{"id":74861,"date":"2021-08-04T13:55:53","date_gmt":"2021-08-04T11:55:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74861"},"modified":"2021-08-04T14:22:25","modified_gmt":"2021-08-04T12:22:25","slug":"leserbriefe-zu-das-politische-interesse-stuerzt-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74861","title":{"rendered":"Leserbriefe zu \u201eDas politische Interesse st\u00fcrzt ab\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74796\">In diesem Artikel<\/a> stellt Albrecht M&uuml;ller die These in den Raum, dass das politische Interesse abst&uuml;rze. Die &ouml;konomische Situation spiele eine Rolle. Es mangele an &bdquo;gro&szlig;en und aufw&uuml;hlenden Diskussionen zur Programmatik&ldquo;. Au&szlig;erdem w&uuml;rden Medien politisches Engagement bestrafen und nicht dazu ermuntern. Das wird belegt anhand der &bdquo;Tagesspiegel&ldquo;-Berichterstattung &uuml;ber Querdenken vom letzten Wochenende. Danke f&uuml;r die interessanten Leserbriefe, in denen auch erg&auml;nzende Eindr&uuml;cke und Erfahrungen mitgeteilt werden. Es folgt eine Auswahl. Zusammengestellt von <b>Christian Reimann<\/b>.<br>\n<!--more--><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><b>1. Leserbrief<\/b><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>bzgl. ihres Artikels m&ouml;chte ich zu bedenken geben, dass es f&uuml;r alle Vereine zunehmend schwieriger wird, eine Vorstandschaft zu finden und nicht nur f&uuml;r die SPD.<\/p><p>Das ist eine Entwicklung, die nicht nur die politische Arbeit betrifft. Ich wei&szlig; das aus pers&ouml;nlicher Erfahrung, ich bin langj&auml;hriges Vorstandsmitglied bei uns im SPD-Ortsverein und auch in anderen Vereinen. Vor jeder Neuwahl der Vorstandschaft gibt es bange Wochen, ob die bisherigen Funktionstr&auml;ger weitermachen oder nicht. Dies kann man immer &ouml;fters in den Zeitungen verfolgen, dass mehrere Mitgliederversammlungen n&ouml;tig sind, um ein Weiterbestehen des Vereins zu gew&auml;hrleisten. Diejenigen, die dann Verantwortung &uuml;bernehmen, sind dann oft in mehreren Vereinen aktiv, ob als Funktion&auml;r oder aktiver Sportler, Mitglied. Wie gesagt, ich spreche aus pers&ouml;nlicher Erfahrung.<\/p><p>Die Leute wollen zwar unterhalten werden, aber die Bereitschaft Verantwortung zu &uuml;bernehmen und damit auch Zeit zu investieren, nimmt ab.<\/p><p>Man darf sich von den vielf&auml;ltigen Interessengruppen, B&uuml;rgerinitiativen nicht blenden lassen. Diese sind f&uuml;r einen bestimmten Zweck, bestehen meist f&uuml;r eine gewisse Zeit, w&auml;hrend Vereine ja langfristig u. komplexer angelegt sind. Au&szlig;erdem geht es oft um eigene Interessen, die &uuml;ber die der anderen gestellt werden. <\/p><p>Umweltpolitische Themen nehme ich hiervon zu einem gro&szlig;en Teil aus, wenn es auch hier viele Partikularinteressen (Windrad ja, aber nicht vor meiner Haust&uuml;r) gibt.<\/p><p>Ein weiterer und ich denke, ein sehr gewichtiger Punkt ist das pers&ouml;nliche Umfeld. Man kann nur eine solche Aufgabe, egal ob Vorstand, Schriftf&uuml;hrer, Kassier, Beiratsmitglied, etc, wenn das pers&ouml;nliche Umfeld einem unterst&uuml;tzt und die Zeit einr&auml;umt. Wenn der Partner, Partnerin hier nicht &ldquo;mitspielt&rdquo; kann man egal, wie motiviert man selber ist, seinen Hut nicht in den Ring schmei&szlig;en. Diese Bereitschaft im pers&ouml;nlichen Umfeld ist nicht mehr so einfach gegeben. Oft aus gutem Grund, bei Familien mit kleinen Kindern, soll man seine freie Zeit auch mit der Familie verbringen. Bleibt ein Partner\/in zuhause oder tritt beruflich k&uuml;rzer, dann kann er zurecht erwarten, dass der\/die andere sich in seiner freien Zeit in der Familie einbringt. Damit wird die Zeit, die man f&uuml;r ein Ehrenamt aufbringen kann, naturgem&auml;&szlig; geringer.