{"id":73476,"date":"2021-06-20T09:00:12","date_gmt":"2021-06-20T07:00:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73476"},"modified":"2021-06-18T09:12:51","modified_gmt":"2021-06-18T07:12:51","slug":"hinweise-der-woche-211","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73476","title":{"rendered":"Hinweise der Woche"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (CW)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73476#h01\">Gendern hilft!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73476#h02\">Corona<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73476#h03\">&bdquo;Der Startschuss ist gefallen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73476#h04\">China: Besonders &uuml;ble Ausbeutung, repressiver Staat, Neokolonialismus, Uiguren, Hongkong<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73476#h05\">Der d&auml;monisierte Nachbar<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73476#h06\">Der Welt-Gendarm, die Gipfel-Pleite &ndash; und der Flop bei der Entwicklungshilfe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73476#h07\">Die Macht von &uuml;berm&auml;chtigen Konzernen beschneiden<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73476#h08\">Versagende Sozialpolitik: Dichtung und Wahrheit im Armutsbericht<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73476#h09\">35 Jahre arbeiten und dann Hartz-IV-Rente? Sie verschweigen uns die Wahrheit, Herr Altmaier!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73476#h10\">Miete: Fast die H&auml;lfte der Haushalte in deutschen Gro&szlig;st&auml;dten tragen eine prek&auml;r hohe Belastung &ndash; mehr als 1,5 Millionen leistbare und angemessene Wohnungen fehlen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73476#h11\">3,8 Millionen B&uuml;rger zahlen den Spitzensteuersatz &ndash; der greift beim 1,4-fachen Durchschnittslohn<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73476#h12\">UN-Charta-Patrioten: Ein neues Verst&auml;ndnis von Sicherheit<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73476#h13\">Einspruch abgelehnt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73476#h14\">Eine einzige Pandemie-Farce<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73476#h15\">Das Menschenbild in der Politik und die unertr&auml;gliche Zweiklassengesellschaft<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Urspr&uuml;nglich hatten wir geplant, in unserer Wochen&uuml;bersicht auch auf die lohnendsten redaktionellen Beitr&auml;ge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine daf&uuml;r n&ouml;tige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beitr&auml;ge vorzuenthalten. Daher m&ouml;chten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beitr&auml;ge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Gendern hilft!<\/strong><br>\nJeden Tag sterben 25.000 Kinder weltweit an Hunger. Ja, liebe Wohlstandsverwahrlosten in Berlin, man kann an Hunger sterben. In den vergangenen 15 Monaten, in denen es &bdquo;um jedes einzelne Menschenleben ging&ldquo; (S&ouml;der), starben f&uuml;nfmal mehr Kinder an Hunger, als weltweit an Cov-19. Und jetzt, da die Pandemie quasi vorbei ist, geht das Kindersterben weiter. 9 Mio in einem Jahr. Laut Welthungerhilfe sind derzeit rund 144 Mio Kinder ausgezehrt, sprich, sie sind Todeskandidaten.<br>\nWir wissen also heute: In drei Stunden, in drei Tagen oder drei Wochen oder drei Monaten geht das Sterben weiter und weiter und weiter. 40 Milliarden kostet es, den Hunger in der Welt abzuschaffen. Der j&auml;hrliche (!) Verteidigungsetat in Deutschland betr&auml;gt derzeit 49 Milliarden Euro, zu Beginn der &Auml;ra Merkel lag er bei 27 Milliarden. &bdquo;Wir&ldquo; k&ouml;nnten also locker den Hunger in der Welt tilgen und h&auml;tten immer noch 9 Milliarden Euro &uuml;brig, um T&ouml;tungswaffen zu kaufen und Personal zur Bedienung derselben zu bezahlen.<br>\nDeutschland im Alleingang befreit die Welt von einer Plage, wer h&auml;tte das gedacht? Fordert nicht eine fortschrittliche Partei, die sich anschickt, eine neue Bundeskanzlerin zu stellen und deren Zentralorgan, eine Tageszeitung aus Berlin, &bdquo;robuste Mandate der Bundeswehr ohne UN-Mandat&ldquo;? Weltweit betr&auml;gt der j&auml;hrliche Wehretat, halt Stopp, Verteidigungsetat nat&uuml;rlich, &uuml;brigens rund 1 Billiarde Euro. Man k&ouml;nnte also 25 Jahre den Hunger abschaffen, wenn alle ein schlappes Jahr lang kein Geld f&uuml;r T&ouml;tungsmaterial ausgeben.<br>\nUnd: Jedes f&uuml;nfte Kind lebt an der Armutsgrenze. Nicht weltweit, hier, im &bdquo;Wirsindinallesweltmeisterdeutschland&ldquo;. Armut, schon einmal davon geh&ouml;rt, Kebek&uuml;sschen? Alleinerziehende M&uuml;tter, die aus ihren Wohnungen geschmissen werden sollen (Tatortthema am 6.6.), Kinder mit vielen Talenten, denen aber aufgrund der aktuellen Politik der Zugang zu Bildung, Kunst und Kultur und damit der Weg aus der Armut erschwert, gar unm&ouml;glich ist, keine ausreichende &auml;rztliche Versorgung mehr in l&auml;ndlichen Gebieten, Verfall der Infrastruktur, worunter haupts&auml;chlich einkommensschwache oder einkommenslose Menschen leiden, undsoweiterundsofort.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/blog\/themen\/gendern-hilft\/\">buchkomplizen<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Corona<\/strong>\n<ol type=\"a\">\n<li><strong>Es kommt auf die Rechtsgrundlagen an<\/strong><br>\nMaske auf oder Maske ab. Es steht zu bef&uuml;rchten, dass nun die n&auml;chste epische Endlosdiskussion die deutsche &Ouml;ffentlichkeit erreicht. Die Bundesjustizministerin hat erkannt, dass bei einem stark abflauenden Infektionsgeschehen die Rechtsgrundlage f&uuml;r Anordnungen nicht mehr gegeben sein k&ouml;nnte, die bei Verst&ouml;&szlig;en ein Bu&szlig;geld vorsehen. Der Bundesgesundheitsminister sieht es &auml;hnlich, schl&auml;gt aber ein stufenweises Vorgehen vor. Auf Nachfrage, wie das konkret aussehen soll, kommt aber nichts. Virologen und Lehrerverb&auml;nde wollen die Maskenpflicht dagegen beibehalten, da das Virus noch nicht von der Bildfl&auml;che verschwunden sei. Nur das wird es nie, womit das Argument dann auch vollkommen sinnlos ist. (&hellip;)<br>\nWas n&uuml;tzt eine Maskenpflicht, wenn sie nicht mehr durchsetzbar ist? Da hilft es auch nicht, wenn Sozialdemokraten das Tragen von Masken wieder zu einer moralischen Frage der Solidarit&auml;t verkl&auml;ren.<br>\nEs gelten die Rechtsgrundlagen, die ja nicht ausschlie&szlig;en, die bisherigen Vorschriften durch sehr viel k&uuml;rzere und verst&auml;ndlichere Empfehlungen zu ersetzen. Die Eigenverantwortung die vorher da war, wird auch dann noch vorhanden sein, genauso wie diejenigen, die auf alles pfeifen, aber wegen fehlender Rechtsgrundlage ohnehin nicht mehr belangt werden k&ouml;nnen. Ja, aber die n&auml;chste Welle, h&ouml;rt man dann als Einwand. Die wird kommen, klar, nur &auml;ndern die Masken daran nichts. Verst&ouml;rend bleiben auch Verordnungen, die mit abnehmendem Infektionsgeschehen immer l&auml;nger werden. Gerade jetzt w&auml;re ja Zeit, eine Korrektur des Pandemiemanagements vorzunehmen und zu erkennen, dass Infektionen nun einmal nicht zu verhindern und damit Teil des allgemeinen Lebensrisikos sind. Es gibt Impfstoffe, die zwar einen schweren Verlauf unwahrscheinlicher machen, was gut ist, aber keine sterile Immunit&auml;t herstellen k&ouml;nnen.<br>\nUnklar bleibt au&szlig;erdem, wie lange eine Impfung sch&uuml;tzt. &bdquo;Weil belastbare Daten dazu fehlen, m&uuml;ssen selbst Fachleute derzeit raten&ldquo;, hei&szlig;t es in dem Bericht. Damit f&auml;llt auch die etwas seltsame Rechtsauffassung weg, die Geimpften mit digitalem oder analogem Nachweis besondere Freiheiten in Abgrenzung zu anderen zugesteht. Die Grundrechte haben f&uuml;r alle wieder zu gelten und zwar ausnahmslos. Das Coronavirus wird wie alle anderen Atemwegsviren weiter zirkulieren, sich ver&auml;ndern und Infektionen bzw. Erkrankungen ausl&ouml;sen. Es wird also weiterhin zu schweren Verl&auml;ufen und Hospitalisierungen kommen, m&ouml;glicherweise auch bei jetzt Geimpften. Die Gesellschaft muss daher entscheiden, ob sie im Panikmodus mit einer Ma&szlig;nahmen-Endlosschleife verharren m&ouml;chte oder bereit ist, das Coronavirus als Teil der Lebenswirklichkeit zu akzeptieren. Letzteres k&ouml;nnte heilsam sein.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.taublog.de\/210614es-kommt-auf-die-rechtsgrundlagen-an\">TauBlog<\/a><\/li>\n<li><strong>RKI-Schreiben zu Intensivbetten: &ldquo;Monet&auml;re Anreize&rdquo; f&uuml;r falsche Angaben<\/strong><br>\nKliniken k&ouml;nnten die Zahl freier Intensivbetten k&uuml;nstlich herunter rechnen: Das hat der Bundesrechnungshof k&uuml;rzlich kritisiert. Grundlage hierf&uuml;r war ein Brief des RKI ans Gesundheitsministerium, der WDR, NDR und SZ nun exklusiv vorliegt. [&hellip;]<br>\nDass die Politik mit den Freihaltepauschalen wom&ouml;glich die falschen finanziellen Anreize geschaffen hat, ist allerdings auch unter Intensivmedizinern ein offenes Geheimnis. Namentlich zitieren lassen will sich damit aber keiner. So sagt zum Beispiel der Chefarzt und Leiter der Intensivmedizin eines gro&szlig;en Klinikums in NRW, dass die Priorisierung der Covid-Patienten &uuml;ber die Freihaltepauschalen daf&uuml;r gesorgt habe, dass andere Patienten zu sp&auml;t n&ouml;tige Untersuchungen und Eingriffe bekommen h&auml;tten. &ldquo;Eine gesellschaftliche Debatte &uuml;ber die Priorisierung der Covid- gegen&uuml;ber den Nicht-Covid-Patienten hat nicht stattgefunden und auch &uuml;ber die legitimen Interessen der solcherart zur&uuml;ckgestellten Patienten spricht kaum jemand.