident Wolfgang Sch&auml;uble wies dies bekanntlich mit der Begr&uuml;ndung zur&uuml;ck, man &bdquo;wolle an der bisherigen parlamentarischen &Uuml;bung einer ungeteilten Erinnerung an den gesamten Verlauf des Zweiten Weltkriegs und des von ihm ausgegangenen Leids festhalten&ldquo;. Von einem Bundestagspr&auml;sidenten kann man erwarten, mit Bedacht zu formulieren. Mit Bedacht wurde deutsche Schuld in den Hintergrund ger&uuml;ckt: Es sei eben &bdquo;der Krieg&ldquo; gewesen, der all das Leid verursacht hat. Andernfalls h&auml;tte man in der BRD die Kriegstreiber und Kriegsgewinnler zur Verantwortung ziehen und sich nicht mit den N&uuml;rnberger Prozessen zufriedengeben m&uuml;ssen. Man h&auml;tte den Weg struktureller gesellschaftlicher Ver&auml;nderungen gehen m&uuml;ssen, die in der DDR radikal in Gang gesetzt, in der alten Bundesrepublik vage angedacht, aber nicht verwirklicht worden sind.<\/p><p><strong>Man m&ouml;chte lieber von den Westm&auml;chten befreit worden sein<\/strong><\/p><p>Und was verbirgt sich hinter der nebul&ouml;sen Formulierung &bdquo;&Uuml;bung einer ungeteilten Erinnerung an den gesamten Verlauf des Zweiten Weltkriegs&ldquo;? Ganz einfach: Das offizielle Berlin verweigert das Eingest&auml;ndnis, dass die Sowjetunion in diesem Krieg die gr&ouml;&szlig;ten Opfer gebracht und zum Sieg &uuml;ber das Naziregime einen besonderen Beitrag geleistet hat. Was ebenfalls westdeutscher Tradition entspricht. Man m&ouml;chte lieber von den Westm&auml;chten als von der Sowjetunion befreit worden sein. Die Nazi-Ideologie vom &bdquo;bolschewistischen Untermenschen&ldquo; lebte unterschwellig fort und konnte nahtlos in einer antikommunistischen Opferrolle aufgehen. Vornehmlich den &bdquo;Amerikanern&ldquo; f&uuml;hlte man sich f&uuml;r die &bdquo;Freiheit&ldquo; zu Dank verpflichtet. <\/p><p>Sogar der Begriff &bdquo;Holocaust&ldquo; f&uuml;r den V&ouml;lkermord an den Juden ist ja aus den USA gekommen &ndash; 1979 durch eine von NBC produzierte vierteilige Fernsehserie. Eli Wiesel nannte sie eine &bdquo;Seifenoper&ldquo;. Der in Hollywood-Manier inszenierte Vierteiler war bewusstseinspr&auml;gend, indem er Empathie mit den Opfern weckte. Doch die T&auml;ter blieben fern ger&uuml;ckt. &Uuml;ber den systemischen Wurzeln dieser Verbrechen lag ein Schleier. Angesichts von sechs Millionen ermordeten Juden hat sich die  Bundesrepublik immer wieder demonstrativ an die Seite Israels gestellt, als dessen Schutzmacht sich die USA sahen. Die Schuld an den 27 Millionen Toten &ndash; zwei Drittel davon Zivilisten &ndash; in der Sowjetunion r&uuml;ckte in den Hintergrund. Ganz einfach, weil die Anti-Hitlerkoalition keinen Bestand hatte und bald ein Kalter Krieg begann, der die deutsch-deutsche Grenze zur Frontlinie machte. <\/p><p><strong>Gorbatschows Illusionen<\/strong><\/p><p>Gorbatschows einseitiger Versuch, die Konfrontation zu beenden, ist im besten Falle illusion&auml;r gewesen. Er brauchte dringend wirtschaftliche Unterst&uuml;tzung f&uuml;r sein verschuldetes Land, sah die Chance auf ein Ende des Wettr&uuml;stens und hatte die Idee eines gemeinsamen europ&auml;ischen Raumes von Lissabon bis Wladiwostok. Der aus heutiger Sicht naive Traum endete mit dem Zerfall der UdSSR und mit dem Vorr&uuml;cken der NATO in viele jener Staaten und Gebiete, die vorher mit ihr verbunden gewesen waren. <\/p><p>Die in der BRD