<\/p><p>Bei politischen Parteien kommt hinzu, dass Politik schon lange negativ besetzt ist. Als &ldquo;Lokalpolitiker&rdquo; wird man automatisch mit den &ldquo;Gro&szlig;en&rdquo; verglichen und einem vorgeschmissen, dass doch eh alle gleich seien und es nichts bringt, sich zu engagieren.<\/p><p>Ein sehr gro&szlig;er Dank an die Berufspolitiker und ihre Vorbildfunktion, die den Leuten vor Ort die Arbeit meist nicht leicht machen.<\/p><p>Ich kann verstehen, dass man sich da nicht in vorgeschobener Funktion als Rechtfertiger, der da oben, sehen will.<\/p><p>Bezogen auf die SPD, die m. E. in der aktuellen Regierung durchaus ansehnliche Ergebnisse erzielt, siehe Grundrente, verl&auml;ngertes Kurzarbeitergeld, etc. ist es doch so, dass viele, auch der SPD-Zugeneigten in allem ein Haar in der Suppe finden und das kritisieren. Das erzeugt eine negative Grundstimmung bei W&auml;hlern und auch bei Mitgliedern.<\/p><p>Man sollte das positive herorheben und sagen, danke, f&uuml;r den Anfang, aber da bauen wir jetzt auf drauf bei der n&auml;chsten Regierung. <\/p><p>Auch SPD-nahe Multiplikatoren sollten besonders jetzt vor der Wahl sagen, dass die Arbeit grunds&auml;tzlich gut war und man der CDU\/CSU vieles abgerungen hat. Das darf nat&uuml;rlich nicht alles sein, v. a. wenn ich an die Rente oder die Krankenversicherung denke, aber es ist allemal besser, als das, was die &ldquo;Schwarzen&rdquo; im Sinne haben.<\/p><p>Die CDU\/CSU macht das nicht. Die kehren IMMER das Positive ihrer Politik heraus &ndash; meist nicht so positive f&uuml;r den normalen B&uuml;rger, aber sie verkaufen es so: Entlastung der Wirtschaft, Steuersenkung, etc., das klingt erstmal gut, aber wehe, wenn ich auf das Ende sehe (das will keiner sehen).<\/p><p>Mit so einer positiven und durchaus auch kritischen Bewertung u. Darstellung der SPD wird man das negative Bild leichter los und man findet bestimmt auch wieder leichter Leute, die sich an solchen Posten versuchen.<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;, ein flei&szlig;iger Nachdenkseiten-Leser<br>\nKonrad Fendl<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><b>2. Leserbrief<\/b><\/p><p>Sehr geehrter, lieber Herr M&uuml;ller,<\/p><p>Sie fragen nach der gro&szlig;en, aufw&uuml;hlenden Diskussion zu Programmatiken? Ernsthaft?<\/p><p>Schauen Sie sich doch bitte diesen Bundestags&ldquo;wahlkampf&ldquo; an. Was bitte soll daraus erwachsen? Die Begeisterung sich politisch, in welcher Form auch immer, bei welcher Partei auch immer, zu engagieren wird sich in sehr engen Grenzen halten. Und das verwundert auch nicht.<\/p><p>Schauen Sie sich bitte die Kandidaten an, &uuml;ber die seit Wochen berichtet wird, die tagt&auml;glich pr&auml;sent sind: Es erwarten Sie Herr Laschet (S&ouml;der), Herr Scholz, Herr Lindner und Frau Baerbock. Und aus. Die gr&ouml;&szlig;te Oppositionspartei findet sich so gut wie &uuml;berhaupt nicht in der Berichterstattung. Taugt das zur politischen Meinungsbildung, wenn eine Partei vor der<\/p><p>Wahl totgeschwiegen wird, egal, wie man zur AfD steht?<\/p><p>Wenn das jetzt allgemeines Demokratieverst&auml;ndnis ist, herzlichen Gl&uuml;ckwunsch uns allen.