{"id":73502,"date":"2021-06-18T14:59:09","date_gmt":"2021-06-18T12:59:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73502"},"modified":"2021-06-18T16:35:28","modified_gmt":"2021-06-18T14:35:28","slug":"fortsetzung-curevac-leserbriefe-und-eine-debatte-zur-frage-sind-die-unternehmer-qualifizierter-als-der-staat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73502","title":{"rendered":"Fortsetzung CureVac, Leserbriefe und eine Debatte zur Frage: Sind die \u201eUnternehmer\u201c qualifizierter als der \u201eStaat\u201c?"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73450\">Mein Beitrag<\/a> &uuml;ber die schnelle Unterst&uuml;tzung f&uuml;r das T&uuml;binger Unternehmen im M&auml;rz 2020 und den vorbehaltlosen Einstieg mit 300 Millionen &ndash; ich wiederhole: 300! Millionen &ndash; durch Kretschmann und Altmaier hat gegens&auml;tzliche Reaktionen unter unseren Leserinnen und Lesern ausgel&ouml;st. Schon auf unserer Facebook-Seite gab man mir zu verstehen, dass die Zahlung von 300 Millionen doch kein Problem sei. Ein Leser, Steffen P&ouml;hlmann, hat die Entscheidung der Bundesregierung, diesen Betrag zu investieren und gleichzeitig ausdr&uuml;cklich auf den Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen zu verzichten, verteidigt. &bdquo;Die Verneinung des Anspruchs auf ein Mitspracherecht bei der Unternehmenspolitik&ldquo; werde &bdquo;damit begr&uuml;ndet, dass der Staat nicht unbedingt der bessere Unternehmer ist&ldquo;. Ich habe Zweifel angemeldet und &ndash; weil das eine wichtige Frage ist &ndash; heute mehrere Mails mit Herrn P&ouml;hlmann ausgetauscht. Sie finden diese Debatte in Teil B. In A sind 3 andere Leserbriefe wiedergegeben. <strong>Albrecht M&uuml;ller<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\n<strong>Teil A. Leserbriefe<\/strong><\/p><p><strong>1. Leserbrief <\/strong><\/p><p>Hallo Nachdenkseiten,<\/p><p>ein wichtiger Geldgeber ist nicht bekannt!<br>\n&ldquo;Deutscher Bundestag Drucksache 18\/10443<br>\n18. Wahlperiode 25.11.2016<\/p><p>Abgeordnete Heike H&auml;nsel(DIE LINKE.)<br>\nIst der Bundesregierung bekannt, dass das US-Verteidigungsministerium &uuml;ber seine Beh&ouml;rde Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) in das T&uuml;binger Biotech-Unternehmen CureVac GmbH 33,1 Mio. US-Dollar investiert hat (<a href=\"http:\/\/www.curevac.com\/de\/news\/curevac-unterzeichnet-exklusiven-lizenzvertrag-mit-sanofi-pasteur\/\">www.curevac.com\/de\/news\/curevac-unterzeichnet-exklusiven-lizenzvertrag-mit-sanofi-pasteur\/<\/a>), und wenn ja, f&uuml;r welchen Forschungszweck und f&uuml;r welchen konkreten Nutzen f&uuml;r das US-Verteidigungsministerium erfolgte dies?<\/p><p>Antwort des Staatssekret&auml;rs Matthias Machnig vom 22. November 2016<\/p><p>Der Bundesregierung liegen zu diesem Sachverhalt &uuml;ber den zitierten Internetbeitrag hinaus keine eigenen Erkenntnisse vor.&rdquo;<\/p><p>Wie immer keine Antwort &ndash; die Antwort gibt es hier!:<\/p><p>&ldquo;Im Jahr 2012, ungef&auml;hr zu der Zeit, als Geall und seine Kollegen den ersten LNP-verkapselten RNA-Impfstoff beschrieben, begann die US Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) damit, Gruppen bei Novartis, Pfizer, AstraZeneca, Sanofi Pasteur und anderswo zu finanzieren, um an RNA- kodierte Impfstoffe und Therapeutika. Keine der gro&szlig;en Firmen hielt jedoch an der Technologie fest. &bdquo;Sie waren zur&uuml;ckhaltend, jedes Risiko mit einem neuen Zulassungsweg f&uuml;r Impfstoffe einzugehen, obwohl die Daten gut aussahen&ldquo;, sagt Dan Wattendorf, ein ehemaliger Programmmanager bei DARPA.1<\/p><p>Aber zwei kleinere Firmen mit Verbindungen zum DARPA-Programm arbeiteten weiter an der Technologie. Eines davon war CureVac in T&uuml;bingen, Deutschland, das 2013 mit der Erprobung eines Tollwutimpfstoffs am Menschen begann 5 . CureVac hat auch einen COVID-19-Impfstoff in der Sp&auml;tphase der Tests.