{"id":74289,"date":"2021-07-15T10:02:12","date_gmt":"2021-07-15T08:02:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74289"},"modified":"2021-07-30T11:10:25","modified_gmt":"2021-07-30T09:10:25","slug":"eine-bilanz-der-aera-merkel-teil-zwei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74289","title":{"rendered":"Eine Bilanz der \u00c4ra Merkel &#8211; Teil zwei"},"content":{"rendered":"<p>Im ersten Teil <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74156\">des Artikels<\/a> wurden unter anderem die Versch&auml;rfung des Arbeits-Unrechts nach der Agenda 2010, die Sch&uuml;tzenhilfe f&uuml;r US-Investoren und die ungleiche Behandlung der Ostdeutschen thematisiert. Hier wird nun unter anderem auf die Frauen- und Rentenarmut und auf das Verh&auml;ltnis der EU zu den USA eingegangen. Von <b>Werner R&uuml;gemer<\/b>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_279\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-74289-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210715_Eine_Bilanz_der_Aera_Merkel_Teil_zwei_NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210715_Eine_Bilanz_der_Aera_Merkel_Teil_zwei_NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210715_Eine_Bilanz_der_Aera_Merkel_Teil_zwei_NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210715_Eine_Bilanz_der_Aera_Merkel_Teil_zwei_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=74289-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210715_Eine_Bilanz_der_Aera_Merkel_Teil_zwei_NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"210715_Eine_Bilanz_der_Aera_Merkel_Teil_zwei_NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p><b>Die Frau im Kanzleramt &ndash; <\/b><br>\n<b>arbeitenden Frauen geht es besonders schlecht: #MeNot<\/b><i> <\/i><br>\nMerkel wurde gelobt, weil sie als erste Frau in Deutschland die CDU und die Regierung f&uuml;hrt. Mit anderen aufgestiegenen Frauen wie Christine Lagarde (Internationaler W&auml;hrungsfonds, dann EZB) und der Tochter von US-Pr&auml;sident Trump, Ivana Trump, setzte sie sich in aufwendiger Inszenierung f&uuml;r den Aufstieg von Frauen auf der ganzen Welt ein, wurde als &bdquo;m&auml;chtigste Frau der Welt&ldquo; gefeiert. Da h&auml;tte frau\/#MeToo annehmen k&ouml;nnen: Da kommt auch f&uuml;r die Mehrheit von uns Frauen was raus. Das Gegenteil ist der Fall: #MeNot. Und in der CDU-F&uuml;hrung &ndash; in der &bdquo;Schwester&ldquo;-Partei CSU noch mehr &ndash; wuchs mit Merkel das Patriarchat.[<a href=\"#foot_1\" name=\"note_1\">1<\/a>]<\/p><p><b>Gleichheit: <\/b><br>\n<b>Ein bisschen, nur in F&uuml;hrungspositionen und nur f&uuml;r Wenige<\/b><br>\nDie Merkel-Regierungen machten Gesetze f&uuml;r Frauen, aber nur f&uuml;r solche, die schon oben sind und nach ganz oben kommen sollen\/wollen. Das ist in Merkel-Deutschland sowieso besonders n&ouml;tig: Bei Frauen in F&uuml;hrungspositionen liegt Deutschland beim EU-Vergleich im unteren Drittel. Die beiden Gesetze gelten aber nur f&uuml;r ein paar Dutzend Frauen:<\/p><p>*Seit 2016 gilt das Gesetz f&uuml;r die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und M&auml;nnern in F&uuml;hrungspositionen in der Privatwirtschaft und im &ouml;ffentlichen Dienst: Damit soll die Frauen-Quote in den <i>Aufsichtsr&auml;ten<\/i> mindestens 30 Prozent betragen. Das Gesetz gilt aber nur f&uuml;r 105 Unternehmen. Und selbst in diesen ist noch kaum etwas erreicht.<\/p><p>*2021 wurde das Zweite F&uuml;hrungspositionen-Gesetz beschlossen: Auch in <i>Vorst&auml;nden<\/i> von b&ouml;rsennotierten und mitbestimmungspflichtigen Unternehmen mit mehr als 2.000 Besch&auml;ftigten soll mindestens eine Frau in einem Dreier-Vorstand sein. Au&szlig;erdem d&uuml;rfen solche Frauen nach der Geburt eines Kindes eine Babypause einlegen. Das Gesetz gilt aber nur f&uuml;r 66 Unternehmen. Das sind auch deshalb so wenige Unternehmen, weil die Bundesregierung es zul&auml;sst, dass immer mehr Unternehmen mithilfe von Gesetzesl&uuml;cken (Umgr&uuml;ndung auf S.E., Gr&uuml;ndung von Tochterfirmen) sich der Mitbestimmung entziehen.