{"id":7436,"date":"2010-11-22T16:46:57","date_gmt":"2010-11-22T15:46:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7436"},"modified":"2014-02-17T10:54:42","modified_gmt":"2014-02-17T09:54:42","slug":"ein-faszinierendes-publikum-beim-gespraech-mit-heiner-flassbeck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=7436","title":{"rendered":"Ein faszinierendes Publikum beim Gespr\u00e4ch mit Heiner Flassbeck"},"content":{"rendered":"<p>Am Samstag Nachmittag trafen sich rund 200 Menschen &ndash; mehrheitlich wohl Leserinnen\/e der NachDenkSeiten &ndash; in Pleisweiler-Oberhofen zum Gespr&auml;ch mit HF. Es war auch nach 3 Stunden noch spannend. &ndash; die Rede und die Diskussion. Flassbeck war beeindruckt vom Sachverstand der Diskutanten. Von den Runden mit Politikern und manchen Kollegen aus der Wissenschaft ist er das wohl nicht gew&ouml;hnt. &ndash; Das Video mit der Rede Flassbecks kommt vermutlich am Mittwoch ins Netz. Die Diskussion folgt. Meine Einf&uuml;hrungsrede h&auml;ngt hier an. Albrecht M&uuml;ller<br>\n<!--more--><br>\nEinf&uuml;hrung (Kurzfassung)<br>\nzum 20. Pleisweiler Gespr&auml;ch mit Dr. Heiner Flassbeck<\/p><p><strong>Thema: Deutschland braucht eine neue Wirtschaftspolitik: Ende der Spekulation und Teilhabe der Menschen<\/strong><\/p><p>am 20. November 2010 um 14.00 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus von Pleisweiler-Oberhofen<\/p><p>Liebe G&auml;ste,<\/p><p>wir treffen uns heute zum 20. Pleisweiler Gespr&auml;ch. Auch die 19 Vorg&auml;nger fanden gro&szlig;es Interesse, aber nie waren so viele unserer Einladung nach Pleisweiler-Oberhofen gefolgt. Und noch nie kamen G&auml;ste von so weit her wie heute. Aus M&ouml;nchengladbach und aus M&uuml;nchen, aus N&uuml;rnberg und Saarbr&uuml;cken, aus Borken im Nordhessischen und aus Berlin  (&hellip;)<\/p><p>Dass Sie so weite Wege auf sich genommen haben, haben wir in erster Linie Dr. Heiner Flassbeck zu verdanken. Wir begr&uuml;&szlig;en ihn und seine Frau Stephanie ganz herzlich.  (&hellip;)<\/p><p>Heiner Flassbeck war schon einmal hier. Dass wir ihn noch einmal gebeten haben zu kommen, hat damit zu tun, dass er dem Anforderungsprofil der Pleisweiler Gespr&auml;che wie wenige gerecht wird: Dazu sollen Menschen eingeladen werden, die weiter vorausdenken als &uuml;blich und Mutiges zu sagen haben. Das k&ouml;nnen wir auch heute wieder erwarten.Dass Heiner Flassbeck trotz &Uuml;berlastung gekommen ist, verdanken wir wohl auch seiner Sympathie f&uuml;r unser Projekt, die Internetseite <a href=\"http:\/\/www.NachDenkSeiten.de\">www.NachDenkSeiten.de<\/a>. Er ist einer der ersten Freunde und gro&szlig;z&uuml;gigen F&ouml;rderer der NachDenkSeiten.