{"id":7351,"date":"2010-11-15T09:01:22","date_gmt":"2010-11-15T08:01:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7351"},"modified":"2010-11-15T09:01:22","modified_gmt":"2010-11-15T08:01:22","slug":"hinweise-des-tages-1245","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7351","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: China, Irland, Euro-Krise, Export&uuml;bersch&uuml;sse Deutschlands, G 20, London beharrt auf Sozialreformen, Deutsche verschieben Schwarzgeld-Milliarden, Gesundheitsreform, Stuttgart 21. (JK\/AM)<br>\n<!--more--><\/p><ol>\n<li><a href=\"#h01\">Chinesisches Muster<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h02\">Nerv&ouml;se Anleger: Dublin macht Merkel f&uuml;r irische Misere mitverantwortlich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h03\">Euro-Krise: &Auml;rger in Irland, Angst in Griechenland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h04\">Export&uuml;bersch&uuml;sse &ndash; Tante Erna macht Welt&ouml;konomie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h05\">G20 &ndash; Deutschland am Pranger<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h06\">London beharrt auf Sozialreformen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h07\">Deutsche verschieben Schwarzgeld-Milliarden nach Asien und deutsche Steueroasen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h08\">Journalismus und PR &ndash; Tirol: &bdquo;Berichterstattung wie vereinbart!&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h09\">Am Ende gewinnen immer die Deutschen<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h10\">Gesundheitsreform &ndash; Kranker Kunde<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h11\">Bundesagentur: Statistik Arbeitslosigkeit bei &Auml;lteren steigt drastisch<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h12\">Emp&ouml;rung &uuml;ber Kochs Bank-Engagement<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h13\">Lernen im Wendland und Polizisten als &bdquo;Krawall-Touristen&ldquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h14\">Stuttgart 21 &ndash;  Zur&uuml;ck in die Zukunft<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h15\">Stuttgart 21 &ndash; &ldquo;Ich habe schreckliche Bilder gesehen&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h16\">Stuttgart 21 &ndash;  Vorsicht Schl&uuml;sselprojekt!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h17\">Peinliche Pleite im Antiterrorkampf<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h18\">Aus dem Leben gebombt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#h19\">Forscher: Mehr Fortschritt in S&uuml;dkorea als in Deutschland<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, <a href=\"?p=7351&amp;email=1\">dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin<\/a>.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Chinesisches Muster<\/strong><br>\nEs gibt kaum ein Rohstoffproblem der deutschen Industrie, das nicht mit China zusammenh&auml;ngt. Ob ein deutsches Industrieb&uuml;ndnis mit R&uuml;ckendeckung der Politik gegen das Reich der Mitte ankommt, darf bezweifelt werden. Nun aber scheint ein Modell China light kein Problem mehr zu sein. Selbst Marktverfechter r&auml;umen ein, dass die deutsche Industrie der Konkurrenz allein nicht die Stirn bieten k&ouml;nne. Die Reaktion der Industrie kommt reichlich sp&auml;t.<br>\nDie Politik sollte sich ohnehin nur flankierend beteiligen. F&uuml;r sie gibt es einen bestehenden Rahmen, um mit China umzugehen: die Welthandelsorganisation. Anstatt mit Peking zu konkurrieren, m&uuml;sste sie darauf pochen, dass es sich den Handelsregeln konform verh&auml;lt.<br>\nQuelle 1: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/industrie\/:rohstoffe-chinesisches-muster\/50194579.html\">FTD<\/a><br>\nQuelle 2: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/industrie\/:buendnis-fuer-rohstoffe-stahlkocher-feilen-an-deutschland-ag\/50194601.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung OP:<\/strong> Bislang hat sich das deutsche Exportkapital vor lauter Chinageilheit f&uuml;r Verst&ouml;&szlig;e Chinas an WTO- Regeln kaum gesto&szlig;en und das wird sich nicht so schnell &auml;ndern. Da stehen die Stahlkocher ziemlich allein.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>Nerv&ouml;se Anleger: Dublin macht Merkel f&uuml;r irische Misere mitverantwortlich<\/strong><br>\nDer irische Finanzminister Brian Lenihan erhebt schwere Vorw&uuml;rfe gegen die Bundesregierung. Der scharfe Anstieg der Risikopr&auml;mien auf irische Staatsanleihen seit Monatsbeginn sei teilweise auf &Auml;u&szlig;erungen deutscher Politiker zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, sagte Lenihan am Donnerstag in Dublin.<br>\nEr bezog sich auf die Forderungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, bei Rettungsaktionen f&uuml;r schuldengeplagte Staaten wie Irland k&uuml;nftig auch Anleihegl&auml;ubiger zur Kasse zu bitten. Merkel hatte auf dem EU-Gipfel Ende Oktober einen entsprechenden Grundsatzbeschluss durchgesetzt. Die Aussicht, zahlungsunf&auml;higen Staaten k&uuml;nftig ihre Schulden stunden oder gar teilweise erlassen zu m&uuml;ssen, hat viele Investoren offenbar nachhaltig verschreckt. Sie trennten sich von den Papieren, was die Kurse in den Keller und die Renditen in die H&ouml;he trieb.<br>\nNeben dem irischen Finanzminister macht auch eine wachsende Zahl von Analysten die Bundesregierung f&uuml;r diese Entwicklung mitverantwortlich. Die Nervosit&auml;t der Anleger erkl&auml;re sich durch &ldquo;neue Hinweise, dass die Solidarit&auml;t innerhalb der Euro-Zone begrenzt und m&ouml;glicherweise br&uuml;chig ist&rdquo;, kommentierte Luca Jellinek, Zinsstratege der franz&ouml;sischen Bank Cr&eacute;dit Agricole.<br>\nMerkel verteidigte am Rande des EU-Gipfels in Seoul ihre Forderung. Es sei den Steuerzahlern nicht zu vermitteln, dass sie allein f&uuml;r Risiken einstehen sollten, mit denen andere viel Geld verdienten, sagte die Kanzlerin. &Auml;hnlich hatte sich zuvor die franz&ouml;sische Finanzministerin Christine Lagarde ge&auml;u&szlig;ert. &ldquo;Das war ein weiterer Nagel f&uuml;r den Sarg&rdquo; der schuldengeplagten Peripherie-Staaten, sagte der Analyst Steven Major von der britischen Bank HSBC der Nachrichtenagentur Bloomberg.