{"id":74035,"date":"2021-07-07T08:24:56","date_gmt":"2021-07-07T06:24:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74035"},"modified":"2021-07-07T08:24:56","modified_gmt":"2021-07-07T06:24:56","slug":"hinweise-des-tages-3896","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74035","title":{"rendered":"Hinweise des Tages"},"content":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (WM\/JB)<br>\n<!--more--><br>\nHier die &Uuml;bersicht; Sie k&ouml;nnen mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:<\/p><ol>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74035#h01\">Zusch&uuml;sse an Kliniken: Wo sind die zus&auml;tzlichen Intensivbetten?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74035#h02\">T&auml;tschel, t&auml;tschel oder Trittbrettfahren adios!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74035#h03\">Berlin geht bei Deal der Immobilien-Riesen leer aus<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74035#h04\">H&ouml;here L&ouml;hne und einheitlicher Mindestlohn in der EU <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74035#h05\">Mindeststeuer: Meilenstein oder Schweizer K&auml;se mit riesigen L&ouml;chern?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74035#h06\">Der Kapitalismus ist nicht nat&uuml;rlich<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74035#h07\">Kampf gegen Korruption &ndash; Deutschland tut zu wenig<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74035#h08\">Die Arbeiter sind nicht schuld<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74035#h09\">Arbeit als Krankmacher<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74035#h10\">Mehr Druck auf Arbeitslose: <\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74035#h11\">US-Atombomben raus aus Deutschland<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74035#h12\">Die letzte Schlacht der Betonk&ouml;pfe<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74035#h13\">Am besten w&auml;re der Austritt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74035#h14\">Die &ldquo;Guten&rdquo; gegen die &ldquo;B&ouml;sen&rdquo;<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74035#h15\">In der Sanktionsspirale (II)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74035#h16\">Spanien macht den Rechtsstaat zur Farce und die EU schweigt<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74035#h17\">Wie viel CDU steckt in Hans-Georg Maa&szlig;en?<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74035#h18\">&ldquo;Schwarzbuch Corona&rdquo;<\/a><\/li>\n<\/ol><p><em><strong>Vorbemerkung:<\/strong> Wir kommentieren, wenn wir das f&uuml;r n&ouml;tig halten. Selbstverst&auml;ndlich bedeutet die Aufnahme in unsere &Uuml;bersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese &Uuml;bersicht f&uuml;r hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese M&ouml;glichkeit der schnellen Information hin.<\/em><\/p><ol>\n<li><a name=\"h01\"><\/a><strong>Zusch&uuml;sse an Kliniken: Wo sind die zus&auml;tzlichen Intensivbetten?<\/strong><br>\n2020 gab es viel Geld von den Krankenkassen f&uuml;r neue Intensivbetten. Manche Kliniken bauten dabei erstaunliche Kapazit&auml;ten auf. Doch viele Betten stehen nach Recherchen von WDR, NDR und SZ im Lager. Und es fehlt an Pflegepersonal.<br>\nIn vermutlich keinem Land der Welt gab es schon vor Ausbruch der Corona-Pandemie so viele Intensivbetten wie in Deutschland. Nach einer Statistik der OECD waren es  im Schnitt der Industriel&auml;nder pro 100.000 Einwohner zw&ouml;lf Intensivbetten. In Kanada waren es 13, in Frankreich 16, in den USA 17, in Deutschland aber 34 Klinikbetten f&uuml;r Schwerstkranke.<br>\nDennoch hat das deutsche Gesundheitsministerium im M&auml;rz 2020 angesichts der Corona-Pandemie die Krankenh&auml;user aufgefordert, diese hohe Zahl noch zu steigern. Verk&uuml;ndet wurde deshalb ein F&ouml;rderprogramm, das jeder Klinik 50.000 Euro pro neuem Intensivbett versprach.<br>\n686 Millionen Euro wurden daf&uuml;r im vergangenen Jahr an die Kliniken &uuml;berwiesen, rechnerisch m&uuml;sste es also rund 13.700 neue Intensivbetten geben &ndash; zus&auml;tzlich zu den 28.0000 damals schon vorhandenen Betten. Doch selbst f&uuml;r den Bundesrechnungshof war es in seinem j&uuml;ngsten Bericht Anfang Juni nicht nachvollziehbar, wo diese Betten stehen. Er kritisierte Gesundheitsminister Jens Spahn daf&uuml;r, dass sein Haus &ldquo;bis heute nicht in der Lage ist, die Zahl der tats&auml;chlich aufgestellten sowie der zus&auml;tzlich angeschafften Intensivbetten verl&auml;sslich zu ermitteln&rdquo;.<br>\nHaben Kliniken das Geld richtig eingesetzt?<br>\nDamit soll nun Schluss sein: Bisher unbemerkt von der &Ouml;ffentlichkeit hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) eine Excel-Tabelle auf seiner Internetseite ver&ouml;ffentlicht, aus der ablesbar ist, wie hoch die Geldfl&uuml;sse an jedes einzelne Krankenhaus in Deutschland zum Aufbau neuer Intensivbetten waren.<br>\nDas Ministerium selbst scheint inzwischen Zweifel zu haben, ob beim Aufbau der Intensivbetten immer alles &uuml;berall mit rechten Dingen zuging &ndash; oder ob es Kliniken gab, die auf diesem Weg schlicht Geld abgegriffen haben f&uuml;r Betten, die tats&auml;chlich gar nicht neu geschaffen wurden.<br>\nEin Brief von BMG-Staatssekret&auml;r Thomas Steffen vom 21. Juni an die Bundesl&auml;nder, der WDR, NDR und &ldquo;S&uuml;ddeutscher Zeitung&rdquo; (SZ) vorliegt, bringt das Misstrauen zum Ausdruck. Darin bittet er die L&auml;nder mit Frist bis 15. Juli, sich &ldquo;von den Krankenh&auml;usern konkrete Nachweise in Form von Rechnungen, Kostenaufstellungen und &auml;hnliches zur Anschaffung neuer Intensivbetten anzufordern&rdquo;. Vor allem interessiere das Ministerium auch, &ldquo;ob und in welchen F&auml;llen die Beschaffung neuer Intensivbetten oder die Umwandlung bestehender Betten zu Intensivbetten von den Krankenh&auml;usern nicht nachgewiesen werden konnte&rdquo; und deshalb &ldquo;ausgezahlte F&ouml;rderbetr&auml;ge auf Grund fehlender Nachweise zur&uuml;ckgefordert worden sind&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/investigativ\/ndr-wdr\/intensivbetten-113.html\">tagesschau, 06.07.2021, 18 Uhr<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h02\"><\/a><strong>T&auml;tschel, t&auml;tschel oder Trittbrettfahren adios!<\/strong><br>\n[&hellip;] Und nun die Regenbogenflagge, mit der &bdquo;ein Zeichen&ldquo; durch und w&auml;hrend der EM gesetzt werden soll. Welches eigentlich? Sollen Einsatzwagen der Polizei, die inzwischen mit den Regenbogenfarben dekoriert sind, signalisieren: &bdquo;Hier bist, du, schwuler Mann, sicher. Die Polizei steht dir bei und l&auml;sst nicht zu, dass du diskriminiert wirst?&ldquo; Oder beantworten Spieler auf einmal die Frage, was sie denn nach der EM machen, damit: Ich fahre erst einmal mit meinem Freund in Urlaub? Statt &bdquo;mit meiner Familie&ldquo;, auch wenn es die gar nicht gibt?<br>\nAlso, ich glaube, bei der Polizei gibt es genauso viele Idioten, wie bei einer G&auml;rtnerei oder einem Chemiekonzern. Und ganz sicher auch im (Um-)Feld des Fu&szlig;balls. Warum sollte es gerade bei den Genannten anders sein? Da n&uuml;tzt auch die Regenbogenfahne nichts. Ich durfte das mal wieder k&uuml;rzlich hier in der Frankfurter Innenstadt hautnah erleben, wie menschenverachtend es zugehen kann bei unserem Freund und Helfer, der, das soll hier aber unbedingt gesagt werden, &uuml;berwiegend tats&auml;chlich FreundIn ist und hilft.<br>\nWer muss eigentlich wann gegen wen und was gesch&uuml;tzt werden? Der Spieler Y vor Hoene&szlig;, der ihn &bdquo;kommen l&auml;sst&ldquo;, um ihm eine intime Frage zu stellen, deren Antwort Hoene&szlig; gar nichts angeht? Ein Spieler, der einige Millionen Euro im Jahr verdient und in Saus und Braus lebt? Ich muss gestehen, meine Anteilnahme h&auml;lt sich in Grenzen. Und, bittesch&ouml;n, was ist denn mit den anderen Diskobesuchern? Heute sagt man nat&uuml;rlich Club. Was ist mit den Clubbesucherinnen, die keine Promis sind? Wurden die auch von ihren Chefinnen zur Stellungnahme ins Chefinnenb&uuml;ro gebeten, weil sie vielleicht von einer Kollegin gesehen wurden, die das Gesehene an deren Chefin weitergibt? Wir wissen es nicht.