{"id":7342,"date":"2010-11-12T16:59:41","date_gmt":"2010-11-12T15:59:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7342"},"modified":"2010-11-14T16:36:45","modified_gmt":"2010-11-14T15:36:45","slug":"hinweise-des-tages-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7342","title":{"rendered":"Hinweise des Tages (2)"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: 1. G20-Gipfel in S&uuml;dkorea<br>\n Irland am Rande des Staatsbankrotts?; Vorsicht bei Staatspleiten &ndash; EU-Insolvenzverfahren sind ein Spiel mit dem Feuer; Scheinheiliges Gejammer der Politik; Sparpl&auml;ne in den USA &ndash; Der Kampf mit den Schulden; Die Kassen f&uuml;llen sich &ndash; Jetzt schon Steuern senken?; Eine Luftbuchung in Bezug auf die Zukunft; Vollbesch&auml;ftigung &ndash; Br&uuml;derle vertr&ouml;stet Ostdeutschland;  Nebenwirkung; Physiker berichtet von Zweifeln an Gorleben; Streit mit Solar Millenium;  Ein St&uuml;ck Staatsgewalt zur&uuml;ckholen; Deutschland &ndash; endlich gef&uuml;hlsecht; Die soziale Kernspaltung &ndash; Warum unsere Gesellschaft auseinanderdriftet; Wirbel um Merkels Kabinettsumbildung; Die Konsenspartei; Kriminalit&auml;tsstudie &ndash; Mord, Totschlag und die Hauptschulen; Sternstunde der Anarchie; Angestiftet zu Terrorvideos?; zu guter Letzt: Unter Freunden; (WL\/JB)<br>\n<!--more--><\/p><p>Hier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">G20-Gipfel in S&uuml;dkorea<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Irland am Rande des Staatsbankrotts?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Vorsicht bei Staatspleiten &ndash; EU-Insolvenzverfahren sind ein Spiel mit dem Feuer.<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Scheinheiliges Gejammer der Politik<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">Sparpl&auml;ne in den USA &ndash; Der Kampf mit den Schulden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">Die Kassen f&uuml;llen sich &ndash; Jetzt schon Steuern senken?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Eine Luftbuchung in Bezug auf die Zukunft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Vollbesch&auml;ftigung &ndash; Br&uuml;derle vertr&ouml;stet Ostdeutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Nebenwirkung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Physiker berichtet von Zweifeln an Gorleben<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Streit mit Solar Millenium<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Ein St&uuml;ck Staatsgewalt zur&uuml;ckholen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Deutschland &ndash; endlich gef&uuml;hlsecht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Die soziale Kernspaltung &ndash; Warum unsere Gesellschaft auseinanderdriftet<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Wirbel um Merkels Kabinettsumbildung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Die Konsenspartei<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Kriminalit&auml;tsstudie &ndash; Mord, Totschlag und die Hauptschulen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Sternstunde der Anarchie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Angestiftet zu Terrorvideos?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h20\">zu guter Letzt: Unter Freunden<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"\/?p=7342&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/a><\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>G20-Gipfel in S&uuml;dkorea<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Harald Schumann: Der globale Kindergarten<\/strong><br>\nIm Herbst 2008 implodierte das deregulierte Finanzsystem. Soeben noch in der gemeinsamen Weltenrettung vereint, spielen die G 20 nun Kindergarten. (&hellip;)<br>\nAber nun, kaum dass die Katastrophe vorerst abgewendet ist, scheinen die harten Lektionen schon wieder vergessen. Nicht nur fallen die versprochenen Reformen zur B&auml;ndigung der Finanzindustrie arg verw&auml;ssert aus, weil den Regierungen pl&ouml;tzlich wieder das alte Spiel um die F&ouml;rderung &bdquo;ihrer&ldquo; nationalen Finanzpl&auml;tze und Banken wichtiger ist als die Stabilit&auml;t des ganzen Systems. Zugleich st&uuml;rzen sich die Akteure in einen gef&auml;hrlich destruktiven Konflikt um Wechselkurse und Exportanteile, als sei die global verflochtene &Ouml;konomie nicht mehr als der Wettbewerb zwischen nationalen Volkswirtschaften. Da flutet die US-Notenbank mal eben die Kapitalm&auml;rkte mit elektronisch gesch&ouml;pften Dollars in dreistelliger Milliardenh&ouml;he und stiftet damit Not in den Schwellenl&auml;ndern, deren W&auml;hrungen unter dem Ansturm renditesuchender Anleger schlagartig aufwerten und damit dringend ben&ouml;tigten Exporterl&ouml;se abw&uuml;rgen. Da halten die chinesischen Wirtschaftslenker r&uuml;cksichtslos an der Dollarbindung ihrer W&auml;hrung fest, obwohl sie damit immer gr&ouml;&szlig;erer Devisenreserven gro&szlig;teils in Dollar anh&auml;ufen und mit deren R&uuml;ckschleusung auf den US-Kapitalmarkt genau das bef&ouml;rdern, was sie doch eigentlich bek&auml;mpfen wollen, die US-Schuldenwirtschaft und die Abwertung des Dollar. Da kauft die japanische Notenbank mal eben zig Milliarden Dollar, um den Yen billig zu machen. Und die deutsche Kanzlerin weist trotzig alle Kritik am hohen deutschen Handels&uuml;berschuss zur&uuml;ck, weil dieser ja nur Ausdruck der deutschen &bdquo;Wettbewerbsf&auml;higkeit&ldquo; sei, gerade so, als ob es keinen Zusammenhang gebe zwischen den &Uuml;bersch&uuml;ssen der einen und den Defiziten der anderen.<br>\nNicht eine dieser jeweils mit dem nationalen Interesse gerechtfertigten Wirtschaftstrategien ergibt auf Dauer einen Sinn. Die Amerikaner riskieren mit der Inflationierung ihrer W&auml;hrung fr&uuml;her oder sp&auml;ter eine Massenflucht aus dem Dollar, die sie endg&uuml;ltig in eine lange Depression st&uuml;rzen w&uuml;rde. China verpulvert seine im Inland dringend f&uuml;r die Alters- und Gesundheitsversorgung ben&ouml;tigten Milliardenertr&auml;ge f&uuml;r die kontraproduktive Anlage in nahezu renditefreien US-Staatsanleihen und riskiert mit der Aufbl&auml;hung der inl&auml;ndischen Geldmenge f&uuml;r den Dollarkauf hohe Inflationsraten. Die Japaner perpetuieren ihre Abh&auml;ngigkeit von der Exportwirtschaft, die keines ihrer wirtschaftlichen Probleme l&ouml;st und die Deutschen betreiben mit ihrem Importdefizit in H&ouml;he von vollen sechs Prozent der Wirtschaftsleistung die Eskalation der Eurokrise. Denn nur wenn die Deutschen vermehrt Waren (oder auch touristische Dienstleistungen) aus den Defizitstaaten kaufen, k&ouml;nnen diese das Geld verdienen, das sie den deutschen Banken und ihren Kunden schulden. Gelingt das nicht, bleibt nur der erneute Freikauf der Gl&auml;ubiger mit Steuergeld, wie er in Griechenland ja schon l&auml;uft. (&hellip;)<br>\nDoch ganz gleich, auf welche Ordnung sich die Staaten am Ende einigen werden, eines haben alle denkbaren Konzepte gemeinsam: Die unbeschr&auml;nkte nationale Souver&auml;nit&auml;t mit der eigenen W&auml;hrung machen zu k&ouml;nnen, was man f&uuml;r richtig h&auml;lt, diese Freiheit muss zu Gunsten der gemeinsamen Stabilit&auml;t f&uuml;r alle ein Ende haben. Und eben das mag bisher noch so gar nicht zum Selbstverst&auml;ndnis der meisten G20-Mitglieder passen. Aber die Erkenntnis wird mit Sicherheit reifen, je gr&ouml;&szlig;er die Konflikte werden. Schlie&szlig;lich ist die globalisierte Politik der wirtschaftlichen Koordination eine ziemlich neue Disziplin, die alle Akteure erst lernen m&uuml;ssen. Da muss die Kindergarten-Phase samt Pr&uuml;gelei und blauen Flecken wohl noch mal sein.