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/finanzen\/:nervoese-anleger-dublin-macht-merkel-fuer-irische-misere-mitverantwortlich\/50193572.html\">FTD<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung Leser S. P.:<\/strong> Vor allem aber f&auml;llt wieder einmal die Unf&auml;higkeit der Bundesregierung auf, mit den Problemen unserer Partnerl&auml;nder ad&auml;quat, d.h. politisch umzugehen. Griechenland l&auml;sst gr&uuml;&szlig;en. Ich wage mir gar nicht vorzustellen, wie viele Milliarden Euro es Griechenland &ndash; und uns &ndash; gekostet hat und noch kosten wird, nicht schnell geholfen und erst hinterher (und zwar offen) &uuml;ber m&ouml;gliche Lehren aus der Refinanzierungskrise geredet zu haben. An den m&ouml;glicherweise noch zu entrichtendem politischen Preis &ndash; etwa in Gestalt eines wachsenden chinesischen Einflusses in Europa &ndash; m&ouml;chte ich erst gar nicht denken. Bei der nach einer schnellen Hilfe f&uuml;r Griechenland f&auml;lligen Diskussion h&auml;tte man sehr sch&ouml;n &uuml;ber den Sinn von W&auml;hrungsspekulation reden k&ouml;nnen und vielleicht w&auml;re sogar auf den Tisch gekommen, dass Deutschland seinen Handelspartner im Binnenmarkt nicht st&auml;ndig Defizite zumuten kann und schon gar nicht durch Lohndumping, weil die Partner einer W&auml;hrungsunion eben Partner sind und keine Gegner in einem &ldquo;Wirtschaftskrieg&rdquo;. Man muss kein Prophet sein, um zu konstatieren: werden die Partner weiter wie Gegner behandelt, wird die W&auml;hrungsunion nicht dauern (und unsere blinde &ldquo;Elite&rdquo; wird sich fragen, warum? &ndash; und die Schuld wie gehabt anderen zuweisen). Die Folgen f&uuml;r die deutschen Arbeitnehmer wage ich mir gar nicht erst auszumahlen. Wie eng kann man G&uuml;rtel wohl schnallen?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Euro-Krise: &Auml;rger in Irland, Angst in Griechenland<\/strong><br>\nDublin will nicht unter den EU-Rettungsschirm und kann seinen &Auml;rger &uuml;ber die deutsche Kanzlerin nur schwer verbergen. Athen sieht sich dagegen vor neuen Finanzl&ouml;chern. Weil die Steuereinnahmen weniger stark sprudeln als erwartet, muss Finanzminister Giorgos Papakonstantinou voraussichtlich die Abgaben erh&ouml;hen und Ausgaben zusammenstreichen. Die Haushaltseinnahmen stiegen in den ersten Monaten nur um 3,7 Prozent. Im Budgetentwurf war f&uuml;r das Gesamtjahr noch eine Steigerung um 8,7 Prozent angesetzt worden. Nach vorl&auml;ufigen Berechnungen muss die Regierung im kommenden Jahr rund f&uuml;nf Milliarden Euro zus&auml;tzlich einsparen. Im Gespr&auml;ch ist eine erneute Erh&ouml;hung der in diesem Jahr bereits dreimal heraufgesetzten Steuern f&uuml;r Zigaretten und Alkoholika. Auch h&ouml;here Mehrwertsteuern stehen zur Diskussion. Bei den Ausgaben will der Finanzminister erneut ansetzen. Vor allem die &ouml;ffentlichen Investitionen werden weiter zusammengestrichen. Der versch&auml;rfte Sparkurs birgt allerdings Risiken. Er k&ouml;nnte Griechenland noch tiefer in die Rezession st&uuml;rzen. Im dritten Quartal ging die Wirtschaftsleistung bereits um 4,5 Prozent zur&uuml;ck. F&uuml;r 2011 rechnet die Regierung mit einem weiteren Minus von drei Prozent. Beschleunigt sich der Abschwung, geht das Steueraufkommen noch weiter zur&uuml;ck und neue Einsparungen werden f&auml;llig &ndash; ein Teufelskreis.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/aerger-in-irland-angst-in-griechenland\/2330406.html\">Der Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Welch eine &Uuml;berrraschung, es wird an Zement gespart und das Haus bricht zusammen.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong><em>Vorbemerkung:<\/em><\/strong> Der Titel sollte wohl besser lauten Mutti macht Welt&ouml;konomie.\n<p><strong>Export&uuml;bersch&uuml;sse &ndash; Tante Erna macht Welt&ouml;konomie<\/strong><br>\nHohe Export&uuml;bersch&uuml;sse machen abh&auml;ngig von der Weltkonjunktur, bringen zwiesp&auml;ltige Geldschwemmen in den Rest der Welt mit sich, tragen zu Finanzblasen und W&auml;hrungskapriolen bei und l&ouml;sen &uuml;ber kurz oder lang Schuldenkrisen bei anderen aus. All das ist kompliziert, &ouml;konomisch aber recht eindeutig.<br>\nNur Frau Merkel und ihre kuriosen Minister f&uuml;r Finanzen und Wirtschaft machen global&ouml;konomisch auf Tante Erna &ndash; und fantasieren bei dem Thema seit Tagen &uuml;ber b&ouml;se M&auml;chte, die den deutschen Export klauen, den freien Welthandel abschaffen oder die Planwirtschaft einf&uuml;hren wollen. Polterwirtschaft auf Br&uuml;derle-Niveau.<br>\nDabei will ja keiner den Export verbieten. Es geht darum, Warnmechanismen gegen allzu hohe &Uuml;bersch&uuml;sse wie Defizite einzuf&uuml;hren &ndash; man k&ouml;nnte auch sagen: gegen Export- und Importmangel. Richtmarken festzulegen, wie sie Merkel beim G20-Gipfel in Seoul gerade &uuml;bereifrig abb&uuml;rstet, w&auml;re weder &ouml;konomisch unsinnig noch unm&ouml;glich. Daf&uuml;r gibt es einige gute Vorschl&auml;ge.<br>\nDie Erfahrung bisheriger Schuldenkrisen spreche daf&uuml;r, dass es auf Dauer problematisch sei, wenn ein Land Auslandsschulden von mehr als 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts habe, sagt Sebastian Dullien von der FHTW Berlin. Und: Um so ein Niveau zu halten, darf rein arithmetisch selbst bei einem nominalen Wirtschaftswachstum von f&uuml;nf Prozent das j&auml;hrliche Au&szlig;endefizit nicht h&ouml;her als drei Prozent des BIPs liegen &ndash; ein Grenzwert, auf den auch US-&Ouml;konom Barry Eichengreen kommt; und der noch unter den vier Prozent liegt, die US-Finanzminister Timothy Geithner mal vorgeschlagen hat.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/politik\/konjunktur\/:kolumne-fricke-tante-erna-macht-weltoekonomie\/50193584.html\">FTD<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Kommentar AM:<\/strong> Thomas Fricke schreibt ja oft gute Kommentare und auch dieser enth&auml;lt Richtiges. Aber manches ist doch ein bisschen zu wenig &uuml;berlegt oder hei&szlig;e Luft. Z.B.:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Fricke: &bdquo;Es ist weder sinnlos noch unm&ouml;glich, Limits f&uuml;r gef&auml;hrliche Defizite und &Uuml;bersch&uuml;sse im Export festzulegen.&ldquo; AM: Es ist richtig, dass die &Uuml;berschussl&auml;nder etwas tun m&uuml;ssen. Aber ob es sinnvoll ist, den gleichen Unsinn wie bei den Verschuldenskriterien auch hier einzuf&uuml;hren. Die Limits werden dann doch nicht eingehalten. &ndash; Fricke merkt ja wenig sp&auml;ter im Text, dass die festen Kriterien zu hinterfragen sind.<\/em><\/li>\n<li><em>Fricke: &bdquo;Hohe Export&uuml;bersch&uuml;sse machen abh&auml;ngig von der Weltkonjunktur, bringen zwiesp&auml;ltige Geldschwemmen in den Rest der Welt mit sich, tragen zu Finanzblasen &hellip; bei.&ldquo; AM: Das ist einfach so nachgeplappert. Von der Weltkonjunktur machen schon Exporte abh&auml;ngig, nicht nur die &Uuml;bersch&uuml;sse. Wie soll der Zusammenhang mit den Geldschwemmen sein und den Blasen? Das ist g&auml;ngiges Gerede.<\/em><\/li>\n<li><em>Fricke: &bdquo;Die Deutschen h&auml;tten begr&uuml;nden m&uuml;ssen, warum sie bei ohnehin enormen Export&uuml;bersch&uuml;ssen 2007 die Mehrwertsteuer erh&ouml;hten und so die Binnenkonjunktur zus&auml;tzlich d&auml;mpften, was &ndash; kein Wunder &ndash; in dem Jahr zum historischen Rekord&uuml;berschuss f&uuml;hrte.