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/krass-und-konkret.de\/medien-kultur\/taetschel-taetschel-oder-trittbrettfahren-adios\/\">Krass&amp;Konkret<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h03\"><\/a><strong>Berlin geht bei Deal der Immobilien-Riesen leer aus<\/strong><br>\nKritiker der &Uuml;bernahme des Immobilienkonzerns Deutsche Wohnen durch die Aktiengesellschaft Vonovia hatten es bef&uuml;rchtet, nun ist es Gewissheit: Anders als Privatpersonen zahlt die Vonovia f&uuml;r den Erwerb von rund 90.000 Wohnungen nicht einen Cent Grunderwerbsteuer an das Land Berlin.<br>\nSch&auml;tzungen zufolge w&auml;re bei Veranlagung des in Berlin geltenden Steuersatzes von sechs Prozent eine Summe von rund einer Milliarde Euro f&auml;llig geworden. Geld, das der klamme Berliner Landeshaushalt gut h&auml;tte gebrauchen k&ouml;nnen. Zumal f&uuml;r den Kauf von 20.000 Wohnungen, die das Land selbst von der Deutsche Wohnen &uuml;bernehmen wird, Ausgaben in Milliardenh&ouml;he f&auml;llig werden&hellip;<br>\nDie SPD-Bundestagsabgeordnete Cansel Kiziltepe, zuletzt in den Verhandlungen &uuml;ber eine Reform des Grunderwerbsteuergesetzes am Widerstand der Union gescheitert, erkl&auml;rte: &bdquo;Vonovia reiht sich unter die Steuervermeider. Sie nutzt die 90 Prozent-Schwelle aus, wof&uuml;r die Union mit aller H&auml;rte gek&auml;mpft hat. Mal wieder zeigt sich der Lobbyerfolg der Immobilienbranche, die sich auf ihre guten Kontakte zur CSU und CDU verlassen k&ouml;nnen.&ldquo;<br>\nDie deutlichste Kritik am Vorgehen der beiden Immobilienriesen &ndash; die Vonovia h&auml;lt nach erfolgter Fusion deutschlandweit mehr als 500.000 Wohnungen &ndash; kommt von der Initiative &bdquo;Deutsche Wohnen und Co. enteignen&ldquo;. Sprecher Rouzbeh Taheri sagte dem Tagesspiegel: &bdquo;Vonovia und die Deutsche Wohnen werden ihre Vereinigung auf Kosten der Steuerzahler vornehmen.&ldquo; Mit Blick auf die geltende Gesetzeslage, die das geplante Vorgehen ausdr&uuml;cklich erlaubt, sprach Taheri von &bdquo;legaler Steuerhinterziehung&ldquo; und warf der CDU im Bund vor, eine deutlich sch&auml;rfere Regelung und damit die Verhinderung sogenannter &bdquo;Share Deals&ldquo; blockiert zu haben.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/vonovia-zahlt-keinen-cent-grunderwerbsteuer-berlin-geht-bei-deal-der-immobilien-riesen-leer-aus\/27389600.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE\">Tagesspiegel<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung J.K.:<\/strong> Hier zeigt sich wieder mit aller Deutlichkeit, die aggressive Steuervermeidung gro&szlig;er Konzerne wird nach wie vor durch die politische Elite gedeckt. Hauptantreiber, die unter Merkel angeblich &ldquo;sozialdemokratisierte&rdquo; CDU.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h04\"><\/a><strong>H&ouml;here L&ouml;hne und einheitlicher Mindestlohn in der EU <\/strong><br>\noder Extraprofite f&uuml;r transnationale Konzerne durch grenz&uuml;berschreitendes Lohndumping<br>\nDie Forderungen der europ&auml;ischen Gewerkschaftsvereinigungen nach h&ouml;heren L&ouml;hnen und einen Europ&auml;ische Union (EU)-weiten einheitlichen Mindestlohn waren immer schon recht leise und zur&uuml;ckhaltend, wenn es ums Konkrete ging. &bdquo;Pay Rise&ldquo; hie&szlig; zuletzt die Kampagne des Europ&auml;ischen Gewerkschaftsbundes (EGB), die in ganz Europa die Umverteilung in den Blick nehmen sollte. Sie ist still und leise verpufft.<br>\nDie Schieflage bei der Lohnentwicklung, die vom deutschen Modell des Ausbaus des Niedriglohnsektors ausging, hat man auch v&ouml;llig aus dem Blick verloren.<br>\nIm Herbst 2020 schlug die EU-Kommission eine &bdquo;Richtlinie &uuml;ber angemessene Mindestl&ouml;hne in der EU&ldquo; (MiLoRL) vor, die Ma&szlig;st&auml;be f&uuml;r die Festsetzung von gesetzlichen Mindestl&ouml;hnen in den Mitgliedsstaaten klar- und sicherstellen soll. Sie will einen europaweiten Rechtsrahmen f&uuml;r angemessene Mindestl&ouml;hne schaffen, ohne dass den Mitgliedstaaten die M&ouml;glichkeit genommen wird, den gesetzlichen Mindestlohn festzulegen.<br>\nIn Deutschland hatten sich die Regierungsparteien im Koalitionsvertrag auf die Einf&uuml;hrung der Mindestlohnregelung auf der EU-Ebene geeinigt, doch gibt es derzeit Streit &uuml;ber die Umsetzung. Vor allem blockiert das Bundeswirtschaftsministerium das Vorhaben, weil der deutsche Niedriglohnsektor den Unternehmen auch in der EU gro&szlig;e Konkurrenzvorteile bietet und man wartet wahrscheinlich erst einmal die Bundestagswahl ab. Flankierend dazu hat nun auch der EU-Ministerrat das Vorhaben auf das zweite Halbjahr 2021 verschoben.<br>\nDabei ist das Thema mehr als &uuml;berf&auml;llig&hellip;<br>\n(&hellip;) Statt die L&ouml;hne in den neuen EU-Mitgliedsstaaten zu erh&ouml;hen, steigt der Druck auf den Verdienst in den alten Mitgliedsstaaten. B&ouml;se Zungen behaupten, dies sei auch gewollt, die Lohnunterschiede in der EU werden nicht geringer, daf&uuml;r w&auml;chst das grenz&uuml;berschreitende Lohndumping und l&auml;sst die Profite der transnationalen Konzerne explodieren. Damit das so bleibt, soll die wirtschaftliche Angleichung innerhalb Europas verlangsamt werden, man steht auf der Bremse&hellip;<br>\nLohnpolitik in der EU.<br>\nNach der Ost&ouml;ffnung der EU im Jahr 2004 sahen sich europ&auml;ische Besch&auml;ftigte einmal wieder in direkter Konkurrenz zu Menschen, die ihre Arbeitskraft deutlich billiger anboten. Um die direkte Konfrontation abzufedern, z&ouml;gerten die wirtschaftsstarken L&auml;nder der EU die &Ouml;ffnung des Arbeitsmarktes f&uuml;r die neuen Mitglieder bis zum Jahr 2011 hinaus. Die bis zu 7 Jahre m&ouml;gliche &Uuml;bergangsfrist f&uuml;r die Einschr&auml;nkung der Freiz&uuml;gigkeit der Besch&auml;ftigten wurde schon immer genutzt, war aber der EU-Kommission nicht recht, weil sie die direkte Konkurrenz der Arbeitskr&auml;fte zur Lohnsenkung und Profitsteigerung f&uuml;r die Unternehmen schon immer f&ouml;rdert&hellip;<br>\nGewerkschaften<br>\nAuch der Europ&auml;ische Gewerkschaftsbund (EGB), der selbst keine tarifpolitischen Kompetenzen hat, forderte h&ouml;here L&ouml;hne in Europa im Rahmen der &bdquo;Pay Rise&ldquo; Kampagne, die aber sang und klanglos verschwand, ohne das st&auml;ndige Wachstum des Niedriglohnsektors, ausgehend von Deutschland, zu thematisieren&hellip;<br>\nDer EGB beklagt, es seien Politiker, &Ouml;konomen und Unternehmen gewesen, die ausschlie&szlig;lich auf Export ausgerichteten Wirtschaftsmodells mit eingebautem Niedriglohnsektor favorisierten und installierten, ohne die tragende Rolle der Gewerkschaft dabei auch nur leise zu erw&auml;hnen. Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit. W&auml;hrend fr&uuml;her die s&uuml;dl&auml;ndischen Gewerkschaften in der EU eine Binnenkonjunkturstrategie favorisierten, sind heute wohl alle europ&auml;ischen Gewerkschaften Anh&auml;nger der Exportstrategie&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/gewerkschaftsforum.de\/hoehere-loehne-und-einheitlicher-mindestlohn-in-der-eu-oder-extraprofite-fuer-transnationale-konzerne-durch-grenzueberschreitendes-lohndumping\/#more-11061\">Gewerkschaftsforum<\/a>\n<p><strong>Dazu: Island setzt auf 4-Tage-Woche<\/strong><br>\nFast 9 von 10 Isl&auml;ndern k&ouml;nnen jetzt k&uuml;rzer arbeiten<br>\nIsland hat die 4-Tage-Woche getestet &ndash; es ist der gr&ouml;&szlig;te Versuch weltweit. Er war so erfolgreich, dass jetzt 86 Prozent der isl&auml;ndischen Besch&auml;ftigen eine Arbeitszeitverk&uuml;rzung oder die M&ouml;glichkeit dazu bekommen haben. Denn der Island-Versuch hat gezeigt: Arbeitszeitverk&uuml;rzung bei vollem Lohn macht die Besch&auml;ftigten gl&uuml;cklicher, ges&uuml;nder und produktiver &ndash; und rechnet sich wirtschaftlich.