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/g-20-der-globale-kindergarten\/2171082.html\">Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><strong>Fortsetzung der Standortkonkurrenz mit anderen Mitteln<\/strong><br>\n&ldquo;Mit dem Gipfel in Seoul haben sich die G20 als die Fortsetzung der Standortkonkurrenz mit anderen Mitteln entpuppt.&rdquo; Dieses Fazit hat Peter Wahl, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats von Attac, nach dem Gipfel gezogen, den er f&uuml;r das globalisierungskritische Netzwerk vor Ort beobachtete. &Uuml;berschattet von tiefgehenden Konflikten um die Handelsungleichgewichte und die W&auml;hrungsprobleme habe die Abschlusserkl&auml;rung von Seoul in den strittigen Punkten nur einen matten Formelkompromiss finden k&ouml;nnen.<br>\n&ldquo;Die harten Realit&auml;ten der &ouml;konomischen Konkurrenz haben die Grenzen der G20 gezeigt&rdquo;, stellte Peter Wahl fest. Wenn es um die Eigeninteressen der jeweils nationalen Wirtschaft gehe, sei schnell Schluss mit der Harmonie. Dar&uuml;ber k&ouml;nne auch die wohlklingende Diplomatenlyrik in der Abschlusserkl&auml;rung nicht hinwegt&auml;uschen. &ldquo;Besonders negativ ist die Selbstgerechtigkeit aufgefallen, mit der Angela Merkel den deutschen Exportwahn rechtfertigte.&rdquo;<br>\nImmerhin sei das Thema globale Ungleichgewichte aber nicht mehr vom Tisch zu bekommen. So soll eine Arbeitsgruppe bis zum n&auml;chsten Gipfel in Frankreich Kriterien daf&uuml;r entwickeln, was unter &ldquo;exzessiven Ungleichgewichten&rdquo; verstanden werden soll. Der internationale Druck auf die Bundesregierung bleibt damit aufrechterhalten. Zur L&ouml;sung der globalen Handelsungleichgewichte forderte Attac erneut eine Ausgleichsunion (Clearing Union) mit einer globalen Verrechnungseinheit (Globo). &ldquo;Eine solche Verrechnungseinheit, verbunden mit Sanktionen f&uuml;r Handelsbilanz&uuml;bersch&uuml;sse und -defizite w&auml;re f&uuml;r ein Gewinn f&uuml;r alle Staaten&rdquo;, betonte Detlev von Larcher vom Attac Koordinierungskreis.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.pressrelations.de\/new\/standard\/result_main.cfm?r=431909&amp;aktion=jour_pm&amp;quelle=\">Attac Deutschland<\/a><\/li>\n<li><strong>Aufseher weichen Regeln f&uuml;r internationale Gro&szlig;banken auf<\/strong><br>\nFinanzstabilit&auml;tsrat: Entscheidung &uuml;ber global-systemrelevante Banken erst Mitte 2011 &ndash; Versicherer wollen nicht &ldquo;systemrelevant&rdquo; sein<br>\nDie nationalen Bankenaufseher sollen bei der &Uuml;berwachung gro&szlig;er Finanzinstitute mehr Spielraum bekommen als erwartet. Die Staats- und Regierungschefs der 20 f&uuml;hrenden Industrie- und Schwellenl&auml;nder (G-20) billigten in Seoul abgemilderte Vorschl&auml;ge des Finanzstabilit&auml;tsrats (FSB) unter der F&uuml;hrung des italienischen Notenbankchefs Mario Draghi. Mitte 2011 soll feststehen, wer zur Gruppe stark vernetzter und somit &ldquo;global systemrelevanter&rdquo; Banken (G-SIFI) geh&ouml;rt, deren Zusammenbruch das gesamte Finanzsystem ins Wanken br&auml;chte. Den regulatorischen Rahmen f&uuml;r den Umgang mit ihnen wollen der FSB und die Bankenaufseher im Baseler Ausschuss bis Dezember 2011 festzurren, ein halbes Jahr sp&auml;ter als geplant.<br>\nNicht alle systemrelevanten Banken k&ouml;nnten &uuml;ber einen Kamm geschoren werden, hei&szlig;t es in der am Freitag ver&ouml;ffentlichten Erkl&auml;rung des FSB. (&hellip;)<br>\nUm die erh&ouml;hten Kapitalanforderungen zu erf&uuml;llen, m&uuml;ssen die betroffenen Banken nach Vorstellungen des FSB nicht unbedingt mehr Grundkapital oder Gewinnr&uuml;cklagen vorhalten. Wie schon f&uuml;r die Schweizer Banken sollen f&uuml;r alle systemrelevanten Institute &ldquo;CoCo-Bonds&rdquo; zugelassen werden, das sind Anleihen, die bei einer Schieflage zu Eigenkapital werden. Auch Bankenabgaben oder die Begrenzung von Gro&szlig;krediten k&ouml;nnten unter Umst&auml;nden als geeignete Ma&szlig;nahmen anerkannt werden, hie&szlig; es in der Erkl&auml;rung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1288660306740\/G-20-Aufseher-weichen-Regeln-fuer-internationale-Grossbanken-auf\">Der Standard<\/a><\/li>\n<li><strong>Thomas Fricke &ndash; Tante Erna macht Welt&ouml;konomie<\/strong><br>\nEs ist weder sinnlos noch unm&ouml;glich, Limits f&uuml;r gef&auml;hrliche Defizite und &Uuml;bersch&uuml;sse im Export festzulegen. Die Kanzlerin sollte aufh&ouml;ren, dagegen zu poltern.<br>\nHohe Export&uuml;bersch&uuml;sse machen abh&auml;ngig von der Weltkonjunktur, bringen zwiesp&auml;ltige Geldschwemmen in den Rest der Welt mit sich, tragen zu Finanzblasen und W&auml;hrungskapriolen bei und l&ouml;sen &uuml;ber kurz oder lang Schuldenkrisen bei anderen aus. All das ist kompliziert, &ouml;konomisch aber recht eindeutig.<br>\nNur Frau Merkel und ihre kuriosen Minister f&uuml;r Finanzen und Wirtschaft machen global&ouml;konomisch auf Tante Erna &ndash; und fantasieren bei dem Thema seit Tagen &uuml;ber b&ouml;se M&auml;chte, die den deutschen Export klauen, den freien Welthandel abschaffen oder die Planwirtschaft einf&uuml;hren wollen. Polterwirtschaft auf Br&uuml;derle-Niveau.<br>\nDabei will ja keiner den Export verbieten. Es geht darum, Warnmechanismen gegen allzu hohe &Uuml;bersch&uuml;sse wie Defizite einzuf&uuml;hren &ndash; man k&ouml;nnte auch sagen: gegen Export- und Importmangel. Richtmarken festzulegen, wie sie Merkel beim G20-Gipfel in Seoul gerade &uuml;bereifrig abb&uuml;rstet, w&auml;re weder &ouml;konomisch unsinnig noch unm&ouml;glich. Daf&uuml;r gibt es einige gute Vorschl&auml;ge.<br>\nDie Erfahrung bisheriger Schuldenkrisen spreche daf&uuml;r, dass es auf Dauer problematisch sei, wenn ein Land Auslandsschulden von mehr als 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts habe, sagt Sebastian Dullien von der FHTW Berlin. Und: Um so ein Niveau zu halten, darf rein arithmetisch selbst bei einem nominalen Wirtschaftswachstum von f&uuml;nf Prozent das j&auml;hrliche Au&szlig;endefizit nicht h&ouml;her als drei Prozent des BIPs liegen &ndash; ein Grenzwert, auf den auch US-&Ouml;konom Barry Eichengreen kommt; und der noch unter den vier Prozent liegt, die US-Finanzminister Timothy Geithner mal vorgeschlagen hat.