&rdquo;<br>\nFinanziell gesehen war das Corona-Jahr 2020 f&uuml;r die meisten Kliniken ein &auml;u&szlig;erst gutes Jahr. Stefanie Stoff-Ahnis vom Vorstand des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen spricht sogar vom &ldquo;goldenen Jahr der Krankenhausfinanzierung&rdquo;. W&auml;hrend die Behandlungsf&auml;lle um 13 Prozent gegen&uuml;ber dem Vorjahr zur&uuml;ckgingen, stiegen die Erl&ouml;se f&uuml;r die Kliniken um 15 Prozent, oder in nackten Zahlen: Im Jahr 2020 flossen in die Kliniken 12,2 Milliarden Euro mehr als im Jahr 2019. &ldquo;Viele Ma&szlig;nahmen waren effektiv, aber nicht effizient&rdquo;, sagt Stoff-Ahnis. So h&auml;tten in der erste Welle alle m&ouml;glichen Kliniken gro&szlig;e Summen als Freihaltepauschalen erhalten, darunter auch solche spezialisierten H&auml;user wie reine Augenkliniken, die niemals einen Covid-Patienten behandelt h&auml;tten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/wdr\/intensivbetten-daten-101.html\">Tagesschau<\/a>\n<p><strong>dazu: Wachsende Kritik an Kliniken: Corona beschert Krankenh&auml;usern &bdquo;ein goldenes Jahr&ldquo;<\/strong><br>\nDie gesetzlichen Krankenkassen bem&auml;ngeln, die Kliniken h&auml;tten in der Pandemie weniger behandelt &ndash; und trotzdem mehr erl&ouml;st. &Auml;hnliche Zweifel hatte zuvor schon der Bundesrechnungshof ge&auml;u&szlig;ert. [&hellip;]<br>\nEs sei der f&auml;lschliche Eindruck entstanden, die Krankenh&auml;user h&auml;tten wegen der Covid-19-Welle fl&auml;chendeckend an ihrer Belastungsgrenze gearbeitet, kritisierte der Verband. Tats&auml;chlich aber seien im Jahresdurchschnitt nur 2 Prozent der Krankenhausf&auml;lle Corona-Kranke gewesen. Trotzdem h&auml;tten die Krankenhausvertreter in Berlin versucht, die Mindestvorgaben f&uuml;r Pflegepersonal zu verhindern und damit die Versorgungsqualit&auml;t zu verschlechtern, kritisierte der Spitzenverband: &bdquo;All das passt nicht zusammen.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/krankenhaeuser-in-der-corona-pandemie-das-goldene-jahr-2020-17391985.html\">FAZ<\/a><\/p><\/li>\n<li><strong>abgeordnetenwatch: Biontech hat k&uuml;nftig einen direkten Draht zu Gesundheitsminister<\/strong><br>\nBiontech hat k&uuml;nftig einen direkten Draht zu Gesundheitsminister Jens #Spahn: Neuer &ldquo;Associate Director Public Affairs&rdquo; bei Biontech ist Mike Schuster &ndash; von 2014 bis 2018 Referent im Bundestagsb&uuml;ro von Jens Spahn #CDU<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/mobile.twitter.com\/a_watch\/status\/1402233216010964993\">abgeordnetenwatch.de via Twitter<\/a>\n<p><strong>dazu: Vitamin B wie BioNTech: Ex-Spahn-Mitarbeiter jetzt Impfstoff-Lobbyist<\/strong><br>\nBei Stellenanzeigen im Bereich Public Affairs verlangen Unternehmen neben Hochschulabschluss, Kommunikationsf&auml;higkeiten und Erfahrung vor allem ein bestehendes und auszubauendes verl&auml;ssliches Netzwerk zu Vertretern aus Politik, Verb&auml;nden und Medien sowie mitunter ein &ldquo;fundiertes Verst&auml;ndnis der deutschen Politikprozesse&rdquo; und der institutionellen Akteure sowie politischen Stakeholder. Denn die in dem Bereich t&auml;tigen Mitarbeiter vertreten die Unternehmensinteressen gegen&uuml;ber politischen Ansprechpartnern.<br>\nDer im Laufe des vergangenen Jahres zu erweiterter &ouml;ffentlicher Prominenz gelangte Mainzer Pharmakonzern BioNTech hat den Posten &ldquo;Associate Director Public Affairs&rdquo; mit Mike Schuster besetzt &ndash; einem jungen Mann, der sehr direkte Verbindungen in das h&ouml;chste Gesundheitsregierungsamt haben d&uuml;rfte. Denn Schuster war bis 2018 vier Jahre lang Referent im Bundestagsb&uuml;ro von Jens Spahn gewesen.<br>\nDerartige Karrierewege sind nicht un&uuml;blich. Nach Recherchen von abgeordnetenwatch.de verschaffen sich gro&szlig;e Lobbyverb&auml;nde und Unternehmen aus den verschiedensten Wirtschaftssektoren so direkten Zugang zu Entscheidungstr&auml;gern auf Bundes-, Landes- und Europaebene und nehmen gezielt langj&auml;hrige B&uuml;roleiter von Politikern unter Vertrag. Ein Problem bei diesen &ldquo;Seitenwechseln&rdquo; ist laut abgeordnetenwatch.de offensichtlich, dass sich die jeweiligen Unternehmen oder Verb&auml;nde gegen&uuml;ber anderen Interessengruppen einen unsch&auml;tzbaren Vorteil verschaffen.<br>\n&ldquo;Zugespitzt gesagt: Am Ende dringt nicht derjenige mit den besten Argumenten zu den Entscheidungstr&auml;gern durch, sondern der Lobbyakteur mit der kl&uuml;gsten Personalpolitik.&rdquo; (&hellip;)<br>\nW&auml;hrend BioNTech-Gr&uuml;nder U&#287;ur &#350;ahin seit dem COVID-19-Impfstoff-Durchbruch zu den 100 reichsten Deutschen und damit zu der Minderheit der Gewinner der Corona-Krise geh&ouml;rt, hat sich bei der Union gerade im vergangenen Jahr durch eine mittlerweile beinahe un&uuml;berschaubare Vielzahl von Skandalen gezeigt, dass bedenkliche Einflussnahme, gerade durch pers&ouml;nliche Verbindungen, mit viel gelobten demokratischen Prozessen oder aber &ouml;ffentlicher Gesundheit h&auml;ufig weniger zu tun hat als mit privater Bereicherung auf gesellschaftliche sowie staatliche Kosten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.rt.com\/inland\/118943-vitamin-b-wie-biontech-ex-spahn-mitarbeit-lobbyist-fuer-konzernriesen\/\">RT DE<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Der &bdquo;Dreht&uuml;r-Effekt&ldquo; zwischen Politik und privater Wirtschaft funktioniert immer noch und es sollte nicht &uuml;berraschen, dass das Umfeld des <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=42606\">Pharmalobbyisten<\/a> im Bundesministerium f&uuml;r Gesundheit vor allem in dieser besonderen Zeitphase pr&auml;destiniert zu sein scheint. Die Hinweise auf das Vorhandensein von institutioneller Korruption mehren sich.<\/em><\/p><\/li>\n<li><strong>Unternehmen in &Ouml;sterreich und Gro&szlig;britannien preschen bei Impfpflicht vor<\/strong><br>\nGro&szlig;britannien und Kliniken in &Ouml;sterreich planen eine Covid-Impfpflicht in Pflegeberufen. In Deutschland zeigt sich die Branche zur&uuml;ckhaltend &ndash; wohl um die politische Sprengkraft wissend. Dabei w&auml;re die Pflicht kein neuer Schritt.<br>\nDie britische Regierung plant in den kommenden Tagen, eine Covid-Impfung f&uuml;r Angestellte in der Pflege zur Pflicht zu machen. Vorgesehen ist eine &Uuml;bergangsfrist von 16 Wochen. Wer bis dahin nicht geimpft ist, dem droht die K&uuml;ndigung. Rund 1,5 Millionen Besch&auml;ftigte sind im Land in der Pflege t&auml;tig. Gepr&uuml;ft wird auch eine Ausweitung dieser neuen Regeln auf alle Besch&auml;ftigte des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS mit Patientenkontakt, berichten mehrere britische Medien &uuml;bereinstimmend. Die betroffene Gruppe ist vergleichbar gro&szlig;.<br>\nDie Diskussion um eine verpflichtende Impfung f&uuml;r eine Reihe von Berufsgruppen l&auml;uft in Gro&szlig;britannien wie in vielen anderen Staaten seit Monaten. &bdquo;No jab, no job&ldquo;, wird das Modell griffig genannt, &bdquo;Kein Pieks, keine Arbeit&ldquo;. Eine Reihe von Arbeitgebern ist auf der Insel bereits vorgeprescht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article231877011\/Impfpflicht-Unternehmen-in-Grossbritannien-und-Oesterreich-schaffen-Tatsachen.html\">Welt Online<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> So wird es auch hier kommen. Das wirksamste Druckmittel ist dabei sicher, die B&uuml;rger bei Verweigerung der Impfung mit dem Verlust ihrer Existenzgrundlage zu drohen. Und es f&auml;llt schwer, nicht Verschw&ouml;rungstheorien zu bem&uuml;hen, wenn man bedenkt, dass die Impfung gegen Covid-19 f&uuml;r die Pharmaindustrie die Lizenz zum Gelddrucken ist. F&uuml;r die Pharmaindustrie kann die Pandemie somit ewig dauern. Wann gab es das jemals vorher, dass erbgutver&auml;ndernde Impfstoffe, die sich im Grunde noch in der klinische Erprobungsphase befinden, ohne jede R&uuml;cksicht auf m&ouml;gliche Nebenwirkungen und Langzeitfolgen sofort zum gro&szlig;fl&auml;chigen Einsatz freigegeben wurden?<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Warum ich z&ouml;gere, mich impfen zu lassen<\/strong><br>\nAuch Personen, die keine Impfgegner sind, sind unsicher, ob sie sich gegen Corona impfen sollen. Ein Leser schildert seine Gr&uuml;nde.<br>\nViele fragen sich derzeit, weshalb sich gewisse Menschen nicht gegen Corona impfen lassen m&ouml;chten. Weil die Fragen an Nicht-Impfwillige bald h&auml;ufiger werden d&uuml;rften, versuche ich ein paar Antworten vorwegzunehmen. Sie basieren auf meiner pers&ouml;nlichen Meinung und meinen eigenen Einsch&auml;tzungen.<br>\nDas Wichtigste gleich vorweg: Ich bin vielfach geimpft und werde bei Bedarf bew&auml;hrte Impfungen auffrischen. Ich vertraue aber auch meinem K&ouml;rper. Ich habe das Privileg, dass ich weder meinen K&ouml;rper noch meine Psyche ausbeuten muss, um ein gutes und abgesichertes Leben zu f&uuml;hren. Vielmehr ist es mir m&ouml;glich, auf meinen K&ouml;rper zu h&ouml;ren. Wenn es n&ouml;tig ist, g&ouml;nne ich ihm eine Ruhepause. Mit Bewegung, ausgewogener Ern&auml;hrung und Hausmitteln sorge ich mich um die St&auml;rkung meines Immunsystems. Ausser ein paar Erk&auml;ltungen im Jahr bin ich nie krank.