<\/p><p>Wir befinden uns innerhalb eines Meinungskorridors und jemand, der diesen Korridor mit seiner eigenen Meinung verl&auml;sst, muss zumindest damit rechnen, schief angesehen zu werden. Ich halte das f&uuml;r sehr gef&auml;hrlich, schr&auml;nkt es politisch interessierte Menschen doch sehr stark ein, wenn sie eine andere Meinung vertreten als die, die gerade opportun ist. Insbesondere, wenn sie einen &bdquo;Shitstorm&ldquo; in den &bdquo;sozialen&ldquo; Medien bef&uuml;rchten.<\/p><p>Warum gehen vielerorts so erschreckend wenig Menschen zur Wahl? Weil sie wissen, dass sich f&uuml;r sie nichts &auml;ndert. Allen Sonntagsreden zum Trotz.<\/p><p>Welche Partei will denn noch anecken, wer unangenehm auffallen? Alles ist nur noch stromlinienf&ouml;rmig. Kein kultivierter Streit mehr, keinerlei lebhafte Diskussionen &uuml;ber kontroverse Themen. Blo&szlig; nicht. Man k&ouml;nnte ja als zerstritten gelten. Und das geht ja &uuml;berhaupt nicht.<\/p><p>Passt die Meinung des Anderen gerade nicht oder kann man diese nicht kontern, dann ist man halt Corona-Leugner, Putin-Versteher, Antisemit usw. usf.  <\/p><p>Ich habe die Wahlprogramme der f&uuml;r mich infrage kommenden Parteien gelesen und f&uuml;r mich eine Entscheidung getroffen. Die letzten Male war es schon nicht leicht. Dieses Mal war es sehr schwer.<\/p><p>&Auml;ndern wird sich allerdings auch nach dieser Wahl nichts und genau das ist der eigentliche Skandal, &uuml;ber den &bdquo;die Medien&ldquo; gerne berichten k&ouml;nnten.<\/p><p>Aber auch die sind leider, von wenigen Ausnahmen abgesehen, ein Totalausfall. Als Herausgeber der NachDenkSeiten ist Ihnen das sicherlich bewusst.<\/p><p>Ich bin wirklich gespannt, wie lange das noch so weitergehen soll und besonders, wie lange das noch gutgeht. Derzeit der Druck auf &bdquo;Impf-Verweigerer&ldquo;, nach der Wahl die Anstrengungen Deutschlands zur klimatischen Rettung unseres Planeten, die nur uns zukommt. Alles ist so absehbar, einfach grausam.<\/p><p>Seien Sie herzlich gegr&uuml;&szlig;t<br>\nStefan Wolff<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><b>3. Leserbrief<\/b><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller,<\/p><p>es macht schon betroffen, erstmal &uuml;ber Ihre Entt&auml;uschung zu lesen ob des Desinteresses, die Leitung eines Ortsverbandes zu &uuml;bernehmen und dann noch die Berichterstattungs des &ldquo;Tagesspiegels.&rdquo; &uuml;ber die gestrige Grundrechte Demonstration.<\/p><p>Leider geht aus dem Text nicht hervor, ob die Leitung des Ortsverbandes ein Ehrenamt ist oder ein richtiger Beruf und entsprechend bezahlt wird. Wenn nicht, w&auml;re es vielleicht sinnvoll mit einer entsprechenden ehrenamtlichen Verg&uuml;tung zu locken? Ich kann mir gut vorstellen, dass die CSU das n&auml;mlich macht.<\/p><p>Zum Tagesspiegel kann ich sagen, dass ich mir einige Demos aus Berlin gestern auf youtube angeschaut habe. Eine ganze Zeit lang sah ich friedliche Menschen durch die Stra&szlig;en ziehen, mit dem Skandieren &ldquo;Frieden, Freiheit, keine Diktatur&rdquo;, Musik, Trommlern etc. Erschreckend dann der &ldquo;schwarzen Block&rdquo; aus einigen Hundert Polizisten, die sich verteilten. Zudem ist bekannt, dass sich in Berlin immer wieder &ldquo;Agents provokateurs&rdquo; unter die Demonstrierenden mischen und Polizisten anp&ouml;beln um so eine Eskalation herbeizuf&uuml;hren. Nat&uuml;rlich auch &ldquo;gutes Futter&rdquo; f&uuml;r die Journalisten, die scheinbar Freude daran haben, sich selbst zu erh&ouml;hen und andere mit anderer Meinung abzuwerten. und wenn ein Journalist einen Polizisten dann noch vor dem Mob retten kann &ndash; umso besser.