<br>\nEin Prozent aller isl&auml;ndischen Besch&auml;ftigten hat k&uuml;rzer gearbeitet<br>\nAuf Druck der Gewerkschaften und der Zivilgesellschaft haben der Stadtrat von Reykjav&iacute;k und die isl&auml;ndische Regierung 2015 das weltweit gr&ouml;&szlig;te Experiment zur Arbeitszeitverk&uuml;rzung gestartet. Vier Jahre lang haben 2.500 Besch&auml;ftigte aus &uuml;ber 100 Unternehmen statt 40 im Schnitt nur 35 oder 36 Stunden gearbeitet. All das bei vollem Lohn. Der Versuch war so erfolgreich, dass nun generell die Arbeitszeitregelungen ge&auml;ndert wurden&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/kontrast.at\/island-4-tage-woche\/?utm_source=mailpoet&amp;utm_medium=email&amp;utm_campaign=newsalert\">kontrast at.<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Anmerkung Marco Wenzel:<\/strong> 35 Stunden sind ein Schritt in die richtige Richtung, aber das reicht noch lange nicht aus. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit, der hohen Produktivit&auml;t und der nutzlosen Arbeit in Bereichen wie R&uuml;stung, Milit&auml;r, Werbung usw., w&auml;ren 20 Stunden m&ouml;glich. Und eine Senkung des Renteneintrittsalters gleich dazu, siehe hierzu auch weiter oben: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/406097.altersvorsorge-arbeit-als-krankmacher.html\">Arbeit als Krankmacher<\/a>.<\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h05\"><\/a><strong>Mindeststeuer: Meilenstein oder Schweizer K&auml;se mit riesigen L&ouml;chern?<\/strong><br>\nEiner weiter verw&auml;sserten Version &ndash; mit Ausnahmeregelungen unter anderem f&uuml;r Banken &ndash; versagten neun OECD-Mitglieder die Unterschrift. In Europa: Irland, Estland und Ungarn<br>\n(&hellip;) Dabei hatte man sich von der geplanten Mindeststeuer von 21 Prozent weit entfernt. Sie soll nur noch 15 Prozent betragen&hellip;. OECD-Generalsekret&auml;r Mathias Cormann sprach allerdings weiterhin von einem &ldquo;historischen Ma&szlig;nahmenpaket&rdquo;, auf das man sich geeinigt habe&hellip;&rdquo;Dieses Paket beseitigt nicht den Steuer-Wettbewerb. Das soll es auch nicht, aber es setzt ihm multilateral vereinbarte Grenzen&rdquo;, erkl&auml;rte Cormann. Das entspricht viel eher der Realit&auml;t. Zumal, wie abzusehen war, auf OECD-Ebene das l&auml;ngst abgespeckte G7-Modell weiter verw&auml;ssert wurde&hellip;<br>\nIm Rahmen der zweiten S&auml;ule soll die globale Mindestk&ouml;rperschaftssteuer nach Sch&auml;tzungen j&auml;hrlich rund 150 Milliarden Dollar an zus&auml;tzlichen globalen Steuereinnahmen generieren. Verteilt auf 130 L&auml;nder ist das nicht viel, vor allem wenn man bedenkt, dass in der Corona-Krise die Schulden der L&auml;nder weltweit um mindestens 20 Billionen Dollar explodiert sind.<br>\nSchon bevor die Axt erneut an das vereinbarte Grundger&uuml;st gesetzt wurde, hatten etliche Kritiker angef&uuml;hrt, dass ein Steuersatz von 15 Prozent nur wenig dazu beitragen k&ouml;nne, &ldquo;den sch&auml;dlichen Wettlauf nach unten bei der Unternehmenssteuer zu beenden und die weitverbreitete Nutzung von Steueroasen einzud&auml;mmen&rdquo;. Vermutet wird, dass die Mindeststeuer zum Niedrigstandard mutieren k&ouml;nnte. Letztlich orientiert sich das wenig ambitionierte Ziel an der K&ouml;rperschaftssteuer im Steuerparadies Irland von 12,5 Prozent.<br>\nSchamloser Wettlauf nach unten<br>\nJeder Steuersatz unter 25 Prozent bedeute aber, den Wettlauf nach unten am Leben zu erhalten. Mit dieser Begr&uuml;ndung hatten die Experten vom &ldquo;International Tax Justice Network&rdquo; bereits die G7-Pl&auml;ne als &ldquo;schamlos&rdquo; abgelehnt&hellip;<br>\nBesonders scharf hatte der franz&ouml;sische Wirtschaftswissenschaftler Thomas Piketty schon vor der erneuten Verw&auml;sserung das Vorhaben kritisiert. Er sprach unter anderem davon, dass nun das &ldquo;Recht auf Steuerhinterziehung legalisiert&rdquo; werde, da die &ldquo;multinationalen Konzerne ihre Gewinne weiterhin nach Belieben in Steuerparadiese verlagern k&ouml;nnen&rdquo;&hellip;<br>\nNoch mehr Ausnahmeregeln&hellip;<br>\nWie schon angedeutet, hat sich die Einsch&auml;tzung der Kritiker mit der Verw&auml;sserung auf OECD-Ebene nicht verbessert, da zudem weitere Ausnahmeregeln eingef&uuml;gt wurden. So erkl&auml;rte die finanzpolitische Sprecherin von B&uuml;ndnis 90\/Die Gr&uuml;nen, dass dieser neue Kompromiss, der nicht einmal von allen OECD-L&auml;ndern getragen wird, mit vielen Ausnahmen erkauft worden sei. &ldquo;Die Einigung ist schon jetzt ein Schweizer K&auml;se mit riesigen L&ouml;chern&rdquo;, sagte Lisa Paus.<br>\n(&hellip;) Aussichten<br>\nAm kommenden Freitag und Samstag werden in Venedig die Finanzminister der 20 f&uuml;hrenden Industrie- und Schwellenl&auml;nder (G20) weiterverhandeln. Die EU geht allerdings nicht geeint in dieses Treffen, schlie&szlig;lich haben die drei EU-L&auml;nder Irland, Estland und Ungarn mit sechs weiteren OECD-Staaten die Vereinbarung nicht unterzeichnet. Alle drei L&auml;nder sind f&uuml;r ihre niedrigen Steuers&auml;tze bekannt.<br>\nSie haben sich auch durch den 15-Prozent-Kompromiss, der eine klare Ann&auml;herung an ihre Dumping-Steuers&auml;tze bedeutet, nicht umstimmen lassen. Irlands Finanzminister Paschal Donohoe erkl&auml;rte, er habe wegen der Mindeststeuer nicht zustimmen k&ouml;nnen. Er k&uuml;ndigte aber an, die Verhandlungen weiter begleiten zu wollen.<br>\nDas bedeutet, dass auch er weitere Zugest&auml;ndnisse heraushandeln will. Man darf auch gespannt sein, ob der Fahrplan eingehalten werden kann. Letzte technische Details sollen bis Oktober gekl&auml;rt werden. Dann soll auch ein Plan f&uuml;r die Umsetzung stehen und eine Neuregelung soll ab 2023 gelten.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Mindeststeuer-Meilenstein-oder-Schweizer-Kaese-mit-riesigen-Loechern-6129330.html?seite=all\">Telepolis<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h06\"><\/a><strong>Der Kapitalismus ist nicht nat&uuml;rlich<\/strong><br>\nRechte behaupten gerne, der Kapitalismus sei das System, das der menschlichen Natur am n&auml;chsten sei. Haltbar ist diese These nicht.<br>\n(&hellip;) Die Existenz des Privateigentums und der Austausch und Verkauf dieses Eigentums seien demnach Charaktermerkmale menschlichen Daseins, die so nat&uuml;rlich seien wie das Gehen oder Sprechen. Und wenn diese Wesensz&uuml;ge dem Menschen eigen sind, dann stellt der Kapitalismus lediglich eine Verallgemeinerung dieser Wesensz&uuml;ge auf gesamtgesellschaftlicher Ebene dar, so Smith. Die kapitalistische Gesellschaft ist demnach diejenige, die die menschliche Natur ungez&uuml;gelt walten l&auml;sst.<br>\nKritikerinnen und Kritikern des Kapitalismus ist dieser argumentative Sprung &ndash; von einer allgemeinen Aussage zur menschlichen Natur, die noch halbwegs plausibel erscheint, zu der Behauptung, dass daraus die Notwendigkeit eines bestimmten Gesellschaftssystems folgt &ndash; schon immer suspekt gewesen. Es ist eine Sache anzuerkennen, dass Menschen mitunter nach Marktprinzipien denken und handeln. Aber daraus zu folgern, dass Menschen ihre Gesellschaft schon immer nach dieser Logik aufgebaut haben, ist eine g&auml;nzlich andere Sache&hellip;<br>\nEs gibt einen signifikanten Unterschied zwischen Kapitalismus und blo&szlig;em Markttreiben. Die 2016 verstorbene marxistische Politikwissenschaftlerin Ellen Meiksins Wood beschreibt die kapitalistische Gesellschaft als eine Gesellschaft, in der nicht die &raquo;&Ouml;konomie in die gesellschaftlichen Beziehungen eingebettet ist&laquo;, sondern die gesellschaftlichen Verh&auml;ltnisse &raquo;in die &Ouml;konomie&laquo;. Die Komplexit&auml;t der kapitalistischen Produktionsweise l&auml;sst sich also nicht allein anhand einer Reihe m&ouml;glicher menschlicher Motive und W&uuml;nsche erkl&auml;ren. Der Kapitalismus zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass die menschliche Neigung zum Tausch und Handel in diesem System die Vorherrschaft hat, sondern dass die Menschen angehalten sind, s&auml;mtliche Bereiche des Lebens als Transaktion zu begreifen. Dies ist nicht das Resultat freier Entscheidung, sondern ein Zwang.