{"id":74411,"date":"2021-07-19T10:02:51","date_gmt":"2021-07-19T08:02:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74411"},"modified":"2021-07-29T08:45:02","modified_gmt":"2021-07-29T06:45:02","slug":"putin-wir-lassen-kein-anti-russland-in-der-ukraine-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74411","title":{"rendered":"Putin: \u201eWir lassen kein Anti-Russland in der Ukraine zu\u201c"},"content":{"rendered":"<p>In einem Grundsatzartikel erkl&auml;rte der russische Pr&auml;sident, Russen, Ukrainer und Wei&szlig;russen seien ein Volk, denn sie h&auml;tten eine gemeinsame Sprache, Religion und Geschichte. Putin erkl&auml;rte, er werde es niemals zulassen, dass die Russischst&auml;mmigen in der Ukraine gegen Russland eingesetzt werden. Die deutschen Medien sticheln und werfen dem Kreml-Chef Gro&szlig;machtambitionen vor. Von <strong>Ulrich Heyden<\/strong>, Moskau.<br>\n<!--more--><br>\nDie Aussage, Russen, Ukrainer und Wei&szlig;russen seien ein Volk, ist der Grundgedanke eines Grundsatzartikels, den der russische Pr&auml;sident am 12. Juli auf der Website des Kreml in russischer, ukrainischer und englischer Sprache <a href=\"http:\/\/en.kremlin.ru\/events\/president\/news\/66181\">ver&ouml;ffentlichte<\/a>. Der Artikel tr&auml;gt die &Uuml;berschrift &bdquo;&Uuml;ber die historische Einheit der Russen und Ukrainer&ldquo;. <\/p><p>&bdquo;Russen und Ukrainer sind ein Volk&ldquo;. Diese Aussage von Wladimir Putin emp&ouml;rt die gro&szlig;en deutschen Medien. &acute;Wie kann er sich nur erdreisten&acute;, so der Unterton der deutschen Kommentatoren und Russland-Experten. <\/p><p>Der russische Pr&auml;sident stelle die Souver&auml;nit&auml;t der Ukraine in Frage. Der bekannte Schweizer Historiker Andreas Kappeler erkl&auml;rte gegen&uuml;ber der Deutschen Welle, Putins Aussagen seien nicht v&ouml;llig neu. Er habe sich aber &bdquo;radikalisiert&ldquo;. Der Kreml-Chef drohe &bdquo;mehrfach mit einem Eingreifen Russlands in der Ukraine, was er dann historisch und anderweitig legitimieren will&ldquo;.<\/p><p><strong>Eine letzte Warnung<\/strong><\/p><p>Tats&auml;chlich liest sich Putins langer, analytischer Artikel wie eine letzte intellektuelle Warnung an den Westen, die roten Linien in der Ukraine nicht zu &uuml;berschreiten, und wie eine Aufforderung, die aggressive ukrainische Regierung zu z&uuml;geln. Mit milit&auml;rischen Mitteln droht der russische Pr&auml;sident nicht direkt. Allerdings muss man damit rechnen, dass Russland milit&auml;rische Gewalt anwenden wird, wenn zum Beispiel die Menschen in den Volksrepubliken Donezk und Lugansk weiter beschossen werden. Putin kritisiert, dass die Ukraine ihre Unabh&auml;ngigkeit verloren habe. Die Nato und westliche Staaten h&auml;tten faktisch die Kontrolle &uuml;ber die Ukraine &uuml;bernommen. Putin weiter:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Ukraine wird Schritt um Schritt in ein gef&auml;hrliches Spiel gezogen. Das Ziel ist es, die Ukraine zu einer Barriere zwischen Europa und Russland und einen Aufmarschplatz gegen Russland zu machen.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>F&uuml;r Millionen Menschen in der Ukraine sei die Politik, aus der Ukraine ein &bdquo;Anti-Russland&ldquo; zu machen, &bdquo;nicht hinnehmbar&ldquo;, schreibt der Kreml-Chef. Und weiter:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Echte Patrioten in der Ukraine sind heute nur noch die, welche Russland hassen (&hellip;) Wir werden es niemals zulassen, dass unser historisches Territorium und die auf diesem Territorium uns nahestehenden Menschen gegen Russland eingesetzt werden.