<\/p><p><b>#MeNot: Niedrigl&ouml;hnerei f&uuml;r die Mehrheit <\/b><br>\nDagegen f&ouml;rderten die Gesetze, die allgemein gelten, die Frauenarmut:<\/p><p><i>Mindestlohn: Ausnahmen f&uuml;r Frauen <\/i><br>\nBei der (sp&auml;ten) Einf&uuml;hrung des Mindestlohns 2015 in Deutschland gestand die Merkel-Regierung der Lobby der privaten Zeitungsverleger zu: F&uuml;r die Zeitungsaustr&auml;ger gilt der Mindestlohn von 8,50 Euro nicht, sondern 6,37 Euro reichen. Diese Ausnahme galt bis 2018 und betraf vor allem Frauen, die mehrheitlich diese n&auml;chtlichen Jobs machen (m&uuml;ssen).<\/p><p><i>Deutsche Frauen: Ganz hinten in der EU<\/i><br>\n*Unter Merkel wurden die Teilzeit-, die befristeten und die 450-Euro-Jobs ausgebaut: Mehrheitlich f&uuml;r Frauen. In der ganzen EU verdienen Frauen weniger als M&auml;nner. Aber in Deutschland wird das Menschenrecht gleicher Bezahlung von Frauen besonders nachhaltig verletzt. In Deutschland ist der Stundenlohn f&uuml;r Frauen im Durchschnitt 20,1 Prozent niedriger als f&uuml;r M&auml;nner. Damit stehen Frauen im reichen Kanzlerinnen-Land ganz hinten an 25. Stelle im Vergleich der 27 EU-Staaten, nur in &Ouml;sterreich und Estland ist es noch schlechter.<\/p><p><i>DRK-Schwestern: Bundesregierung stuft sie zur&uuml;ck<\/i><br>\n25.000 Krankenschwestern arbeiten als Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) dauerhaft in Krankenh&auml;usern, gelten aber nicht als normale abh&auml;ngig Besch&auml;ftigte, sondern haben einen noch niedrigeren Status. Einige Schwestern hatten sich mithilfe der Gewerkschaft verdi gerichtlich in den Normal-Status eingeklagt. Das Bundesarbeitsgericht BAG best&auml;tigte das. Aber die Bundesregierung mit Arbeitsministerin Andrea Nahles\/SPD dr&uuml;ckte zusammen mit dem DRK eine Sonderregelung durch: Die Schwestern behalten weiter den arbeitsrechtlichen Sonderstatus als DRK-Mitglieder. Deshalb gilt f&uuml;r sie nicht das Arbeitnehmer-&Uuml;berlassungs-Gesetz und die darin vorgeschriebene Befristung der Leiharbeit auf maximal 18 Monate. <\/p><p><i>Etwa 600.000 Illegale in der h&auml;uslichen Pflege<\/i><br>\nEtwa 700.000 Frauen aus Ost- und S&uuml;dosteuropa arbeiten in Deutschland in der h&auml;uslichen Pflege &ndash; etwa 600.000 von ihnen illegal: Dauerhaft, massenhaft und systemisch werden dabei im Merkel-Land die geltenden Arbeitsgesetze gebrochen, etwa die zum Mindestlohn, zur Arbeitszeit (Ruhezeiten), zur Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, zum Urlaub. Insbesondere polnische Agenturen vermitteln Frauen aus dem eigenen Land, aus der Ukraine, aus Kroatien, Nordmazedonien, dem Kosovo usw., mit doppelten Standards und notfalls mit gef&auml;lschten Dokumenten. Die Agenturen werben bei den Pflegefamilien mit der Rund-um-die-Uhr-&bdquo;24-Stunden-Pflege&ldquo; w&auml;hrend der ganzen Woche &ndash; eine der Agenturen hei&szlig;t Prokura24 &ndash; w&auml;hrend in den Arbeitsvertr&auml;gen mit den Pflegerinnen nur 6 oder 8 Stunden f&uuml;r f&uuml;nf Tage pro Woche stehen.<\/p><p>Die Bundesregierung w&auml;scht ihre H&auml;nde in Unschuld und bewusst gepflegter Unkenntnis. Erst das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat durch das Urteil vom 24.6.2021 zugunsten einer bulgarischen Kl&auml;gerin, unterst&uuml;tzt vom DGB, diesem Nicht-Skandal zur gr&ouml;&szlig;eren &Ouml;ffentlichkeit verholfen. Die Kl&auml;gerin hatte einen Vertrag mit 30 Wochenstunden, musste aber auch n&auml;chtlich in Bereitschaft bleiben und erhielt 950 Euro netto im Monat. Konsequenzen? In der Merkel-Republik best&uuml;nde die L&ouml;sung wie bei den Prostituierten: Ausweichen in die vollst&auml;<span lang=\"it-IT\">ndige Illegalit&auml;t, in den Schwarzmarkt. &Uuml;brigens: Mit dieser gesetzlosen und ausbeuterischen Praxis machen die Merkel-Regierungen deutlich: Die Illusion f&uuml;r den deutschen Mittelstand, in einem &bdquo;reichen Land&ldquo; zu leben, in dem es &bdquo;allen gut geht&ldquo;, beruht auf der nationalistischen Verarmung ausl&auml;ndischer Frauen und anderer Staaten.