&ldquo; AM: Endlich kommt mal einer auf den Wahnsinn der Mehrwertsteuererh&ouml;hung zu sprechen. Auch so eine Steinbr&uuml;ck-Leistung. Was aber Fricke auch nicht sieht &ndash; hier wie vor einer Woche &ndash; ist der Wahnsinn, dass wir mit dieser gesteuerten Politik riesige Menagen von Wohlstand verschenken.<\/em><\/li>\n<li><em>Fricke: &bdquo;Ob es im Jahr X makro&ouml;konomisch vertretbar ist, die Exporte zus&auml;tzlich zu f&ouml;rdern &ndash; oder das Geld besser in Investitionen und h&ouml;here Nettoeinkommen zu stecken.&ldquo; AM: Hier tut Fricke so, als w&uuml;rde die Bundesregierung entscheiden, dass &bdquo;Geld&ldquo; irgendwo hingesteckt wird. Einfach ein falsches und irref&uuml;hrendes Bild.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>G20 &ndash; Deutschland am Pranger<\/strong><br>\nNoch waren die Regierungschefs der G-20-Staaten nicht in Seoul eingetroffen, da lieferten sich ihre Abgesandten bereits erbitterte K&auml;mpfe. Teilnehmer berichten von aufgeregten Diskussionen zwischen Dutzenden von Delegierten, die in einem kleinen Raum zusammengepfercht um die Formulierung der Gipfel-Erkl&auml;rung ringen. &bdquo;Zeitweise wurde es so hei&szlig;, dass wir die T&uuml;r &ouml;ffnen mussten&ldquo;, sagt G-20-Sprecher Kim Yoon Kyung.<br>\nHeute hat das Treffen der gro&szlig;en Nationen begonnen. Ihr Hauptstreitpunkt sind die globalen Ungleichgewichte. Dabei ist klar: Hier findet keine &ouml;konomietheoretische Auseinandersetzung statt, sondern ein handfester Kampf darum, wer von den globalen Waren- und Geldstr&ouml;men profitiert und wer draufzahlt.<br>\nAnkl&auml;ger sind derzeit die USA. Sie beschweren sich &uuml;ber ihr Defizit im Au&szlig;enhandel &ndash; Amerika importiert mehr als es exportiert. Das zeigt sich in der Leistungsbilanz. Sie bildet den internationalen Gesch&auml;ftsverkehr eines Landes ab. Wer ein Leistungsbilanzdefizit hat, der h&auml;uft Schulden gegen&uuml;ber dem Ausland an. Und wer einen &Uuml;berschuss erzielt, der mehrt sein Verm&ouml;gen. Sind es immer dieselben Staaten, die &Uuml;bersch&uuml;sse und Defizite aufh&auml;ufen, droht langfristig eine Krise.<br>\nAuf der Anklagebank sitzen daher die beiden notorischen &Uuml;berschussl&auml;nder &ndash; Deutschland und China. Der Exportweltmeister und der Vizeweltmeister lebten zu stark von ihren Ausfuhr&uuml;bersch&uuml;ssen, hei&szlig;t es aus Washington, und damit auf Kosten anderer L&auml;nder. Daher m&uuml;ssten sie ihre Binnenwirtschaft st&auml;rken.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/wirtschaft\/deutschland-am-pranger\/-\/1472780\/4822460\/-\/index.html\">FR<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung G. K.:<\/strong> Es ist eine unverfrorene Dreistigkeit, wenn unsere neoliberalen &ldquo;Eliten&rdquo; gro&szlig;spurig mit dem in 2010 &uuml;ber dem Eurozonen-Durchschnitt liegenden deutschen Wirtschaftswachstum prahlen und zugleich die negativen Folgen des deutschen Lohn- und Sozialdumping sowie des daraus resultierenden W&auml;hrungsdumping als Keule gegen die ganz ma&szlig;geblich unter dieser Politik leidenden Staaten der Eurozone instrumentalisieren m&ouml;chten (bis hin zur der Demokratie Hohn sprechenden Forderung nach Stimmrechtsentzug in den EU-Gremien). Die absto&szlig;ende Mixtur aus Grosspurigkeit, Arroganz, Besserwisserei, Dominanzgehabe und aggressivem Au&szlig;enauftritt entwickelt sich mehr und mehr zum &ldquo;Markenzeichen&rdquo; f&uuml;r die parasit&auml;re Geisteshaltung unserer neoliberalen &ldquo;Eliten&rdquo;.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Erg&auml;nzung AM:<\/strong> In der FR steht folgender Satz: &bdquo;Der Exportweltmeister und der Vizeweltmeister lebten zu stark von ihren Ausfuhr&uuml;bersch&uuml;ssen, hei&szlig;t es aus Washington, und damit auf Kosten anderer L&auml;nder. Daher m&uuml;ssten sie ihre Binnenwirtschaft st&auml;rken.&ldquo; Darin steckt hier wie in wohl der gesamten Diskussion der gravierende Denkfehler, wir lebten von Export&uuml;bersch&uuml;ssen. Die Dollars k&ouml;nnen wir aber nicht essen. Und ob &bdquo;wir&ldquo; damit wirklich Verm&ouml;gen anh&auml;ufen, steht in den Sternen. Wenn man einmal verstanden hat, in g&uuml;terwirtschaftlichen\/welfare-&ouml;konomischen Kategorien zu denken, dann wei&szlig; man, dass dies ein Denkfehler ist. Siehe dazu Auszug aus: Albrecht M&uuml;ller, &bdquo;Die Reforml&uuml;ge.&ldquo; Seiten 212-215, Denkfehler 17: <a href=\"?p=2813\">&raquo;Wir leben vom Export.&laquo;<\/a> Der Eintrag in den Nachdenkseiten stammt vom 5. Dezember 2007, das Buch vom August 2004. Offensichtlich ein unheilbarer Fall. Bei n&auml;chster Gelegenheit noch einmal ein Versuch.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>London beharrt auf Sozialreformen<\/strong><br>\nDie britische Regierung hat am Donnerstag die radikalsten Pl&auml;ne f&uuml;r die Reform des Sozialhilfesystems seit dem Zweiten Weltkrieg vorgelegt. Sie will damit eine wachsende &ldquo;Abh&auml;ngigkeitskultur&rdquo; bek&auml;mpfen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/london-beharrt-auf-sozialreformen\/2123146.html\">Der Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Deutsche verschieben Schwarzgeld-Milliarden nach Asien<\/strong><br>\nEine neue Waffe gegen die Steuerflucht, darauf hatte die Bundesregierung zumindest gehofft: Mit einem neuen Abkommen zwischen Deutschland und der Schweiz wollte sich Berlin Zugriff auf die Daten von Steuerfl&uuml;chtlingen sichern &ndash; und damit auch Milliardeneinnahmen. Doch die Steuerfl&uuml;chtlinge ziehen offenbar aus dem Alpenland einfach weiter. Nach Informationen des SPIEGEL fliehen die Inhaber deutscher Schwarzgeldkonten in der Schweiz im gr&ouml;&szlig;eren Stil in die asiatischen Steueroasen Singapur und Hongkong.<br>\nSpitzenbeamte des Bundesfinanzministeriums halten es f&uuml;r m&ouml;glich, dass sie dabei die Hilfe Schweizer Banken bekommen. &ldquo;Ein Knopfdruck &ndash; und das Geld ist aus der Schweiz in Singapur oder Hongkong&rdquo;, hei&szlig;t es in Berlin. Insgesamt sollen Deutsche rund 200 Milliarden Euro Schwarzgeld in der Schweiz horten. Nach Ansicht des Bankenexperten der Schweizerischen Volkspartei Hans Kaufmann flie&szlig;en gerade Milliardensummen ab: &ldquo;Allein in den ersten acht Monaten dieses Jahres gingen 62 Milliarden Schweizer Franken verloren.&rdquo;<br>\nDie Fluchtrouten in die asiatischen Steueroasen Singapur und Hongkong sind f&uuml;r Deutsche weitgehend offen. Mit Hongkong hat die Bundesrepublik kein umfassendes Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen, der Vertrag mit Singapur l&auml;sst L&uuml;cken bei der Amtshilfe.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/service\/0,1518,729010,00.html\">SPIEGEL<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung OP:<\/strong> Man k&ouml;nnte ja mal bei der chinesischen Regierung anklopfen, die sich ab und zu dar&uuml;ber ausl&auml;sst, dass wir im Westen unsere Finanzm&auml;rkte nicht im Griff haben &ndash; und nat&uuml;rlich, lieber Spiegel, gibt es noch andere Steueroasen als die Schweiz, z.B. im idyllischen Delaware.