{"id":74826,"date":"2021-08-03T14:00:53","date_gmt":"2021-08-03T12:00:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74826"},"modified":"2021-08-03T14:56:31","modified_gmt":"2021-08-03T12:56:31","slug":"das-militaerregime-in-myanmar-annulliert-die-wahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74826","title":{"rendered":"Das Milit\u00e4rregime in Myanmar annulliert die Wahlen"},"content":{"rendered":"<p>Am 26. Juli hat die von der Junta neubesetzte Union Election Commission  (UEC) bekanntgegeben, dass die Wahlen vom November 2020 annulliert werden. Diese Wahlen hatten unter schwierigen Umst&auml;nden stattgefunden, eine zweite Covid- Pandemiewelle war im August ausgebrochen und noch nicht einged&auml;mmt. Besondere Schutzma&szlig;nahmen mit sozialer Distanzierung und Schutzausr&uuml;stung in den Wahllokalen waren n&ouml;tig. Trotzdem betrug die Wahlbeteiligung rund 71%. Obwohl 93(!) verschiedene Parteien zur Wahl zugelassen waren, war die eigentliche Wahl aber die Wahl zwischen der Partei von Aung Suu Kyi (NLD) und der Partei des Milit&auml;rs (USDP). Sollte der Ansatz der Demokratisierung weitergetrieben werden oder nicht? Der Ausgang der Wahlen war deutlich: Die NLD hatte 82% der zu vergebenden Sitze errungen, die USDP ganze 6,2%. Die NLD, die bereits die vorherige Regierung angef&uuml;hrt hatte, sollte damit auch wieder die neue Regierung bilden. Diesmal mit noch gr&ouml;&szlig;erer Mehrheit im Parlament. Von <strong>Marco Wenzel<\/strong>.<br>\n<!--more--><br>\nAls Reaktion auf die herbe Niederlage und aus Angst vor einem drohenden Machtverlust und der damit verbundenen Privilegien der Tatmadaw, die seit 1962 de facto die Macht in Burma hatten und einen eigenen Staat im Staat gebildet haben, putschte das Milit&auml;r am 1. Februar dieses Jahres, dem Tag, an dem die neugew&auml;hlten Abgeordneten zur Regierungsbildung zusammenkommen sollten. Damit war Myanmars Experiment mit einer vom Milit&auml;r geduldeten Demokratie nach weniger als zehn Jahren vorbei. Viele Abgeordnete, darunter auch Aung Suu Kyi und viele ihrer Kabinettsmitglieder wurden verhaftet, manche wurden ermordet, andere sind untergetaucht und haben eine Parallelregierung im Untergrund gebildet. <\/p><p>Sechs Monate nach dem Putsch ist es der Junta immer noch nicht gelungen, das Land zu regieren. Sie sieht sich dem Widerstand und dem bewaffneten Kampf der Menschen im ganzen Lande gegen&uuml;ber. Die Annullierung des Wahlergebnisses ist ein Rechtfertigungsversuch des Milit&auml;rs f&uuml;r seinen Coup vom Februar und ein Schritt weiter in seinem Plan, die NLD aufzul&ouml;sen.<\/p><p>Die Gr&uuml;nde, die die UEC f&uuml;r das Annullieren angibt, sind ebenso l&auml;cherlich wie unglaubw&uuml;rdig. Die Wahl sei nicht frei und nicht fair gewesen, bei einer &bdquo;Untersuchung&ldquo; seien, bei insgesamt 37 Millionen W&auml;hlern, &bdquo;11.305.390 Unregelm&auml;&szlig;igkeiten im Zusammenhang mit der Stimmabgabe&ldquo; festgestellt worden. Es habe Probleme mit den W&auml;hlerlisten gegeben und es seien ung&uuml;ltige Stimmzettel in den Wahllokalen gefunden worden. Weitere Einzelheiten wollen wir uns hier ersparen, jedes einzelne Wort, das die Junta seit dem Putsch von sich gegeben hat, war eine eklatante L&uuml;ge. <\/p><p><strong>Ein angek&uuml;ndigter Putsch und die Folgen<\/strong><\/p><p>Laut <a