<\/p><p>Die Demo in Berlin wurde erst verboten, dann nach rechtlicher Auseinandersetzung gestattet und dann &ndash; meiner Meinung nach mit Absicht &ndash; nach einer gewissen Zeit von der Polizei aufgel&ouml;st wegen der Nichteinhaltung von Maskentragen und Abstandsregeln! Eine abgesprochene Aktion vom Berliner Senat &ldquo;rot-rot-gr&uuml;n&rdquo; mit der Polizeif&uuml;hrung. Sieht man sich das verantwortliche Personal mal an und googelt diese, dann wei&szlig; man, dass von diesem nichts Gutes kommen kann und kommen wird, zumindest was die Wahrung und Erhaltung unserer Demokratie angeht!<\/p><p>Habe mir zum Vergleich noch Demos in Paris, Luzern und Italien angeschaut und nirgends so viel schwarze Polizei-Pr&auml;senz gesehen wie in Deutschland. Dort wurde auch keine Demo aufgel&ouml;st wegen dieser willk&uuml;rlichen Gebote von Maskenzwang und Abstandsregeln. In den anderen L&auml;ndern trugen alle Demonstranten so gut wie keine Masken! Es ist auch geradezu bl&ouml;dsinnig in Deutschland immer noch Maskenzwang einzufordern, wo um uns herum alle L&auml;nder darauf verzichten und zur&uuml;ck zur Normalit&auml;t wollen.<\/p><p>Dann ging mir immer wieder ein Gedanke durch den Kopf, der mir aber kam, als ich die Siegerehrungen auf der Olympiade in Tokio sah. Deutschland holt sich eine Gold-Medaille, die Fahnen werden hochzogen &ndash; die deutsche ganz oben und es erklingt unsere Hymne: Ich denke dabei immer: &ldquo;Deutschland, Deutschland &uuml;ber alles!&rdquo; An die 3. Strophe die nur gesungen werden darf, wird nicht gedacht, weil sie fast keiner kennt. Zumindest habe ich noch nie an &ldquo;Einigkeit und Recht und Freiheit&rdquo; gedacht! Und da ich so normal wie alle anderen sind, die sicher auch nicht. Man h&auml;tte diese zwar sch&ouml;ne, aber ausgesprochen belastete Hymne bei der Wiedervereinigung nicht nehmen sollen, weil sich im Betragen der deutschen Politik anderen EU-L&auml;ndern gegen&uuml;ber immer wieder dieser Hochmut zeigt.<\/p><p>Beste Gr&uuml;&szlig;e<br>\nKarola Schramm<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><b>4. Leserbrief<\/b><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller,<\/p><p>ich habe einen &ldquo;Alt-SPDler&rdquo; als Vater und einige Menschen im Bekanntenkreis, die ebenfalls SPD-Mitglieder sind.<\/p><p>Sie st&ouml;rt weniger der Umgang der Presse mit kritischen Meinungs&auml;u&szlig;erungen.<\/p><p>Sie st&ouml;rt, da&szlig; das ganze Engagement der Basis, das das &ldquo;S&rdquo; im Parteinamen noch wiederspiegelt, von der Bundespolitik der SPD konterkariert wird.<\/p><p>Was nutzt die beste Arbeit an der Basis, wenn im Bund das Gegenteil gemacht wird?<\/p><p>Wundert es Sie wirklich, wenn als Folge davon das politische Interesse auf dem Tiefstand ist?<\/p><p>Mit vielen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nEva Kretz<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><b>5. Leserbrief<\/b><\/p><p>Sehr gesch&auml;tzter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>kurz und knapp: wer angesichts der Hochwasserkatastrophe, die in den MSM schon abgehandelt scheint, und jetzt den &uuml;berwiegend friedlichen Proteste in Berlin und die begleitenden staatlichen &ldquo;Ma&szlig;nahmen&rdquo; betrachtet, kann sich nur noch von diesen &ldquo;politischen Parteien&rdquo; entfernen. Sie haben sich den Staat zur Beute gemacht. Westfernsehen ist heute Internet und Telegram &ndash; dort finden die m&uuml;ndigen Demokraten und Grundgesetzverfechter &ndash; nach M&uuml;lltrennung &ndash; ihre Foren und schlie&szlig;en sich zusammen. Dort liegt die Zukunft. Ihnen und mir bleibt altersbedingt nur die Hoffnung und Unterst&uuml;tzung.