<\/span><\/p><p><i>Illegales Putzen in Privathaushalten: Auch hier f&uuml;hrt Deutschland<\/i><br>\nDie OECD stellte 2021 fest: Deutschland f&uuml;hrt mit gro&szlig;em Abstand bei h&auml;uslicher Schwarzarbeit (Pflege hier nicht inbegriffen). Putzen, Gartenpflege, Babysitting und Kinder am Kindergarten abholen, Reparaturen &ndash; 75 Prozent dieser T&auml;tigkeiten werden (niedrig) bezahlt. Sie werden aber nicht angemeldet, so wenig wie in keinem anderen der untersuchten Staaten. Beim Putzen geht der Prozentsatz sogar bis 90 Prozent. Obwohl das auch mit 450-Euro-Jobs zu erledigen w&auml;re, mit &auml;u&szlig;erst geringen Abgaben &ndash; nein, lieber sparen vor allem beruflich aufstrebende Deutsche auch noch die paar Euro ein, zulasten von Frauen, die ganz unten ungesch&uuml;tzt und im Dunkeln bleiben. Gegenma&szlig;nahmen, etwa Sozialgutscheine wie in Schweden, Belgien und Frankreich &ndash; das ist den Merkel-Regierungen nicht eingefallen. <\/p><p><i>Merkel-Deutschland: &bdquo;Das Bordell Europas<\/i><i>&ldquo;<\/i><br>\n2002 wurde mit dem Prostitutionsgesetz die Sexarbeit als Arbeit anerkannt und liberalisiert. Aber die meisten Sexarbeiterinnen (auch Sexarbeiter) blieben mehrheitlich in der Illegalit&auml;t: Menschenhandel, mafi&ouml;se Strukturen, Zwangsprostitution mit meist armen jungen Frauen aus armen neuen EU-Staaten wie Rum&auml;nien, Bulgarien, dem Kosovo, zunehmend auch mit Fl&uuml;chtlingen. Deutschland entwickelte sich zum zentralen Standort der (Billig-)Prostitution in Europa. <\/p><p>Das lie&szlig;en die Merkel-Regierungen laufen. 2017 wurde lustlos das Prostituierten-Schutz-Gesetz beschlossen: Bordelle m&uuml;ssen genehmigt werden, Prostituierte m&uuml;ssen sich anmelden: Alles praktisch ohne Wirkung. Vor der Pandemie waren 40.000 Prostituierte angemeldet &ndash; in der illegalen Dunkelwelt gingen mindestens eine halbe Million Menschen weiter der Prostitution nach. Nat&uuml;rlich bekamen auch Bordell- und sonstige Prostitutionsbetreiber Corona-Hilfen: Systemrelevant in Merkel-Deutschland.<\/p><p><i>Entgelt-Transparenz-Gesetz: Gescheitert <\/i><br>\nDas Entgelt-Transparenz-Gesetz von 2017 ist das einzige Gesetz, mit dem abh&auml;ngig besch&auml;ftigte Frauen gezielt gef&ouml;rdert werden sollten, n&auml;mlich f&uuml;r die gleiche Bezahlung. Aber das Gesetz schlie&szlig;t von vornherein zwei Drittel der besch&auml;ftigten Frauen aus, durch die Festlegung auf gro&szlig;e Unternehmen: 3,5 Millionen Unternehmen sind ausgeklammert. <\/p><p>Und die Frauen m&uuml;ssen selbst vergleichbare Arbeitspl&auml;tze von M&auml;nnern benennen, und zwar eine ausreichende Zahl (einer reicht nicht), und die Auskunft von der Unternehmensf&uuml;hrung einfordern. Solche Ausk&uuml;nfte werden aber oft nur z&ouml;gernd oder gar nicht erteilt. Und die Unternehmer m&uuml;ssen selbst nicht aktiv werden. Das Gesetz gilt als gescheitert.<\/p><p><b>EU-Arbeitsrecht, US-Recht<\/b><br>\nMerkels Antritt als Kanzlerin 2005 fiel mit der Osterweiterung der EU zusammen, in der auch die f&uuml;hrenden Unternehmen aus Deutschland &ndash; Auto, Pharma, Logistik, Superm&auml;rkte, Banken &ndash; mit Regierungsprotektion eine f&uuml;hrende Rolle spielten und spielen. Oligarchische, nationalistische, rechtsradikale Regierungen wie in Polen, Ungarn, Tschechien, Kroatien, den baltischen Staaten werden von der Bundesregierung auch &uuml;ber die EU (Subventionen) unterst&uuml;tzt, wenn sie die Arbeitsentgelte, Arbeitsstandards und die Gewerkschaften menschenrechtswidrig m&ouml;glichst niedrig halten.<\/p><p><i>EU: Sammelsurium der niedrigsten Arbeits-Standards<\/i><br>\nDie EU hat viele Dutzend Richtlinien zum Arbeitsrecht erlassen, die von den Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt werden. Am bekanntesten sind die Entsende- und die Dienstleistungs-Richtlinie. Gemeinsam ist allen: Kollektive Rechte werden, menschenrechtswidrig, nicht gef&ouml;rdert, es geht immer nur um individuelle Rechte, zudem niedrige Standards. Eine formelle Ausnahme ist der Europ&auml;ische Betriebsrat, dessen Rechte aber mit den &ndash; zumindest theoretischen &ndash; Rechten aus dem deutschen Betriebsverfassungs-Gesetz nicht vergleichbar sind.