{"id":74304,"date":"2021-07-15T13:30:59","date_gmt":"2021-07-15T11:30:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74304"},"modified":"2021-07-15T15:59:07","modified_gmt":"2021-07-15T13:59:07","slug":"krank-fuers-geschaeft-die-patientenfaenger-von-michelle-hildebrandt-und-der-schutz-vor-falschen-diagnosen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74304","title":{"rendered":"Krank f\u00fcrs Gesch\u00e4ft: \u201eDie Patientenf\u00e4nger\u201c von Michelle Hildebrandt und der Schutz vor falschen Diagnosen"},"content":{"rendered":"<p>Obwohl Corona darin kein Thema ist, kommt das neueste Buch von Michelle Hildebrandt zur rechten Zeit. Die Psychiaterin beleuchtet ein System unterschiedlicher Akteure des Gesundheitsmarkts, die ein &uuml;bergreifendes Interesse eint: der stete Nachschub an Patienten. Daf&uuml;r werden Grenzwerte f&uuml;r Bluthochdruck oder Cholesterin gedr&uuml;ckt, Allerweltsleiden zur Krankheit deklariert und impulsive Kinder zur Abnormit&auml;t. Profit ist dabei der bestimmende Faktor und Pharmakonzerne, Kliniken und die Nahrungsmittelindustrie sind die gr&ouml;&szlig;ten Profiteure. Aber auch kleine Fische aus der Ecke der Alternativmedizin beanspruchen mit bisweilen zweifelhaften Methoden ein St&uuml;ckchen vom gro&szlig;en Kuchen. Das alles hat ein widerliches Geschm&auml;ckle, findet <strong>Ralf Wurzbacher<\/strong>.<\/p><p><em>Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verf&uuml;gbar.<\/em><br>\n<!--more--><br>\n<\/p><div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4438\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('audio');<\/script><![endif]-->\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-74304-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210715-Krank-fuers-Geschaeft-Die-Patientenfaenger-von-Michelle-Hildebrandt-NDS.mp3?_=1\"><\/source><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210715-Krank-fuers-Geschaeft-Die-Patientenfaenger-von-Michelle-Hildebrandt-NDS.mp3\">https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210715-Krank-fuers-Geschaeft-Die-Patientenfaenger-von-Michelle-Hildebrandt-NDS.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\">Podcast: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210715-Krank-fuers-Geschaeft-Die-Patientenfaenger-von-Michelle-Hildebrandt-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?powerpress_pinw=74304-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/upload\/podcast\/210715-Krank-fuers-Geschaeft-Die-Patientenfaenger-von-Michelle-Hildebrandt-NDS.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"210715-Krank-fuers-Geschaeft-Die-Patientenfaenger-von-Michelle-Hildebrandt-NDS.mp3\">Download<\/a><\/p><p>Die vielleicht wichtigsten S&auml;tze in Michelle Hildebrandts Buch &bdquo;Die Patientenf&auml;nger&ldquo; tauchen ganz hinten auf, im Epilog. Unter der &Uuml;berschrift &bdquo;Jenseits der Krankheit&ldquo; schreibt die promovierte Fach&auml;rztin f&uuml;r Psychiatrie, Psychotherapie und Medizingutachterin: &bdquo;Im st&auml;ndigen Vergleich mit anderen Menschen k&ouml;nnen wir nur verlieren. Es gibt immer jemanden, der sch&ouml;ner, gr&ouml;&szlig;er, kl&uuml;ger oder erfolgreicher ist als wir selbst. Und dennoch ist jeder Mensch auf seine ganz eigene Art besonders&ldquo;. Dem Verfasser dieser Rezension hat das Mut gemacht, ein Gef&uuml;hl von Vertrauen gegeben, mit den an sich selbst empfundenen Unzul&auml;nglichkeiten leben zu k&ouml;nnen und leben zu wollen. Denn oft seien es gerade diese kleinen Makel, so Hildebrandt weiter, &bdquo;die wir an anderen Menschen so lieben&ldquo;. Dagegen rufe &bdquo;alles, was perfekt ist&ldquo;, &Auml;ngste wach, &bdquo;weil es uns mit unseren eigenen vermeintlichen M&auml;ngeln konfrontiert&ldquo;.