<\/p><p>Mit freundlichem Gru&szlig;<br>\nRolf Sch&ouml;nenberg<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><b>6. Leserbrief<\/b><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>ihr Artikel erscheint an einem Tag, an dem ich mich nach 40 Jahren politischer kommunaler Arbeit entschieden habe, an den gro&szlig;en Diskussionen nicht mehr teilzunehmen. Ich bin m&uuml;de geworden und habe keine Kraft mehr um eine Diskussion &uuml;ber die Ma&szlig;nahmen bez&uuml;glich Corona zu bitten.<\/p><p>Ich habe letztes Jahr auf die einmalige M&ouml;glichkeit hingewiesen, in meiner Partei, der SPD, eine Plattform f&uuml;r eine offene Diskussion aufzubauen &ndash; hatten wir doch mit Dr. Wodarg und Prof. Lauterbach Fachleute f&uuml;r beide Sichtweisen in unseren Reihen. Auf diesen Vorschlag, den ich meiner Bundestagsabgeordneten &uuml;bermittelte, habe ich keine Antwort erhalten. Es besteht kein Interesse eine Sache zu diskutieren, deren Folgen unser gesamtes Leben und unsere Gemeinschaft ver&auml;ndern!<\/p><p>Es ist unfassbar &ndash; und nur weil irgendjemand im Bereich Propaganda die glorreiche Idee hatte, die Kritiker der Corona Ma&szlig;nahmen mit Rechten und Faschisten gleichzusetzen und den Begriff solidarisch im Bezug auf Impfungen zu verwenden. Seit diesem Moment glauben viele des politisch linken Lagers, es sei ihre Pflicht, bedingungslosen Gehorsam von all ihren Mitb&uuml;rgern zu fordern und sind anderen Meinungen oder gar Fakten nicht mehr zug&auml;nglich.<\/p><p>Jedenfalls habe ich heute beschlossen, mich nicht mehr in eine programmatische Diskussion, welcher Art auch immer, einzubringen und stelle meine Mitarbeit in der Partei ein.<\/p><p>Programme interessieren allerdings auch die Masse der W&auml;hler nicht mehr. Das mediale Erscheinungsbild ist entscheidend und wie man sich verkauft.<\/p><p>Sehr schade, aber ich habe meine Konsequenz daraus gezogen. Leider bin ich wahrscheinlich mit dieser Entscheidung nicht allein und so wird der Kreis derer immer kleiner, die sich um politische &Auml;mter bewerben &ndash; und damit die Qualit&auml;t wahrscheinlich nicht besser. Demokratie funktioniert nur, wenn viele mitmachen. Das wird unser Problem der n&auml;chsten Jahre sein und die Corona Politik war hier, wie in vielen Bereichen, lediglich ein Beschleuniger.<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nAndreas Prasse<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><b>7. Leserbrief<\/b><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>vorab meinen Dank und Respekt f&uuml;r ihre (ebenso des gesamten Nachdenkseiten-Teams) verdienstvolle Arbeit.<\/p><p>Ich denke nicht, dass das politische Interesse abst&uuml;rzt, lediglich das Interesse z.B. an der SPD. Welcher klar denkende Mensch m&ouml;chte sich denn von Parteifunktion&auml;ren als &ldquo;Covidiot&rdquo; beschimpfen lassen? Klarer kann man die Missachtung der B&uuml;rger doch nicht ausdr&uuml;cken! Das l&auml;sst nur den einen Schluss zu: Meinungsvielfalt unerw&uuml;nscht!