gen&auml;hrte Vorstellung, die Mauer&ouml;ffnung sei durch eine friedliche Revolution in der DDR bewerkstelligt worden, ist eine nationalistische Fiktion. Ohne die sowjetische Zustimmung w&auml;re die deutsche Vereinigung nicht zustande gekommen. Um seine mindestens blau&auml;ugige Hoffnung, die Deutschen w&uuml;rden sich dankbar erweisen, wurde Gorbatschow geprellt. Seine westdeutschen Gespr&auml;chspartner k&ouml;nnen sich auf die Schultern klopfen, wie bedingungslos er ihnen vertraute, dass die Preisgabe der DDR auch f&uuml;r die DDR-B&uuml;rger am besten sei. Denjenigen noch einen Schutz zu geben, welche die DDR im Sinne des sowjetischen B&uuml;ndnisses gest&uuml;tzt hatten, interessierte ihn nicht. Er vermochte es wahrscheinlich auch nicht mehr.<\/p><p><strong>Deutsch-sowjetische Freundschaft im Osten nicht nur Staatsraison<\/strong><\/p><p>So wie die DDR durch den Beitritt zur BRD &bdquo;geschluckt&ldquo; wurde, ist ihren B&uuml;rgern auch das dort herrschende au&szlig;enpolitische Freund-Feind-Schema &uuml;bergest&uuml;lpt worden. Auch das ist ein Grund, warum sich gerade viele Ostdeutsche mit bundesdeutscher Politik nicht identifizieren k&ouml;nnen. Deutsch-sowjetische Freundschaft war ja nicht nur Staatsraison, sondern f&uuml;r viele auch Herzenssache gewesen. Gorbatschows Vision eines gemeinsamen &bdquo;europ&auml;ischen Hauses&ldquo; war von solcher Strahlkraft, dass ihr Scheitern zur deutschen Schuld gegen&uuml;ber den Russen hinzukommt. Deutschland wird nie wirklich vereint sein, wenn solcherlei ostdeutsche Befindlichkeiten nicht ernstgenommen, ja unterdr&uuml;ckt werden. DDR-Vergangenheit f&uuml;r alle m&ouml;glichen Probleme der Gegenwart haftbar zu machen, hat sich eingeb&uuml;rgert.  Westdeutsche sind fein raus, angeblich brauchen sie nichts zu revidieren.<\/p><p>Fein raus sind sie in gewisser Weise auch nach Kriegsende gewesen. Der Osten zahlte Reparationen an die vom Krieg gebeutelte UdSSR, der Westen hatte den Marshallplan. Die mit vielen strategischen und wirtschaftlichen Hintergedanken gezahlten 13,12 Milliarden Dollar zwischen 1948 bis 1952 zeigten Wirkung im Interesse der USA am freien Handel und an Europa als Exportmarkt. Vor allem aber dienten sie dazu, das gibt sogar Wikipedia zu, &bdquo;die politische und wirtschaftliche Lage zu stabilisieren, um den sowjetischen Einfluss in Europa einzud&auml;mmen&ldquo;. Mit dem Marshallplan ist es vorbei, doch die gegen Russland gerichtete Tendenz US-amerikanischer Politik ist geblieben. Und ich mache mir keine Hoffnung, dass sich nach dem Gespr&auml;ch der beiden Pr&auml;sidenten Putin und Biden daran grunds&auml;tzlich etwas &auml;ndert. <\/p><p><strong>Deutschland bleibt in den Mustern des Kalten Krieges gefangen<\/strong><\/p><p>Deutschland als Verb&uuml;ndeter der USA bleibt in den Mustern des Kalten Krieges gefangen. Wer auch immer Sch&auml;ubles Absage formulierte, hat in Gedanken nach Washington geschaut, wie die Worte dort wohl aufgenommen werden, und in diesem Zusammenhang, auch nach Warschau, Kiew, Riga, Vilnius, Tallinn, die ja als Bollwerk gegen Russland dienen sollen. Wobei in diesen Staaten, Ironie der Geschichte, immer noch nicht begriffen wurde, dass sie &bdquo;dienen&ldquo;. Zum eigenen Vorteil zu handeln, gelingt ihnen nur insoweit, wie sie das transatlantische Interesse wachhalten k&ouml;nnen. Von vermeintlicher russischer Bedrohung zu faseln, weckt vielleicht tats&auml;chlich Mitgef&uuml;hl bei Europapolitikern, die selbst in solchen Vorstellungen aufgewachsen sind. Man wundert sich ja immer wieder &uuml;ber die menschliche F&auml;higkeit, sich Realit&auml;t zurechtzubiegen.