<\/em><\/p>\n<p><strong>Deutsche Steueroasen<\/strong><br>\nWozu Think Tanks gut sein k&ouml;nnen, zeigte sich, als Bundesfinanzminister Wolfgang Sch&auml;uble (CDU) seine neuen Steuerreformideen pr&auml;sentierte. W&auml;hrend Sch&auml;uble seine Pl&auml;ne zur Neuordnung des Einkommenssteuerrechts und der kommunalen Finanzen etwas technokratisch damit begr&uuml;ndete, er wolle die Finanzierung der Kommunen &raquo;auf eine breitere Basis&laquo; stellen, blieb es dem unternehmensfreundlichen K&ouml;lner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) vorbehalten, mit staatsm&auml;nnischem Gestus h&ouml;here Werte in der Debatte geltend zu machen. Sch&auml;ubles als so demokratisch geadelte &raquo;Steuerrevolution&laquo;, wie die S&uuml;ddeutsche Zeitung die Pl&auml;ne des Finanzministers nannte, d&uuml;rften es allerdings schwer haben, in ihrer derzeitigen Gestalt vom Bundesrat gebilligt zu werden. Der erste dieser Bausteine stellt bereits eine erste Niederlage f&uuml;r die Steuerkonzepte der schwarz-gelben Bundesregierung dar. Denn die von beiden Koalitionspartnern ins Auge gefasste Abschaffung der deutschen Besonderheit einer Gewerbesteuer, die derzeit die Haupteinnahmequelle der kommunalen Finanzen darstellt, ist vorerst gescheitert.<br>\nUngeachtet dieses Verhandlungserfolgs der Kommunen und ihrer Verb&auml;nde ist der zentrale Aspekt der vorgeschlagenen Reform aber zweifellos der Plan, die Einkommenssteuers&auml;tze in einen fixierten Teil des Bundes und einen flexiblen, der von den Kommunen erhoben und genutzt werden kann, aufzuteilen. Nach den ersten bekannt gewordenen Konzepten k&ouml;nnte so der H&ouml;chststeuersatz von 42 auf 35,7 und der Eingangssteuersatz von 14 auf 11,9 Prozent gesenkt werden. Hinzu k&auml;me dann eine von den Kommunen je nach Finanzbedarf zu erhebende Steuer auf die Einkommen, die zwischen den Gemeinden erheblich variieren k&ouml;nnte. Diese Steuer w&uuml;rde die Zuwendungen des Bundes, derzeit 15 Prozent des Einkommenssteueraufkommens, ersetzen und nach dem Willen der Bundesregierung die Eigenverantwortung der Kommunen st&auml;rken. Man wolle diesen mehr &raquo;Freiheiten bei den Ausgaben gew&auml;hren&laquo;, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. Man muss kein Prophet sein, um zu ahnen, was gesch&auml;he, wenn diese regionale Flexibilisierung des Einkommenssteuersatzes verwirklicht w&uuml;rde. Die zu erwartende &raquo;Steuerschlacht&laquo; (Spiegel) um die geringsten kommunalen Zusatzsteuern w&uuml;rde nicht nur die Betriebe und die Spitzenverdiener entlasten, sondern diesen auch das Erpressungsmittel der Abwanderung in die Hand geben. Denn bei der Wahl ihres Wohnortes sind sie wesentlich flexibler als die abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten. Kommunen, die diese finanzstarken B&uuml;rger anziehen, k&auml;men in die Lage, den Steuersatz zus&auml;tzlich zu senken und so zu Steueroasen innerhalb des Standorts Deutschland zu mutieren.<br>\nNoch katastrophaler k&ouml;nnte sich aber die gr&ouml;&szlig;ere Autonomie bei den Ausgaben durch die Gemeinden auswirken. Nicht nur Einsparungen bei den L&ouml;hnen der kommunalen Angestellten w&auml;ren hier zu erwarten, sondern auch erhebliche Einsparungen bei Kitas, Bibliotheken, &ouml;ffentlichen Schwimmb&auml;dern, der Ausstattung von Schulen und anderen kommunal finanzierten Einrichtungen. Zus&auml;tzlich sollen die Kommunen nach dem Willen des Finanzministers auch noch die Entscheidungsgewalt dar&uuml;ber bekommen, ob sie als Mietzuschuss zum Arbeitslosengeld II die reale Miete &uuml;bernehmen oder eine orts&uuml;bliche Pauschale an die Betroffenen &uuml;berweisen wollen. Dass auch hier die Erw&auml;gung der Kostenvorteile f&uuml;r eine weitere Entrechtung der Bezieher von Hartz IV sorgen k&ouml;nnte, wollte nicht einmal der Sprecher des Finanzministeriums dementieren. Sollten sich die Pl&auml;ne durchsetzen, w&uuml;rde sich der Konkurrenzkampf der Kommunen, die bereits durch den variablen Hebesatz der Gewerbesteuer &uuml;ber ein Mittel verf&uuml;gen, miteinander in Wettbewerb zu treten, nicht nur versch&auml;rfen, sondern langfristig zu einer Verringerung der Einnahmen f&uuml;hren. Zumeist schl&auml;gt sich das in einer Verringerung der durch den Staat zur Verf&uuml;gung gestellten Leistungen nieder. Die regionalen Unterschiede, die schon derzeit mit Ausnahme Italiens die gr&ouml;&szlig;te Varianz innerhalb der EU aufweisen, d&uuml;rften sich bei einer Realisierung des von Sch&auml;uble pr&auml;sentierten Modells weiter vergr&ouml;&szlig;ern.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2010\/45\/42063.html\">Jungle World<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Hier wird recht anschaulich dargestellt wie man sich entsprechende Berichterstattung einkaufen kann.<\/em>\n<p><strong>Journalismus und PR &ndash; Tirol: &bdquo;Berichterstattung wie vereinbart!&ldquo;<\/strong><br>\nDie Tiroler Wasserkraft (TIWAG) setzt enorme Summen an Kundengeldern ein, um die Meinung ihrer Kunden zu manipulieren. Wir nehmen das dieser Tage erfolgte Hinscheiden der &bdquo;Tiroler Woche&ldquo; zum Anlass, das verbriefte Durchgriffsrecht des Anzeigenschalters auf die Redaktionen anhand der TIWAG und anhand dieses Wochenblatts beispielhaft zu dokumentieren. Mitzubedenken dabei ist n&auml;mlich, dass es in TIWAG-Land viele Medien und viele Vereinbarungen dieser Art gibt.<br>\nDie &bdquo;Tiroler Woche&ldquo; war oder ist ein Wochenblatt, das seit 2007 unter diesem Namen (und davor jahrzehntelang unter verschiedenen Titeln und von wechselnden Eigent&uuml;mern herausgegeben) unverlangt in fast allen Tiroler Haushalten gelandet ist. Zuletzt erschien es in Kooperation mit der im Oberland marktbeherrschenden &bdquo;Rundschau&ldquo;, welche die wichtigsten Projektregionen der TIWAG (&Ouml;tztal, Pitztal, Kaunertal, Oberes Gericht, Paznaun, Stanzertal, Sellrain) l&uuml;ckenlos abdeckt.<br>\nDie Abmachungen zwischen der TIWAG und der &bdquo;Tiroler Woche&ldquo;, angestiefelt von der TIWAG-Agentur Hofherr, aber im Auftrag des Vorstandsvorsitzenden Walln&ouml;fer, schlie&szlig;en damit immer auch die &bdquo;Rundschau&ldquo; (mit ihren Ausgaben Imst, Landeck, Telfs) mit ein. In der Agentursprache nennen sich solche Manipulationsvertr&auml;ge schlicht &bdquo;Medienkooperation&ldquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.kobuk.at\/2010\/11\/tirol-redaktionelle-berichterstattung-wie-vereinbart\/\">www.kobuk.at<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Interessant.