<br>\nCorona, sagt man, kann jeden treffen. Trotzdem bin ich mir zu sicher, dass Sars-CoV-2 meinem 40-j&auml;hrigen K&ouml;rper nichts anhaben kann. Ich vermute zudem, dass Long-Covid mehrheitlich diejenigen Menschen trifft, die ihren K&ouml;rper ausgebeutet haben, Vorerkrankungen haben oder die durch die alles durchdringenden Pandemiemassnahmen derart belastet sind, dass kaum mehr zwischen einer Massnahmen-Depression und Long-Covid unterschieden werden kann.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/gesundheit\/warum-ich-zoegere-mich-zu-impfen\/\">Infosperber<\/a><\/p>\n<p><strong>und: Eva Herzig: &bdquo;Da wird ein ungeheurer Druck ausge&uuml;bt&ldquo;<\/strong><br>\nDie Schauspielerin Eva Herzig bekam eine Rolle nicht, weil sie sich nicht gegen Corona impfen lassen will. Im Interview erkl&auml;rt sie, was sie erlebt hat. [&hellip;]<br>\nHaben Sie sich auch &uuml;ber die klassischen Medien informiert?<br>\nIch habe nicht den Eindruck, dass die Medien so umfassend berichten, wie das meinem Informationsbed&uuml;rfnis entspricht. Ich fand es merkw&uuml;rdig, dass immer die gleichen Informationen kamen. Mich hat auch gest&ouml;rt, dass viel mit Angst gearbeitet wird. Ich fand die Informationen nicht angemessen und f&uuml;hle mich nicht aufgekl&auml;rt. F&uuml;r mich sind die eigenen Beobachtungen und Gespr&auml;che wichtiger.<br>\nWarum?<br>\nWeil ich auf Eigenverantwortung setze. Es wird den Menschen zu wenig zugetraut. Dazu geh&ouml;rt auch, dass ich verpflichtet bin, mich bestm&ouml;glich zu informieren. Ich bin auch daf&uuml;r verantwortlich, was ich wei&szlig;. Dann kann ich am Ende zu meiner Meinung stehen und auch die Verantwortung f&uuml;r andere &uuml;bernehmen. Das ist f&uuml;r mich als Mutter sehr wichtig. Ich habe eine Verantwortung f&uuml;r meine Kinder.<br>\nWie sind Sie bisher durch die Corona-Pandemie gekommen?<br>\nEs war eine sehr schwierige Zeit, vor allem f&uuml;r meine Kinder. Vor einem Jahr ist der Vater meiner Kinder gestorben, was f&uuml;r die Jungs eine schwere Belastung ist. Mein Zw&ouml;lfj&auml;hriger war schon vor der Pandemie sehr angeschlagen. Es war eine sehr belastete Situation. Er hatte sehr ernste Symptome. Als ich ihn in der Schule von der Maskenpflicht befreien lassen wollte und ein Attest vorgelegt habe, hat mir der Direktor gesagt: Das kann kein Arzt entscheiden. Ein Befreiung g&auml;be es nur bei einer schweren Lungenerkrankung. Und dar&uuml;ber entscheide ausschlie&szlig;lich die Schulbeh&ouml;rde. Der Direktor hat aber gesagt, dass er Verst&auml;ndnis f&uuml;r mich habe. Er nimmt sich &uuml;brigens jetzt eine Auszeit und geht nach S&uuml;dafrika.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/kultur-vergnuegen\/eva-herzig-da-wird-ein-ungeheurer-druck-ausgeuebt-li.165669\">Berliner Zeitung<\/a><\/p><\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>&bdquo;Der Startschuss ist gefallen&ldquo;<\/strong><br>\nG7-Gipfel beschlie&szlig;t neue Ma&szlig;nahmen gegen China. USA sehen sich im &ldquo;Wettbewerb um den Sieg im 21. Jahrhundert&rdquo; und st&auml;rken Kooperation mit Verb&uuml;ndeten &ndash; auch milit&auml;risch.<br>\nMit einer neuen, die ganze Welt umspannenden Infrastrukturinitiative wollen die f&uuml;hrenden westlichen Industriestaaten (G7) gegen Chinas Neue Seidenstra&szlig;e konkurrieren. Das Vorhaben, auf das sich die G7 auf ihrem gestern zu Ende gegangenen Gipfeltreffen in Cornwall geeinigt haben, tr&auml;gt das Motto &ldquo;Build Back Better World&rdquo; (&ldquo;B3W&rdquo;); es soll in den kommenden Jahren &ldquo;Hunderte von Milliarden Dollar an Infrastrukturinvestitionen&rdquo; f&uuml;r Entwicklungsl&auml;nder mobilisieren. Freilich ist die Finanzierung noch vollkommen ungekl&auml;rt. &Auml;hnlich ambitionierte Initiativen, die der Neuen Seidenstra&szlig;e das Wasser abgraben sollten, sind in den vergangenen Jahren von der EU bzw. von Japan und Indien gestartet worden, blieben aber ohne Erfolg. Die aktuelle G7-Initiative ist Teil einer breiten Offensive der Vereinigten Staaten gegen China, die ein gewaltiges High-Tech-F&ouml;rderprogramm und milit&auml;rische Ma&szlig;nahmen inklusive einer St&auml;rkung der Kooperation mit den Verb&uuml;ndeten umfasst. US-Pr&auml;sident Joe Biden konstatiert: &ldquo;Wir sind in einem Wettbewerb um den Sieg im 21. Jahrhundert, und der Startschuss ist gefallen.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8626\/\">German Foreign Policy<\/a>\n<p><strong>dazu: Der gro&szlig;e Krieg<\/strong><br>\nVor dem Beginn der Asien-Pazifik-Fahrt der deutschen Fregatte Bayern schwillt unter hochrangigen US-Milit&auml;rs die Debatte &uuml;ber Form und Zeitpunkt eines m&ouml;glichen gro&szlig;en Krieges gegen China an. Admiral a.D. James G. Stavridis, Ex-NATO-Oberbefehlshaber und Autor eines aktuellen Romans &uuml;ber einen solchen Krieg, hielt bis vor kurzem den Beginn von K&auml;mpfen im kommenden Jahrzehnt f&uuml;r denkbar. Als m&ouml;gliche Ausl&ouml;ser gelten die Auseinandersetzungen um Taiwan oder um Inseln im S&uuml;d- und im Ostchinesischen Meer. Allerdings verschiebt sich Stavridis zufolge das milit&auml;rische Kr&auml;fteverh&auml;ltnis zwischen den USA und China rasant, und zwar zugunsten der Volksrepublik, die in Teilbereichen &ndash; etwa bei der Anzahl ihrer Kriegsschiffe oder in der Cyberkriegf&uuml;hrung &ndash; bereits aufgeholt habe. Stavridis warnt mittlerweile, &ldquo;die Schlacht&rdquo; zwischen Washington und Beijing k&ouml;nne &ldquo;viel fr&uuml;her kommen&rdquo;. Dabei spielten US-Verb&uuml;ndete eine zentrale Rolle; die USA b&auml;nden sie gezielt in immer &ldquo;aggressivere&rdquo; Operationen etwa im S&uuml;dchinesischen Meer ein. Zu den erw&auml;hnten Verb&uuml;ndeten geh&ouml;rt auch Deutschland.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8632\/\">German Foreign Policy <\/a><\/p>\n<p><strong>und: Peking &uuml;ber G7-Staaten emp&ouml;rt: &bdquo;H&ouml;rt auf mit dem Verleumden Chinas&ldquo;<\/strong><br>\nChinesische Offizielle &auml;u&szlig;erten ihren Unmut &uuml;ber das gemeinsame Kommuniqu&eacute;, das die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten im Anschluss an ihr Treffen im britischen Cornwall beschlossen hatten. In dieser gemeinsamen Erkl&auml;rung warfen diese westlichen Staaten der Volksrepublik China erneut Menschenrechtsverletzungen vor. Zudem kritisierten sie die Politik Chinas in Bezug auf seine Sonderverwaltungszone Honkong, auf die chinesische Autonome Provinz Xinjiang sowie gegen&uuml;ber Taiwan, das v&ouml;lkerrechtlich als eine &ndash; wenn auch abtr&uuml;nnige &ndash; Provinz Chinas eingestuft wird.<br>\nEin Sprecher der Botschaft der Volksrepublik China im Vereinigten K&ouml;nigreich erkl&auml;rte am Montag den &bdquo;starken Widerstand&ldquo; Chinas gegen&uuml;ber den Vorw&uuml;rfen der westlichen Staaten. Deren Kritik basiere auf &bdquo;Verzerrung von Tatsachen&ldquo;. Der Sprecher rief die G7-Staaten dazu auf, dass sie aufh&ouml;ren sollten, sich in Chinas innere Angelegenheiten einzumischen. Westliche Staaten m&uuml;ssten sich mit der Realit&auml;t abfinden, dass Hongkong vor 24 Jahren an die Volksrepublik China zur&uuml;ckgegeben wurde. Er erkl&auml;rte:<br>\n&bdquo;Wir fordern die USA und die anderen Mitglieder der G7 auf, die Tatsachen zu respektieren, die Situation anzuerkennen, mit der Verleumdung Chinas aufzuh&ouml;ren, sich nicht mehr in die inneren Angelegenheiten Chinas einzumischen, den Interessen Chinas nicht mehr zu schaden und mehr Dinge zu tun, die der F&ouml;rderung der internationalen Zusammenarbeit dienen, anstatt k&uuml;nstlich Konfrontationen und Reibereien zu erzeugen.&ldquo; (&hellip;)<br>\nBereits am Samstag hatte sich die chinesische Botschaft relativierend &uuml;ber das Treffen in Cornwall ge&auml;u&szlig;ert:<br>\n&bdquo;Die Zeiten, in denen globale Entscheidungen durch eine kleine Gruppe von Staaten diktiert wurden, sind lange vorbei.&ldquo;<br>\nAlle Staaten, egal ob gro&szlig; oder klein, stark oder schwach, reich oder arm, seien gleich. Internationale Fragen m&uuml;ssten durch die gemeinsamen Konsultationen aller Staaten gel&ouml;st werden.<br>\nEs gebe nur eine Ordnung in der Welt, und das sei das internationale System mit den Vereinten Nationen im Zentrum, das auf das V&ouml;lkerrecht basiere. Die grundlegenden Normen internationaler Beziehungen seien durch die UN-Charta vorgegeben, nicht durch &bdquo;angebliche Regeln, die von einer kleinen Anzahl von Staaten verfasst werden&ldquo; &ndash; ein offener Hinweis auf die Ambitionen der G7-Staaten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.rt.com\/international\/119062-peking-emport-ueber-g7-staaten\/\">RT DE<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Christian Reimann:<\/strong> Offensichtlich haben Repr&auml;sentanten Chinas das V&ouml;lkerrecht und seine Strukturen besser verstanden als die Entscheidungstr&auml;gerschaft der westlichen G7-Staaten.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>China: Besonders &uuml;ble Ausbeutung, repressiver Staat, Neokolonialismus, Uiguren, Hongkong<\/strong><br>\nIst damit alles gesagt? Versuch einer Versachlichung gegen die weitgehend geschlossene Meinungsfront im West, dass China ein besonders schlimmes System ist<br>\nChina ist indiskutabel, ein schlimmer Staat. Darin sind sich viele einig &ndash; auch Leute, die einiges am deutschen Staat zu kritisieren und politisch ansonsten eher wenig Schnittmengen haben. Linksliberale, Gewerkschaftler, Anarchisten, Gr&uuml;ne und Antifa-Gruppen &ndash; sie alle eint die Vorstellung, dass Chinas Kapitalismus extra-ausbeuterisch ist und der chinesische Staat besonders repressiv auftritt. Fallen dann noch die Stichworte &bdquo;Uiguren&ldquo; bzw. &bdquo;Hongkong&ldquo;, wei&szlig; jeder &ndash; auch auf Basis einer ziemlich d&uuml;rftigen Informationsgrundlage und ohne weitere Auseinandersetzung &ndash; Bescheid. Gegen diese ziemlich geschlossene Meinungsfront hier einige abweichende &Uuml;berlegungen.