<\/p><p>Und wie bitte soll man sich in einem solchen System engagieren? Es ist doch mehr als offensichtlich, dass in allen Parteien nur &ldquo;linientreue&rdquo; Kandidaten &uuml;berhaupt erst aufgestellt werden &ndash; wo ist das denn demokratisch? Also ist aus meiner Sicht das Engagement in einer der etablierten Parteien wirklich verschwendete Lebenszeit.<\/p><p>Ich erkl&auml;re auch gerne warum: Mein Lebensmotto lautet &ldquo;Wir reden nicht &uuml;bereinander, sondern miteinander&rdquo;; das lebt keine der Parteien. Es gibt (gerade in der aktuellen Corona-Krise) keinen Austausch von Argumenten, es wird vorwiegend mit Ausgrenzung gearbeitet.<\/p><p>Ihr nostalgischer Blick auf die SPD in allen Ehren &ndash; aber die guten Tage sind l&auml;ngst vorbei; das F&uuml;hrungspersonal ist angepasst, frei von Skrupeln oder R&uuml;ckgrat.<\/p><p>Ich wei&szlig; mein Blick auf die Dinge ist pessimistisch, wenn ich mir allerdings die momentane Gewaltbereitschaft unserer Regierung (siehe dazu Polizeiaufgebot bei sogenannten Querdenkerdemos und die dort zum Teil von der Polizei an den Tag gelegte Gewaltbereitschaft) anschaue, f&auml;llt es mir sehr schwer positiv zu denken.<\/p><p>Sollten mich meine Enkelkinder je fragen &ldquo;Wie konnte es in einem Land mit unserer Geschichte ein zweites Mal passieren, dass die Mehrheit blind gefolgt ist?&rdquo; wird mir die Antwort schwer fallen &ndash; nat&uuml;rlich vorausgesetzt ich werde diesen Tag &uuml;berhaupt erleben.<\/p><p>Ich f&uuml;rchte ich werde antworten m&uuml;ssen:<\/p><ul>\n<li>Wir waren (in der Mehrheit), wie schon einmal, einfach zu feige<\/li>\n<li>Wir haben uns aus wirtschaftlichen Gr&uuml;nden (z.B. wegfallendes Einkommen) erpressen lassen<\/li>\n<li>Wir haben uns geweigert unseren Verstand zu benutzen<\/li>\n<li>Wir waren nicht in der Lage die einmalige Chance der Informationsvielfalt zu nutzen &ndash; die Zensur (diesmal in privatisierter Form) haben wir abgestritten<\/li>\n<li>Wir haben versagt weil wir glaubten unser bequemes Leben behalten zu d&uuml;rfen<\/li>\n<li>Wir  haben nicht  erkannt, dass das ohnehin nur die &ldquo;Kr&uuml;mel&rdquo; waren die uns die Eliten freiwillig zugestanden, um uns bei Laune zuhalten<\/li>\n<li>Ich konnte einfach zu wenige Menschen zum Nachdenken anregen<\/li>\n<\/ul><p>Leider ist die W&uuml;rde des Menschen nicht mehr unantastbar, sie ist den Machtphantasien der uns regierenden Personen zum Opfer gefallen!<\/p><p>Gr&ouml;&szlig;te Sorge bereitet mir die Wohlergehen der Kinder, auch in meiner Familie (Neffen, Nichten und Enkelkinder) &ndash; was die Mehrheit der Gesellschaft unserer so viel beschworenen &ldquo;Zukunft&rdquo; antut, und noch anzutun bereit ist, ist uns&auml;glich.<\/p><p>Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt&hellip;&hellip;<\/p><p>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\nJosef M&uuml;ller<\/p><p><i><b>Anmerkung Albrecht M&uuml;ller:<\/b> Danke vielmals, f&uuml;r Ihren Leserbrief, Lieber Herr M&uuml;ller,<\/i><\/p><p><i>Sie bestreiten meine Feststellung &uuml;ber das geschwundene politische Interesse und wenig sp&auml;ter schreiben Sie den folgenden Satz:<\/i><\/p><p><i>Sollten mich meine Enkelkinder je fragen &ldquo;Wie konnte es in einem Land mit unserer Geschichte ein zweites Mal passieren, dass die Mehrheit blind gefolgt ist?&rdquo;<\/i><\/p><p><i>Was sagt denn die Feststellung, die Mehrheit sei blind gefolgt, anderes als das, was ich festgestellt habe?