<\/p><p><i>Unter Merkel-Protektion: Nordmazedonien als &bdquo;Bangladesh Europas<\/i><i>&ldquo;<\/i><br>\nMerkel gilt als F&uuml;hrungsfigur der EU. Wir nehmen beispielhaft die Westbalkan-Konferenz (auch genannt &bdquo;Berliner Prozess&ldquo;). Sie wurde 2014 von Merkel pers&ouml;nlich initiiert: Die aus Jugoslawien herausgesprengten Staaten Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Serbien und Nordmazedonien sollen &bdquo;stabilisiert&ldquo; und schrittweise in die EU gef&uuml;hrt werden. Die EU hatte diese Staaten verarmen lassen. Als aber 2012 die Volksrepublik China sie in die Neue Seidenstra&szlig;e einbezog mit dem Bau von Infrastruktur &ndash; da wurde Merkel aktiv und sah Handlungsbedarf. Im Juli 2021 zelebrierte sie mit ihrer &uuml;blichen, leicht warnenden Zufriedenheit (&bdquo;es ist noch einiges zu tun, aber wir sind auf gutem Weg&ldquo;) ihre letzte Westbalkan-Konferenz. <\/p><p>Beispiel Nordmazedonien: 2019 wurde erstmal die NATO-Mitgliedschaft durchgesetzt. Die stand in allen ex-sozialistischen Staaten immer vor der EU-Mitgliedschaft. So bauen hier deutsche und andere westliche Unternehmen, auch mithilfe von EU-Subventionen, das arme NATO-Land zum &bdquo;Bangladesh Europas&ldquo; aus. Die Arbeitslosigkeit liegt offiziell bei 26 Prozent, so kann von den Besch&auml;ftigten ein Mindestlohn von 283 Euro brutto erpresst werden. Gewerkschaften sind ausgegrenzt. <\/p><p>Neue Unternehmen bekommen zehn Jahre Steuerbefreiung und EU-Subventionen. Deutsche Autozulieferer wie Marquardt, Schmitz Cargobull und Lenze Antriebstechnik nutzen das. Dies und die Niedrigl&ouml;hnerei gilt vor allem f&uuml;r die 1.100 Textilbetriebe, die ihre Niedrigl&ouml;hnerinnen f&uuml;r die Edelmarken Gucci, Versace, Jack&amp;Jones, La Salle, Seidensticker, BOSS und Escada schuften lassen. Transporte nach Deutschland &uuml;bernehmen Deutsche Post DHL, Sixt, DB Schenker: In aller medial-politischen Stille entstand hier mit Merkel-Protektion das &bdquo;Bangladesh Europas&ldquo;.<\/p><p><i>Zero Hour Contract<\/i><br>\nDie letzte, zusammenfassende EU-Richtlinie zum Arbeitsrecht basiert auf der 2017 beschlossenen &bdquo;Europ&auml;ischen S&auml;ule Sozialer Rechte&ldquo; (ESSR). Darin sind die schlimmsten Regelungen aus Deutschland und anderen EU-Staaten als zul&auml;ssig zusammengefasst. Dazu geh&ouml;rt auch der aus dem damaligen Mitglied Gro&szlig;britannien &uuml;bernommene <i>Zero Hour Contract<\/i>: Arbeitsvertrag ohne bestimmte Stundenzahl, die auch mal Null betragen kann. Die Bundesregierung bekr&auml;ftigte ihre Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die ESSR beim EU-Sozialgipfel am 7.\/8. Mai 2021 in Portugal.<\/p><p><i>Bundesregierung: EU-Regeln nutzen, aber auch unterlaufen<\/i><br>\nWichtige EU-Staaten wie Frankreich, Italien, Belgien und Italien haben Regelungen aus der unter Merkel versch&auml;rften Agenda 2010 &uuml;bernommen. Gleichzeitig nimmt das Merkel-Deutschland eine F&uuml;hrungsposition ein, wenn es darum geht, EU-Arbeitsrechts-Richtlinien zu unterlaufen, zu verz&ouml;gern oder nicht umzusetzen, sobald sie leichte Verbesserungen enthalten. Das gilt etwa beim Equal Pay f&uuml;r Leiharbeit, beim Schutz von Whistleblowern und bei der Umsetzung des Urteils des EUGH, wonach alle geleisteten Arbeitsstunden, auch die &Uuml;berstunden, rechtsg&uuml;ltig dokumentiert werden m&uuml;ssen.<\/p><p><i>Tausende LkW-Fahrer schlafen am Steuer ein <\/i><br>\nNach Erhebungen der Europ&auml;ischen Transportarbeiter-F&ouml;deration ETF ist im Jahre 2020 jeder dritte LkW-Fahrer mindestens einmal hinter dem Steuer eingeschlafen. Lange und unvorhersehbare Arbeitszeiten, niedrige L&ouml;hne, mangelhaft gewartete Fahrzeuge, schlechte Schlaf- und Ruhem&ouml;glichkeiten &ndash; so lassen sich die Arbeitsbedingungen zusammenfassen, in Deutschland und in der EU, unbeanstandet von der Bundesregierung.