<br>\n(&hellip;) Was die Gesellschaft formt<br>\nDie Kernthese von Brenner und Wood zeigt, dass die Struktur einer Gesellschaft nicht von abstrakten Erw&auml;gungen zur menschlichen Natur bestimmt wird, sondern von politischen Konflikten&hellip;<br>\nSo wunderbar es auch klingen mag, dass wir alles, was wir brauchen, um den Sozialismus zu verwirklichen, bereits in uns tragen, so f&uuml;hrt diese Vorstellung &uuml;ber die menschliche Natur in die Irre. Die Entstehung des Kapitalismus, die Sklaverei, die Medizin und die Kunst: All das ist Ausdruck der menschlichen Natur. Wir k&ouml;nnen uns nicht einfach aussuchen, welche menschlichen Eigenschaften und Verhaltensweisen wir als wesentlich begreifen, weil es unserer Argumentation entgegenk&auml;me, und welche nicht&hellip;<br>\nDie besondere St&auml;rke der Analyse von Brenner und Wood liegt darin, dass sie vor Augen f&uuml;hrt, dass kapitalistische gesellschaftliche Verh&auml;ltnisse weder das Produkt individueller Entscheidungen noch eine unmittelbare Spiegelung der menschlichen Natur sind. Sie entstehen aus den Zw&auml;ngen, die durch die innere Logik eines gesellschaftlichen Systems erzeugt werden. Diese verleitet Individuen dazu, alles zur Ware zu machen &ndash; sowohl das Land als auch ihre Arbeit und die Arbeit ihrer Mitmenschen&hellip;<br>\nIn einem Gespr&auml;ch mit der Sunday Times im Jahr 1981 sagte Margaret Thatcher &uuml;ber ihre Reformen: &raquo;Die Wirtschaft ist die Methode; das Ziel ist es, Herz und Seele zu ver&auml;ndern.&laquo; Diese Perspektive sollte sich die heutige Linke zunutze machen. Wir sollten daher die menschliche Natur als umk&auml;mpftes Feld begreifen, auf dem der Klassenkampf gef&uuml;hrt werden muss.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/jacobin.de\/artikel\/der-kapitalismus-ist-nicht-natuerlich-ellen-meiksins-wood-robert-brenner-kapitalismuskritik-protokapitalismus-rutger-bregman-rousseau\/\">Jacobin<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h07\"><\/a><strong>Kampf gegen Korruption &ndash; Deutschland tut zu wenig<\/strong><br>\nDas Land geh&ouml;re auf die Schwarze Liste, finden Antikorruptionsverb&auml;nde: Jedes Jahr gebe es kriminelle Finanztransaktionen &uuml;ber 100 Milliarden Euro.<br>\nMaskenprovisionen f&uuml;r Politiker &uuml;ber karibische Fonds, Briefkastenfirmen in Steueroasen, Milliardentransfers aus dem Wirecard-Verm&ouml;gen &ndash; die Liste dubioser Finanztransaktionen mit deutscher Beteiligung lie&szlig;e sich fortsetzen. Im Kampf gegen Geldw&auml;sche und Finanzschiebereien hat sich nach Einsch&auml;tzung der Antikorruptionsorganisation Transparency International (TI) noch viel zu wenig getan.<br>\n&bdquo;Der politische Wille ist das gr&ouml;&szlig;te Problem&ldquo;, sagte Christoph Trautvetter vom Netzwerk Steuergerechtigkeit am Dienstag in Berlin. In der Politik wachse das Problembewusstsein nur langsam. Er hat f&uuml;r TI in einer Studie den Handlungsbedarf ermittelt.<br>\nTI sch&auml;tzt das Volumen des j&auml;hrlich gewaschenen illegalen Verm&ouml;gens auf rund 100 Milliarden Euro &ndash; allein in Deutschland. EU-weit geht der europ&auml;ische Rechnungshof von rund 250 Milliarden Euro aus. Die hierzulande unzul&auml;nglichen Strukturen im Kampf gegen Geldw&auml;sche lockten kriminelle Gelder geradezu an. Ein Beispiel daf&uuml;r ist der Berliner Wohnungsmarkt. Bei jeder zehnten Wohnung ist der wirtschaftlich Berechtigte den Beh&ouml;rden laut TI nicht bekannt. Das k&ouml;nnten etwa auch kriminelle Eigent&uuml;mer internationaler Fonds sein.<br>\n&bdquo;Deutschland geh&ouml;rt eigentlich auf die Schwarze Liste&ldquo;, sagte Trautvetter. Das Land werde bei der im Herbst anstehenden &Uuml;berpr&uuml;fung der Aktivit&auml;ten gegen Geldw&auml;sche durch die Financial Action Task Force (FATF), einer von den G7 gegr&uuml;ndeten internationalen Organisation, nicht bestehen. Der Grund: Es mangele an schlagkr&auml;ftigen Strukturen.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/taz.de\/Kampf-gegen-Korruption\/!5784283\/\">taz<\/a>\n<p><em><strong>Anmerkung unseres Lesers J.A.:<\/strong> Vor allem, dass Immobilien in Deutschland weiterhin bar bezahlt werden d&uuml;rfen, ist unbegreiflich. Welcher normale Mensch hortet denn Zuhause 200.000 oder 500.000 oder noch mehr Euro, um damit eine Immobilie zu kaufen? Und welcher Mensch holt solche enormen Summen bar von der Bank ab, statt sie beim Immobilienkauf einfach zu &uuml;berweisen? <\/em>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h08\"><\/a><strong>Die Arbeiter sind nicht schuld<\/strong><br>\nAuto Besch&auml;ftigte in der Industrie wollen keine Blockierer oder Opfer der Transformation sein. Sie wollen sie mitgestalten<br>\n(&hellip;) Klischees der Klimabewegung<br>\n&hellip; In den verschiedenen Erz&auml;hlungen, die wahlweise als &bdquo;Transformation&ldquo;, &bdquo;Verkehrswende&ldquo; oder &bdquo;sozial-&ouml;kologischer Umbau&ldquo; der Automobilindustrie deklariert werden, spielen die Besch&auml;ftigten bislang keine gro&szlig;e Rolle &ndash; es sei denn als Opfer oder Blockierer. Dass sie selbst mit ihrem Erfahrungswissen, technologischem Know-how und organisatorischen F&auml;higkeiten aktiv mitgestalten k&ouml;nnten, wo die Reise hingeht, kommt in den Unternehmensf&uuml;hrungen kaum jemandem in den Sinn. Das ist insofern nicht &uuml;berraschend, als die deutschen Metallarbeitgeber ihre Belegschaft ja auch bei anderen Fragen nicht miteinbeziehen und schon beim Anspruch auf ein paar Tage Homeoffice den Ausbruch der Anarchie wittern.<br>\nIn weiten Teilen der Klimabewegung allerdings h&auml;lt sich hartn&auml;ckig die Vorstellung, es seien die Besch&auml;ftigten klimasch&auml;dlicher Industrien &ndash; ob Kohlebergbau, Kraftwerkstechnik oder Autoindustrie &ndash;, die um jeden Preis an ihren oftmals vergleichsweise gut bezahlten Arbeitspl&auml;tzen festhalten wollten, ganz nach dem Motto &bdquo;und nach uns die Sintflut&ldquo;.<br>\nAber ist das tats&auml;chlich so? Betrachtet man die industriesoziologische Forschung, f&auml;llt eine gro&szlig;e Leerstelle auf. Was die Besch&auml;ftigten in den am st&auml;rksten vom Umbruch betroffenen Industrien &uuml;ber Themen wie Mobilit&auml;tswende, Transformation und Klimawandel denken, ist weitgehend unbekannt&hellip;<br>\n&bdquo;Wir haben immer gefordert: &sbquo;Geht endlich auf die neuen Antriebstechnologien&lsquo;&ldquo;, sagte uns ein Besch&auml;ftigter eines baden-w&uuml;rttembergischen Autoherstellers. &bdquo;Aber es ist einfach nichts passiert. Weil: Solange die ihre Kohle noch anders machen k&ouml;nnen, &auml;ndern die nichts.&ldquo; Belegschaften und Gewerkschaftsmitglieder sind keine Bastion von Verfechtern einer vor&ouml;kologischen Industriepolitik. Im Gegenteil: Hier finden sich jede Menge Potenziale und Ankn&uuml;pfungspunkte f&uuml;r eine sozial-&ouml;kologische Mobilit&auml;tswende. Diese zeigen sich sowohl in einer weitverbreiteten Sensibilit&auml;t f&uuml;r die &ouml;kologischen Folgen der Automobilproduktion als auch in einer sinkenden Identifikation mit &bdquo;ihren&ldquo; Unternehmen, insbesondere im Zuge von &bdquo;Dieselgate&ldquo; und des lange verschleppten Einstiegs in die Elektromobilit&auml;t&hellip;.<br>\nPraktisch alle Interviewten zeigten nicht nur ein tiefes Verst&auml;ndnis von den Produktionstechnologien, Fabrikabl&auml;ufen und Produkten, sondern zugleich auch eine hohe Sensibilit&auml;t f&uuml;r die gesellschaftlichen und &ouml;kologischen Konsequenzen des &bdquo;Automobilismus&ldquo;. Einigerma&szlig;en &uuml;berraschend war etwa, dass die Mehrheit der Befragten ganz und gar kein Fan von Instrumenten wie der &bdquo;Abwrackpr&auml;mie&ldquo; war&hellip;.<br>\n&bdquo;Technologisch k&ouml;nnen wir alles machen, was es in der Metall- und Elektroindustrie gibt&ldquo;, sagt ein Betriebsrat eines gro&szlig;en Produktionsstandortes bei Stuttgart. &bdquo;Wir haben bei uns im Werk sogar schon Schienenfahrzeuge gebaut.&ldquo; Diese M&ouml;glichkeiten gibt es allerdings nicht &uuml;berall: Manche Betriebe, vor allem einige Zulieferer, sind hochgradig spezialisiert und nicht so einfach auf Alternativen umzustellen.