<\/p><p>In unserer modernen, von omnipr&auml;senten Medien durchdrungenen Lebenswelt, die uns immer wieder neue Ideale von Sch&ouml;nheit, Fitness, Perfektion vorspiegeln, ist die Wertsch&auml;tzung der eigenen Einzigartigkeit t&auml;glich neuen Attacken ausgesetzt. Gestern noch voll &bdquo;up to date&ldquo;, kann ein Haarschnitt morgen schon so was von &bdquo;old school&ldquo; sein. In Anlehnung an Hildebrandts Verdikt wollen uns Marketingexperten, PR-Industrielle und Spindoktoren in einer Angstspirale gefangenhalten, aus der es kein Entrinnen geben soll. Ein kurzes Durchatmen verspricht allein der Erwerb dieses oder jenes Produkts, die Zurschaustellung dieser oder jener Mode, bis im n&auml;chsten Moment schon der n&auml;chste neue Schrei stilbildend ist und unter Zugzwang setzt, blo&szlig; nichts davon zu verpassen. Es sollte au&szlig;er Frage stehen: Diese Hatz nach dem Trend ist nicht gesund &ndash; weder f&uuml;r den Einzelnen noch f&uuml;r die Gesellschaft, so wenig wie f&uuml;r den Planeten. <\/p><p><strong>Eingeredete Krankheiten<\/strong><\/p><p>Dass dies nicht minder f&uuml;r den Gesundheitsmarkt gilt, ist dann auch nur scheinbar ein Paradox. Wenn heute mithin das kleinste Zipperlein zur Volkskrankheit aufgeblasen wird, ger&auml;t das, was wirklich Gesundheit ist und ausmacht, leicht ins Hintertreffen. Zum Beispiel sei Glutenunvertr&auml;glichkeit bis vor wenigen Jahren eine &bdquo;Rarit&auml;t&ldquo; gewesen, stellt die Autorin fest. Heute finde sich in jedem Supermarkt ein Regal mit entsprechenden Lebensmitteln. Eine posttraumatische Belastungsst&ouml;rung habe man fr&uuml;her nur bei Kriegsversehrten gekannt, &bdquo;doch mittlerweile kann sie auch durch eine komplizierte Scheidung ausgel&ouml;st werden&ldquo;. Intoleranzen gegen Lactose, Probleme mit Cholesterin, Reizdarmsyndrom &ndash; Hildebrandt bestreitet nicht, dass es solche Leiden gibt und diese durch den gesteigerten Konsum von Convenience-Food, Zucker und Fett gr&ouml;&szlig;ere Verbreitung finden. Sie meldet allerdings starke Zweifel an, ob wirklich alle, die glauben, an einer oder einem der heute h&ouml;chst gel&auml;ufigen St&ouml;rungen, Allergien, Syndrome oder Gebrechen zu laborieren, tats&auml;chlich auch davon betroffen sind.  <\/p><p>Hildebrandt spricht von &bdquo;Modekrankheiten&ldquo;, die man &bdquo;uns einredet&ldquo; und hinter denen vielfach wirtschaftliche oder politische Interessen stehen. Ihre Kritik richtet sich gegen Pharmalobbyisten, die f&uuml;r jedes Wehwehchen ein Pr&auml;parat auf den Markt werfen, gegen Klinikkonzerne, die als Hochburgen der Apparatemedizin massenhaft sinnfreie Operationen durchf&uuml;hren, gegen die Nahrungsmittelindustrie, die sich an st&auml;ndig wechselnden Gesundheitskults satt verdient, aber auch eine Politik, &bdquo;die sich am vermeintlichen W&auml;hlerwillen orientiert und einerseits wirkungslose Globuli als Kassenleistung zul&auml;sst, andererseits vor allem &Auml;rzte belohnt, die eine teure &Uuml;berdiagnostik betreiben&ldquo;. Heilpraktiker und Psychotherapeuten bekommen ebenso ihr Fett weg und nat&uuml;rlich Sch&ouml;nheitschirurgen, die das Absaugen desselben zu ihrer Hauptprofitquelle auserkoren haben. Und nicht zuletzt kn&uuml;pft sie sich die allgegenw&auml;rtigen Medien vor, die &bdquo;besonders gerne Minderheiten hypen, die eine sensationelle Story versprechen&ldquo;. <\/p><p><strong>Spiel mit den Grenzwerten<\/strong><\/p><p>Eine St&auml;rke des Buches liegt darin, dass die Autorin als gelernte Psychologin wei&szlig;, wie die Psyche eines Menschen auf dessen k&ouml;rperliches Befinden Einfluss nehmen kann &ndash; und umgekehrt. Moli&egrave;res &bdquo;eingebildeter Kranker&ldquo; ist in der heutigen Zeit eben l&auml;ngst kein Ausnahmeph&auml;nomen mehr. In einem Umfeld, das laut Hildebrandt f&uuml;r jede Normabweichung neue Diagnosen schaffe, &bdquo;f&uuml;r die rasch eine passende Therapie zur Verf&uuml;gung steht&ldquo;, wird mitunter jedem noch