<\/p><p>Der andere war Moderna, die auf der Arbeit gebaut von DARPA finanziert schlie&szlig;lich Ende 2015 eine RNA-basierte Impfstoff f&uuml;r einen neuen Stamm der Vogelgrippe in die klinische Pr&uuml;fung bringen es stark genug , um Immunreaktionen ausgel&ouml;st&hellip;.&rdquo;<\/p><p><a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/d41586-021-00019-w\">nature.com\/articles\/d41586-021-00019-w<\/a><\/p><p>Gruss<br>\nManfred G&uuml;nzl<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>2. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Lieber Albrecht M&uuml;ller, liebes Team der NDS,<\/p><p>bei dem im Betreff genannten Artikel bin ich der Meinung, dass Sie die falschen Fragen stellen.<\/p><p>CureVac ist der erste und einzige Impfstoff, der auch und vor allem an den Mutationen getestet wird. <\/p><p>Die Frage m&uuml;sste also lauten, welche Wirksamkeit haben eigentlich die bisher zugelassenen Impfstoffe bei den Mutationen?<\/p><p>Die vorl&auml;ufigen Zulassungen basieren m. W. nach auf den Studien zur &bdquo;Wildform&ldquo;. Aber gibt es auch wissenschaftliche Studien\/Nachweise, dass sie tats&auml;chlich gegen die Mutationen wirksam sind?<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e und vielen Dank f&uuml;r Ihre wertvolle Arbeit!<br>\nAndreas Hennig<br>\n&nbsp;<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>3. Leserbrief<\/strong><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>ich kann Ihre Kritik an der Unterst&uuml;tzung durch Kretschmann und Altmeier sowie der bundesstaatlichen Subventionierung von <strong>CureVac<\/strong> nicht uneingeschr&auml;nkt teilen, es sei denn, die Bundesregierung h&auml;tte sich nicht ebenfalls bei <strong>BioNTech<\/strong> beteiligt. Denn ebenso wie der Multimilliard&auml;r Bill Gates h&auml;tte dadurch auch die BRD-Bundeskasse zumindest an BioNTech bereits Milliarden verdient!<\/p><p>Wichtiger als der Erfolg oder Misserfolg von staatlichen Investitionen ist, besonders in diesem konkreten Fall allerdings der Erfolg oder der langfristige Schaden, den die Volksgesundheit durch die f&uuml;r die Entwickler risikolose Anwendung ihrer Arzneien nimmt. Und hierzu wachsen bei aufmerksamen und open minded &nbsp;Beobachtern die Zweifel bereits jetzt, nachdem nicht nur besonders Alte geimpfte Menschen &ndash; mit oder ohne Vorerkrankungen &ndash; kurz nach der Impfung versterben, sondern sogar top-trainierte junge kurz zuvor geimpfte Sportler wie vom Schlag getroffen auf dem Fussballfeld zusammenbrechen.<\/p><p>Leider fehlt noch immer ein mehrere Jahre umfassender statistisch&ldquo; sauberer&ldquo; Vergleich der Anzahl der 2020 &nbsp;Verstorbenen unter Ber&uuml;cksichtigung der Alters- sowie der Bev&ouml;lkerungsentwicklung mit zumindest 4 Vorjahren. Denn nur ein auf unwiderlegbaren Fakten basierender Vergleich der Anzahl Verstorbener, m&ouml;glichst nach Altergruppen getrennt sowie insgesamt, &nbsp;h&auml;tte unwiderlegbare Aussagekraft, w&auml;hrend der wesentlich interessantere mehrj&auml;hrige Vergleich der Todes-<strong>Ursachen<\/strong> nicht zuletzt deshalb keinerlei Aussagekraft h&auml;tte, weil viel zu viele&nbsp; &bdquo;AN oder MIT CORONA verstorben&ldquo; registriert wurden, w&auml;hrend viel zu wenige Verstorbene verschiedener Altersgruppen obduziert wurden, um die tats&auml;chlich wahrscheinlichste(n) Todesursachen festzustellen.<\/p><p>Am Ende k&ouml;nnte sich dadurch vielleicht sogar noch herausstellen, dass der Misserfolg von CureVac bei der Impfstoff-Entwicklung gegen das CORONA-Virus auch keine negativen Folgen durch dessen Anwendung haben konnte.