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>Zwangsassimilierung der Russen in der Ukraine<\/strong><\/p><p>In der Ukraine vergeht kein Quartal, in dem nicht neue Ma&szlig;nahmen gegen russische Kultur und Sprache beschlossen werden. Vor kurzem wurde auf Initiative von Pr&auml;sident Wolodymir Selenski in der Rada ein &bdquo;Gesetz &uuml;ber die indigene Bev&ouml;lkerung&ldquo; verabschiedet. Zur indigenen Bev&ouml;lkerung geh&ouml;ren nun nur noch Bev&ouml;lkerungsgruppen in der Ukraine, die &uuml;ber keinen Staat au&szlig;erhalb der Ukraine verf&uuml;gen. Russen, Rum&auml;nen, Polen und Ungarn geh&ouml;ren jetzt ganz offiziell nicht mehr zur &bdquo;eingesessenen Bev&ouml;lkerung&ldquo;, selbst wenn ihre Vorfahren &uuml;ber Jahrhunderte in der Ukraine lebten. Putin dazu:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Der Kurs der zwangsweisen Assimilierung zur Formierung eines ethnisch reinen ukrainischen Staates ist vergleichbar mit der Anwendung einer Massenvernichtungswaffe gegen uns. Im Resultat dieser groben, k&uuml;nstlichen Trennung zwischen Russen und Ukrainern wird sich die Gesamtzahl des russischen Volkes um Hunderttausende, wenn nicht um Millionen verringern.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Bereits in den letzten Jahren wurden einschneidende Gesetze und Anordnungen gegen die russische Sprache und Kultur erlassen. Anfang des Jahres trat ein Sprachengesetz in Kraft, das die B&uuml;rger verpflichtet, in der &Ouml;ffentlichkeit nur noch Ukrainisch zu sprechen. Aus dem Unterrichtsprogramm an den Schulen ist die russische Sprache fast verschwunden. Die T&auml;tigkeit der russisch-orthodoxen Kirche\/Moskauer Patriarchat wird massiv eingeschr&auml;nkt.<\/p><p><strong>Selenski-Berater: &bdquo;Russische Elite hat Angst vor der Ukraine&ldquo;<\/strong><\/p><p>Ukrainische Politologen bezeichneten den Aufsatz von Putin als &bdquo;Geschichtsf&auml;lschung&ldquo; mit &bdquo;manipulierten Fakten&ldquo;. Der Berater des ukrainischen Pr&auml;sidenten, Michail Podoljak, <a href=\"https:\/\/theins.ru\/news\/243418\">schrieb<\/a> im oppositionellen russischen Internet-Portal &bdquo;Insider&ldquo;, die Ukraine und Russland seien &bdquo;zwei sich fremde L&auml;nder, welche die Geschichte und den eigenen Platz in der Geschichte v&ouml;llig unterschiedlich bewerten.&ldquo; Es sei nichts Neues, dass die russische F&uuml;hrung &bdquo;historische Klischees benutzt, die schon von der sowjetischen Macht verbreitet wurden.&ldquo; Die russische Elite w&uuml;rde nicht verstehen, was die Ukraine eigentlich ist. Und dieses Unverst&auml;ndnis f&uuml;hre bei der russischen Elite &bdquo;zu Angst, Aggression und kriegerischen Handlungen.&ldquo; <\/p><p>Unber&uuml;cksichtigt bei ukrainischen Politologen und westlichen Kommentatoren bleiben Textpassagen in dem Putin-Artikel, die nicht in das Gruselbild vom &bdquo;aggressiven Russland&ldquo; passen. Zur 1991 getroffenen Entscheidung der Ukraine, aus der Sowjetunion auszuscheiden, schreibt der Kreml-Chef: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Alles &auml;ndert sich. Auch L&auml;nder und Gesellschaften. Und nat&uuml;rlich kann sich ein Teil eines Volkes im Laufe seiner Entwicklung &ndash; wegen einer Reihe von Gr&uuml;nden und historischen Umst&auml;nden &ndash; in einem bestimmten Moment als eigene Nation empfinden und sich dessen bewusst werden. Was ich davon halte? Die Antwort kann nur sein: Mein Respekt. Wollen sie einen eigenen Staat gr&uuml;nden? Bitte!