<\/i><\/p><p><i>Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<\/i><br>\n<i>Albrecht M&uuml;ller<\/i><\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><b>8. Leserbrief<\/b><\/p><p>Lieber Herr M&uuml;ller,<\/p><p>Ihren Artikel fand ich sehr wichtig. Allerdings denke ich, dass die Ursachen vielf&auml;ltiger sind und dass das mangelnde politische Interesse Ergebnis jahrzehntelanger Bem&uuml;hungen &ouml;konomischer und politscher Eliten ist.<\/p><p>Ich stimme Ihnen zu, dass viele Menschen einfach zu sehr mit ihrem wirtschaftlichen &Uuml;berleben besch&auml;ftigt sind, als dass sie noch Zeit h&auml;tten, sich politisch zu engagieren.<\/p><p>Aber f&uuml;r einen Gro&szlig;teil der Bev&ouml;lkerung trifft dies nicht zu.<\/p><p>Ich m&ouml;chte die Debatte um folgende Thesen erg&auml;nzen:<\/p><ol>\n<li>Der &ouml;ffentliche Debattenraum wird seit Jahrzehnten immer kleiner. Orte, wo Menschen mit verschiedenen Ansichten zusammen kommen  (z.B. Kneipen und Wirtsh&auml;user) werden immer weniger, bzw. sind in vielen D&ouml;rfern gar nicht mehr vorhanden. Die Ausweitung des Fernsehprogramms, besonders mit der Zulassung von Privatsendern, bildete hier wohl  den Anfang.  Aber auch  Reste, wie etwa die Kommentar-Funktionen bei  Online-Angeboten, wurden von vielen Sendern geschlossen oder werden zensiert.<\/li>\n<li>Politische Diskussionen wurden als negativ gebrandmarkt. Das Ergebnis zeigt sich in der so genannten &bdquo;Identit&auml;tspolitik&ldquo; . Wenn eine andere Meinung scheinbar meine &bdquo;Identit&auml;t&ldquo; infrage stellt, ist sie nat&uuml;rlich nur noch schwer zu ertragen.<\/li>\n<li>Vielen Menschen hat man erfolgreich zu  Konsumenten konditioniert, die ihrem  Dasein &uuml;ber Besitz und Erlebniskonsum (scheinbar) Sinn verleihen.  Warum soll man gegen die Einschr&auml;nkung der Grundrechte protestieren, wenn man sie doch einfach &uuml;ber den Konsum des Impfstoffes (vielleicht sogar mit Gratis-Bratwurst !)  zur&uuml;ck bekommen kann .<\/li>\n<li>Die im Bundestag vertretenen Parteien haben seit Jahren die Willensbildung von oben nach unten etabliert. Die Basis dieser Parteien hat praktisch keinen Einfluss mehr. Bestes Beispiel: Die Vorsitzenden-Wahl in der SPD.  Man muss nur einmal die Medien-Pr&auml;senz von Walter-Borjans (Ur- Wahl) und Lauterbach (&bdquo;Medien- Golem&ldquo;) vergleichen.  <\/li>\n<\/ol><p>Kann man sicher noch erg&auml;nzen.<\/p><p>Gr&uuml;&szlig;e<br>\nH. Jahns<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><b>9. Leserbrief<\/b><\/p><p>Hallo NDS-Team,<\/p><p>im Artikel &ldquo;Das politische Interesse st&uuml;rzt ab&rdquo; schreibt Herr M&uuml;ller, dass er fast nichts zu den Wahlprogrammen der Parteien wei&szlig;. Na und? Wahlprogramme und Versprechen sind nicht bindend. Aus Versprechen wurden oft genug Versprecher. Sollte man wirklich daran geglaubt haben, wurde man oft herb entt&auml;uscht. [&Uuml;brigens auch, wenn man an &ldquo;Gesichter&rdquo; geglaubt hat. Ich erinnere an den Wahl-Avatar &ldquo;Martin Schulz&rdquo;. Sekunden nach der Wahl wurde dieser Avatar dann deinstalliert. Alles nur &ldquo;Image&rdquo;\/Schein.]<\/p><p>Gl&uuml;cklicherweise glauben immer weniger Leute an das Pyramidensystem oder gar an das Vertretersystem. Es kommen immer mehr und &ouml;fters konstruktive Vorschl&auml;ge, wie z.B. <a href=\"https:\/\/neue-debatte.com\/2021\/07\/23\/parteien-am-ende-fuer-einen-neustart-durch-die-zivilgesellschaft\/\" target=\"_top\" rel=\"noopener noreferrer\">neue-debatte.com\/2021\/07\/23\/parteien-am-ende-fuer-einen-neustart-durch-die-zivilgesellschaft\/<\/a><\/p><p>Viele Gr&uuml;&szlig;e<br>\nC. L.