<br>\nDie meisten der Interviewten vermissen aber Diskussionsr&auml;ume zur Entwicklung solcher Ideen. Betriebsr&auml;ten und gewerkschaftlichen Gremien in den Betrieben f&auml;llt es sichtlich schwer, autonome, vom Management unabh&auml;ngige Strategien in den betrieblichen Transformationsauseinandersetzungen zu entwickeln &ndash; obwohl sie dies zugleich f&uuml;r n&ouml;tig halten. &bdquo;Wir als Betriebsrat sind nur noch getrieben&ldquo;, beschreibt ein Kollege das Dilemma. &bdquo;Wir reagieren nur noch auf das, was der Arbeitgeber uns hinschmei&szlig;t. Wir kommen nicht in die Offensive.&ldquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/die-arbeiter-sind-nicht-schuld\">Der Freitag<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h09\"><\/a><strong>Arbeit als Krankmacher<\/strong><br>\nAntr&auml;ge auf Erwerbsminderungsrente scheitern zu &uuml;ber 40 Prozent. Sozialverb&auml;nde fordern &raquo;faire Begutachtung&laquo; und finanzielle Nachbesserungen<br>\nDie Anforderungen im Berufsleben nehmen angesichts immer neuer Rationalisierungsrunden st&auml;ndig zu. Mit den Belastungen steigen auch die F&auml;lle von Arbeitsunf&auml;higkeit, insbesondere als Folge stressbedingter Erkrankungen wie Burnout und anderer psychischer Leiden. Aber l&auml;ngst nicht jeder, der deshalb aus seinem Job ausscheiden und sich vorzeitig aufs Altenteil setzen will, bekommt dies auch bewilligt. Sabine Zimmermann von der Fraktion Die Linke im Bundestag hat bei der Bundesregierung die Daten f&uuml;r 2019 und 2020 abgefragt: Demnach gab es im Vorjahr bei lediglich 58 Prozent der Antr&auml;ge auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) gr&uuml;nes Licht. Fast jeder Zweite scheiterte mit seinem Anliegen.<br>\nF&uuml;r die Linke-Politikerin l&auml;uft hier etwas geh&ouml;rig schief&hellip;<br>\n&raquo;Arbeit scheint immer mehr Menschen krank zu machen&laquo;, &auml;u&szlig;erte sich am Montag der Pr&auml;sident des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Adolf Bauer, in einer Medienmitteilung. Dabei verwies er darauf, dass EMR-Empf&auml;nger immer auch Gefahr liefen, in Altersarmut abzurutschen&hellip;<br>\nSo oder so reicht eine EM-Rente in den seltensten F&auml;llen zu einem Leben in W&uuml;rde. Die durchschnittlichen Zahlbetr&auml;ge lagen 2020 nach Regierungsangaben bei 882 Euro. 524 Euro wurden bei teilweiser und 936 Euro bei voller Erwerbsminderung f&auml;llig. Wenngleich das Niveau sukzessive angehoben wurde, l&auml;gen die Zuwendungen &raquo;unter der Armutsgef&auml;hrdungsschwelle von 1.074 Euro im Jahr 2019 f&uuml;r einen Einpersonenhaushalt, und das ist ein echter Skandal&laquo;, monierte Zimmermann von Die Linke. Wenn j&auml;hrlich Hunderttausende Menschen ihren Beruf aus gesundheitlichen Gr&uuml;nden aufgeben wollten, &raquo;sind Forderungen nach einer weiteren Erh&ouml;hung des Renteneintrittsalters abstrus und strikt zur&uuml;ckzuweisen&laquo;, erg&auml;nzte sie.<br>\nKritik an der hohen Zahl abgelehnter EMR-Antr&auml;ge &uuml;bte am Montag auch die Pr&auml;sidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele. Es brauche dringend eine &raquo;faire Begutachtung von Menschen&laquo;, wegen ihrer Erkrankung w&auml;ren viele oft nicht in der Lage, gegen die Entscheidung der Rentenkasse Widerspruch einzulegen oder gar zu klagen. &raquo;Ihnen fehlt einfach die Kraft.&laquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/406097.altersvorsorge-arbeit-als-krankmacher.html\">junge Welt<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h10\"><\/a><strong>Mehr Druck auf Arbeitslose: <\/strong><br>\nRegierung startet den Angriff auf ArbeitnehmerInnen<br>\n&Ouml;VP-Arbeitsminister Martin Kocher will mehr Druck auf Arbeitslose aus&uuml;ben. In der &bdquo;ZIB2&ldquo; am Sonntag k&uuml;ndigte Kocher an, dass Arbeitslose, die Jobs nicht annehmen, K&uuml;rzungen beim Arbeitslosengeld oder der Notstandshilfe f&uuml;rchten m&uuml;ssen. Das ist ein Angriff auf den Sozialstaat und die Arbeitnehmer*innen.<br>\nAn Arbeitgeber, die sich schwer tun, Fachkr&auml;fte zu finden, hat der US-Pr&auml;sident Joe Biden eine einfache Botschaft gerichtet: Pay them more! (Zahlen Sie ihnen mehr). &Ouml;sterreichs Arbeitsminister hat eine andere Botschaft: Wir zwingen die Arbeitslosen mit Druck und Sanktionen schlechte Stellen anzunehmen. Als vor einigen Wochen B&auml;ckereibetreiberInnen und Gastronomen in &Ouml;sterreichs Medien zu klagen begonnen haben, dass sie kaum BewerberInnen finden, entstand schnell auch ein anderes Bild: ArbeiterInnen in B&auml;ckerein, die f&uuml;r 60 Stunden 1.300 Euro netto bekommen und von einem Tag auf den anderen gek&uuml;ndigt werden k&ouml;nnen. Das sind Arbeitsbedingungen, die d&uuml;rfte es nicht geben&hellip;.<br>\nDoch &Ouml;sterreichs Arbeitsminister Kocher greift die Kampagne gegen Arbeitslose auf. Im ZIB2 Interview am Sonntag ist kein Wort zu L&ouml;hnen und besseren Arbeitsbedingungen von ihm zu h&ouml;ren: &bdquo;Das Arbeitslosengeld oder die Notstandshilfe k&ouml;nnen bei der Verweigerung einer zumutbaren Arbeit sechs Wochen, im Wiederholungsfall 8 Wochen lang gestrichen werden&ldquo;, hei&szlig;t es aus dem Arbeitsministerium. Kocher stellt sich auf die Seite der B&auml;ckereien und Wirte, die nichts an den L&ouml;hnen und Arbeitszeiten &auml;ndern wollen &ndash; dann muss sich der Zwang f&uuml;r Arbeitslose erh&ouml;hen.<br>\nDie B&auml;ckerInnen, KellnerInnen und K&ouml;chInnen, die zu Beginn der Krise von ihren ArbeitgeberInnen ohne Schulterzucken auf die Stra&szlig;e gesetzt wurden, sollen jetzt zur&uuml;ck gezwungen werden &ndash; 1.500 Euro brutto, 6-Tage-Woche und Schichtarbeit. Anspr&uuml;che d&uuml;rfen sie keine stellen.<br>\nHilfe f&uuml;r die, die sie wirklich brauchen<br>\n(&hellip;) Einige Wirtschaftshilfen werfen die Frage auf, ob sie der Empf&auml;nger wirklich ben&ouml;tigt: Warum etwa der Milliard&auml;r und KTM-Chef Stefan Pierer die Vorstandsgagen 2020 um 30 Prozent auf sechs Millionen erh&ouml;ht, sich selbst sieben Millionen Euro Dividende auszahlt und dennoch 11 Mio. Euro Corona-Hilfe bekommt, muss er nicht erkl&auml;ren. Kein einziges Mal hat ein &ouml;sterreichischer Minister kritisiert, dass Konzerne &uuml;ber die Ma&szlig;en von Staatshilfen profitiert haben, weil sie f&uuml;r jede Filiale oder jedes Hotel separat um Zusch&uuml;sse ansuchen konnten. So wurde in einigen F&auml;llen der F&ouml;rder-Deckel von 800.000 Euro weit &uuml;berschritten. Oder dass US-Ketten wie Starbucks 280 Mal mehr vom Staat durch Corona-Hilfen bekamen als die Kaffee-Kette Steuern in &Ouml;sterreich zahlt&hellip;<br>\n(&hellip;) Die Gewerkschaft fordert, bei &ouml;ffentlichen Ausschreibungen jene Firmen zu bevorzugen, die Langzeitarbeitslose besch&auml;ftigen und Frauen besonders f&ouml;rdern &ndash; das will Kocher wiederum nicht. &bdquo;Das ist im Moment jetzt auch nicht mein Thema,&ldquo; sagt Kocher<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/kontrast.at\/druck-auf-arbeitslose-kocher\/\">kontrast.at<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h11\"><\/a><strong>US-Atombomben raus aus Deutschland<\/strong><br>\nPressemitteilung von Sevim Dagdelen,<br>\n&bdquo;Wenn die Bundesregierung bei der atomaren Abr&uuml;stung glaubw&uuml;rdig sein will, muss sie endlich den internationalen Vertrag zum Verbot von Atomwaffen unterzeichnen, die nukleare Teilhabe in der NATO aufk&uuml;ndigen und den Abzug der US-Atombomben aus Deutschland in die Wege leiten&rdquo;, erkl&auml;rt Sevim Dagdelen, abr&uuml;stungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE und Obfrau im Ausw&auml;rtigen Ausschuss, anl&auml;sslich des Treffens der sogenannten Stockholm-Initiative in Madrid. Dagdelen weiter:<br>\n&bdquo;Es ist pure Heuchelei, sich auf diplomatischem Parkett verbal f&uuml;r nukleare Abr&uuml;stung einzusetzen, gleichzeitig aber f&uuml;r acht Milliarden Euro neue atomwaffenf&auml;hige Kampfjets f&uuml;r die Bundeswehr anzuschaffen und damit Deutschland an der Seite der USA weiter zum nuklearen Aggressor-Staat zu machen. Wer international Vertrauen in atomare Abr&uuml;stung schaffen will, darf nicht gleichzeitig mit deutschen Steuergeldern die Modernisierung des US-Atombombenprogramms befeuern. DIE LINKE lehnt wie die &uuml;berw&auml;ltigende Mehrheit der Bev&ouml;lkerung die Anschaffung neuer Atombomber ab und fordert den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland und Europa.