&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>&bdquo;Kiewer Rus&ldquo; &ndash; der gr&ouml;&szlig;te Staat in Europa im 9. Jahrhundert<\/strong><\/p><p>Putin beschreibt in seiner historischen Analyse, dass die drei ostslawischen V&ouml;lker, Russen, Ukrainer und Wei&szlig;russen, eine gemeinsame Geschichte, eine gemeinsame Sprache und einen gemeinsamen Glauben haben. Es gab in dieser gemeinsamen Geschichte zwar viele Zerw&uuml;rfnisse, insgesamt sei das Verh&auml;ltnis der drei V&ouml;lker aber von Ausgleich und gegenseitiger Hilfe bestimmt gewesen. <\/p><p>Das 862 nach Christi gegr&uuml;ndete F&uuml;rstentum &bdquo;Kiewer Rus&ldquo;, welches 988 nach Christi von F&uuml;rst Wladimir christianisiert wurde, war zu seiner Zeit &bdquo;der gr&ouml;&szlig;te Staat in Europa&ldquo;, schreibt Putin. Der Staat reichte vom Ladoga-See im Norden &uuml;ber Weliki Nowgorod und Moskau bis nach Kiew. Im Westen reichte der Staat von den Karpaten und Minsk bis nach Nischni-Nowgorod. <\/p><p>In diesem Staat waren &bdquo;Ost-Slawen und andere V&ouml;lker&ldquo; verbunden, schreibt der Kreml-Chef. Geleitet wurde der Staat von der Rjurik-Dynastie. Das Kiewer Rus zerfiel sp&auml;ter wieder, aber im 17. Jahrhundert kam es erneut zu einer gr&ouml;&szlig;eren Verbindung zwischen den Ost-Slawen. <\/p><p><strong>Im Jahre 1653 baten die ukrainischen Kosaken um den Schutz des Zaren<\/strong><\/p><p>Als Antwort auf die Polonisierung und Ausbreitung des katholischen Glaubens &bdquo;bildete sich im16.\/17. Jahrhundert eine Befreiungsbewegung der Bev&ouml;lkerung in der Dnjepr-Region.&ldquo; 1653 unterstellten sich die ukrainischen Kosaken unter Kosaken-F&uuml;hrer Bogdan Chmelnizki dem Schutz Moskaus. Von da an geh&ouml;rte das zentrale Gebiet der heutigen Ukraine unter dem Namen &bdquo;Klein-Russland&ldquo; zum russischen Imperium. Das Wort Ukraine &ndash; &bdquo;am Rande gelegen&ldquo; &ndash; war zun&auml;chst nur eine geographische Bezeichnung.  <\/p><p>Der s&uuml;dliche Teil der heutigen Ukraine geh&ouml;rte bis zum russisch-t&uuml;rkischen Krieg 1774 zum Gebiet des tatarischen Krim-Khanats und des osmanischen Imperiums. Die Ukrainer &ndash; damals &bdquo;Klein-Russen&ldquo; &ndash; leisteten ihren Beitrag zum Aufbau des russischen Imperiums, so Putin:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die Kleinrussen waren in vielem an der Schaffung eines gemeinsamen, gro&szlig;en Landes, an der Staatlichkeit, der Kultur und Wissenschaft beteiligt. Sie beteiligten sich an der Gewinnung und Entwicklung des Ural, Sibiriens, des Kaukasus und des Fernen Ostens. &Uuml;brigens hatten in der Sowjetzeit Ukrainer wichtigste Posten, auch h&ouml;chste &Auml;mter, in dem gemeinsamen Staat.&ldquo; Als Beispiele nennt Putin die KPdSU-Generalsekret&auml;re Chruschtschow und Breschnew, &bdquo;deren Partei-T&auml;tigkeit mit der Ukraine eng verbunden war.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>1918, als die Deutschen die Ukraine okkupierten<\/strong><\/p><p>In seinem Artikel zieht der russische Pr&auml;sident eine Parallele zwischen der heutigen Zeit und der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, als die Ukraine sich 1918 als unabh&auml;ngig von Russland erkl&auml;rte: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die deklarierte Unabh&auml;ngigkeit dauerte nicht lange. Einige Wochen sp&auml;ter unterschrieb die Delegation der Rada einen separaten Vertrag mit den L&auml;ndern des deutschen Blocks. Weil sie sich in einer schwierigen Lage befanden, brauchten Deutschland und &Ouml;sterreich-Ungarn ukrainisches Brot und Rohstoffe. Um die gro&szlig;en Lieferungen sicherzustellen, erreichten sie, dass sie ihre Truppen und technisches Personal in die Ukrainische Volksrepublik schicken konnten. Faktisch nutzten sie das f&uuml;r eine Okkupation.