so Kerngesunden eine Unp&auml;sslichkeit oder Unvollkommenheit eingefl&uuml;stert, um daran irgendwie Geld zu verdienen. Das Buch macht dies an etlichen Beispielen fest, wovon das einer deutlichen Zunahme von Patienten mit Bluthochdruck die Mechanismen wohl am augenf&auml;lligsten demonstriert. Denn nicht unbedingt leiden heute mehr Menschen an dieser &bdquo;Abnormit&auml;t&ldquo;. Nein: Das schrittweise Absenken der Grenzwerte, ab welchen es eine Hypertonie zu bescheinigen und als behandlungsbed&uuml;rftig gilt, hat den Kreis der &bdquo;Opfer&ldquo; immer gr&ouml;&szlig;er werden lassen. Vor den 1990er-Jahren lag die Grenze bei 160\/100 mmHg, wurde dann auf 140\/90mmHg herabgesetzt, inzwischen werden selbst Werte von 130\/80 mmHg empfohlen. <\/p><p>Wozu das f&uuml;hren kann, skizziert die Autorin am Fall ihrer Gro&szlig;mutter, die zeitlebens unter erh&ouml;htem Blutdruck gelitten habe. Auf die Bem&uuml;hungen ihres Arztes, ihre Werte zu dr&uuml;cken, reagierte diese wiederholt mit einer Ohnmacht, also nicht im Sinne des Erfinders. Der liebe Gott kennt halt seine Pappenheimer: &bdquo;Um die Durchblutung aller Organe einschlie&szlig;lich des Gehirns zu gew&auml;hrleisten&ldquo;, sei bei ihrer Oma &bdquo;ein sogenannter Erfordernishochdruck notwendig&ldquo;, erl&auml;utert Hildebrandt. Also achtete die betagte Frau f&uuml;rderhin darauf, den systolischen Wert niemals mehr unter 140 mmHg sacken zu lassen &ndash; und &bdquo;konnte sich noch jahrelang dar&uuml;ber freuen, ihren Hausarzt &uuml;berlebt zu haben&ldquo;. <\/p><p><strong>Pillen gegen Pillen<\/strong><\/p><p>Nicht immer gehen Fehldiagnosen so glimpflich aus. Nirgendwo sonst in der Welt werden so viele Knieoperationen vorgenommen wie in Deutschland. Die Sch&auml;tzungen, wie viele der Eingriffe unn&ouml;tig und bisweilen kontraproduktiv sind, reichen von 30 bis zu 75 Prozent. Besser schlagen h&auml;ufig Ma&szlig;nahmen zur Mobilisierung des Kniegelenks durch gezielten Muskelaufbau an. Das allerdings erfordert Willenskraft und Ausdauer, was nicht jedermanns Sache ist. So kann schon ein Hang zur Faulheit daf&uuml;r sorgen, sich unters Messer zu legen und daf&uuml;r mit einem endlosen Martyrium zu bezahlen. Auch wei&szlig; jeder Mediziner, dass sich den g&auml;ngigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen am wirkungsvollsten mit Bewegung und gesunder Ern&auml;hrung vorbeugen und begegnen l&auml;sst. Trotzdem werden zur Behandlung zumeist Pillen verordnet und deren Nebenwirkungen mit noch mehr Pillen kompensiert.  <\/p><p>Gleichwohl soll man nicht denken, Hildebrandt schl&uuml;ge in einem Rundumschlag auf die Schulmedizin ein. Sie beklagt deren Ausw&uuml;chse genauso wie die derjenigen Disziplinen, die sich mit wachsendem Zuspruch als vermeintlich sanfte oder spirituelle Alternative dazu in Position gebracht haben: Heilpraktiker, Hom&ouml;opathen, Logop&auml;den, Physio-, Psycho- und Ergotherapeuten. Auch sie steckt sie nicht einfach in eine Schublade, sondern schreibt allen eine Existenzberechtigung zu, solange den Patienten ein echter Nutzen durch die Behandlung entsteht. Von Handauflegen h&auml;lt sie indes nichts, so wie sie davor warnt, &bdquo;Gesunde zu Patienten&ldquo; und Menschen mit Leiden, die sie gar nicht haben, erst richtig zum Leiden zu bringen. Den gr&ouml;&szlig;ten Schaden w&uuml;rden am Ende die davontragen, die tats&auml;chlich Hilfe n&ouml;tig haben. Denn: &bdquo;Wird eine seltene Erkrankung zur Modekrankheit und damit geradezu zur Normalit&auml;t, werden die wirklich Betroffenen nicht mehr ernstgenommen und h&auml;ufig mit ihrem Leiden alleingelassen&ldquo;, befindet sie. &bdquo;Im schlimmsten Fall wird eine Erkrankung erst erkannt, wenn schon Folgesch&auml;den eingetreten sind.&ldquo; Folgenschwer in noch gr&ouml;&szlig;erem Ma&szlig;stab ist &uuml;berdies die Verlagerung von Ressourcen auf blo&szlig; noch die Erkrankungen, deren Behandlung die gr&ouml;&szlig;ten Gewinne verspricht.  <\/p><p><strong>ADHS f&uuml;r alle<\/strong><\/p><p>Vielleicht l&auml;sst ihr Werk trotzdem ein paar Entt&auml;uschte zur&uuml;ck. Anders als der Titel suggeriert, jagt die Autorin nicht pausenlos irgendwelchen habgierigen &bdquo;Patientenf&auml;ngern&ldquo; hinterher. Hildebrandt wandelt lieber auf leisen Sohlen, unaufgeregt und seri&ouml;s versammelt sie auf knapp 220 Seiten breite und fundierte Kenntnisse, die das Zusammenwirken unterschiedlicher Akteure im Gesundheitsbereich &ndash; Politik, Pharma- und Lebensmittelindustrie, Mediziner, Krankenh&auml;user, Patienten, Konsumenten &ndash; aufzeigen und mit allerhand Fallbeispielen aus ihrer beruflichen Praxis veranschaulichen. Von Depressionen, &uuml;ber Kiss-Syndrom, Elektrohypersensibilit&auml;t, Lip&ouml;deme, Intimchirurgie bis zur Z&ouml;liakie bietet die Lekt&uuml;re lehrreiche Einblicke in eine Vielzahl echter Erkrankungen und dazu, wie diese Gesunden oder anderweitig Erkrankten, ob aus aus Unkenntnis oder Gesch&auml;ftssinn, aufgedr&uuml;ckt werden. &Uuml;ber allem steht der Anspruch, durch eine differenzierte Betrachtung zu einer aufgekl&auml;rten Urteilsf&auml;higkeit der Leserinnen und Leser beizutragen, auf dass diese wom&ouml;glich selbst &ndash; im Zweifel &bdquo;krank oder nicht&ldquo; &ndash; ihre Souver&auml;nit&auml;t gegen&uuml;ber falschen Ratgebern behaupten k&ouml;nnen, um so nicht selbst zum &bdquo;Malade imaginaire&ldquo; zu werden.  <\/p><p>Beispielhaft daf&uuml;r: Hildebrandt stellt nicht in Abrede, dass die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivit&auml;tsst&ouml;rung (ADHS) beziehungsweise das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) Krankheiten sind &ndash; wie dies andere tun. Auf zehn Seiten stellt sie die Ph&auml;nomene, ihre Erscheinungsformen und die M&ouml;glichkeiten zur Behandlung detailreich dar. Mit Skepsis begegnet sie jedoch der heute fast inflation&auml;ren Diagnose bei Heranwachsenden. Der Grat zwischen einer wahrhaftigen ADHS und Impulsivit&auml;t sei manchmal extrem schmal, meint sie, und &bdquo;viel zu oft&ldquo; w&uuml;rden &bdquo;verhaltensauff&auml;llige Kinder, auch auf Druck von &uuml;berforderten Lehrern und Eltern, mit Stimulanzien wie Ritalin behandelt&ldquo;. Zudem wirft sie die Frage auf, ob man Menschen mit der Zuschreibung einer Abnormit&auml;t schon im Kinderalter nicht einen so schweren Rucksack an Selbstzweifeln und Unterlegenheitsgef&uuml;hlen mit auf den Lebensweg gibt, dass der langfristige Schaden m&ouml;gliche kurzfristige Behandlungserfolge in den Schatten stellt. <\/p><p>Wie umfassend der &bdquo;Siegeszug&ldquo; von ADS und ADHS inzwischen ist und wie eine &bdquo;Krankheit&ldquo; f&ouml;rmlich aus dem Nichts erwachsen kann, sobald nur genug Interessen davon profitieren, l&auml;sst sich auch daran ersehen, dass sie immer h&auml;ufiger auch bei Erwachsenen diagnostiziert wird. Dazu passt der Spruch, der den R&uuml;ckdeckel des Buches ziert: &bdquo;Wer gesund ist, wurde nur nicht richtig untersucht.&ldquo; Dagegen wirkt Hildebrandts &bdquo;Patientenf&auml;nger&ldquo; im besten Sinne heilsam. <\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/caee09d25e5846668ecee389934503d1\" alt=\"\" title=\"\" height=\"1\" width=\"1\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl Corona darin kein Thema ist, kommt das neueste Buch von Michelle Hildebrandt zur rechten Zeit. Die Psychiaterin beleuchtet ein System unterschiedlicher Akteure des Gesundheitsmarkts, die ein &uuml;bergreifendes Interesse eint: der stete Nachschub an Patienten. Daf&uuml;r werden Grenzwerte f&uuml;r Bluthochdruck oder Cholesterin gedr&uuml;ckt, Allerweltsleiden zur Krankheit deklariert und impulsive Kinder zur Abnormit&auml;t. 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