<br>\nChina als besonders ausbeuterischer Kapitalismus<br>\nNat&uuml;rlich werden in China Arbeiter_innen ausgebeutet &ndash; und zwar systematisch. Die regierende KP hat schlie&szlig;lich ab 1978 kapitalistisches Wirtschaften durchgesetzt &ndash; kopiert hat sie dieses Prinzip &uuml;brigens vom Westen, der in diesem Fall kein geistiges Eigentum verletzt sah!<br>\nChina ist damit sehr sp&auml;t in einen bereits fix und fertig organisierten Weltmarkt eingestiegen, den die erfolgreichen westlichen Staaten seit mehr als 150 Jahren durch die Ausbeutung ihrer Arbeiter_innen f&uuml;r das Wachstum ihrer Kapitale benutzt hatten (Auspl&uuml;nderung der Kolonien inbegriffen!). Um westliches Kapital anzulocken, musste der asiatische Neueinsteiger vor allem zu Beginn (solange China selbst noch kein attraktiver Markt darstellte) besondere Angebote machen: Billigkeit seiner Arbeitskr&auml;fte, lange Arbeitszeiten, schlechte Arbeitsbedingungen.<br>\nWer diese &bdquo;Extra-Ausbeutung&ldquo; kritisieren will, hat insofern zwei Adressen: 1. den chinesischen Staat, der seine Leute als Sonderangebot f&uuml;r westliche Unternehmen herrichtet und 2. die hiesigen Kapitale und Staaten, die das mit Kusshand wahrgenommen haben. Die letzteren haben sich dann &uuml;brigens mit Hinweis auf die von ihnen genutzten chinesischen Billigl&ouml;hne erpresserisch gegen das Lohnniveau und die sozialstaatlichen Standards in ihren westlichen Heimatl&auml;ndern gewandt und das Verh&auml;ltnis von Lohn und Leistung in ihrem Sinne erfolgreich gesenkt. Und im Jahr 2008 haben sich vor allem US-amerikanische Firmen gegen ein chinesisches Arbeitsgesetz gestellt, das allgemeine Arbeitsvertr&auml;ge und K&uuml;ndigungsschutz auch f&uuml;r die in Joint Ventures eingesetzten Wanderarbeiter vorsah.<br>\nAn all dem wird vor allem eines klar: Die Vorstellung von &bdquo;schlimmen&ldquo; und &bdquo;weniger schlimmen&ldquo; kapitalistischen Unternehmen oder Staaten f&uuml;hrt zu geistigen Irrwegen. Es ist vielmehr das eine und unteilbare Sachgesetz der kapitalistischen Konkurrenz, das bei den verschiedenen nationalen Standorten zu unterschiedlichen Konsequenzen f&uuml;hrt. Im Falle Chinas (wie &uuml;brigens durchg&auml;ngig in der sog. Dritten Welt, die darum konkurriert, Ziel westlicher Kapitalinvestitionen zu werden) sind Billigkeit und relative Rechtlosigkeit seiner Arbeiter entscheidende Pluspunkte f&uuml;r die Anlageentscheidungen westlicher Kapitale. Mit der bitteren Konsequenz, dass der weltweite Zugriff auf billige Arbeitskr&auml;fte die Lage der westlichen (Industrie)Arbeiter massiv verschlechtert: Entweder verlieren sie ihre Arbeitspl&auml;tze oder sie m&uuml;ssen Lohneinbu&szlig;en\/schlechtere Arbeitsbedingungen und Sozialstandards hinnehmen &ndash; diese Auswirkungen der &bdquo;Globalisierung&ldquo; genannten Expansion des Kapitals sind in den entsprechenden Sozialstatistiken gut abzulesen.<br>\nDie Kritik an China sollte also m.E. nicht lauten, dass es &ouml;konomisch etwas anderes (oder besonders &bdquo;Schlimmes&ldquo;) macht, sondern dass es dasselbe System eingef&uuml;hrt hat wie das, das hier bei uns herrscht! Die Kritik zielt auf das System, nicht auf das besondere Land China.<br>\n&Uuml;brigens: Wenn sich in diesem Kontext Staaten, die von diesem System seit 150 Jahren erfolgreich leben, und ihre bezahlten Journalisten, die nichts f&uuml;r Ver&auml;nderung &uuml;brig haben, geschweige denn f&uuml;r Revolutionen, als H&uuml;ter der Menschenrechte aufspielen und &bdquo;brutale Ausbeutung&ldquo; in China anprangern, dann sollten einige Alarmkn&ouml;pfe losgehen &hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.buchkomplizen.de\/blog\/auslandsbericht\/china-besonders-ueble-ausbeutung-repressiver-staat-neokolonialismus-uiguren-hongkong\/\">Buchkomplizen<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Gute Analyse, lesenswert.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Der d&auml;monisierte Nachbar<\/strong><br>\nWarum es h&ouml;chste Zeit ist, dass Deutsche das hierzulande herrschende Russlandbild &uuml;berarbeiten<br>\nEs n&auml;hert sich der 80. Jahrestag des &Uuml;berfalls auf die Sowjetunion. Kommen Sie gleich auf das Datum? Bedeutet es etwas f&uuml;r Sie? Dem Bundestagspr&auml;sidenten Wolfgang Sch&auml;uble ist es offenbar eher gleichg&uuml;ltig. Den Antrag der Linken, den 22. Juni im Plenum zu w&uuml;rdigen, b&uuml;gelte er ab: Man solle bei &bdquo;der bisherigen parlamentarischen &Uuml;bung einer ungeteilten Erinnerung an den gesamten Verlauf&ldquo; des Krieges bleiben!<br>\nDer Vernichtungsfeldzug gegen die UdSSR soll also ebenso wenig hervorgehoben werden wie deren besonderer Beitrag zum Sieg &uuml;ber das Naziregime. Diesen schreibt man in westdeutscher Tradition vor allem den Amerikanern zu, den Briten noch und &ndash; sogar &ndash; den Franzosen. Den &bdquo;eigenen&ldquo; Siegerm&auml;chten, denen man verbunden war im Kalten Krieg.<br>\n&Ouml;stlich der Front desselben war mit dem Versuch, eine gerechtere Gesellschaft aufzubauen, der Gedanke deutsch-sowjetischer Freundschaft verbunden. Das war nicht nur Staatsraison, sondern wurde f&uuml;r viele Herzenssache. Offenbar unvorstellbar im Westen, wo man nach 1945 vom Rassismus gegen die &bdquo;Untermenschen&ldquo; nahtlos in eine antikommunistische Opferrolle fand: gegens&auml;tzliche Erfahrungswelten, die bis heute bestehen, auch wenn eine davon gesiegt zu haben scheint.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-Freitag\/der-daemonisierte-nachbar\">der Freitag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Der Welt-Gendarm, die Gipfel-Pleite &ndash; und der Flop bei der Entwicklungshilfe<\/strong><br>\nDie Nato hat nach den Worten ihres Generalsekret&auml;rs &bdquo;weder die politische Ambition noch die Streitkr&auml;fte noch das Geld, um der Gendarm der Welt zu sein&ldquo;. Eine &bdquo;globale Nato als eine Art zweite Vereinte Nationen wird es niemals geben&ldquo;, sagte er wenige Tage vor dem Nato-Gipfel in Bukarest.<br>\nDas war 2008, der Generalsekret&auml;r hie&szlig; damals noch Jaap de Hoop Scheffer. Nur dreizehn Jahre sp&auml;ter ist die &ldquo;globale Nato&ldquo; dann doch noch Wirklichkeit geworden. Und Scheffers Nachfolger, Jens Stoltenberg, tut so, als sei es die normalste Sache der Welt.<br>\nDie Nato sei immer schon &ldquo;out of area&rdquo; aktiv gewesen, erkl&auml;rte der Norweger &ndash; und verwies auf den Balkan oder Afghanistan. Also k&ouml;nne man sich doch nun auch um China und den Indopazifik k&uuml;mmern. Oder um den Weltraum. Oder den Klimawandel.<br>\nVom Nordatlantik in den Indopazifik<br>\nDoch so einfach ist das nicht. Schlie&szlig;lich ist die Nato eine Nordatlantische Allianz, keine indopazifische. Und die 30 Nato-Staaten haben weder die Streikr&auml;fte noch das Geld, um China in Schach zu halten, da hat Scheffer Recht behalten. Nur die USA k&ouml;nnten das tun &ndash; sie allein haben die n&ouml;tige Power.<br>\nWarum lassen sich die EUrop&auml;er also auf diese Abweichung vom &ldquo;North Atlantic Treaty&rdquo; ein? Wie kann man &uuml;bersehen, dass Biden die Beistands-Verpflichtung nach Artikel 5 des Nato-Vertrags bekr&auml;ftigt, und gleichzeitig den Vertragsinhalt grundlegend ver&auml;ndert?<br>\n&ldquo;In meinem Atlas geh&ouml;rt China nicht zum Atlantikraum, aber vielleicht hat auch meine Karte ein Problem.&rdquo; [so] Frankreichs Pr&auml;sident Macron<br>\nWeder Kanzlerin Merkel noch Pr&auml;sident Macron k&ouml;nnen das erkl&auml;ren. Merkel redet von &ldquo;Dialog&rdquo; mit Peking &ndash; dabei ist der gerade wegen der EU-Sanktionen abgebrochen. Macron erkennt zwar immerhin, dass China nicht am Atlantik liegt &ndash; doch ein Nein kommt ihm nicht &uuml;ber die Lippen.<br>\nEuropa hat sich &uuml;ber den Tisch ziehen lassen<br>\n&Uuml;berzeugend ist das alles nicht. Die EUrop&auml;er haben sich von den USA &uuml;ber den Tisch ziehen lassen. Sie folgen der gef&auml;hrlichen Obsession f&uuml;r China, die schon die Politik von Donald Trump pr&auml;gte und lassen sich auf die schiefe Ebene der Blockbildung und Konfrontation f&uuml;hren.<br>\nDabei w&auml;re es im wohl verstandenen Interesse der EU, die Kooperation mit China fortzusetzen &ndash; f&uuml;r den Fall, dass nach Biden ein Trump II an die Macht kommt oder sonst etwas schief geht. Die EU sollte eine multipolare Weltordnung anstreben und sich von den USA emanzipieren, statt ihnen nachzulaufen.<br>\nUnd sie sollte die Nato &ndash; ein Relikt aus dem Kalten Krieg &ndash; &uuml;berfl&uuml;ssig machen, indem sie ein System kollektiver Sicherheit in Europa aufbaut. So war es Russland nach dem Ende des Kalten Kriegs versprochen worden, es war auch &lsquo;mal gute deutsche Politik.