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Am Ende gewinnen immer die Deutschen<\/strong><br>\nEine Studie &uuml;ber Ausbildungsplatzvergabe belegt: Einstellungskriterien benachteiligen Migranten &ndash; und Migrantinnen noch deutlicher. F&uuml;r die Untersuchung befragten Forscher des BIBB mehr als 7000 junge Menschen der Geburtsjahrg&auml;nge 1982 bis 1988. Das BIBB ist eine Einrichtung des Bundes, die die Bildungssituation in Deutschland erforscht und Vorschl&auml;ge zu deren Verbesserung macht. Knapp ein Viertel der Befragten hatte einen Migrationshintergrund. Von den Migranten, die einen Ausbildungs- oder Berufsschulplatz anstrebten, hatte demnach nach drei Jahren jeder Vierte noch keinen gefunden. Unter den Deutschen war es nur jeder Achte. An mangelndem Engagement kann das nicht liegen. Im Durchschnitt verschicken Jugendliche 28 Bewerbungen f&uuml;r drei bis vier unterschiedliche Ausbildungsberufe: M&auml;nner deutscher Herkunft am wenigsten, deutsche Frauen am meisten &ndash; dazwischen liegen die Migranten. Frauen sind der Studie zufolge grunds&auml;tzlich mobiler, eigenst&auml;ndiger bei der Suche und flei&szlig;iger beim Bewerbungsschreiben. Gleichwohl ist es f&uuml;r Frauen &ndash; und hier insbesondere f&uuml;r solche mit Migrationshintergrund &ndash; weit schwieriger, eine Ausbildung oder einen Berufsschulplatz zu finden.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/am-ende-gewinnen-immer-die-deutschen\/2483104.html?view=print\">Der Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Gesundheitsreform &ndash; Kranker Kunde<\/strong><br>\nSchwarz-Gelb paukt die Gesundheitsreform durch das Parlament. Sie wird die Gesellschaft st&auml;rker ver&auml;ndern, als viele es ahnen<br>\nSeit seinem Amtsantritt wird Gesundheitsminister Philipp R&ouml;sler (FDP) nicht m&uuml;de, das Lied vom aufgekl&auml;rten Patienten zu singen, dessen Eigenverantwortlichkeit und Gesundheitsbewusstsein zu st&auml;rken sei.<br>\nAls Idealbild steht diese Figur auch im Zentrum der Finanzreform der Gesetzlichen Krankenversicherung, die im Windschatten des alle Widerstandskr&auml;fte bindenden Anti-Atom-Protests Ende dieser Woche durch den Bundestag gejagt werden soll. Im Unterschied zu den unabsehbaren Langzeitwirkungen von Atomm&uuml;ll werden die Folgen dieses bislang gravierendsten Umbaus eines Sozialversicherungszweiges schon relativ bald sp&uuml;rbar sein. Was am 1. Januar 2011 mit einer Beitragserh&ouml;hung anhebt, wird in den folgenden Jahren, wenn die Arbeitgeber f&uuml;r die Kostensteigerungen im Gesundheitswesen nicht mehr herangezogen werden, in eine Kostenspirale f&uuml;r die Versicherten m&uuml;nden. Gesundheits&ouml;konomen sch&auml;tzen, dass der Zusatzbeitrag, der k&uuml;nftig von den Kassen erhoben werden kann, in 15 Jahren so hoch sein wird, dass alle Kassenmitglieder Anspruch auf einen Sozialausgleich haben.<br>\nNach dem Vorbild der Laufzeitverl&auml;ngerung setzte das Gesundheitsministerium auf &Uuml;berrumpelungstaktik. Kurz vor Toresschluss wurde der Gesundheitsausschuss mit einer langen Liste von &Auml;nderungsantr&auml;gen bombardiert, die das marktliberale Fluidum sowohl der Finanzreform als auch des gleichzeitig zur Verabschiedung stehenden Arzneimittelneuordnungsgesetzes noch einmal verst&auml;rken. Eine wesentliche Ver&auml;nderung betrifft das bislang g&uuml;ltige Sachleistungsprinzip: K&uuml;nftig soll der Patient sich daf&uuml;r entscheiden k&ouml;nnen, mit dem Arzt direkt abzurechnen und das Geld sp&auml;ter von der Kasse zur&uuml;ckzuholen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/politik\/1045-kranker-kunde\">Der Freitag<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>Bundesagentur: Arbeitslosigkeit bei &Auml;lteren steigt drastisch<\/strong><br>\nGut ein Jahr vor dem Einstieg in die Rente mit 67 sind immer mehr Arbeitnehmer zwischen 60 und 64 Jahren arbeitslos. Das geht aus Statistiken der Bundesagentur f&uuml;r Arbeit (BA) hervor, die der S&uuml;ddeutschen Zeitung vorliegen. Danach hat sich das Risiko, kurz vor Eintritt in den Ruhestand den Job zu verlieren, in den vergangenen drei Jahren stark erh&ouml;ht. So waren im Oktober 2007 etwa 34.500 der 60- bis 64-J&auml;hrigen arbeitslos. Bis Oktober 2010 stieg die Zahl auf rund 145.500 Erwerbslose in dieser Altersgruppe. Hauptursache f&uuml;r die h&ouml;here Arbeitslosigkeit bei den &uuml;ber 60-J&auml;hrigen sind ge&auml;nderte rechtliche Rahmenbedingungen. So ist 2009 die staatliche F&ouml;rderung der Altersteilzeit ausgelaufen. Schon Ende 2007 waren bestimmte Vorruhestandsregeln weggefallen: Wer 58 Jahre oder &auml;lter war, musste bis dahin keinen Job mehr annehmen, wenn er sich im Gegenzug verpflichtete, zum fr&uuml;hestm&ouml;glichen Zeitpunkt abschlagsfrei in Rente zu gehen. Diese sogenannte 58er-Regelung nahmen allein 2007 gut 400.000 Personen in Anspruch.<br>\nDie Bundesregierung will am Mittwoch ihren Pr&uuml;fbericht zur Besch&auml;ftigungslage &auml;lterer Menschen vorlegen. Aus dem Entwurf geht hervor, dass sich die Besch&auml;ftigungsquote der 60- bis 64-J&auml;hrigen mit einem sozialversicherungspflichtigen Job seit dem Jahr 2000 auf 23,4 Prozent verdoppelt hat. Die Regierung spricht von einem &ldquo;enormen Erfolg&rdquo; und h&auml;lt die Rente mit 67 weiter f&uuml;r &ldquo;vertretbar&rdquo;. Zieht man nur die 63- bis 64-j&auml;hrigen mit einem Vollzeitjob heran, ist die Quote mit unter zehn Prozent aber deutlich geringer.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/bundesagentur-statistik-arbeitslosigkeit-bei-aelteren-steigt-drastisch-1.1023349\">SZ<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> Da hatte Frau von der Leyen aber schnell die Erkl&auml;rung zur Hand. <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/BILD\/politik\/2010\/11\/14\/interview-mit-ursula-von-der-leyen\/auf-cdu-parteitag-arbeitsministerin-stellvertreterin-angela-merkel-1.html\">&ldquo;Weil die Zahl der &Auml;lteren ohne Job in der Wirklichkeit nicht gestiegen ist, sondern nur die Statistik seit 2007 ehrlicher sein muss&rdquo;<\/a>, haben wir jetzt diese miesen Zahlen. Schade, dass ihr bei ihren letzten Auftritt nicht einfiel, dass seit Jahren an der statistischen Erhebung der Arbeitslosenzahlen herumgebastelt wurde, bis sie dann endlich unter 3 Mio. Arbeitslose verk&uuml;nden durfte. Und nat&uuml;rlich hat die Ministerin auch ihrem Interview herum getrickst. Man erweitere die Altersgruppe und suche ein g&uuml;nstiges Vergleichsjahr und schon habe wir die tolle Meldung: &ldquo;Die Zahl der Arbeitslosen &uuml;ber 55 Jahre hat sich im Vergleich zum Jahr 2000 nahezu halbiert.&nbsp; Die Zahl &auml;lterer Erwerbst&auml;tiger zwischen 55 und unter 65 Jahren ist von 2005 bis 2009 um mehr als eine Million angestiegen.&rdquo; Nun ja, Statistik. Zu den Erwerbst&auml;tigen geh&ouml;ren auch Minijobber, geliehene Aushilfen und Ein-Euro-Jobber. Kurzum, die Zahl &auml;lterer Arbeitnehmer in prek&auml;ren Arbeitsverh&auml;ltnissen hat in den letzten Jahren immer mehr zugelegt. &ndash; Also bitte, wenn schon, dann bitte Erwerbst&auml;tige in Vollzeitjobs. Noch pr&auml;ziser, der gesellschaftlichen Realit&auml;t entsprechend, d&uuml;rfte man nur abh&auml;ngig Besch&auml;ftigte in Vollzeit erfassen, denn viele Selbstst&auml;ndige und Unternehmer w&uuml;rden wohl nicht darben, wenn sie arbeitslos w&uuml;rden. Abzuziehen w&auml;ren im Prinzip auch leitende Angestellte wie Herr Ackermann. Also solch eine reelle&nbsp; Zahl m&ouml;chte ich dann am Mittwoch von der Bundesregierung h&ouml;ren.