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><b>10. Leserbrief<\/b><\/p><p>Sehr geehrter Herr M&uuml;ller,<\/p><p>ich habe am Sonntag in Berlin ganz anderes erlebt, als in den Medien berichtet wird.<\/p><p>Viele Demos wurden kurzfristig abgesagt, die Teilnehmer &ndash; wie auch ich &ndash; waren aber zum Gro&szlig;teil bereits angereist. Ich bin am Sonntag durch die Stadt gelaufen um zu sehen, was passiert. Es haben sich dann immer mehr kleine Tr&uuml;ppchen zusammengeschlossen und sind durch die Strassen gezogen. Da gab es niemand an der Spitze, der den Demozug geleitet hat, es war alles spontan. Und aus meiner Erfahrung heraus waren es wesentlich mehr als die genannten 5 TSD.<\/p><p>Die heftigen Szenen, die man jetzt so zu sehen bekommt, habe ich zum Gl&uuml;ck nicht mitgemacht. Bei mir war ein gro&szlig;er Demozug, ohne Gedr&auml;nge und &ndash; von meiner Position aus gesehen &ndash; mit ausreichendem Abstand zwischen den Personen. Bis auf einen Anwohner, der die Daumen nach unten zeigte, sah ich nur freundlich winkende Menschen in den Fenstern oder auf dem Balkon stehen.<\/p><p>Durch diese kurzfristige Absage, obwohl der Termin Monate voraus bereits bekannt war, sollte abschreckende Bilder produziert werden. Auch die st&auml;ndige Wiederholung, dass diese Demonstration trotz Verbot durchgef&uuml;hrt wurde, sehe ich anders, da es sich um eine Spontandemonstration gehandelt hat, die sich aufgrund der Absage (und deren Begr&uuml;ndung) gebildet hat.<\/p><p>Vielen Dank den NDS f&uuml;r Ihre Arbeit. Mit freundlichen Gr&uuml;&szlig;en<br>\na.V.a.V.<\/p><div class=\"hr_wrap\">\n<hr>\n<\/div><p><strong>Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten<\/strong><\/p><p>Die NachDenkSeiten freuen sich &uuml;ber Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen L&auml;nge und mit einem eindeutigen Betreff.<\/p><p>Es gibt die folgenden Emailadressen:<\/p><ul>\n<li><a href=\"mailto:leserbriefe@nachdenkseiten.de\">leserbriefe(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Kommentare zum Inhalt von Beitr&auml;gen.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:hinweise@nachdenkseiten.de\">hinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> wenn Sie Links zu Beitr&auml;gen in anderen Medien haben.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:videohinweise@nachdenkseiten.de\">videohinweise(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r die Verlinkung von interessanten Videos.<\/li>\n<li><a href=\"mailto:redaktion@nachdenkseiten.de\">redaktion(at)nachdenkseiten.de<\/a> f&uuml;r Organisatorisches und Fragen an die Redaktion.<\/li>\n<\/ul><p>Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer &bdquo;<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?page_id=47939\">Gebrauchsanleitung<\/a>&ldquo;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=74796\">In diesem Artikel<\/a> stellt Albrecht M&uuml;ller die These in den Raum, dass das politische Interesse abst&uuml;rze. Die &ouml;konomische Situation spiele eine Rolle. Es mangele an &bdquo;gro&szlig;en und aufw&uuml;hlenden Diskussionen zur Programmatik&ldquo;. Au&szlig;erdem w&uuml;rden Medien politisches Engagement bestrafen und nicht dazu ermuntern. Das wird belegt anhand der &bdquo;Tagesspiegel&ldquo;-Berichterstattung &uuml;ber Querdenken vom letzten Wochenende. 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