<br>\nWenn man so etwas f&uuml;r Defizitl&auml;nder festlegt, muss man es auch f&uuml;r L&auml;nder tun, die seit Jahren &Uuml;bersch&uuml;sse von f&uuml;nf bis acht Prozent einfahren. Schon weil das eine die logische Kehrseite des anderen ist und es sein kann, dass auch bei &Uuml;bersch&uuml;ssen politisch nachgeholfen wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/konjunktur\/:kolumne-fricke-tante-erna-macht-weltoekonomie\/50193584.html\">FTD<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Irland am Rande des Staatsbankrotts?<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Irland in Not<\/strong><br>\nSchon wieder ringt die Regierung eines Euro-Mitgliedstaats um das Vertrauen des Marktes. Irland, Mustersch&uuml;ler der Vor-Krisenzeit, muss seinen Haushalt dringend in den Griff bekommen. Die Rettung wird vorbereitet.<br>\nDie Euro-Krise ist zur&uuml;ck: Nur ein paar Monate nach der dramatischen Rettung Griechenlands vor dem Staatsbankrott ringt erneut die Regierung eines hoch verschuldeten Euro-Mitgliedsstaats um das Vertrauen der Anlege: Diesmal trifft es keinen Mittelmeeranrainer, sondern das einstige Wirtschaftswunderland Irland. Seit Tagen steigen die Zinsen auf irische Staatsanleihen von Rekord zu Rekord. Am Donnerstag betrug die Renditedifferenz zur zehnj&auml;hrigen Bundesanleihe 6,85 Prozentpunkte. Daher gilt es an den M&auml;rkten bereits als sicher, dass der Inselstaat sich nicht aus eigener Kraft aus der Finanzmisere befreien kann. (&hellip;)<br>\nZwar gilt Irland schon l&auml;nger als Wackelkandidat. Doch dass der Inselstaat vielleicht schon bald auf Hilfe von au&szlig;en zur&uuml;ckgreifen muss, kommt &uuml;berraschend. Denn das Land galt trotz seiner Budgetprobleme vorerst als fl&uuml;ssig. Bis Juni n&auml;chsten Jahres m&uuml;ssen die Iren nicht mehr an den Kapitalmarkt. (&hellip;)<br>\nDie Finanzkrise traf das Land besonders hart, weil der Finanzsektor sich in den Boomjahren seit der Jahrtausendwende extrem aufgebl&auml;ht hat. Die exzessive Kreditvergabe der Banken trug dazu bei, dass sich auf dem irischen Immobilienmarkt eine gro&szlig;e Blase gebildet hat, die mit dem wirtschaftlichen Einbruch platzte. Dennoch hielten die meisten Anleger das Land f&uuml;r weniger gef&auml;hrdet als etwa Portugal, was vor allem daran lag, dass man es den Iren eher zutraute, ein drastisches Sparprogramm umzusetzen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/irland-in-not\/-\/1472780\/4826552\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><strong>Dublin macht Merkel f&uuml;r irische Misere mitverantwortlich<\/strong><br>\nDer irische Finanzminister Brian Lenihan erhebt schwere Vorw&uuml;rfe gegen die Bundesregierung. Der scharfe Anstieg der Risikopr&auml;mien auf irische Staatsanleihen seit Monatsbeginn sei teilweise auf &Auml;u&szlig;erungen deutscher Politiker zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, sagte Lenihan am Donnerstag in Dublin.<br>\nEr bezog sich auf die Forderungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, bei Rettungsaktionen f&uuml;r schuldengeplagte Staaten wie Irland k&uuml;nftig auch Anleihegl&auml;ubiger zur Kasse zu bitten. Merkel hatte auf dem EU-Gipfel Ende Oktober einen entsprechenden Grundsatzbeschluss durchgesetzt. Die Aussicht, zahlungsunf&auml;higen Staaten k&uuml;nftig ihre Schulden stunden oder gar teilweise erlassen zu m&uuml;ssen, hat viele Investoren offenbar nachhaltig verschreckt. Sie trennten sich von den Papieren, was die Kurse in den Keller und die Renditen in die H&ouml;he trieb. (&hellip;)<br>\nNeben dem irischen Finanzminister macht auch eine wachsende Zahl von Analysten die Bundesregierung f&uuml;r diese Entwicklung mitverantwortlich. Die Nervosit&auml;t der Anleger erkl&auml;re sich durch &ldquo;neue Hinweise, dass die Solidarit&auml;t innerhalb der Euro-Zone begrenzt und m&ouml;glicherweise br&uuml;chig ist&rdquo;, kommentierte Luca Jellinek, Zinsstratege der franz&ouml;sischen Bank Cr&eacute;dit Agricole.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/:nervoese-anleger-dublin-macht-merkel-fuer-irische-misere-mitverantwortlich\/50193572.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Und t&auml;glich gr&uuml;&szlig;t das Murmeltier. Schon beim dramatischen Kurssturz griechischer Anleihen hat die Kanzlerin eine mehr als <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/tp\/r4\/artikel\/32\/32540\/1.html\">unr&uuml;hmliche Rolle gespielt<\/a>. Damals dachte sie laut dar&uuml;ber nach, Griechenland doch unter Umst&auml;nden lieber nicht zu helfen, um deutsche Steuergelder zu retten. Die deutsche Politik befand sich damals im nordrhein-westf&auml;lischen Landtagswahlkampf. Der Union hat das Spiel mit dem Feuer bekanntlich nichts gebracht, die M&auml;rkte haben das Signal jedoch verstanden und Griechenland abgestraft. So etwas nennt man dann wohl selbsterf&uuml;llende Prophezeiung. Da bleibt dann wohl nur noch die Frage offen, ob es sich bei Merkels Geschw&auml;tzigkeit um Vorsatz oder Fahrl&auml;ssigkeit handelt.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Vorsicht bei Staatspleiten &ndash; EU-Insolvenzverfahren sind ein Spiel mit dem Feuer.<\/strong><br>\nDie Staats- und Regierungschefs der EU haben auf ihrem Gipfel vor zwei Wochen beschlossen, den EU-Vertrag zu &auml;ndern, um einen europ&auml;ischen Krisenmechanismus zu schaffen. Dieser soll daf&uuml;r sorgen, dass der Privatsektor, also die Besitzer von Staatsanleihen, bei der Bew&auml;ltigung einer Staatsschuldenkrise beteiligt wird. Seine Ausgestaltung wirft wichtige Fragen auf. (&hellip;)<br>\nErstens kann moral hazard &ndash; der Anreiz, sich im Vertrauen auf erwartete Rettungsma&szlig;nahmen disziplinlos zu verhalten &ndash; am besten dadurch vermieden werden, dass die Bereitstellung von Hilfspaketen an strenge Auflagen gekn&uuml;pft wird. Wenn finanzielle Unterst&uuml;tzung geleistet wird, sollte diese an Strafzinsen gekoppelt sein. Es gibt hinreichend Beispiele daf&uuml;r, dass L&auml;nder den IWF nicht leichtfertig um Finanzhilfe bitten, da sie wissen, dass sie im Gegenzug strikte Ma&szlig;nahmen umsetzen m&uuml;ssen. Diese sind zudem unabdingbar, um die Gl&auml;ubiger davon zu &uuml;berzeugen, ihre Staatstitel zu halten.<br>\nDass der Steuerzahler nicht f&uuml;r private Investoren geradesteht, kann zweitens dadurch am besten verhindert werden, dass der Krisenmechanismus den Status eines vorrangigen Gl&auml;ubigers erh&auml;lt. Dies bedeutet, dass gew&auml;hrte Hilfen bevorrechtigt zur&uuml;ckerstattet werden. Erst danach werden die Forderungen des Privatsektors bedient. Da der EU-Vertrag ge&auml;ndert wird, um den Mechanismus zu etablieren, ist es m&ouml;glich, ihm diesen Status zu gew&auml;hren, den auch die Europ&auml;ische Investitionsbank oder der IWF genie&szlig;en.