&rdquo;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.linksfraktion.de\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/us-atombomben-raus-aus-deutschland\/\">Linksfraktion<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h12\"><\/a><strong>Die letzte Schlacht der Betonk&ouml;pfe<\/strong><br>\nKampfjet-Beschaffung:<br>\nNun ist es entschieden: Die Schweizer Armee wird k&uuml;nftig auf den F-35A-Kampfjet setzen. Das Verteidigungsdepartement hat sein milliardenschweres Luxusprojekt clever und knallhart durchgezogen. Doch der Preis daf&uuml;r d&uuml;rfte hoch sein.<br>\nKurz vor Redaktionsschluss fiel die Entscheidung: Der Bundesrat will 36 neue Kampfjets des Typs F-35A beschaffen. Die Auslieferung soll ab 2025 erfolgen, die Anschaffungskosten liegen gem&auml;&szlig; VBS bei 5.07 Milliarden Franken. Ein Gro&szlig;erfolg f&uuml;r die zust&auml;ndige Verteidigungsministerin Viola Amherd und die Schweizer Armee: Endlich bekommen sie ihre ersehnten Kampfjets.(&hellip;)<br>\nAndr&eacute; Blattmann (65) hat fast sein gesamtes Berufsleben der Schweizer Armee gewidmet, von 2009 bis 2016 war er ihr Chef&hellip;<br>\n&laquo;Neue Jets gef&auml;hrden die Sicherheit&raquo;<br>\nZun&auml;chst kn&uuml;pft sich Blattmann darin die sicherheitspolitische Grundlage des ganzen Gesch&auml;fts vor: den Bericht &laquo;Luftverteidigung der Zukunft&raquo;. Eine &laquo;Expertengruppe&raquo; habe &laquo;ein l&uuml;ckenhaftes Konstrukt zur argumentativen Heranf&uuml;hrung an den Kauf eines neuen Kampfflugzeugs&raquo; fabriziert. Es gebe keine Szenarien von milit&auml;rischen aber auch sonstigen Bedrohungen, die den Bericht st&uuml;tzen w&uuml;rden. Sein Fazit: &laquo;Die vorgesehenen Mittel entsprechen in keiner Art und Weise den Bed&uuml;rfnissen der Schweizer Armee, ausgerichtet auf allf&auml;llige Mittel des Gegners.&raquo;<br>\n&laquo;Ein R&uuml;stungsdeal in dieser Gr&ouml;&szlig;enordnung &ouml;ffnet immer die T&uuml;r f&uuml;r Korruption&raquo;, sagt Feinstein&hellip; &laquo;Zwei ganz reale Gefahren bestehen f&uuml;r die Schweiz: eine globale Pandemie und die Folgen der Klimakrise. Angesichts dieser Herausforderungen ist es v&ouml;llig inad&auml;quat, derart viel Steuergelder f&uuml;r die Beschaffung und sp&auml;tere Wartung von absolut unn&ouml;tigen Kampfjets auszugeben.&raquo; Dieses Geld werde anderswo fehlen. &laquo;Der wichtigste Grund, der gegen dieses Gesch&auml;ft spricht, ist schlicht, dass es die Schweiz unsicherer macht.&raquo;<br>\n(&hellip;) &laquo;Es ist, als habe es im September 2020 keine Volksabstimmung gegeben, die letztlich durch ein Zufallsmehr entschieden wurde&raquo;, sagt Jonas Kampus von der GSoA. Das VBS habe das Gesch&auml;ft knallhart durchgezogen, obschon die H&auml;lfte der Stimmenden Nein dazu gesagt habe&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.woz.ch\/-bab9\">Wochenzeitung<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h13\"><\/a><strong>Am besten w&auml;re der Austritt<\/strong><br>\nDer Energiecharta-Vertrag sch&uuml;tzt vor allem fossile Investitionen<br>\nAn keiner Stelle wird er erw&auml;hnt im deutschen Kohlebeendigungsgesetz, im Hintergrund ist er aber stets pr&auml;sent: der Energiecharta-Vertrag, das 1994 in Kraft getretene umstrittene Investitionsschutzabkommen. Denn die Milliardenentsch&auml;digungen, die hierzulande f&uuml;r das Abschalten der Kohlekraftwerke an die Eigent&uuml;mer gezahlt werden, verfolgen auch den regierungsoffiziellen Zweck, teuren und langwierigen Klagen vor den Schiedsgerichten des Energiecharta-Vertrags vorzubeugen.<br>\nDass Kohle- und Atomkonzerne wie RWE und Vattenfall auf Grundlage der Energiecharta klagen oder damit drohen, ist vielfach bekannt. Aber auch f&uuml;r Gasprojekte gibt die Energiecharta ein probates Druckmittel ab&hellip;.<br>\nDass es auch Energiecharta-Klagen in der Gasbranche gibt, ist f&uuml;r Fabian Flues keine &Uuml;berraschung. So klage die Betreibergesellschaft der Nord-Stream-2-Pipeline gegen die Europ&auml;ische Union wegen der EU-Erdgasrichtlinie. &raquo;Allerdings ist die Klage von Ascent Resources die erste uns bekannte, die sich direkt gegen eine Umweltma&szlig;nahme richtet&laquo;, erkl&auml;rt der Experte. Nicht nur bei Klima- und Umweltsch&uuml;tzern gilt die Energiecharta als rechtliches Fossil&hellip;<br>\nAm Dienstag begann in Br&uuml;ssel die mittlerweile sechste Verhandlungsrunde zur Modernisierung der Energiecharta. Dass diese politisch in der Krise steckt, ist un&uuml;bersehbar. Italien trat schon 2016 aus dem Vertrag aus &ndash; der Austritt wird absurderweise erst nach 20 Jahren rechtswirksam. F&uuml;r eine Reform des Vertrags sollen sich unter anderem Frankreich, Spanien, &Ouml;sterreich, die Niederlande, Belgien und Luxemburg einsetzen.<br>\nAuch lehnten viele Charta-Staaten &Auml;nderungen am Vertrag generell ab &ndash; es m&uuml;ssten aber alle Staaten zustimmen, damit der Vertragstext ge&auml;ndert werden kann. F&uuml;r den Powershift-Experten liegt die L&ouml;sung deshalb vor allem in einem Austritt aus dem Vertrag. Den halte inzwischen selbst die EU-Kommission f&uuml;r m&ouml;glich.<br>\nInterne Dokumente aus der vorherigen f&uuml;nften Verhandlungsrunde zeigen allerdings, dass kein gr&ouml;&szlig;erer EU-Staat bereit ist, die Vorschl&auml;ge der EU in ihrer jetzigen Form zu unterst&uuml;tzen, schon gar nicht den eines Austritts. Die gr&ouml;&szlig;te Bremse in Europa ist f&uuml;r Fabian Flues dabei die Bundesregierung: &raquo;Sie setzt sich f&uuml;r einen Verbleib im Vertrag ein, damit deutsche Investor*innen weiterhin die Klagem&ouml;glichkeiten unter dem Energiecharta-Vertrag nutzen k&ouml;nnen.&laquo;<br>\nReformunf&auml;higkeit bescheinigt dem Vertrag auch ein B&uuml;ndnis von mehr als 400 zivilgesellschaftlichen Organisationen, das am Dienstag vor dem Geb&auml;ude der EU-Kommission gegen die Verhandlungen protestierte. Auch f&uuml;r das B&uuml;ndnis ist ein Austritt der Staaten aus der Charta die einzig m&ouml;gliche L&ouml;sung &ndash; und das am besten bis zum Weltklimagipfel im November in Glasgow.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/amp\/artikel\/1154131.energiecharta-vertrag-am-besten-waere-der-austritt.amp.html?__twitter_impression=true\">nd<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h14\"><\/a><strong>Die &ldquo;Guten&rdquo; gegen die &ldquo;B&ouml;sen&rdquo;<\/strong><br>\nIn der EU ist ein h&auml;sslicher Kulturkampf entbrannt<br>\nNach dem Streit um Regenbogen und LGBT-Rechte ist der Kulturkampf in der EU voll entbrannt. Pl&ouml;tzlich stehen die &ldquo;Guten&rdquo; gegen die &ldquo;B&ouml;sen&rdquo; &ndash; und man wirft sich wechselseitig vor, Grundrechte zu verraten und ein undemokratisches Regime zu errichten.<br>\nWann hat es angefangen? Mit dem Streit um den Regenbogen und die LGBT-Rechte? Oder mit dem Austritt der ungarischen Fidesz-Partei aus der konservativen EVP? Sind Kanzlerin Merkel und Kommissionschefin von der Leyen schuld, weil sie den Konflikt mit Ungarn und Polen zu lange schleifen lie&szlig;en?<br>\nFest steht, dass nun ein Kulturkampf entbrannt ist, wie ihn die EU noch nie gesehen hat.<br>\n&laquo;Wir ziehen ins Feld, um gegen das B&ouml;se zu k&auml;mpfen&raquo;, erkl&auml;rte Tusk, als er sich am Wochenende an die Spitze der polnischen B&uuml;rgerplattform setzte &ndash; und dabei andere liberale Oppositionspolitiker verprellte. &ldquo;Das B&ouml;se&rdquo; &ndash; das ist f&uuml;r ihn PIS-Chef Jaroslaw Kaczynski, der in Polen &ldquo;die Parodie einer Diktatur&rdquo; errichtet habe.<br>\nHeute legte Tusk noch einen drauf &ndash; und behauptete, die Regierung leiste dem russischen Zaren Wladimir Putin Vorschub, weil sie sich mit anderen Rechtsparteien in der EU verb&uuml;ndet hat. Der einzige Mensch, der nach den Entscheidungen der PiS &ldquo;einen weiteren Champagner &ouml;ffnet, ist Putin im Kreml&rdquo;.