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung M. B.:<\/strong> Trotzdem kann die Rente <a href=\"?p=7330#h08\">mit 67 kommen<\/a>; man muss standhaft bleiben.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Emp&ouml;rung &uuml;ber Kochs Bank-Engagement<\/strong><br>\nDie SPD zieht die Verbindung zu den fr&uuml;heren schwarzen Kassen der CDU. Dieses Geld war einst &uuml;ber die Schweizerische Bankgesellschaft geflossen, die mittlerweile in der UBS aufgegangen ist. Dort wird Koch Aussichtsratsvorsitzender.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/rhein-main\/empoerung-ueber-kochs-bank-engagement\/-\/1472796\/4822370\/-\/view\/printVersion\/-\/index.html\">Frankfurter Rundschau<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Lernen im Wendland<\/strong><br>\nDer fotografisch dokumentierte Einsatz zumindest eines franz&ouml;sischen Polizisten beim Castortransport im Wendland veranla&szlig;t die Bundesregierung zu einem regelrechten Eiertanz. Zwar gab das Innenministerium am Donnerstag zu, da&szlig; sich zwei franz&ouml;sische Polizisten in Deutschland aufgehalten h&auml;tten, die Erkl&auml;rung wirft aber etliche Fragen auf. So hei&szlig;t es, die beiden Angeh&ouml;rigen der Eliteeinheit CRS seien &raquo;als Beobachter&laquo; im Wendland gewesen. W&auml;hrend einer von ihnen im Bereich einer polizeilichen Leitstelle eingesetzt war, sei der andere dem &raquo;Einsatzabschnitt Transport zugeteilt&laquo; gewesen. Castorgegner h&auml;tten gegen ihn eine Straftat ver&uuml;bt, die aber nicht n&auml;her erl&auml;utert wird. Als daraufhin Bundespolizisten eingeschritten waren, seien diese &raquo;in Bedr&auml;ngnis&laquo; geraten. Der franz&ouml;sische Kollege habe ihnen dann aus &raquo;einer Notsituation&laquo; heraushelfen wollen, hie&szlig; es. Ungekl&auml;rt bleibt dabei, warum jemand, der nur beobachten soll, Schu&szlig;waffe und Schlagstock mitf&uuml;hrt. Die Bilder des Fotografen Christian J&auml;ger sprechen gegen die Nothilfeversion. Man sieht deutlich, wie der CRS-Beamte auf einen Demonstranten zugeht, der das Bahngleis blockiert. Der Polizist richtet in aller Ruhe seine Handschuhe und nimmt den Demonstranten in den Schwitzkasten. Unbehelligt von anderen Atomkraftgegnern tr&auml;gt er ihn gemeinsam mit einem deutschen Kollegen weg. Eine Notsituation ist nicht zu erkennen.<br>\nDas nieders&auml;chsische Innenministerium hatte am Donnerstag mitgeteilt, auf Einladung des Landes seien als Beobachter auch niederl&auml;ndische, polnische und kroatische Polizisten vor Ort gewesen. Bei den franz&ouml;sischen CRS-Einheiten handelt es sich um kasernierte Elitekr&auml;fte, die bevorzugt zur Niederschlagung von Unruhen eingesetzt werden. 1977 wurden bei einem CRS-Einsatz gegen Atomkraftgegner durch sogenannte Blendgranaten ein Demonstrant get&ouml;tet und mehrere schwer verletzt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/11-13\/041.php\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong>&nbsp; Die Welt zu Gast bei Freunden auf ganz besondere Art.<\/em><\/p>\n<p><strong>Polizisten als &bdquo;Krawall-Touristen&ldquo;<\/strong><br>\nBundestagsabgeordnete der Gr&uuml;nen und der Linkspartei fordern vom Innenministerium (BMI) Aufkl&auml;rung &uuml;ber den Einsatz franz&ouml;sischer Polizisten beim Castor-Transport nach Gorleben. &bdquo;Bundesinnenminister de Maizi&egrave;re muss offenlegen, ob es ein deutsches Amtshilfe-Ersuchen f&uuml;r den Pr&uuml;gel-Einsatz ausl&auml;ndischer Polizeikr&auml;fte gegen die Demonstranten gegeben hat&ldquo;, erkl&auml;rte die Linken-Innenpolitikerin Ulla Jelpke. Sie verweist auf Aufnahmen, die zeigen, wie bewaffnete Beamte der franz&ouml;sischen Bereitschaftspolizei CRS Demonstranten im Wendland verpr&uuml;gelten. &bdquo;Die CRS ist seit langem ber&uuml;chtigt f&uuml;r ihr brutales Vorgehen gegen Demonstranten und streikende Gewerkschafter in Frankreich&ldquo;, so Jelpke. Deren Einsatz zeuge vom &bdquo;Eskalationswillen der Bundesregierung.&ldquo;<br>\nInzwischen geben sowohl Bundespolizei als auch BMI zu, dass franz&ouml;sische Polizisten nicht nur bei der Grenz&uuml;berquerung eingesetzt waren. Ein BMI-Sprecher sagte der FR, dass &bdquo;im Rahmen des Einsatzes der Bundesbereitschaftspolizei auch zwei franz&ouml;sische Polizeibeamte als Beobachter teilnahmen&ldquo;. Ein Polizeisprecher nannte zudem drei kroatische Polizisten als &bdquo;Beobachter&ldquo;. Fotos, auf denen ein CRS-Beamter gegen Demonstranten vorgeht, erkl&auml;rte das BMI damit, dass deutsche Polizisten &bdquo;in Bedr&auml;ngnis geraten waren&ldquo; und die Franzosen Nothilfe leisteten. Das sei durch den Pr&uuml;mer Vertrag gedeckt, der die grenz&uuml;berschreitende Zusammenarbeit der Polizei regelt.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.fr-online.de\/politik\/polizisten-als--krawall-touristen-\/-\/1472596\/4829716\/-\/index.html\">FR<\/a><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Stuttgart 21 &ndash;  Zur&uuml;ck in die Zukunft<\/strong><br>\nMit 250 Stundenkilometern vom Stuttgarter Hauptbahnhof aus &uuml;ber die Schw&auml;bische Alb &ndash; davon tr&auml;umt das politische Establishment im &bdquo;L&auml;ndle&ldquo; seit 1994. Aber ob der Haupt- und Sackbahnhof der baden-w&uuml;rttembergischen Landeshauptstadt bis zum Jahresende 2019 tats&auml;chlich zu einem unterirdischen Durchgangsbahnhof umgebaut sein wird, ist ungewiss. Zum einen w&auml;chst der Unmut in der Bev&ouml;lkerung gegen&uuml;ber Stuttgart 21, zum anderen sind die veranschlagten Baukosten in den vergangenen Jahren f&ouml;rmlich explodiert. Waren die Kosten 1995 noch auf 4,8 Mrd. DM taxiert worden, ergab eine im Dezember 2009 aufgestellte Kalkulation, dass sie sich auf mindestens 4,1 Mrd. Euro belaufen werden.[1] Dar&uuml;ber hinaus werden nun 2,9 Mrd. Euro f&uuml;r die knapp 60 km lange Hochgeschwindigkeitsstrecke Wendlingen-Ulm als wesentlicher Bestandteil des Projekts Stuttgart 21 veranschlagt.<br>\nDiejenigen, die sich f&uuml;r die Umgestaltung des 16gleisigen Kopfbahnhofs in einen achtgleisigen Durchgangsbahnhof aussprechen, verweisen mit besonderer Verve auf die damit einhergehenden Fahrtzeitverk&uuml;rzungen. So w&uuml;rde sich mit Stuttgart 21 und dem Bau der ICE-Strecke zwischen Wendlingen und Ulm die Fahrtzeit zum M&uuml;nchener Hauptbahnhof um 26 Minuten verk&uuml;rzen.<br>\nBei dieser Rechnung wird indes verschwiegen, dass Bahnfahrer die Strecke Stuttgart-M&uuml;nchen bereits 1995 &ndash; als der Gleisk&ouml;rper noch regelm&auml;&szlig;ig gewartet, instandgesetzt und modernisiert wurde &ndash; in zwei Stunden und einer Minute zur&uuml;cklegten, w&auml;hrend die Z&uuml;ge heute zwei Stunden und 20 Minuten ben&ouml;tigen.