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2010\/46\/EU-Insolvenzverfahren-Staatspleiten\">ZEIT<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Was der Autor Lorenzo Bini Smahgi, der im Direktorium der EZB sitzt, hier anmerkt, ist einerseits ein wichtiger Punkt, kommt andererseits aber auch ein paar Monate zu sp&auml;t. Die Messe ist gelesen, die Milliarden wurden bereits zur Verf&uuml;gung gestellt und der Rechtsstatus dieser &ldquo;Hilfen&rdquo; l&auml;sst sich ex post auch nicht mehr ver&auml;ndern. Forderungen an den Staat, die sich aus dem Besitz von Anleihen herleiten, sind in der Forderungsqualit&auml;t fast immer gleichrangig (Pari Passu). Sollte ein Staat also seine Zahlungsunf&auml;higkeit erkl&auml;ren und die Forderungen gegen ihn umschulden, werden alle Gl&auml;ubiger gleich behandelt. Wenn ein Staat beispielsweise erkl&auml;rt, dass er 50% seiner Schulden nicht bedienen wird, muss jeder Gl&auml;ubiger 50% seiner Forderungen abschreiben &ndash; das gilt auch f&uuml;r die &ldquo;Griechenland-Hilfen&rdquo; der Regierung. Die M&ouml;glichkeit, neue Anleihen g&uuml;nstiger finanzieren zu k&ouml;nnen, indem man den neuen Gl&auml;ubigern einen vorrangigen Titel einr&auml;umt (Senior-Status), gibt es im Normalfall nicht, da dies ein Rechtsversto&szlig; gegen die vertraglich zugesicherte Gleichrangigkeit der bestehenden Anleihen w&auml;re und somit von jedem Gericht kassiert werden k&ouml;nnte. Die Ausnahme von der Regel stellen Sonderkredite internationaler Institutionen wie der Weltbank oder des Internationalen W&auml;hrungsfonds dar. De facto &ndash; und nach Rechtsauffassung der meisten Geberl&auml;nder des IWF auch de jure &ndash; genie&szlig;en IWF-Kredite immer einen Sonderstatus, der oft als &ldquo;super-senior&rdquo; beschrieben wird. Wenn private Gl&auml;ubiger leer ausgehen, werden IWF-Kredite in aller Regel zu 100% bedient. Sowohl das EU-Rettungspaket f&uuml;r Griechenland als auch die von den EU-Staaten und der EZB bereits erworbenen Anleihen der PIIGS-Staaten, genie&szlig;en keinen Sonderrang, sondern <a href=\"http:\/\/ftalphaville.ft.com\/blog\/2010\/04\/22\/209836\/rbs-a-greek-default-would-be-tantamount-to-the-end-of-the-euro\/\">werden &ldquo;Pari Passu&rdquo; behandelt<\/a>. Dies stellt indirekt einen Bailout erster Klasse f&uuml;r alle institutionellen und privaten Gl&auml;ubiger dar. Jeder wei&szlig;, dass die EU keinen PIIGS-Staat in die Umschuldung (also Insolvenz) gehen lassen kann, da die Abwertung (Haircut) dieser Papiere direkte Auswirkungen auf die maroden Haushalte der Geberstaaten haben w&uuml;rde. Die Bankenlobby dankt, &uuml;berdurchschnittliche Risikopr&auml;mien ohne faktisches Risiko sind schon eine feine Sache &ndash; vor allem dann, wenn man die Papiere auch noch als Sicherheiten f&uuml;r frisches Geld bei der EZB hinterlegen kann.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>Scheinheiliges Gejammer der Politik<\/strong><br>\nNun jammern sie, die Politiker in Berlin. Laut schimpfen sie dar&uuml;ber, dass die Commerzbank f&uuml;r dieses Jahr voraussichtlich wieder keine Zinsen auf die milliardenschweren Staatshilfen zahlen wird. Ganze 18,2 Mrd. Euro hatte der Bund 2008 und 2009 in die Bank gesteckt, um sie vor dem Kollaps zu retten &ndash; bislang ist die Rendite auf das Engagement null.<br>\nDabei hat in Wirklichkeit nur einer das Recht zu jammern: der Steuerzahler. Und zwar nicht vorrangig &uuml;ber die Commerzbank, sondern &uuml;ber die Politiker und deren Scheinheiligkeit. Denn die haben die Vertr&auml;ge mit der Bank &uuml;ber die Staatshilfen so abgeschlossen, obwohl absehbar war, dass das Institut damit wahrscheinlich Steuergelder zum Nulltarif bekommt.<br>\nEs ist keineswegs so, dass dies ein dummes Versehen war. Vielmehr war Berlin von Anfang an bem&uuml;ht, es der Commerzbank m&ouml;glichst recht zu machen. Schlie&szlig;lich war das selbst bereits heftig angeschlagene Institut 2008 in eine noch bedrohlichere Schieflage geraten, als es die marode Dresdner Bank &uuml;bernahm.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/konjunktur\/:staatshilfen-fuer-lau-scheinheiliges-gejammer-der-politik\/50193292.html\">FTD<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Sparpl&auml;ne in den USA &ndash; Der Kampf mit den Schulden<\/strong><br>\nZum ersten Mal liegt ein umfassender Plan vor, wie die weltgr&ouml;&szlig;te Volkswirtschaft ihre Staatsfinanzen mittelfristig sanieren k&ouml;nnte &minus; und was dabei auf die B&uuml;rger zukommt: Die drastische K&uuml;rzung der Sozialleistungen sowie Steuererh&ouml;hungen. (&hellip;)<br>\nDer ehemalige Senator Simpson und Bowles, unter Bill Clinton Stabschef im Wei&szlig;en Haus, wollen eine schmerzhafte Radikalkur verordnen: Um vier Billionen Dollar soll die Neuverschuldung im n&auml;chsten Jahrzehnt sinken. Bis 2015 soll das Defizit auf 2,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) zur&uuml;ckgefahren werden, von aktuell 8,9 Prozent. Vorgeschlagen werden der Abbau jeder zehnten Stelle im Staatsdienst, ein dreij&auml;hriges Moratorium auf Beamtengeh&auml;lter, drastische Rentenk&uuml;rzungen, die stufenweise Erh&ouml;hung des Rentenalters von 67 auf 69 Jahre sowie eine Senkung der Sozial- und Milit&auml;rausgaben.<br>\nZugleich soll das Steueraufkommen um eine Billion Dollar steigen. Dazu wird vorgeschlagen, Freibetr&auml;ge f&uuml;r Kinder und Hypothekenzinsen zu streichen. Die Benzinsteuer soll sich ann&auml;hernd verdoppeln. Die derzeit niedrigen S&auml;tze f&uuml;r Kapitalertr&auml;ge und Dividenden m&uuml;ssten angehoben werden, die niedrigen Spitzens&auml;tze bei der Einkommenssteuer aus den Bush-Jahren 2011 auslaufen. Die meisten anderen Ma&szlig;nahmen sollen ab 2012 greifen, um die derzeit fragile US-Konjunktur nicht abzuw&uuml;rgen.<br>\nDie Chancen freilich sind gering, dass der Plan umgesetzt wird. Schon in der Kommission regt sich Widerstand: &bdquo;Ich denke, jedes Mitglied w&uuml;rde zustimmen, dass das nicht der Plan ist&ldquo;, sagte die demokratische Abgeordnete Jan Schakowsky. Obama hatte die &uuml;berparteiliche Kommission im Februar gebildet. Ihr geh&ouml;ren zw&ouml;lf Kongressabgeordnete und sechs Privatpersonen an. Bis 1. Dezember sollen sie sich auf gemeinsame Vorschl&auml;ge einigen. Stimmen mindestens 14 der 18 Mitglieder einem Plan zu, soll der Kongress dar&uuml;ber abstimmen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/der-kampf-mit-den-schulden\/-\/1472596\/4826542\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Die Kassen f&uuml;llen sich &ndash; Jetzt schon Steuern senken?<\/strong><br>\nPHOENIX RUNDE vom 09.11.2010 mit:<br>\nProf. Heiner Flassbeck (UN-Konferenz f&uuml;r Handel und Entwicklung)<br>\nProf. Gustav A. Horn (Hans-B&ouml;ckler-Stiftung)<br>\nRalph Br&uuml;gelmann (Institut der deutschen Wirtschaft K&ouml;ln)<br>\nUrsula Weidenfeld (freie Journalistin)<br>\nDie Wirtschaft w&auml;chst. Ein Geldsegen f&uuml;llt scheinbar die &ouml;ffentlichen Kassen. F&uuml;r die kommenden Jahre k&ouml;nnten dann die Einnahmen um 60 Milliarden Euro h&ouml;her ausfallen als bisher erwartet.<br>\nF&uuml;r die FDP ist damit der Zeitpunkt gekommen, die Steuern zu senken. In der schwarz-gelben Koalition wird dar&uuml;ber dennoch heftig diskutiert. Denn obwohl der Konjunkturmotor angesprungen ist und die Wirtschaft w&auml;chst, will die CDU auf Sparkurs bleiben, schlie&szlig;lich sind die &ouml;ffentlichen Haushalte noch lange nicht saniert. Aber auch die Arbeitnehmer bekommen leuchtende Augen und hoffen auf Lohnerh&ouml;hungen.