<br>\nDamit erweist Tusk, der immer noch EVP-Vorsitzender ist, der liberalen Sache einen B&auml;rendienst. Schlie&szlig;lich gibt es kaum einen h&auml;rteren Putin-Gegner als Kaczynski&hellip;<br>\nOffenbar wollen CDU\/CSU und EVP von ihrem eigenen Versagen ablenken. Derweil fordert Merkel, die EU solle den gesamten Westbalkan aufnehmen &ndash; und damit noch mehr L&auml;nder, die es mit Demokratie und Rechtsstaat noch nie genau genommen haben. Ob es das ist, was Orban mit dem &ldquo;europ&auml;ischen Imperium&rdquo; meint?<br>\nEs w&auml;re h&ouml;chste Zeit, dar&uuml;ber zu diskutieren &ndash; aber sachlich, bitte&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/lostineu.eu\/die-guten-gegen-die-boesen-in-der-eu-ist-ein-haesslicher-kulturkampf-entbrannt\/\">Lost in Europe<\/a>\n<p><strong>Dazu: Die Spaltung der EU<\/strong><br>\n(&hellip;) Es vergeht kaum ein Tag, ohne dass die deutschen Medien Ungarn wegen seines neuen Gesetzes zum Schutz der Kinder kritisieren. Ungarn hat ein Gesetz erlassen, das es verbietet, vor Minderj&auml;hrigen f&uuml;r LGBT zu werben. Als Folge m&uuml;ssen Unterrichtsmaterialien an Schulen &uuml;berpr&uuml;ft werden und bestimmte Werbespots werden verboten. Weitergehende Einschr&auml;nkungen von LGBT-Menschen sind in dem Gesetz nicht vorgesehen.<br>\nTrotzdem ist die Entr&uuml;stung bei der Chefin der EU-Kommission gro&szlig; und sie denkt sogar &uuml;ber eine Bestrafung Ungarns nach, indem dem Land zum Beispiel EU-F&ouml;rdergelder gestrichen werden sollen. Der niederl&auml;ndische Ministerpr&auml;sident ging sogar so weit, Ungarn den Austritt aus der EU nahezulegen&hellip;<br>\nDie Spaltung der EU<br>\nDie EU ist in der LGBT-Frage also tief gespalten. Den radikal-liberalen L&auml;ndern Westeuropas stehen die konservativeren L&auml;nder Osteuropas gegen&uuml;ber. Das bedeutet freilich nicht, dass die osteurop&auml;ischen L&auml;nder LGBT-Menschen diskriminieren, es bedeutet lediglich, dass die Menschen dort den Hype darum, der im Westen veranstaltet wird, nicht mitmachen wollen. Wir d&uuml;rfen nicht vergessen, dass es nach allen verf&uuml;gbaren Zahlen nur etwa ein bis zwei Prozent der Bev&ouml;lkerung sind, die tats&auml;chlich homosexuell oder trans sind&hellip;<br>\nHinzu kommt, dass die Menschen nicht in allen L&auml;ndern die Begeisterung f&uuml;r Gay-Paraden und &auml;hnliches teilen. Wenn zum Beispiel eine Mehrheit der Menschen in Ungarn oder Polen gegen das &ouml;ffentliche Ausleben und die F&ouml;rderung der LGBT-Community sind, w&auml;re es nur demokratisch, das auch anzuerkennen, solange sie nicht diskriminiert werden&hellip;<br>\n(&hellip;) Es geht darum, die demokratische Kontrolle in der EU weiter auszuhebeln. Das wird mit sch&ouml;n klingenden Phrasen von der europ&auml;ischen Einheit und von der &bdquo;Abgabe von Kompetenzen&ldquo; an Br&uuml;ssel umschrieben. Das Problem dabei ist, dass es in Br&uuml;ssel keinerlei demokratische Kontrolle gibt. EU-Parlament hat kaum Rechte, die EU-Kommission wird nicht wirklich gew&auml;hlt, sondern ihre Zusammensetzung wird in Hinterzimmern von den Regierungschefs der EU ausgekaspert. Die W&auml;hler haben auf die Zusammensetzung der &bdquo;europ&auml;ischen Regierung&ldquo; keinerlei Einfluss und noch weniger auf deren Entscheidungen.<br>\nWer sich also f&uuml;r mehr Kompetenzen f&uuml;r Br&uuml;ssel ausspricht, der spricht sich f&uuml;r weniger Demokratie aus&hellip;<br>\nDer Missbrauch des LGBT-Themas<br>\nWas wir derzeit erleben, hat nichts mit dem Kampf f&uuml;r die Rechte der LGBT-Community zu tun&hellip;<br>\nWas wir erleben, ist ein Kampf um die Macht. Br&uuml;ssel will mit Hilfe der westeurop&auml;ischen Staaten mehr Macht und den EU-Staaten noch mehr Vorschriften machen. In diesem Zusammenhang sei auch daran erinnert, dass einige westeurop&auml;ische Staaten gerne das Einstimmigkeitsprinzip der EU abschaffen wollen, um den widerspenstigen Staaten die eigene Sicht notfalls per Order de Mufti aufzuzwingen. Das hat mit Demokratie nur sehr bedingt etwas zu tun&hellip;<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.anti-spiegel.ru\/2021\/die-spaltung-der-eu\/?doing_wp_cron=1625555897.3577549457550048828125\">Anti-Spiegel<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h15\"><\/a><strong>In der Sanktionsspirale (II)<\/strong><br>\nBelarus reagiert auf EU-Sanktionen mit Gegenma&szlig;nahmen und l&auml;sst Fl&uuml;chtlinge passieren. EU-Sanktionen treffen die f&uuml;r Belarus wichtige Erd&ouml;lbranche.<br>\nBerlin\/Br&uuml;ssel\/Minsk (Eigener Bericht) &ndash; Belarus setzt sich gegen Sanktionen der EU zur Wehr und beendet seine T&auml;tigkeit als &ldquo;T&uuml;rsteher&rdquo; der Union bei der Abwehr von Fl&uuml;chtlingen. Die belarussische Regierung hat ein Abschiebeabkommen mit Br&uuml;ssel ausgesetzt; auch der EU-finanzierte Bau eines Lagers zur Internierung von Migranten wird laut Berichten nicht fortgef&uuml;hrt. Zugleich halten die belarussischen Beh&ouml;rden Fl&uuml;chtlinge auf dem Weg in die EU nicht mehr auf. Br&uuml;ssel reagiert mit Schritten zur Abschottung der litauischen Grenze. Zuvor hatte die EU allerlei Sanktionen gegen Belarus in Kraft gesetzt. So hatte sie Strafma&szlig;nahmen gegen einflussreiche Unternehmer verh&auml;ngt, die dem Umfeld des belarussischen Pr&auml;sidenten Alexander Lukaschenko zugerechnet werden. Zudem sind mehrere Wirtschaftssektoren mit Sanktionen belegt worden, darunter die f&uuml;r Belarus &auml;u&szlig;erst wichtige Herstellung von Erd&ouml;lprodukten; sie stand 2019 f&uuml;r rund ein Drittel des gesamten belarussischen Exports. EU-Strafma&szlig;nahmen gegen die belarussische Luftfahrtbranche werden, da sie die Flugsicherheit politisieren, weltweit scharf kritisiert.<br>\n(&hellip;) Kein T&uuml;rsteher mehr<br>\n&hellip; Seit Freitag seien, hie&szlig; es gestern, t&auml;glich mehr als hundert Fl&uuml;chtlinge in Litauen aufgegriffen worden &ndash; &uuml;ber 1.200 seit Jahresbeginn im Vergleich zu 81 im gesamten Vorjahr. Dies gen&uuml;gt, um auf Seiten der EU heftige Reaktionen auszul&ouml;sen. Br&uuml;ssel hat angek&uuml;ndigt, bis Monatsende 40 Beamte der Fl&uuml;chtlingsabwehrbeh&ouml;rde ins Baltikum zu entsenden, und ruft die EU-Mitgliedstaaten zur Bereitstellung von Personal auf. Der B&uuml;rgermeister der litauischen Hauptstadt Vilnius, Remigijus &Scaron;ima&scaron;ius, fordert: &ldquo;Wir brauchen entweder einen Zaun oder ein lebendes Hindernis oder sonst etwas, um ihre Zahl zu begrenzen.&rdquo; Es m&uuml;sse vermittelt werden, &ldquo;dass wir nicht das Land sind&rdquo;, in dem es Fl&uuml;chtlingen &ldquo;gut gehen wird&rdquo;.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.german-foreign-policy.com\/news\/detail\/8651\/\">German Foreign Policy<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h16\"><\/a><strong>Spanien macht den Rechtsstaat zur Farce und die EU schweigt<\/strong><br>\nIn Spanien hat ein Rechnungshof den bekannten &Ouml;konomen und ehemaligen katalanischen Finanzminister Andreu Mas-Coleil ohne gerichtliches Verfahren und ohne echte M&ouml;glichkeit, sich zu verteidigen, zu einer ruin&ouml;sen Strafe von 2,8 Mio. Euro verurteilt. Diese muss er erst bezahlen, um die Strafe vor Gericht anfechten zu k&ouml;nnen. Die EU scheint so etwas in Ordnung zu finden.<br>\nWie das Wall Street Journal berichtet, wurde neben Mas-Coleil, der zum Zeitpunkt der Vorbereitung und Durchf&uuml;hrung des sp&auml;ter f&uuml;r rechtswidrig erkl&auml;rten Referendums zur Unabh&auml;ngigkeit Kataloniens schon lange in Rente war, eine Reihe weiterer Katalanen zu drakonischen Strafen verurteilt.<br>\nWorum es geht, hat sein Sohn, Alexandre Mas, in einem Gastbeitrag auf diesem Blog erl&auml;utert:<br>\nAlexandre Mas: Ein ber&uuml;hmter &Ouml;konom, gefangen in einem kafkaesken Tribunal ohne Anklage und ohne Gerichtsverfahren<br>\nIch glaube nicht, dass eine EU langfristig eine Zukunft hat, die derart eklatant mit zweierlei Ma&szlig; misst, der es gleichg&uuml;ltig ist, wenn Spanien oder Gro&szlig;britannien (Assange) die Rechtsstaatlichkeit mit F&uuml;&szlig;en treten, w&auml;hrend sie gegen Ungarns Regierung sofort ein (erfolgreiches) Vertragsverletzungsverfahren anstrengte, als diese einer Universit&auml;t, die vom Stifter George Soros finanziert wird, Schwierigkeiten machte.