href=\"https:\/\/asiatimes.com\/2021\/07\/myanmar-junta-boot-stomps-a-return-to-democracy\/?mc_cid=79f743ee52&amp;mc_eid=f072d9574c\">Berichten der Asia Times vom 27. Juli<\/a> begann der Plan, die Wahlen zu verhindern, schon im August 2020, also schon vor den Wahlen im November. Die Tatmadaw wollte die Wahlen verschieben, was aber von der NLD zur&uuml;ckgewiesen wurde. Nur wenige Tage vor den Wahlen warnte General Aung Hlaing, der Anf&uuml;hrer der Putschisten, omin&ouml;s, dass die &bdquo;Regierung die volle Verantwortung f&uuml;r alle absichtlichen und unabsichtlichen Fehler der Wahlkommission auf ihren verschiedenen Ebenen tr&auml;gt&ldquo;. <\/p><p>Die drei Monate zwischen dem Wahltag und der Einberufung der Nationalversammlung waren gepr&auml;gt von immer bedrohlicheren Pressekonferenzen der Tatmadaw, in denen von Wahlbetrug die Rede war. Behauptungen &uuml;ber Unregelm&auml;&szlig;igkeiten wurden erneut am 26. Januar erhoben und dieses Mal sprach das Milit&auml;r von &uuml;ber 8 Millionen Unregelm&auml;&szlig;igkeiten, die gefunden worden seien. Eine Machtergreifung des Milit&auml;rs deswegen wurde nicht ausgeschlossen.<\/p><p>Einen bevorstehenden Staatsstreich ahnend, gaben die unabh&auml;ngige Wahlbeobachterorganisation von Myanmar (PACE)  und 11 weitere inl&auml;ndische Wahlbeobachtungsorganisationen eine gemeinsame Erkl&auml;rung heraus, in der es hie&szlig;: &bdquo;Die inl&auml;ndischen Wahlbeobachtungsgruppen haben festgestellt, dass die Ergebnisse der Wahlen glaubw&uuml;rdig waren und den Willen der Mehrheit der W&auml;hler widerspiegeln &hellip; wir fordern alle anderen politischen Parteien und die Tatmadaw auf, die Wahl zu respektieren &hellip; um Stabilit&auml;t nach den Wahlen und einen friedlichen Machtwechsel zu gew&auml;hrleisten.&ldquo; <\/p><p>Ausl&auml;ndische Wahlbeobachter waren in weiser Voraussicht gar nicht eingeladen worden. Myanmar habe selber genug Journalisten, da brauche man keine ausl&auml;ndischen Wahlbeobachter, hie&szlig; es. Man darf hierbei nicht vergessen, dass das Milit&auml;r, per Verfassung von 2008, immer die drei wichtigen Ministerien Verteidigung, das Innenministerium sowie das Ministerium f&uuml;r Grenzangelegenheiten innehat. <\/p><p>Gleich nach dem Putsch hatte das Milit&auml;r angek&uuml;ndigt, innerhalb eines Jahres Neuwahlen durchzuf&uuml;hren.  Wenig sp&auml;ter wurde diese Frist bereits auf zwei Jahre verl&auml;ngert und ist inzwischen auf den St. Nimmerleinstag verlegt worden, n&auml;mlich dann, wenn sich die Lage in Myanmar wieder normalisiert habe. Wenn es &uuml;berhaupt unter dieser Junta noch einmal Wahlen geben wird, dann erst dann, wenn vorher sichergestellt wurde, dass die Partei des Milit&auml;rs daraus auch als Sieger hervorgehen wird. Daf&uuml;r muss vor allem aber erst die NLD zerschlagen werden.  Seit ihrer Inhaftierung werden immer neue abstruse Anklagen gegen ihre F&uuml;hrerin, Frau Suu Kyi, erhoben. Inzwischen sind es deren schon sechs. Bei einem Schuldspruch, und der ist bereits mit der korrupten Justiz ausgemacht, drohen der 76-j&auml;hrigen Suu Kyi 75 Jahre Gef&auml;ngnis. Sie wird dann im Alter von 150 Jahren wieder auf freiem Fu&szlig; sein. Das d&uuml;rfte reichen, um sie f&uuml;r immer loszuwerden.