<br>\nSendetermine<br>\nSind Steuersenkungen angesagt oder sollten die Mehreinnahmen zur Sanierung der Haushalte und zur Sicherung der Sozialksysteme verwendet werden? Was ist der richtige Weg zu einer stabilen<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.phoenix.de\/content\/336436#\">Phoenix<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Eine Luftbuchung in Bezug auf die Zukunft<\/strong><br>\nGr&uuml;ne Gesundheitspolitikerin r&uuml;gt Abschied vom Solidarsystem<br>\nDie gesundheitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen, Biggi Bender, hat das GKV-Finanzierungsgesetz vor der Abstimmung im Bundestag am Freitag als einseitig kritisiert. Alle zuk&uuml;nftigen Zusatzausgaben gingen allein auf Kosten der Versicherten, sagte Bender.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.dradio.de\/dkultur\/sendungen\/interview\/1316228\/\">Deutschlandradio Kultur<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Vollbesch&auml;ftigung &ndash; Br&uuml;derle vertr&ouml;stet Ostdeutschland<\/strong><br>\nDeutschland steuert auf die Vollbesch&auml;ftigung zu &ndash; doch viele Orte in Ostdeutschland bleiben vorerst au&szlig;en vor: Wirtschaftsminister Br&uuml;derle sagte der &ldquo;S&auml;chsischen Zeitung&rdquo;, er k&ouml;nne keine Arbeitslosenquote von unter vier Prozent f&uuml;r Orte wie G&ouml;rlitz versprechen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/soziales\/0,1518,728705,00.html\">SPIEGEL Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.A.:<\/strong> Komisch, wo doch der Arbeitskr&auml;ftemangel in Millionenh&ouml;he quasi vor der T&uuml;r steht&hellip; Wie lange m&uuml;ssen wir diesen Dampfplauderer eigentlich noch ertragen? Wirklich noch weitere qu&auml;lende drei Jahre?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Nebenwirkung<\/strong><br>\nGesundheitsminister R&ouml;sler wollte die Pharmabranche entmachten. Entstanden sind neue Schlupfl&ouml;cher.<br>\nK&ouml;nnte ausgerechnet ein FDP-Mann schaffen, was bisher keinem Gesundheitsminister gelungen ist &ndash; die Pharmaindustrie in die Schranken zu weisen? Mit starken Worten k&uuml;ndigte Philipp R&ouml;sler, Gesundheitsminister mit FDP-Parteibuch, Anfang M&auml;rz in Berlin an: &raquo;Wir brechen das Preismonopol der Pharmaindustrie.&laquo; Zwei Milliarden Euro wolle er einsparen. Am Freitag wurde das Gesetz im Bundestag verabschiedet, mit dem der Minister dieses Ziel erreichen will.  Die hochgesteckten Ziele, meinen viele Kritiker, werde R&ouml;sler aber verfehlen. Das Preisdiktat der Arzneihersteller bleibe nahezu unangetastet. (&hellip;)<br>\nSo kritisieren Fachleute etwa die Auswahl der Kriterien, die k&uuml;nftig den Nutzen eines Medikaments messen sollen. Bisher fielen derartige Aufgaben dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA), dem obersten Beschlussgremium von &Auml;rzten, Krankenh&auml;usern und Krankenkassen, zu. Das Institut f&uuml;r Qualit&auml;t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) bewertete das Kosten-Nutzen-Verh&auml;ltnis anhand international anerkannter Methoden und der Ergebnisse klinischer Studien. F&uuml;r die neue Nutzenbewertung will nun das Gesundheitsministerium die Kriterien selbst mittels einer Rechtsverordnung vorgeben. Eine Genehmigung durch den Bundesrat entf&auml;llt. Die beiden Fachgremien w&uuml;rden die Vorgaben nur noch umsetzen. Eine Vorgehensweise, wie sie wortw&ouml;rtlich aus den Formulierungsvorschl&auml;gen der Pharmalobby f&uuml;r den Gesetzesentwurf &uuml;bernommen wurde.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2010\/46\/Arzneimittelgesetz-Pharmaindustrie-Gesundheitsreform\">Die ZEIT<\/a>\n<p><strong>Dazu:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Das Konzept der Vorkasse &ndash; Zahlen, bis der Arzt kommt<\/strong><br>\nHeute will Schwarz-Gelb die Gesundheitsreform verabschieden. Es k&ouml;nnte auf eine Dreiklassenmedizin hinauslaufen, Versicherte auf Mehrkosten sitzenbleiben.<br>\nDie Arzthelferin wollte nichts h&ouml;ren von ihren n&auml;chtlichen Wadenkr&auml;mpfen. Auch nicht davon, dass sie wegen der Kinder auf keinen Fall ins Krankenhaus k&ouml;nne. &ldquo;Welche Krankenkasse?&rdquo;, fragte die Arzthelferin. Und als Sonja Riehmer den Namen einer gro&szlig;en gesetzlichen Krankenversicherung nannte: &ldquo;Oh. Das sieht ganz schlecht aus.&rdquo;<br>\nAngeboten wurde Riehmer, die in Wirklichkeit anders hei&szlig;t, schlie&szlig;lich ein &ldquo;erster Untersuchungstermin&rdquo; zur Mitte des n&auml;chsten Quartals. Was knapp vier Monate Wartezeit, Kr&auml;mpfe inklusive, bedeutet h&auml;tte. &ldquo;In diesem Moment haben mein Mann und ich uns entschlossen, innerhalb unserer Kasse zum Prinzip der Kostenerstattung zu wechseln&rdquo;, sagt Sonja Riehmer. &ldquo;Zwei Wochen sp&auml;ter lag ich unterm Messer.&rdquo;<br>\nDas Prinzip Kostenerstattung beschleunigt die Behandlung. Es ist der Versuch, die Finanzierung gesetzlicher Krankenkassen st&auml;rker am Vorbild privater Versicherungen auszurichten. Ein Versuch, den die schwarz-gelbe Koalition heute im Bundestag mit ihrem Gesetz zur Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-FinG) beschlie&szlig;en will: Wer als gesetzlich Krankenversicherter genug Geld hat, seine Arztrechnung per Vorkasse zahlen zu k&ouml;nnen, dem werden k&uuml;nftig weitaus attraktivere Angebote gemacht, als das bisher der Fall war. Der Bundesgesundheitsminister Philipp R&ouml;sler (FDP) s&auml;gt damit an einem Grundpfeiler der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) &ndash; dem Sachleistungsprinzip. Die Opposition spricht von einer drohenden &ldquo;Dreiklassenmedizin&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/politik\/deutschland\/artikel\/1\/zahlen-bis-der-arzt-kommt\/\">taz<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Physiker berichtet von Zweifeln an Gorleben<\/strong><br>\nVor dem Gorleben-Untersuchungsausschuss hat Heinz Nickel von seinen Messungen im Salzstock als Zeuge ausgesagt und behauptet, seine Ergebnisse seien im Nachgang nicht ausreichend gew&uuml;rdigt worden. Dabei h&auml;tten die erworbenen Messdaten kritische Fragen zu einem Endlager in Gorleben f&uuml;r radioaktiven M&uuml;ll aufgeworfen.<br>\nNickel hatte zwischen 1958 und 1992 in der Bundesanstalt f&uuml;r Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in der Abteilung f&uuml;r Geophysik gearbeitet. Unter anderem hatte er zwischen 1967 und 1977 eine Radiowellenmethode entwickelt, mit der sich so genannte Nicht-Homogenit&auml;ten im Gestein aufsp&uuml;ren lassen &ndash; also zum Laugeneinfl&uuml;sse, Gasvorkommen oder Wasser aufnehmendes Anhydrit, allesamt kritische Faktoren f&uuml;r ein m&ouml;gliches Endlager. Bei seinen Messungen zwischen zwei Schachtvorbohrungen habe er ein elektrisch Zechstein-untypisches Verhalten vorgefunden, &rdquo;wie ich es noch nie erlebt habe&ldquo;. Es seien mehr Energiewellen vom Gestein absorbiert worden als erwartet. &rdquo;Das kann ein Hinweis auf Einlagerungen sein&ldquo;, sagte Nickel. &rdquo;Das kann Zweifel an der Eignungsh&ouml;ffigkeit wecken.