<br>\nDoch das ist ebenso vergessen wir die Worte von Nato-General Scheffer&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/lostineu.eu\/der-welt-gendarm-der-gipfel-flop-und-die-pleite-bei-der-entwicklungshilfe\/?utm_source=getresponse&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=Lost+in+EUrope+Update&amp;utm_content=Lost+in+EUrope+Update\">Lost in Europe<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Die Macht von &uuml;berm&auml;chtigen Konzernen beschneiden<\/strong><br>\nGro&szlig;e Unternehmen dominieren weite Teile der Wirtschaft wie den Digital- oder Finanzsektor. Dieser Trend versch&auml;rft sich, insbesondere durch die Digitalisierung. Gegen die zunehmende Monopolisierung der M&auml;rkte fordert LobbyControl mit 23 anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen jetzt ein entschiedenes Vorgehen. Die Konzentration von wirtschaftlicher und politischer Macht schadet der Demokratie, der Gesellschaft und der Wirtschaft. Der Bundestag und die EU-Institutionen m&uuml;ssen es den Kartellbeh&ouml;rden erm&ouml;glichen, zuk&uuml;nftig in schwerwiegenden F&auml;llen &uuml;berm&auml;chtige Konzerne zu entflechten, das hei&szlig;t aufzuspalten. Dies fordern wir mit dem Statement &bdquo;&Uuml;berm&auml;chtige Konzerne entflechten&ldquo;(pdf).<br>\nWenn wenige Konzerne M&auml;rkte kontrollieren, k&ouml;nnen sich diese einseitig &ouml;konomische Vorteile verschaffen, die Politik in ihrem Sinne beeinflussen und soziale und &ouml;kologische Kosten auf die Gesellschaft abw&auml;lzen. Die m&auml;chtigen Unternehmen k&ouml;nnen h&ouml;here Gewinne durchsetzen, indem sie auf der Abnahmeseite die Preise dr&uuml;cken, Marktzugangsbedingungen bestimmen und Gr&ouml;&szlig;envorteile ausnutzen. Da Unternehmens- und Aktienbesitz sehr ungleich verteilt ist, f&uuml;hrt Marktkonzentration so zu mehr Ungleichheit. (&hellip;)<br>\nDennoch wird die &uuml;berm&auml;&szlig;ige Marktmacht dominanter Konzerne von der Politik nicht angetastet. Die meisten Fusionen gro&szlig;er Unternehmen werden ohne strenge Auflagen genehmigt. Vermachtete Marktstrukturen mit wenigen Wettbewerbern aufzul&ouml;sen, ist bislang in der Wirtschaftspolitik und im Kartellrecht nicht vorgesehen. Politik und Beh&ouml;rden in Europa wollen nur den Missbrauch von Marktmacht zu Lasten anderer Unternehmen begrenzen. Doch diese Versuche gleichen einem nicht enden wollenden Katz-und-Maus-Spiel. Die EU-Kommission f&uuml;hrte zwar einzelne spektakul&auml;re Verfahren. Sie verh&auml;ngte hohe Strafen gegen Konzerne wie Google, weil sie ihre Marktmacht missbraucht hatten. Aber diese Verfahren sind langwierig und schwierig. Selbst wenn es Strafen gibt, f&uuml;hren diese nicht zu einer Aufl&ouml;sung der zugrundeliegenden Machtstellungen. Mit verhaltensorientierten Abhilfema&szlig;nahmen allein l&auml;sst sich das Problem nicht l&ouml;sen.<br>\nDeshalb brauchen wir weitere Instrumente. Die deutsche und europ&auml;ische Politik muss Entflechtung zu einem einsatzf&auml;higen Instrument der Kartell- und Regulierungsbeh&ouml;rden machen. Wenn eine gro&szlig;e strukturelle Abh&auml;ngigkeit von einem Konzern besteht und dieser derart marktm&auml;chtig ist, dass dies schwerwiegende Folgen f&uuml;r die Gesellschaft hat, muss eine solche Entmachtung ohne den Nachweis eines Missbrauchs m&ouml;glich sein (sogenannte missbrauchsunabh&auml;ngige Entflechtung). Entflechtungen k&ouml;nnen vermachtete Marktstrukturen aufbrechen und eine funktionierende Regulierung im Sinne des Gemeinwohls erleichtern. (&hellip;)<br>\nDeutschland und EU brauchen ein neues Entflechtungsinstrument<br>\nIn Deutschland und Europa fehlen aber die rechtlichen Voraussetzungen daf&uuml;r. Dabei gab es auch in Deutschland seit den 1960er Jahren immer wieder Forderungen nach einem Entflechtungsinstrument. Die Politik sollte sich in Deutschland und in der EU daf&uuml;r einsetzen, die Marktkonzentration zu beschr&auml;nken und die rechtlichen Grundlagen f&uuml;r eine missbrauchsunabh&auml;ngige Entflechtung zu schaffen.<br>\nWir m&uuml;ssen wieder st&auml;rker begreifen, dass die Konzentration &ouml;konomischer Macht auch eine Gefahr f&uuml;r die Demokratie ist. Es ist nicht nur eine &ouml;konomische Frage. Wir brauchen eine umfassende und offene Debatte dar&uuml;ber, wie &uuml;bergro&szlig;e Konzernmacht begrenzt und ihre negativen Auswirkungen einged&auml;mmt werden k&ouml;nnen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.lobbycontrol.de\/2021\/06\/die-macht-von-uebermaechtigen-konzernen-beschneiden\/\">LobbyControl<\/a>\n<p><strong>passend dazu: Amerika kn&ouml;pft sich seine Tech-Giganten vor<\/strong><br>\nEs ist ein gewaltiger Schuss vor den Bug der Tech-Giganten aus dem Silicon Valley: Das Abgeordnetenhaus im amerikanischen Kongress hat am Freitag gleich f&uuml;nf Gesetzentw&uuml;rfe vorgelegt, die darauf abzielen, die Macht von Unternehmen wie Google, Facebook, Amazon und Apple zu begrenzen. (&hellip;)<br>\nBemerkenswert ist, dass es f&uuml;r diese Initiativen zumindest ein St&uuml;ck weit &uuml;berparteiliche Unterst&uuml;tzung gibt. Alle f&uuml;nf Entw&uuml;rfe wurden von je einem Vertreter beider gro&szlig;er Parteien auf den Weg gebracht.<br>\nDavid Cicilline von den Demokraten, der den Kartellausschuss im Abgeordnetenhaus leitet, sagte: &bdquo;Unregulierte Tech-Konzerne haben im Moment zu viel Macht &uuml;ber unsere Wirtschaft.&ldquo; Ken Buck von den Republikanern sagte, Apple, Amazon, Facebook und Google sicherten sich auf wettbewerbswidrige Weise ihre Monopolpositionen. (&hellip;)<br>\nIm Herbst gaben die Demokraten einen fast 450 Seiten langen und scharf formulierten Abschlussbericht heraus. Darin hie&szlig; es, die vier Unternehmen seien heute &bdquo;die Art von Monopolen, die wir zuletzt in der &Auml;ra von &Ouml;lbaronen und Eisenbahn-Tycoons gesehen haben&ldquo;. Dieser Bericht d&uuml;rfte eine Art Leitfaden f&uuml;r die jetzt vorgestellten Gesetze gewesen sein.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/digitec\/amerika-knoepft-sich-seine-tech-giganten-vor-17386091.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2\">Frankfurter Allgemeine<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Versagende Sozialpolitik: Dichtung und Wahrheit im Armutsbericht<\/strong><br>\nWie schafft man es, unangenehme Wahrheiten verschwinden zu lassen? Indem man sie geschickt formuliert. Der Armutsbericht der Bundesregierung ist ein Musterbeispiel f&uuml;r diese Art Amtsprosa. Auch aus totalem Versagen in der Sozialpolitik lassen sich noch beeindruckende S&auml;tze drechseln. (&hellip;)<br>\nKleines Beispiel gef&auml;llig?<br>\n&ldquo;War im Jahr 1995 noch jede dritte arbeitslose Person der Lage &lsquo;Mitte&rsquo; zuzuordnen und nur jede siebte der Lage &lsquo;Armut&rsquo;, so ver&auml;nderten sich die Gr&ouml;&szlig;enordnungen bereits 2005 drastisch: Nunmehr war gut jede dritte arbeitslose Person in der Lage &lsquo;Armut&rsquo; anzufinden, w&auml;hrend nicht einmal mehr jede vierte der &lsquo;Mitte&rsquo; angeh&ouml;rte. Diese Tendenzen verst&auml;rkten sich mit dem allgemeinen R&uuml;ckgang der Arbeitslosigkeit bis zum Jahr 2015, so dass in diesem Jahr knapp zwei Drittel aller Arbeitslosen der Lage &lsquo;Armut&rsquo; angeh&ouml;rt haben und nahezu alle anderen den angrenzenden Lagen bis zur &lsquo;Mitte&rsquo;. Im Ergebnis l&auml;sst sich eine zunehmende Konzentration von Arbeitslosen in der Lage der &lsquo;Armut&rsquo; konstatieren.&rdquo;<br>\nUps. Wie ist das nur passiert? Erst ist ein Siebtel der Arbeitslosen arm, dann ein Drittel, und inzwischen zwei Drittel. Einfach so.<br>\nEs braucht nicht viel Hirnschmalz, um zu erkennen, dass da ein im Jahr 2005 eingef&uuml;hrtes Gesetz namens SGBII, besser bekannt als Hartz IV, eine Rolle gespielt hat. Ein Gesetz, das sich nicht selbst gemacht hat, sondern in einem Parlament namens Bundestag verabschiedet wurde. Die hier erw&auml;hnten Verschlechterungen sind eine Leistung der Politik, das war so gewollt. (&hellip;)<br>\n&Uuml;brigens, auch in diesem Armutsbericht sind die Alleinerziehenden so gut wie verschwunden. Das ist schon seit Jahrzehnten die gesellschaftliche Gruppe mit dem h&ouml;chsten Armutsrisiko; und da hat auch mehr Kinderbetreuung und ein h&ouml;herer Anteil der Alleinerziehenden, die arbeiten, nichts daran ge&auml;ndert.<br>\nWie viele arme wohnungslose Alleinerziehende die BRD hat, gibt der Bericht &uuml;brigens nicht her. Schon allein deshalb, weil an den meisten Orten eine wohnungslose Alleinerziehende sehr schnell eine alleinstehende Frau ist, weil die Kinder in die station&auml;re Jugendhilfe verschwinden. Das l&ouml;st nat&uuml;rlich gar nichts, aber wenigstens die Statistik ist aufger&auml;umt.<br>\nDas Grundproblem mit der Messung der Armut insbesondere in der BRD wird nat&uuml;rlich im Bericht auch nicht besprochen. Die Armutsgrenze orientiert sich immer am Median-, nicht am Durchschnittseinkommen. Das Medianeinkommen ist so definiert, dass genau je die H&auml;lfte der Einkommen dar&uuml;ber und darunter liegen.<br>\nWenn nun &uuml;ber einen langen Zeitraum hinweg nur ein geringer Teil des Wohlstandszuwachses &uuml;berhaupt bei den Lohnempf&auml;ngern landet, dann ver&auml;ndert sich auch der Median nicht. Das hei&szlig;t, obwohl die unterste Gruppe der Bev&ouml;lkerung im Verh&auml;ltnis zur obersten immer weniger hat, wird das nicht als Armut sichtbar.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/de.rt.com\/meinung\/118954-versagende-sozialpolitik-dichtung-und-wahrheit\/\">Dagmar Henn in RT DE<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>35 Jahre arbeiten und dann Hartz-IV-Rente? Sie verschweigen uns die Wahrheit, Herr Altmaier!