<\/p><p>Dass dies auch verb&uuml;rgte historische Fakten betrifft, mag man kaum glauben und muss sich doch eingestehen, dass die Deutung von Geschichte mit gegenw&auml;rtigen machtpolitischen Interessen zusammenh&auml;ngt. Am 19. September 2019 verabschiedete das EU-Parlament eine Resolution, die Hitler und Stalin gleicherma&szlig;en die Schuld am Kriegsausbruch zuwies. Der ausf&uuml;hrliche Text kann  auf der Webseite des EU-Parlaments nachgelesen werden. 535 Abgeordnete stimmten f&uuml;r diese Entschlie&szlig;ung, 66 dagegen und 52 enthielten sich der Stimme. Wobei allein schon der Titel verr&auml;terisch ist: &bdquo;Bedeutung des europ&auml;ischen Geschichtsbewusstseins f&uuml;r die Zukunft Europas&ldquo;. Es ist also nicht von historischen Tatsachen die Rede, sondern von der Widerspiegelung derselben im Sinne eines politischen Ziels. Wie zynisch hier Geschichte instrumentalisiert wurde, lag offen zutage. Es wurde hingenommen, vielleicht auch mit dem Hintergedanken, denjenigen eine verbale Genugtuung zu geben, die st&auml;ndig klagten und forderten, und gleichzeitig Russland einen Schlag zu versetzen. Dass es eine tiefe Beleidigung war, ein Schlag ins Herz geradezu, musste man wissen. <\/p><p>In seiner Ansprache zum &bdquo;75. Jahrestag des Gro&szlig;en Sieges: Gemeinsame Verantwortung vor Geschichte und Zukunft&ldquo; am 19. Juni 2020 setzte sich Wladimir Putin detaillierter als erwartet mit der Verzerrung von Fakten auseinander. Ausf&uuml;hrlich belegte er, wie bei der Zergliederung der Tschechoslowakei auch Polen agierte und wie Gro&szlig;britannien und Frankreich die Tschechen und Slowaken im Stich lie&szlig;en, &bdquo;mit dem Ziel, dass Deutschland und die Sowjetunion unvermeidlich aufeinandersto&szlig;en und einander ausbluten k&ouml;nnten&ldquo;. Auch deutsch-englische Kontakte gab es hinter den Kulissen, wohingegen die trilateralen Verhandlungen von Vertretern Frankreichs, Gro&szlig;britanniens und der UdSSR bewusst verz&ouml;gert wurden. &bdquo;In der entstandenen Situation unterzeichnete die Sowjetunion den Nichtangriffspakt mit Deutschland faktisch als Letztes der europ&auml;ischen L&auml;nder, und das vor dem Hintergrund der realen Gefahr, mit einem Zweifrontenkrieg konfrontiert zu werden &ndash; mit Deutschland im Westen und Japan im Osten, wo bereits intensive K&auml;mpfe am Fluss Chalcha stattfanden.&ldquo;<\/p><p><strong>Die Neuordnung Europas nach 1990 als erneute Dem&uuml;tigung Russlands<\/strong><\/p><p>Der Hitler-Stalin-Pakt vom August 1939 mit dem geheimen Zusatzprotokoll ist in der DDR kaum thematisiert worden. Auch der Zusammenhang zwischen Erstem und Zweitem Weltkrieg sollte keine Rolle spielen. Die Klage &uuml;ber verlorene deutsche Gebiete unterlag dem Verdikt des Revanchismus.  