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p><strong>&bdquo;Lenin legte eine Zeitbombe&ldquo;<\/strong><\/p><p>Zur Politik von Lenin hat Putin ein &auml;u&szlig;erst kritisches Verh&auml;ltnis. Den Gr&uuml;nder der Sowjetunion bezichtigt Putin des &bdquo;nationalen Liberalismus&ldquo;. Denn Lenin habe durchgesetzt, dass die Sowjetrepubliken das Recht haben, jederzeit aus der Staaten-Union auszutreten.<\/p><p>Stalin dagegen wird von Putin gelobt, da Stalin versucht habe, alle Staaten, die zum russischen Imperium geh&ouml;rten &ndash; wie die Ukraine und die Staaten im Kaukasus und Mittelasien &ndash; in Russland mit Autonomierechten zu integrieren. Doch bei der Gr&uuml;ndung der Sowjetunion im Jahre 1924 konnte sich Stalin nicht durchsetzen. Das sei verh&auml;ngnisvoll gewesen, so der Kreml-Chef:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Auf diese Weise wurde in unserem Staat eine gef&auml;hrliche &acute;Bombe mit verz&ouml;gerter Wirkung&acute; gelegt. Sie explodierte, als es mit der f&uuml;hrenden Rolle der KPdSU, die sich aufl&ouml;ste, keinen Sicherheits- und vorbeugenden Mechanismus mehr gab. Es begann die &acute;Parade der souver&auml;nen Staaten&acute;.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Positiv bezieht sich Putin auf die Vertreter der antibolschewistischen, zaristischen Opposition, die sogenannten &bdquo;Wei&szlig;en&ldquo;: <\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Die F&uuml;hrer der wei&szlig;en Bewegung traten f&uuml;r ein ungeteiltes Russland ein. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass viele Republiken, welche die Anh&auml;nger der Bolschewiken au&szlig;erhalb Russlands gr&uuml;ndeten, au&szlig;erhalb Russlands liegen sollten.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Lenin hatte in den 1920er Jahren durchgesetzt, dass man die 150 Nationalit&auml;ten der Sowjetunion bei der Entwicklung ihrer Kultur und Sprache unterst&uuml;tzen muss. Nur so lasse sich ein gemeinsamer Staat aufbauen. Viele sibirische und kaukasische V&ouml;lker erhielten so das erste Mal ein Alphabet und W&ouml;rterb&uuml;cher.<\/p><p>Zur sowjetischen Ukrainisierungspolitik der 1920er und 1930er Jahre &auml;u&szlig;ert sich Putin skeptisch bis ablehnend. Der Kreml-Chef erkennt an, dass die Sowjetunion in den 1920er und 1930er Jahren mit ihrer Politik der F&ouml;rderung der nationalen Kulturen viel &bdquo;zur St&auml;rkung der ukrainischen Kultur, Sprache und Identit&auml;t beigetragen hat&ldquo;. Allerdings sei damals die Ukrainisierung &bdquo;gegen den gro&szlig;russischen Chauvinismus teilweise auch denen aufgezw&auml;ngt worden, die sich nicht als Ukrainer bezeichneten.&ldquo;<\/p><p>Die Bolschewiken seien mit ihrer Politik der Ukrainisierung zu weit gegangen, meint Putin. <a href=\"https:\/\/ru.wikipedia.org\/wiki\/%D0%94%D0%BE%D0%BD%D0%B5%D1%86%D0%BA%D0%BE-%D0%9A%D1%80%D0%B8%D0%B2%D0%BE%D1%80%D0%BE%D0%B6%D1%81%D0%BA%D0%B0%D1%8F_%D1%81%D0%BE%D0%B2%D0%B5%D1%82%D1%81%D0%BA%D0%B0%D1%8F_%D1%80%D0%B5%D1%81%D0%BF%D1%83%D0%B1%D0%BB%D0%B8%D0%BA%D0%B0\">Als Beispiel<\/a> bringt der Kreml-Chef die 1918 im s&uuml;drussischen Zentrum der Schwerindustrie von russischen Bolschewisten gegr&uuml;ndete Donezk-Kriwoj Rog-Republik, welche sich eigentlich Sowjet-Russland anschlie&szlig;en wollte.