<\/strong><br>\n&Ouml;sterreichs Rentner bekommen knapp 90 Prozent ihres letzten Nettoverdiensts, deutsche Rentner nur knapp 50 Prozent. Nach 35 Jahren Arbeit mit mittlerem Einkommen erwerben Deutsche zurzeit Rentenanspr&uuml;che auf Hartz-IV-Niveau. Warum? Deutschland hat keine &uuml;beralterte Gesellschaft, nein: In Deutschland verdienen Arbeiter immer weniger Geld. Dadurch flie&szlig;t auch immer weniger Geld in die Rentenkasse, Herr Altmaier.<br>\nDas war Peter Altmaier vermutlich gar nicht recht: Da zettelt sein Wissenschaftlicher Beirat doch keine drei Monate vor der Bundestagswahl eine Debatte &uuml;ber die Erh&ouml;hung des Rentenalters auf 68 Jahre an! Derart unpopul&auml;re Pl&auml;ne pr&auml;sentiert man dem B&uuml;rger bekanntlich lieber erst nach dem Urnengang. F&uuml;r den W&auml;hler hat die Forderung aus Altmaiers Ministerium immerhin den Vorteil, dass er wei&szlig;, was ihn erwartet, wenn Angela Merkels Erben auch nach dem September 2021, wahrscheinlich mit tatkr&auml;ftiger Unterst&uuml;tzung der Gr&uuml;nen, weitermachen k&ouml;nnen. Alternativlos, wie die vermeintlichen Experten es darstellen, ist die Rente ab 68 jedenfalls nicht.<br>\nJeder wei&szlig; es: Die Corona-Zeit war f&uuml;r die Staatsfinanzen keine gute. Zwar hat die Regierung bei Unterst&uuml;tzungsleistungen f&uuml;r Einzelh&auml;ndler, Gastwirte, Freiberufler und viele andere, die dringend Hilfe gebraucht h&auml;tten, eher geknausert, aber Mondpreise f&uuml;r Masken, Zahlungen f&uuml;r Intensivbetten, die nie geschaffen wurden, und &uuml;ppige Staatshilfen f&uuml;r Konzerne wie Daimler, die zum Dank jetzt die Dividende erh&ouml;hen, wollen finanziert sein. Von den immensen Steuerausf&auml;llen durch die langen Lockdowns ganz zu schweigen. Irgendeiner muss am Ende die Rechnung bezahlen, und die Rentendebatte deutet schon mal darauf hin, dass das wohl nicht die gut 119 Milliard&auml;re in Deutschland sein werden, deren Verm&ouml;gen an und mit der Corona-Politik der Bundesregierung um weitere 100 Milliarden Euro angewachsen ist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/weitergedacht\/weitergedacht-die-wagenknecht-kolumne-alt-und-arm-corona-half-den-milliardaeren-bluten-muessen-jetzt-die-rentner_id_13400503.html\">Sahra Wagenknecht auf Focus Online<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Miete: Fast die H&auml;lfte der Haushalte in deutschen Gro&szlig;st&auml;dten tragen eine prek&auml;r hohe Belastung &ndash; mehr als 1,5 Millionen leistbare und angemessene Wohnungen fehlen<\/strong><br>\n49,2 Prozent der rund 8,4 Millionen Haushalte, die in Deutschlands Gro&szlig;st&auml;dten zur Miete wohnen, m&uuml;ssen mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens ausgeben, um ihre Miete (bruttowarm) zu bezahlen. Das entspricht mehr als 4,1 Millionen Haushalten, in denen etwa 6,5 Millionen Menschen leben. Dabei sind eventuelle Sozialtransfers und Wohngeld bereits ber&uuml;cksichtigt. Bei Sozialwissenschaftlern wie bei Immobilienexperten gilt eine Mietbelastungsquote oberhalb von 30 Prozent des Haushaltseinkommens insbesondere bei Haushalten mit niedrigerem Einkommen als problematisch, weil dann nur noch relativ wenig Geld zur sonstigen Lebensf&uuml;hrung bleibt. Auch viele Vermieter ziehen hier eine Grenze, weil sie zweifeln, dass Mieter sich mit weniger Einkommen ihre Wohnung dauerhaft leisten k&ouml;nnen. Gut ein Viertel (25,9 Prozent) der Haushalte in den 77 deutschen Gro&szlig;st&auml;dten, das entspricht knapp 2,2 Millionen Haushalten mit knapp 3,1 Millionen Bewohnerinnen und Bewohnern, m&uuml;ssen sogar mindestens 40 Prozent ihres Einkommens f&uuml;r Warmmiete und Nebenkosten aufwenden, knapp 12 Prozent oder fast eine Million Haushalte gar mehr als die H&auml;lfte. Die mittlere Mietbelastungsquote (Medianwert) f&uuml;r alle Mieterhaushalte in Gro&szlig;st&auml;dten liegt bei 29,8 Prozent f&uuml;r die Bruttowarmmiete und damit knapp unter der &Uuml;berlastungsgrenze. Das ergibt eine neue, von der Hans-B&ouml;ckler-Stiftung gef&ouml;rderte Studie an der Humboldt-Universit&auml;t zu Berlin. Das Forschungsteam um den HU-Stadtsoziologen Dr. Andrej Holm hat daf&uuml;r die neuesten verf&uuml;gbaren Daten des Mikrozensus ausgewertet. Auf dieser Basis liefert die Untersuchung f&uuml;r 2018 auch detaillierte Zahlen f&uuml;r jede einzelne Gro&szlig;stadt in der Bundesrepublik.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.boeckler.de\/de\/pressemitteilungen-2675-33590.htm\">Hans B&ouml;ckler Stiftung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>3,8 Millionen B&uuml;rger zahlen den Spitzensteuersatz &ndash; der greift beim 1,4-fachen Durchschnittslohn<\/strong><br>\nInfolge der Pandemie haben deutlich weniger Steuerzahler den Spitzensteuersatz gezahlt. Dennoch wollen die Parteien den Satz von 42 Prozent sp&auml;ter greifen lassen als bisher.<br>\nDie Coronakrise hat die Schw&auml;chsten in der Gesellschaft besonders hart getroffen. Aber nicht nur sie. Auch Spitzenverdiener mussten teils erhebliche Einkommenseinbu&szlig;en verkraften. Dies untermauern neue Berechnungen des Bundesfinanzministeriums, die dem Handelsblatt vorliegen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/spitzensteuersatz-3-8-millionen-buerger-zahlen-den-spitzensteuersatz-der-greift-beim-1-4-fachen-durchschnittslohn\/27289564.html\">Handelsblatt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Es ist richtig und angemessen, die kalte Progression dadurch auszugleichen, dass man die Steuertarife (und auch den Spitzensteuersatz) &ldquo;nach rechts&rdquo; verschiebt, so dass er etwas sp&auml;ter greift. Aber interessant ist, wie wenige Menschen betroffen sind, vor allem gemessen an dem Bohei, den unsere Wirtschaftsparteien um die Besteuerung der angeblichen &ldquo;Leistungstr&auml;ger&rdquo; &ldquo;aus der Mitte der Gesellschaft&rdquo; machen: es sind gerade mal 6,3% aller Steuerzahler. Und da der Spitzensteuersatz laut Artikel erst bei 57.000 Euro greift, sind au&szlig;er ein paar Tausend Facharbeitern &ldquo;beim Daimler&rdquo; und in &auml;hnlichen Gro&szlig;betrieben eben gerade nicht &ldquo;die Facharbeiter&rdquo; betroffen. Ber&uuml;cksichtigt man noch, dass bei Verheirateten der Spitzensteuersatz erst ab 114.000 Euro f&auml;llig wird, bei Familien mit Kindern noch mal h&ouml;her, und dass Menschen mit z. B. 67.000 Euro j&auml;hrlich eine Senkung des Spitzensteuersatzes um 1 Prozentpunkt (f&uuml;r die letzten 10.000 Euro, also 100 Euro weniger Steuerzahlung im Jahr) kaum merken w&uuml;rden, machen die Wirtschaftsparteien (vor allem Union und FDP) mit Spitzensteuersatzsenkungen nur Klientelpolitik f&uuml;r die Bestverdiener mit &uuml;ber 100.000 Euro (Single) bzw. &uuml;ber 200.000 Euro (verheiratet). Diese 2 oder 3 Prozent der Bev&ouml;lkerung, denen es eh schon (finanziell) am besten geht, nennen sie dann &ldquo;die Mitte der Gesellschaft&rdquo; &ndash; die &ldquo;Mitte&rdquo;, die z. B. 500.000 Euro im Jahr bekommt und bei 1 Prozentpunkt weniger Spitzensteuersatz 5.000 Euro mehr beh&auml;lt, was den Staat, also &ldquo;alle anderen&rdquo;, 2 Milliarden Euro im Jahr kostet. Leider sind zu viele zu unaufmerksam, um den Betrug zu bemerken.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>UN-Charta-Patrioten: Ein neues Verst&auml;ndnis von Sicherheit<\/strong><br>\nEine Gr&uuml;n-Rot-Rosa-Koalition k&ouml;nnte sich in der Sicherheitspolitik auf V&ouml;lkerrechtspatriotismus einigen und so den Kernthemen ihrer W&auml;hlerschaft n&auml;herkommen.<br>\nDie Chancen auf einen Politikwechsel durch eine gr&uuml;n-rot-rote Koalition im Bund sind gering. Das Zerw&uuml;rfnis &uuml;ber die Frage von Kriegseins&auml;tzen scheint un&uuml;berwindbar, will man seine Grunds&auml;tze nicht aufgeben. Dem soll hier widersprochen werden. Der gemeinsame Nenner liegt auf der Hand: die UN-Charta. Sie erlaubt unter strengen Voraussetzungen milit&auml;rische Interventionen. Will die kleine Linke mit ihrer grunds&auml;tzlichen Ablehnung etwa moralischer sein als die gro&szlig;e Weltgemeinschaft?<br>\n&bdquo;Ich bin V&ouml;lkerrechtlerin&ldquo;, zitiert der Spiegel Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Schlie&szlig;lich hat sie ihren Master in V&ouml;lkerrecht an der London School of Economics gemacht. Bewaffnete Eins&auml;tze der Bundeswehr sind bei den Gr&uuml;nen als Ultima Ratio m&ouml;glich, wenn sie ein Mandat der Uno haben. Hat man denn in London nicht gelehrt, dass es seit Existenz der Uno noch keine einzige Milit&auml;rintervention gab, die ihrer Charta gerecht wurde? Weil diese sehr viel mehr voraussetzt als ein Mandat des Sicherheitsrates? Im &ouml;ffentlichen Bewusstsein ist solches Detailwissen tabuisiert.<br>\nNach den Schreckenserfahrungen des 2. Weltkrieges hielten es die V&ouml;lker f&uuml;r n&ouml;tig, sehr hohe H&uuml;rden aufzubauen, bevor je wieder milit&auml;rische Gewalt angewendet werden d&uuml;rfte. Damit von den nat&uuml;rlichen Ressourcen der Welt &bdquo;m&ouml;glichst wenig f&uuml;r R&uuml;stungszwecke abgezweigt wird&ldquo;, beauftragt Art. 26 den Sicherheitsrat, Pl&auml;ne f&uuml;r ein &bdquo;System der R&uuml;stungsregelung&ldquo; vorzulegen. Dies ist nie geschehen. M&auml;chtige Wirtschaftsinteressen haben es verhindert.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/politik-gesellschaft\/ein-neues-verstaendnis-von-sicherheit-li.165042\">Daniela Dahn in der Berliner Zeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Einspruch abgelehnt<\/strong><br>\nDie Gr&uuml;nen haben ihr Wahlprogramm festgelegt. Der Parteitag war eine Machtdemonstration der b&uuml;rgerlichen Parteispitze.