<\/p><p>Kurz nachdem das Milit&auml;r geputscht hatte, war eine ihrer ersten Handlungen, den Vorsitzenden der Union Election Commission (UEC) auszuwechseln, kaum &uuml;berraschend, wenn man wei&szlig;, dass als Vorwand f&uuml;r den Putsch angebliche Unregelm&auml;&szlig;igkeiten bei den Wahlen im vergangenen Jahr herhalten mussten. Der neue Vorsitzende, Thein Soe, war bereits bei den Wahlen von 2010 Vorsitzender der UEC, wo er sich einen Namen als Meister der Wahlmanipulationen gemacht hatte. Der ideale Mann f&uuml;r den Job also. Thein Soe, ehemaliger General und Generalstaatsanwalt des Milit&auml;rs, wurde damit beauftragt, die notwendigen Gr&uuml;nde zu erfinden, um die Wahl f&uuml;r ung&uuml;ltig erkl&auml;ren zu k&ouml;nnen.<\/p><p>&ldquo;Ich glaube nicht, dass es n&ouml;tig ist, zu sagen, was f&uuml;r ein Mensch er ist. Jeder wei&szlig; das bereits,&rdquo; sagte Mya Nandar Thin, Gr&uuml;nderin des Myanmar Network for Free Elections. <\/p><p>Es gab mehr als 40 best&auml;tigte F&auml;lle von Wahlbetrug allein in Rangun und Bago, als Thein Soe das letzte Mal als Vorsitzender der UEC fungierte, erinnerte sie sich. Es war Thein Soe, sagte sie, der hauptverantwortlich f&uuml;r das Verschwinden von Wahlurnen aus den Wahllokalen im Jahr 2010 war, und f&uuml;r das ebenso mysteri&ouml;se Auftauchen von riesigen Mengen von USDP-Stimmen, die f&uuml;r gew&ouml;hnlich mitten in der Nacht auftauchten. (<a href=\"https:\/\/www.myanmar-now.org\/en\/news\/the-crooked-uec-chair-who-returned-to-restore-electoral-integrity\">Myanmar Now, 5. Juni<\/a>).<\/p><p>Thein Soe hat geliefert, was die Milit&auml;rjunta haben wollte. Die von ihm genannten Zahlen, die als Grund f&uuml;r die Annullierung angegeben werden, sind so l&auml;cherlich genau, dass sie schon von daher nicht stimmen k&ouml;nnen. Die Manipulation der Wahl in mehr als 11 Millionen F&auml;llen, einem Drittel der Wahlzettel, w&auml;re zudem unweigerlich von den Beobachtern und von den W&auml;hlern und Beamten in den Wahllokalen bemerkt worden.  <\/p><p>Nachdem die Wahl annulliert wurde, wird jetzt die n&auml;chste Aufgabe von Thein Soe darin bestehen, die NLD als Partei aufzul&ouml;sen. Auf einer Pressekonferenz am 20. Mai erkl&auml;rte er bereits, dass die NLD, die sowohl 2015 als auch 2020 erdrutschartige Siege errungen hatte, aufgel&ouml;st werden soll, um den Weg f&uuml;r die Stellvertreterpartei des Regimes freizumachen. Denn das Volk von Myanmar wird die NLD so lange w&auml;hlen, wie sie zu Wahlen antreten wird. Das Milit&auml;r ist beim Volk verhasst und wird bei freien Wahlen niemals gewinnen. <\/p><p>Die NLD erkennt den von der Junta ernannten SAC (State Administrative Council), der den Staat anstelle einer gew&auml;hlten Regierung verwaltet, nicht an und hat ihn, nicht zu Unrecht, als eine terroristische Gruppe bezeichnet. Die gew&auml;hlten Abgeordneten, fast alle von der NLD, haben im Untergrund eine Gegenregierung (NUG) gebildet, die sich selbst als einzige rechtm&auml;&szlig;ige Vertreterin des myanmarischen Volkes bezeichnet. Die Junta ihrerseits bezichtigt die NUG des Hochverrates. Dazu kommt nun der Vorwurf des Wahlbetrugs. Auf dieser Basis d&uuml;rfte es der Junta leichtfallen, die NLD als illegale Partei zu erkl&auml;ren und zu verbieten. Thein Soe und sein Chef Aung Hlaing werden daf&uuml;r sorgen, dass das Parteiverbot demn&auml;chst verh&auml;ngt wird und die bekannteste Figur der NLD, Frau Suu Kyi, f&uuml;r immer im Gef&auml;ngnis verschwindet. Dieses Mal wird es keinen Hausarrest f&uuml;r sie geben. <\/p><p><strong>Internationale Appelle<\/strong><\/p><p>Mit dem Annullieren der Wahlen ist die T&uuml;r f&uuml;r Verhandlungen definitiv zugeschlagen worden. Das Milit&auml;r will in Zukunft wieder wie fr&uuml;her alleine herrschen. Es ist auch kaum zu erwarten, dass in ein oder zwei Jahren Wahlen stattfinden werden, es sei denn, die Widerstandsbewegung jagt die Gener&auml;le zum Teufel.  <\/p><p>Die EU hat sich der Position der NLD angeschlossen und betont, dass der Sieg der NLD von allen unabh&auml;ngigen inl&auml;ndischen und internationalen Beobachtern best&auml;tigt worden sei. Der Versuch, die Wahlen f&uuml;r ung&uuml;ltig zu erkl&auml;ren, sei eine &bdquo;eklatante Missachtung des Willens des Volkes von Myanmar&ldquo;. &bdquo;Keine Unterdr&uuml;ckung oder unbegr&uuml;ndete pseudo-legale Verfahren k&ouml;nnen der illegalen Macht&uuml;bernahme der Junta Legitimit&auml;t verleihen&ldquo;, sagte die Sprecherin der EU-Kommission.<\/p><p>Die Europ&auml;ische Union verurteilte bereits im Vorfeld den Versuch, die NLD aufzul&ouml;sen. Das wird die Junta nicht daran hindern, es trotzdem zu machen. <\/p><p>Auch die halbherzigen Bem&uuml;hungen der ASEAN-Staaten um eine Kompromissl&ouml;sung d&uuml;rften jetzt endg&uuml;ltig erledigt sein. Um nicht selber t&auml;tig werden zu m&uuml;ssen, hatte die internationale Gemeinschaft den ASEAN-Staaten den Schwarzen Peter zugeschoben. Die sollten es richten und die beiden Parteien zu einem Kompromiss dr&auml;ngen. Als ob das so einfach w&auml;re. Wer wird den Preis f&uuml;r die bereits jetzt &uuml;ber 900 unschuldigen Leben bezahlen? Wer wird f&uuml;r den wirtschaftlichen Schaden aufkommen? Man kann die Tatmadaw ja auch nicht so einfach ungestraft davonkommen lassen. Staatsstreich, Hochverrat, vors&auml;tzlicher Mord, Raubmord, K&ouml;rperverletzung, Diebstahl, Korruption, Brandstiftung, Vergewaltigung, Drogenhandel, Sachbesch&auml;digung&hellip;es gibt keine Straftat, die die Tatmadaw nicht begangen h&auml;tten. Eine rote Linie ist definitiv &uuml;berschritten worden. Ein Putsch und die Ermordung von &uuml;ber 900 Menschen sind schlie&szlig;lich keine Lappalie. Das Volk von Myanmar will mit den Tatmadaw  ein f&uuml;r alle Mal aufr&auml;umen und nicht zum Status Quo ante zur&uuml;ckkehren. <\/p><p>Wer ehrlich ist, musste wissen, dass die ASEAN-Staaten nichts ausrichten w&uuml;rden, sie sollten nur als Alibi f&uuml;r die eigene Unt&auml;tigkeit dienen. Und in der Tat: Bei ihrem Treffen am 24. April in Jakarta war der Juntachef Aung Hlaing eingeladen, nicht aber die NUG, die eine Woche vorher, am 16. April ausgerufen worden war.  Man einigte sich schlie&szlig;lich auf eine lauwarme Erkl&auml;rung, in der es hie&szlig;, dass &bdquo;alle Parteien gr&ouml;&szlig;te Zur&uuml;ckhaltung &uuml;ben sollen&ldquo; und zur sofortigen Beendigung der Gewalt und zu einem konstruktiven Dialog aufgerufen wurde. Ein Sondergesandter sollte ernannt werden, der mit einer Delegation vor Ort vermitteln sollte. Bis heute haben sich die ASEAN-Staaten noch nicht einmal auf einen gemeinsamen Sondergesandten einigen k&ouml;nnen, so zerstritten sind sie selber untereinander in der Frage. Bereits am Tag seiner R&uuml;ckkehr nach Myanmar meinte Aung Hlaing, der der Erkl&auml;rung in Jakarta zugestimmt hatte, er w&uuml;rde die Abmachung in Erw&auml;gung ziehen, aber erst dann, wenn wieder Ruhe und Ordnung in Myanmar herrsche. <\/p><p>Und