&ldquo;<br>\nTats&auml;chlich aber seien seine Ergebnisse nicht f&uuml;r den Zwischenbericht im Jahr 1983 verwendet worden, in dem die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) sich f&uuml;r eine untert&auml;gige Erkundung Gorlebens aussprach. Ziel des Untersuchungsausschusses ist die Kl&auml;rung, ob die Politik in diesem Jahr Einfluss auf die Wissenschaft bei der Gorleben-Frage genommen hat. &rdquo;Zuerst musste mein Bericht mehrmals gek&uuml;rzt werden, dann erschien nicht einmal meine einseitige Fassung im PTB-Zwischenbericht&ldquo;, sagte Nickel.<br>\nGravierender sei ihm indes ein Eingriff in einen Bericht vorgekommen, den er f&uuml;r das Geologische Jahrbuch der BGR 1991 verfasst hatte. &rdquo;Alle Gorleben-kritischen Passagen zu meinen Messungen von 1983 sind in der Druckfassung gestrichen worden &ndash; ohne, dass man mich vorher davon informiert hat&ldquo;, sagte Nickel.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.bundestag.de\/presse\/hib\/2010_11\/2010_376\/02.html\">Bundestag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Streit mit Solar Millenium<\/strong><br>\nClaassen fordert 7,1 Millionen Euro Abfindung<br>\nIn der Auseinandersetzung um eine Millionen-Abfindung mit seinem ehemaligen Arbeitgeber Solar Millenium geht der Energiemanager Utz Claassen auf Konfrontationskurs. Jetzt will er nicht nur sein Antrittsgeld in voller H&ouml;he behalten, sondern fordert auch eine Abfindung von 7,1 Millionen Euro.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/unternehmen\/0,1518,728804,00.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Ein sch&ouml;nes Zubrot f&uuml;r <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/industrie\/enbw-kappt-ueppige-managerrente;1402655\">den millionenschweren EnBW-Fr&uuml;hrentner<\/a>.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Ein St&uuml;ck Staatsgewalt zur&uuml;ckholen<\/strong><br>\nDie Bundesrepublik ist eine parlamentarische Demokratie. Doch das Vertrauen in die politische Klasse sinkt, der Ruf nach direkter Demokratie wird lauter. Die B&uuml;rger m&ouml;chten mitreden, ernstgenommen werden.<br>\n&ldquo;Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus&ldquo;, bestimmt Artikel 20 unseres Grundgesetzes. Doch wie &uuml;bt das Volk seine Gewalt aus? Vor allem durch die Wahl von Abgeordneten. Die Bundesrepublik ist ma&szlig;geblich als parlamentarische Demokratie konzipiert, bei der das Volk seine Macht an Abgeordnete delegiert.<br>\nDoch die Parteienlandschaft ist un&uuml;bersichtlicher geworden, Koalitionen sind weniger kalkulierbar, Wahlversprechungen werden oftmals nicht eingehalten und das Stichwort &bdquo;Reform&ldquo; hat einen bitteren Beigeschmack erhalten. So schwindet das Vertrauen vieler B&uuml;rger in die politische Klasse, sinkt der Glaube daran, mit dem Wahlkreuz etwas bewirken zu k&ouml;nnen, g&auml;rt der Unmut dar&uuml;ber, dass vornehmlich jene Geh&ouml;r finden, die mit Geld, Macht und Lobbyisten ausgestattet sind.<br>\nMehrheitlich will also das Volk die Gewalt, die von ihm ausgeht, &ouml;fter zu sich zur&uuml;ckkehren lassen und sie selbst aus&uuml;ben. Es will mehr Demokratie in direkter Form wagen. Doch vor solchem Wagnis schreckt die Politik in weiten Teilen zur&uuml;ck und warnt vor B&uuml;rgereinmischung, die, so der Tenor, die Handlungsf&auml;higkeit des politischen Systems massiv beeintr&auml;chtigen k&ouml;nnte. Das w&auml;re gewiss fatal. Doch gibt es Anlass f&uuml;r solche Angst vor dem Volk? (&hellip;)<br>\nWill die Politik aus dieser Zwickm&uuml;hle herauskommen, hilft ihr nicht, B&uuml;rgerentscheide in die Schmuddelecke zu stellen. Sie t&auml;te vielmehr gut daran, die B&uuml;rger durch Offenlegung von Fakten und &Uuml;berzeugungsarbeit fr&uuml;her in ihre Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Das w&auml;re des Schwei&szlig;es der Edlen wert. Schon ein ersichtliches Bem&uuml;hen um Volkes Unterst&uuml;tzung und das Gef&uuml;hl der B&uuml;rger, ernst genommen zu werden und mehr mitreden zu k&ouml;nnen, notfalls sogar die eigene Stimme in die Waagschale legen zu k&ouml;nnen, erh&ouml;ht die Akzeptanz der Volksvertreter wie des parlamentarischen Systems. Wie viel direkte Demokratie sein darf? So viel, wie die B&uuml;rger sie nachfragen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/meinung\/ein-stueck-staatsgewalt-zurueckholen\/-\/1472602\/4825340\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Deutschland &ndash; endlich gef&uuml;hlsecht<\/strong><br>\nWie gut geht es den B&uuml;rgern? Die deutsche Politik will einen neuen Indikator f&uuml;r Wohlstand entwickeln. Darin soll es nicht mehr nur um schn&ouml;des Wachstum gehen, sondern auch um Aspekte wie Bildung, soziale Sicherung und subjektive Zufriedenheit. (&hellip;)<br>\nDie Debatte ob es richtig ist, den Wohlstand eines Landes allein &uuml;ber den Wert der dort produzierten Waren und Dienstleistungen zu definieren, ist nicht neu, aber sie gewinnt rasant an Fahrt, und zunehmend widmet sich auch die Politik diesem Thema. Mitte dieser Woche einigten sich die Fraktionsspitzen von Union, FDP, SPD und Gr&uuml;nen im Bundestag auf einen gemeinsamen Antrag zur Einsetzung einer Enquete-Kommission mit dem Namen &ldquo;Wachstum, Wohlstand, Lebensqualit&auml;t&rdquo;. Das Gremium soll &ldquo;einen neuen Indikator entwickeln, der das BIP erg&auml;nzt&rdquo;, hei&szlig;t es im Antragsentwurf, der der S&uuml;ddeutschen Zeitung vorliegt.<br>\nAcht verschiedene Aspekte sollen laut Antrag zu einem Indikator zusammengefasst werden, der neben dem wirtschaftlichen Wachstum den Wohlstand einer Gesellschaft abbilden soll: der materielle Lebensstandard, die Qualit&auml;t der Arbeit, die Verteilung von Wohlstand, der Zustand von Natur und Umwelt, die Chancen auf Bildung, die Lebenserwartung, die soziale Sicherung und die subjektiv empfundene Zufriedenheit der Menschen in Deutschland. (&hellip;)<br>\nAuch auf europ&auml;ischer Ebene arbeiten Deutschland und Frankreich an einem solchen Konzept. Auf Initiative von Frankreichs Staatspr&auml;sident Nicolas Sarkozy hatten die Nobelpreistr&auml;ger Joseph Stiglitz aus den USA und Amartya Sen aus Indien vor einem Jahr ein Grundlagenpapier f&uuml;r einen neuen Wachstumsindikator vorgelegt. Der Sachverst&auml;ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und der franz&ouml;sische Conseil d&rsquo;analyse &eacute;conomique (CAE) sollen bis Ende des Jahres konkrete Vorschl&auml;ge f&uuml;r einen alternativen Indikator vorlegen, mit dem der Wohlstand in den europ&auml;ischen L&auml;ndern vergleichbar gemacht werden k&ouml;nnte.