<br>\n(&hellip;) Die Basis hatte &uuml;ber 3.000 &Auml;nderungsantr&auml;ge an dem vom Parteivorstand erarbeiteten Wahlprogrammentwurf eingereicht. Viele davon sollten dem Programm eine sozialere und &ouml;kologischere Ausrichtung geben. In nahezu allen Abstimmungen setzte sich am Ende der Parteivorstand durch.<br>\nInsbesondere f&uuml;r die Gr&uuml;ne Jugend, aber auch f&uuml;r weitere linke Kr&auml;fte in der Partei ist das eine herbe Niederlage. Soziale Forderungen nach der Vergesellschaftung gro&szlig;er Immobilienkonzerne, einem h&ouml;heren Spitzen- und Verm&ouml;genssteuersatz, einem h&ouml;heren Mindestlohn, einer kommunalen Job-Garantie, aber auch klimapolitische Forderungen nach einem h&ouml;heren CO2-Preis, einem Tempolimit auf Landstra&szlig;en und einem fr&uuml;heren Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor wurden von der ersten Riege der Parteiprominenz abgelehnt&hellip;<br>\nDie Geschlossenheit, mit der die Parteispitze gegen die linken Forderungen argumentierte, belegen, was schon der Programmentwurf erahnen lie&szlig;: Das bevorzugte Regierungsb&uuml;ndnis der Gr&uuml;nen ist nicht links, sondern rechts der Mitte zu verorten.<br>\nDie Parteispitze war auf dem Parteitag nicht um eine inhaltliche Ausgewogenheit zwischen den verschiedenen Str&ouml;mungen innerhalb der Partei bem&uuml;ht, sondern um die maximale Offenhaltung aller Koalitionsoptionen. Eine klare strategische Ausrichtung auf Gr&uuml;n-Rot-Rot mit ambitioniertem sozial- und klimapolitischem Fokus ist im Wahlprogramm nicht zu erkennen&hellip;<br>\n(&hellip;) F&uuml;r sch&ouml;ne Fotos und unverbindliche Forderungen sonnt sich die Partei gerne in der Aufmerksamkeit au&szlig;erparlamentarischer politischer Kr&auml;fte. Wenn es allerdings darum geht, die berechtigten Forderungen der Bewegungen konkret in das Wahlprogramm zu integrieren, ist bei den Gr&uuml;nen die Sorge ums Klima weniger gro&szlig; als die Angst vor dem Verlust b&uuml;rgerlicher W&auml;hlerstimmen&hellip;<br>\nDenn auch wenn in F&uuml;hrungsfragen Einigkeit herrscht und das Programm letztendlich mit der Zustimmung einer gro&szlig;en Mehrheit beschlossen wurde, sollte nicht &uuml;bersehen werden, dass es keine einzige der Kernforderungen der linken Kr&auml;fte in das Wahlprogramm geschafft hat. Dieses Programm ist kein Kompromiss, sondern ein Manifest des Vorstandes. Die Gr&uuml;ne Jugend und die ansonsten von der Partei hofierten politischen Bewegungen sind die gro&szlig;en Verlierer des Parteitags. Das Versprechen progressive Forderungen von der Stra&szlig;e in die Parlamente zu tragen, wurde in keiner Weise eingel&ouml;st&hellip;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/einspruch-abgelehnt-parteitag-die-gruenen-baerbock-habeck-gruene-jugend-wahlprogramm-schwarz-gruen\/\">Jacobin<\/a>\n<p><strong>dazu: Kumpel Kaeser nennt es &bdquo;Inclusive Capitalism&ldquo;<\/strong><br>\nWahlkampf Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft macht Stimmung gegen Annalena Baerbock. Nach dem Parteitag fragt man sich: Warum eigentlich? Kapital und Gr&uuml;ne &ndash; das passt<br>\n(&hellip;) Dabei m&uuml;ssen sich weite Teile der Wirtschaft vor den Gr&uuml;nen alles andere als f&uuml;rchten. Das bewies die Partei eindrucksvoll beim Parteitag, auf dem das Wahlprogramm beschlossen wurde. Pragmatisch, konstruktiv, auf Augenh&ouml;he mit den Chefetagen schmetterten Zwei-Drittel der Delegierten einen Antrag ab, der die Anhebung der Hartz-IV-Bez&uuml;ge um 200 Euro vorsah. Die Abschaffung der Schuldenbremse ist ebenso durchgefallen, wie es mit Gr&uuml;nen keine Vergesellschaftung von Immobilienkonzernen geben soll. Auch ein Antrag, den Spitzensteuersatz auf 53 Prozent zu erh&ouml;hen, scheiterte &ndash; der Parteitag beschloss eine &bdquo;moderate&ldquo; Anhebung auf 48 Prozent. Durchatmen bei den Reichen. Auch die Autoindustrie hatte Grund zur Freude: Autos mit Verbrennungsmotor erst ab 2030 nicht mehr zugelassen werden d&uuml;rfen &ndash; und nicht schon ab 2025. Und die R&uuml;stungsindustrie freut es zu h&ouml;ren, dass die Gr&uuml;nen den Einsatz von Kampfdrohnen nicht kategorisch ausschlie&szlig;en.<br>\nEine Gastrede hielt Ex-Siemens-Chef Joe Kaeser. Der neue Aufsichtsratsvorsitzende von Siemens Energy, der sich selbst als &bdquo;Believer in Inclusive Capitalism&ldquo; bezeichnet, warb beim Parteitag eindringlich f&uuml;r eine sozial-&ouml;kologische Marktwirtschaft &ndash; in Abgrenzung zum Sozialismus. Den Gr&uuml;nen redete er ins Gewissen, die gro&szlig;e Chance nicht zu vergeben, von der Abteilungsleitung Umwelt in den Vorstand Deutschland aufzusteigen.<br>\nVorschusslorbeeren aus der Kapitalfraktion<br>\nAuch die Privatbanken haben l&auml;ngst keine Angst mehr vor Baerbock und Co.: Der Bundesverband deutscher Banken lobte Anfang Mai im Handelsblatt: Die Gr&uuml;nen h&auml;tten vielleicht als erste Partei verstanden, dass der Umbau zu einer nachhaltigen Wirtschaft nur mit der Unterst&uuml;tzung der Banken und der Kapitalm&auml;rkte zu schaffen sei&hellip;<br>\nBei so viel Vorschusslorbeeren wichtiger Kapitalfraktionen wundert es nicht, dass die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverb&auml;nde (BDA) die INSM-Kampagne kritisiert hat. &bdquo;Pers&ouml;nliche Herabsetzungen und eine misslingende Verwendung christlicher Symbolik sind kein angemessener Umgang im notwendigen Wettstreit um politische Inhalte.&ldquo; Dies sei nicht der Stil der BDA.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/kumpel-kaeser-nennt-es-inclusive-capitalism\">Der Freitag<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Eine einzige Pandemie-Farce<\/strong><br>\nEin Turnier in elf St&auml;dten, elf L&auml;ndern und mit 68.000 Fans im Stadion von Budapest &ndash; die Fakten lassen nicht wenige fremdeln mit dieser Fu&szlig;ball-EM. Sie ist in diesem Format in Corona-Zeiten die falsche Entscheidung und der letzte Beweis daf&uuml;r, dass der Fu&szlig;ball eine absolute Sonderrolle hat.<br>\nAllein die Fakten lassen nicht wenige fremdeln mit dieser EM. Ein Turnier in elf St&auml;dten, in elf L&auml;ndern, viele Reisen quer &uuml;ber den Kontinent und sogar dar&uuml;ber hinaus. 68.000 Fans im voll besetzten Stadion von Budapest. Und das alles in diesen Zeiten.<br>\n&hellip; Diese EM dient, welch &Uuml;berraschung, vor allem dazu, Sponsoren- und Fernsehgelder zu generieren, den Umsatz auf die n&auml;chste Stufe zu heben. &hellip;<br>\nSonderrechte f&uuml;r den Fu&szlig;ball<br>\nDie UEFA braucht das Turnier zum finanziellen &Uuml;berleben. So l&auml;sst sich auch verstehen, warum die Ausrichterst&auml;dte Bilbao und Dublin kurzerhand aussortiert wurden, als diese die eingeforderten Garantien nicht abgeben wollten, in jedem Fall Fans in die Stadien zu lassen.<br>\nAber das kann sich eben nur der Fu&szlig;ball erlauben: Sonderrechte verlangen in der Pandemie. Da wird es schon fast zur Randnotiz, dass das Bundeskabinett allen Turnier-Akkreditierten die sonst &uuml;bliche Quarant&auml;nepflicht erlassen hat, selbst wenn jemand aus einem Virusvariantengebiet einreist.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/fussball-europameisterschaft-eine-einzige-pandemie-farce.720.de.html?dram:article_id=498707\">Deutschlandfunk<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Jens Berger:<\/strong> Eine Farce ist vor allem die Berichterstattung und damit verbunden auch ein gro&szlig;er Teil der Reaktionen. Es wird n&auml;mlich gerne unterschlagen, dass Ungarn nur geimpfte oder nachweislich genesene Fans ins Stadion <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/sport\/2021-06\/fussballstadion-em-ungarn-portugal-budapest-fans#:~:text=Die%20ungarischen%20Fans%20d%C3%BCrfen%20nur,eine%20Corona%2DErkrankung%20%C3%BCberstanden%20haben.&amp;text=Auch%20die%20700%20portugiesischen%20Fans,einen%20negativen%20Corona%2DTest%20vorweisen\">gelassen hat<\/a>. Die &bdquo;Alarmisten-Fraktion&ldquo;, die nun Zeter und Mordio schreit, glaubt offenbar nicht an das Konzept von Impfungen und erweist sich einmal mehr &ndash; um in ihren Worten zu sprechen &ndash; als &bdquo;Impfskeptiker&ldquo;. Auf der anderen Seite wurde das volle Stadion in Budapest gestern in den sozialen Netzwerken von denen freudig als R&uuml;ckkehr in die Normalit&auml;t gefeiert, die langl&auml;ufig als &bdquo;Querdenker&ldquo; bezeichnet werden. Gerade die m&uuml;ssten aber eigentlich Zeter und Mordio schreien, da die Zugangsbeschr&auml;nkung f&uuml;r Geimpfte und Genesene genau die &bdquo;indirekte Impfpflicht&ldquo; ist, vor der sie immer &ndash; und dies ja nicht zu Unrecht &ndash; warnen.<\/em><\/p>\n<p><strong>dazu: Das verdammte Olympia wird doch stattfinden<\/strong><br>\nJapan braucht bestimmt keine Olympischen Spiele. Trotzdem marschiert die Olympische Armee weiter und verdient gewaltige Summen, w&auml;hrend viele L&auml;nder kurz vor dem Bankrott stehen. Die Spiele sind vor allem ein gigantisches Gesch&auml;ft f&uuml;r das IOC, Sponsoren, Bauunternehmer &ndash; und manchmal f&uuml;r korrupte Politiker.<br>\nSie war die erste japanische Judo-Weltmeisterin und hat bei den Olympischen Spielen 1988 eine Bronzemedaille gewonnen: Kaori Yamaguchi. Heute ist sie Mitglied des japanischen olympischen Komitees und erkl&auml;rte k&uuml;rzlich etwas sehr Ungew&ouml;hnliches &ndash; zumindest f&uuml;r ein Vorstandsmitglied des japanischen Olympischen Komitees. Sie schrieb in einem Kommentar, Japan sei dazu gedr&auml;ngt worden, die diesj&auml;hrigen Spiele w&auml;hrend einer Pandemie abzuhalten: &ldquo;Wozu gibt es diese Olympischen Spiele und f&uuml;r wen? Die Spiele haben ihre Bedeutung schon verloren und werden nur um ihrer selbst willen abgehalten. Ich glaube, wir haben die Gelegenheit zur Absage verpasst (&hellip;) Wir sind in eine Situation gedr&auml;ngt worden, in der wir nicht einmal mehr aufh&ouml;ren k&ouml;nnen. Wir sind verdammt, wenn wir es tun, und verdammt, wenn wir es nicht tun.