Die &bdquo;nationale Dem&uuml;tigung&ldquo; Deutschlands durch den Versailler Vertrag, so Putins Einsch&auml;tzung, habe den  &bdquo;N&auml;hrboden f&uuml;r radikale und revanchistische Stimmungen&ldquo; gebildet. &bdquo;Paradoxerweise trugen westliche Staaten, vor allem Gro&szlig;britannien und die USA, direkt oder indirekt dazu bei&ldquo;, indem sie in deutsche R&uuml;stungsproduktion investierten. Dass die Grenzziehungen durch die Siegerm&auml;chte des Ersten Weltkriegs zu &bdquo;Zeitminen&ldquo; wurden, betraf, ungesagt, ebenso den Friedensvertrag von Brest-Litowsk, durch den Russland 26 Prozent seines damaligen europ&auml;ischen Territoriums verlor, wo mehr als ein Drittel der Bev&ouml;lkerung lebte. Tats&auml;chlich hat Stalin davon einiges wieder r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht, was heutigen Nationalisten in Osteuropa Wasser auf die M&uuml;hlen gibt. Die Neuordnung Europas nach 1990 ist eine erneute Dem&uuml;tigung Russlands gewesen. <\/p><p>Die Verweigerung eines offiziellen Gedenkens an den 22. Juni 1941 entspricht kaltschn&auml;uziger Siegermentalit&auml;t, ist Abweisung deutscher Schuld an diesem Vernichtungsfeldzug, der das  Ziel hatte,  &bdquo;Osteuropa bis zur Linie Astrachan-Archangelsk zur Kolonie&ldquo;  zu &bdquo;machen, um eine Basis f&uuml;r den Aufstieg zur Weltmacht zu gewinnen&ldquo; (Hans-Heinrich Nolte). Und es ist wohl auch ein untergr&uuml;ndiger Versuch, den Makel des Verlierers loszuwerden, weil die Sowjetunion der Okkupation widerstand. Wie bundesdeutsche Politiker vom hohen Ross herab Russland auf eine geradezu unertr&auml;gliche Weise zu belehren trachten, geh&ouml;rt zu dieser Logik.<\/p><p><strong>Heiko Maas&rsquo; Schachzug<\/strong><\/p><p>In der &Ouml;ffentlichkeit fast unbemerkt hat es, wie auf der Webseite des Bundestages nachzulesen, am 9. Juni eine Debatte zum Thema gegeben, die das politische Dilemma offensichtlich werden lie&szlig;. Au&szlig;enminister Maas sprach zwar davon, dass mit dem &Uuml;berfall auf die Sowjetunion das &bdquo;m&ouml;rderischste Kapitel&ldquo; des Vernichtungskriegs im Osten Europas begann, welcher der   &bdquo;Versklavung und Ausl&ouml;schung ganzer Staaten und V&ouml;lker&ldquo; dienen sollte, unternahm dann aber einen geschickten Schachzug, um den &bdquo;30 Millionen Menschen, die in Mittel- und Osteuropa ihr Leben lassen mussten&ldquo;, den Mord an 27 Millionen in der Sowjetunion zu subsumieren. Geradezu himmelschreiend war es in diesem Zusammenhang, wie er die &bdquo;eklatanten Verletzungen&ldquo; des V&ouml;lkerrechts durch die Regierungen von Belarus und Russland anprangerte, die neonazistischen Umtriebe in der Ukraine aber durch Schweigen rechtfertigte. Dass Dietmar Bartsch f&uuml;r die Fraktion &bdquo;Die Linke&ldquo; NATO-Man&ouml;ver im Osten Europas kritisierte, ist auf der Webseite des Bundestages verschwiegen und nur in einem analytischen Artikel von Dagmar Henn <a href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/118824-halbes-gedenken-ganze-verzerrung-bundestag\/\">auf &bdquo;rt.de&ldquo; nachzulesen<\/a>.<\/p><p>Deutsche Peinlichkeit. Auch wenn ich immer noch die Hoffnung habe, dass Bundespr&auml;sident Steinmeier zum Gedenken an den 22. Juni 1941 noch eine w&uuml;rdige Rede h&auml;lt, die Bundesrepublik h&auml;ngt immer noch ihrem russophoben, antikommunistischen Schatten aus Nazizeiten an und macht zudem &ndash; sich teils gegen eigene Interessen im Kielwasser der USA bewegend &ndash; nicht immer den Eindruck, ein wirklich souver&auml;ner Staat zu sein.<\/p><p>Titelbild: horyd yury \/ Shutterstock<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verweigerung eines offiziellen Gedenkens an den 22. 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