<\/p><p><i>USA setzen Bruch des deutschen Arbeitsrechts durch<\/i><br>\nWenn die USA es fordern, bricht die Bundesregierung deutsches Arbeitsrecht. So entlie&szlig; die Commerzbank &ndash; Hauptaktion&auml;r: Staat Deutschland &ndash; auf Verlangen von US-Beh&ouml;rden im Jahre 2015 vier Mitarbeiter: Sie hatten internationale Zahlungen f&uuml;r die staatliche Reederei des Iran abgewickelt. Das war nach deutschem und nach EU-Recht legal. Aber die Commerzbank zog die Entlassungen durch. Der entlassene Abteilungsleiter klagte dagegen, gewann zwar seine Klage vor dem Landesarbeitsgericht Hessen. Aber die Commerzbank holte sich die US-Union-Busting-Kanzlei Allen&amp;Overy und ging gegen das Urteil vor das Bundesarbeitsgericht. <\/p><p>Die Bank zog dann zwar die Klage zur&uuml;ck, aber hielt an der Entlassung fest und zahlte eine Abfindung in unbekannter H&ouml;he. Die zwei von Bundesfinanzminister Sch&auml;uble ernannten Vertreter des Staates im Aufsichtsrat der Bank stimmten zu. Zudem zahlte die Bank ein Strafgeld von 1,45 Millionen US-Dollar und lie&szlig; sich jahrelang von US-Beauftragten &uuml;berwachen. Sie hatten Zugang zu allen internen Unterlagen, um zu pr&uuml;fen, dass keine Zahlungen mehr an den Iran erfolgten &ndash; und die Commerzbank bezahlte selbst die hohen Honorare der &Uuml;berwacher. &Auml;hnliches gilt f&uuml;r die von VW und Daimler bezahlte &Uuml;berwachung in Deutschland durch US-Beauftragte.<\/p><p><b>Vielgestaltig wachsende Rentenarmut <\/b><br>\nMit den fallenden L&ouml;hnen fielen in der &Auml;ra Merkel auch die Renten. Die Netto-Standardrente vor Steuern und nach 45 Versicherungsjahren betrug 1990 im Jahr der deutschen Vereinigung noch 55 Prozent des durchschnittlichen Jahreslohns. In den 15 Jahren bis 2005 fiel die Standardrente um 2,4 Prozent. Aber in den 15 Merkel-Jahren bis 2020 fiel sie um das Doppelte, um 4,7 Prozent, und w&uuml;rde nach dem Rentenversicherungsbericht der Regierung bis 2030 nochmal beschleunigt um 4,9 Prozent absinken. <\/p><p><b>Renten f&uuml;r abh&auml;ngig Besch&auml;ftigte sinken vielf&auml;ltig<\/b><br>\nNeben der gesteuerten Niedrigl&ouml;hnerei kamen direkte Ma&szlig;nahmen bzw. unterlassene Ma&szlig;nahmen der Regierung hinzu, zum Beispiel:<\/p><p>*Die <i>Betriebsrente<\/i> spielt nur f&uuml;r Stammbelegschaften in gro&szlig;en Unternehmen eine Rolle. &Uuml;ber drei Millionen mittlere und kleine Betriebe sind gar nicht erfasst. Und f&uuml;r die wachsende Zahl der befristet und Teil-Besch&auml;ftigten, Leih- und Werkvertragsbesch&auml;ftigten spielen Betriebsrenten keine Rolle, ebenso f&uuml;r gig- und crowdworker und Schein-Selbstst&auml;ndige, die in Subunternehmerketten arbeiten und mit der Digitalisierung von Plattform-Konzernen Auftr&auml;ge erhalten, so bei Uber\/Taxi, Lieferando, WeWork und bei den mit der Corona-Politik vermehrten Lieferdiensten wie Flaschenpost, Gorillas, Flink und bei den Bereitstellern von Elektrorollern der Unternehmen Lime, Bird, Bolt&amp;Co.<\/p><p>*Die <i>Riester-Rente<\/i> ist gescheitert. Die Merkel-Regierung beschloss 2014 ein Reformgesetz &ndash; ohne Wirkung. Die privaten Versicherer wie die Allianz AG konnten ihre Interessen durchsetzen.<\/p><p>*Mit dem Arbeitsminister Franz M&uuml;ntefering\/SPD wurde 2007 das <i>Renteneintrittsalter<\/i> von 65 auf 67 Jahre erh&ouml;ht, dies wird schrittweise bis 2030 umgesetzt. Das bedeutet in vielen F&auml;llen eine K&uuml;rzung der Rente, weil viele Menschen wegen Arbeitslosigkeit, Krankheit, Burn Out fr&uuml;her in Rente gehen und Abschl&auml;ge hinnehmen m&uuml;ssen. <\/p><p>*Unter der Arbeitsministerin Ursula von der Leyen\/CDU wurde der bisher von den Jobcentern gezahlte <i>Rentenbeitrag f&uuml;r Arbeitslose<\/i> gestrichen. Dies tr&auml;gt zur Senkung der Rente f&uuml;r diejenigen bei, die kurz oder dauerhaft arbeitslos waren.<\/p><p><i>Erwerbsminderungsrente: Immer h&auml;ufiger beantragt, immer h&auml;ufiger abgelehnt<\/i><br>\nBesch&auml;ftigte k&ouml;nnen wegen verschiedener Erkrankungen z.T. lange vor dem regul&auml;ren Renteneintritt eine Erwerbsminderungsrente bekommen. Im Jahr 2020 betrug ihre Zahl 1,6 Millionen. <\/p><p>*Die volle Erwerbsminderungsrente betr&auml;gt zwischen 492 und f&uuml;r einige wenige bis maximal etwa 1.000 Euro. Die 87.000 Teil-Renten dieser Art liegen noch niedriger. Das Zugangsalter betr&auml;gt durchschnittlich 52,7 Jahre (Stand: 2019): Diese Menschen m&uuml;ssen also bis zum regul&auml;ren Renteneintritt &uuml;ber ein Jahrzehnt mit diesen niedrigen Renten auskommen. Ihre regul&auml;re Rente danach wird ebenfalls niedrig sein.