<\/p><p>Zu den Freunden der NachDenkSeiten z&auml;hlen auch viele von Ihnen. Vielleicht die Mehrheit. Sie alle soll ich herzlich gr&uuml;&szlig;en von meinem Mitherausgeber Wolfgang Lieb  und den andern Freunden, die uns bei der t&auml;glichen Arbeit helfen. Derjenige, dem wir Web-Design und die t&auml;gliche Betreuung verdanken, ist unter uns: Lars Bauer. <\/p><p>Als Heiner Flassbeck in den Siebzigern und ich in den Sechzigern unser Studium als Diplom-Volkswirte abschlossen, h&auml;tten wir uns auch in schlechten Tr&auml;umen nicht vorstellen k&ouml;nnen, dass unsere geliebte Wissenschaft noch einmal total versagen w&uuml;rde, dass sie ein solch j&auml;mmerliches Bild bietet wie heute und uns an den Rand einer wirtschaftlichen und sozialen Katastrophe bringen w&uuml;rde. <\/p><p>Wir hatten damals  gelernt, dass es Marktversagen gibt. Wir hatten gelernt, dass die Marktwirtschaft  der staatlichen Rahmensetzung bedarf, um vern&uuml;nftige und einigerma&szlig;en sozial gerechte Ergebnisse zu erzielen. Deshalb k&ouml;nnen wir uns heute nur die Haare raufen angesichts der Tatsache, dass nicht mehr eine sachlich orientierte &ouml;konomische Wissenschaft die Szene beherrscht, sondern eine Ideologie, die mit Denkfehlern und Klischees gespickt  ist: die neoliberale Ideologie. <\/p><p>Heute beherrschen so genannte Wissenschaftler und ihre J&uuml;nger in den Reihen von Politik, Wirtschaftsverb&auml;nden und Medien die Szene. Sie glauben, der Markt sei f&auml;hig, alles zum Besten zu regeln, er sei sogar f&auml;hig, Vollbesch&auml;ftigung zu schaffen, man m&uuml;sse die L&ouml;hne nur weit genug sinken lassen. Deshalb sind sie stolz darauf, in Deutschland einen der gr&ouml;&szlig;ten Niedriglohnsektoren geschaffen zu haben. Gerhard Schr&ouml;der r&uuml;hmt sich dessen sogar &ouml;ffentlich. Ein perverser Stolz. <\/p><p>Der Arbeitsmarkt ist  kein Kartoffelmarkt, sagt Heiner Flassbeck. Und er hat recht damit.<\/p><p>Und der Kapitalmarkt sollte kein Spielcasino sein, in dem sich die Zocker austoben k&ouml;nnen, im frechen Vertrauen darauf, dass wir, die Steuerzahler, sie hinterher retten; wir taten und tun es in treuherziger Demut vor der schwarzen Kanzlerin Merkel  und dem rotem ehemaligen Finanzminister Steinbr&uuml;ck.  Und wir spielen dieses Spiel auch weiter mit. <\/p><p>Wir, das ist nicht irgendwer. Das sind Sie! Der miserable Zustand von Heiner Flassbecks und meiner Wissenschaft ist somit kein Problem f&uuml;r Theoretiker. Es ist Ihr Problem und unser Problem, wenn eine Wissenschaft alles den M&auml;rkten &uuml;berl&auml;sst und den Wahnsinn der Werte vernichtenden Spekulanten mit mildem L&auml;cheln und wissenschaftlicher Rechtfertigung begleitet:<\/p><ul>\n<li>Die 98 Milliarden Euro, die schon im April laut einer Mitteilung der Deutschen Bundesbank im Rahmen des Bankenrettungsschirms tats&auml;chlich geflossen waren, bleiben an uns und an unseren Kindern und Enkeln h&auml;ngen. Das d&uuml;rfen wir uns nicht weiter gefallen lassen.<\/li>\n<li>Mit 142 Milliarden garantieren wir f&uuml;r einzige Bank, die M&uuml;nchner HRE und Ihre ausgelagerte miese Bank.<\/li>\n<\/ul><p>Ich glaube nicht, dass wir dieses Geld komplett zur&uuml;ckbekommen und ich rate auch Ihnen eindringlich, dies nicht zu glauben.