<\/p><p>Das jedenfalls ist die &ndash; nat&uuml;rlich unma&szlig;gebliche &ndash; Meinung eines Ihnen mit 87 altersm&auml;&szlig;ig &bdquo;&uuml;berlegenen&ldquo;, seit &uuml;ber 30 Jahren im europ&auml;ischen Ausland lebenden Deutschen, der aus einer Mischung aus Verzweiflung &uuml;ber und Hoffnung auf eine bessere Politik Deutschlands erstmals einer Deutschen Partei, n&auml;mlich dem <strong>Team Todenh&ouml;fer<\/strong> beitrat!<\/p><p>Rolf Schmid<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Teil B.<\/strong><\/p><p><strong>Debatte &uuml;ber die Frage, ob der Staat sich aus unternehmerischen Entscheidungen heraushalten soll, auch wenn er wie im Fall CureVac mit Hunderten von Millionen in private Unternehmen einsteigt<\/strong><\/p><p>Ein Mailwechsel zwischen Steffen P&ouml;hlmann und Albrecht M&uuml;ller vom 18.6.2021:<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>a. S.P.:<\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>danke f&uuml;r Ihren Artikel &bdquo;Curevac erreicht nur 47 % Wirksamkeit. Trotz massiver Unterst&uuml;tzung durch Kretschmann und Altmaier = Steuerzahler. Wie begr&uuml;nden sie ihre fr&uuml;he Unterst&uuml;tzung?&bdquo;. Allerdings verstehe ich Ihre Aufregung nicht. Endlich beteiligt sich der Bund an einem Zukunftsthema! Das Geld ist in solchen Firmen sicherlich wesentlich besser angelegt, als beispielsweise in den riesigen Subventionen der Agrarindustrie. Zudem ist die Forschung und Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen extrem teuer und aufw&auml;ndig und (leider) auch mit vielen R&uuml;ckschl&auml;gen verbunden. Gerade deshalb ist eine staatliche Unterst&uuml;tzung notwendig. Hier jedoch gleich eine Vetterleswirtschaft zu unterstellen finde ich nicht gerechtfertigt, da der mRNA Technologie im Bereich der Impfstoff- und Medikamentenentwicklung sicherlich die Zukunft geh&ouml;rt.<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nS.P.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>b. A.M.:<\/p><p>Sehr geehrter Herr P&ouml;hlmann,<\/p><p>danke f&uuml;r Ihre Mail. Ich wundere mich &uuml;ber die Sorglosigkeit und Kritiklosigkeit, mit der Sie und auch einige der Facebook-Kommentatoren mit der aus meiner Sicht beflissenen Unterst&uuml;tzung von Curevac umgehen. Kretschmann hat sich Mitte M&auml;rz 2020 in seinem 1. Statement schon f&uuml;r das Unternehmen und die Unterst&uuml;tzung engagiert. Er konnte zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gepr&uuml;ft haben, ob das wirklich sinnvoll ist. Und dann 300 Millionen und ausdr&uuml;cklich investiert mit der Verneinung des Anspruchs auf ein Mitspracherecht bei der Unternehmenspolitik. So etwas macht Sie nicht skeptisch? Und die H&ouml;he des Betrags irritiert Sie auch nicht? ausdr&uuml;cklich m&ouml;chte ich anmerken, dass ich die staatliche Unterst&uuml;tzung f&uuml;r Grundlagenforschung und Forschung der hier in Rede stehenden Art f&uuml;r sinnvoll halte. Aber man darf doch &uuml;ber die H&ouml;he der Unterst&uuml;tzung-Betr&auml;ge noch staunen und kritisch hinterfragen! Und man darf doch wohl auch die Beflissenheit infrage stellen.<\/p><p>Ich finde es toll, dass Sie so sicher sind, dass &ldquo;der mRNA Technologie im Bereich der Impfstoff- und Medikamentenentwicklung sicherlich die Zukunft geh&ouml;rt&rdquo;. Ich bin kein Spezialist auf diesem Gebiet, aber ich kenne Menschen, die das ganz anders sehen.<\/p><p>Da die Facebook Kommentare zu meinem Artikel teilweise in die gleiche Richtung gehen wie Ihre E-Mail, k&ouml;nnten wir zur Fortsetzung der Diskussion Ihre E-Mail und meine Antwort ver&ouml;ffentlichen.das w&uuml;rde dann heute Nachmittag geschehen.