<\/p><p>*Seit unter Arbeitsministerin von der Leyen im Jahre 2011 der Rentenbeitrag f&uuml;r ALG-II-Bezieher gestrichen wurde, k&ouml;nnen immer weniger eigentlich Betroffene die Erwerbsminderungsrente beantragen, denn die Eingangsvoraussetzung, vorher in die Rentenkasse eingezahlt zu haben, ist weggefallen.<\/p><p>*So ist in der Merkel-&Auml;ra zwar die Zahl der Erwerbsminderungs-Rentnerinnen und -Rentner mit etwa 1,6 Millionen gleich geblieben. Aber erstens sind Eingangsvoraussetzungen versch&auml;rft worden. Zweitens werden immer mehr Antr&auml;ge teilweise einige Jahre lang verz&ouml;gert (&bdquo;Gutachter-Krieg&ldquo;). Drittens wird die H&auml;lfte der abschlie&szlig;end bearbeiteten Antr&auml;ge abgelehnt. Das sah f&uuml;r das Jahr 2019 so aus: <\/p><p>Es wurden 433.709 Antr&auml;ge auf volle Erwerbsminderungsrente gestellt.<\/p><p>Davon bearbeitet wurden 279.977. Davon abgelehnt wurden 142.000, also die H&auml;lfte.<\/p><p><i>Rentenarmut von Frauen <\/i><br>\nDabei wurde die Spaltung nach Arm und Reich auch bei den Renten vorangetrieben. Das gilt besonders f&uuml;r die Rentenarmut von Frauen: Bei den niedrigen Renten zwischen 300 und 900 Euro pro Monat dominieren absolut die Frauen, bei 900 bis 1200 Euro haben sie fast Gleichstand mit den M&auml;nnern erreicht. Aber bei der monatlichen Rentenh&ouml;he ab 1.200 sind Frauen immer weniger vertreten und ab 1.800 Rentenh&ouml;he sind sie mit einem Zehntel gegen&uuml;ber M&auml;nnern in einer kleinen Minderheit &ndash; und bei den ohnehin sehr seltenen Renten ab 2.100 bis 2.500 Euro sind Frauen praktisch verschwunden.<\/p><p><i>Grundrente: Ein Almosen<\/i><br>\nAb 2021 gilt die neue Grundrente. Sie soll die schlimmsten Niedrigrenten aufbessern. Im Durchschnitt soll dabei f&uuml;r bisherige und Neu-Rentner ein Zuschlag von 80 Euro herauskommen &ndash; die CDU-Unternehmerlobby hatte erreicht, dass die urspr&uuml;nglich geplanten 100 Euro um 20 Euro gek&uuml;rzt werden. Und f&uuml;r dieses Almosen sind die H&uuml;rden hoch: Mindestens 33 Beitragsjahre sind Voraussetzung. Sch&auml;tzungsweise 1,7 Millionen der aller&auml;rmsten Rentnerinnen und Rentner w&uuml;rden davon profitieren &ndash; eine Farce, auch wenn wegen der Existenzn&ouml;te gerade f&uuml;r diese Betroffenen 80 Euro wichtig sind.<\/p><p><i>Weiteres Renten-Unrecht: Privilegierung der Beamtenpensionen<\/i><br>\nDie abh&auml;ngig Besch&auml;ftigten zahlen mit ihren Steuern weiter die Pensionen der Beamtinnen und Beamten, die nicht in eine Rentenkasse einzahlen und deren Alterseinkommen erstens wesentlich h&ouml;her sind (im Durchschnitt 2.793 Euro\/Monat), zweitens durch staatliche Beihilfen weiter erh&ouml;ht werden und drittens im Durchschnitt weit &uuml;ber ein Jahrzehnt l&auml;nger gezahlt werden, auch unter Ber&uuml;cksichtigung des vielfach vorgezogenen Renteneintritts ab dem 60. Lebensjahr.<\/p><p>Wenn die etwa 65 Milliarden Euro, die der Staat gegenw&auml;rtig f&uuml;r Beamtenpensionen j&auml;hrlich zahlt (an &bdquo;Beihilfen&ldquo; kommt eine &ouml;ffentlich unbekannte Milliardensumme noch hinzu), in die Kasse der gesetzlichen Rente eingezahlt w&uuml;rden und die Beamten wie andere Besch&auml;ftigte &ndash; &uuml;brigens: die Abgeordneten nicht vergessen! &ndash; auch w&auml;hrend ihres Arbeitslebens in die Rentenversicherung einzahlen w&uuml;rden, dann w&auml;re &ndash; neben der Abschaffung der verschiedensten Formen prek&auml;rer Arbeit &ndash; das Rentenproblem erstmal gel&ouml;st.