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/neuer-indikator-fuer-wohlstand-deutschland-endlich-gefuehlsecht-1.1022850\">S&uuml;ddeutsche Zeitung<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Die soziale Kernspaltung &ndash; Warum unsere Gesellschaft auseinanderdriftet<\/strong><br>\nWar die Bundesrepublik &uuml;ber Jahrzehnte im Gegensatz zu Frankreich und England eine Gesellschaft mit einem breiten Bauch und d&uuml;nnen Spitzen oben und unten &ndash; so verwandelt sich diese &ldquo;Zwiebel&rdquo; der Bev&ouml;lkerungsschichten rasant hin zur &ldquo;Eieruhr&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.br-online.de\/bayern2\/radiothema\/soziale-kernspaltung-gesellschaft-auseinanderdriften-ID1289486689853.xml\">BR2 radioThema<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Wirbel um Merkels Kabinettsumbildung<\/strong><br>\nBundeskanzlerin Merkel hat Medienberichte &uuml;ber eine bevorstehende Kabinettsumbildung dementiert. &ldquo;Handelsblatt&rdquo;-Chefredakteur Steingart bekr&auml;ftigt jedoch, dass ein Umbau geplant sei. Die Spekulationen um eine m&ouml;glich Kabinettsumbildung gehen trotz des Dementis von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) munter weiter. &ldquo;Handelsblatt&rdquo;-Chefredakteur Gabor Steingart bekr&auml;ftigte am Freitag im Deutschlandradio Kultur, dass ein Umbau geplant sei und Merkel offenbar die baden-w&uuml;rttembergische Umweltministerin Tanja G&ouml;nner (CDU) nach Berlin holen wolle.<br>\n&ldquo;Unserer Quellen sind aus der Spitze der CDU und aus dem Kanzleramt, die da sagen: Dass die Kanzlerin das plant, dass sie das gerne h&auml;tte&rdquo;, sagte Steingart. Merkel w&uuml;rde das Kabinett gern verj&uuml;ngen und jemanden aus Baden-W&uuml;rttemberg noch in das Kabinett holen, &ldquo;n&auml;mlich die dort sehr erfolgreiche Umweltministerin Tanja G&ouml;nner, die um den Bahnhof Standfestigkeit gezeigt hat&rdquo;. (&hellip;)<br>\nLaut &ldquo;Handelsblatt&rdquo; plant Merkel nun, Innenminister Thomas de Maizi&egrave;re (CDU) zu Sch&auml;ubles Nachfolger zu machen. Die Zeitung zitierte einen Vertreter des CDU-Pr&auml;sidiums mit den Worten: &ldquo;Die Frage ist nicht mehr, ob Wolfgang Sch&auml;uble ausgewechselt wird, sondern wann der richtige Zeitpunkt ist.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/wirbel-um-merkels-kabinettsumbildung\/2146140.html\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Da sage noch einmal jemand, dass Angela Merkel kein gl&uuml;ckliches H&auml;ndchen habe. Es zeugt wahrlich von besonderer Sensibilit&auml;t, ausgerechnet die mehr als umstrittene Jeanne d&acute;Arc des noch umstritteneren Immobilienprojekts Stuttgart 21 ins Kabinett zu holen. Die Botschaft an die unzufriedenen Massen kann kaum deutlicher ausfallen: Ihr k&ouml;nnt demonstrieren, so viel Ihr wollt &ndash; am Ende siegen unsere Apparatschiks. Warum macht man nicht gleich Heribert Rech zum Nachfolger von Thomas Maizi&egrave;re?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Die Konsenspartei<\/strong><br>\nDie Zustimmung ist hoch, das Profil wird immer flacher: Anmerkungen zu Politik und Diskurs der Gr&uuml;nen.<br>\nW&auml;re ich ein Politiker der Partei Die Gr&uuml;nen, w&uuml;rde mich das derzeitige Zustimmungshoch bei potentiellen W&auml;hlern erfreuen. Macht, so s&auml;he das aus, ist ohne uns und gegen uns bald nicht mehr zu haben. Wir werden in absehbarer Zeit einige Schl&uuml;sselpositionen besetzen, in der realen Politik wie in der medialen Simulation. Wir w&uuml;rden, wie sagt man, &bdquo;gestalten k&ouml;nnen&ldquo;. Wir sind das Volk, jedenfalls ein bedeutender, zukunftstr&auml;chtiger, leistungstragender und einkommenstarker Teil davon.<br>\nW&auml;re ich indes ein Gr&uuml;ner &bdquo;mit Leib und Seele&ldquo;, dann w&uuml;rde es mich wohl eher irritieren. Dann n&auml;mlich fehlte mir der t&auml;tige Beweis, die solidarische Praxis realer Politik, das Empfinden, Teil einer sozialen Bewegung statt Symptom des angstvollen Stillstands zu sein. Offensichtlich hat es weniger mit der Zustimmung zu einem konzisen Programm zu tun als vielmehr mit der Suche nach irgendeinem Platz in der &bdquo;politischen Landschaft&ldquo;, mit einer Offenheit wenn nicht nach allen, so doch nach vielen Seiten, und mit dem beherzten Bekenntnis zum Sowohl-als-auch, dass die Gr&uuml;nen zur neuen konservativen Konsenspartei zu werden drohen: die Partei, von der ein wachsender Teil der Bev&ouml;lkerung annimmt, dass sie am wenigsten Schaden anrichten und am wenigsten schmerzhafte Eingriffe vornehmen wird.<br>\nStattdessen: das Musterbild einer Feelgood-Partei. Abgesehen von einigen Standards, zwischen Dosenpfand und Atomausstieg, war das Profil der Gr&uuml;nen noch nie so unverbindlich und verschwommen wie heute. An der Basis argumentiert man anders als in den Entscheidungsinstanzen, an sozialen Brennpunkten ist man sonderbar diffus, und im sich zuspitzenden Kampf zwischen Staat und Gesellschaft sind die Gr&uuml;nen, gespenstisch genug, irgendwie immer auf beiden Seiten zugleich. Eben das macht sie zum Spiegelbild ihrer Sympathisanten. Eines Staatsb&uuml;rgertums ohne Linie und ohne Identifikation. Und mit Interessen, die man lieber nicht zu genau unter die Lupe nimmt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/kultur\/1045-die-konsenspartei\">Der Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Kriminalit&auml;tsstudie &ndash; Mord, Totschlag und die Hauptschulen<\/strong><br>\nK&ouml;nnten in Deutschland Zehntausende Verbrechen verhindert und fast anderthalb Milliarden Euro gespart werden, wenn blo&szlig; mehr Sch&uuml;ler den Abschluss schaffen? F&uuml;r die Bertelsmann Stiftung haben Forscher verbl&uuml;ffend pr&auml;zise Daten ermittelt. Kriminologen wundern sich &uuml;ber altes Wissen im neuen Gewand.<br>\nDie wichtigste Aussage der neuesten Bertelsmann-Studie steht im ersten Satz ihrer Zusammenfassung: &ldquo;Opfer einer Straftat zu werden&rdquo; geh&ouml;re zu den &ldquo;gr&ouml;&szlig;ten &Auml;ngsten der B&uuml;rger unserer Gesellschaft&rdquo;. (&hellip;)<br>\nDie Aussage der Studie ist entsprechend zugespitzt: &ldquo;Bessere Bildung f&uuml;hrt zu deutlich weniger Verbrechen in Deutschland&rdquo;, meldete die Stiftung am Donnerstag. Und schl&uuml;sselte es sogleich ganz pr&auml;zise auf: Im vergangenen Jahr h&auml;tten 416 Morde verhindert, mehr als 13.000 Raub&uuml;berf&auml;lle und mehr als 318.000 Diebst&auml;hle den Deutschen erspart werden k&ouml;nnen. N&ouml;tig daf&uuml;r w&auml;re allein, die Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss zu halbieren &ndash; alles rein statistisch betrachtet. (&hellip;)<br>\nDie Resultate wirken arg zurechtgeb&uuml;rstet und aufgeporscht. Die Bertelsmann Stiftung erkl&auml;rte dazu, man habe sich schon seit l&auml;ngerem zum Ziel gesetzt, die Folgekosten schlechter Bildung zu beziffern. Vor rund einem Jahr meldete die Stiftung die gigantische Zahl von 2,8 Billionen Euro entgangenem Wirtschaftswachstum durch unzureichende Bildung. Die jetzt vorgelegte Studie sei ein weiterer Baustein des Bertelsmann-Projekts.