<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e<br>\nAlbrecht M&uuml;ller<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>c. S.P.:<\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>herzlichen Dank f&uuml;r Ihre schnelle Antwort. Curevac arbeitet ja nicht erst seit Mitte M&auml;rz an der mRNA Technologie, insofern kann man durchaus schon vorher beurteilen, ob ein Engagement sinnvoll erscheint. Die Verneinung des Anspruchs auf ein Mitspracherecht bei der Unternehmenspolitik wird damit begr&uuml;ndet, dass der Staat nicht unbedingt der bessere Unternehmer ist. Sehen Sie das anders? Aber ich gebe Ihnen Recht, das kann man durchaus kritisieren! Auch ich kenne Menschen, die sich mit dieser Technologie befassen und die hierin die Zukunft sehen, denn die mRNA Technologie wird haupts&auml;chlich in der Krebsbehandlung zum Einsatz kommen. Hier wird durchaus ein gro&szlig;es Potential zur Behandlung von Krebserkrankungen gesehen. Wenn man dann (wie zum Beispiel in Leserbriefen auf den NDS) liest, dass es sich hierbei um eine Gentherapie handeln soll, dann haben sich diejenigen leider nicht ausf&uuml;hrlich mit dem Thema besch&auml;ftigt. Ob die Technologie wirklich in der Impfstoff- und Medikamentenentwicklung zielf&uuml;hrend sein wird, das wird die Zukunft zeigen, die Erfolge beispielsweise von Biontech sind aus meiner Sicht aber eine Meisterleistung der Pharmaindustrie. Das sollte man auch nicht schlecht reden.&nbsp;<\/p><p>Ich finde es prinzipiell gut, auch ein solchen Engagement kritisch zu hinterfragen. Das darf und soll man auch. In Ihrem Artikel unterstellen Sie jedoch ziemlich offen eine Vetterleswirtschaft, damit nehmen Sie die Antwort auf Ihre kritischen Frage schon vorweg.&nbsp;<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e und noch gute Besserung!<br>\nS.P.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>d. A.M.:<\/p><p>Danke vielmals f&uuml;r Ihre Antwort,<\/p><p>sinnvollerweise muss muss ich etwas erg&auml;nzen: bei dem Hinweis darauf, dass der baden-w&uuml;rttembergische Ministerpr&auml;sident schon im M&auml;rz Curevac empfahl, hatte ich die Jahreszahl weggelassen. Es war der M&auml;rz 2020 (!) und nach meiner Erinnerung nach der ersten gemeinsamen Sitzung von Bund und L&auml;ndern.<\/p><p>Wichtig und interessant ist folgende Einlassung von Ihnen: &ldquo;Die Verneinung des Anspruchs auf ein Mitspracherecht bei der Unternehmenspolitik wird damit begr&uuml;ndet, dass der Staat nicht unbedingt der bessere Unternehmer ist. Sehen Sie das anders?&rdquo; &ndash; Das sehe ich in der Tat anders. Es mag sein, dass Private die besseren Unternehmer sind. Ich habe aber andererseits in der Praxis oft erlebt, dass dies nicht stimmt und will daf&uuml;r ein paar Beispiele nennen:<\/p><ol>\n<li>Die staatliche F&ouml;rderung und der Bau des Schnellen Br&uuml;ters wurde von Privaten verlangt und betrieben und ist dann gl&uuml;cklicherweise vom Staat gestrichen worden.<\/li>\n<li>Ende der achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts dr&auml;ngten die privaten Unternehmen auf staatliche F&ouml;rderung und Investitionen in der bemannten Weltraumfahrt. Ich war damals im Bundestag und habe zu diesem Projekt kritische Fragen gestellt und auch eine Fraktionsklausur dar&uuml;ber initiiert. Die f&uuml;r die Forschung verantwortlichen Kollegen in der Fraktion waren f&uuml;r diesen Wahnsinn. Aber wir haben mithilfe der f&uuml;r die Wirtschaftspolitik zust&auml;ndigen Kolleginnen und Kollegen diesen Irrsinn abgebogen und beendet. Es w&auml;re ein Fass ohne Boden geworden.