<\/p><p>Lenin &uuml;berzeugte die Anh&auml;nger der Donezk-Kriwoj Rog-Republik, in der damals sieben Millionen Menschen lebten, allerdings davon, dass es besser sei, eine &bdquo;sowjetische Ukraine&ldquo; zu bilden. Dahinter stand vermutlich die Absicht von Lenin, einer sowjetischen Ukraine ein stabiles &ouml;konomisches Fundament, aber auch eine enge &ouml;konomische und sprachliche Anbindung an Sowjet-Russland zu verschaffen.<\/p><p>Dass Putin die damalige Donezk-Kriwoj Rog-Republik in seinem Text so ausf&uuml;hrlich erw&auml;hnt, hat wohl auch damit zu tun, dass der Kreml-Chef begr&uuml;nden will, dass die heutigen Volksrepubliken Donezk und Lugansk, in denen vorwiegend Russisch gesprochen wird, historisch nicht zur Ukraine geh&ouml;ren und Russland historische Gr&uuml;nde hat, die Menschen in diesem Gebiet zu sch&uuml;tzen.<\/p><p><strong>&bdquo;Ukraine ein Kind der Sowjetunion&ldquo;<\/strong><\/p><p>Der Kreml-Chef erkl&auml;rte unter Bezugnahme auf seinen fr&uuml;heren Chef, den Juristen und B&uuml;rgermeister von St. Petersburg, Anatoli Sobtschak, bei der Aufl&ouml;sung der Sowjetunion h&auml;tten die Staaten der Sowjetunion, die w&auml;hrend der Sowjetzeit Gebiete dazugewonnen haben, diese 1991 eigentlich zur&uuml;ckgeben m&uuml;ssen, nach dem Motto, &bdquo;verlasst die Sowjetunion mit dem Territorium, mit dem ihr der UdSSR beigetreten seid.&ldquo;<\/p><p>Die Ukraine, die sich 1991 aus der Sowjetunion l&ouml;ste, sei fl&auml;chenm&auml;&szlig;ig wesentlich gr&ouml;&szlig;er gewesen als die Ukraine, die 1922 an der Gr&uuml;ndung der Sowjetunion beteiligt war, und h&auml;tte eigentlich 1991 die in der Zeit der Sowjetunion dazugewonnenen Gebiete abtreten m&uuml;ssen. Zu den Gebieten, welche die Ukraine nach 1922 dazugewann, geh&ouml;rt die Donezk-Kriwoj Rog-Republik, das Schwerindustriezentrum Russlands und sp&auml;ter der Sowjetunion, die Krim, die Chruschtschow der Ukraine 1954 &bdquo;schenkte&ldquo; und das polnische Gebiet um die Stadt Lviv, das in Folge des &bdquo;Hitler-Stalin-Paktes&ldquo; Teil der Sowjetunion wurde.<\/p><p><strong>R&uuml;ckgang des Maschinenbaus um 42 Prozent<\/strong><\/p><p>Die Adressaten seines Artikels sieht Putin wohl nicht nur in den F&uuml;hrern der westlichen Staaten, denen er &bdquo;rote Linien&ldquo; aufzeigen will, sondern auch in der Bev&ouml;lkerung der Ukraine, die er versucht, daran zu erinnern, dass es den Menschen in der Ukraine vor der Maidan-Revolte besser ging. Die Produktion des Maschinenbaus in der Ukraine sei um 42 Prozent und die Stromproduktion um die H&auml;lfte gesunken. Putin weiter:<\/p><blockquote><p>\n&bdquo;Nach Angaben des IWF lag der Pro-Kopf-Anteil am Bruttoinlandsprodukt in der Ukraine 2019, also noch vor der Corona-Epidemie, bei 4.000 Dollar. Das ist niedriger als Albanien, die Republik Moldau und der nichtanerkannte Kosovo. Die Ukraine ist heute das &auml;rmste Land Europas.&ldquo;\n<\/p><\/blockquote><p>Man muss nicht mit allen Positionen von Putin &uuml;bereinstimmen. Doch bei n&uuml;chterner Betrachtung sind seine Positionen der Realit&auml;t wesentlich n&auml;her als die Positionen der ukrainischen F&uuml;hrung.<\/p><p>Titelbild: Nikolay Androsov \/ Shutterstock<\/p><p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/2097b29ac92345d8967d2558234dfa2e\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem Grundsatzartikel erkl&auml;rte der russische Pr&auml;sident, Russen, Ukrainer und Wei&szlig;russen seien ein Volk, denn sie h&auml;tten eine gemeinsame Sprache, Religion und Geschichte. Putin erkl&auml;rte, er werde es niemals zulassen, dass die Russischst&auml;mmigen in der Ukraine gegen Russland eingesetzt werden. Die deutschen Medien sticheln und werfen dem Kreml-Chef Gro&szlig;machtambitionen vor. 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