auch die UNO hat bisher nur seichte Erkl&auml;rungen zu Myanmar abgegeben. Eine Verurteilung des Putsches und der Junta im Sicherheitsrat ist immer wieder von China und Russland abgelehnt worden. China und Russland haben sich leider aus gesch&auml;ftlichen und geostrategischen Gr&uuml;nden auf die Seite der Gener&auml;le geschlagen. L&auml;ngst vorbei sind die Zeiten von Komintern und Mao Tse-Tung, wo die Solidarit&auml;t mit den unterdr&uuml;ckten V&ouml;lkern vor den Gesch&auml;ften kam. Heute sind sowohl China als auch Russland l&auml;ngst wieder kapitalistische L&auml;nder geworden, denen ihre Gesch&auml;fte wichtiger sind als die internationale Solidarit&auml;t. Diktatur hin, Diktatur her, es geht ums Gesch&auml;ft und um nationale Interessen. (siehe dazu auch: <a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=71839\">Russland und China in Myanmar<\/a>). Russland und China wollen die USA aus der Region heraushalten, die USA dagegen m&ouml;chten Russland und China &bdquo;eind&auml;mmen&ldquo;.  So bleibt es international bei halbherzigen Appellen zur Zur&uuml;ckhaltung und Beendigung der Gewalt an beide Parteien, gerade so, als ob die Gewalt gleicherma&szlig;en von beiden Seiten ausginge, als ob die Putschgegner genauso mitverantwortlich f&uuml;r den Putsch und die Folgen seien wie die Putschisten selber und als ob der Putsch, wie China und Russland argumentieren, lediglich eine &bdquo;Kabinettsumbildung&ldquo; sei.<\/p><p>F&uuml;r Firmen, die sich von einem scheinbaren Demokratisierungsprozess in Myanmar hatten blenden lassen und dort gesch&auml;ftlich aktiv wurden, bringt die Annullierung die bittere Erkenntnis, dass ihre Investitionen in Myanmars politische Entwicklung inzwischen wertlos geworden sind. Das Milit&auml;r hat ein Jahrzehnt demokratischer Entwicklung mit einem Federstrich ausradiert. F&uuml;r viele Firmen ist das investierte Geld jetzt futsch. Die Wirtschaft in Myanmar liegt am Boden, die Weltbank prognostiziert in diesem Jahr einen R&uuml;ckgang des BIP um 20%, zusammen mit dem corona-bedingten R&uuml;ckgang letzten Jahres sind es sogar 30%. <\/p><p>Nach dem Putsch und Corona droht jetzt noch eine Hungersnot. Die Regenzeit hat begonnen, hunderttausende Menschen haben ihre H&auml;user verlassen und sind vor den Angriffen der Tatmadaw in den Dschungel geflohen. Die Felder liegen brach. Die Tatmadaw &uuml;berf&auml;llt ganze D&ouml;rfer, weil sie die Bewohner verd&auml;chtigt, mit der Widerstandsbewegung zusammenzuarbeiten und steckt ihre H&auml;user in Brand. Der diesj&auml;hrige Monsunregen hat bereits weite Gebiete von Myanmar &uuml;berschwemmt. Das Volk von Myanmar aber ist weiterhin auf sich allein gestellt, Hilfe von au&szlig;en ist nicht zu erwarten. Die internationale Gemeinschaft ist daf&uuml;r zu sehr zerstritten. <\/p><p>Titelbild: Bumble Dee\/shutterstock.com<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 26. Juli hat die von der Junta neubesetzte Union Election Commission (UEC) bekanntgegeben, dass die Wahlen vom November 2020 annulliert werden. Diese Wahlen hatten unter schwierigen Umst&auml;nden stattgefunden, eine zweite Covid- Pandemiewelle war im August ausgebrochen und noch nicht einged&auml;mmt. Besondere Schutzma&szlig;nahmen mit sozialer Distanzierung und Schutzausr&uuml;stung in den Wahllokalen waren n&ouml;tig. 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