<br>\nGro&szlig;britannien muss nicht das einzige Land bleiben, das die EU verl&auml;sst.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/norberthaering.de\/news\/mas-2\/#content\">Norbert H&auml;ring<\/a>\n<\/li>\n<li><a name=\"h17\"><\/a><strong>Wie viel CDU steckt in Hans-Georg Maa&szlig;en?<\/strong><br>\nDer ultrarechte Ex-Geheimdienstchef steht in einer langen Tradition der Union gegen den &ldquo;Rotfunk&rdquo; und f&uuml;r Radikalenerlasse<br>\nViel Emp&ouml;rung hat der rechtskonservative Ex-Verfassungsschutzpr&auml;sident Hans-Georg Maa&szlig;en mit seinen j&uuml;ngsten &Auml;u&szlig;erungen zu den angeblich linkslastigen &ouml;ffentlich-rechtlichen Medien ausgel&ouml;st. Tats&auml;chlich sollten f&uuml;r Linke und Linksliberale die Alarmglocken l&auml;uten, wenn Maa&szlig;en faktisch eine Neuauflage des Radikalenerlasses f&uuml;r den &Ouml;ffentlich-Rechtlichen Rundfunk fordert. Nur ist es schon erstaunlich, dass f&uuml;hrende Unionspolitiker wie Ruprecht Polenz den Ausschluss Maa&szlig;ens aus der Union fordern, weil der angeblich nicht mehr die Werte der Partei vertritt&hellip;<br>\nF&uuml;r ein Berufsverbot, wie die Praxis des Radikalenerlasses bald im In- und Ausland genannt wurde, reichte die Mitgliedschaft in einer legalen linken Partei in einer pazifistischen Organisation, aber auch schon die Freundschaft oder die Wohngemeinschaft mit vermeintlich radikalen Linken. Das Klima der Gesinnungsschn&uuml;ffelei wurde in vielen zeitgen&ouml;ssischen Romanen unter anderem von Heinrich B&ouml;ll gut beschrieben. Maa&szlig;en kn&uuml;pft mit seinen &Auml;u&szlig;erungen zum &Ouml;ffentlich-Rechtlichen Rundfunk an diesen Radikalenerlass an und kann sich dabei durchaus auf die Unionspolitik berufen.<br>\nW&auml;hrend die Mehrheit der SPD und der FDP heute diesen Radikalenerlass als politischen Fehler sieht, hat die Union bisher immer daran festgehalten. Sie hat in L&auml;nderparlamenten wie in Niedersachsen und Hessen die Praxis der Berufsverbote bis heute verteidigt. Bedeutet also die Distanzierung von Maa&szlig;en, dass man das Unrecht der Berufsverbote jetzt anerkennt?<br>\n(&hellip;) Wenn Maa&szlig;en sich bereits 2018 in einer Rede &uuml;ber angeblich linksradikale Bestrebungen in der Sozialdemokratie ausgelassen hat, stand er also ganz in der Tradition der Adenauer-CDU. Die Aversion gegen den angeblich linkslastigen &ouml;ffentlich-rechtlichen Rundfunk setzte die Union Anfang der 1970er-Jahre mit der sogenannten &ldquo;Rotfunk-Kampagne&rdquo; fort. Besonders im Visier standen die Sender WDR und NDR&hellip;<br>\n&ldquo;Wir sind es satt&rdquo;. wetterte CDU-Spitzenkandidat Heinrich K&ouml;ppler. &ldquo;uns mit der Dauerberieselung von Linkspropaganda von morgens bis abends zufriedenzugeben.&rdquo; K&ouml;pplers Parteifreund Heinrich Windelen drohte: &ldquo;Der WDR darf nicht zur Ausweichadresse werden f&uuml;r diejenigen, die wegen ihrer politischen Einstellung im &ouml;ffentlichen Dienst nicht unterkommen k&ouml;nnen.&rdquo; Davon hat sich kein Unionspolitiker distanziert, auch nicht diejenigen, die jetzt Maa&szlig;en vorwerfen, mit seiner Medienschelte die Werte der Union nicht mehr zu vertreten. Der hat sein Lamento &uuml;ber den angeblich linkslastigen Rundfunk im Privatfernsehen gez&uuml;ndet, die folgenreichste Rache von Helmut Kohl gegen die angeblich linkslastigen &ouml;ffentlich-rechtlichen Medien.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Wie-viel-CDU-steckt-in-Hans-Georg-Maassen-6130062.html\">Telepolis<\/a>\n<p><strong>Dazu: Die Farben des Winters<\/strong><br>\nEin Kommentar von Hendrik Z&ouml;rner<br>\nAnderthalb Tage vergingen, ehe eine Reaktion von Armin Laschet auf die &Auml;u&szlig;erungen von Hans-Georg Maa&szlig;en zu den angeblichen Kontakten der Tagesschau-Journalisten ins linksextreme Milieu durchsickerte.<br>\nCDU-Bundesvorsitzender und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat am Morgen in einer Online-Sitzung des CDU-Vorstands auf die &Auml;u&szlig;erungen von Hans-Georg Maa&szlig;en indirekt reagiert. Laut dpa sagte er, Aussagen von Direktkandidaten in S&uuml;dth&uuml;ringen seien nicht hilfreich. Und w&ouml;rtlich: &ldquo;Solche Debatten schaden uns.&rdquo;<br>\nDa hat sich der Vorsitzende der Regierungspartei CDU aber was getraut. Mehr als 36 Stunden nachdem Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maa&szlig;en die Journalistinnen und Journalisten der Tagesschau ins linke Spektrum ger&uuml;ckt und eine Gesinnungspr&uuml;fung f&uuml;r sie gefordert hat, l&auml;sst sich der Parteivorsitzende mit einem Statement zitieren, das so harmlos und windelweich ist, als ginge es um die Trendfarben der kommenden Winterkollektion.<br>\nNein, Maa&szlig;ens Worte sind alles andere als harmlos und windelweich, sondern zum einen ein Angriff auf die Rundfunkfreiheit und zum anderen ein R&uuml;ckgriff auf die schlimmsten Zeiten der deutschen Geschichte. Dass er inzwischen einen halben R&uuml;ckzieher machte und sich gegen Gesinnungskontrolle journalistischer Arbeit durch die Politik aussprach, ist nicht glaubw&uuml;rdig. Denn Maa&szlig;en hat schon als Verfassungsschutzchef Krieg gegen kritische Medien gef&uuml;hrt. Zum anderen funktionieren solche Provokationen mit anschlie&szlig;endem Teilr&uuml;ckzug nach dem Motto: Bei meinen potentiellen W&auml;hlern bleibt schon das Richtige h&auml;ngen. Womit Generalangriffe von Politikern auf die Pressefreiheit Schritt f&uuml;r Schritt hoff&auml;hig werden.<br>\nAber auch dazu ist von Armin Laschet nichts zu h&ouml;ren.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.djv.de\/suche\/meldungen\/news-die-farben-des-winters\">Deutscher Journalisten Verband<\/a>\n<\/p><\/li>\n<li><a name=\"h18\"><\/a><strong>&ldquo;Schwarzbuch Corona&rdquo;<\/strong><br>\n[&hellip;] Jens Berger, Redakteur der NachDenkSeiten und Bestsellerautor, hat sich der erheblichen M&uuml;he unterzogen, eine &bdquo;Zwischenbilanz der vermeidbaren Sch&auml;den und tolerierten Opfer&ldquo; zu erstellen. Nach akribischer Recherche &ndash; einer gewiss schwei&szlig;treibenden Arbeit, um die man den Autor nicht beneidet &ndash; ist nun k&uuml;rzlich sein &bdquo;Schwarzbuch Corona&ldquo; im Westend Verlag erschienen. [&hellip;]<br>\nin wichtiges Buch, das danach fragt, &bdquo;was die Pandemie und was die Ma&szlig;nahmen mit uns gemacht haben.&ldquo; Dem Autor ist zuzustimmen, wenn er feststellt: &bdquo;Wer eineinhalb Jahr lang andere Menschen zuallererst als potentielle Gef&auml;hrder gesehen hat,wird nicht mehr so schnell Fremde in die Arme schlie&szlig;en.&ldquo;<br>\nAuch hier gehe ich mit: &bdquo;Wir m&uuml;ssen keine Angst vor Viren haben. Zumindest auf epidemiologischer Ebene ist die Pandemie schon bald vorbei. Die Zerw&uuml;rfnisse bleiben jedoch. Es wurden Gr&auml;ben gezogen, die sich wom&ouml;glich sehr lange nicht mehr &uuml;berwinden lassen. Der Riss, der durch unsere Gesellschaft geht, bleibt. Und davor habe ich Angst.&ldquo; Ich auch.<br>\nWestend informiert: &bdquo;Erstmals werden hier Daten und nationale wie internationale Studien zu einer vorl&auml;ufigen Bilanz der Corona-Kollateralsch&auml;den ausgewertet: Sch&auml;den im Bereich der &Ouml;konomie, unsere Gesundheit und unserer Psyche.<br>\nSch&auml;den, die au&szlig;erhalb von Fachkreisen wenig Beachtung finden, da sie nicht in das Bild einer Politik passen, f&uuml;r die das Wohl und die Gesundheit der B&uuml;rger angeblich das oberste Primat sind.<br>\nM&ouml;ge sich das bald &auml;ndern.<br>\nQuelle: <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/asansoerpress35\/schwarzbuch-corona\">Der Freitag<\/a><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier finden Sie einen &Uuml;berblick &uuml;ber interessante Beitr&auml;ge aus anderen Medien und Ver&ouml;ffentlichungen. Wenn Sie auf &ldquo;weiterlesen&rdquo; klicken, &ouml;ffnet sich das Angebot und Sie k&ouml;nnen sich aussuchen, was Sie lesen wollen. 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