<br>\nHinzu kommt, dass der G&uuml;terverkehr auf dem Abstellgleis zu landen droht. Bei gr&ouml;&szlig;eren Steigungen ist die neue Route n&auml;mlich nur f&uuml;r G&uuml;terz&uuml;ge mit einem Gewicht von maximal 1000 Tonnen und einer L&auml;nge von bis zu 500 Metern geeignet. Solche Z&uuml;ge verkehren aber kaum noch, denn selbst die im &bdquo;Kombinierten Verkehr&ldquo; eingesetzten Z&uuml;ge, die deutlich leichter sind als die mit Massengut beladenen Ganzz&uuml;ge, weisen im Durchschnitt ein Bruttogewicht von 1400 Tonnen auf &ndash; Tendenz steigend.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2010\/november\/stuttgart-21-zurueck-in-die-zukunft\">Bl&auml;tter<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>Stuttgart 21 &ndash; &ldquo;Ich habe schreckliche Bilder gesehen&rdquo;<\/strong><br>\nWas wirklich geschah am 30. September 2010 im Stuttgarter Schlossgarten. Der Schriftsteller Wolfgang Schorlau war dabei. Daraus ist das Buch &ldquo;Stuttgart 21 &ndash; Die Argumente&rdquo; entstanden. Einige Ausz&uuml;ge vorab.<br>\n&bdquo;Die Idee zu diesem Buch entstand am 30. September 2010, dem Tag, der als schwarzer Donnerstag in die Geschichte Stuttgarts eingegangen ist.<br>\n&hellip;<br>\nDoch pl&ouml;tzlich tauchten zivil gekleidete Polizisten auf, junge M&auml;nner mit schwarzen Wollm&uuml;tzen und schwarzen Hosen, als Beamte zu erkennen an einer gelben Weste mit der Aufschrift &bdquo;Polizei&ldquo;. Diese f&uuml;nfk&ouml;pfigen Einsatzteams, immer begleitet von einem ebenfalls zivil gekleideten Kameramann, marschierten zu einzelnen B&auml;umen und bildeten einen Kreis um den Stamm. Die Jugendlichen umringten sie, sprachen auf sie ein; sie vermuteten, diese B&auml;ume sollten gef&auml;llt werden. Pl&ouml;tzlich, ohne Vorwarnung, schlug einer dieser Polizisten einem Sch&uuml;ler mit voller Wucht ins Gesicht. Sein Kollege filmte den Vorgang. Zwei Kids brachten ihren verletzten Mitsch&uuml;ler fort. Ich fotografierte den Schl&auml;ger mit der Handykamera. Es dauerte eine Weile, bis ich begriff, was ich sah: Das waren Eskalationstrupps. Sie wollten Schl&auml;gereien provozieren. Sie wollten Bilder gewaltt&auml;tiger Demonstranten.<br>\nSie bekamen die Bilder nicht. Wenn es ein Wunder an diesem schwarzen Donnerstag gab, dann nicht nur, dass es nicht mehr Schwerverletzte &ndash; oder sogar Tote &ndash; gegeben hat, sondern auch, dass die Demonstranten die Aggressionen, die von der Polizei ausgingen, nicht mit gleicher M&uuml;nze zur&uuml;ckgezahlt haben. Sie antworteten stets mit dem Sprechchor: &bdquo;Wir sind friedlich, was seid ihr?&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/schorlau-ich-habe-schreckliche-bilder-gesehen\/2330322.html\">Der Tagesspiegel<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Stuttgart 21 &ndash;  Vorsicht Schl&uuml;sselprojekt!<\/strong><br>\nKalkar, Transrapid &ndash; und Stuttgart 21: Wird ein Bau mit nationaler Bedeutung aufgeladen, wenn erst einmal Vokabeln wie &ldquo;alternativlos, unumkehrbar, symbolhaft&rdquo; bem&uuml;ht werden, hei&szlig;t das: Es steht schlecht darum.<br>\nEs ist ein paar Jahrzehnte her, da sollten in Kalkar am Niederrhein Deutschland und die ganze Welt gerettet werden. Zwischen 1970 und 1991 t&uuml;ftelten dort Ingenieure an einem neuartigen Atomkraftwerk vom Typ &ldquo;Schneller Br&uuml;ter&rdquo;. Nur mit dem Bau solcher Anlagen sei die Klimakatastrophe aufzuhalten, warnte damals der Leiter des Kernforschungszentrums J&uuml;lich. Der Schnelle Br&uuml;ter, assistierte die FDP, sei Symbol f&uuml;r die &ldquo;technologische Zuverl&auml;ssigkeit und Beherrschbarkeit bei der Durchf&uuml;hrung von Gro&szlig;projekten in der Bundesrepublik&rdquo;. Schon deshalb m&uuml;sse er ans Netz &ndash; also aus prinzipiellen Gr&uuml;nden.<br>\nNach der Jahrtausendwende ging es dann in Bayern um alles oder nichts: Die Magnetschwebebahn Transrapid sei ein nationales Schl&uuml;sselprojekt, sagte Ministerpr&auml;sident Edmund Stoiber und verk&uuml;ndete im September 2007 den &ldquo;endg&uuml;ltigen Durchbruch&rdquo; bei den Verhandlungen &uuml;ber die Finanzierung: &ldquo;Die politisch Verantwortlichen werden das nicht mehr stoppen.&rdquo;<br>\nKalkar, Transrapid und jetzt Stuttgart 21 &ndash; so unterschiedlich die Gro&szlig;projekte auch sind: Die Argumente der Bef&uuml;rworter gleichen sich &uuml;ber Jahrzehnte hinweg bis aufs Wort. Zuletzt war es BASF-Chef J&uuml;rgen Hambrecht, der vor einer Woche in Stuttgart das Bahnprojekt mit der bew&auml;hrten Standardfloskel verteidigte: &ldquo;Ein klares Ja zu Stuttgart 21 ist ein klares Ja zu einem fortschrittlichen Industriestandort Deutschland.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/sueddeutsche.de\/politik\/stuttgart-vorsicht-schluesselprojekt-1.1023354\">SZ<\/a><\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Peinliche Pleite im Antiterrorkampf<\/strong><br>\nIm Fall des vor einer Woche im Saarland festgenommenen islamischen Terrorverd&auml;chtigen stehen die Sicherheitsbeh&ouml;rden anscheinend vor einem Desaster. Der 18j&auml;hrige aus Neunkirchen wurde m&ouml;glicherweise von einem V-Mann dazu angestiftet, per Videobotschaften Anschl&auml;ge in Deutschland anzudrohen. Dies gehe aus den Ermittlungsakten hervor, sagte der Anwalt des Beschuldigten, Christian Kessler. Generalstaatsanwaltschaft und Landeskriminalamt wollten den Vorwurf nicht kommentieren. Allerdings sei der Einsatz von Informanten bei Ermittlungen gegen radikale Islamisten ein zul&auml;ssiges Mittel der Strafverfolgung und durch h&ouml;chstrichterliche Urteile gedeckt, betonte Generalstaatsanwalt Ralf-Dieter Sahm am Freitag.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/11-13\/066.php\">junge Welt<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung OP:<\/strong> Die Verleitung eines unbescholtenen Jugendlichen zu einer Straftat durch einen Agenten Provokateur ist nicht nur peinlich, sondern skandal&ouml;s. Skandal&ouml;s sind und einer &uuml;berarbeitenden Einordnung&nbsp; bed&uuml;rfen diverse Urteile des Bundesgerichtshofs, so z.B. BGH 1 StR 221\/99 &ndash; Urteil v. 18. November 1999. Darin hei&szlig;t es u.a.:<br>\n&ldquo;1. Wird eine unverd&auml;chtige und zun&auml;chst nicht tatgeneigte Person durch die von einem Amtstr&auml;ger gef&uuml;hrte Vertrauensperson in einer dem Staat zuzurechnenden Weise zu einer Straftat verleitet und f&uuml;hrt dies zu einem Strafverfahren, liegt darin ein Versto&szlig; gegen den Grundsatz des fairen Verfahrens gem&auml;&szlig; Art. 6 Abs. 1 Satz 1 MRK. Dieser Versto&szlig; ist in den Urteilsgr&uuml;nden festzustellen. Er ist bei der Festsetzung der Rechtsfolgen zu kompensieren. Das Ma&szlig; der Kompensation f&uuml;r das konventionswidrige Handeln ist gesondert zum Ausdruck zu bringen. (BGHSt)&nbsp; 2. Selbst die &Uuml;berschreitung der Grenzen zul&auml;ssigen Lockspitzeleinsatzes f&uuml;hrt nicht zu einem Verfahrenshindernis eigener Art &ldquo;wegen Verwirkung des staatlichen Strafanspruchs&rdquo; aufgrund widerspr&uuml;chlichen Verhaltens.