<\/li>\n<li>Als die Deutsche Bahn anfangs der Neunzigerjahre zu einer Aktiengesellschaft gemacht wurde, meinte der damalige Bundeskanzler Kohl und seine Parteifreunde, jetzt m&uuml;sse man private Unternehmer an die Spitze der Bahn setzen. Man hat dann zum Beispiel den baden-w&uuml;rttembergischen Unternehmer D&uuml;rr an die Spitze der Bahn gesetzt. In seiner Zeit wurden lauter Unter-Aktiengesellschaften der Bahn gegr&uuml;ndet &ndash; Zum Beispiel f&uuml;r Nahverkehr, f&uuml;r das Netz, f&uuml;r Fernverkehr usw. da waren dann viele Vorstandsposten zu besetzen und ich kann nachweisen, dass diese zur Versorgung von Parteifreunden und deren Familienangeh&ouml;rigen benutzt worden ist.<br>\nDer gr&ouml;&szlig;te Missgriff bei der Suche nach Personen, die als Unternehmer &ndash; nach Ihrer Formulierung &ndash; die besseren Unternehmer sein sollen, hat man dann Hartmut Mehdorn gefunden. Er hat reihenweise Mist gebaut &ndash; unter anderem die Deutsche Bahn &uuml;berall auf der Welt t&auml;tig werden lassen, mit hunderten von Untergesellschaften und Beteiligungen. W&auml;re er ein guter Vorstandsvorsitzender gewesen, dann h&auml;tte er sich der Entwicklung eines guten Schienenverkehrs gewidmet. Das hat er nicht getan und deshalb sieht die Deutsche Bahn zum Beispiel im Vergleich zur Bahn der Schweiz geradezu j&auml;mmerlich aus.<br>\nIch k&ouml;nnte die Liste von Fehlentscheidungen von sogenannten Unternehmerpers&ouml;nlichkeiten noch fortsetzen. Es w&uuml;rde eine lange Liste. Auf ein Beispiel will ich doch noch hinweisen:<\/li>\n<li>Stuttgart 21 &ndash; eine groteske Fehlentscheidung der unternehmerisch besetzten Bahnspitze.<\/li>\n<\/ol><p>Es kommt &uuml;brigens in Deutschland noch hinzu, dass viele Personalentscheidungen im unternehmerischen Bereich auf sogenannte Verbindungen zur&uuml;ckgehen. Die Herrschaften sind in der gleichen Studentenverbindung und schieben sich die Jobs gegenseitig zu.<\/p><p>Zum Schluss: selbstverst&auml;ndlich gibt es auch beim Staat personelle Fehlbesetzungen. Das ist nicht zu bestreiten. Aber was Sie als Ihr Glaubensbekenntnis wiedergegeben haben ist eben auch nicht richtig. Es ist das typische Ergebnis einer lange w&auml;hrenden Propaganda gegen den Staat, f&uuml;r Entstaatlichung, gegen die B&uuml;rokratie und f&uuml;r die ach so famosen privaten Unternehmer.<\/p><p>Das ist lang geworden, tut mir leid.<\/p><p>Sch&ouml;ne Gr&uuml;&szlig;e<br>\nAlbrecht M&uuml;ller<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>e. S.P.:<\/p><p>Vielen Dank f&uuml;r Ihre interessante Antwort, insbesondere f&uuml;r die Einblicke aus Ihrer Zeit im Bundestag. Dass private Unternehmer stets die besseren sind, das ist nicht mein Glaubensbekenntnis. Es gibt auch in der Privatwirtschaft viele Fehlentscheidungen von den Unternehmerpers&ouml;nlichkeiten, keine Frage. Mit Curevac wird meiner Meinung nach aber eher eine Technologie gef&ouml;rdert, von der man sich viel Nutzen verspricht. Das kann man meiner Meinung nach nicht mit Unternehmen wie der Deutschen Bahn vergleichen. Man versucht hier &uuml;ber die Beteiligung einer Technologie zum Durchbruch zu verhelfen, mit der wir in Deutschland vielleicht sogar f&uuml;hrend werden k&ouml;nnten. Insofern kann ich das Engagement nachvollziehen.<\/p><p>&hellip;<\/p><p>Herzliche Gr&uuml;&szlig;e und ein sch&ouml;nes Wochenende<br>\nSteffen P&ouml;hlmann<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=73450\">Mein Beitrag<\/a> &uuml;ber die schnelle Unterst&uuml;tzung f&uuml;r das T&uuml;binger Unternehmen im M&auml;rz 2020 und den vorbehaltlosen Einstieg mit 300 Millionen &ndash; ich wiederhole: 300! Millionen &ndash; durch Kretschmann und Altmaier hat gegens&auml;tzliche Reaktionen unter unseren Leserinnen und Lesern ausgel&ouml;st. 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