<\/p><p><b>Arbeits-Armut, krank durch Arbeit, Renten-Armut: <\/b><\/p><p><b>H&ouml;chster Stand in der Geschichte der Bundesrepublik<\/b><br>\nIm Jahre 2020 bestand die h&ouml;chste, jemals in der Bundesrepublik Deutschland gemessene Armut. Viele Faktoren sind dabei noch nicht ber&uuml;cksichtigt, etwa die bis &uuml;ber 50 Prozent steigende Belastung der Arbeitseinkommen und der Renten durch Mieten und Mietnebenkosten. K&uuml;nftig werden zus&auml;tzlich CO2-Minderungskosten auf die Besch&auml;ftigten abgew&auml;lzt. Arbeits-Armut, krank durch Arbeit, Renten-Armut. <\/p><p><b>Neue demokratische Opposition: In Deutschland, in der EU<\/b><br>\nAntreiber dieser Unrechts-Politik war die nationale und internationale Unternehmerlobby. Die nationale Lobby in Deutschland bestand aus dem CDU-Wirtschaftsrat, dann BDI, BDA und den Leitmedien. Die internationale Lobby der Blackstone, BlackRock &amp; Co lief auch &uuml;ber die immer gr&ouml;&szlig;ere Zahl an Beratern, die wie McKinsey, Accenture und Freshfields nicht nur ihre privaten Mandanten vertreten, sondern unter Merkel noch mehr Mehrfach- und Dauer-Staatsauftr&auml;ge bekamen als unter Schr&ouml;der\/Fischer. <\/p><p>2000 gr&uuml;ndeten der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) und die Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeber (BDA) &uuml;ber ihre Tochterfirma Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM): Die wird mit einem Millionenhaushalt vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall (v.a. Unternehmen der Auto-, Luft- und Raumfahrt-, Stahl- und Maschinenbauindustrie) finanziert. 2003 lie&szlig; Merkel als CDU-Vorsitzende folgsam das Programm &bdquo;Neue Soziale Marktwirtschaft&ldquo; schreiben &ndash; von J&uuml;rgen Kluge, dem damaligen Chef des damals gr&ouml;&szlig;ten Unternehmensberatungs-Konzerns McKinsey. &bdquo;Neu&ldquo; &ndash; das weckt Hoffnung auf Besseres, ist aber bewusst ungenau, l&auml;sst alles offen, scheinbar, l&auml;sst aber die Konzerne zur Vorder- und vor allem zur Hintert&uuml;r rein, gern auch ins Bundeskanzleramt. <\/p><p><i>Merkel: Dauerhafter Verfassungsbruch<\/i><br>\nDas bedeutet auch: Die Unternehmen und Berater machen vieles einfach so, fragen nicht unbedingt die Bundesregierung oder die Finanzaufsicht oder das Kartellamt oder Merkel, zahlen den Mindestlohn und die &Uuml;berstunden nicht, beuten Migranten noch h&auml;rter aus, bilden neue Kartelle, organisieren Steuerflucht, umgehen EU-Richtlinien. Die Unternehmer und ihre Berater wissen ja: Wir d&uuml;rfen das, die Merkel sagt nix. Das bedeutet aber auch: Die Bundeskanzlerin Merkel begeht dauerhaften Verfassungsbruch, denn 1. sie nimmt ihre Richtlinien-Kompetenz nicht wahr, 2. Wirtschaft dient nicht, wie das Grundgesetz in Artikel 14 festlegt, &bdquo;zugleich dem Wohle der Allgemeinheit&ldquo;, 3. die Bundeskanzlerin duldet die fl&auml;chendeckende Dauer-Verletzung von Menschenrechten. <\/p><p>Das Bundeskanzleramt verdoppelte unter Merkel das Personal und wurde als Nebenregierung ausgebaut. Dazu geh&ouml;rt etwa die Abteilung f&uuml;r das <i>Nudging<\/i>: nach dem Vorbild von US-Pr&auml;sident Obama richtete Merkel 2014 im Kanzleramt die Abteilung nach den Erkenntnissen der US-Verhaltens&ouml;konomen Richard Thaler und Cass Sunstein ein: Nudging = Schubsen = scheinbar unmerklich regieren. Immer wieder &bdquo;Schwierigkeiten&ldquo; ansprechen, aber f&uuml;r die Zukunft vorsichtig und freundlich L&ouml;sungen&ldquo; und &bdquo;Gl&uuml;ck&ldquo; in Aussicht stellen. Das Buch von Thaler\/Sunstein bezieht auch schon die Gesundheitspolitik mit ein: Nudge &ndash; Improving Decisions About Health, Wealth and Happiness (2008).<\/p><p>Die Corona-Politik der Merkel-Regierung wurde zus&auml;tzlich von mehrj&auml;hrig beauftragten Beraterfirmen wie Scholz&amp;Friends noch mehr gestaltet bzw. inszeniert als zuvor. Diese unter Merkel gewachsene direkte Verbindung von Kapital und Politik &auml;u&szlig;erte sich auch in den korrupten Masken-Gesch&auml;ften von CDU\/CSU-Abgeordneten. <\/p><p>Hinzu kommt die Komplizenschaft der SPD mit ihren Arbeits- und Au&szlig;enministern. Mit der Corona-Politik konnten sich die beiden absterbenden &bdquo;Volks&ldquo;parteien miteinander noch &uuml;ber Wasser halten. Gleichzeitig mit der letzten &bdquo;christlichen&ldquo; Partei in Europa wankt das staatlich angebundene Christentum