<br>\nDeshalb m&ouml;chte ich Sie bitten zu protestieren, wenn Ihnen wieder einmal erz&auml;hlt wird, Deutschland sei bestens durch die Krise gekommen. Das ist die Unwahrheit und f&uuml;r Menschen, die sich noch eigene Gedanken machen, eine Zumutung. Denn das dicke Ende steht uns noch bevor.<\/p><p>Seit langem beobachte ich, wie wir manipuliert werden. Auch diese Einsicht verbindet mich mit Heiner Flassbeck. Er ist einer der wenigen Fachkollegen, die begriffen haben, dass es oft sinnlos ist , nach objektivem Gr&uuml;nden f&uuml;r politische Fehlentscheidungen zu suchen. Viele Entscheidungen sind damit zu erkl&auml;ren, dass die politischen Entscheider wie auch wir belogen und an der Nase herum gef&uuml;hrt werden.<\/p><ul>\n<li>Wenn es unter dem Einfluss falscher Parolen so weitergeht wie bisher,<\/li>\n<li>wenn die Spekulanten gesch&uuml;tzt werden, weil sie angeblich systemrelevant sind,<\/li>\n<li>wenn die Menschen weiter in Leiharbeit und andere Formen der prek&auml;ren Arbeitsverh&auml;ltnisse gedr&auml;ngt werden,<\/li>\n<li>wenn die L&ouml;hne weiter abgesenkt werden, statt sie endlich steigen zu lassen,<\/li>\n<li>wenn weiter auf die Mehrung der glorifizierten Export&uuml;bersch&uuml;sse gesetzt wird, statt die Binnenkonjunktur richtig zu beleben, von der die meisten Menschen und auch die meisten Unternehmen abh&auml;ngen, die Winzer genauso wie die Gastwirte, die Handwerker genauso wie die vielen Betriebe, die f&uuml;r den heimischen Konsum arbeiten,<\/li>\n<li>wenn es weitergeht wie bisher, dann wird die Krise allenfalls f&uuml;r die Oberschicht und die Exportwirtschaft vorbei sein.<\/li>\n<\/ul><p>Wir brauchen eine Korrektur der Wirtschaftspolitik, der Finanzpolitik und der W&auml;hrungspolitik. Wir haben Heiner Flassbeck eingeladen, damit er uns aus seiner Sicht erkl&auml;rt, wie die Marktwirtschaft des 21. Jahrhunderts aussehen m&uuml;sste; wir wollen wissen, welche Regeln gesetzt werden m&uuml;ssten und welche kompletten Regelwerke wir zum Beispiel f&uuml;r eine neue Weltw&auml;hrungsordnung entwerfen m&uuml;ssen; wir wollen wissen,  was zu tun ist, damit es nicht nur den Besserverdienern und den Investmentbankern gut geht.<\/p><p><strong>Anlage: Folien<\/strong><\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/101122_pl_ge_1.gif\" alt=\"Folie 1: Pleisweiler Gespr&auml;che 2010\" title=\"Folie 1: Pleisweiler Gespr&auml;che 2010\"><\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/101122_pl_ge_2.gif\" alt=\"Folie 2: Pleisweiler Gespr&auml;che 2010\" title=\"Folie 2: Pleisweiler Gespr&auml;che 2010\"><\/p><p><img decoding=\"async\" src=\"upload\/bilder\/101122_pl_ge_3.gif\" alt=\"Folie 3: Pleisweiler Gespr&auml;che 2010\" title=\"Folie 3: Pleisweiler Gespr&auml;che 2010\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Samstag Nachmittag trafen sich rund 200 Menschen &ndash; mehrheitlich wohl Leserinnen\/e der NachDenkSeiten &ndash; in Pleisweiler-Oberhofen zum Gespr&auml;ch mit HF. Es war auch nach 3 Stunden noch spannend. &ndash; die Rede und die Diskussion. Flassbeck war beeindruckt vom Sachverstand der Diskutanten. 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