&rdquo; Wie leicht Jugendliche zu obigem Videoklamauk zu verf&uuml;hren sind, kann jeder anhand seiner eigenen Jugend &uuml;berpr&uuml;fen.<br>\nWer sich n&auml;her mit dem Thema besch&auml;ftigt, fragt sich, nicht erst seit Heiligendamm oder Stuttgart 21, was das nach&nbsp; BGH, 23.05.1984 &ndash; 1 StR 148\/84 hei&szlig;t: &ldquo;Das Landgericht betont andererseits mit Recht, dass tatprovozierendes Verhalten polizeilicher Lockspitzel nur innerhalb der durch das Rechtsstaatsprinzip gesetzten Grenzen hingenommen werden kann (vgl. Urt. des Senats in GA 1975, 333, 334; ferner BGH NStZ 1984, 78 m.w.N.).&rdquo;<br>\nAnscheinend ist seitens des Staates Ungeheuerliches in diesem Rechtsstaat m&ouml;glich.<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>Aus dem Leben gebombt<\/strong><br>\nB&uuml;nno haben ihn seine Schulkameraden in Wuppertal genannt. Seine Hobbys: Schwimmen und Chillen. B&uuml;nyamin E. ging nach der Hauptschule zur Abendrealschule, in den Ferien jobbte er auf einem Bauernhof. Als bescheiden und sch&uuml;chtern beschreibt ihn der Hofbetreiber. Der war es auch, der im Stadtspiegel Velbert eine Traueranzeige schaltete. B&uuml;nyamin E. sei &ldquo;aus dem Leben gebombt&rdquo; worden, hei&szlig;t es da. &ldquo;In unserer Erinnerung bleibt er ein junger Deutscher, der h&ouml;flich, flei&szlig;ig und hilfsbereit war.&rdquo; Es hat da aber noch einen anderen B&uuml;nno gegeben. Der hie&szlig; &ldquo;Imran Almani&rdquo;. Am 4. Oktober, einen Monat bevor er 21 geworden w&auml;re, starb B&uuml;nyamin E. bei einem US-Drohnenangriff in der N&auml;he der pakistanischen Stadt Mir Ali, zusammen mit zwei Dschihadisten aus Hamburg: Naamen Meziche, 40, und Shahab Dashti, 27. Offiziell best&auml;tigt ist all das immer noch nicht, aber vor wenigen Tagen sind nun Fotos in islamistischen Foren aufgetaucht, auf denen die Leichen von &ldquo;Abu Askar&rdquo; und &ldquo;Imran Almani&rdquo; zu sehen sind. Das sind die Kampfnamen von Dashti und E.<br>\nBleibt die Frage, wie B&uuml;nno aus Wuppertal zu &ldquo;Imran Almani&rdquo; werden konnte. Anders als Dashti und Meziche war er f&uuml;r die Sicherheitsbeh&ouml;rden vor seiner Ausreise ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. Dashti und Meziche hatten in Hamburg die ber&uuml;chtigte Al-Kuds-Moschee besucht, in der schon die Todespiloten vom 11. September 2001 gebetet hatten. &ldquo;Dschihad&rdquo; war Dashtis Spitzname dort. Zeitgleich mit neun anderen Islamisten, darunter der jetzt in Bagram festgehaltene S., machten sich die beiden im Fr&uuml;hjahr 2009 in das afghanisch-pakistanische Grenzgebiet auf. Am 3. Oktober 2009 tauchte ein Video der Islamischen Bewegung Usbekistan auf. Dashti posiert darin mit einem schwarzen Schwert, auf dem steht: &ldquo;Gott ist gr&ouml;&szlig;er.&rdquo; Wie B&uuml;nyamin E. zu dieser Terrortruppe kam, l&auml;sst sich bisher nicht beantworten. Fest steht, dass er sich im Sommer auf den Weg in das pakistanisch-afghanische Grenzgebiet machte. Nahe liegt, dass er seinem &auml;lteren Bruder Emrah nachfolgte, der kurz zuvor dorthin ausgereist war. Emrah E. war das Gegenteil von B&uuml;nyamin. Er schw&auml;nzte die Schule, kiffte, soff, pr&uuml;gelte sich, raubte Leute aus und landete im Gef&auml;ngnis. Zuletzt sa&szlig; er in der JVA Siegburg, 4. Stock, Zelle 347. Er sei &ldquo;das schwarze Schaf der Familie gewesen&rdquo;, schrieb Emrah E. einmal selbst in einem Text f&uuml;r ein islamistisches Heft. &ldquo;Der hatte nichts mehr zu verlieren&rdquo;, hei&szlig;t es in Sicherheitskreisen.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=sw&amp;dig=2010%2F11%2F13%2Fa0190&amp;cHash=470f0ebec7\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung:<\/strong> In der Tat bleibt die Frage, und diese d&uuml;rfte wegen der einheimischen Islamistenfront die entscheidende sein, wie wurde aus diesem ver(w)irrten L&auml;mmlein ein Wolf. Und Zweitens: Wie gelangten das US- Milit&auml;r und die mutma&szlig;lichen deutschen Helfershelfer zu den Schluss, dass dieser Junge und auch die anderen Opfer Talibank&auml;mpfer von so gro&szlig;er strategischer Bedeutung waren, dass sie mit eine Drohne jenseits aller Schlachtfelder beseitigt werden mussten?<\/em><\/p><\/li>\n<li><a name=\"h19\"><\/a><strong>Forscher: Mehr Fortschritt in S&uuml;dkorea als in Deutschland<\/strong><br>\nDas gemeinn&uuml;tzige Zentrum f&uuml;r gesellschaftlichen Fortschritt bringt in Zusammenarbeit mit der OECD und finanziell unterst&uuml;tzt von der Deutschen Bank einen neuen Fortschrittsindex in die Diskussion ein. Er besteht aus vier Komponenten: Nettonationaleinkommen, &ouml;kologischer Fu&szlig;abdruck, Lebenserwartung als Ma&szlig; f&uuml;r Gesundheit sowie Sch&uuml;ler- und Studierendenquoten als Ausdruck des Bildungsniveaus. 22 Industriel&auml;nder hat Volkswirt Bergheim, der fr&uuml;her f&uuml;r Investmentbanken gearbeitet hat, f&uuml;r die Jahre 1970 bis 2008 miteinander verglichen. 2008 rangiert Deutschland demnach auf Platz 18 von 22. Bei relativ hohem Einkommen, hoher Lebenserwartung und vergleichsweise kleinem &ouml;kologischen Fu&szlig;abdruck dr&uuml;ckt hierzulande erwartungsgem&auml;&szlig; die unterdurchschnittliche Entwicklung im Bildungsbereich auf die Fortschrittsbremse. Ganz vorne liegen seit Jahren die skandinavischen L&auml;nder. Im Fortschrittsindex ziehen aber inzwischen auch L&auml;nder wie S&uuml;dkorea in ihrer Wohlstandsentwicklung an Deutschland vorbei. Den Aspekt Verteilungsgerechtigkeit ber&uuml;cksichtigt allerdings auch der Fortschrittsindex nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=wu&amp;dig=2010%2F11%2F12%2Fa0143&amp;cHash=0b6afac1ff\">taz<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute unter anderem zu folgenden Themen: China, Irland, Euro-Krise, Export&uuml;bersch&uuml;sse Deutschlands, G 20, London beharrt auf Sozialreformen, Deutsche verschieben Schwarzgeld-Milliarden, Gesundheitsreform, Stuttgart 21. (JK\/AM)<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[19],"tags":[],"class_list":["post-7351","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hinweise-des-tages"],"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7351","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7351"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7351\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7354,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7351\/revisions\/7354"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7351"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7351"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7351"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}