im Sumpf seiner Missbrauchsskandale &ndash; ist aber zugleich f&uuml;r die Merkel-gef&uuml;hrte Regierung eine wichtige St&uuml;tze bei der Gestaltung der Arbeitsverh&auml;ltnisse &ndash; wie sich zuletzt bei der Verhinderung besserer L&ouml;hne f&uuml;r die Pflegekr&auml;fte durch die Caritas zeigte. <\/p><p><i>Demokratische Neubesinnung<\/i><br>\nDie vorliegend skizzierte Bilanz der &Auml;ra Merkel, begrenzt auf die Arbeitsverh&auml;ltnisse und die Renten, will keine Gegen-Strategie entwickeln. Zu der m&uuml;sste auch die Bewertung der geschw&auml;chten und hilflosen Gewerkschaften und auch der Partei Die LINKE z&auml;hlen, die wenig Ahnung vom gegenw&auml;rtigen Kapitalismus haben, weder vom Kapital noch von der Art des Regierens. <\/p><p>Die Skizze soll lediglich aus dem Ausschnitt der Arbeitsverh&auml;ltnisse einige Argumente daf&uuml;r liefern, dass auch f&uuml;r diesen hier behandelten zentralen, besonders tabuisierten Bereich eine demokratische Neubesinnung not-wendig ist, in Deutschland wie auch in der EU &ndash; international sowieso. <\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Teil eins des Artikels finden Sie <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74156\">unter diesem Link<\/a>.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p>Titelbild: 360b \/ Shutterstock<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><div class=\"footnote\">\n<p>[<a href=\"#note_1\" name=\"foot_1\">&laquo;1<\/a>] Werner R&uuml;gemer: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=69152\">Der neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet. Gelernter Mehrfach-Populist, mit Hinterm&auml;nnern<\/a>, nachdenkseiten.de 25.1.2021\n<\/p><\/div><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/aa1724d09e0b4d13a45619f9b0a70e00\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im ersten Teil <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74156\">des Artikels<\/a> wurden unter anderem die Versch&auml;rfung des Arbeits-Unrechts nach der Agenda 2010, die Sch&uuml;tzenhilfe f&uuml;r US-Investoren und die ungleiche Behandlung der Ostdeutschen thematisiert. Hier wird nun unter anderem auf die Frauen- und Rentenarmut und auf das Verh&auml;ltnis der EU zu den USA eingegangen. Von <b>Werner R&uuml;gemer<\/b>.<\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag ist auch als<\/em><\/p>\n<div class=\"readMore\"><a class=\"moretag\" href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74289\">Weiterlesen<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":74290,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","footnotes":""},"categories":[105,141,107,168,127,39,146],"tags":[635,1740,881,802,2016,2003,2324,1137,3089,2270,1417,315,1375,1164,288,3099,301],"class_list":["post-74289","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuelles","category-arbeitsmarkt-und-arbeitsmarktpolitik","category-audio-podcast","category-gleichstellung","category-lobbyismus-und-politische-korruption","category-rente","category-soziale-gerechtigkeit","tag-altersarmut","tag-arbeitsbedingungen","tag-armut","tag-betriebliche-altersvorsorge","tag-equal-pay","tag-erwerbsminderungsrente","tag-eu-erweiterung","tag-frauenquote","tag-frauenrechte","tag-grundrente","tag-mazedonien","tag-merkel-angela","tag-pensionen","tag-pflegekraefte","tag-prekaere-beschaeftigung","tag-prostitution","tag-rentenalter"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/shutterstock_579778795.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/74289","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=74289"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/74289\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":74324,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/74289\/revisions\/74324"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/74290"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=74289"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=74289"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=74289"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}