<br>\nPseudopr&auml;zise Hochrechnungen von verhinderten Mordf&auml;llen und von vermeidbaren &ldquo;Kriminalit&auml;tskosten&rdquo; &ndash; da mussten sich die von Bertelsmann finanzierten Forscher, so scheint es, den W&uuml;nschen aus G&uuml;tersloh beugen. Entorf und Sieger wurden gebeten, das Ergebnis pr&auml;zise in Euro zu beziffern: 1,419 Milliarden eingesparte Euro pro Jahr. &ldquo;Politiker kann man damit besser &uuml;berzeugen&rdquo;, sagt dazu der Wissenschaftler Entorf. Und auch: &ldquo;Ich k&ouml;nnte auf diese Eurobetr&auml;ge gut verzichten.&rdquo; Was er dann nicht tat.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/schulspiegel\/wissen\/0,1518,728638,00.html\">SPIEGEL Online<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/cps\/rde\/xbcr\/SID-BB8EA7CF-618C362A\/bst\/xcms_bst_dms_32620_32621_2.pdf\">Die Studie der Bertelsmann Stiftung [PDF &ndash; 2.1 MB]<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Sternstunde der Anarchie<\/strong><br>\n&Uuml;ber 50.000 Studenten und Lehrkr&auml;fte trugen S&auml;rge von Tory-Politikern durch London, um gegen eine ideologisch motivierte Zerst&ouml;rung des Bildungssystems zu protestieren. (&hellip;)<br>\nDie Zahlen waren gigantisch. Am Ende waren es 52.000 Teilnehmer &ndash; mehr als doppelt so viele, wie die britische Studierendenorganisation NUS erwartet hatte. Polizeihelikopter kreisten &uuml;ber der Menge, w&auml;hrend unten die Demonstranten riesige Geier, Karotten und S&auml;rge von Tory-Politikern trugen. Die Berichte der Medien konzentrieren sich unweigerlich auf einen Aspekt &ndash; die spontane Besetzung der Tory-Zentrale. NUS-Pr&auml;sident Aaron Porter beeilte sich, die abtr&uuml;nnigen Demonstranten zu verurteilen, und sprach von &bdquo;verabscheuenswerten&ldquo; Taten. (&hellip;)<br>\nOhne Zweifel war das eine direkte Aktion, wie sie der Journalist John Pilger unl&auml;ngst forderte. Die Gewalt ist schwerlich nur als mutwilliger Akt einer kleinen Minderheit zu sehen &ndash; sie ist authentischer Ausdruck der Entt&auml;uschung &uuml;ber ein paar wenige, die entschlossen scheinen, die Zukunft f&uuml;r viele zu einem elenden, engstirnigen und Schulden beladenen Ort zu machen. Der Protest sollte daher keinesfalls nur &ouml;konomisch als Einspruch gegen Geb&uuml;hren verstanden werden. Er stand auch stellvertretend f&uuml;r die ordentliche Wut, die viele angesichts des aktuellen Zustands der Universit&auml;ten und der ideologisch motivierten Zerst&ouml;rung des Bildungssystem empfinden, sollte die Koalition ihren Willen durchsetzen. Es war ein Protest gegen die Verengung der Horizonte; ein Protest gegen die Scheinheiligkeit der Liberaldemokraten; ein Protest gegen eine immer utilitaristischer werdende Vorstellung von menschlichem Leben, f&uuml;r die Universit&auml;tsabschl&uuml;sse nichts anderes als &bdquo;Investitionen&ldquo; von Individuen sind. Womit jeglicher Zusammenhang zwischen Bildung und dem breiteren Kollektivgut geleugnet wird.<br>\nDie Demonstranten, die die Parteizentrale der Torys besetzten, d&uuml;rften in den kommenden Tagen ohne Zweifel verurteilt werden. Doch ihre Wut ist berechtigt: die Koalitionsregierung ruiniert Gro&szlig;britannien aus Gr&uuml;nden des ideologischen Eigensinns. Die Proteste in Frankreich und Griechenland sowie Besetzungsaktionen durch Studenten in Gro&szlig;britannien &ndash; darunter die Besetzung des Rathauses von Deptford durch Studenten des Goldsmiths Colleges am Tag, als die K&uuml;rzungen verk&uuml;ndet wurden &ndash; sind Anzeichen einer neuen Militanz. Was haben wir an diesem Punkt noch zu verlieren?<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/politik\/1045-sternstunde-der-anarchie\">Der Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Angestiftet zu Terrorvideos?<\/strong><br>\nWurde der in Neunkirchen festgenommene Terrorverd&auml;chtige von einem V-Mann des LKA zu Drohvideos angestiftet? Das zumindest behauptet der Anwalt des Festgenommenen. LKA und Staatsanwaltschaft wollen den Fall bislang nicht weiter kommentieren.<br>\nAm Donnerstag hat der Anwalt des unter Terrorverdacht stehenden Kevin S., Christian Kessler, dem Saarl&auml;ndischen Rundfunk gesagt, sein Mandant sei von einem V-Mann der Polizei dazu gedr&auml;ngt worden, die Erpressungsvideos zur Freilassung des verurteilten Sauerlandterroristen Daniel Schneider aufzunehmen und ins Internet zu stellen. Dass ein V-Mann eingesetzt wurde, geht aus den Ermittlungsakten hervor und wurde dem SR auch aus Ermittlerkreisen best&auml;tigt.<br>\nNach Angaben des Anwalts, soll der etwa 35-j&auml;hrige Mann Ende September in der Moschee in Neunkirchen aufgetaucht sein, die sein Mandant regelm&auml;&szlig;ig besuchte. Er habe den Kontakt zu dem 18-J&auml;hrigen gesucht und &bdquo;den heiligen Krieger&ldquo; gegeben. Das Altersgef&auml;lle sei bewusst eingesetzt, der V-Mann somit als Respektsperson eingeschleust worden. &bdquo;Er hat ausgenutzt, dass mein Mandant in seinem jugendlichen Eifer verf&uuml;hrbar war&ldquo;, so Kessler. Sein Mandant habe zwar einige Drohvideos ins Internet gestellt &ndash; das letzte im Juli &ndash; in denen er zum Heiligen Krieg aufruft und den Kampf der Mujahedin preist. Zwischenzeitlich, und zwar bevor der V-Mann eingesetzt worden sei, aber habe er sich vom Dschihad distanziert. (&hellip;)<br>\nGeneralstaatsanwalt Ralf Dieter Sahm sagte: &ldquo;Bei der Verfolgung von Straftaten mit extremistischem, radikal-islamistischem und militantem Hintergrund ist es durchaus &uuml;blich, V-M&auml;nner einzusetzen.&rdquo; Zentrale Aufgabe der Strafverfolgungsbeh&ouml;rden sei es, Gefahren, die sich aus oben genannten Straftaten ergeben, &ldquo;wirksam und mit Nachdruck zu begegnen&rdquo;. Im Rahmen der gesetzlichen M&ouml;glichkeiten sei der Einsatz von V-M&auml;nnern laut geltender Rechtssprechung ein anerkanntes und zul&auml;ssiges Mittel zur Strafverfolgung.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sr-online.de\/nachrichten\/1668\/1141953.html\">SR Online<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h20\"><\/a><strong>zu guter Letzt: Unter Freunden<\/strong><br>\nQuelle:&nbsp; <a href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/4520\/unter-freunden\">Spiegelfechter<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: 1. G20-Gipfel in S&uuml;dkorea<br \/> Irland am Rande des Staatsbankrotts?; Vorsicht bei Staatspleiten &ndash; EU-Insolvenzverfahren sind ein Spiel mit dem Feuer; Scheinheiliges Gejammer der Politik; Sparpl&auml;ne in den USA &ndash; Der Kampf mit den Schulden; Die Kassen f&uuml;llen sich &ndash; Jetzt schon Steuern senken?; Eine Luftbuchung in Bezug auf die<\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7342\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-7342","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7342","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7342"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7342\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7350,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7342\/revisions\/7350"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7342"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7342"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7342"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}