&rdquo;<br>\nFinden die Spiele nur f&uuml;r japanische Politiker zur Imagepflege statt?<br>\nYamaguchi ist nicht die Einzige, die so denkt. Ein f&uuml;hrender japanischer Mediziner warnte: Wenn die Spiele wie geplant stattf&auml;nden, werde zu neuen Corona-Infektionen f&uuml;hren und sei &bdquo;nicht normal&ldquo;. &Uuml;ber 80 Prozent der Japanerinnen und Japaner wollen, dass die Spiele entweder verschoben oder abgesagt werden. Die zweitgr&ouml;&szlig;te Zeitung des Landes, Asahi Shimbun, ist zwar offizielle Sponsorin der Spiele, hat aber dennoch die Regierung dringend aufgefordert, das Vorhaben aufzugeben. Wenn die Spiele tats&auml;chlich stattfinden, was &auml;u&szlig;erst wahrscheinlich ist, werden die Wettk&auml;mpfe in zum gr&ouml;&szlig;ten Teil leeren Stadien stattfinden, die zu hohen Kosten gebaut wurden.<br>\nYamaguchis Frage ist mithin mehr als berechtigt: F&uuml;r wen werden die Olympischen Spiele veranstaltet?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/gegenblende.dgb.de\/artikel\/++co++463661ca-cce8-11eb-8ecc-001a4a160123\">Gegenblende<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> Ein an sich lesenswerter Beitrag, der niederl&auml;ndische Autor kommt aber leider nicht ohne einen undifferenzierten Seitenhieb auf Nordkorea und &bdquo;Wladimir Putins Winterspiele von 2014&ldquo; aus. Schade eigentlich. &bdquo;Diese Treffen marschierender, Flaggen schwingender, uniformierter Athleten ist ein Anachronismus aus dem 19. Jahrhundert.&ldquo; Ja, das stimmt. Aber das lieben auch die westlichen L&auml;nder, die die Athleten als K&auml;mpfer f&uuml;r ihr Land und sein System sehen und sie ins olympische Rennen um Medaillen f&uuml;r &bdquo;ihr Land&ldquo; schicken. Der Geist, der dahintersteckt, ist derselbe, ob Russland, China oder die USA oder die BRD. Und die USA sind mit Sicherheit kein Vorbild f&uuml;r Frieden und Freiheit und auch ihre westlichen Anbeter und Gefolgsleute nicht. Woher also wieder die moralische &Uuml;berheblichkeit?<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Das Menschenbild in der Politik und die unertr&auml;gliche Zweiklassengesellschaft<\/strong><br>\nSaskia Esken warf Medienberichten zufolge dem Gesundheitsminister Jens Spahn eine beispiellose Verachtung f&uuml;r Teile der Gesellschaft vor und sein Menschenbild passe nicht in die aktuelle Regierung. Ursula Mathern wendet sich in einem offenen Brief an die SPD-Parteichefin, stimmt ihrer Aussage zu, hinterfragt aber das Menschenbild, das hinter der SPD-Politik steht in der Zeit, als die Partei den Kanzler stellte und in den 12 Jahren als sie als Juniorpartner in der Regierung war. (&hellip;)<br>\nMedienberichten zufolge warfen Sie Jens Spahn vorgestern eine &bdquo;beispiellose Verachtung&ldquo; f&uuml;r Teile der Gesellschaft vor, weil er in der Pandemie in Deutschland nicht zertifizierte Masken an Obdachlose und Grundsicherungsempf&auml;nger und in Einrichtungen mit Menschen mit Behinderung verteilen lassen wollte. &bdquo;Wer Menschen in dieser Gesellschaft in zwei Klassen einteilt, diejenigen, die ein Anrecht haben auf korrekte Masken und welche, die auch mit nicht ganz zu 100 Prozent wirksamen Masken abgespeist werden, der hat ein Menschenbild, das passt nicht in diese Regierung. Wenn das einer unseren Minister, eine unserer Ministerinnen w&auml;re, wir w&uuml;ssten was zu tun ist. Ich appelliere an Armin Laschet, diese Frage zu bedenken&ldquo;, werden Sie in der FR zitiert.<br>\nIch stimme Ihnen zu und begr&uuml;&szlig;e es sehr, dass Sie die Frage des Menschenbildes ins Spiel bringen. Allerdings muss sich auch die SPD diesbez&uuml;glich deutliche Fragen gefallen lassen.<br>\nWelches Menschenbild steht hinter Hartz IV und der Agenda 2010? Seit der Einf&uuml;hrung durch die damalige rot-gr&uuml;ne Regierung am 01.01.2005 werden Menschen durch dieses System &bdquo;unten gehalten&ldquo;, abgespeist mit einem Betrag, der gerade mal beim Existenzminimum liegt, mit unsinnigen Jobcenter-Ma&szlig;nahmen verfolgt, mit Sanktionen bedroht, mit Diffamierungskampagnen von Politik und Medien der allgemeinen Verachtung preisgegeben. Was ist sp&auml;testens seit der Schr&ouml;der\/Fischer-Regierung aus der einst geachteten Arbeiterpartei SPD geworden? Nat&uuml;rlich gilt das nicht minder auch f&uuml;r die GR&Uuml;NEN.<br>\nWelches Menschenbild steht hinter all den Auslandseins&auml;tzen der Bundeswehr, mit denen genau diese rot-gr&uuml;ne Regierung unter Verwendung faustdicker L&uuml;gen in Jugoslawien den Anfang machte?<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2021\/06\/das-menschenbild-in-der-politik-und-die-unertraegliche-zweiklassengesellschaft\/\">pressenza<\/a>\n<p><strong>dazu: &ldquo;Man kann nicht ganz Deutschland mit Eigenheimen zubauen&rdquo;<\/strong><br>\nViele Menschen f&uuml;hlen sich nicht frei genug, um auf Konsum zugunsten von Freizeit zu verzichten, sagt der &Ouml;konom Till van Treeck. Muss man Freiheit neu definieren?<br>\nZEIT ONLINE: Dass zu viele SUV schlecht f&uuml;r die Umwelt sind, ist klar. Aber warum sind sie auch noch schlecht f&uuml;r den sozialen Frieden? Lange Jahre wurde von vielen &Ouml;konomen &ndash; und das waren tats&auml;chlich fast ausschlie&szlig;lich M&auml;nner &ndash; das Gegenteil behauptet. Deren Erz&auml;hlung ging in etwa so: Jeder Mensch hat die Freiheit, sich anzustrengen, Geld zu verdienen und dann das auch auszugeben, auch f&uuml;r nutzlos sch&ouml;ne Dinge. Der Tellerw&auml;scher kann zum Million&auml;r werden. Und das wiederum ist nicht sch&auml;dlich, sondern spornt all die anderen eher an, sich auch mehr anzustrengen. So etwas macht eine Gesellschaft dynamisch und innovativ.<br>\nVan Treeck: Das ist eine sehr verk&uuml;rzte Sichtweise, denn viele &Ouml;konom*innen tun sich nach wie vor schwer, &uuml;ber die Statusdimension des Konsumverhaltens, &uuml;ber sogenannte positionale Externalit&auml;ten, nachzudenken. Andere Wissenschaften wie die Soziologie sind da weiter. Das ist ein Problem, weil damit auch die Folgen ignoriert werden, und die sind drastisch. Denn in ungleichen Gesellschaften passiert Folgendes: Wenn das Einkommen reicher Menschen schneller w&auml;chst, k&ouml;nnen sie sich auch vergleichsweise mehr kaufen. W&auml;hrend einkommensschw&auml;chere Menschen dadurch relativ zur&uuml;ckfallen, signalisieren Reiche noch deutlicher ihren sozialen Status. Und es steigen zus&auml;tzlich noch ihre Aussichten auf k&uuml;nftigen &ouml;konomischen Erfolg.<br>\nZEIT ONLINE: Wieso?<br>\nVan Treeck: Gerade in besonders &ldquo;freiheitsliebenden&rdquo; L&auml;ndern wie den USA muss gute Bildung, eine gute Gesundheitsversorgung, gutes Wohnen auf privaten M&auml;rkten teuer bezahlt werden: Schon die Wahl des Kindergartens oder der Privatschule f&uuml;rs Kind ist Teil des Statuskonsums und erm&ouml;glicht dem Kind zugleich einen viel besseren Einstieg ins Berufsleben. Wenn die Ungleichheit steigt und die Reichen immer mehr f&uuml;r solche G&uuml;ter ausgeben, k&ouml;nnen die Nicht-Reichen das entweder hinnehmen und damit auch ihren sozialen und wirtschaftlichen Abstieg zulassen. Oder sie versuchen, den Reichen nachzueifern, verzichten auf Ersparnisse und Freizeit und arbeiten viel, um bei den gestiegenen Konsumnormen wenigsten ein bisschen mitzuhalten.<br>\nZEIT ONLINE: Und was hat das nun mit der Klimakrise zu tun?<br>\nVan Treeck: Bei hoher Einkommensungleichheit gibt es am oberen Ende der Verteilung starke Anreize, sehr viel zu arbeiten, um Karriere zu machen und dadurch weiter zu den Spitzenverdienern zu geh&ouml;ren. Mit diesen Spitzeneinkommen ist ein besonders hoher sozialer Status verbunden, aber eben tendenziell auch ein Konsumstil, der allein aus &ouml;kologischen Gr&uuml;nden nicht verallgemeinerbar ist. Wenn die Mittelschicht ebenfalls viel arbeitet, um mit den Konsumnormen der Reichen mitzuhalten, wird immer mehr produziert, also steigen die CO2-Emissionen. Man k&ouml;nnte auch sagen: Da entsteht ein Arbeits- und Wachstumszwang, weil viele Menschen sich nicht frei genug f&uuml;hlen, auf Konsum zugunsten von Freizeit zu verzichten. Weil sie mithalten wollen und mithalten m&uuml;ssen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/wirtschaft\/2021-06\/freiheit-klimaschutz-ungleichheit-gesellschaft-klimakrise-oekonomie-till-van-treeck\/\">Zeit Online<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung JK:<\/strong> Ein interessantes Interview, dass die Erkenntnis bringt, dass eine Gesellschaft mit wenig sozialer Ungleichheit auch hinsichtlich des Klima- und Umweltschutzes besser abschneiden w&uuml;rde und das sich auch einmal die gr&uuml;nen Besserverdiener durchlesen sollten.<\/em><\/p><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende pr&auml;sentieren wir Ihnen einen &Uuml;berblick &uuml;ber die lesenswertesten Beitr&auml;ge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages f&uuml;r Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werkt&auml;gliche Auswahl der <a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?cat=19\">Hinweise des Tages<\/a> anzuschauen. 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